Parasha „Korah“ – Tora-Abschnitt „Korach“

4. Buch Mose, Numeri 16:1-18:32

13. Juni – 19. Juni 2021 / 3 Tammus – 9 Tammus 5781


Zusammenfassung

Der Abschnitt beginnt mit der Erzählung über Datan und Abiram und 250 der Anführer des Volkes, die sich gegen Moses und Aaron auflehnten, mit dem scheinbar berechtigten Argument: Da das ganze Volk heilig ist, sollten Moses und Aaron die gleiche Stellung haben wie der Rest des Volkes. Die Antwort, welche sie erhalten ist, dass zwar alle gleich sind, aber Moses und Aaron die Führer sind, weil sie im Kontakt mit dem Schöpfer stehen. Nach der Meuterei verschlang die Erde die 250 Anführer des Volkes, sowie Korach und seine Begleiter, und das Volk litt unter einer Plage, bis Moses den Schöpfer bat, diese zu beenden.

Das Ende des Abschnitts beschäftigt sich mit der Frage der Führung des Volkes. Es wird eine Prüfung zwischen allen Stäben der Anführer abgehalten, und der einzige Stab, der erblüht, ist Aarons Stab, was seine Rolle als Anführer eindeutig bestätigt.


Kommentar von Rav Michael Laitman

Wir können die Auslegung der Tora (Pentateuch) von zwei Ebenen betrachten – auf der Ebene dieser Welt und auf der Ebene der verhüllten, spirituellen Welt. Auf der Ebene unserer Welt ist die Geschichte von Korach auch heute noch sehr bedeutend.

Seit Tausenden von Jahren entwickelt sich unsere Welt durch unsere Egos. Vor 3.800 Jahren lebten wir in dem Zustand, was heute als das alte Babylon bekannt ist. Damals entstand Abraham – die Eigenschaft von Chessed (Barmherzigkeit) – sowie die Priester, die ihm folgten, die ebenfalls aus der Eigenschaft von Bina, Chassadim, hervorgegangen sind.

Abraham erkannte, dass die ganze Welt sich entwickeln und einen Zustand der Einheit und Verbindung erreichen muss, und teilte seine Enthüllung mit den Babyloniern. Während viele ihm folgten, waren sie nur eine Handvoll im Vergleich zu der Mehrheit, die seine Ansichten ablehnte. Abraham musste aus Babylon fliehen, gejagt von Nimrod, dem König von Babylon.

Abraham entwickelte eine Methode zur Korrektur der menschlichen Natur. Heute nennen wir diese Methode „die Weisheit der Kabbala“. Deren Ziel ist es, den Menschen aus der Tiefe des Egoismus auf die Ebene des Gebens und der Liebe zu erheben.

Tatsächlich ist dieser Aufstieg das Ziel unserer Entwicklung – der Aufstieg von der Ebene dieser Welt auf die Ebene der spirituellen Welt. Spiritualität bedeutet im Geben und in der Liebe zu anderen zu sein, durch die wir Ewigkeit und Vollkommenheit erlangen. Das ist die Bedeutung des Textes in diesem Abschnitt. Auch im Buch Sohar, wo über die Freiheit vom Engel des Todes erzählt wird, wird nur davon gesprochen.

Die Weisheit der Kabbala besagt, dass zunächst alle Menschen in Babylon als ein Volk vereint waren, das die gleiche Sprache sprach. Dann brach die “Plage des Egos” aus und die Menschen begannen, sich gegenseitig zu hassen und entfernten sich schließlich voneinander. Da die Babylonier Abrahams Methode der Korrektur nicht annehmen wollten (sondern die von Nimrod), zerstreute sich die Menschheit über den ganzen Erdball.

Die Kabbala erklärt, dass von dem Moment an, als die Menschen zwischen den beiden Methoden wählten, es auf Grund des Ziels der Schöpfung notwendig wurde, die Menschen wieder zu vereinen. Diese Verbindung wird entstehen, weil wir gezwungen sind, sie zu erreichen. Wäre die Verbindung – „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein – bereits in Babylon erreicht worden, wäre damit das Schöpfungsziel erfüllt gewesen. Die Enthüllung der Göttlichkeit wäre erlangt und die Korrektur abgeschlossen worden. Da aber die Babylonier einen anderen Weg gewählt haben, sind wir heute gezwungen, den Prozess der Korrektur abzuschließen.

Wir [die Seele des Menschen] sind nach Ägypten abgestiegen und wieder daraus ausgezogen. Im Spirituellen sind wir dabei bis zur Stufe des Ersten Tempels aufgestiegen, gefolgt vom Zweiten Tempel. Wir gingen durch Zerstörungen, Exile und auch wieder Erlösungen, und heute sind wir am Ende des letzten Exils angelangt und beginnen, uns zur letzten, endgültigen Befreiung von der egoistischen Absicht zu erheben.

Heute befinden wir uns in einer ähnlichen Situation wie jene, die sich in Babylon gezeigt hat. Der Unterschied ist, dass wir uns heute nicht mehr zerstreuen können, da wir bereits den gesamten Erdball bedeckt haben. Es gibt heute viele „Nimrods“, aber sie können nichts mehr ausrichten, weil wir das Böse in uns bereits erkannt haben. Wir sind uns bereits bewusst, dass unsere Egos die menschliche Gesellschaft zerstören. Die Realität zeigt, dass wir, wenn wir uns nicht verbinden, vom Angesicht der Erde verschwinden werden. Das Worst-Case-Szenario ist, dass wir selbst oder die Natur uns vernichten wird, da wir im Widerspruch zu ihr, der Höheren Kraft (Schöpfer, Gott), leben.

In der Gematria, entspricht haTewa (Natur) Elokim (Gott). Wir müssen ein Gleichgewicht mit der Natur erreichen, indem wir uns „wie ein Mensch mit einem Herzen“ verbinden. Diese Verbindung bezieht sich nicht nur auf die kleine Anzahl von Menschen, die aus Babylon flohen, am Fuße des Berges Sinai standen, die Tora empfingen und zu einem Volk wurden. Heute betrifft das Erlangen dieser Verbindung alle Menschen.

Das Volk Israel muss dabei „ein Licht für die Völker“ sein, indem es ihnen Abrahams Methode vermittelt, durch die wir uns miteinander verbinden können. Gemäß dem, was in der Tora geschrieben steht: „Sie sollen mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten“ und „denn mein Haus soll ein Haus des Gebets heißen für alle Völker“, „und alle Völker sollen zu Ihm kommen.“

Wir stehen vor einer großen, wichtigen Herausforderung. Nämlich, den Zweck der Schöpfung endlich zu erfüllen. Das wird uns nur durch die Verbindung aller Menschen gelingen.

Diese Verbindung kann durch große Anstrengungen erreicht werden, was die Weisheit der Kabbala und die Propheten über die Zeit des Messias vorausgesagt haben. Doch, um die Dauer der Leiden zu verringern, können wir die Methode der Kabbala anwenden, die dazu bestimmt ist, das korrigierende Licht anzuziehen.

Die Kabbalisten warnen uns, dass wenn wir die Weisheit der Kabbala nicht anwenden, ein dritter und sogar ein vierter Weltkrieg ausbrechen wird, was nur eine handvoll Menschen überleben wird. Jene müssen aber trotzdem das Ziel der Schöpfung erreichen. Wir haben also keine andere Wahl, als dies zu erfüllen. Wir können es auf eine angenehme Art und Weise tun, die kurz und einfach ist, mithilfe des Buches Sohar, der Schriften des ARI (Rav Isaac Luria) und der Schriften von Baal HaSulam (Rav Yehuda Ashlag), indem wir uns durch das Licht verbinden, welches uns durch sie beeinflusst. Die Kabbala wird „das Innere der Tora„, „die wahre Tora (Lehre/Anleitung)“ genannt, aufgrund des Lichtes das sich in ihr befindet. Aus diesem Grund müssen wir heute allen Menschen die Notwendigkeit erklären, diese Methode zu enthüllen und anzuwenden.

Die Erzählung über Korach sagt uns, was von uns gefordert wird. Korach kam aus dem Stamm Levi. Datan, Abiram und die 250 Anführer aller Stämme des Volkes, sind offenbar gegen die Verbindung. Sie lehnen die Rangordnung ab, aber sie haben keine Wahl. Es muss einen Anführer geben. Moses, der die Verbindung zwischen dem Schöpfer und den Priestern herstellt, gefolgt von seinem Priesterbruder Aaron, der die Rechte Linie, die Eigenschaft der Barmherzigkeit, dem Volk lehrt. Diejenigen, die neben den Priestern die ganze Arbeit verrichten, sind die Leviten, gefolgt von den übrigen Stämmen, die nach der Struktur der gemeinsamen Seele geordnet sind.

Der Schöpfer erschuf eine Seele, ein Verlangen. Das Volk Israel ist durch diese Struktur geordnet, und auch der Rest der Menschheit sollte um sie herum verbunden sein. Wenn sich heute Menschen plötzlich erheben und sagen: „Nein! Wir wollen eine andere Ordnung. Wir wollen nicht so eng verbunden sein“, dann ist das gegen den Schöpfungsplan gerichtet, gegen die Verbindung selbst.

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist die Regel, die die Verbindung zwischen uns herstellt. Es ist der große Klal (Regel, aber auch Kollektiv) der Tora. Es ist ein Klal, das gemeinsame Kli (Gefäß), das wir bauen und in dem das Licht – der Schöpfer – erscheint. Wir haben kein anderes Mittel als die Verbindung zwischen uns, um „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein, in gegenseitiger Bürgschaft, so wie beim Empfangen der Tora. Auf diese Weise erreichen wir, die Geschöpfe, die Enthüllung des Schöpfers.

Deshalb gibt es nichts Schlimmeres als das, was Korach tut. Es wird „ein Streit nicht um des Schöpfers willen“ genannt. Dies ist eine andere Art von Streit als bei den „Streitigkeiten um des Schöpfers willen“ zwischen dem Haus Schammai und dem Haus Hillel, bei welchem Angelegenheiten diskutiert und geprüft werden.

Es existiert eine rechte und eine Linke Linie. Jedes Mal, wenn wir ein wenig mehr Spiritualität erwerben, erscheint auch ein größeres Ego – die Linke Linie – in uns. Wenn wir noch etwas mehr Spiritualität – die Rechte Linie, Aaron – erlangen, erscheinen wieder die sogenannten Dinim (Urteile). So steigen wir auf, als würden wir auf zwei Beinen gehen und von einer Stufe zur nächsten klettern, wie auf einer Leiter.

Die Rechte und Linke Linie erscheinen abwechselnd, eine nach der anderen. Die Linke Linie liefert die Substanz, und die Rechte Linie korrigiert sie in die Absicht zu geben. Ein egoistisches Verlangen auf der einen Seite, und die Rechte Linie, die hinzukommt und es um des Gebens willen korrigiert, auf der anderen Seite.

Deshalb vergrößert sich bei der richtigen Anwendung der Weisheit der Kabbala das egoistische Verlangen, weshalb sie eben „die Weisheit des Empfangens“ genannt wird. Sie lehrt uns, wie wir schlussendlich alles empfangen können – das ganze Licht – um das Schöpfungsziel zu erreichen. Die Kabbala ist besonders für jene Menschen, welche besonders große Egoisten sind bestimmt, welche aber auch wissen, wie sie ihr Ego korrigieren können.

Das ist die Methode Abrahams, die sich von all den anderen Methoden unterscheidet, die auch in Babylon ihren Ursprung haben. Abraham lehrte auch andere Völker, wie z.B. die Kinder seiner Mätressen,  und schickte sie Richtung Osten. Er lehrt sie die entgegengesetzte Methode, denn wenn man das Ego nicht mit der Weisheit der Kabbala korrigiert, indem man das korrigierende Licht anzieht, ist es am besten, das Ego in Schach zu halten und es nicht wachsen zu lassen. Deshalb gab er ihnen andere Methoden wie Religionen und Glaubensrichtungen, die darauf abzielen, Verlangen und Wünsche zu verringern und andere freundlich zu behandeln und den Willen zu empfangen so weit wie möglich zu verkleinern. Dies tat er, weil es besser ist, ein kleines Ego zu haben als ein großes, wenn man nicht weiß, wie man ein Verlangen korrigieren kann, und damit weniger Schaden für sich selbst und für andere verursacht.

Wenn wir aber die Weisheit der Kabbala anwenden, nutzen wir das größte Ego. Und je größer es wird, umso mehr freuen wir uns. Denn, „wer größer ist als sein Freund, dessen Böser Trieb ist größer“.  Allerdings müssen wir dann diesen Trieb auch korrigieren.

Deshalb will Korach das Volk entzweien, und die Verbindung zerreißen. Was er aber eigentlich will, ist diese “Leiter“ zu zerstören. Er will, dass das Volk Israel nicht verbunden ist, dass es nicht unter dieser Rangordnung, gemäß der richtigen Struktur der Stämme, existiert.

Die Stämme sind Yud-Hej-Waw-Hej. Wenn man die vier Buchstaben mit den drei Linien multipliziert, die in jedem von ihnen enthalten sind, erhält man die zwölf Stämme. Korach wollte diese Struktur zerbrechen. Doch das ist nicht möglich, denn ohne diese Struktur wäre das Ziel nicht erreichbar. Deshalb ist seine Sünde so schwerwiegend und wird „ein Streit nicht um des Schöpfers willen“ genannt, weil er nicht in Richtung Ziel voranbringt.

Das Argument von Korach und seinen Anhängern scheint berechtigt zu sein. Alles, was sie verlangen, ist die Gleichwertigkeit. Sie sagen nicht, dass sie sich nicht verbinden wollen, zumindest nicht öffentlich. Sie fragen nur, warum Moses und Aaron einen höheren Rang haben, und verlangen einen Beweis, dass sie dem restlichen Volk überlegen sind und deshalb würdig sind, das Volk anzuführen.

Der Prozess der Korrektur kann auf halbem Wege jedoch nicht abgebrochen werden. Korach hat Recht, wenn er sagt, dass wir alle gleichwertig sein sollten, „wie ein Mensch mit einem Herzen“, in einem Verlangen. Dies ist jedoch das Ende des Prozesses, welcher während der Endkorrektur eintritt, nicht in der Mitte, auf der Stufe der Wüste.

Die Wüste ist eine Zwischenstufe, die wir durchlaufen, um die Eigenschaft von Bina zu erlangen, die Absicht um zu geben, um des Gebens willen. Erst danach betreten wir das Land Israel, wo wir den Willen zu empfangen ins absolute Geben umwandeln – die Absicht zu empfangen, um zu geben. In der Wüste überwindet der Mensch immer noch sein eigenes Ego, indem er sich nicht mehr befehlen lässt, für sich selbst auf Kosten anderer zu empfangen. Es ist eine Stufe, die Chafez Chessed (Barmherzigkeit begehren) genannt wird.

Auf diesen Stufen ist es nicht möglich, das zu tun, was Korach sagt. Er hat zwar Recht damit, doch es ist der falsche Zeitpunkt dafür. Es wird eine Zeit kommen, in der dieses Verlangen erfüllt wird, doch dieser ist noch nicht gekommen. Die Verlangen und Wünsche des Menschen – ob gut oder schlecht – werden erst am Ende der Korrektur vollständig erfüllt.

Die Lösung liegt in der Matech (Stab). Matech bedeutet, dass wir wissen, wohin wir gehen müssen und wie wir dorthin gelangen. Wir erhalten ein Zeichen, dass wir auf dem Weg, den wir gehen, nicht vorankommen können, es sei denn, wir nutzen das Licht des Glaubens, indem wir Aarons Stab und Moses‘ Stab folgen.


Fragen und Antworten

Wie wird aus „Bevormundung“ schliesslich etwas Positives?

Die Tora beschreibt unsere Innenwelt, unsere Eigenschaften, unsere Gedanken, Emotionen und unsere Wünsche. Die Kämpfe, die wir führen, scheinen als wären sie zwischen uns, sind aber in uns. Wir wollen egoistisch vorankommen, aber wir wissen, dass es nicht richtig ist. Deshalb müssen wir uns überwinden und dem Weg des Gebens und der Liebe zu anderen folgen. Denn es steht geschrieben, dass dies der Wille des Schöpfers ist. Die Eigenschaft des Schöpfers ist das Geben und die Liebe und wir sind das Gegenteil davon.

Unsere egoistischen Berechnungen finden immer in uns statt und schleudern uns von der einen Seite auf die andere. Jeder von uns hat einen inneren Pharao, einen inneren Korach, Haman, Moses und Aaron. Wir sind „kleine Welten“, die aus all diesen Kräften bestehen. Wenn wir auf dem spirituellen Weg voranschreiten, wachsen diese Kräfte, werden zu entgegengesetzten, und wir finden uns inmitten großer innerer Kämpfe wieder.

Deshalb sind auch alle Meinungen der Menschen in der materiellen Welt aus der jeweiligen Perspektive gesehen richtig. Das sind die Kräfte der Natur, welche der Schöpfer erschaffen hat, und es gibt einen guten Grund, warum Menschen unterschiedliche Meinungen haben. All diese Kräfte – von den schlimmsten bis zu den besten – existieren aus gutem Grund in der Natur.

Die Frage ist, wie ein Mensch sie einsetzt. Wir dürfen also nichts auslöschen, was in uns existiert. Denn am Ende werden wir auch den Korach in uns korrigieren. Ein Mensch schneidet also die “Bestie“ aus seinem Inneren, verbrennt sie und vergießt den Rest ihres Blutes, wie im Abschnitt zu lesen ist.

Wenn wir physischen Handlungen ausführen, haben wir anfangs keine Ahnung, welche inneren Handlungen sie darstellen. Wir können diese Verlangen auch nur „einfrieren“. Aber auch das ist bereits eine Korrektur, wir können sie einfach erst später nutzen.

Warum empfindet Korach es als „Bevormundung“?

Es findet immer ein Kampf zwischen den Kräften in uns statt. Wir stellen uns selbst auf die Waage und müssen darauf achten, dass keine Kraft die andere überwiegt und die Rechte Linie nicht niedriger ist als die Linke. Wir müssen ständig die Rechte Linie höher als die Linke halten. Das nennt man „auf der Rechten Linie gehen“. Das Gebot ist, sich immer auf der Rechten Linie zu befinden, obgleich die Linken Linie entsprechend wächst und uns immer ausbalanciert. So können wir auf der Rechten Linie vorankommen.

Das bewusste Erleben dieses inneren Kampfes ist ein sehr gutes Gefühl. Jedes Mal spüren wir, wie sehr wir in diese Veränderungen einbezogen sind. Es ist wie ein Rad, bei dem sich der obere Teil vorwärts und der untere scheinbar rückwärts bewegt, aber das Rad bewegt sich stetig voran.

Was ist die Korrektur des „Begraben werdens“?

„Die Erde“ ist der gesamte Wille zu empfangen, die Kraft, die wir derzeit nicht richtig einsetzen können, um des Gebens willen. Ihre Korrektur ist ähnlich dem, was wir mit einem toten Körper machen – wir begraben ihn.

Ein „verstorbener“ Wunsch ist ein Verlangen, das wir nicht um des Gebens willen verwenden können, und das in uns mit dem Wunsch zu empfangen erschienen ist. Dieses Empfangen-Wollen ist Korach. Das Verlangen selbst ist weder gut noch böse; worauf es ankommt, ist die Absicht – ob ich dieses Verlangen für mich selbst oder zum Wohle anderer verwende. Die Tora lehrt uns, wie wir unsere Absicht genau prüfen, ob sie für uns selbst oder zugunsten andere ist. Wir müssen die Absicht, für uns selbst zu empfangen, in den Nutzen für andere verwandeln, also um zu geben.

Ein Mensch „vergräbt“ die zu empfangende Absicht entweder in der Erde oder er „verbrennt“ sie, was korrigieren bedeutet. Das heißt, entweder verschlingt es die „Erde“ oder es wird als Korban (Brandopfer, vom Wort Karow-nahe) dargebracht, um dem Schöpfer nähern zu kommen. Wenn wir die Ausrichtung vom Empfangen zum Geben korrigieren können, bringen wir uns dem Schöpfer näher, deshalb heisst dies Handlung Korban.

Diese Korrekturen haben weder etwas mit Menschen aus Fleisch und Blut zu tun, noch mit derart tragischen Ereignissen wie vom Erdboden verschlungen zu werden, zu verbrennen oder an einer Plage zu sterben, obwohl diese Dinge in unserer Welt durchaus vorkommen. Diese Beschreibungen beziehen sich auf Korrekturen, die in uns selbst geschehen. Deshalb sagt man, dass der Mensch eine kleine Welt ist.

Wir müssen prüfen und Korach, Abiram, Datan und die 250 Anführer in uns erkennen, was sie bedeuten, ob sie gleich oder ungleich sind, und schlussendlich, was das Ziel der Schöpfung ist. Deshalb müssen wir unsere Verlangen und unsere Absichten ordnen.

Auch sollten wir den Stab Aarons und den Stab Moses suchen und herausfinden, was sie sind und was ihr Erblühen in uns bedeutet, nämlich dass der Mensch auf seinem Weg das Gefäß des Empfangens für das Höhere Licht öffnet und so vorankommt.

Und Korach nahm“

Sohar für alle, Korach, Punkt 5

Korach ging auf dem Weg des Streites, der das sich Entfernen und Abstoßen von Oben und Unten ist. Wer die Korrektur der Welt abweisen will, ist deshalb von allen Welten, der oberen und unteren, getrennt. Ein Streit ist das Entfernen und Abstoßen des Friedens. Und wer dem Frieden nicht zustimmt, der stimmt „Seinem Heiligen Namen“ nicht zu, denn „Sein Heiliger Name“ heißt Frieden.“

Shalom (Frieden) bezieht sich auf Shlemut (Ganzheit), ein Zustand, den wir erreichen, wenn sich die linke und rechte Linie ergänzen. Unsere Natur und die Natur des Schöpfers gleichen sich an und erreichen so die Verbindung und Dwekut (Anhaftung). Dies führt zu Frieden, so dass wir uns nie mehr gegensätzlich, getrennt oder distanziert fühlen werden, sondern so verbunden, dass es nicht mehr möglich sein wird, uns voneinander zu unterscheiden.

Wir müssen Dwekut (Anhaftung) an die Göttlichkeit erreichen, wo Er und wir eins sind. So unwirklich es auch erscheinen mag, das ist das Ziel, und wir müssen uns darauf hinbewegen. Je mehr wir uns anstrengen voranzukommen, umso mehr ersparen wir uns Leid.

Was ist der Grund für die Zweifel auf dem spirituellen Weg?

Der Grund, warum wir ständig von Fragen und Unklarheiten erfüllt sind, ist, dass wir uns entwickeln müssen. Ohne dies würden wir uns keinen Zentimeter bewegen. Wenn ernsthafte Zweifeln aufkommen, könnte uns ein so schlimmer Zustand erfassen, dass wir darum bitten, dass sich der Boden „auftut und uns verschlingt.“ Wir mögen wie Handelnde erscheinen, aber in Wirklichkeit ist es der Schöpfer, der handelt. Wir können nur die Ereignisse, die uns geschehen, beobachten, als würde in uns ein Film ablaufen.

Mit der Zeit entwickeln wir eine innere Sicht, durch die wir die Eigenschaften wie Moses, Aaron, Korach, Datan, Abiram, Stämme, Stab und die Erde in uns erkennen können. Wir ordnen diese Elemente unserer Eigenschaften und sehen die Situation wie ein Bild in uns. Das erklärt, wie wir vorankommen, während wir das Netzwerk der Verbindungen zwischen diesen Elementen prüfen.

In diesem inneren Netzwerk der Eigenschaften – den 613 egoistischen Verlangen, zu empfangen – lenken wir unsere Verlangen um, damit sie arbeiten, um zu geben. Dies wird „das Befolgen der 613 Mizwot (Gebote)“ genannt. Das Licht kommt und korrigiert die Absicht zu empfangen in die Absicht um zu geben, dies wird „eine Mizwa (Korrektur/gute Tat) ausführen“ genannt.

Während wir die Mizwot ausführen, entdecken wir unsere innere Welt, und erkennen darin, inwieweit wir uns mit anderen verbinden. So enthüllen wir unsere Seele und lernen, wie wir sie erfüllen können. Es sind Prüfungen, Kämpfe und Verbindungen, die wir durchlaufen, und die Füllungen, die wir danach erhalten. Auf diese Weise offenbaren wir das Werk des Schöpfers, was der eigentliche Sinn der Schöpfung ist.

Dadurch erreichen wir einen Zustand, in dem wir den Plan der Schöpfung verstehen – also die Korrektur der Schöpfung – und wie wir ihn vollenden können. Am Ende gelangen wir in einen Zustand, in dem wir alles verstehen. Es heißt: „Und sie werden Mich alle erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten.“ Wir erhalten ein vollständiges Kli (Gefäß), das „ein Haus“ genannt wird: „Denn mein Haus soll Haus des Gebets für alle Völker heißen.“ Es ist das Haus all unserer Verlangen; sie befinden sich alle dort, und in all ihnen fühlen wir tatsächlich die Göttlichkeit unserer ganzen Seele.


Glossar Parsha Korah

Anführer

Ein „Anführer“ ist die Eigenschaft, die im Moment alle anderen Eigenschaften kontrolliert.

Neid der Zähler

Das ist das Verlangen zu zählen, wie viel wir erreicht haben, wie viel wir empfangen, wie viel wir geben, wie weit wir im Spirituellen vorankommen. Wir kommen gerade durch Neid voran; hier ist ein guter Neid gemeint. Dieser Neid auf unsere Umgebung bringt uns dazu, spirituell voranschreiten zu wollen.

Korach

Der Wille zu empfangen, der als Gegensatz zur Eigenschaft von Moses erscheint. Durch den Streit, den er entfacht, kommen wir voran.

Plage

Die „Plage“ ist eine Form der Korrektur. Die Korrektur entfernt und ordnet meine Absichten zu empfangen. Sie korrigiert sie, um im Geben zu sein, entweder auf der Stufe von Bina oder auf der Stufe von Keter.

Feuer vom Himmel

„Feuer“ sind Gwurot, die auf der linken Linie erscheinen, ohne Chassadim. Es kann schwache Gwurot und starke Gwurot geben. Es ist eine Korrektur, die Kraft der Korrektur, die von der linken Linie ausgeht.

Heilig

„Heilig“ bedeutet immer die Stufe von Bina, das Geben.

Buße

Eine „Buße“ ist das Licht, das kommt und uns die Kraft gibt, für unsere Vergehen zu „sühnen“, was bedeutet sie vom Empfangen zum Geben zu verändern. All unsere Vergehen, unser Ego, alles, was in uns war, wird dadurch zum Geben.

Stab

Der „Stab“ ist die mittlere Linie, auf der man das Ziel erreicht. Wenn wir alle Eigenschaften, alle Einsichten richtig mit dem „Stab“ verbinden, blüht er auf.

Erblühen

„Erblühen“ kann nur die mittlere Linie, die uns damit zeigt, dass wir mit Licht erfüllt werden.

Die Bedeutung von „Friede, Friede dem, der fern ist, und dem, der nah ist“

„Was ist ein Streit? Es ist Entfernung von Oben und die Abstoßung von Oben und Unten […] die Entfernung und Abweisung des Friedens […] des Friedens von Oben – der mittleren Linie, die Tora genannt wird, die Frieden stiftet zwischen der Rechten und Linken Linie – und von Unten, von Moses. […] Ein Streit besteht überall dort, wo Gegensätze existieren […] Ein Streit ist notwendig […] denn es ist nicht möglich, etwas zu korrigieren, wenn man den Mangel nicht kennt. Wenn wir also den Konflikt zwischen den Verlangen verstehen, können wir Frieden zwischen ihnen schaffen.“ Rav Baruch Ashlag, Die Schriften des Rabash, Band 2

Was bedeutet „Friede, Friede dem, der fern ist und dem, der nah ist“, bei der spirituellen Arbeit?

Wir müssen Streitigkeiten wertschätzen, sie aber konstruktiv nutzen, wie geschrieben steht: „Ein Streit der Ältesten erbaut“ (Babylonischer Talmud, Nedarim, 40a), und damit erreichen wir das Ziel.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar