Parasha „Pinchas“ – Tora-Abschnitt „Pinchas“

4.Buch Mose, Numeri 25:10-30:1

4.-10. Juli 2021 / 24. Tammus – 1. Aw, 5781

Zusammenfassung

Am Anfang des Abschnitts dankt der Schöpfer Pinchas dafür, dass er die Plage aufgehalten hat, und gibt ihm einen „Bund des Friedens“ und den „Bund eines ewigen Priestertums“ für ihn und seine Nachkommen. In der Zwischenzeit bereiten sich die Kinder Israels auf den Kampf gegen die Midianiter vor.

Den Anweisungen des Schöpfers folgend teilt Moses das Land in Erbteile auf, nachdem im Volk Zählungen nach Stämmen und Familien durchgeführt wurden. Am Ende der Volkszählungen beschweren sich die Töchter Zelofhads aus dem Stamm Manasses bei Moses über den Tod ihres Vaters und darüber, dass sie als Frauen ihren Erbteil nicht erhalten haben. Moses prüft die Angelegenheit und der Schöpfer ordnet an, dass die Töchter Zelofhads aus Gründen der Gerechtigkeit ein Erbteil des Landes erhalten, das nach ihrem Vater benannt wird.

Der Schöpfer befiehlt Moses, auf den Berg Abarim zu steigen, um das Land Israel zu sehen, das er nicht betreten wird, und Josua, den Sohn des Nuns, als seinen Nachfolger zu ernennen. Am Ende des Abschnitts wird genau beschrieben, welche Opfergaben jeden Tag oder zu verschiedenen Anlässen während des Jahres dargebracht werden müssen.

Kommentar von Rav Michael Laitman

Der Abschnitt Pinchas ist gemäß dem Buch Sohar tiefgreifend und wirft viele Fragen auf. Die Geschichte erzählt von Menschen wie Pinchas, die größer sind als Moses. Der Schöpfer segnet und preist ihn, so dass er so groß ist wie Josua, welcher Moses ersetzt, nachdem dieser seine Arbeit vollendet hat. Auch die Rechte der Frauen werden thematisiert. Einigen von ihnen sichert der Schöpfer – wie den Männern – einen Erbteil zu.

Wir wissen, dass die Tora nicht von physischen Ereignissen oder Körpern spricht, sondern von Seelen. Die Seelen sind der wichtigste, der ewige Teil in jedem von uns. Deshalb müssen wir verstehen, dass der Text den „Menschen in uns“ beschreibt, der alle in der Tora beschriebenen Zustände in seiner spirituellen Entwicklung erfahren muss.

Dieser Abschnitt spricht von einem ganz besonderen Punkt, an dem ein besonderes Verlangen erwacht, das “Pinchas” genannt wird. Nur an diesem Punkt, mit diesem Verlangen, kann der „Bund des Friedens“, Frieden und Einheit mit dem Schöpfer, erlangt werden. Dieses Verlangen vereint sich in Dwekut (Anhaftung) mit dem Schöpfer im Bund der vollkommenen und ewigen Verbindung. Dies ist die erste Stufe der Korrektur und der Verbindung, welche die Seele durchläuft. Dadurch ist die Seele während ihrer ganzen Korrektur und Entwicklung mit der Höchsten Stufe verbunden.

Die zweite Etappe folgt nach all den Erfolgen der Kinder Israels. Nun, da die vorangegangenen Korrekturen empfangen wurden, werden alle Kräfte in uns “Israel” genannt, Yashar El (direkt zu Gott). Der Mensch beginnt mit dem egoistischen Willen zu empfangen zu arbeiten, mit dem er aus Ägypten ausgezogen ist. In diesem Stadium ist der Mensch kaum fähig, seinem Ego zu entkommen, möchte aber vermeiden, seine egoistischen Eigenschaften zu benutzen. In diesem Zustand besitzt ein Mensch nichts. Er fühlt sich wie in der Wüste und hat nichts zu essen. „Essen“ bedeutet im spirituellen Sinne Erlangung der Spiritualität, welche die Seele erfüllt, so dass sie völlig mit Göttlichkeit, mit der Offenbarung des Schöpfers gesättigt ist. „Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott“, und dies bewusst und mit einem Gefühl der Erlangung des Schöpfers. Dies sind die Stufen der Korrektur der Seele vom Einzug in die Wüste, durch alle Kämpfe, bis zu diesem Punkt in der Erzählung, dem Midian.

Sobald wir einmal die hohe Stufe, Teil der gemeinsamen Seele zu sein, erlangt haben, sind wir wie ein „Mensch mit einem Herzen“. Wir befinden uns in gegenseitiger Bürgschaft, in jenem Bund, dem wir zustimmten, als wir die Tora empfingen.

Die Kinder Israels festigen immer wieder diesen Bund. Jeden Tag gehen wir in unserem materiellen, leeren Dasein, ohne Wissen, vertieft in Kämpfe und Korrekturen durch die „Wüste“. Jede Übertretung und jeder Fehler, den die Kinder Israels machen, entsteht, weil der Böse Trieb wieder auftaucht. Und jedes Mal ist dies ein Abstieg, um anschließend aufzusteigen.

Der Mensch entdeckt, dass er zerbrochen und weit davon entfernt ist, geben zu können; daher schreit er auf und bittet um das korrigierende Licht. Das Licht, d.h. der Schöpfer, erscheint und korrigiert ihn. Er zeigt ihm, wie er gegen seinen Willen zu empfangen handeln kann. Das wird „das Ego bestrafen“ genannt, wodurch “der Mensch in ihm” aufsteigen kann.

Diesen Prozess durchlaufen alle und es finden tiefe Erkenntnisse über das eigene Ego in einem Menschen statt, welches er dadurch erst korrigieren kann. Diese Berechnungen  werden “Midian” genannt.

In der Erzählung wächst Moses, der aus dem Haus des Pharaos hervorgegangen ist, auf diese Weise auf. Seine Frau stammt aus dem Haus Midian, denn ihr Vater Jitro war der Priester von Midian. Moses wiederum ernährt Pinchas. Deshalb ist “Pinchas” in der Tat “Moses” auf einer höheren Stufe. In diesem Stadium der Entwicklung wird die Stufe „vervollständigt“. Auf ihr sind alle Teile eines Menschen bereit, den Kampf gegen “Midian” aufzunehmen. Ein „Kampf“ ist ein erneutes Aufflammen aller egoistischen Verlangen eines Menschen, die sich anscheinend beruhigt hatten, aber noch nicht korrigiert werden konnten. Sie müssen erneut entfacht werden, um korrigiert werden zu können. Das ist die Zeit der Abrechnung. Es wird die Größe Israels ermittelt und geschaut, wer sich im und wer sich außerhalb des Lagers befindet. Außerdem werden die Anführer der Stämme bestimmt.

Die “Abrechnung” ist das Erreichen einer Stufe, in der sich das Licht Chochma (Weisheit) in das Licht Chassadim(Barmherzigkeit) kleidet. Eine “Abrechnung” entspricht dem Licht der Erkenntnis, dem Licht Chochma, das nun wahrgenommen werden kann. In diesem Zustand kann der Mensch bereits erfassen, was sich auf dieser Stufe befindet und was nicht. Es ist nicht mehr WaK (heb.Waw Kzawot, wörtl. 6 Kanten) der Stufe “Wüste”, sondern bereits GaR (heb. Gimel Rishonot, wörtl. „Die ersten drei“ [Sefirot], Rosh des Parzuf) dieser Stufe.

Eine Stufe ist vollkommen, wenn das Licht Chassadim und das Licht Chochma in ihr existiert. Die eigenen Verlangen werden sowohl im Geben als auch in der Absicht zu empfangen, um zu geben, genutzt. Dies sind Handlungen, die Gadlut (Größe/Erwachsensein) der Stufe ausführt, womit die Seele in einem sehr hohen Grad korrigiert werden kann.

Das ist eine tiefgehende Korrektur eines Anteils des Willens zum Empfangen, des Mangels der Seele. In der Erzählung beschreibt dies das Fordern der Frauen nach ihrem Erbteil: „Wir brauchen die Korrektur, doch wir können sie nicht empfangen. Wie können wir sie trotzdem erreichen?“ An diesem Punkt wird der Mangel des Menschen, der niedere Wille zu empfangen, korrigiert, damit er um des Gebens willen arbeitet. Die Frauen, die Töchter Zelofhads, erhielten durch Moses die Antwort, dass sie ihren Erbteil bekommen sollen.

Aus diesem Grund wird es möglich, wenn die größten Verlangen erscheinen – „die weiblichen Verlangen“ – sie wie die männlichen Verlangen zu korrigieren. Bei den Männern ist es die Absicht zu geben, um zu geben, während die Absicht der Frau darin besteht, zu empfangen, um zu geben. Dies sind größere Wünsche und benötigen daher auch tiefergehende Korrekturen. Der Abschnitt Pinchas beschreibt eine Stufe des Fortschritts in Richtung der Endkorrektur. “Unsere Seele” beinhaltet das gesamte Verlangen, welches der Schöpfer erschuf. Es erscheint uns als Teil des zerbrochenen Ganzen, als unser Ego, welches korrigiert werden muss.

Wir sollten uns über das Erscheinen unseres Egos freuen, denn es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen“, was “das Erscheinen” meint, „Ich habe für ihn die Tora als Gewürz erschaffen“, denn „das Licht in ihr korrigiert ihn.“ Sobald wir nach der Enthüllung des bösen Triebes gelernt haben, dass wir nicht wissen, wie wir mit ihm umgehen sollen, entdecken wir das “Gewürz” der Tora, wodurch wir den bösen Trieb korrigieren können. Das “Gewürz” ist das verborgene Licht, das Sohar (Helligkeit) genannt wird, oder Zihara Ila (aramäisch: Höhere Helligkeit). Dieses Licht korrigiert und erneuert. Dies ist der Prozess, den wir durchlaufen müssen.

Der Abschnitt beschreibt auch, wie Moses auf den Berg Abarim steigt und von dort aus das Land Israel betrachtet. Dies ist der Abschluss der Stufe „Moses“, dem „treuen Hirten“, in vollkommener Anhaftung an Bina, mit der Absicht um zu geben. Dieser Zustand erlaubt es Moses nicht, in „das Land Israel“ einzutreten, denn es ist der Ort, an dem der Wille zu empfangen, in die Absicht um zu geben korrigiert werden muss. Das hebräische Wort Erez (Land) kommt vom Wort Razon (Begehren). Das Wort Ysrael (Israel) entstammt den Worten Yashar El (direkt zu Gott), was „direkt in Richtung des Gebens“ bedeutet. Das ist der Grund, warum diese Etappe an Josua übergeben werden muss.

Der Schöpfer sagt auf dem Berg Abarim zu Moses, dass Er Moses‘ Platz an Josua übergeben wird. Josua wird derjenige sein, der das Land Israel betreten wird, während Moses draußen auf der Stufe von Bina verbleibt. In der nächsten Etappe muss Josua, der Sohn des Nun, diese Stufe korrigieren. „Pinchas“ ist die Fortsetzung der Stufe „Moses“ einer Seele, ebenso wie „Josua“.

Die Eigenschaft, die in uns Moses genannt wird, entwickelt sich zu der Eigenschaft von Pinchas, die dann zur nächsten Eigenschaft, Josua, übergeht. Moses, der Betrachter, bringt das Licht Chochma, das Licht des „Sehens“. Er bringt diese Stufe zu ganz Israel. Aber Josua führt diese Handlung letztendlich aus: der Sohn des Nun, der korrigierte Teil in der Seele.

Der Abschnitt erwähnt auch die Opfergaben. Wenn ein Mensch entdeckt, dass die eigene Natur schlecht ist, möchte er sich von ihr befreien und ihr entkommen. Dieser Mensch ist bereit, ein Opfer zu bringen, es zu verbrennen, zu töten, zu schlachten, einfach alles zu tun, um sich von dem Bösen, das sich in seinem Inneren befindet, zu befreien. Beim Opfern tötet ein Mensch nicht etwas ausserhalb von ihm, sondern nur das „Tier“ in ihm. Dieser Mensch tötet auch die pflanzliche und sogar die unbelebte Stufe in sich, indem er Wasser und Salz nimmt, wie geschrieben steht: „Bei all deinen Opfergaben sollst du Salz darbringen“ (Levitikus, 2:13).

Durch die menschliche Stufe in uns können wir mit den Verlangen, die sich unterhalb der menschlichen Stufe befinden – auf den Stufen des Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen – arbeiten. Wir korrigieren die egoistischen Verlangen des Bösen Triebs in Verlangen um des Gebens willen. Wir opfern sie. Im Hebräischen bedeutet Makriw sowohl „opfern“ als auch „annähern“. So bringen wir unsere Verlangen der Korrektur näher und nähern uns selbst dem Schöpfer an. Damit werden dem Schöpfer ähnlich.

Dies wird die „Arbeit der Opfergaben“ genannt. Es ist die „heilige Arbeit“, die „Arbeit der Priester“ und „Leviten“, welche in uns existieren. Israel ist der Teil, der die Opfer darbringt. Israel in uns bringt den Teil der Verlangen auf den Ebenen des Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen zu den Leviten und den Priestern. Auf diese Weise nehmen wir alle unsere Verlangen auf und erheben sie durch die Arbeit der Opfergaben zur Korrektur.

Aus „Sohar für alle“, Pinchas, Artikel 22

Die Einhaltung des Bundes

Es steht in Pinchas geschrieben: ‚Ich gebe ihm meinen Bund des Friedens‘, d.h. Frieden vor dem Engel des Todes, so dass er nie von ihm beherrscht und nicht durch ihn gerichtet wird. Solltest du sagen, dass er nicht gestorben ist, so ist er trotzdem gestorben, aber gewiss nicht wie die übrigen Menschen. Er lebt länger als alle seine Zeitgenossen, weil er am Höheren Bund festhält. Wenn er in erhabener Hingabe und in anmutiger Dwekut (Anhaftung) die Welt verläßt, entfernte er sich vom Rest der Menschen in dieser Welt.“

Wir korrigieren jedes Mal unsere verdorbenen Verlangen und fügen sie so der Struktur unserer eigenen Seele hinzu. Die verdorbenen Verlangen werden als „Verlangen, die die Seele bilden“, das „Kli (Gefäß) der Seele“, oder der „Körper der Seele“ bezeichnet. Die Verlangen werden korrigiert, damit sie um des Gebens willens arbeiten können, zum Wohle des Nächsten, denn von der Nächstenliebe gelangen wir zur Schöpferliebe.

Die Seele hat einen Körper: Die Verlangen außerhalb des Menschen, die zum Wohle anderer handeln. Sie handeln aus dem bösen Trieb heraus, erhalten aber die Form der „Arbeit in der Absicht, um zu geben“, wie geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, das ist die große Regel der Tora. In dem Ausmaß, in dem ein Mensch innerhalb dieser Verlangen Handlungen der Annullierung und des wahren Gebens durchführt, fühlt er die „Kleidung des Schöpfers“.

Deshalb wurde gesagt, dass Pinchas nicht wie andere stirbt. Vielmehr ist es ein Zustand, der in uns nur wächst. Es ist jener korrigierte Zustand der Erlangung der Göttlichkeit innerhalb des korrigierten Kli durch das Licht, das es erfüllt.


Fragen und Antworten

Kann Spiritualität durch das Erbe weitergegeben werden?

Hier herrscht ein unveränderliches Gesetz: Alles ist „ein Mensch“. Obschon wir es so wahrnehmen, existieren nicht viele Menschen auf der Welt, sondern nur einer [Adam]. Mit anderen Worten, die Tora ist für einen einzigen Menschen geschrieben, der in sich die ganze Welt einschließt. Es steht geschrieben, „der Mensch ist eine kleine Welt“ (Midrasch Tanchuma, Pekudei, Punkt 3). Alles ist in uns enthalten. Die gesamte äußere Realität besteht nur aus unserer Wahrnehmung.

Wir wissen nicht, ob etwas außerhalb von uns existiert. Wir wissen nur, was wir in uns spüren. Wenn wir zum Beispiel etwas berühren, können wir nicht sagen, ob wir es tatsächlich berühren, aber wir können es als fest, flüssig, warm oder kalt fühlen. Wir fühlen, dass es existiert und dass wir es berühren. Aber eigentlich fühlen wir nur uns selbst. Wir sehen uns selbst in einer bestimmten Realität, aber diese Realität bildet sich in unserem Verstand ab. Menschen und Gegenstände, die uns umgeben, existieren nicht wirklich, sie befinden sich in uns.

Die Realität, die wir wahrnehmen, ist aufgeteilt in unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich. Wir nehmen sie auf diese Weise wahr, denn so ist unser Wille zu empfangen aufgebaut. Er ist in diese vier Stufen aufgeteilt, in denen er Empfindungen und Eindrücke wahrnimmt.

Die Erzählung aus dem Tora Abschnitt wirkt wie ein Theaterstück, aber all dies geschieht in uns selbst. Wenn uns die Tora  beeinflussen soll, müssen wir alles, was in ihr geschrieben steht, auf uns selbst beziehen. Jedes Wort der Tora sollte als eine Erklärung dessen betrachtet werden, was in uns selbst existiert: Pinchas, Josua, Midian, ein Priester, ein Levit, Israel, die Stämme und alles übrige.

Auch ein Priester ist eine Stufe im Menschen. Er entsteht, wenn der Wille zu empfangen vollkommen in die Arbeit um zu geben korrigiert wird. Deshalb erhalten Priester in der Erzählung auch keinen Erbteil.

Wenn die Stufe von Moses abgeschlossen ist und die Stufe von Pinchas beginnt, steigt Moses auf den Berg Abarim und blickt auf das Land Israel. Das ist eine bestimmte Stufe, die „Sehen“ genannt wird. Dadurch macht er eine Korrektur für das ganze Volk.

Worin besteht die Korrektur des „Sehens“?

Moses führt eine große Korrektur durch. Es gibt eine Korrektur mit Potenzial, und es gibt eine Korrektur, die wirklich umgesetzt werden kann. Eine Korrektur mit Potenzial kann noch nicht umgesetzt werden, weil es dafür noch keine passenden Kelim (Gefäße) gibt. Moses ist eine Stufe, auf der nicht mit Gefäßen des Empfangens mit der Absicht zu geben gearbeitet werden kann. Deshalb kann er das Land Israel nicht betreten – das Verlangen muss in Yashar El (direkt zu Gott), Israel, verwandelt werden.

Doch seine nächste Stufe, Josua, der Sohn des Nun, wird dies tun, da diese Stufe handelnd ist. Josua unterstützt Moses und befindet sich immer an seiner Seite. Darum wurde er als sein Nachfolger bestimmt. Die Beziehung zwischen ihnen ist so, dass Josua die “Sitzbänke im Lehrhaus von Moses aufstellen darf”. Auch Moses macht große spirituelle Korrekturen, allerdings auf der Stufe von Bina. Weil Bina aber von Malchut getrennt ist, konnte dort nur Josua die Korrekturen durchführen.


Glossar Parasha Pinchas

Bund: Ein „Bund“ ist die Verbindung zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf. Wenn Menschen einander entgegengesetzt sind, gelten sie als voneinander entfernt. Je ähnlicher sie sich sind, desto näher sind sie sich. Wenn sie sich nur in einer Hinsicht ähnlich sind, gleicht es zwei Kreisen, die sich überschneiden. Sind sie völlig gleich, dann liegen die Kreise übereinander und ergeben eine Einheit, einen Bund. Ein Bündnis ist eine Übereinstimmung zwischen den Eigenschaften des Geschöpfes und den Eigenschaften des Schöpfers. Das Erreichen eines solchen Zustandes macht einen Menschen dem Schöpfer ähnlich, und dann wird dieser Mensch Adam (Mensch) genannt, von dem heb. Wort Domeh (ähnlich).

Ewiger Bund: Den „ewigen Bund“ hat der Schöpfer mit Pinchas geschlossen. Es handelt sich um einen Zustand, in dem die Eigenschaft, die ein Mensch erworben hat, nie mehr verschwindet und nie wieder verdorben werden kann.

Erbteil: Ein „Erbteil“ ist der Wille zu empfangen, der in die Handlung um des Gebens willen korrigiert wurde, in einen Zustand, der bleibt, und daher nicht wieder neu erlangt werden muss.

Familie, die Familie (Töchter) Zelofhads und die Familie der Gersoniten: Das Geschöpf wurde als ein einziges Verlangen, genannt „die Seele“, erschaffen. Diese Seele ist in viele, miteinander verbundene Teile aufgeteilt, wie auf der materiellen Ebene die Zellen in unserem Körper. Einige Zellen sind ähnlich, einander nahe, helfen und unterstützen sich gegenseitig, existieren zusammen als Ganzes und arbeiten in gegenseitiger Ergänzung, in einer besonderen Verbindung. Sie werden „Familie“ genannt.

Diese „Zellen“, alle Menschen, sind Teile einer Seele, die miteinander in einer besonderen, verbundenen Art zusammen wirken und gleichzeitig sind sie unabhängig und einzigartig. Alle stammen aus verschiedenen Teilen dieser Seele und keiner kann bestimmen, welcher Teil er ist. Jedes Teil ist einzigartig und nimmt seinen Platz ein. Dies geschieht, gemäß der Hierarchie, nach der jeder Teil die Welten von oben nach unten absteigt.

Veränderung: Eine „Veränderung“ meint den nächsten Zustand. Heute verhält sich ein Mensch so und morgen anders. Er verändert sich.

Anführer: Jede der Stufen besteht aus zehn Sefirot. Keter ist der „Anführer“, der durch alle Stufen hindurch leuchtet, bis hin zu Malchut, wo die Vollendung stattfindet. Keter hat sogenannte Stammesoberhäupter, Hundertschaften, Tausendschaften und so fort. Die Vollendung findet schlussendlich im Volk statt.

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