Parasha „Dewarim“: Tora-Abschnitt „dies sind die Worte“

18.-24. Juli 2021 /  9.-15. Aw 5781

5. Buch Mose,  Deuteronomium 1:1 – 3:22

Zusammenfassung

Der Abschnitt Dewarim (Dies sind die Worte) beginnt mit einer langen Rede, die Moses kurz vor seinem Tod an das Volk Israel richtet. Moses beschreibt dem Volk Israel rückblickend die Reise der vierzig Jahre durch die Wüste.

Der Abschnitt behandelt auch die Berufung der Oberhäupter der Stämme und der Richter, sowie die Sünde der Kundschafter und deren Bestrafung. Auch die Beziehungen zwischen Israel und Edom, Israel und Moab, und Israel und Amon, sowie die Kriege mit Sichon und Og werden beschrieben. Moses bestärkt Josua, den Sohn des Nun, als nächsten Anführer des Volkes Israel, der es in das Land Israel führen soll.

Kommentar von Rav Michael Laitman

Durch die Reihenfolge der spirituellen Stufen und dem, was wir über die Wahrnehmung der Realität lernen, wissen wir, dass eine Welt außerhalb von uns nicht existiert. Alles Existierende sind die spirituellen Zustände, die ein Mensch durchläuft und diese Zustände werden in ihm abgebildet. Es heißt: Der Mensch ist eine kleine Welt“. Alles befindet sich also im Menschen selbst.

Der Mensch bewegt sich von Zustand zu Zustand. Jeder Zustand geht aus dem vorangegangenen hervor und ist bereits in ihm enthalten. Dies wird ein Parzuf (Gesicht) genannt. Jeder Zustand enthält das, was im vorangegangenen existierte, Eindrücke und Erinnerungen, sogenannte Reshimot, aus denen er hervorgegangen ist, und die er nun umsetzen muss. Nichts kommt aus dem Nichts, alles beruht auf dem, was ihm vorausgegangen ist.

Dies sind die Etappen, durch die ein Mensch von der Stufe der Wüste zur Stufe des Landes Israel aufsteigt. Die Stufe des Landes Israel beinhaltet alle vorherigen Stufen, beginnend mit der Beschreibung von Adam HaRishon (Adam, dem ersten Menschen) in der Tora. Deshalb werden in der Tora immer wieder Zustände, die in den vorangehenden Büchern Moses‘ beschrieben wurden, wiederholt und so auf die nächsthöhere Stufe gebracht.

Das gleiche Muster wird z.B. in der Schule, im täglich Leben angewandt. Der gleiche Stoff wird immer wiederholt, aber jedes Mal auf einer höheren Stufe. Es werden dieselben Gesetze immer detaillierter und tiefergehender studiert. Werden die Newtonschen Gesetze auf Hochschulniveau studiert, trifft man erneut auf das, was man bereits mehrmals in der Schule auf niedrigerem Niveau gelernt hat. Es kommen nur immer mehr Formeln dazu. Dieses Muster findet sich in den verschiedensten Bereichen des Lebens in unserer Welt wieder.

In diesem Abschnitt wird der Aufstieg zu einer sehr Hohen Stufe beschrieben. Das „Land Israel umfasst alle Verlangen des Menschen, die bearbeitet und vollständig in die Absicht um zu geben korrigiert werden müssen.

Der Mensch muss korrigieren, was sich in ihm befindet, ausgehend von dem Zustand, in dem er geboren wurde, bis hin zu jenem, zu dem er sich bis jetzt entwickelt hat. Wir müssen die Absicht, unsere Eigenschaften egoistisch zu nutzen, zum Wohle der anderer verwandeln, wie in Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – das ist das große Gesetz der Tora“ gesagt wird. Die Tora erklärt eigentlich, wie das Herz, also alle Verlangen, die „Herz“ genannt werden, korrigiert werden können.

Die Menschheit heutzutage versteht nicht, wo sie sich befindet. Viele fragen sich, was der Sinn des Lebens ist. Diese und ähnliche Fragen erwachen besonders in der heutigen Generation und führen oft zu grossem Leid, da die Menschen keine Ahnung haben, was sie mit sich selbst anfangen und wie sie sich erfüllen sollen.

Lange dachte man, dass Besitz, übermäßiger Konsum und Geld glücklich machen. Nun findet sich die Menschheit in einem Zustand der Krise, weil sie trotzdem keine Erfüllung findet. Die Überzeugung, dass man umso glücklicher sein wird, je mehr man kaufen und verkaufen kann, lässt uns unaufhaltsam noch mehr Geld für unnötige Produkte ausgeben. In den letzten rund hundert Jahren entwickelte sich die Menschheit auf diese Weise, bis zur heutigen Situation, in der nicht nur die meisten unglücklich sind, sondern dazu auch noch immer ärmer werden. Die Menschen erleben immer neue Mängel, große Leere und Hilflosigkeit.

Doch der Mensch muss dies am eigenen Leib erfahren. Das ist die erste Stufe in der Entwicklung, die sogenannte „Vorbereitungszeit“.

Von dieser gegenwärtigen Stufe aus müssen wir, ob wir wollen oder nicht, die nächste erlangen. Wir sollten daher verstehen, dass wir uns selbst vollständig zerstören, wenn wir so weiterleben wie bisher. Wir sind zu einer Art Maschine geworden, die konsumiert und entsorgt. Doch die Rohstoffe gehen langsam aus und Klimakrisen tun das Ihre dazu. 

Doch wie können wir überleben? Wie schaffen wir es, ein glückliches Leben in einer gerechten und ausgeglichenen Gesellschaft zu führen? Welche Werte machen ein gutes Leben aus? 

Der Kern des Problems ist, dass ein Teil der Gesellschaft ohne jede Einschränkung für sich empfängt, während andere leiden. Um das zu ändern, benötigen wir diese nächste Stufe der Korrektur. Die gesamte Menschheit muss sich selbst korrigieren. 

Diese Stufe beginnt am Fuße des Berges Sinai. Hier begreifen wir, dass wir eine Gesellschaft errichten müssten, in der alle Menschen durch verbindende Beziehungen und gegenseitige Hilfe spirituelles Glück erhalten. Wenn die Menschheit dem zustimmt, nimmt sie die Methode der Korrektur freiwillig auf sich.

Die Weisheit der Kabbala ist diese Methode der Korrektur, die uns hilft, alle Stufen zu durchlaufen.

Die erste Stufe nach der „Vorbereitungszeit“ wird „vierzig Jahre der Wüste“ genannt. In diesem Stadium muss es einen Anführer geben, der versteht, was getan werden muss. Jemand der vorausgeht und dem alle andern in die Wüste folgen.

Eine Wüste ist ein Ort, an dem ungewiss ist, wie man überleben kann. Diese Vorgänge finden in einem Menschen oder in einem ganzen Volk statt – in Verlangen und Gedanken, die allmählich korrigiert werden müssen.

In der Wüste werden all die Verlangen bis zum Erreichen des „Verlangens nach Barmherzigkeit“ korrigiert. Auf dieser Stufe nimmt sich ein Mensch nur das, was er zum Leben braucht, und gibt den Rest an die Gesellschaft ab. Der „Rest“ ist alles, was er zu Gunsten anderer erzeugen oder tun kann. Der Mensch schenkt alles der Gesellschaft. Dies ist die Korrektur des „Verlangens nach Barmherzigkeit“. „Moses“ ist jene Kraft, die einen Menschen aus dem Ego in das Geben für andere zieht. Sie führt einen Menschen durch die verschiedenen individuellen Korrekturen.

In diesem Prozess findet eine Enthüllung der egoistischen Verlangen des Menschen statt. Sie werden „die Sünde der Kundschafter“, „Wasser des Streites“ und Kriege mit den Völkern, Amon, Moab und Edom genannt. Einige von diesen Verlangen sollten „getötet“ werden. Das sind Verlangen, die wir fürs Erste zurückstellen müssen, weil sie so stark sind, dass wir sie nicht korrigieren, sondern nur einschränken können.

Unter besonderen Umständen kann ein Mensch aber bereits einige seiner egoistischen Verlangen korrigieren, wie z.B. jene, die „Frauen“ genannt werden. Außerdem kann er auch Verlangen korrigieren, die nicht egoistisch verwendet wurden, aber dennoch zum Ego gehören. Auch die „Beute“ gehört zu diesen Verlangen, jenen Eigenschaften, genannt Kelim (Gefäße), die man korrigieren kann. 

So schreiten wir durch die Wüste voran, wo jeder Abschnitt eine Stufe ist und wir durch Stationen und Lager gehen, wo wir uns bis hin zu einer Stufe des „Verlangens nach Barmherzigkeit“ korrigieren. 

Daher zählen die Kinder Israels und die Stämme, wer sich dem Zustand des Verlangens nach Barmherzigkeit nähert und wer nicht. Es ist eine Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit. Jeder hat das, was er oder sie für den normalen Lebensunterhalt braucht. Das nennt man „gerechte Verteilung“. Den Rest gibt man der Allgemeinheit.

Dabei geht es nicht darum, dass alle das Gleiche haben. Vielmehr hat jeder das, was für seinen eigenes Leben notwendig ist. Mit anderen Worten: Da jeder Mensch anders ist, wird auch Gleichheit unterschiedlich interpretiert. 

Die Rede von Moses bereitet das Volk auf die nächste Stufe vor. Moses wird auf der nächsten Stufe nicht mehr gebraucht, sondern Josua wird auf dieser Stufe das Volk leiten. Doch wie kann Moses das Volk auf die zukünftigen Herausforderungen im Land Israel vorbereiten? Sie werden beim Erobern des Landes auf Verlangen stoßen, die sie bisher nicht kannten, mit denen sie dann aber arbeiten müssen.

Die Kinder Israels korrigieren mit Hilfe der bereits korrigierten Verlangen, die Verlangen auf der niedrigeren Ebene. Insgesamt existieren 613 Verlangen in uns. Zuerst werden diese nur auf der Ebene der Wüste korrigiert, das heißt, sie werden nur auf der Stufe von Bina, der Stufe des Verlangens nach Barmherzigkeit, benutzt. Anschließend korrigiert der Mensch auf der Ebene des „Landes Israel“ diese Verlangen durch die Absicht um zu geben.

Im Menschen befindet sich eine Art Paket von Verlangen, die in Bezug auf andere immer egoistisch sind. Sie werden der „Böse Trieb“ genannt. Wir korrigieren diese Verlangen in zwei Schritten – auf der Stufe der „Wüste“ und auf der Stufe des „Landes Israel„. Die Verlangen sind aber immer die gleichen.

Auf der Stufe der „Wüste“ korrigiert ein Mensch das Verlangen mit Hilfe der Höheren Kraft – dem Schöpfer. Das Mittel dazu ist Moses, der unsere Verbindung zur Höheren Kraft darstellt. Im Menschen existiert eine Eigenschaft namens Moses, und indem er sie nutzt und sich mit ihr verbindet, schafft er dadurch eine Verbindung mit der Höheren Kraft. Deshalb wird Moses Anführer genannt. Ein Anführer hilft dabei, sich mit der Höheren Kraft zu verbinden. Durch ihn kann der Mensch alle Prozesse verstehen und erkennen, die er durchlaufen muss. Moses ist die erhabenste Eigenschaft im Menschen, die ihn den Schöpfer erkennen lässt.

Verbindet der Mensch all seine Verlangen mit Moses, begibt er sich auf direkter „Linie“ zur Verbindung mit dem Schöpfer. In diesem Moment enthüllt sich ihm der Schöpfer, bis er wieder von dieser Linie abweicht. Der Schöpfer „spricht“ zu Moses oder gibt Zeichen, immer in dem Maße, in dem die Verlangen in einem Menschen den Schöpfer enthüllen können.

Auf der nächsten Stufe, wenn das Volk in das Land Israel einzieht, bedürfen wir für die nächsten Korrekturen einer weiterentwickelten Eigenschaft, die Josua, Sohn des Nun, genannt wird. Im Grunde handelt es sich immer noch um Moses, aber in einer höheren Funktion und mit mehr Verantwortung. Obwohl Moses diese Aufgabe nach den gemeinsamen vierzig Jahren in der Wüste an Josua übergibt, ändert sich dadurch eigentlich nur der Name, da er nun auf die Stufe des Landes Israel aufgestiegen ist.

Die Stufe von Moses endet in der Erzählung auf dem Berg Nebo, auf der anderen Seite des Flusses Jordan. Die Verlangen sind im Menschen aufgeteilt in das Land Israel, Jordan, jenseits des Jordans, Libanon, Syrien und noch einige mehr. 

Der Mensch beginnt dann seine Korrekturen auf der Stufe des Landes Israel. Das heißt, alle Verlangen auf der Stufe der Wüste erheben sich auf die Stufe des Landes Israel und werden vollkommen zu Verlangen, um dem Nächsten zu geben.


Fragen und Antworten

Was bedeutet es, dass Völker wie Amon, Moab und Edom, welche die Verlangen im Menschen darstellen, zerstört werden müssen?

Sie zu „zerstören“ bedeutet, dass die Verlangen vorübergehend nicht benutzt werden. Sie können und sollten nicht vernichtet werden. Sie müssen nur „eingefroren“ werden, bis sie korrigiert und richtig genutzt werden können.

Heute müssen sich die Menschen zuerst bewusst werden, dass sie sich noch nicht im „Land Israel“ befinden. Kann es sein, dass die Menschheit noch nicht einmal die Wüste erreicht hat?

Nach der Weisheit der Kabbala befindet sich die Menschheit immer noch im Exil, also noch nicht einmal in der Wüste.

Was die Führung betrifft, haben die Menschen eine?

Sie haben keine Führung, weil sie keine Führung wollen. Wenn die Menschen eine spirituelle Führung wollten, würden sie sie erhalten. Sie würden den Anführer sowohl in ihrem Inneren, als auch in der äußeren Welt erkennen.

Wie kann es eine Führung geben, wenn unbekanntes Gebiet betreten wird?

Tatsächlich wissen auch die Anführer nicht, was sie tun sollen.

Wie findet ein Mensch seinen Moses?

Wenn er ihn braucht, wird er ihn finden.

Ist mit Moses die innere Arbeit gemeint?

„Moses“ ist auch innere Arbeit. Wenn der Mensch sich korrigieren will, wird er Moses aber auch im Äußeren entdecken. Plötzlich wird ein neuer „Anführererscheinen, den er vorher nicht beachtet oder gekannt hat. Und er wird wissen, dass dies wirklich sein Anführer ist.

Auch die Kinder Israels wollten Moses‘ Führung nicht akzeptieren. Sie versuchten in der Wüste immer wieder, ihn zu stürzen. Auf jeder Stufe muss ein Mensch wieder prüfen, ob dies wirklich die Kraft ist, der er folgen will, da diese Kraft immer stärker wird.

Der Mensch nimmt nicht wirklich ein „Volk“ oder „Vieh“ mit. Alles wird durch die Erziehung  erreicht. Nur durch die Erziehung beginnt das Volk zu sehen, in welche Richtung es gehen soll und wer sein Anführer sein kann. Das Volk wird es deutlich erkennen. All das Geschriebene, muss zuerst erklärt werden: Was ist Gleichheit, was bedeutet Gerechtigkeit?

Was bedeutet also Gleichheit? Die Menschen sind alle verschieden und haben unterschiedliche Bedürfnisse.

Richtig, jeder Mensch sollte sowohl in Quantität als auch in der Qualität nach seinen Bedürfnissen empfangen. Anders kann es gar nicht sein.

Doch jemand könnte sagen: Mein Ego braucht zehn Millionen Dollar im Jahr.“

Deshalb braucht die Menschheit zuerst ein Bildungssystem, welches sie die Gesetze der Natur bzw. der Schöpfung lehrt, die sich jetzt immer klarer offenbaren. Alle müssen lernen, die Augen zu öffnen und die Welt zu erkennen, in der wir leben. Der Mensch gleicht oft einem unerfahrenen Kind, das Dinge verlangt, die ihm schaden. 

Jene Menschen, die leiden, werden dem Gehör schenken, aber momentan leiden nicht alle Menschen.

Jeder Mensch glaubt, dass er auf irgendeine Art leidet, und auch jeder denkt, dass er eigentlich Besseres verdient. Deshalb muss gemäß der Weisheit der Kabbala die Gesellschaft ins Gleichgewicht gebracht werden. Man lehrt die Menschen die Gesetze der Natur und verpflichtet sie, diese zu studieren. In Bezug auf die Welt, die sich jetzt eröffnet, gleicht die Menschheit also einem Schulkind, dass fleissig lernen sollte […].

Die Zerstörung des Tempels geschah aufgrund von grundlosem Hass. Wie kann heute grundloser Hass vermieden werden?

Dieser Hass ist das Ergebnis unseres übersteigerten Egos, die sogenannte „Sünde der Kundschafter“. Eigentlich will kein Mensch in das Land Israel einziehen. Unser Ego macht uns weis, dass dies zu schwer ist, dass man nicht dazu geeignet ist oder dass es sogar gefährlich ist. Dass Kabbala Mystizismus ist und man davon verrückt werden kann. Kurzum, man wehrt sich gegen die Korrektur mit Händen und Füßen.

Die „Kundschafter“ sagen uns: „Wir müssen uns korrigieren. Wir müssen einen Zustand erlangen, in dem wir alle Freunde, wie Brüder in gegenseitiger Bürgschaft und Gleichheit sind.“ Aber welche Gleichheit meinen sie damit? Wollen sie wirklich Gleichheit? Das sind nichts weiter als Worte. In Wirklichkeit sagt das Ego: „Gebt mir, was ich verdiene!“

[…]

Wenn Menschen leiden, beginnen sie, jene zu hassen, die anders sind. Dennoch findet mit der Globalisierung ein Prozess der Verschmelzung statt. Wie kann verhindert werden, dass die Menschen sich durch grundlosen Hass entzweien?

Dies ist zwar ein Prozess des Zusammenwachsens, aber es wird schlussendlich zum Zerbrechen führen. Es ist ein großes Problem, dass all diese Kräfte sich jetzt verbinden, um dann zu zerbrechen. Die Kabbala kann die Menschen lehren, dass Verbindung wichtiger ist als Trennung und wie sie an ihren Beziehungen arbeiten sollen.

Was ist soziale Gerechtigkeit? Gibt es so etwas wie eine objektive, absolute Gerechtigkeit?

Ja – wenn jeder nur das beansprucht, was er zum Überleben in angemessener Weise benötigt.

[…]

Was wäre die Voraussetzung für soziale Gerechtigkeit?

Die Voraussetzung für den Erfolg ist, dass die Menschen sich hinsetzen und lernen, was die „neue Welt“ bedeutet. So wie Kinder, die etliche Jahre lang in der Schule auf das Leben vorbereitet werden, bevor sie ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten können. Die Menschen sind noch bereit, Bürger einer globalen, integralen Welt zu sein. In dieser integralen Welt ergeben sich laufend neue Herausforderungen, und kein Anführer und keine Regierung weiß damit umzugehen. Antworten darauf können nur durch das Studium der Grundlagen, welche die Weisheit der Kabbala offenbart, gefunden werden.


Glossar Parasha Dewarim

Rede

Es handelt sich um eine innere Betrachtung. […] Der Mensch prüft sich selbst. Er prüft, welches Verlangen er verwenden kann und welches nicht, und auf welche Weise sie verwendet werden sollten.

Wenn eine Prüfung gemacht wurde, woher soll dann noch die Kraft für die Korrektur genommen werden?

Dies erfordert zwei Lichter (Kräfte von Oben) – eines für die Prüfung und eines für die Korrektur. Deshalb steht geschrieben: „Ich habe den Bösen Trieb erschaffen, ich habe für ihn die Tora als Gewürz erschaffen“, denn „Das Licht in ihr korrigiert ihn.“ Das heißt, nur mit Hilfe des Lichts kann der Mensch all diese Etappen durchlaufen. Durch das Studium der Weisheit der Kabbala erhält man das innere Licht, durch welches man sein eigenes inneres System zu erkennen beginnt und wie es am Gesamtsystem der Welt beteiligt ist.

Anführer

Ein „Anführer“ ist die höchste Eigenschaft eines Menschen. Durch das Prüfen dieser Eigenschaft kommt er voran.

Gleichheit

Alle Menschen sind als Individuum gleichwertig. Es muss dabei berücksichtigt werden, dass alle mit ihren ganz persönlichen Eigenschaften oder Verlangen geboren werden. Dementsprechend soll auch jeder anders empfangen.

Grundloser Hass

„Grundloser Hass“ ist die Kraft der Ablehnung, die ein Mensch in sich entdeckt, wenn er sich anderen Menschen annähern möchte. Dieser Hass entsteht jedoch nur unter der Voraussetzung, dass man sich wirklich mit anderen verbinden will. Diese Kräfte endeckt man, obwohl man gar nicht erwartet hat, sie zu finden. Diese Möglichkeit erhält der Mensch bereits bei seiner Geburt.

Neue Welt

Die Menschheit tritt momentan in ein neues, kreisförmiges, globales System der Natur ein. Alle sind voneinander abhängig und untrennbar miteinander vernetzt. Niemand kann sich unabhängig bewegen, nicht innerhalb einer Nation, geschweige denn unabhängig von der ganzen Welt.

Die Lösung hierfür liegt in der Weisheit der Kabbala, die den Menschen befähigt, die Welt auf gute Weise zu lenken. Dies wird die „neue Welt“ sein.

Aus dem Sohar für Alle, BeShalach (als der Pharao sandte), Punkt 218

Da sang Moses

„Du solltest sagen: ‚Da sie im Bunde des Lebens verbunden sind und sich an der Höheren Fülle erfreuen, warum sollte der Schöpfer sie dann auf die Erde hinabführen?‘ Als all jene Wesen und Seelen, die sich auf der Höchsten Stufe befanden, geboren wurden und in die Welt traten, brachte der Schöpfer sie auf die Erde herab. Das ist jetzt um so mehr der Fall, da der Schöpfer das, was schief ist, gerade richten will, indem Er ihnen die Zeichen und Wunder zeigt, die Er für Israel tun wird.’“

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