Parascha Ki Teze / Tora Abschnitt “Wenn du ausziehst“

5. Buch Mose,  Deuteronomium 21:10 – 25:19

Zusammenfassung

Der Abschnitt Ki Teze (Wenn du ausziehst) beschreibt detailliert die verschiedenen Mizwot (Gebote).

Einerseits werden besondere und seltene Mizwot, die das Verhalten gegenüber der geliebten oder der verschmähten Frau und dem Erstgeborenen oder einem widerspenstigen Sohn beschrieben, oder die Mizwa (Gebot), die Vogelmutter aus dem Nest zu vertreiben, und ihr nicht zu schaden, wenn man die Eier oder Jungen nimmt.

Andererseits befasst sich der Abschnitt mit vielen Mizwot, die mit dem alltäglichen Leben, der Ethik und der sozialen Ordnung zusammenhängen. Dies sind unter anderem, Gefundenes zurückzugeben, die Scheidung und die Verpflichtung, auf bedürftige Menschen, wie z.B. Arme, Proselyten, Waisen und Witwen Rücksicht zu nehmen. 

Zusätzlich erwähnt der Abschnitt die Bedeutung eines gerechten Urteils

Die letzte Mizwa besteht darin, immer zu bedenken, welche Auswirkungen Amalek (Böser Trieb) beim Auszug aus Ägypten auf das Volk Israel hat, wenn er es unvorbereitet überrumpelt. Auch wird daran erinnert, das Andenken an Amalek auszulöschen.

Kommentar von Rav Michael Laitman

Der Abschnitt Ki Teze beschreibt eine Stufe der spirituellen Entwicklung nach dem Empfangen des Egos, des Bösen Triebes in Ägypten. Zuerst muss der Böse Trieb sich im Menschen zeigen, wie geschrieben steht: Ich habe den Bösen Trieb erschaffen.“ Er erscheint, wenn der Mensch versucht, aus sich selbst herauszutreten, indem er die Liebe zu anderen erlangen will. Dabei erkennt er, wie sehr er wirklich in Selbstliebe und in Hass gegenüber anderen versunken ist. Zu diesem Zeitpunkt erkennt der Mensch, dass die Liebe zu sich selbst und der Hass anderen gegenüber als der “Böse Trieb“ bezeichnet wird.

Diese Enthüllung bedeutet tiefgehende innere Arbeit und ist eine bedeutende Aufgabe. Es steht geschrieben: Ich habe den Bösen Trieb erschaffen.“ Das bedeutet, dass der Schöpfer selbst diesen Trieb erschuf. Durch das Erkennen des Bösen Triebes in sich selbst kommt der Menschen in Kontakt mit dem Schöpfer. 

Aus dieser Erkenntnis heraus begibt sich der Mensch auf den Weg der harten Arbeit und versucht, gut zu anderen zu sein: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Dabei erfährt dieser Mensch große innere Hindernisse, die ihm vom Schöpfer für seine spirituelle Entwicklung gegeben werden. So entsteht der erste Kontakt des Menschen mit dem Schöpfer.

Nach diesem ersten Kontakt mit dem Schöpfer beginnt der Mensch seine Partnerschaft mit dem Schöpfer. Das ist der Moment, von dem es heißt: Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen“. Jetzt hat dieser Mensch jemanden an seiner Seite, an den er sich wenden kann und der ihm bei seiner Korrektur hilft. Der Böse Trieb ist der Vermittler, das Bindeglied zwischen dem Menschen und dem Schöpfer. Nur aus diesem Grund braucht ihn der Mensch. Der Mensch braucht sein ganzes Leben lang nichts vom Schöpfer, bis er versucht, die Liebe zu anderen zu entwickeln. Dann erkennt er, dass er es selbst nicht kann.

Manche Menschen streben nach etwas Spirituellem, nach der Entdeckung des Sinns des Lebens, seinem Zweck und dessen Essenz und erkennen dabei den Wert der Liebe zu anderen aus ihren eigenen Gefühlen heraus. 

Andere erreichen die Liebe zu anderen durch Leiden, Hoffnungslosigkeit über das Leben oder eine globale Krise, wie sie nun weltweit stattfindet. Diese Menschen suchen nach einem Ausweg aus ihrer Notlage. Sie erkennen, dass die Welt heute global und ganzheitlich ist und dass ihre einzige Wahl in der Verbindung besteht, da es sonst keine Zukunft gibt. Früher oder später werden sich alle in gegenseitiger Bürgschaft mit anderen verbinden müssen, und sei es nur dafür, um den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Diese Verbindung erscheint unmöglich zu erreichen zu sein. Die Natur des Menschen hindert ihn daran, sich mit anderen zu verbinden. So erkennt er die Höhere Führung, die Höhere Kraft. An diesem Punkt fangen der Mensch, sein Böser Trieb und der Schöpfer an, zusammenzuarbeiten. 

In der Tora wird dies durch Moses in Ägypten beschrieben. Es steht geschrieben: Komm zum Pharao; denn ich habe sein Herz verhärtet“ (Exodus 10:1). Moses, der Pharao und der Schöpfer arbeiten im Menschen zusammen. So kommt er in der Spiritualität voran. Er erkennt den Bösen Trieb als Hilfe gegen sich selbst. Er hat keine andere Wahl, denn nur mit Hilfe des Bösen Triebes wendet sich der Mensch schlussendlich an den Schöpfer. Ohne ihn könnte sich er sich nie an den Schöpfer wenden und würde Ihn nie enthüllen, da er Ihn gar nicht brauchen würde.

Durch die Korrekturen des Bösen Triebes, während er sich dadurch immer mehr mit dem Schöpfer verbindet kommt er spirituell voran. Je mehr er sich mit der Kraft des Gebens und der Liebe befasst – selbst wenn sie ihm noch verborgen sind – desto mehr ist er unter ihrem guten Einfluss und nimmt sie in sich auf. Er lernt, mit seinem Bösen Trieb umzugehen; und irgendwann gibt er ihn gerne auf, weil der Böse Trieb nur dafür geschaffen wurde, um vom Menschen korrigiert zu werden.

In diesem Tora Abschnitt erreicht der Mensch eine  größere Awiut (Grobheit, Dicke) des Bösen Triebes, die im Absatz der besonderen Mizwot (Gebote) erwähnt werden. Eine Mizwa ist die Korrektur des Bösen Triebes. Der Böse Trieb ist in 613 egoistische Verlangen aufgeteilt, die ein Mensch in die Absicht, anderen zu geben, korrigieren muss. Dieser Tora Abschnitt beschäftigt sich mit den größten, übelsten und schlimmsten Verlangen des Menschen. Dem Menschen erscheint es jedoch so, dass er sich nur selten in diesen Verlangen befindet. Dies ist auch so, denn in Wahrheit trifft der Mensch erst dann seinen Bösen Trieb, wenn er zuvor bereits viele kleinere Korrekturen vorgenommen hat.

Daraus folgt, dass die Mizwa über den widerspenstigen Sohn, das Freilassen der Vogelmutter und das Auslöschen von Amalek die schwersten Mizwot sind. Die Grundlage für alles Böse ist das “steinerne Herz“. Seine Korrektur bildet die endgültige Verschmelzung in ewiger Verbindung mit dem Schöpfer. Wenn der Mensch und der Schöpfer sich miteinander verbinden, herrscht:  Israel, die Tora und der Schöpfer sind eins“ (Sohar, Bereshit, Punkt 85). Dies drückt sich in absoluter Liebe anderen gegenüber aus. So wie sie vom Schöpfer kommt, so kommt sie vom Geschöpf. Das ist das Ziel der Schöpfung.


Fragen und Antworten

Welche Bedeutung hat der “Sohn“?

Ben (Sohn) kommt von dem Wort Mewin (Verstehen). Ein Mensch sollte den Willen zu empfangen (sein Ego), der sich gerade zwischen ihm und anderen Menschen ausdrückt, ohne sich Gedanken darüber zu machen, korrigieren. Auch ohne genau zu wissen, was diese Korrektur bedeutet. Denn er weiß nicht, was es bedeutet, zu geben oder nicht zu geben. Er merkt nur, dass er keine guten Beziehungen zu anderen hat und dass Hass und Ablehnung seinen spirituellen sowie auch seinen physischen Fortschritt aufhalten.

Ein solcher Mensch erkennt, dass sein Leben schlecht ist und er keine Ahnung hat, was morgen passieren wird. Das bringt ihn notgedrungen dazu, seine Beziehungen zu anderen zu korrigieren, was sich über seinem Verstand befindet. Es ist sogar gegen sein “Ich” gerichtet ist, denn von Natur aus hat er kein Verlangen danach. Dann bittet er die Höhere Kraft um Korrektur entgegen seinem Willen.

Doch er ist bereit, andere zu lieben, auch wenn er kein Bedürfnis danach verspürt. Diese Arbeit wird als “Arbeit über dem Verstand“ bezeichnet, bei der er nicht weiß, was er tut oder was gerade geschieht. Wenn der Mensch gegen seinen Willen arbeitet, wird das als das “Erreichen des Verstehens“, betrachtet. Wenn er sich korrigiert, öffnet sich ihm eine neue Realität, in der er mit allen Sinnen, in seinem Verstand und in seinem Herzen sieht und fühlt. Diese Stufe wird Ben (Sohn), Mewin (Verstehen) genannt, denn in diesem Zustand versteht er die Situation. Er fühlt, und kontrolliert sie.

Was ist dann ein “widerspenstiger“ Sohn?

Ein widerspenstiger Sohn ist ein Zustand, in dem sich der Mensch nicht für seine nächste Stufe interessiert und er sich daher auch nicht korrigieren will. Dieser Zustand entsteht, wenn sich etwas innerlich so heftig gegen die Korrektur wehrt, dass der Mensch diese Abstoßung nicht überwinden kann. Manchmal sind seine Söhne störrisch. Auf der einen Seite ist diese Eigenschaft “sein Sohn, andererseits hat er keinen Einfluss auf ihn. In diesem Zustand muss der Sohn korrigiert werden, wie es die Tora beschreibt. Dies sind alles Korrekturen, die ein Mensch an sich selbst durchführen muss, da sich dies alles in ihm selbst befindet. Bis zu einem bestimmten Punkt finden diese Korrekturen auf jeder Stufe wieder statt, und werden “Der Schmerz der Erziehung der Söhne“ genannt.

Heutzutage fällt es Eltern und Kinder sehr schwer, miteinander zu kommunizieren. Genauso ergeht es  Lehrern und Schülern. Es existiert eine große Kluft zwischen ihnen.

Das liegt daran, weil sich die gesamte Menschheit der Generation nähert, welche die Korrektur durchführen muss. Der Mensch beginnt, seine wahre Natur zu enthüllen, welche der “Böse Trieb“ ist. Er finden ihn in sich selbst und erkennt, wie grausam und rücksichtslos er ist. Er kommt deshalb kaum noch mit sich selbst zurecht, ganz zu schweigen mit seinem Partner oder seinen Kindern. Dies ist der Zustand des Menschen heute, jedoch nicht seine Schuld. Es ist seine Natur. Gerade diese Zustände führen ihn jedoch zur Korrektur. Es heißt: Pharao führt die Kinder Israels näher zum Schöpfer“. Der “Böse Trieb“ hilft dem Menschen zu erkennen, dass er nicht mehr weitermachen kann, ohne die Dinge in die richtige Bahn zu lenken.

Können Ehepartner spirituell zusammenarbeiten?

Ein Mensch kann die Welt nicht korrigieren, ohne sich selbst zu korrigieren. Heiratet er und möchte eine wirklich gute und solide Familie haben, muss er sich auch um die Korrektur dieser Partnerschaft kümmern. Aber zuerst muss er sich selbst korrigieren. Heute ist es für einen Menschen kaum möglich, sich auf eine Ehe einzulassen und sich zu binden, weil er damit viele Verpflichtungen eingehen müsste. 

Es scheint leichter zu sein, sich zusammen mit einem Ehepartner zu korrigieren. So kann man mehr Zeit in der Familie verbringen. Ist dies ein guter Platz für die Arbeit?

Die Menschen haben viele Systeme entwickelt, die ihnen eine Zeit lang halfen, ohne Familie zurechtzukommen. Es gibt Sozialversicherungen, Krankenversicherungen, Altersheime usw. Doch die Menschen heute bewegen sich in eine weitaus komplexere Welt, in der auch das Geld nicht mehr hilft. Die krisenhaften Umstände verlangen dennoch, dass sie sich auf freundliche Weise mit der Umwelt, mit Freunden, mit der Familie, mit Kindern und mit den Eltern verbinden, was für sie kaum umsetzbar ist. So sieht die Offenbarung des Bösen aus, welche den Menschen dazu bringen wird, seine Beziehungen zu anderen und die menschliche Natur selbst zu korrigieren. Er wird schließlich in einen Zustand eintreten, in dem er sich ohne Familie verloren fühlt.

Was bedeutet Scheidung in der Spiritualität?

Scheidung bedeutet, dass ein Mensch seine Malchut (Königreich), den Willen zu empfangen, nicht mehr korrigieren kann und deshalb den Vertrag mit diesem Verlangen nicht einhalten kann. Der Mann kann sich nicht über die Frau, über das zu korrigierende Verlangen, erheben. Deshalb trennt sich der Mensch von diesem Verlangen.

Aber danach entsteht ein noch größeres Verlangen. Was ist also der Sinn der Scheidung?

Deshalb steht geschrieben, dass Scheidung die schlechteste Lösung ist, denn die “Göttlichkeit weint“ bei jeder Scheidung. Die Menschen sind Teile der Göttlichkeit und wenn ein Mensch sich nicht korrigieren kann, verzögert er die Entwicklung. In der spirituellen Arbeit zeigt sich dies, wenn ein Menschen manchmal spürt, dass in diesem Moment zusätzliche Korrekturen erforderlich sind.

Wenn ein Mann mit seiner Frau streitet und fühlt, dass er sie hasst, und sich dann an den Schöpfer wendet und um  Korrektur bittet, sie zu lieben, ist das der Weg, um korrigiert zu werden?

Der Mensch muss tatsächlich auch in der physischen Welt mit seinem Willen zu empfangen umgehen können. Aber sobald er versteht, dass er keine Wahl hat und sich selbst korrigieren muss, dann wird sich das auch auf sein physisches Umfeld positiv auswirken. Alle im Tora Abschnitt beschriebenen Mizwot beziehen sich auf den inneren Mann und die innere Frau eines Menschen. Wenn es sein Wunsch ist, zu geben, dann ist die Kraft, die er aufbringen muss, der “Mann“, und der Mangel, den er korrigieren muss, die “Frau„. Durch Verbindung zwischen ihnen korrigiert der Mensch die Beziehung.

Ein Mensch bekommt das Verlangen nach Korrektur von der inneren Frau, und die Kraft zur Korrektur vom inneren Mann, der mit dem Schöpfer verbunden ist. Es steht geschrieben: Wenn ein Mann und eine Frau belohnt werden, befindet sich die Göttlichkeit zwischen ihnen“ (Masecht Sutta, 17a). Dadurch wird diese Beziehung in die richtige Verbindung korrigiert und eine Mizwa erfüllt. So machen er immer weiter mit der nächsten inneren Frau (Mangel), und dem nächsten inneren Mann usw.

Der Wille, nur mit einem Massach (Schirm) das Or Choser (reflektiertes Licht) zu empfangen, führt zu einem Siwug de Hakaa (Kopplung des Schlagens: zwei gegensätzliche Handlung: eine, die das Licht zurückweist und die andere, die ein Paarung ausführt). Dadurch wird der Schöpfer innerhalb der Verbindung auf dieser Stufe offenbart, was “Sohn“ genannt wird. Das bedeutet, dass ein Mensch Erkenntnis, Empfindung und Dwekut (Anhaftung) erlangt.


Sohar für alle, Ki Teze (wenn du ausziehst), Punkt 8

Einen schlechten Namen geben:

„Ein Mann sollte mit seiner Frau sprechen, bevor er sich mit ihr paart, weil sie durch eine andere ersetzt worden sein könnte.“ Die Sache mit der Frau ist die, dass sie von der Seite des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse ist. Mit anderen Worten, sie kann gut sein, und sie kann böse sein, und wer weiß, von welcher Seite man nun mit dem Willen zu empfangen sprechen soll? D.h., wie kann man prüfen, wie man sich mit ihr verbinden und wie sie korrigiert werden kann? „Ihr Mark neigt dazu, sich zu verändern. Ist sie allerdings die Shechina (Göttlichkeit), gibt es keine Veränderungen in ihr.“ Die Shechina wird Malchut von Azilut genannt. Dies ist der korrigierte Zustand, wenn sie zur Korrektur bereit ist. Das ist die Bedeutung von ‚Ich, der Herr, verändere mich nicht. Ich bin die Shechina, welche sich nicht vor all den anderen Seiten, den Klipot, fürchtet, wie geschrieben steht: „Alle Völker sind wie nichts im Vergleich zu Ihm.“


Ist diese Aussage richtig, dass im Spirituellen das “Ich“ der Wille zu empfangen mit dem zusätzlichen Punkt im Herzen ist, und der Mensch nur versucht, sie in Einklang zu bringen?

Das “Ich” eines Menschen ist sein innerer Mann und seine innere Frau. Ein Mensch muss verstehen, wie er mit beiden zusammenarbeiten kann, damit sein Selbst dem Schöpfer ähnlich wird.

Was ist die Mizwa des “Fliegenlassens aus dem Nest“?

Das ist eine sehr schwierige Mizwa. Es ist ein grausames Vorgehen, nur die Vogelmutter aus dem Nest fliegen zu lassen und ihre Eier oder Jungtiere zu nehmen. Viele Bücher sind über diesen Auszug geschrieben worden. Auch im Buch Sohar und in den Schriften des ARI wird es erwähnt.

Der Mensch ist Malchut, der Wille zu empfangen, dem geholfen werden und der auf Bina ausgerichtet werden muss. Die “Vogelmutter“ ist Bina (Verständnis). Die “Mutter der Söhne, die Mutter des Verstehens, der Errungenschaften.

Der Mensch muss die Eier, die zukünftigen “Söhne” nehmen und sie selber aufziehen. Dies geschieht, indem er sich mit dem “Nest“ verbindet und die Mizwa des “Fliegenlassen aus dem Nest” durchführt. Es wird als  eine gute Tat betrachtet, denn sobald diese Stufe erreicht ist, stellt sie eine Mizwa für diesen Menschen dar.

Die Mutter fliegen zu lassen bedeutet, sich von Bina zu trennen und nur mit SaT (hebr. Sajin Tachtonot, die unteren sieben Sefirot), dem Anteil von ihr, der zu diesem Menschen gehört, zu arbeiten. Dieser Mensch nimmt sie [die Jungvögel, “Söhne“] an und verwendet die Verlangen von SaT von Bina und korrigiert den Teil von Malchut durch sie. Dies ist die Verbindung von Bina mit Malchut im Zimzum Bet (Zweite Einschränkung). Das ist eine sehr große Mizwa. Durch das Aufsteigen von Malchut zu Bina korrigiert sich Malchut selbst.

Mit anderen Worten, ein “Sohn“, ist gleichbedeutend der Jungtiere, welche die Fortführung dieser Eigenschaft darstellen?

Ja, aber nur wenn der Mensch sich von Bina trennt, kann er einen Teil von ihr nutzen, um sich selbst zu korrigieren.

Im Tora Abschnitt wird beschrieben, dass Amalek einen Menschen überfällt, wenn er unvorbereitet ist.

Amalek (Böse Trieb) stellt ein großes Problem dar. Er ist der Böse Trieb, der sich in unserem Willen zu empfangen befindet. Amalek ist das Akronym von Al Menat LeKabel (um zu empfangen). Im Buch Sohar steht auch, dass es von Am und Lek kommt, wobei Am von Bileam (Sohn des Beor, sich hin zum Geben wandelndes Verlangen zu empfangen) und Lek von Balak (König von Moab, Stufe, auf der sich ein Menschen befindet) stammt.


Sohar für Alle, Ki Teze (Wenn du ausziehst), Punkt 110

Auslöschen des Andenkens an Amalek:

‚Wer ist die Wurzel von Amalek aus der Höhe, aus dem Spirituellen? Denn wir sehen, dass Bileam und Balak von Amalek aus der Höhe kommen.‘ Die zwei waren ihre Seelen, und deshalb hassten sie Israel mehr als jedes andere Volk oder jede andere Sprache. Deshalb wird Amalek mit diesem Namen beschrieben: Am von Bileam und Lek von Balak. Außerdem sind die Amalekiter männlich und weiblich.“

Wenn sich Bileam und Balak verbinden, bilden sie zusammen den Namen Amalek. Amalek ist ihre gemeinsame Wurzel, und so verbunden wirken sie im Menschen. Die Grundlage des “Bösen“, das sich im Menschen befindet ist AmalekBileam und Balak.


Aber der Mensch wurden so erschaffen?

Stimmt, dies kommt nicht von ihm. Von Beginn an sagte der Schöpfer: Ich habe den Bösen Trieb erschaffen“, somit kommt Amalek von Ihm. Bileam, Balak, Pharao, auch materielle Auswirkungen wie Hitler, kommen alle von Ihm.

Wer soll das Andenken an Amalek auslöschen?

Es obliegt dem Menschen, Amalek zu korrigieren, und zwar so gründlich, dass keine Spur vom “Bösen Trieb“ mehr übrig bleibt. Der ganze Wille zu empfangen muss darauf ausgerichtet sein, bis in den letzten Anteil geben zu wollen, denn wenn etwas von Amalek übrig bleibt, wird er wieder wachsen.

Wie zeigt sich Amalek in den Verlangen unserer Generation?

Amalek zeigt sich im besonders großen Hass gegenüber dem Volk Israel, gegenüber dem Geben, der Liebe. Das alles kann der Mensch trotz all seiner Korrekturen nicht akzeptieren. Wenn der Mensch fast alles bis zum Ende korrigiert hat, dann erscheint Amalek und nicht vorher.

Es steht geschrieben, dass ein Mensch nach allen Korrekturen seiner Verlangen durch die Verbindung mit dem Höheren Licht ganz besondere und seltene Mizwot erlangt. Erst dann, also am Ende der gesamten Korrektur, gelangt er zur Auslöschung von Amalek.

Bedeutet das, dass dem Menschen das Schlimmste noch bevorsteht?

Nein. Denn sobald der Mensch spirituell in das Land Israel einzieht, existiert das “Böse“ nicht mehr. Dort arbeitet er damit. Er verwandelt das Böse in etwas Gutes. Er enthüllt natürlich immer noch Böses, aber auf eine andere Art und Weise. Er prüft, wie er sich mit anderen verbinden kann, und nicht mehr, wie er sich von dem Bösen, das sich in ihm befindet, lösen kann.

Es besteht Hoffnung, dass die Menschheit sehr bald in das wahre Land Israel in das innere, spirituelle, Yashar El (direkt zu Gott) zurückkehren wird, in dem alle wie Brüder vereint und verbunden sind!


Glossar Parascha Ki Teze

Sohn: Ein “Sohn“ ist die nächste Stufe. Ben (Sohn) stammt von dem Wort Mewin (Verstehen). Ein Mensch versteht nichts, bevor er es nicht getan hat. Nicht im Physischen und so auch nicht im Spirituellen. Erst durch sein Handeln beginnt der Mensch zu verstehen. An Deinen Taten werden wir Dich erkennen“ (Gebetbuch, Das Lied der Verbindung am Shabbat). Deshalb ist Ben, Mewin, eine Stufe, die dem Menschen als Ergebnis von Handlungen zuteil wird. Darum muss sich der Mensch bemühen und handeln. Dann wird er erkennen und verstehen.

Geliebte Frau und verhasste Frau: Eine “geliebte Frau“ ist ein Verlangen zu empfangen, mit dem ein Mensch arbeiten kann, um zu geben. Eine “verhasste Frau“ ist ein Verlangen zu empfangen, mit dem der Mensch nicht arbeiten kann, um zu geben. Der Mensch kann es nicht benutzen, weil er dafür zu wenig Kraft hat. Deshalb ist es verboten, dieses Verlangen zu benutzen. Darum muss man diese beiden Verlangen ordnen und sie verschieden behandeln. Genauso verhält es sich auch mit deren “Söhnen“, dem “Erstgeborenen der geliebten Frau“ und jenem der “verhassten Frau“. Es liegt am Verlangen des Menschen und wie er sich zu ihnen bezieht, ob er den Willen zur Korrektur aufbringen kann oder nicht.

Verlust: Im Spirituellen bedeutet ein Verlust, dass ein Mensch die Fähigkeit verliert, auf einer erreichten Stufe zu verbleiben. Dies kommt ganz bewusst von Oben. Es ist eine Hilfe für diesen Menschen, und er muss danach suchen. Dies ist die Wurzel der Mizwa (Gebot), etwas Gefundenes dem Eigentümer zurückzugeben.

Gerechtes Urteil: “Gerechtigkeit“ meint, dass ein Mensch Recht und Barmherzigkeit – die rechte und die linke Linie – richtig miteinander verbindet. Er muss seinen Willen zu empfangen korrigieren, um die Absicht, anderen im richtigen Maß zu geben, zu erlangen. Mit anderen Worten, ein Mensch tut unter allen gegebenen Umständen das Bestmögliche, um geben zu können.


Sohar für Alle, Ki Teze (Wenn du ausziehst), Punkt 5:

Einen schlechten Namen geben

Der Schöpfer wird erst dann ‚König‘ genannt, wenn Er auf Seinem Pferd reitet, was die Versammlung Israels darstellt, also Malchut. Es steht geschrieben: ‚Für mich, meine Liebste, bist du wie meine Stute unter den Streitwagen des Pharaos‘. Das ist alles gut, ohne irgendetwas Böses. Wenn der Schöpfer Seinen Platz verlässt, ist Er kein König. Kehrt Er an Seinen Platz zurück, ‚dann wird der Herr König sein.‘ Über Israel wird gesagt: ‚Alle in Israel sind Söhne von Königen.‘ So wie der Vater kein König ist, so sind auch die Söhne keine Söhne von Königen, bis sie in das Land Israel zurückkehren.“

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