ANTERIOR UND POSTERIOR

Stellen wir uns vor, dass alle Menschen auf der Welt miteinander verbunden sind und dass wir einander nahe stehen, wie Verwandte. Wie würden wir uns gegenseitig behandeln? Alles hätte plötzlich mehr Ordnung.

Vorher habe ich dich gehasst, und du hast mich gehasst, also musste ich auf Distanz bleiben. Aber jetzt habe ich entdeckt, dass wir wirklich verbunden sind; wir sind ein Körper. In einem solchen Zustand bedeutet anderen zu schaden, mir selbst zu schaden. Es mag schwer vorstellbar sein, aber es ist die Offenbarung, die die Weisheit der Kabbala den Menschen bringt, die Offenbarung des Systems von Adam HaRishon. Weiterlesen

ALL DAS GUTE UND ANGENEHME

Das vom Schöpfer gewünschte Ziel für die Schöpfung ist es, seinen Geschöpfen Seine Wahrhaftigkeit und Größe zu verleihen, damit sie Seine Wahrhaftigkeit und Größe erkennen und all die Freude und das Vergnügen erhalten, die Er für sie vorbereitet hatte.
Baal HaSulam, „Einführung in das Buch Sohar“

Die einzelne Seele teilte sich in zahlreiche Seelen auf, um jedem von uns die Chance zu geben, dem Schöpfer zu gleichen. Der Schöpfer hat den Wunsch zu geben, und wir sind aus dem Wunsch zu empfangen gemacht. Das ist unsere Natur.

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EIN VOLLSTÄNDIGES MENSCHLICHES WESEN

Der Höhere Wille wünschte sich, dass der Mensch sich selbst und alles, was für ihn geschaffen wurde, ergänzen möge, und das wäre sein Verdienst und sein Lohn… Denn am Ende wird er das Ganze sein und sich in alle Ewigkeit an der Freude entzücken.
Ramchal, Daat Tevunot

Warum hat der Schöpfer das einzelne Geschöpf, das Er erschuf, also die kollektive Seele, zerschlagen? Eigentlich tun wir das manchmal mit unseren Kindern, wenn wir ihnen bei ihrer Entwicklung helfen wollen. Um zum Beispiel ein Puzzle zu erstellen, zeichnen wir zuerst ein Bild und schneiden es dann in Stücke. Die Kinder versuchen, die Teile selbst zusammenzusetzen, und entwickeln sich dabei. In ähnlicher Weise werden wir die Schöpfung nur verstehen können, wenn wir uns wieder zu einem einzigen, vollständigen Menschen vereinen. Weiterlesen

LICHT AUS DER DUNKELHEIT

Die allumfassende Kraft der Natur ist eine Kraft der Liebe und des Gebens. In der Kabbala wird sie der „Schöpfer“ oder das „Höhere Licht“ genannt. Ursprünglich schuf der Schöpfer eine Realität namens Adam HaRishon (Der erste Mensch). Adam (Mann) ist somit ein Verlangen und kein Mensch. „Adam“ ist ein spirituelles System. Weiterlesen

WACHSE, WACHSE UND WACHSE!

Frage: Es scheint, als spräche die Kabbala ziemlich viel über das Ego. Warum ist das so?

Die Kabbala spricht viel über das Ego, weil es die fundamentale Angelegenheit der Schöpfung ist. Das Ego ist mit dem Selbst der Person verbunden und schließt das Herz und den Intellekt ein.

Das Herz symbolisiert unsere Wünsche und der Intellekt symbolisiert unsere Gedanken. Deshalb sollte jeder, der sich entwickeln will, Herz und Intellekt auf die Einheit mit anderen ausrichten.

Wenn ich mich mit anderen so vereinige, wie es die Weisheit der Kabbala lehrt, beginne ich, ihre Wünsche und Gedanken zu spüren. Auf diese Weise wachse ich. Ich nehme alle Wünsche und Gedanken der Welt in mich auf.

Stell dir vor, wie sehr sich jeder von uns im Inneren ausdehnen könnte! Denn je mehr wir im Inneren wachsen, desto mehr Freude empfinden wir.

Das Ego darf nicht zerstört werden!

Alles in der Wirklichkeit, das Gute und das Böse, und selbst das Schädlichste in der Welt, hat ein Existenzrecht und sollte nicht aus der Welt getilgt werden. Wir müssen es nur heilen und erneuern.
Baal HaSulam, „Frieden in der Welt“

Religionen und religiöse Lehren beruhen hauptsächlich auf der Verminderung des Egos. Ein Mensch sollte sich so weit wie möglich „beruhigen“, anderen gegenüber angenehm sein, alles unterwürfig akzeptieren und so weiter.

Die Weisheit der Kabbala sagt genau das Gegenteil. Wir dürfen das Ego nicht zerstören. Im Laufe der Geschichte entwickelte es sich immer weiter; warum sollten wir es also plötzlich zerstören? Ich will die ganze Welt nutzen, alle besiegen, der klügste und erfolgreichste Mensch auf dem Planeten sein, mich mit jeder Art von Befriedigung vollstopfen.

Wenn wir das Ego zerstören, haben wir nichts mehr zu korrigieren, weil wir nicht mehr wir selbst sind. Als wären wir verschwunden. Jeder spirituelle Aufstieg wird nur über den Hass erreicht. Der Begriff „Berg Sinai“ symbolisiert den Berg Sinaa (Hass) in uns. Je mehr wir den verborgenen Hass und das Ego in uns entdecken und lernen, sie richtig einzusetzen, desto höher werden wir aufsteigen. Aber dieser Aufstieg hängt davon ab, ob wir unser Ego als eine helfende Kraft sehen – als „Hilfe gegen mich“.

Kurz gesagt besteht unsere wahre Arbeit darin, alles zu nutzen, was geschaffen wurde – die volle Kraft des Egos. Mit gutem Grund wurde der Mensch als das egoistischste Geschöpf der Natur erschaffen, und mit gutem Grund haben wir mit der Weisheit der Kabbala die Methode der Korrektur erhalten, damit wir sie zur Korrektur unseres Egos einsetzen können.

Teste dich selbst

Die unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen streben ständig nach der Sicherung ihrer Existenz, suchen Nahrung, Lebensraum und so weiter. Und doch werden sie nicht als Egoisten betrachtet, weil sie von der Welt nur das erhalten, was sie von Natur aus brauchen und nichts darüber hinaus.
Das Ego existiert nur in der menschlichen Stufe, in der sich der Wunsch offenbart, andere zu benutzen. Wenn man denkt, dass es reicht, nicht glücklich zu sein, und man will, dass andere unglücklich sind; wenn man sich überlegen fühlen und andere zur eigenen Befriedigung benutzen will, nennt man das „Egoismus“.

Allerdings kann man einem Menschen in dieser Sache nichts raten; in dieser Arbeit muss man sich selbst beurteilen und analysieren. Die Weisheit der Kabbala hilft uns, uns selbst zu studieren und zu erkennen. Niemand wird dir sagen: „Du bist ein Egoist“. Vielmehr wirst du beginnen, dich selbst zu beobachten und herauszufinden, wohin deine Gedanken gerichtet sind.

Was das Ego in Wahrheit ist

Wenn man essen, trinken, mit der Familie zusammen sein, einen guten Job haben oder Urlaub machen will, wird dies nicht als Egoismus betrachtet. Der Wunsch, körperliche Freuden zu genießen oder Dinge, die wir brauchen, um ein bequemes, sicheres und gesundes Leben zu führen, sind nach der Weisheit der Kabbala nicht das, was man unter „Ego“ versteht.
Egoismus bedeutet entsprechend der Weisheit der Kabbala, wenn ein Mensch einem anderen Menschen Schaden zufügt – durch Ignoranz, Ausbeutung, List, Unfreundlichkeit und Hass. Ego ist der Hass auf andere, das Gegenteil des allumfassenden Gesetzes der Wirklichkeit „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Wölfe, Hirsche und Zufriedenheit im Leben

Der gemeinsame Nenner bei allen Menschen der Welt ist, dass jeder von uns bereit ist, für seinen privaten Nutzen jeden anderen mit allen Mitteln zu missbrauchen und auszubeuten. Es ist uns egal, dass wir unser Glück auf dem Ruin von Freunden aufbauen; und es macht keinen Unterschied, welche Erlaubnis dazu wir für uns selbst beschwören.

Baal HaSulam, „Frieden in der Welt“

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WARUM WURDE DIE WEISHEIT VERBORGEN?

Ich bin froh, dass ich in einer solchen Generation geboren wurde, in der es erlaubt ist, die Weisheit der Wahrheit zu offenbaren.

Baal HaSulam, „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“.

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DAS GESETZ DER WURZELN UND ZWEIGE

Es gibt kein Element in der Realität dieser Welt, dessen Abbild man nicht auch in der Welt über ihr finden würde, so identisch wie zwei Tropfen in einem Teich. Und sie werden ‚Wurzel und Zweig‘ genannt.

Baal HaSulam, „Die Essenz der Weisheit der Kabbala“

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Ein vollständiger Mensch

„Der Höhere Wille wünschte sich,

dass der Mensch sich selbst und alles,

was für ihn geschaffen wurde, ergänzen möge,

und dies sei zugleich sein Verdienst und sein Lohn…

Denn am Ende wird er das Ganze sein und sich in alle Ewigkeit an der Freude erfreuen.“

Ramchal, Daat Tevunot

 

Aus dem englischen Buch „A Glimpse of Light“ von M. Laitman.

Aus der Tiefe des Herzens

Zur Zeit des Zweiten Tempels verfassten die Mitglieder der großen Versammlung die institutionalisierten Gebete. Sie hatten eine erhabene Spiritualität erlangt und wussten, dass das Volk in einen Zustand des Exils eintreten würde, losgelöst von der spirituellen Welt. Deshalb bereiteten sie eine Art Adapter vor, dessen Aufgabe es war, eine indirekte Verbindung zwischen Volk und Spiritualität aufrechtzuerhalten. Die Gebete zeigen den korrigierten Zustand, den die Verfasser der Gebete erlangt hatten. Die Gebete wurden als Beispiele dafür geschrieben, was wir erreichen werden, wenn wir den Egoismus in uns korrigieren.

Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen dem Lesen eines Gebetes aus einem Gebetbuch und dem Erreichen des spirituellen Zustandes, in welchem wir das Gebet erfahren. In der Spiritualität entstehen die Gebete in unseren Verlangen, Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Satz für Satz, indem wir „Gefäße und Lichter“ verbinden. Diese Verbindung schafft TANTA (Taamim, Nekudot, Tagin, Otio – Geschmäcker), die sich zu Worten und Sätzen kombinieren. Daher erbauen wir ein echtes Gebet nur von innen heraus.

Aus „A Glimpse of Light“, The Basics Of The Wisdom Of Kabbalah, von Michael Laitman