1984/85/11 Bezüglich des Streits zwischen Jakob und Laban

Artikel Nr. 11, 1984/85. Artikel unvollständig.

Es steht in der Tora geschrieben, dass bei einem Streit mit Jakob Laban zu ihm sagte: “Deine Töchter sind meine, dein Vieh ist mein, und alles was du hast, gehört mir!” Im Streit von Jakob mit Esau, sagte Esau: “Ich habe viel von allem, lass deins dein sein.”
Wie Esau, so ist auch Laban Klipa, die unreine Kraft, oder die noch unkorrigierten Wünsche und die unkorrigierte Gedanken des Menschen, denn die Gedanken erscheinen in einem Menschen nur in dem Grad, in welchem sie dem Verlangen, das Gewünschte zu erreichen, helfen können. Weiterlesen

1984/14 Man sollte immer alles verkaufen, das man hat, und die Tochter eines weisen Schülers heiraten

Artikel Nr. 14, 1984

“Man sollte immer alles verkaufen, das man hat, und die Tochter eines weisen Schülers heiraten” (Psachim 49). Das bedeutet, dass man den ganzen Besitz, den man mithilfe eigener Anstrengungen erworben hatte, verkaufen soll und sich stattdessen die Tochter eines weisen Schülers nehmen.

Wenn man sich keine Tochter eines weisen Schülers nimmt, gibt es in allen seinen Anstrengungen in der Tora und den Geboten keine Ganzheit. Und nur, wenn er die Tochter eines weisen Schülers heiratet, wird er der Vervollkommnung würdig. Daher sagten die Weisen, dass er alles, was er hat, für die Tochter eines weisen Schülers verkaufen soll. Daher muss man nachvollziehen, wer die Tochter eines weisen Schülers ist. Weiterlesen

Wahrheit und Glaube

 

Die Bedeutung von Wahrheit und Glaube
Artikel Nr. 3, 1984-1985

Wahrheit und Glaube sind zwei entgegengesetzte Begriffe. Wir sehen, dass es in unseren Gebeten, die von den Mitgliedern der Großen Versammlung (Sanhedrin) zusammengestellt wurden, zwei entgegengesetzte Richtungen gibt. Einerseits ist die Ordnung des Gebetes so aufgebaut, dass man es gerade in der Zeit, in der man einen Mangel hat, sagen muss. Doch haben die Weisen auch gesagt, dass das Gebet aus der Tiefe des Herzens kommen muss, dass der Mangel von ganzem Herzen gespürt wird.

Das heißt, dass es im Herzen keinen Ort gibt, der vollkommen wäre, sondern dass das Herz ausschließlich aus Mängeln besteht. Und je größer dieser Mangel ist, umso eher wird dieses Gebet im Vergleich zu anderen angenommen. Im Buch Sohar steht über den Vers „Ein Gebet für den Armen, wenn er schwach ist und seine Worte vor dem Schöpfer ausschüttet“ (Balak, Punkt 187.88): „Doch es gibt drei Arten von Gebeten: Das Gebet von Moses, ein Gebet, das kein anderer Mensch sagen kann; das Gebet von David, ein Gebet, das kein anderer König sagen kann, und das Gebet eines Armen. Welches davon ist das Wichtigste? Das Gebet des Armen ist wichtiger als das Gebet von Moses oder David und wichtiger als alle anderen Gebete, die es auf der Welt gibt. Was ist der Grund dafür? Das Herz des Armen ist gebrochen. Es steht geschrieben ‚Der Schöpfer ist allen nahe, deren Herzen gebrochen sind’. Und der Arme streitet immer mit dem Schöpfer, und der Schöpfer hört seinen Worten aufmerksam zu.“ So seine Worte.

Nach dem Heiligen Sohar kommt das beste Gebet von einem Menschen mit gebrochenem Herzen, der nichts hat, um seine Seele zu beleben. In diesem Zustand sagt man, dass das Gebet aus der Tiefe des Herzens kommt. Dieses Gebet ist wichtiger als alle Gebete, die es auf der Welt gibt, denn dieser Mensch hat nichts, worüber er sagen könnte „Ich bin nicht wie meine Freunde, weil ich über einen Verdienst verfüge, den meine Freunde nicht haben“. Dieser Mensch ist mit Mängeln überladen und dann ist Platz für ein echtes Gebet aus der Tiefe des Herzens. Das heißt, je größer der Mangel, desto wichtiger ist das Gebet.

Außer dem Gebet selbst, also der Bitte, haben die Weisen noch die Ordnung der Preisungen und Danksagungen vorgeschrieben, die im Widerspruch zu der Bitte selbst stehen. Denn es ist in der Welt üblich, dass man einem anderen dankt, der einem etwas Gutes tut. Und die Größe der Dankbarkeit wird von der Größe des vollbrachten Guten bestimmt. So drückt er seine Dankbarkeit für das Gute aus.

Wenn zum Beispiel ein Freund von einem anderen zur Hälfte bei seinem Unterhalt unterstützt wird, wenn er also durch ihn nur so viel erlangt, dass er seinen Lebensunterhalt zur Hälfte bestreiten kann, ist die geschuldete Dankbarkeit an den anderen unvollständig. Aber wenn ein Freund nicht nur alle Bedürfnisse des anderen befriedigt, sondern ihm noch darüber hinaus etwas gibt, wird ihm Letzterer natürlich mit ganzem Herzen und ganzer Seele danken.

Wenn also der Mensch dem Schöpfer dankt und Ihn preist, und dies von ganzer Seele tut, so muss er natürlich erkennen, dass der Schöpfer alle seine Bedürfnisse erfüllt, sonst ist seine Danksagung nicht vollkommen. Der Mensch muss sich bemühen, zu sehen, dass alle seine Mängel durch den Schöpfer erfüllt werden. Nur dann kann der Mensch dem Schöpfer aufrichtig danken, und gerade das ist das Dienen, das von unseren Weisen in den Gebeten vorgeschrieben wurde.

Es stellt sich heraus, dass das Gebet und die Bitte, die Lieder und Lobpreisungen im Gegensatz zueinander stehen, da im Wesentlichen das Gebet und die Bitte nur dann vollkommen sind, wenn der Mensch im wahrsten Sinne von Mängeln und Wünschen erfüllt ist. Aber wenn es sich um die Danksagung und Preisung handelt, müssen alle Wünsche des Menschen erfüllt sein, damit seine Dankbarkeit aufrichtig ist.

Und man muss verstehen, warum uns die Weisen tatsächlich diese beiden Gegensätze und eine solche Reihenfolge der Gebete vorgegeben haben. Warum war das notwendig und was gibt uns diese Ordnung? Wie kann man diese beiden Gegensätze zusammenführen, die sich doch widersprechen?

Der Heilige ARI sagte (Talmud Esser Sefirot, Seite 788, Punkt 83): „In der Frau muss es zwei Türen geben, die den Fetus einschließen, bevor er sich vollständig entwickelt hat. Auch sollte es eine Kraft in ihr geben, die dem Fetus eine Form gibt.“ Und der Sinn wird so erklärt: „Wenn in der körperlichen Welt die Frau infolge einer Störung in ihren Geburtsorganen eine Fehlgeburt hat, also der Fetus unterentwickelt und nicht in Form von Ibur (Einpflanzung) nach außen kommt, kann man solch einen Vorgang nicht Geburt nennen, denn der Ibur kann in der Welt so nicht existieren. Vielmehr wird dies Fehlgeburt genannt, das bedeutet, der Fetus wurde nicht geboren sondern fiel aus dem Bauch der Mutter und kann nicht leben.“

So ist es auch in den spirituellen Welten und es gibt zwei Unterscheidungen im Ibur:

1) Die Form des Ibur, die Stufe von Katnut, des „kleinen Zustandes“, und das ist seine wahre Form. Aber dieser Zustand gilt als nicht ausreichend. Und wenn an irgendeiner Stelle in dem System der Heiligkeit ein Mangel existiert, ist es ein Punkt der Anhaftung für die Klipot (Schalen). Und diese können zu einer Fehlgeburt führen. Unter Fehlgeburt im Spirituellen wird ein spirituelles Objekt verstanden, bei dem es zu einem Fall kommt, bevor es sich vollständig entwickelt und Gadlut (Größe) erreicht hat.

2) Wir müssen daher verstehen, wie dem Neugeborenen Gadlut gegeben werden kann, während er noch nicht einmal Katnut vollständig empfangen kann, da ihm noch die Kelim (Gefäße) fehlen, in welchen er empfangen könnte um zu geben. Dafür existiert eine Erklärung. Die Weisen sagen, dass der Fetus im Körper seiner Mutter das isst, was die Mutter auch isst und der „Fetus sei der Oberschenkel der Mutter“. Das bedeutet, solange der Fetus der Oberschenkel der Mutter ist, verdient er nichts in seinem eigenen Namen und deshalb bekommt er alles Notwendige nur aus den Kelim der Mutter.

Deshalb kann der Fetus, wenn er noch keine Wünsche hat, in welchen er das Licht des großen Zustandes (Gadlut) empfangen könnte, diesen Zustand durch die Wünsche des höheren spirituellen Objektes, das seine Mutter ist, empfangen, denn der Fetus ist vor der Mutter vollständig annulliert und hat selbst keinerlei Macht. Das wird Ibur genannt, wenn er vollständig vor dem Höheren annulliert ist.

Und wenn der Fetus Gadlut erreicht, ist er vollendet und ganz. Und jetzt haben die Klipot keine Stelle, an die sie sich anheften können, weshalb dies als bremsende Kraft bezeichnet wird. Und dies beschützt den Fetus vom Fallen in der Spiritualität – ebenso wie sich die Mutter in der materiellen Welt bemüht, das Kind, das sie unter ihrem Herzen trägt, zu bewahren, damit ihm nichts Schlimmes passiert. So ist es auch im Spirituellen.

Daraus folgt, dass es in der Arbeit des Menschen zwei Zustände gibt:

Jemandes wahrer Zustand, also Katnut, in diesem Zustand empfindet er alles, was er denkt und macht als unbedeutend und unwichtig. Der Mensch erlebt diesen Zustand, wenn er den Weg der Wahrheit, also den Weg des Gebens wählt. Dann sieht er, wie weit er von der Eigenschaft des Gebens entfernt ist und dass er über keine Kräfte verfügt, eine Handlung des Gebens auszuführen. Und es ist die Stufe der Wahrheit, das bedeutet der wahre Zustand.

Und weil es Katnut ist, kann sich die Sitra Achra anhaften und der Mensch gerät in Verzweiflung. Er tritt in die Arbeit ein, die als Ibur bezeichnet wird, und es kann zu einer Fehlgeburt kommen. Das heißt, der Mensch kann von seiner Stufe abfallen. Und wenn das geschieht, dann benötigt der Mensch einen neuen Ibur und er soll seine spirituelle Arbeit neu anfangen, als hätte er noch nie dem Schöpfer gedient.

Deshalb existiert eine Kraft, die den Fetus vor dem Herausfallen schützt. Der Mensch soll die Empfindung der Ganzheit und der Vollkommenheit haben; er soll fühlen, dass er keinen Mangel in der spirituellen Arbeit hat, dass er dem Schöpfer nah ist, dass er sich in einer vollen Verschmelzung (Dwekut) mit dem Schöpfer befindet. Und niemand kann sagen: „Du hast auf deinem spirituellen Weg keine Fortschritte gemacht, du hast dich umsonst anstrengt und bist unfähig, dem Schöpfer zu dienen. Daher sei wie jeder andere. Warum machst du so viel Lärm darum, dass du auf einer höheren Stufe als alle anderen sein willst, obwohl du keinerlei Befriedigung aus der Arbeit der Allgemeinheit erfährst. Dies gab dir doch den Antrieb, nach Gedanken und Wünschen zu streben, um die Arbeit der normalen Menschen hinter dir zu lassen und dich auf die Suche nach der Wahrheit zu begeben. Es stimmt, dass dies die Wahrheit ist, doch du siehst, obwohl du auf dem Weg der Wahrheit wandeln willst, dass du es nicht kannst; entweder aus Mangel an Talent oder Überwindungskraft, denn du kannst die Selbstliebe nicht überwinden, mit der du geboren wurdest. Daher lass doch diese Arbeit. Verweile nicht in der Niedrigkeit wie der Rest der Menschen und erhöhe nicht aus Stolz dein Herz über deinen Bruder. Es ist besser für dich, dich von diesem Weg zurückzuziehen.“

Um daher nicht in solche Gedanken zu verfallen, braucht er eine bremsende Kraft. Er muss über dem Verstand glauben, dass sein Ausharren auf dem Weg der Wahrheit groß und sehr wichtig ist; und er kann die Wichtigkeit, den Weg der Wahrheit zu gehen, nicht einmal schätzen, denn das ist das ganze Kli, in welchem das Licht des Schöpfers leuchten wird. Jedoch geschieht dies in den Kelim des Höheren. Also weiß der Schöpfer, wenn ein Mensch seine Anhaftung an den Schöpfer fühlen sollte.

In seinen eigenen Kelim spürt er das Gegenteil. Dass er nun schlimmer dran ist als früher, als er noch den Weg der Allgemeinheit ging, als er jeden Tag spürte, dass er gute Taten hinzufügte und Tora und Mizwot. Doch nun, da er den Weg des Individuums betrat und immer die Absicht behalten muss, sich sehr für das Geben anzustrengen und sich von der Selbstliebe zu lösen, sieht er für gewöhnlich, wie sehr er sich der Wahrheit annähert. Er sieht immer mehr von der Wahrheit, und es wird ihm bewusst, dass er unfähig ist, die Selbstliebe zu verlassen.

Doch in den Kelim des Höheren, also über dem Verstand, kann er sich erheben und sagen: „Es ist mir egal, ob ich dem Schöpfer gebe. Ich will, dass der Schöpfer mich an Ihn annähert und der Schöpfer weiß sicherlich, wann die Zeit kommen wird, wo ich spüren werde, dass der Schöpfer mich an Ihn angenähert hat. In der Zwischenzeit glaube ich daran, dass der Schöpfer weiß, was das Beste für mich ist, und darum gibt Er mir die Gefühle, die ich jetzt habe. Doch was ist der Grund dafür, dass der Schöpfer mich auf diesem Weg führen will, dass ich also auf dem Weg des Glaubens annehmen soll, dass Er sich mir gegenüber wohlwollend verhält? Und wenn ich daran glaube, gibt Er mir ein Zeichen: Das Ausmaß der Freude, die ich habe, das Ausmaß an Dankbarkeit, die ich Ihm dafür zolle und wie sehr ich Ihm danke und Seinen Namen preise. Gewiss müssen wir sagen, dass es zu unserem Vorteil ist, dass wir speziell durch den Glauben das Ziel erreichen, welches „empfangen um zu geben“ genannt wird. Andernfalls würde uns der Schöpfer sicherlich auf den Weg des Wissens führen und nicht auf den Weg des Glaubens.

Warum sind zwei Begriffe nötig, die sich im Widerspruch befinden. Einerseits sollen wir den Weg der Wahrheit gehen und uns unseres jetzigen Zustandes bewusst sein, in dem wir fühlen, dass wir uns vom Egoismus nicht entfernen und uns der Nächstenliebe nicht annähern können. Und andererseits sollten wir uns wünschen, die Welt wäre in „Möge Sein gesegneter Name wachsen und geheiligt sein.“

Und wenn wir sehen, dass die Spiritualität noch immer nicht wichtig ist, spüren wir einen großen Mangel und wir sehen, wie sehr wir das bereuen und wie sehr es uns schmerzt, dass wir von Ihm entfernt sind. Das nennt man „Wahrheit“, und das ist der Zustand, den wir entsprechend unserer Wahrnehmung in unseren Kelim spüren.

Und es wurde uns auch der Weg des Glaubens gegeben, welcher über dem Verstand ist und nicht unsere Wahrnehmung und unsere Vernunft in Betracht zieht, sondern sagt, wie geschrieben steht: „Sie haben Augen und sehen nicht. Sie haben Ohren und hören nicht.“ Vielmehr sollten wir glauben, dass der Schöpfer gewiss der Messias ist und Er weiß, was gut und was schlecht für mich ist. Daher will Er, dass ich mich so fühle, und mir selbst ist es egal, da ich arbeiten will, um zu geben.

Daher ist das Wichtigste für mich, dass ich die Arbeit des Schöpfers brauche. Und obwohl ich keine Ganzheit in meiner Arbeit spüre, bin ich trotzdem aus der Perspektive des Höheren – in dessen Kelim – vollständig, wie geschrieben steht: „Die Vertreibung wird keine Vertreibung von Ihm sein“. Daher bin ich zufrieden mit meiner Arbeit und darüber, dass ich das Privileg habe, dem König zu dienen, selbst auf der niedrigsten Stufe. Das sehe ich auch als ein großes Privileg an, dass der Schöpfer mir erlaubt hat, mich Ihm zumindest bis zu einem gewissen Grad anzunähern.

Dies gibt uns zwei Dinge: 1) In Bezug auf die Wahrheit, sieht er seinen wahren Zustand; dass er Platz für ein Gebet hat, denn dann hat er Platz für einen Mangel. Dann kann er beten, dass der Schöpfer seinen Mangel füllen wird und dann kann er durch die Grade der Heiligkeit aufsteigen. 2) Der Weg des Glaubens, der Ganzheit bedeutet, dass er von hier aus den Schöpfer loben und Ihm danken kann, und dann kann er in Freude sein.

1984/85/38 Ein Gerechter, der glücklich ist – ein Gerechter, der leidet

1984/85, Artikel 38

Der heilige Sohar interpretiert “Ein Gerechter, der glücklich ist, ein Gerechter, der leidet” (Ki Tetze, Absatz 13): “Einer der gerecht ist und leidet, bedeutet, dass er vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse ist, weil das Böse mit ihm ist. Es gibt keinen Gerechten, der nicht in diesem Bösen sündigen wird, da es sich in ihm befindet.

Ein Sünder, der glücklich ist, ist jemand, dessen böser Trieb über den guten Trieb gesiegt hat, und davon hieß es ‘Er ist glücklich’, weil das Gute sich unter der Herrschaft des Bösen befindet. Und da das Böse über das Gute herrscht, ist er ein Sünder, denn jener der herrscht, gibt den Namen. Wenn das Gute über das Böse siegt, wird er ‘Gerechter, der leidet’ genannt, da sich das Böse unter seiner Herrschaft befindet. Wenn das Böse über das Gute siegt, wird er als ‘Sünder, der glücklich ist’ bezeichnet, soweit seine Worte. Weiterlesen

1984/85, 29 Der Herr ist allen nahe, die Ihn rufen

1984/85, Artikel 29

Im Sohar, Chukat (Absatz 78) heißt es: “Jeder, der Oben Dinge erwecken will – ob in Taten oder Worten – wenn die Tat oder das Wort nicht in gebührender Weise ausgeführt werden, wird nichts erweckt. Alle Menschen in der Welt gehen zur Synagoge, um Oben etwas zu erwecken, aber es gibt wenige, die sich darauf verstehen, etwas zu erwecken. Der Schöpfer ist all jenen nahe, die Ihn rufen und eine Sache in gebührender Weise zu erwecken wissen, aber wenn sie Ihn nicht zu rufen wissen, ist Er nicht nahe, wie geschrieben steht ‘Der Herr ist allen nahe, die Ihn rufen, all jenen, die Ihn in Wahrheit rufen’. Was ist in Wahrheit? In Wahrheit bedeutet, dass sie sich darauf verstehen, eine wahre Sache in gebührender Weise zu erwecken. Und so ist es in allem”.

Das bedeutet, dass jemand, der Ihn nicht zu rufen weiß, nicht in die Synagoge gehen sollte, da sein Gebet nicht angenommen wird, da er Ihn nicht zu rufen weiß. Somit gibt es hier eine Ausrede, weswegen er erklärte, dass es nicht ausreicht, nicht in die Synagoge zu gehen, weil er sich nicht darauf versteht, Ihn zu rufen. Deswegen muss ein Mensch wissen, was er tun soll, um das Wissen zu erwerben, wie er den Schöpfer rufen sollte, um Ihm nahe zu sein. Weiterlesen

1984/15 Kann es sein, dass von Oben etwas Negatives kommt?

Artikel Nr. 15, 1984

Eine Erklärung über die Worte des Sohar, Pinchas (Absatz 78) des Artikels 14 (1984): “Erwiesen Israel sich als würdig, kämen sie wie ein Löwe des Feuers herab, um die Opfergaben zu verschlingen. Wenn sie sich nicht als würdig erwiesen, kämen sie herab wie ein Hund des Feuers”. Und man fragte, Wie kann etwas Negatives von Oben herabkommen? Wir verstehen, dass, was von Oben kommt, Gutes tun will. Und wenn Negatives kommt, welche Korrektur geht daraus hervor, so dass wir sagen können, dass dies nun von Oben kommt wie ein Hund des Feuers? Schließlich ist das nicht positiv. Weiterlesen

1984/86/7 Das Leben von Sara

Artikel Nr. 7, 1984-85

Im Sohar, im Teil Das Leben von Sara (Artikel 17), steht geschrieben:
„Eine andere Interpretation: ‚Dieser König ist eine Frau, die den Herrn fürchtet, wie du sagst: ‘Eine Frau, die den Herrn fürchtet, sie soll gelobt werden,’ was Göttlichkeit/Shechina bedeutet. ‘.. auf ein bestelltes Feld’ ist fremdes Feuer, womit Sitra Achra gemeint ist, wie es heißt: ‚Dich vor einer fremden Frau schützen’. Denn es gibt ein Feld und es gibt ein Feld. Es gibt ein Feld, in dem der ganze Segen und die Heiligkeiten sind, wie du sagst, ‘Wie der Duft eines Feldes, das der Herr gesegnet hat,’ was Göttlichkeit/Shechina bedeutet. Und es gibt ein Feld, in dem jedes Verderben, jede Unreinheit, Zerstörung, Tötung und Krieg ist, womit Sitra Achra gemeint ist“, soweit seine Worte.

Das bedeutet, dass wir zwei Möglichkeiten haben: Entweder folgen wir jenen, die zum Schöpfer kommen, dessen Eigenschaft das Geben ist, oder wir folgen dem Weg, der zu den Menschen führt, was empfangen bedeutet. Denn die Geschöpfe werden nur in Bezug auf die Selbstliebe, die aus dem Kern der Schöpfung kommt, und in Bezug auf das Empfangen „Geschöpfe“ genannt. Es gab den Zimzum (Einschränkung) und die Verhüllung in diesem Aspekt, denn an dieser Stelle kann nicht gesehen werden, dass die ganze Erde mit Seinem Ruhm erfüllt ist. Man kann erst dann erkennen, dass die ganze Erde mit Seinem Ruhm erfüllt ist, wenn man dem Empfangen entsagt. Aber vor dem Verlassen des Empfangens kann man nur daran glauben, dass es so ist. Weiterlesen

1985/36 Und es war Abend und es war Morgen

Artikel Nr. 36, 1984-85

Der Heilige Sohar sagt über den Vers: „Und es war Abend und es war Morgen“ (Genesis 3 und Punkt 151 im Sulam Kommentar). „Und es war Morgen“, wie der Text schreibt, bedeutet, dass es sich von der Seite der Dunkelheit ausdehnt, damit ist Malchut gemeint. ‚Und es war Morgen‘ bedeutet, dass es sich von der Seite des Lichtes ausdehnt, welche Seir Anpin ist. Weiterlesen

1984/19 Ihr steht heute, Jeder von Euch

Die Interpreten fragen: „Heute steht ihr, ihr alle…, eure Oberhäupter, eure Stämme, eure Stammväter und eure Aufseher, jeder Mann Israels.” Es beginnt mit der Mehrzahl „Ihr alle” und endet mit der Einzahl „jeder Mann Israels”. Der Verfasser des Buches Licht und Sonne erklärt, dass die Verwendung von Mehrzahl und Einzahl auf das Thema der Freundesliebe hinweist. Obwohl es bei euch „Oberhäupter, Stämme, usw.” gibt, sieht sich keiner von ihnen verdienstvoller als alle anderen Menschen Israels. Alle sind sich darin gleich und keiner klagt über den anderen. Aus diesem Grund werden sie auch von Oben entsprechend behandelt und darum wird unten große Erfüllung verteilt. Weiterlesen

1984/16 Das Geben betreffend

Erklärung des Themas “Geben”. Wenn ein Mensch einer wichtigen Persönlichkeit dient, braucht diese ihn nicht für seine Dienste zu belohnen. Vielmehr wird genau der Dienst als Belohnung angesehen. Wenn ein Mensch weiß, dass der, dem er dient, ein wichtiger Mensch ist, genießt er bereits das Dienen und benötigt keine weitere Belohnung dafür. Im Gegenteil, das Dienen selbst ist sein Genuss.

Wenn er jedoch einem gewöhnlichen Menschen dient, macht ihm dies keine Freude, und er braucht für den Dienst eine Gegenleistung. Wenn zum Beispiel ein wichtiger Mensch mit einem kleinen Koffer anreist, warten viele Leute am Flughafen auf seine Ankunft; er übergibt den Koffer an jemanden, der ihn zum Auto bringt, mit dem er zu seinem Ankunftsziel fährt. Für diese Dienstleistung will er ihm, sagen wir, hundert Dollar geben. Der Dienende wird sich sicherlich weigern, das Geld zu nehmen, denn das Vergnügen, das er durch diese Dienstleistung erhält, überwiegt die hundert Dollar. Weiterlesen

1984/17 Die Agenda der Gruppenversammlung, Teil 2

Am Beginn der Versammlung muss es eine Agenda geben. Jeder muss, so gut er kann, über die Wichtigkeit der Gruppenversammlung sprechen, die Vorteile hervorheben, die ihm die Gruppe gibt, und die wichtigen Dinge betonen, von denen er hofft, sie von der Gruppe zu erhalten, weil er sie nicht selbst erlangen kann und er muss sagen, wie sehr er dafür die Gruppe wertschätzt.

Es ist wie unsere Weisen schrieben (Brachot 32): Rabbi Shamlai sagte: „Man muss immer den Schöpfer preisen und dann beten.” Woher haben wir das? Von Moses, wie geschrieben steht: „Und zu dieser Zeit bat ich den Herrn flehentlich.” Es steht auch geschrieben: „Oh Herr, Du hast begonnen” und es steht geschrieben: „Lass mich voranschreiten, ich bitte Dich, und das gute Land sehen“. Weiterlesen

1984/17 Teil 1 In Sachen Wichtigkeit der Freunde

In Sachen der Wichtigkeit der Freunde innerhalb der Gruppe und wie man sie wertschätzt, hören wir, wie jeder Einzelne seinen Freund und dessen Wichtigkeit betrachten soll. Der Hausverstand sagt uns: Wenn ein Mensch seinen Freund niedriger als sich selbst einschätzt, will er ihn lehren, sich besser zu verhalten als er es im Moment tut. Infolgedessen kann er nicht sein Freund sein; er kann ihn höchstens als Schüler ansehen, aber nicht als Freund.

Doch wenn ein Mensch den Freund auf einer höheren Stufe als der eigenen sieht und erkennt, dass er gute Eigenschaften von ihm lernen kann, kann er diesen als Lehrer akzeptieren, aber nicht als Freund.

Daraus folgt, dass ein Mensch nur, wenn er seinen Freund als gleichwertig empfindet, ihn als Freund akzeptieren und sich mit ihm verbinden kann. Denn Freundschaft herrscht, wenn beide in der gleichen Situation sind. Das verlangt der gesunde Menschenverstand. Wenn beide gleiche Ansichten haben und sich verbinden, können sie gemeinsam das von beiden ersehnte Ziel in Angriff nehmen. Weiterlesen

1984/13 Manchmal wird Spiritualität „Seele“ genannt

Wir müssen verstehen, warum Spiritualität manchmal „Seele“ (Hebr. Neshama) genannt wird, wie geschrieben steht: „Körper und Seele“, und manchmal nennt man Spiritualität Seele (Hebr. Nefesh) wie geschrieben steht: „Du sollst den Schöpfer von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieben.“

Normalerweise, wenn wir über Spiritualität sprechen, meinen wir ihre höchste Stufe Neshama, damit der Mensch erkennt, dass diese hohe spirituelle Stufe für ihn vorbereitet wurde und das Verlangen in seinem Herzen erwacht, diese Stufe zu erreichen. Er überlegt: Woran liegt es, dass ich diese noch nicht erreicht habe? Im Laufe der Zeit versteht der Mensch, dass ihm zur Erlangung einer Seele die Übereinstimmung mit den Eigenschaften des Schöpfers fehlt. Der Körper besitzt von Geburt an die Selbstliebe (Ego), die den Eigenschaften des Schöpfers entgegengesetzt ist, da der Schöpfer nur gebend ist. Weiterlesen

1984/12 Die Wichtigkeit der Gruppe betreffend

Es ist bekannt, dass man sich immer unter Menschen befindet, die keinerlei Verbindung zur Arbeit auf dem Weg der Wahrheit haben, sondern im Gegenteil denjenigen, die den Weg der Wahrheit gehen, immer Widerstand leisten. Und da sich die Gedanken der Menschen vermischen, durchdringen die Ansichten jener, die den Weg der Wahrheit ablehnen, jene, die ein bestimmtes Verlangen danach haben, den Weg der Wahrheit zu gehen.

Ein Mensch, der ein gewisses Verlangen nach dem Weg der Wahrheit hat, sich aber ständig unter Menschen befindet, die keinerlei Bezug zu diesem Weg haben oder die sich diesem Weg sogar aktiv widersetzen – so ein Mensch wird allmählich von seinem Weg abkommen und dem Einfluss der anderen nachgeben, da die Gedanken der Menschen, die engen Kontakt miteinander pflegen, sich vermischen.

Daher gibt es keine andere Lösung für sie, als eine eigene Gemeinschaft als Rahmenwerk für sich selbst zu gründen – also eine eigene Gemeinschaft, die sich nicht mit anderen Menschen vermischt, deren Ansichten sich von den ihren unterscheiden. Und sie sollten sich stets an den Grund dieser Gemeinschaft erinnern, damit sie nicht der Mehrheit folgen, da das Folgen der Mehrheit unserer Natur entspricht. Weiterlesen

1984/10 Welche Stufe muss der Mensch erreichen, um nicht wiedergeboren zu werden

Frage: Welche Stufe soll man erreichen, um nicht wiedergeboren zu werden?
Im Buch „Shaar HaGilgulim“ (Tor der Wiedergeburten) steht geschrieben: „Alle Kinder Israels müssen wiedergeboren werden, bis sie mit allen NaRaNCHaY vollkommen sind. Aber die meisten Menschen verfügen nicht über alle fünf Teile, NaRaNCHaY genannt, sondern nur über Nefesh, das von Assija kommt.“ Weiterlesen

1984/9 Man sollte immer die Balken seines Hauses verkaufen

“Rabbi Yehuda sagte, ‘Rav sagte: Man sollte immer die Balken seines Hauses verkaufen und Schuhe an den Füßen tragen‘“ (Shabbat, 129). Wir müssen die Genauigkeit über die Dachbalken des eigenen Hauses und die große Bedeutung der Schuhe verstehen bis hin zu dem Punkt, dass letztere den Verkauf der Dachbalken wert sind, sodass man Schuhe an den Füßen tragen kann.

Wir müssen das in Bezug auf die Arbeit interpretieren. Die Korot (Balken) des Hauses stammen vom Wort Mikre (Vorfall/Ereignis) ab, das alles beinhaltet, was ein Mensch in seinem Haus erfährt. Wir nehmen den Menschen durch zwei Unterscheidungen wahr: Durch das Wissen bzw. den Verstand und durch die Gefühle, die wir in unseren Herzen tragen, ob wir nun glücklich oder unglücklich sind. Weiterlesen

1984/8 Welches Einhalten von Tora und Mizwot reinigt das Herz?

Frage: „Wenn wir uns mit der Tora und den Geboten beschäftigen, um eine Belohnung zu erhalten –reinigt das unser Herz? Wie die Weisen sagten: „Ich schuf den Bösen Trieb (Jezer haRa), und ich schuf die Tora zu dessen Korrektur.“ Das bedeutet, dass sie das Herz reinigt. Doch gilt das für jenen, der keine besondere Belohnung erhalten will oder reinigt sie auch das Herz, wenn man nur der Belohnung willen die Gebote einhält? Weiterlesen

1984/7 Was entsprechend „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erklärt wird

Wie bereits gesagt wurde, sind in der Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ alle übrigen 612 Gebote eingeschlossen. Wie unsere Weisen sagen: „Der Rest sind Erklärungen, gehe und studiere“. Das heißt, dass wir mithilfe der Erfüllung der 612 Gebote der Erfüllung des Gebotes „Liebe deinen Nächsten“ und danach auch der Liebe zum Schöpfer würdig werden.

Wenn dem so ist, was gibt uns dann die Liebe zu Freunden? Da bei jedem Menschen die Liebe zum Nächsten nur im Potential angelegt und noch nicht in Erscheinung getreten ist, müssen sich mehrere Menschen zu einer Gruppe vereinigen. Denn selbst wenn man etwas für einen anderen tun soll und in Gedanken auch willig ist, sich vor dem anderen zu annullieren, erkennt man letztendlich, dass man zugunsten eines anderen nicht einmal auf den kleinsten Genuss verzichten kann. Weiterlesen

1984/6 Liebe zu Freunden

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Rabbi Akiva sagte, dass dies eine große Regel (Hebr. auch das Kollektiv) in der Tora ist. Wenn wir uns an dieses Gesetz halten, dann sind darin auch alle Details enthalten; das bedeutet, dass wir letztere ohne Anstrengung und ohne dafür arbeiten zu müssen, erreichen können.

Doch wir sehen, dass die Tora uns sagt: „Was fordert der Schöpfer von dir außer Ihn zu fürchten?!“. Folglich ist also die wichtigste Voraussetzung für den Menschen die Ehrfurcht. Wenn er dieses Gebot der Ehrfurcht erfüllt, sind darin die ganze Tora und alle Gebote enthalten – selbst das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Weiterlesen