1985/2 Die Bedeutung von Zweig und Wurzel

Rabash, Artikel 2, 1985

Die Bedeutung von Wurzel und Zweig. Das Land Israel ist ein Zweig aus der Sefira Malchut. Malchut wird das Kli [Gefäß] genannt, das vom Ausströmenden ausgeströmt wurde, um ein Kli für den Empfang der Fülle zu werden, die der Ausströmende seinen Schöpfungen schenken wollte. Dieses Kli wird Malchut genannt.

Die Reihenfolge sah so aus, dass es zuerst das Gefäß des Empfangens um zu empfangen gab, und dann folgte eine Korrektur, wonach es verboten ist, in diesem Kli zu empfangen, es sei denn, mit dem Ziel, um zu geben, und dann wird die Fülle in dieses Kli eingebracht. Diese Korrektur wurde vorgenommen, damit dann, wenn die Fülle zu den Geschöpfen kommt, es keinen Mangel in ihnen gibt, was „Brot der Scham“ genannt wird.

Stattdessen werden sie in der Lage sein, die Fülle uneingeschränkt zu empfangen, weil es keine Scham in ihnen geben wird, wenn sie die Fülle empfangen. Vielmehr werden sie all die Freude und das Vergnügen nur zum Nutzen des Schöpfers empfangen. Dann werden sie den Überfluss immer weiter ausdehnen, weil sie nicht sagen können, dass sie dem Schöpfer genug gegeben haben und sie Ihn nicht mehr zu beschenken brauchen. Daher werden sie immer einen Grund haben, den Überfluss zu vergrößern.

Das ist nicht der Fall, wenn sie den Überfluss für sich selbst empfangen, d.h. aus Eigenliebe. Dann müssen sie wegen der Scham eingeschränkt sein. Sie werden sagen müssen, dass die Freude und das Vergnügen, das Er uns gegeben hat, genug ist. Deshalb gab es die Korrektur, die Einschränkung genannt wurde, um kein Licht im Kli von Malchut zu empfangen, es sei denn, wir können empfangen, um zu geben.

Die Wurzel von Malchut erstreckt sich nach unten in den körperlichen Zweig, Erez [Land], der ein Zweig der oberen Malchut ist. Dieses Land wird das Heilige Land genannt. Aus diesem Grund gibt es hier im Heiligen Land besondere Korrekturen, d.h. Mizwot [Gebote], die vom Land abhängig sind, wie z.B. Spenden und der Zehnte. Das ist in den anderen Ländern nicht so.

Und es gibt auch eine besondere Wurzel für Jordanien, eine besondere Wurzel für Syrien, eine besondere Wurzel für Babylon und eine besondere Wurzel für den Rest der Länder (siehe Talmud Esser haSefirot, Teil 16, S. 1930). Aus diesem Grund ist der Ort des Tempels in Bezug auf den Zweig und die Wurzel eben das Heilige Land, das heißt, das Land Israel. Dies ist so, nachdem es geheiligt wurde. 

Aber bevor das Volk Israel in dieses Land kam, war es ein Ort der sieben Nationen, die den sieben heiligen Sefirot entsprechen. Sie waren das Gegenteil von Heiligkeit und breiteten sich von Malchut aus, wo es keine Korrektur des Massach [Schirm] gibt, der die Absicht zu geben ist. Aus diesem Grund kamen zuerst die Völker der Welt dorthin, denn so war die Reihenfolge in der Spiritualität: 1) es gab das Auftauchen des Willens zu empfangen 2) die Korrektur, um ihn ins Geben umzuwandeln. Aus diesem Grund gilt für das Heilige Land: 1) Die Nationen der Welt mussten zuerst kommen, denn sie gehören zu Malchut, bevor sie mit einem Massach korrigiert wurden, damit alles um zu geben ist. 2) Danach wird Israel kommen und sie erobern.

Es stellt sich heraus, dass sich das Heilige Land von Malchut aus erstreckt und der Wille des Menschen zu empfangen, sich auch von Malchut aus erstreckt. Aus diesem Grund waren 1) zuerst die Völker der Welt im Land, 2) dann kam das Volk Israel.

So ist es auch im Herzen des Menschen: 1) Zuerst kommt die böse Neigung; 2) und dann kommt die gute Neigung. Alles erstreckt sich von den oberen Wurzeln aus.

Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen dem Herzen des Menschen, das sich von Malchut aus erstreckt, und dem Land Israel, das sich von Malchut aus erstreckt, denn wir sollten zwischen Innerlichkeit und Äußerlichkeit unterscheiden. In der Äußerlichkeit sollte der Ort des Zweiges mit der Wurzel übereinstimmen. Aber in der Innerlichkeit ist es nicht unbedingt der Ort des Zweiges, der ihm entspricht.

Im Land Israel, das auf das Herz eines Menschen ausgerichtet ist, das sich von der Wurzel Malchut aus erstreckt, muss ein Mensch nicht ausdrücklich im Land Israel sein, um mit dem Königreich des Himmels, das „Land Israel“ genannt wird, belohnt zu werden. Innerlich kann ein Mensch mit der Einflößung der Shechina [Göttlichkeit] und mit den größten Errungenschaften auch in Übersee belohnt werden, genau wie alle unsere großen Weisen, die in Übersee waren.

Außerdem können Menschen, die im Land Israel leben, die schlimmsten Verbrecher sein. Das Land Israel, welches das „Heilige Land“ genannt wird, verpflichtet sie in keiner Weise, die Tora und die Mizwot einzuhalten, denn was die Innerlichkeit betrifft, verpflichtet sie die Äußerlichkeit überhaupt nicht, da die Innerlichkeit die Arbeit im Herzen ist, völlig unabhängig von der Äußerlichkeit.

Gleichzeitig gibt es aber auch die Frage der Äußerlichkeit. Das heißt, es gibt eine Regel, dass es verboten ist, das Kaddish zu beten, wenn nicht zehn Männer anwesend sind. Und wir prüfen nicht, ob diese zehn Männer in völliger Furcht sind, sondern wenn zehn einfache Männer zusammenkommen, können sie das Kaddish beten und „segnen“ und aus der Tora lesen usw. Wenn es jedoch neun gerechte Weise gibt, ist es ihnen verboten, das Kaddish zu sprechen und zu „segnen“, weil sich das offenbarte Gesetz nach der Äußerlichkeit richtet und nicht nach der Eigenschaft der Innerlichkeit.

65) Wir können also fragen: „Warum ist es dann verboten, mit den Ersten in der offenbarten Tora nicht übereinzustimmen?“ Weil, was den praktischen Teil der Mizwot [Gebote] betrifft, das Gegenteil der Fall ist: die Ersten waren darin vollkommener als die Letzten. Das liegt daran, dass die Handlung von den heiligen Kelim [Gefäßen] der Sefirot ausgeht (die „Äußerlichkeit“ genannt werden, weil Kelim in Bezug auf die Lichter „Äußerlichkeit“ genannt werden und die Lichter „Innerlichkeit“ genannt werden). Und die Geheimnisse der Tora und der Taamim [Geschmäcker] der Mizwa [Gebot] gehen von den Lichtern in den Sefirot aus. Ihr wisst bereits, dass es eine umgekehrte Beziehung zwischen Lichtern und Gefäßen gibt.“

Es stellt sich heraus, dass in Bezug auf das Offenbarte, gemeint ist der praktische Teil, dieser zur Äußerlichkeit gehört. Daher gibt es in Bezug auf den praktischen Teil Dinge, die nur im Land Israel getan werden können, wie zum Beispiel das Verbot, den Tempel im Ausland zu bauen.

Aber die Innerlichkeit, die das Herz des Menschen betrifft, muss nicht eigens im Land Israel sein, obwohl der Zweig von Malchut eben das Land Israel ist. Dennoch gibt es Vereinigungen. Wenn man eine Vereinigung im Äußeren machen will, muss man diese Vereinigung auch speziell im äußeren Land machen.

Es ist so, dass es eine Vereinigung von ASHAN gibt, was ein Akronym für Olam, Shana, Nefesh [Welt, Jahr, Seele] ist. Das bedeutet, dass diese Vereinigung besonders nach diesen drei Bedingungen aufgebaut sein sollte. Diese sind: Olam [Welt] – speziell der Ort des Allerheiligsten; Shana – in Bezug auf die Zeit sollte es speziell am Jom Kippur [Versöhnungstag] geschehen, der als Shana [Jahr] betrachtet wird; Nefesh [Seele] – in Bezug auf Nefesh, sollte speziell durch den Hohepriester vollzogen werden.

Wenn wir also in Bezug auf die Innerlichkeit vom Herzen des Menschen sprechen, wo er anfängt, dem Schöpfer zu dienen, d.h. die Arbeit, aus der Eigenliebe auszutreten, was „Land der Völker“ genannt wird, und an ihrer Stelle das Volk Israel einzusetzen, dann bedeutet das, dass seine Absicht nur darin besteht, den Schöpfer zu lieben. 

Dann gibt es die Sache von Tag und Nacht.
„Tag“ bedeutet, dass er in Hochstimmung ist, ohne irgendein Bedürfnis nach Korrekturen. Das ist vergleichbar damit, wenn die Sonne scheint und man keine Korrektur vornehmen muss, um die Sonne scheinen zu lassen. Man muss jedoch aufpassen, dass man keine Störungen verursacht, sodass die Sonne nicht dort scheinen kann, wo sie scheinen sollte. So sollte ein Haus ohne Fenster nicht betreten werden, denn das unterbricht das Scheinen der Sonne.

Umgekehrt ist „Nacht“ die Zeit, in der ein Mensch Korrekturen vornehmen sollte, damit es für ihn hell wird. In der Körperlichkeit zum Beispiel ist die Nacht die Zeit, in der es im Haus dunkel ist. Durch Korrekturen, d.h. durch das Aufstellen einer Kerze oder einer Lampe, wird es hell. Ohne Korrekturen, selbst wenn man keine Störungen verursacht, wird ohne Anstrengungen, die man Korrekturen nennt, nichts für ihn leuchten. Stattdessen ist es so, als würde er durch eine schwarze Brille schauen, wohin er auch schaut: alles ist dunkel.

Dies ist eine Zeit, in der man über seinen gegenwärtigen Zustand nachdenken sollte, darüber, wie weit man von der Spiritualität entfernt und in Selbstliebe versunken ist, und dass man keine Chance hat, aus eigener Kraft aus seiner Situation herauszukommen. Zu diesem Zeitpunkt muss er seine wirkliche Situation erkennen – wie der Mensch von Natur aus überhaupt nichts tun kann. Vielmehr, wie unsere Weisen sagten: „Ohne die Hilfe des Schöpfers hätte er es nicht überwinden können.“

Wir sollten jedoch wissen, dass der Schöpfer die Nacht erschaffen hat, und er hat sie sicherlich zu einem bestimmten Zweck erschaffen, nämlich um seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Deshalb fragt sich jeder von uns: Warum hat Er die Dunkelheit, die Nacht erschaffen? Denn nach dem Zweck der Schöpfung hätte Er nur den Tag und nicht die Nacht erschaffen sollen. Der Vers sagt: „Und es wurde Abend und es wurde Morgen, ein Tag“. Das heißt, gerade durch beide, Nacht und Tag, entsteht ein Tag.

Die Nacht wurde jedoch absichtlich so erschaffen, dass sie nicht ohne Korrekturen leuchtet, damit wir die Korrekturen vornehmen, die die Nacht dem Menschen offenbart. Dies ist so, weil die Kelim über der Empfindung der Dunkelheit errichtet sind. Diese sind notwendig, damit sie ein Bedürfnis danach haben, dass der Schöpfer ihnen hilft. Andernfalls besteht keine Notwendigkeit für die Errettung durch den Schöpfer. Das heißt, zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Bedarf an der Tora, die als „das Licht in ihr erneuert ihn“ angesehen wird.

Hierfür gibt es Korrekturen, die „Tora und Mizwot“ genannt werden. Die Tora ist das, was uns in dem Teil enthüllt wird, der als offenbart bezeichnet wird, d.h. Regeln und Geschichten der Väter usw. All das wird Tora genannt. Dieser Teil wird die offenbarte Tora genannt, und die Tora lehrt uns, Mizwot auszuüben und wie wir das machen sollen. Sie erzählt uns auch die Geschichten der Väter.

Wir sollten jedoch wissen, dass es einen verborgenen Teil in der Tora gibt, was bedeutet, dass diese Tora vor uns verborgen ist. Wir sollten wissen, dass die gesamte Tora die Namen des Schöpfers ist, d.h. die Offenbarung der Göttlichkeit, die „Geheimnisse der Tora“ genannt wird, die ein Mensch nach und nach erlangt, nachdem er mit Tora Lishma [um Ihretwillen] belohnt wurde.

Mit den Worten von Rabbi Meir (Awot, Kapitel 6): „Rabbi Meir sagt: ‚Wer sich mit Tora Lishma beschäftigt, wird mit vielen Dingen belohnt, die Geheimnisse der Tora werden ihm offenbart, und er wird wie ein immer fließender Brunnen sein.'“ Es stellt sich heraus, dass der enthüllte Teil der Tora dazu dient, dank ihm in Lishma einzutreten, was bedeutet, dass wir die Fähigkeit haben, jeden Gedanken, jedes Wort und jede Handlung darauf auszurichten, um zu geben.

Danach, wenn er mit Lishma belohnt wurde, beginnt die Beschäftigung mit der verborgenen Tora und den Geschmäckern der Mizwot. Indem er sie ausführt, dehnt er den oberen Reichtum nach unten aus. Und wir haben bereits darüber gesprochen, dass die 613 Mizwot „613 Ratschläge“ sowie „613 Einlagen“ genannt werden.

In der „Einführung in das Buch Sohar“ steht geschrieben: „Der Sohar nennt die Mizwot in der Tora „Einlagen“. Sie werden aber auch „613 Ratschläge“ genannt. Der Unterschied zwischen ihnen ist, dass es bei allem eine Vorder- und eine Rückseite gibt. Die Vorbereitung auf etwas wird als „Rückseite“ bezeichnet, und das Erreichen dieser Sache wird als „Vorderseite“ bezeichnet. In Bezug auf die Vorderseite der Mizwot, die dann „Einlagen“ genannt werden, erklärt Rabbi Shimon die vierzehn oben genannten Einlagen.

Wie wir oben gesehen haben, wird der verborgene Teil „Vorderseite“ genannt, und man wird mit der Vorderseite belohnt, nachdem man mit dem Erreichen von Lishma belohnt wurde.

1986/1 Und Moses ging

Und Moses ging

Artikel Nr.1, Tav-Shin-Mem-Vav, 1985-86

Im Sohar (Absatz 1-3) steht geschrieben: „`Und Moses ging. Rabbi Hiskija begann, `Es führt zur Rechten von Moses der Arm seiner Herrlichkeit, er teilt das Wasser vor ihnen´. Drei heilige Geschwister gingen zwischen ihnen. Wer sind sie? Moses, Aaron, und Miriam. Wir setzten fest, dass Aaron Israels rechter Arm ist, wie es geschrieben steht, `Und es hörte der Kanaanit, König von Arad, dass Israel durch die Stätten zog´. `Durch die Stätten´ heißt, dass Israel wie ein Mensch war, der ohne Arm geht, und sich selbst an jedem Ort unterstützt, denn `Stätten´ bedeutet `Orte´. Dann kämpfte er gegen Israel und nahm einige von ihnen gefangen´, weil sie ohne rechten Arm waren. Komm und sieh, Aaron war der rechte Arm des Körpers, welcher Tiferet ist. Und darüber steht geschrieben,`es führt zur Rechten von Moses der Arm seiner Herrlichkeit´“. Weiterlesen

1984-85 Wenn ein Mensch weiß, was Gottesfurcht ist

Artikel Nr. 35, Tav-Shin-Mem-Hey,1984-85

In dem Wochenabschnitt, Vaetchanan (Absatz 68) im heiligen Sohar heißt es, „Und später im Besonderen, also wenn ein Mensch weiß was Gottesfurcht ist, das heißt, wenn er die Eigenschaft von Malchut selbst erlangt, welche Furcht aus Liebe ist, das Wesen und die Grundlage der Liebe zum Schöpfer, bringt ihn diese Furcht dazu alle Mizwot (Gebote) der Tora zu halten, so dass der Mensch ein treuer Diener des Schöpfers sein wird, wie es sich gehört“, so weit seine Worte. Weiterlesen

1985/86/11 Ein wahres Gebet betrifft einen wahren Mangel

Ein wahres Gebet betrifft einen wahren Mangel

Artikel Nr. 11, Tav- Shin- Mem- Vav, 1985-86

In der Schrift heißt es, „Und dieses sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen. …Da stand ein neuer König über Ägypten auf, der von Josef nichts wusste. … Und die Ägypter zwangen die Söhne Israels zu harter Arbeit…Und es ächzten die Kinder Israels unter der Arbeit, und wehklagten, und ihr Wehklagen über die Arbeit stieg empor zu Gott. Und Gott vernahm ihr Wehgeschrei“. Weiterlesen

1985 22 Die gesamte Tora ist ein heiliger Name

Die gesamte Tora ist ein heiliger Name

Artikel Nr. 22, Tav-Shin-Mem-Hey, 1985

Es steht im Sohar geschrieben (Shmini, Absatz 1): „Rabbi Yitzchak eröffnete, ‘Die gesamte Tora ist ein einziger heiliger Name des Schöpfers, und die Welt wurde in der Tora erschaffen’, die das Werkzeug des Künstlers für die Erschaffung der Welt war“. Im zweiten Absatz steht geschrieben: „Der Mensch wurde in der Tora erschaffen, wie es geschrieben steht, ‘Únd Gott sagte, ‘Lasst uns den Menschen erschaffen…’ Es ist in der Mehrzahl geschrieben. Er sagte zu ihr, ‘Du und ich werden ihn in der Welt gründen’. Rabbi Hiya sagte, ‘Die geschriebene Tora, welche SA ist, und die mündliche Tora, welche Malchut ist, begründeten den Menschen’“.

Drei Dinge sehen wir hier:

  • Die gesamte Tora ist ein heiliger Name
  • Die Welt wurde mit der Tora erschaffen
  • Der Mensch wurde mit der Tora erschaffen

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1984/85/11 Bezüglich des Streits zwischen Jakob und Laban

Zum Hörtext.

Artikel Nr. 11, 1984/85. Artikel unvollständig.

Es steht in der Tora geschrieben, dass bei einem Streit mit Jakob Laban zu ihm sagte: „Deine Töchter sind meine, dein Vieh ist mein, und alles was du hast, gehört mir!“ Im Streit von Jakob mit Esau, sagte Esau: „Ich habe viel von allem, lass deins dein sein.“
Wie Esau, so ist auch Laban Klipa, die unreine Kraft, oder die noch unkorrigierten Wünsche und die unkorrigierten Gedanken des Menschen, denn die Gedanken erscheinen in einem Menschen nur in dem Grad, in welchem sie dem Verlangen, das Gewünschte zu erreichen, helfen können. Weiterlesen

Wahrheit und Glaube

 

Die Bedeutung von Wahrheit und Glaube
Artikel Nr. 3, 1984-1985

Wahrheit und Glaube sind zwei entgegengesetzte Begriffe. Wir sehen, dass es in unseren Gebeten, die von den Mitgliedern der Großen Versammlung (Sanhedrin) zusammengestellt wurden, zwei entgegengesetzte Richtungen gibt. Einerseits ist die Ordnung des Gebetes so aufgebaut, dass man es gerade in der Zeit, in der man einen Mangel hat, sagen muss. Doch haben die Weisen auch gesagt, dass das Gebet aus der Tiefe des Herzens kommen muss, dass der Mangel von ganzem Herzen gespürt wird.

Das heißt, dass es im Herzen keinen Ort gibt, der vollkommen wäre, sondern dass das Herz ausschließlich aus Mängeln besteht. Und je größer dieser Mangel ist, umso eher wird dieses Gebet im Vergleich zu anderen angenommen. Im Buch Sohar steht über den Vers „Ein Gebet für den Armen, wenn er schwach ist und seine Worte vor dem Schöpfer ausschüttet“ (Balak, Punkt 187.88): „Doch es gibt drei Arten von Gebeten: Das Gebet von Moses, ein Gebet, das kein anderer Mensch sagen kann; das Gebet von David, ein Gebet, das kein anderer König sagen kann, und das Gebet eines Armen. Welches davon ist das Wichtigste? Das Gebet des Armen ist wichtiger als das Gebet von Moses oder David und wichtiger als alle anderen Gebete, die es auf der Welt gibt. Was ist der Grund dafür? Das Herz des Armen ist gebrochen. Es steht geschrieben ‚Der Schöpfer ist allen nahe, deren Herzen gebrochen sind’. Und der Arme streitet immer mit dem Schöpfer, und der Schöpfer hört seinen Worten aufmerksam zu.“ So seine Worte.

Nach dem Heiligen Sohar kommt das beste Gebet von einem Menschen mit gebrochenem Herzen, der nichts hat, um seine Seele zu beleben. In diesem Zustand sagt man, dass das Gebet aus der Tiefe des Herzens kommt. Dieses Gebet ist wichtiger als alle Gebete, die es auf der Welt gibt, denn dieser Mensch hat nichts, worüber er sagen könnte „Ich bin nicht wie meine Freunde, weil ich über einen Verdienst verfüge, den meine Freunde nicht haben“. Dieser Mensch ist mit Mängeln überladen und dann ist Platz für ein echtes Gebet aus der Tiefe des Herzens. Das heißt, je größer der Mangel, desto wichtiger ist das Gebet.

Außer dem Gebet selbst, also der Bitte, haben die Weisen noch die Ordnung der Preisungen und Danksagungen vorgeschrieben, die im Widerspruch zu der Bitte selbst stehen. Denn es ist in der Welt üblich, dass man einem anderen dankt, der einem etwas Gutes tut. Und die Größe der Dankbarkeit wird von der Größe des vollbrachten Guten bestimmt. So drückt er seine Dankbarkeit für das Gute aus.

Wenn zum Beispiel ein Freund von einem anderen zur Hälfte bei seinem Unterhalt unterstützt wird, wenn er also durch ihn nur so viel erlangt, dass er seinen Lebensunterhalt zur Hälfte bestreiten kann, ist die geschuldete Dankbarkeit an den anderen unvollständig. Aber wenn ein Freund nicht nur alle Bedürfnisse des anderen befriedigt, sondern ihm noch darüber hinaus etwas gibt, wird ihm Letzterer natürlich mit ganzem Herzen und ganzer Seele danken.

Wenn also der Mensch dem Schöpfer dankt und Ihn preist, und dies von ganzer Seele tut, so muss er natürlich erkennen, dass der Schöpfer alle seine Bedürfnisse erfüllt, sonst ist seine Danksagung nicht vollkommen. Der Mensch muss sich bemühen, zu sehen, dass alle seine Mängel durch den Schöpfer erfüllt werden. Nur dann kann der Mensch dem Schöpfer aufrichtig danken, und gerade das ist das Dienen, das von unseren Weisen in den Gebeten vorgeschrieben wurde.

Es stellt sich heraus, dass das Gebet und die Bitte, die Lieder und Lobpreisungen im Gegensatz zueinander stehen, da im Wesentlichen das Gebet und die Bitte nur dann vollkommen sind, wenn der Mensch im wahrsten Sinne von Mängeln und Wünschen erfüllt ist. Aber wenn es sich um die Danksagung und Preisung handelt, müssen alle Wünsche des Menschen erfüllt sein, damit seine Dankbarkeit aufrichtig ist.

Und man muss verstehen, warum uns die Weisen tatsächlich diese beiden Gegensätze und eine solche Reihenfolge der Gebete vorgegeben haben. Warum war das notwendig und was gibt uns diese Ordnung? Wie kann man diese beiden Gegensätze zusammenführen, die sich doch widersprechen?

Der Heilige ARI sagte (Talmud Esser Sefirot, Seite 788, Punkt 83): „In der Frau muss es zwei Türen geben, die den Fetus einschließen, bevor er sich vollständig entwickelt hat. Auch sollte es eine Kraft in ihr geben, die dem Fetus eine Form gibt.“ Und der Sinn wird so erklärt: „Wenn in der körperlichen Welt die Frau infolge einer Störung in ihren Geburtsorganen eine Fehlgeburt hat, also der Fetus unterentwickelt und nicht in Form von Ibur (Einpflanzung) nach außen kommt, kann man solch einen Vorgang nicht Geburt nennen, denn der Ibur kann in der Welt so nicht existieren. Vielmehr wird dies Fehlgeburt genannt, das bedeutet, der Fetus wurde nicht geboren sondern fiel aus dem Bauch der Mutter und kann nicht leben.“

So ist es auch in den spirituellen Welten und es gibt zwei Unterscheidungen im Ibur:

1) Die Form des Ibur, die Stufe von Katnut, des „kleinen Zustandes“, und das ist seine wahre Form. Aber dieser Zustand gilt als nicht ausreichend. Und wenn an irgendeiner Stelle in dem System der Heiligkeit ein Mangel existiert, ist es ein Punkt der Anhaftung für die Klipot (Schalen). Und diese können zu einer Fehlgeburt führen. Unter Fehlgeburt im Spirituellen wird ein spirituelles Objekt verstanden, bei dem es zu einem Fall kommt, bevor es sich vollständig entwickelt und Gadlut (Größe) erreicht hat.

2) Wir müssen daher verstehen, wie dem Neugeborenen Gadlut gegeben werden kann, während er noch nicht einmal Katnut vollständig empfangen kann, da ihm noch die Kelim (Gefäße) fehlen, in welchen er empfangen könnte um zu geben. Dafür existiert eine Erklärung. Die Weisen sagen, dass der Fetus im Körper seiner Mutter das isst, was die Mutter auch isst und der „Fetus sei der Oberschenkel der Mutter“. Das bedeutet, solange der Fetus der Oberschenkel der Mutter ist, verdient er nichts in seinem eigenen Namen und deshalb bekommt er alles Notwendige nur aus den Kelim der Mutter.

Deshalb kann der Fetus, wenn er noch keine Wünsche hat, in welchen er das Licht des großen Zustandes (Gadlut) empfangen könnte, diesen Zustand durch die Wünsche des höheren spirituellen Objektes, das seine Mutter ist, empfangen, denn der Fetus ist vor der Mutter vollständig annulliert und hat selbst keinerlei Macht. Das wird Ibur genannt, wenn er vollständig vor dem Höheren annulliert ist.

Und wenn der Fetus Gadlut erreicht, ist er vollendet und ganz. Und jetzt haben die Klipot keine Stelle, an die sie sich anheften können, weshalb dies als bremsende Kraft bezeichnet wird. Und dies beschützt den Fetus vom Fallen in der Spiritualität – ebenso wie sich die Mutter in der materiellen Welt bemüht, das Kind, das sie unter ihrem Herzen trägt, zu bewahren, damit ihm nichts Schlimmes passiert. So ist es auch im Spirituellen.

Daraus folgt, dass es in der Arbeit des Menschen zwei Zustände gibt:

Jemandes wahrer Zustand, also Katnut, in diesem Zustand empfindet er alles, was er denkt und macht als unbedeutend und unwichtig. Der Mensch erlebt diesen Zustand, wenn er den Weg der Wahrheit, also den Weg des Gebens wählt. Dann sieht er, wie weit er von der Eigenschaft des Gebens entfernt ist und dass er über keine Kräfte verfügt, eine Handlung des Gebens auszuführen. Und es ist die Stufe der Wahrheit, das bedeutet der wahre Zustand.

Und weil es Katnut ist, kann sich die Sitra Achra anhaften und der Mensch gerät in Verzweiflung. Er tritt in die Arbeit ein, die als Ibur bezeichnet wird, und es kann zu einer Fehlgeburt kommen. Das heißt, der Mensch kann von seiner Stufe abfallen. Und wenn das geschieht, dann benötigt der Mensch einen neuen Ibur und er soll seine spirituelle Arbeit neu anfangen, als hätte er noch nie dem Schöpfer gedient.

Deshalb existiert eine Kraft, die den Fetus vor dem Herausfallen schützt. Der Mensch soll die Empfindung der Ganzheit und der Vollkommenheit haben; er soll fühlen, dass er keinen Mangel in der spirituellen Arbeit hat, dass er dem Schöpfer nah ist, dass er sich in einer vollen Verschmelzung (Dwekut) mit dem Schöpfer befindet. Und niemand kann sagen: „Du hast auf deinem spirituellen Weg keine Fortschritte gemacht, du hast dich umsonst anstrengt und bist unfähig, dem Schöpfer zu dienen. Daher sei wie jeder andere. Warum machst du so viel Lärm darum, dass du auf einer höheren Stufe als alle anderen sein willst, obwohl du keinerlei Befriedigung aus der Arbeit der Allgemeinheit erfährst. Dies gab dir doch den Antrieb, nach Gedanken und Wünschen zu streben, um die Arbeit der normalen Menschen hinter dir zu lassen und dich auf die Suche nach der Wahrheit zu begeben. Es stimmt, dass dies die Wahrheit ist, doch du siehst, obwohl du auf dem Weg der Wahrheit wandeln willst, dass du es nicht kannst; entweder aus Mangel an Talent oder Überwindungskraft, denn du kannst die Selbstliebe nicht überwinden, mit der du geboren wurdest. Daher lass doch diese Arbeit. Verweile nicht in der Niedrigkeit wie der Rest der Menschen und erhöhe nicht aus Stolz dein Herz über deinen Bruder. Es ist besser für dich, dich von diesem Weg zurückzuziehen.“

Um daher nicht in solche Gedanken zu verfallen, braucht er eine bremsende Kraft. Er muss über dem Verstand glauben, dass sein Ausharren auf dem Weg der Wahrheit groß und sehr wichtig ist; und er kann die Wichtigkeit, den Weg der Wahrheit zu gehen, nicht einmal schätzen, denn das ist das ganze Kli, in welchem das Licht des Schöpfers leuchten wird. Jedoch geschieht dies in den Kelim des Höheren. Also weiß der Schöpfer, wenn ein Mensch seine Anhaftung an den Schöpfer fühlen sollte.

In seinen eigenen Kelim spürt er das Gegenteil. Dass er nun schlimmer dran ist als früher, als er noch den Weg der Allgemeinheit ging, als er jeden Tag spürte, dass er gute Taten hinzufügte und Tora und Mizwot. Doch nun, da er den Weg des Individuums betrat und immer die Absicht behalten muss, sich sehr für das Geben anzustrengen und sich von der Selbstliebe zu lösen, sieht er für gewöhnlich, wie sehr er sich der Wahrheit annähert. Er sieht immer mehr von der Wahrheit, und es wird ihm bewusst, dass er unfähig ist, die Selbstliebe zu verlassen.

Doch in den Kelim des Höheren, also über dem Verstand, kann er sich erheben und sagen: „Es ist mir egal, ob ich dem Schöpfer gebe. Ich will, dass der Schöpfer mich an Ihn annähert und der Schöpfer weiß sicherlich, wann die Zeit kommen wird, wo ich spüren werde, dass der Schöpfer mich an Ihn angenähert hat. In der Zwischenzeit glaube ich daran, dass der Schöpfer weiß, was das Beste für mich ist, und darum gibt Er mir die Gefühle, die ich jetzt habe. Doch was ist der Grund dafür, dass der Schöpfer mich auf diesem Weg führen will, dass ich also auf dem Weg des Glaubens annehmen soll, dass Er sich mir gegenüber wohlwollend verhält? Und wenn ich daran glaube, gibt Er mir ein Zeichen: Das Ausmaß der Freude, die ich habe, das Ausmaß an Dankbarkeit, die ich Ihm dafür zolle und wie sehr ich Ihm danke und Seinen Namen preise. Gewiss müssen wir sagen, dass es zu unserem Vorteil ist, dass wir speziell durch den Glauben das Ziel erreichen, welches „empfangen um zu geben“ genannt wird. Andernfalls würde uns der Schöpfer sicherlich auf den Weg des Wissens führen und nicht auf den Weg des Glaubens.

Warum sind zwei Begriffe nötig, die sich im Widerspruch befinden. Einerseits sollen wir den Weg der Wahrheit gehen und uns unseres jetzigen Zustandes bewusst sein, in dem wir fühlen, dass wir uns vom Egoismus nicht entfernen und uns der Nächstenliebe nicht annähern können. Und andererseits sollten wir uns wünschen, die Welt wäre in „Möge Sein gesegneter Name wachsen und geheiligt sein.“

Und wenn wir sehen, dass die Spiritualität noch immer nicht wichtig ist, spüren wir einen großen Mangel und wir sehen, wie sehr wir das bereuen und wie sehr es uns schmerzt, dass wir von Ihm entfernt sind. Das nennt man „Wahrheit“, und das ist der Zustand, den wir entsprechend unserer Wahrnehmung in unseren Kelim spüren.

Und es wurde uns auch der Weg des Glaubens gegeben, welcher über dem Verstand ist und nicht unsere Wahrnehmung und unsere Vernunft in Betracht zieht, sondern sagt, wie geschrieben steht: „Sie haben Augen und sehen nicht. Sie haben Ohren und hören nicht.“ Vielmehr sollten wir glauben, dass der Schöpfer gewiss der Messias ist und Er weiß, was gut und was schlecht für mich ist. Daher will Er, dass ich mich so fühle, und mir selbst ist es egal, da ich arbeiten will, um zu geben.

Daher ist das Wichtigste für mich, dass ich die Arbeit des Schöpfers brauche. Und obwohl ich keine Ganzheit in meiner Arbeit spüre, bin ich trotzdem aus der Perspektive des Höheren – in dessen Kelim – vollständig, wie geschrieben steht: „Die Vertreibung wird keine Vertreibung von Ihm sein“. Daher bin ich zufrieden mit meiner Arbeit und darüber, dass ich das Privileg habe, dem König zu dienen, selbst auf der niedrigsten Stufe. Das sehe ich auch als ein großes Privileg an, dass der Schöpfer mir erlaubt hat, mich Ihm zumindest bis zu einem gewissen Grad anzunähern.

Dies gibt uns zwei Dinge: 1) In Bezug auf die Wahrheit, sieht er seinen wahren Zustand; dass er Platz für ein Gebet hat, denn dann hat er Platz für einen Mangel. Dann kann er beten, dass der Schöpfer seinen Mangel füllen wird und dann kann er durch die Grade der Heiligkeit aufsteigen. 2) Der Weg des Glaubens, der Ganzheit bedeutet, dass er von hier aus den Schöpfer loben und Ihm danken kann, und dann kann er in Freude sein.

1984/85, 29 Der Herr ist allen nahe, die Ihn rufen

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1984/85, Artikel 29

Im Sohar, Chukat (Absatz 78) heißt es: „Jeder, der Oben Dinge erwecken will – ob in Taten oder Worten – wenn die Tat oder das Wort nicht in gebührender Weise ausgeführt werden, wird nichts erweckt. Alle Menschen in der Welt gehen zur Synagoge, um Oben etwas zu erwecken, aber es gibt wenige, die sich darauf verstehen, etwas zu erwecken. Der Schöpfer ist all jenen nahe, die Ihn rufen und eine Sache in gebührender Weise zu erwecken wissen, aber wenn sie Ihn nicht zu rufen wissen, ist Er nicht nahe, wie geschrieben steht ‚Der Herr ist allen nahe, die Ihn rufen, all jenen, die Ihn in Wahrheit rufen‘. Was ist in Wahrheit? In Wahrheit bedeutet, dass sie sich darauf verstehen, eine wahre Sache in gebührender Weise zu erwecken. Und so ist es in allem“.

Das bedeutet, dass jemand, der Ihn nicht zu rufen weiß, nicht in die Synagoge gehen sollte, da sein Gebet nicht angenommen wird, da er Ihn nicht zu rufen weiß. Somit gibt es hier eine Ausrede, weswegen er erklärte, dass es nicht ausreicht, nicht in die Synagoge zu gehen, weil er sich nicht darauf versteht, Ihn zu rufen. Deswegen muss ein Mensch wissen, was er tun soll, um das Wissen zu erwerben, wie er den Schöpfer rufen sollte, um Ihm nahe zu sein. Weiterlesen

1985/13 Komm zum Pharao, 2

Artikel Nr. 13, 1985-86

Der Heilige Sohar fragt, warum geschrieben steht: „Komm zum Pharao“, obwohl es scheinbar heißen müsste: „Geh zum Pharao“. Doch der Schöpfer sah, dass Moses gottesfürchtig war, während die anderen hohen Gesandten es nicht schafften, das Volk näher an Ihn heranzubringen. Daher sagte der Schöpfer: „Siehe, ich werde dich zu Pharao führen, dem ägyptischen König, dem großen Krokodil, das in seinem Nil sitzt“. Obwohl doch scheinbar der Schöpfer selbst mit ihm Krieg führen sollte, wie geschrieben steht: „Ich – Gott“, also „Ich, und kein Gesandter.“ (Siehe Beginn des Kapitels Bo). Weiterlesen

1985/4 Dies sind die Nachkommen Noahs

Artikel Nr. 4 1984/85

„Dies sind die Nachkommen Noahs. Noah war ein gerechter, untadeliger Mann in seiner Generation; mit Gott wandelte Noah.“ (1. Buch Moses 6, 9)

Kommentar von Rashi. Dies lehrt uns, dass das Wesentliche der Nachkommen der Gerechten gute Taten sind. Rashi erklärt: Warum heißt es: „Dies sind die Nachkommen Noahs”? Es hätte doch die Namen seiner Söhne heißen sollen, nämlich Shem, Cham und Jafet. Und warum steht geschrieben: „Dies sind die Nachkommen Noahs. Noah war ein gerechter, untadeliger Mann”? Darüber erklärt Rashi, dies ist aufgrund der Tatsache, dass das Wesentliche daran ist, dass die Nachkommen der Gerechten gute Taten sind. Weiterlesen

1986/17 Die Agenda der Versammlung 2

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Artikel Nr. 17, 1986

Es ist wie unsere Weisen schrieben (Brachot 32): Rabbi Shamlai sagte: „Man muss immer den Schöpfer preisen und dann beten.” Woher haben wir das? Von Moses, wie geschrieben steht: „Und ich flehte.” Baal HaSulam interpretierte, wenn jemand von jemand anderem einen Gefallen will, dann sollte er wissen a) ob dieser hat, worum er gebeten wird, denn wenn er es nicht hat, dann gibt es keinen Grund zu fragen, und b) dass er ein freundliches Herz hat. Denn er könnte haben, worum er gebeten wird, jedoch nicht die Güte zu geben. Weiterlesen

1985/36 Und es war Abend und es war Morgen

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Artikel Nr. 36, 1984-85

Der Heilige Sohar sagt über den Vers: „Und es war Abend und es war Morgen“ (Genesis 3 und Punkt 151 im Sulam Kommentar). „Und es war Morgen“, wie der Text schreibt, bedeutet, dass es sich von der Seite der Dunkelheit ausdehnt, damit ist Malchut gemeint. ‚Und es war Morgen‘ bedeutet, dass es sich von der Seite des Lichtes ausdehnt, welche Seir Anpin ist. Weiterlesen

1985/3 Die Bedeutung von Wahrheit und Glaube

Zum Hörtext.

Artikel Nr.3, 1984-1985

Wahrheit und Glaube sind zwei entgegengesetzte Begriffe. Wir sehen, dass es in unseren Gebeten, die von den Mitgliedern der Großen Versammlung (Sanhedrin) zusammengestellt wurden, zwei entgegengesetzte Richtungen gibt. Einerseits ist die Ordnung des Gebetes so aufgebaut, dass man es gerade in der Zeit, in der man einen Mangel hat, sagen muss. Doch haben die Weisen auch gesagt, dass das Gebet aus der Tiefe des Herzens kommen muss, dass der Mangel von ganzem Herzen gespürt wird. Weiterlesen

1985/86/21 Über dem Verstand betreffend

Was „Über dem Verstand“ betrifft, so sollten wir dieses Instrument sowohl zwischen dem Menschen und seinem Freund als auch zwischen dem Menschen und dem Schöpfer verwenden. Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen ihnen. Zwischen einem Menschen und dem Schöpfer muss dieses Instrument für immer bestehen bleiben. Mit anderen Worten, man darf dieses Werkzeug, genannt „Glaube über dem Verstand“ niemals geringschätzen. Und zwischen Freunden – wenn man den Vorteil seines Freundes innerhalb seines Verstandes sehen kann, ist es umso besser. Weiterlesen

1985/16 Aber je mehr sie sie peinigten

Artikel Nr. 16, 1984-85

Es steht geschrieben: „Je mehr sie sie peinigten, umso stärker vermehrten sie sich, und desto mehr breiteten sie sich aus, damit sie Furcht vor den Söhnen Israels bekamen“ (Exodus 1:12). Die Worte „Je mehr sie sie peinigten“ bedeuten, so wie sie geplagt wurden, so werden sie sich auch vermehren und sich im selben Ausmaß ausbreiten. Es sieht aus, als wäre es eine Bedingung, dass es in der Arbeit weder Vermehrung noch Verbreitung geben kann, wenn es zuvor nicht das Leiden gibt. Weiterlesen

1985/14 Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte

Artikel Nr. 14, 1984-85

Der Vers sagt: „Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte, und es gibt keinen Gott außer Mir.“ Es ist bekannt, dass man um Dwekut mit dem Schöpfer zu erreichen, seine Arbeit auf das Geben ausrichten muss. Jedoch erfolgen Arbeit und Erziehung – entsprechend dem, was ein Mensch empfangen hat – in Lo Lishma [nicht für Ihren Namen], wie Maimonides sagt (Die Gesetze der Reue, Kapitel 10): „Die Weisen sagten: ‚Man sollte sich immer mit der Tora beschäftigen, sogar in Lo Lishma, da man von Lo Lishma zu Lishma [für Ihren Namen] kommen wird.‘ Weiterlesen

1985/13 Mächtiger Hort meiner Erlösung

Artikel Nr. 13, 1984-85

Im Chanukka-Lied sagen wir: „Mächtiger Hort meiner Erlösung, Dich zu preisen ist Entzücken; erneuere mein Gebetshaus, und wir werden dort ein Dankesopfer bringen.“ Das Lied beginnt mit Worten des Preisens „Dich zu preisen ist Entzücken“ und setzt fort mit Worten des Gebetes „erneuere mein Gebetshaus“. Nachher sagt es wieder Worte des Dankes und des Preisens: „Und dort werden wir ein Dankesopfer bringen.“ Weiterlesen

1985/8 Mach dir einen Rav und kauf dir einen Freund (Teil 2)

Zur Hörbuch Version.

Artikel Nr. 8, 1984 – 85

Was wir im Artikel 1 (1984-1985) erläuterten, bedarf noch einiger Erklärungen. Es ist notwendig, folgendes zu unterscheiden: a) Zwischen dem Menschen und dem Schöpfer, b) Zwischen dem Menschen und seinem Freund in der Gruppe, c) Zwischen dem Menschen und den anderen Menschen, die nicht seine Freunde sind, obwohl es heißt: „Ganz Israel sind Freunde“. Weiterlesen

1985/1 Mach Dir einen Rav und kauf Dir einen Freund (Teil 1)

Zur Hörbuch Version.

In der Mishna (Awot, 1) sagt Yehoshua Ben Perachia: „Mach dir einen Rav, kaufe dir einen Freund, und beurteile jeden Menschen wohlwollend.“ Wir sehen, dass es hier drei Dinge gibt:

1) Mach dir einen Rav,

2) kauf dir einen Freund,

3) und beurteile jeden Menschen wohlwollend. Weiterlesen