Aufstiege – Abstiege

…Somit verweist jede Form auf die ihr entgegengesetzte. Daraus folgt, dass alle Abstiege, die der Mensch fühlt, wenn er zur Trennung vom Schöpfer gelangt, ihm die Gelegenheit geben, zwischen diesen gegensätzlichen Zuständen zu unterscheiden. Aus den Abstiegen soll also der Mensch das Verständnis des Nutzens der Aufstiege erhalten. Anders hätte der Mensch keine Möglichkeit, die Wichtigkeit dessen wert zu schätzen, dass man ihn von Oben näher bringt und ihm Aufstiege gewährt. Und er hätte keine Möglichkeit, sich der Wichtigkeit bewusst zu werden, die er offenbaren könnte. Dies ist wie im Beispiel eines Menschen, dem man Essen gibt, der aber niemals Hunger verspürt hat.

Somit verursachen in ihm die Abstiege, also die Zeiten der Trennung, die Wichtigkeit der Anhaftung in den Aufstiegen. Und die Aufstiege rufen im Menschen den Hass auf Abstiege hervor, die ihm die Trennung bringen.

Baal HaSulam, Shamati 34

spirituelle Funken

Die Wahl der guten Umgebung

Es ist unmöglich, sich selbst über seinen eigenen Kreis zu erheben. Folglich ist der Mensch verpflichtet, von seiner eigenen Umgebung zu saugen. Und er hat keinen anderen Rat außer dem Weg der Tora und vielen Anstrengungen.

Wenn der Mensch für sich selbst eine gute Umgebung wählt, erspart er sich demzufolge Zeit und Anstrengung, da er entsprechend seiner Umgebung geformt wird, also ihr folgt.

 

Baal HaSulam, Shamati 225

spirituelle Funken

Das wahre Zittern

Und es existieren viele Stufen von Angst, wie in der Einführung zum Sohar geschrieben steht: „Das Zittern: die Grundlage liegt darin, dass der Mensch vor seinem Herrn zittert, denn Er ist groß und allmächtig, Er ist die Grundlage und die Wurzel aller Welten und alles ist nichtig vor Ihm“. Und aus der Erklärung dazu lernen wir, dass es drei Arten von Angst vor dem Schöpfer gibt, und nur eine davon gilt als die Wahre.

1) wenn man vor dem Schöpfer zittert und Seine Gebote einhält, damit seine Kinder leben und um körperlicher oder finanzieller Bestrafung zu entgehen. Das ist die Angst vor der Bestrafung in dieser Welt.

2) wenn man auch Angst vor der Hölle hat

Und keine davon ist das wahre Zittern, denn das Zittern resultiert nicht daraus, dass dies ein Gebot des Schöpfers ist, sondern aus dem Eigennutz. So ist hier der Eigennutz die Wurzel und das Zittern der Zweig und eine Folge des Eigennutzes.

3) „Das Zittern, das eine Grundlage ist“, d.h. er zittert vor dem Schöpfer, weil Er groß ist und über allem herrscht. Er ist groß, Er ist die Wurzel, aus welcher alle Welten austreten.

Und aus dem Gesagtem folgt, dass die Grundlage des Zitterns der Glaube an Seine Großzügigkeit ist, denn die Großzügigkeit und Wichtigkeit sind im Wesentlichen der Grund, der uns zur Erfüllung von Tora und Geboten verpflichtet, und nicht der Eigennutz. Wie es dort noch geschrieben steht: „Damit er sein Herz und seine Wünsche an einen Ort setzt, damit er an seinem Zittern mit Verlangen und Leidenschaft, die dem Befehl des Königs würdig und angemessen sind, anhaftet. Und zu der Zeit, wo der Mensch solchen Glaubens gewürdigt wird, bei welchem er in seinem Herzen die Größe des Schöpfers spürt, annulliert sich sein Körper, also all seine Gedanken, Wünsche und Handlungen annullieren sich vor dem Schöpfer wie eine Kerze vor einer Fackel.

 

Rabash 1987/88, Artikel Nr. 13

spirituelle Funken

„Die Welt wurde für mich erschaffen“

Einführung zu TES, Punkte 67-68

67. In Wahrheit bedürfen ihre Worte eines ausführlichen Kommentares. Schließlich sollte die Gottesliebe zu uns nicht als eine Mizva kommen, da wir uns nicht zur Gottesliebe zwingen können. Sie kommt vielmehr von selbst – nach der vollständigen Erfüllung der 612 Mizwot. Daher sind die 612 Mizwot für uns eigentlich ausreichend; warum wurde diese Mizva dann geschrieben?

68. Um dies begreifen zu können, müssen wir zuerst ein echtes Verständnis in der Natur der Gottesliebe selbst erlangen. Wir sollten wissen, dass alle Neigungen, Tendenzen und Eigenschaften, die anerzogen sind, um dem Freund zu dienen, auch bei der Arbeit für Gott benötigt werden.

Zuerst wurden sie nur aufgrund ihrer endgültigen Funktion, als endgültiger Zweck des Menschen erschaffen und eingeprägt, wie geschrieben steht: „Er, der vertrieben wurde, sollte kein Ausgestoßener von Ihm sein.“ Man benötigt sie alle, um sich auf dem Weg des Empfangens der Fülle zu vereinen und den Willen Gottes zu komplettieren.

Das ist gemeint mit „Jeder, der bei Meinem Namen genannt ist und den ich um Meiner Ehre erschaffen habe“ (Isaiah 43; 7), und auch “Der Herr hat alle Dinge für Seine Zwecke gemacht“ (Sprüche 16; 4). In der Zwischenzeit jedoch ist dem Menschen gegeben, eine ganze Welt zu entwickeln und alle diese natürlichen Neigungen und Attribute zu vervollständigen, indem er sich mit anderen Menschen beschäftigt, und sie auf diese Weise zu ihrem vollendeten Zweck zu führen.
Es steht geschrieben “Man muss sagen: Die Welt wurde für mich erschaffen.“ Für einen Menschen ist die ganze Gesellschaft erforderlich, da er dadurch Eigenschaften und Neigungen entwickelt, die ihn dafür qualifizieren, ein geeignetes Werkzeug für Seine Arbeit zu werden.

 

Baal HaSulam: Einführung zu TES, Punkte 67-68

spirituelle Funken

Zwischen der Wahrheit und der Lüge

Wenn also der Mensch faul bei der Arbeit ist, ist er nicht in der Lage, die Wahrheit darüber zu sehen, wie er in der Lüge versinkt. Und nur wenn wir unsere Bemühungen in der Tora und den Mizwot mehren, um unserem Erschaffer Freude zu bereiten, nur dann können wir die Wahrheit sehen, wie wir den Irrweg (den Weg der Lüge) gehen, der als LoLishma bezeichnet wird. Und das ist der Zwischenpunkt zwischen der Wahrheit und der Lüge.

Daher sollten wir uns auf dem Weg des Schöpfers festigen, wie mein Vater und Lehrer uns beauftragte, und mögen wir uns in fester Überzeugung bekräftigen, damit jeder Tag für uns wie ein neuer Beginn ist, indem man ständig die Grundlage erneuert. Dadurch werden wir eines Fundaments würdig werden, das niemals einstürzen wird, und wir werden vorwärts schreiten.

 

Baal HaSulam, Brief Nr. 16 Der Einfluss des Umfeldes auf den Menschen

spirituelle Funken

„Ich bin der Herr (HaWaYaH), ich ändere mich nicht.“

Es steht geschrieben: „Bis der Tag kühl wird und die Schatten schwinden.“ Und man muss verstehen, was „die Schatten“ in der spirituellen Arbeit bedeuten und was zwei Schatten sind. Und zwar wird die Zeit, in der der Mensch noch nicht die Existenz der Höheren Lenkung spürt, welche die Welt durch die Eigenschaft „gut und Gutes tuend“ lenkt, als Schatten definiert, der die Sonne verbirgt.

Das bedeutet, so wie ein physischer Schatten, der die Sonne verbirgt, keinesfalls die Sonne selbst beeinflusst, die weiterhin aus voller Kraft leuchtet, so bewirkt ein Mensch, der die Existenz der Höheren Lenkung nicht verspürt, keinerlei Veränderungen Oben. Denn Oben ändert sich nichts, wie es geschrieben steht: „Ich bin der Herr (HaWaYaH), ich ändere mich nicht.“

Alle Veränderungen finden stattdessen in den Empfängern statt.

 

Baal HaSulam Shamati 8

spirituelle Funken

Du hast alles

Was der Schöpfer dir gegeben hat ist ganz einfach: ein kostenloses Geschenk: Bedingungen die niemals – weder intern noch extern – in der Welt existiert haben. Du hast Unterstützung aus anderen Ländern, Menschen aus der ganzen Welt schließen sich uns an, dir ist ein Lehrer gegeben, der dir erklärt wie du handeln solltest; du hast alles

Handbuch der Absichten  Punkt 48

spirituelle Funken

Es ist so einfach!

Jeder von uns muss seinem Zustand während der Zeit des Studiums Beachtung schenken und beachten, dass alle von uns zusammenarbeiten. Wir brauchen diese beiden Faktoren: Jeder arbeitet an seinem inneren Zustand und zusammen arbeiten wir in Bezug zum Schöpfer. Das ist alles. Wir brauchen nichts anderes. Es ist so einfach.

Handbuch der Absichten  Punkt 29

Die großen Kabbalisten bis Baal HaSulam

Schlüsselfiguren in der Geschichte der Kabbala

aus: Die verborgene Weisheit der Kabbala

Vom ersten Gedanken zum ersten Menschen

Die Geschichte der Kabbala entspricht der Geschichte der Schöpfung. Der Schöpfungsgedanke lässt die Welt entstehen. Der Schöpfungsgedanke wird als Wurzelphase oder Phase Null bezeichnet. Phase Null erzeugt vier weitere Phasen, die dann die spirituelle Welt Adam Kadmon (der Erste Mensch) erschaffen. Aus Adam Kadmon entstehen vier weitere spirituellen Welten mit den Namen Azilut, Briah, Yetzira, und Assiya.

Am Ende der Welt Assiya findet sich der „Punkt dieser Welt“, welcher sich in das materialisierte, was Sie und ich unter Universum verstehen. Innerhalb unseres Universums existiert eine Galaxie mit dem Namen „Milchstraße“, und in dieser Galaxie gibt es den kleinen Planeten Erde. Die Entwicklung der Erde von der feurigen Lava bis zum Abkühlen der Meere, dem Auftürmen der Berge und dem Zerfallen der Landmassen in die Kontinente dauerte viele Millionen Jahre.

Es ist die physische Entwicklung, die mit der Entwicklung der spirituellen Wurzelphase parallel verläuft. Als sich die Erde abkühlte, entwickelte sich das pflanzliche Leben, welches fortan für mehrere Millionen Jahre den Globus beherrschte. Später erschienen die ersten Tiere.

Das letzte Tier der Evolution, Sie werden es bereits erraten haben, war der Mensch. Der Mensch tauchte zum ersten Mal vor mehreren Zehntausenden Jahren auf. Zuerst lebten die Menschen wie Tiere und ernährten sich von dem, was gerade verfügbar war. Allmählich entwickelte sich der Mensch weiter und wurde zum ersten Geschöpf, das sich Fragen über die Herkunft seiner eigenen Existenz stellte: Adam. Ja, dieser Adam. Aus diesem Grund wird Adam von Kabbalisten als die erste Person bezeichnet, welcher die Spiritualität erreichen wollte, um die Quelle seiner eigenen Existenz zu ergründen.

Wenn Sie auf diese kurze Geschichte der Evolution zurückblicken, stellen Sie vielleicht fest, dass es immer fünf Phasen gibt, bevor eine große Veränderung auftritt. Kabbalisten beschreiben diese fünf Phasen als die fünf spirituellen Welten und fünf Phasen in der physischen Welt: unbelebt, pflanzlich, tierisch, menschlich und spirituell.

Praxistipp:

Wenn wir über die Entwicklung vom Leblosen über das Pflanzliche, Tierische bis hin zum Menschen sprechen, denken wir automatisch an Darwin oder die aus unseren Glaubenssystemen entspringenden Schöpfungsinterpretationen. Aber Sie sollten wissen, dass gemäß der Kabbala der einzige Grund für das Hervortreten einer neuen Entwicklungsstufe die Vollendung der vorherigen Stufe ist. Wenn eine Phase vollendet wird, ist dies der Antrieb für das Erscheinen einer neuen Stufe.

Adam

Adam, der Lebensgefährte von Eva und vorübergehende Bewohner des Gartens Eden, markiert das Ende der Evolution und damit den Beginn der Spirituelle Phase. In Kabbala wird Adam als die Wurzelphase der menschlichen Spiritualität betrachtet. Deshalb wird er auch Adam haRishon – der „Erste Mensch“ genannt.

Adam war auch der erste Mensch, der ein Kabbalabuch schrieb: HaMalaach Raziel (Der Engel des Geheimnisses Gottes), ein kleines Buch, das einige Zeichnungen und Tabellen enthielt. (Obwohl die Kabbalisten diese Arbeit Adam zuschreiben, gibt es keinen schriftlichen Beweis, dass er tatsächlich dessen Autor ist). Der Name HaMalaach Raziel kommt aus den hebräischen Wörtern Malaach (Engel), Raz (Geheimnis), und El (Gott). HaMalaach Raziel offenbart uns die Geheimnisse des Schöpfers.

Die kabbalistische Tradition besagt, dass Adam HaMalaach Raziel vor mehr als 5.769 Jahren schrieb. Adam verwendete Allegorien und Metaphern, um uns zu erzählen, wie er fühlte, dass er in zwei Welten, der irdischen und der spirituellen, lebte. Er fühlte die gesamte Höhere Existenz, aber er konnte sie nicht so beschreiben, dass wir es heute verstehen könnten. Er empfand es gefühlshaft und schilderte es uns so gut er konnte.

Wenn Sie in HaMalaach Raziel lesen, ist es offensichtlich, dass der Autor kein unzivilisierter, ungebildeter Mammutjäger war. Adam war ein Kabbalist eines hohen Grades, welcher die grundsätzlichen Geheimnisse der Entwicklung auf seiner spirituellen Reise entdeckte. Er studierte die Höhere Welt, in der sich unsere Seelen vor ihrem Abstieg in diese Welt befanden und wohin sie nach dem körperlichen Tod zurückkehren. Entsprechend Adams Erkenntnis vereinigen sich diese Seelen in eine Seele und bauen etwas, das wir „Mensch“ nennen, von dem wir aber nur noch Bruchstücke sind. In Kapitel 8 erfahren wir mehr darüber, wie dies funktioniert.

Tipps und Tricks:

Kabbalistische Bücher sind voll gepackt mit bildhaften Beschreibungen von Eseltreibern bis zu fliegenden Türmen. Infolgedessen können wir uns leicht zu Schlussfolgerungen verleiten lassen, dass es Welten gibt, wo diese Dinge tatsächlich auf physischem Niveau geschehen. Sie tun es nicht. Alle Geschichten in der Kabbala beschreiben die Verbindung des Menschen mit dem Schöpfer, seine Stufe des Altruismus und die Anstrengungen, ein Altruist zu werden. Daher ist es für Sie wichtig, mit einem Lehrer zu studieren, der Ihnen die richtigen Erklärungen geben kann und Sie auf die Erde zurückholt.

Abraham

Abraham kam 20 Generationen nach Adam und war der erste, der „organisierte Kabbalaunterrichte“ abhielt. Er staunte über die Wunder der menschlichen Existenz, stellte sich Fragen über den Schöpfer und entdeckte so die Höheren Welten.

Abraham übermittelte seine Methode zur Erkenntnis der Höheren Welten an die folgenden Generationen. Auf diese Weise wurde Kabbala über viele Jahrhunderte von Lehrer zu Schüler übertragen. Jeder Kabbalist fügte seine einzigartige Erfahrung und Persönlichkeit dieser Sammlung von Erkenntnissen hinzu.

Abraham lebte in Mesopotamien (dem heutigen Irak) und wie alle Einwohner betete er die Sonne, den Mond, die Steine und die Bäume an. Doch eines Tages fragte er sich: „Wie wurde die Welt geschaffen?“ „Warum dreht sich alles um uns?“ und „Was ist der Sinn des Lebens?“ Es muss tatsächlich eine Bedeutung im Leben geben, einen Anfang, ein Ende, eine Ursache und deren Wirkung. Es muss eine Kraft geben, die alles in Bewegung bringt! Abraham stellte sich jene Fragen, sah und fühlte schließlich durch das Bild unserer Welt dasselbe wie Adam, dass er nämlich gleichzeitig in zwei Welten lebte, in der spirituellen und der materiellen.

Ja, es waren immer dieselben Fragen, die der Kabbala zu ihrem heutigen Stellenwert verhalfen.

Wie all die Kabbalisten nach ihm schrieb Abraham über seine Eindrücke. Sein Buch Sefer Yetzira (Das Buch der Schöpfung) ist ein weiterer wichtiger Text nach HaMalaach Raziel. Sefer Yetzira ist im Vergleich zu vielen anderen Kabbalabüchern aber ein eher kurzer Text. Abraham schrieb dieses Buch nicht, um über die Erkenntnis der Höheren Welten zu lehren, sondern um jene spirituelle Gesetze zu skizzieren, die er über der spirituellen Welt erfasste.

Die Kabbalisten betrachten dieses Buch als schwer verständlich, weil es für Menschen geschrieben wurde, die vor Tausenden von Jahren lebten; damals waren die Seelen nicht so grob, wie sie es heute sind. Sie konnten das Buch trotz seines geringen Umfangs verstehen. Heute brauchen wir dafür einen viel ausführlicheren und erklärenden Text. Es ist auch der Grund, warum Baal HaSulam Kommentare zum Buch Sohar und Baum des Lebens schrieb.

Abraham verbreitete seine Kenntnisse über die Spiritualität. Es steht geschrieben, dass er vor seinem Zelt saß und die Menschen hinein bat. Dort sprach er über die jenseitige Welt und seine Erfahrungen. Schließlich wurden die Gäste, die Abraham in sein Zelt eingeladen hatte, zur ersten „Studiengruppe“ in der Geschichte der Kabbala.

Moses

Der Name Moshe (Moses) kommt aus dem hebräischen Wort Moshech (das Ziehen), wie das Herausziehen aus dieser Welt – dem Vergänglichen – dem von der Zeit Abhängigen. Moses wurde befohlen, seine Erkenntnisse schriftlich zu veröffentlichen und Lernzentren zu gründen.

Moses hatte 70 Schüler, und Yehoshua Ben Nun (Joshua, Sohn des Nun) war derjenige, der ihm nachfolgte. Moses tat mehr als die Höhere Welt nur zu erforschen. Er beschäftigte sich auch mit der praktischen Umsetzung seiner Erkenntnisse wie zum Beispiel dem Auszug aus Ägypten. Durch seine Weisheit und mit Hilfe der Höheren Kräfte, die er von Oben empfing, brachte er die Menschen Israels aus dem Exil.

Danach schrieb er ein Buch, mit Hilfe dessen jeder Mensch die Höhere Welt „erobern“ konnte. Man konnte Ägypten geistig verlassen und aufhören, Götzen anzubeten. Man bekam Zugang zum spirituellen Israel – Azilut, einer Welt der Ewigkeit und Ganzheit.

In der Tora (Fünf Bücher Moses) – der Name beinhaltet Or (hebräisch Licht) findet der Mensch Mittel für seinen Fortschritt in der spirituellen Welt; denn jeder Mensch ist fähig, das gesamte Bild der Schöpfung selbst zu enthüllen. Sie können das gewünschte Ergebnis und das endgültige Ziel erreichen, indem Sie einfach nur lesen und die Anweisungen richtig deuten. Damit sind Sie in der Lage, die spirituelle Stufe Moses zu erreichen.

Rashbi (Rabbi Shimon Bar Yochai)

Das Buch Sohar (Das Buch des Glanzes) ist das nächste und wahrscheinlich berühmteste Werk in der Kabbala und wurde von Rabbi Shimon Bar Yochai (der „Rashbi“) um das Jahr 150 v. Ch. geschrieben. Rashbi war ein Schüler von Rabbi Akiva (40 – 135 v. Ch.), welcher in erster Linie wegen seiner Ausführungen betreffend die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ berühmt wurde.

Rabbi Akiva erlitt ein grausames Schicksal. Er und mehrere seiner Schüler wurden gefoltert und von den Römern getötet, da sich diese durch Akivas Kabbala Unterrichte bedroht fühlten. Sie zogen ihm die Haut ab und schälten seine Knochen mit einem Eisenstriegel, den sie für gewöhnlich für ihre Pferde verwendeten.

Leckerbissen

Akademiker und Kabbalisten sind sich uneinig über die Herkunft des Sohar. Kabbalisten führen den Sohar auf Rabbi Shimon und die Akademie von Rabbi Moshe de Leon aus Spanien (13. Jhdt.) zurück. Baal HaSulam stellt klar fest, dass Der Sohar von der höchsten spirituellen Stufe geschrieben wurde. Nur eine so entwickelte Seele wie Rabbi Shimon, und nicht ein Kabbalist der Stufe von Moshe De Leon könne es geschrieben haben, obwohl auch letzterer ein respektierter Kabbalist war. Baal HaSulam sagte sogar, dass Der Sohar von einer solch hohen Stufe aus geschrieben wurde, dass es ihn nicht überraschen würde, dass Moses selbst ihn schrieb.

In der Höhle

Eine Plage tötete fast alle 24.000 Studenten Rabbi Akivas. Kabbalisten sahen in dieser Plage die Auswirkungen ihres wachsenden Egoismus, der sie zum grundlosen Hass führte. Das war das Gegenteil der Regel ihres Lehrers „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

Rabbi Akiva bevollmächtigte Rabbi Shimon Bar Yochai, die zukünftigen Generationen Kabbala zu lehren. Rashbi zog sich mit einer Handvoll Schülern, die die Plage überlebt hatten, vor den Römern in eine Höhle zurück. Sie lebten dort viele Jahre lang und nach der Überlieferung entstand dort das Buch Sohar.

Nach 13 Jahren hatten sie gehört, dass die Römer nicht mehr nach ihnen suchten und traten aus der Höhle hervor. Danach versammelte Rabbi Shimon Bar Yochai noch weitere acht Männer um sich und begab sich zu einer kleinen Höhle in Meron, einem Dorf im nördlichen Israel. Mit der Hilfe seines Sohns und der anderen acht Männer schrieb Rabbi Shimon Bar Yochai die Krönung aller Kabbalabücher, das Buch Sohar, um es sofort nach seiner Fertigstellung wieder zum Verschwinden zu bringen.

Rashbi schrieb den Sohar nicht selbst; er diktierte das Buch Rabbi Aba, der es auf solche Art und Weise zu verfassen wusste, dass nur diejenigen, die des Verstehens würdig waren, es erfassten. Nachdem der Sohar fertig war, sahen Rashbi und seine Schüler, dass die Menschen noch nicht für den Inhalt bereit waren, und sie versteckten das Buch, bis die Zeit reif würde. Viele berühmte Kabbalisten behaupten, dass dieser Zeitpunkt nun gekommen sei. Und tatsächlich ist die Nachfrage nach dem Sohar heute größer denn je.

Leckerbissen

Der Sohar verschwand für Hunderte von Jahren, bis er von Arabern entdeckt wurde, die seine Seiten zum Einpacken von Fisch auf den Markt verwendeten. Rechtzeitig wurde er von einem hungrigen Kabbalisten entdeckt.

Frühes Wiederauftauchen

Das Buch wurde also rein zufällig wiedergefunden. Es fiel in die Hände des Kabbalisten Rabbi Moshe De Leon, der es behielt und es im Geheimen studierte. Als er starb, verkaufte seine Frau das Buch, um ein bisschen Geld zu verdienen (über die Wichtigkeit dieses Buches hatte ihr Mann wohl nichts gesagt). Das ist auch der Grund, warum der Sohar häufig Moshe De Leon zugeschrieben wird, obwohl er selbst ihn Rashbi zuschrieb.

Der Sohar selbst stellt fest, dass er für jene Zeit geschrieben wurde, wenn chutzpah (Frechheit) steigt und die Generation das Gesicht eines Hundes trägt. Als bekannte Kabbalisten wie der Vilna Gaon, Baal HaSulam und andere in die Zukunft sahen, erklärten sie die gegenwärtige Generation als diejenige, auf den sich der Sohar bezog. Verständlicherweise meinten sie dies nicht als Kompliment.

Rabbi Isaac Luria (Der ARI)

Die Periode des „ARI“ (Rabbi Isaac Luria) ist für die Kabbala unserer Generation äußerst wichtig. Der ARI verkündigte den Anfang eines Zeitabschnittes, in der die Massen öffentlich Kabbala studieren würden.

Bis zur Ankunft des ARI war die Studienmethode des Ramak (Rabbi Moshe Cordovero) von Safed vorherrschend. Es war eine Methodik, durch die ein Kabbalist die Höhere Welt auf einfache Weise und fast intuitiv erfuhr.

Als der ARI nach Safed kam, war klar, dass sich die Zeiten geändert hatten. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich die Welt langsam in Richtung Wissenschaft und Industrie. Der ARI begriff, dass das Kabbalastudium nach einer neuen und systematischeren Methode verlangte, den Bedingungen eines neuen und wissenschaftlicheren Zeitalters entsprechend. Nicht alle hatten so enthusiastisch zugestimmt, aber sogar der Ramak selbst, bis dahin der vorherrschende Kabbalist seiner Zeit, gab seine eigene Methode auf und übernahm den neuen Weg von ARI. Viele runzelten die Stirn, aber der 36 jährige ARI wusste, was die Generation brauchte, und der Ramak erkannte dies ebenfalls an.

Eine Methode zur passenden Zeit

Rabbi Isaac Luria wurde 1534 in Jerusalem geboren. Als sein Vater starb, war er noch ein Kind. Seine Mutter brachte ihn nach Ägypten, wo er im Haus eines Onkels aufwuchs. In Ägypten trieb er zwar Handel, aber er widmete den größten Teil seiner Zeit dem Studium der Kabbala. Eine Legende besagt, dass er sieben Jahre lang in Einsamkeit auf der Insel Roda auf dem Nil lebte, wo er den Sohar, die Bücher der ersten Kabbalisten und die Schriften des Ramak studierte.

Der ARI kam 1570 nach Safed in Israel. Trotz seiner Jugend begann er sofort, Kabbala zu unterrichten. Eineinhalb Jahre lang brachte sein Schüler, Rav Chaim Vital, die Antworten auf viele der Fragen, die während seiner Studien entstanden, zu Papier. Tatsächlich schrieb der ARI nichts selbst. „Die Schriften des ARI“ sind eigentlich die Niederschriften von Chaim Vital während seines Studiums mit seinem Meister.

Die wichtigen Arbeiten von ARI schließen Den Baum des Lebens, Mavo She’arim (Eingang zu den Toren), Sha’ar HaKavanot (Das Tor der Absichten), und Sha’ar HaGilgulim (Das Tor der Reinkarnation) ein. Das Highlight der Methode von ARI liegt in ihrer systematische Ordnung, die für das bevorstehende Zeitalter der wissenschaftlichen und industriellen Revolution passend war.

Heute ist die „Lurianische Kabbala“ die Hauptstudienmethode der Kabbala, da sie an die Seelen der heutigen Menschheit angepasst ist. Der ARI starb 1572 als junger Mann an einer akuten Erkrankung.

Die Schriften der Kabbala werfen ein einzigartiges Licht auf die Geschichte und man kann sagen, dass sie eine Geschichte des Lichtes des Schöpfers beinhalten. Während einer langen Zeit war die Kabbala jedoch verborgen, sie wurde im Verborgenen studiert, abseits der Öffentlichkeit. Es war eine Privatangelegenheit und meistens sogar geheim.

Mit den Vorhersagen des Sohar und den Arbeiten des ARI war die Kabbala dafür bestimmt, die gesamte Menschheit zu erleuchten. Dieses Unterfangen setzte Rabbi Yehuda Ashlag fort, der, wie das nächste Kapitel zeigt, das Studium der Kabbala für mehr Menschen denn je öffnete.

Zusammenfassung

  • Die Entwicklung gemäß der Kabbala besteht aus fünf Phasen.
  • Adam war der erste Kabbalist und es wird gesagt, er sei der Autor des Buches Der Engel des Geheimnisses Gottes.
  • Abraham rief durch seine Unterrichte die erste „Kabbala Gruppe“ ins Leben und schrieb Das Buch der Schöpfung.
  • Moses ist die Kraft, die uns aus dem Egoismus in die Spiritualität zieht. Er schrieb Die Tora (Pentateuch).
  • Das bahnbrechende Buch in der Kabbala, der Sohar, sagte sein eigenes Wiederauftauchen am Ende der Zeit voraus. Kabbalisten sagen, dass das Ende der Zeit nun angebrochen sei.
  • Der ARI entwickelte den wissenschaftlichen Ansatz, Kabbala zu unterrichten. Er ist für sein Buch Der Baum des Lebens berühmt.

 

spirituelle Funken

Es gibt kein Licht ohne Kli

Wenn der Mensch keine Verlangen hat, in welche sich das Licht kleiden kann, dann erscheint auch in der Wirklichkeit kein Licht, nach der Regel „Es gibt kein Licht ohne Kli“. In anderen Worten, wir sollen wissen, dass wir nur von etwas sprechen können, das wir mit unseren Empfindungen wahrnehmen.

 

Rabash: 1985 Bezüglich Ehrfurcht und Freude

Unterrichtsmaterial Kabbala Kongress in Europa

Zu den Unterrichtstexten in allen Sprachen…

Lektion 0: Wir haben uns hier versammelt, um den Grundstein zum Aufbau einer Gesellschaft zu legen.. – Klärung der Absicht

1) Rabash, Das Ziel der Gemeinschaft (1)

Daher haben wir uns hier versammelt, um eine Gemeinschaft zu gründen, in welcher jeder von uns danach strebt, dem Schöpfer zu geben. Um das zu erreichen, müssen wir aber zuerst mit dem Geben an den Menschen beginnen, was als „Liebe zum Nächsten“ bezeichnet wird. Und die „Liebe zum Nächsten“ kann nur durch die Annullierung des eigenen Selbst geschehen. Somit muss jeder einerseits demütig sein und andererseits stolz darauf, dass der Schöpfer uns die Möglichkeit gegeben hat, in einer Gesellschaft zu sein, in welcher alle nur ein Ziel haben: Dass die Göttliche Anwesenheit (Shechina) unter uns weilen möge.

2) Rabash, Liebe zu Freunden, Artikel Nr. 3, 1984

Indem ich mit meinen Brüdern zusammen bin – was bedeutet, dass ich einer Gruppe bin, wo es Liebe zu Freunden gibt – werde ich den Weg zum Schöpfer erklimmen können. Dieser Weg wird „Weg des Gebens“ genannt und er ist unserer Natur entgegengesetzt. Um diesen Weg zu beschreiten, gibt es nur die Freundesliebe, durch welche jeder seinem Freund hilft.

3) Maor VaShemesh, Parashat VaYechi

Die Hauptsache bei der Versammlung ist, dass alle zusammen vereint und verbrüdert sind und alle nur ein einziges Ergebnis verlangen – die Offenbarung des Schöpfers. Dass „Er“ sich in jedem Zehner offenbart und in je mehr Zehnern desto besser, da wir dann einer größeren Offenbarung würdig werden. Und die Freunde sollen sich näherkommen und einander über den Dienst am Schöpfer erzählen – darüber, wie man den Schöpfer entdecken kann und sich vor ihm annulliert. Und dadurch nähert sich der Schöpfer ihnen bereits und weilt unter ihnen.

4) Rabash, Liebe zu Freunden, Artikel 6

Wenn sie sich versammeln, sollte jeder von ihnen denken, dass er gekommen ist, um seine Selbstliebe zu annullieren. Das bedeutet, dass er nicht danach trachten wird, seine Wünsche zu empfangen zu sättigen, sondern er wird jetzt so viel wie möglich an die Nächstenliebe denken. Dies ist der einzige Weg, um ein neues Verlangen und das Bedürfnis für eine neue Eigenschaft zu erlangen, genannt „der Wille zu geben“.

5) Likutej Halachot Joshen Mishpat Erev

Die Essenz von Liebe und Einheit ist der Aspekt des Verlangens, wenn jeder mit dem Freund zufrieden ist und es keine Varianz zwischen ihnen gibt; alle sind in einem Verlangen verschmolzen und so erlangen sie das Höhere Verlangen, dessen Ziel die Einheit ist.

6) Baal HaSulam, Shamati 4

Es folgt, dass die Hauptarbeit des Menschen darin liegt, zur Empfindung des Schöpfers zu gelangen, dass „die ganze Welt voll Seiner Pracht ist.“ Darin liegt die ganze Arbeit, was bedeutet, dass man die gesamte Anstrengung nur dazu einsetzt und für nichts anderes. Man sollte sich nicht irreführen lassen, irgendetwas zu erwerben. Vielmehr ist der Glaube an den Schöpfer das Einzige, das der Mensch braucht. Man sollte an nichts anderes denken – was bedeutet, dass die einzige Belohnung, die man für seine Arbeit möchte, darin liegt, des Glaubens an den Schöpfer würdig zu werden.

7) Rabash, Band 1, Artikel 29, Lishma und Lo Lishma – 1986

Es gibt nur einen Weg, um zu versuchen, die Größe des Schöpfers zu erreichen. Das heißt, in allem was wir in Tora und Mizwot tun, wollen wir als Belohnung nur das Gefühl der Größe des Schöpfers fühlen und alle unsere Gebete sollen nur dazu dienen, „die Shechina [Göttlichkeit] aus dem Staub zu erheben“, seit der Schöpfer sie vor uns wegen des Zimzums, der an ihre Stelle trat, verborgen hat und wir Seine Bedeutung und Größe nicht schätzen können. Deshalb beten wir zum Schöpfer, seine Verhüllung von uns zu entfernen und Sich selbst zu erheben.

Lektion 1 Die Gesetze über die Führung der Welt

1) Baal HaSulam, „Einführung in das Buch des Sohar“ Nr. 39

Das gewünschte Ziel des Schöpfers für die Schöpfung, die er geschaffen hat, ist es, seinen Geschöpfen zu geben, damit sie seine Wahrhaftigkeit und Größe erkennen und alle Vergnügen und alle Freude erlangen, die er für sie vorbereitet hat.

2) Baal Hasulam, Einführung in TES, Punkt 42

Der Grund dafür, gegen den Willen des Schöpfers zu handeln, ist die große Distanz zum Schöpfer – sie ist die Quelle aller Qual und allen Leidens, welches wir erleiden, sowie auch aller Sünden und Fehler, an denen wir scheitern. Es ist klar, dass wir durch die Beseitigung dieses Grundes sofort von jedem Leid erlöst sein werden und die Anhaftung an Ihn erhalten.

3) Baal Hasulam, Die Essenz der Weisheit der Kabbala

Die Weisheit der Kabbala ist nicht mehr und nicht weniger als eine Folge von Wurzeln, die durch Ursache und Konsequenz durch feste, unabänderliche Regeln herabkommen, zu einem einzigen, erhabenen Ziel verflochten, das als „die Offenbarung Seiner Göttlichkeit an seine Geschöpfen in dieser Welt“ bezeichnet wird“.

4) Baal Hasulam, Einführung in das Buch Sohar, Punkt 14

Es gibt drei Zustände der Seele: Der erste Zustand ist ihre Existenz in Ein Sof, in dem Gedanken der Schöpfung, wo sie bereits die zukünftige Form nach dem Ende der Korrektur haben. Der zweite Zustand ist ihre Anwesenheit in den sechstausend Jahren, die durch die obigen zwei Systeme in einen Körper und eine Seele geteilt wurden. Sie erhielten die Arbeit in Tora und Mizwot, um ihren Willen zu empfangen umzukehren und ihn zu einem Willen zu verwandeln, ihrem Schöpfer Freude zu bereiten. Während der Zeit dieses Zustandes kommt die Korrektur nur zu den Seelen, die jede Form von Für-sich-selbst-Empfangen, welche als der Körper betrachtet wird, beseitigen, um die Form reinen Gebens anzunehmen. Der dritte Zustand ist das Ende der Korrektur der Seelen, nach der Wiederbelebung der Toten. Zu dieser Zeit wird die vollständige Korrektur auch zu den Körpern kommen, denn dann werden sie den Empfang für sich selbst, die die Form des Körpers ist, in die Form zum – reinen Geben – wandeln. Und mit all dem sind sie der Anheftung würdig.

5) Baal Hasulam, Frieden in der Welt

Folglich existieren zwei Kräfte, welche in dem erwähnten Entwicklungsprozess wirken: Eine von ihnen ist die „Macht des Himmels“, welche die Rückkehr alles Bösen und Schaden bringenden zum Guten und Nützlichen garantiert, doch „zu seiner Zeit“ – auf einem langsamen und schmerzvollen Wege, wenn das „Objekt der Entwicklung“ Schmerz und schreckliche Leiden verspürt, während es sich unter dem Rad der Entwicklung befindet, welches ihn mit unglaublicher Grausamkeit unter sich drückt. Die andere ist die „irdische Macht“, die Menschen darstellt, welche die Macht über dem erwähnten Entwicklungsprozess in ihre Hände nahmen, und denen es gewährt ist, sich vollkommen von den Ketten der Zeit zu befreien.

6) Baal Hasulam, die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen

Wenn man seine Arbeit in der Liebe und das Geben an die Mitmenschen vervollständigt, vervollständigt man auch die Liebe und das Geben an den Schöpfer. In diesem Zustand gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden, da alles, was außerhalb des eigenen Körpers ist – das heißt außerhalb des Eigeninteresses – als nicht existent empfunden wird – sei es, um dem Freund zu geben oder dem Schöpfer Freude zu bereiten.

7) Baal Hasulam, Einführung in TES, Punkt 4

Der Schöpfer selbst legt die Hand des Menschen auf das gute Schicksal, indem er ihm ein Leben der Freude und Zufriedenheit innerhalb des körperlichen Lebens gibt, das mit Qual und Schmerz erfüllt ist. Der Mensch verlässt es zwangsläufig und entgeht ihm, wenn er einen ruhigen Platz sieht und dort vor diesem Leben fliehen kann, das härter ist als der Tod. Und die Wahl bezieht sich nur auf die Verstärkung.

8) Baal Hasulam, die Freiheit

Unsere Freiheit besteht nur darin, eine gute Umgebung zu wählen. Deshalb ist einer, der bestrebt ist, immer wieder ein besseres Umfeld zu wählen, des Lobes und der Belohnung wert. Nicht für seine guten Taten, die ihm ohne seine Wahl gelingen, sondern wegen seiner Bemühungen, ein gutes Umfeld zu erwerben, das ihm diese guten Gedanken und Taten einbringt. Also, „Mach Dir einen Rav, und kaufe Dir einen Freund.“

9) Rabash Vol 1, Artikel 6, Liebe zu den Freunden, 1984

Wenn sie sich versammeln, sollte jeder von ihnen denken, dass er gekommen ist, um seine Selbstliebe zu annullieren. Das bedeutet, dass er nicht danach trachten wird, seine Wünsche zu empfangen zu sättigen, sondern er wird jetzt so viel wie möglich an die Nächstenliebe denken. Dies ist der einzige Weg, um ein neues Verlangen und das Bedürfnis für eine neue Eigenschaft zu erlangen, genannt „der Wille zu geben“.Letztendlich gelangt er dann von der Liebe zu Freunden zur Liebe zum Schöpfer, das bedeutet, der Mensch wird dem Schöpfer Zufriedenheit schenken wollen.

Lektion 2: Wahrnehmung der Wirklichkeit

1) Baal Hasulam, TES, Teil 1, Artikel 8

Die gesamte Wirklichkeit wurde im endgültigen Zustand der Endkorrektur in einem einzigen Gedanken erschaffen und entsprang diesem. Dieser eine Gedanke wirkt in allem, ist der Kern allen Wirkens und das Ziel und das Wesen der Anstrengung. Er selbst stellt die gesamte Vollkommenheit und die erhoffte Belohnung dar.

2) Baal Hasulam, Einführung in das Buch Sohar, Artikel 13

Gleich bei dem Gedanken die Seelen zu erschaffen, vollendete Sein Gedanke alles. Denn Er bedarf keiner Handlungen. Und sogleich traten alle Seelen und Welten in allen Details, einschließlich der endgültigen Vollkommenheit zutage, welche die Seelen bei der Endkorrektur erhalten sollten, nachdem der Wille zu empfangen in ihnen seine vollständige Korrektur erhalten hat und in reines Geben verwandelt wurde, in Übereinstimmung der Form mit dem Emanator.

3) Baal Hasulam, Shamati 67, Trenne dich vom Bösen

Außer dem Körper des Menschen gibt es nur den Schöpfer. Der Schöpfer will, dass der Mensch sich als von Ihm getrennte Realität wahrnimmt. Doch abgesehen davon gilt: “Die ganze Welt ist voll Seiner Herrlichkeit“.

4) Baal Hasulam, Shamati 3, Die spirituelle Erkenntnis betreffend

Dies ist die Bedeutung von „Das Licht verändert sich nicht“, sondern alle Veränderungen geschehen in den Kelim, in unseren Sinnesorganen. Alles wird gemäß unserer Einbildung bewertet. Wenn also viele Menschen eine spirituelle Sache untersuchen, so wird jeder einzelne diese entsprechend seiner Einbildung und Empfindung erfassen. Somit sieht jeder eine andere Form. Genauso ändert sich in einem Menschen die Form selbst, je nach seinen Aufstiegen und Abstiegen, so wie Oben erwähnt, dass das Licht Einfaches Licht ist und alle Veränderungen nur im Empfänger stattfinden.

5) Baal Hasulam, Shamati 3, Die spirituelle Erkenntnis betreffend

Für sich genommen werden alle Welten als eine einfache Einheit betrachtet und es gibt keine Veränderung in der Göttlichkeit. Es gibt keine Sefirot und Behinot in der Göttlichkeit, da es in Atzmuto keine Erlangung gibt. Vielmehr sprechen alle Sefirot und Unterscheidungen ausschließlich davon, was ein Mensch in ihnen erlangt.

6) Rabash, Band 2, Brief 76

Jene, welche Erkenntnis erlangen sagen, “Die ganze Welt ist voll Seiner Herrlichkeit“ und jeder Mensch sollte das glauben. Jedoch hat der Schöpfer eine Verhüllung gemacht, so dass wir Ihn nicht sehen können, damit wir Raum für die Wahl und den Glauben haben, dass der Schöpfer alles erfüllt und umspannt. Und nachdem ein Mensch sich anstrengt und die Mizwa der Wahl hält, enthüllt sich der Schöpfer dem Menschen; dann sieht der Mensch, dass der Schöpfer über alles herrscht. Und das heisst, dass ein Mensch den Schöpfer zum König über sich einsetzt, dass Sein Königtum sich über ihm enthüllen wird. Und das ist die gesamte Korrektur, die uns dazu verpflichtet; und dadurch dehnen wir alles Gute von Oben her aus.

7) Baal Hasulam, von hinten und von vorne umfasst Du mich

“Von hinten und von vorne umfasst Du mich“, das bedeutet “in der Enthüllung und der Verhüllung des Schöpfers”. Denn Er herrscht über alles und wird allen enthüllt werden. Und der ganze Unterschied liegt in der Gegenwart und der Zukunft, weil jener, der enthüllt, erkennt, dass alles gemacht wurde, um den Schöpfer zu enthüllen. Aber sogar jetzt herrscht der Schöpfer, obwohl es so aussieht, als herrsche der Mensch … Jedoch macht der Mensch nicht die kleinste Bewegung, ohne dass der Schöpfer ihm die Richtung vorgibt. Und diese Enthüllung wird Erlangung der Stufe der Shechina, auch “Gesicht zu Gesicht“ genannt.

8) Baal Hasulam, von hinten und von vorne umfasst Du mich

Aber jener, der noch nicht  erkennt, dass er ausschließlich von der Höheren Kraft beherrscht wird und denkt, dass er über eigene Gedanken, Verlangen und Handlungen verfügt, also dem Schöpfer entgegengesetzt ist – auch das wird Verbindung genannt, aber “Rückseite“. Also soll man nicht denken, dass man sich von der Heiligkeit entfernt, da sich die Verbindung nicht jetzt, sondern in der Zukunft enthüllen wird. Aber sogar jetzt ist man in Verbindung, wenn auch ohne Einverständnis und nicht enthüllt, das heisst, ohne den Willen des Menschen und ohne den Willen des Schöpfers.

9) Baal Hasulam, von hinten und von vorne umfasst Du mich

Jene, die Seinen Willen tun, enthüllen für sich selbst die königlichen Gewänder in der Gegenwart, mit dem Schöpfer “Gesicht zu Gesicht“ verbunden, also durch den guten Willen beider, des Schöpfers und des Menschen. Und zu diesem Zustand muss die gesamte Menschheit gelangen, sei es durch Leiden oder durch die Tora.

10) Sohar, Einführung in das Buch Sohar, Nacht der Braut, Artikel 138

Es ist ein Gesetz, dass das Geschöpf kein enthülltes Böses vom Schöpfer erhalten kann, weil es ein Makel in der Herrlichkeit des Schöpfers ist, wenn das Geschöpf Ihn als Böses Tuend wahrnimmt, denn das ziemt sich nicht für den vollkommen Handelnden. Demzufolge liegt, wenn jemand sich schlecht fühlt, die Leugnung der göttlichen Vorsehung auf ihm und der hohe Handelnde ist eben in diesem Maße vor ihm verhüllt. Deshalb bringt das Gefühl von gut und schlecht in Hinsicht auf Seine Vorsehung die Wahrnehmung von Belohnung und Strafe mit sich. Weil jener, der sich bemüht, sich nicht vom Glauben an den Schöpfer zu trennen, sogar dann belohnt wird, wenn er einen schlechten Geschmack in der Vorsehung wahrnimmt. Und wenn er sich nicht bemüht, wird er bestraft werden, da er getrennt vom Glauben an den Schöpfer ist.

11) Sohar, Einführung in das Buch Sohar, Zwei Punkte, Artikel 121

Bevor es uns vergönnt ist den Willen zu empfangen in uns mittels Tora und Mizwot umzuwandeln, in das Empfangen um zu geben, gibt es starke Schlösser an den Toren zum Schöpfer, weil sie jetzt eine entgegengesetzte Funktion haben: Uns vom Schöpfer zu entfernen. Aber wenn wir sie überwinden und sie Seine Liebe aus unseren Herzen nicht abkühlen, werden die Schlösser zu Öffnungen, zu Stufen der Erlangung des Schöpfers.

12) Baal Hasulam, Shamati 33, Die Lose an Yom Kippur und ……Haman

Der Widerspruch in der Vorsehung “gut und Gutes Tuend“ existiert nur, um den Menschen dazu zu zwingen die Widersprüche zu überwinden, um das Umgebende Licht auf die Widersprüche zu ziehen. Andernfalls ist es unmöglich, sich zu überwinden. Und das wird Romemut (Erhabenheit) des Schöpfers genannt, dass er auf die Widersprüche, “Dinim“ (Gericht), die Erhabenheit des Schöpfers ausdehnt. Daraus folgt, dass diese Dinim es sind, die dazu führen, die Erhabenheit des Schöpfers auf sich zu ziehen und auf diese Weise enthüllt der Schöpfer Seine Erhabenheit dem Menschen gegenüber.

13) Sohar, Bereshit Aleph, Artikel 255

Bei der Endkorrektur, wenn SAM annulliert wird, wird allen enthüllt werden, dass SAM niemals gelebt hat, sondern dass immer die Einheit geherrscht hat, wie es geschrieben steht, “Es gibt niemanden außer Ihm.

Lektion 3: Der Prozess der Korrektur

1) Baal Hasulam, Shamati 34, Der Gewinn des Landes

Es ist bekannt, dass nichts sich in seiner wahren Form offenbart, sondern nur aus seinem Gegenteil heraus, wie es geschrieben steht: „wie der Vorzug des Lichtes – aus der Finsternis.“ Das bedeutet, dass alles auf etwas anderes verweist und man gerade mit Hilfe des Gegensatzes das wahre Wesen des ihm Entgegengesetzten erkennen kann. Und daher kann man nichts mit absoluter Klarheit erkennen, wenn es nichts gibt, was dem entgegengesetzt wäre. So könnte man zum Beispiel das Gute nicht schätzen, wenn es keinen Gegensatz dazu gäbe, der auf das Schlechte verweist, wie bitter – süß, Hass – Liebe, Hunger – Sättigung, Durst – Erfüllung, Trennung – Anhaftung. Daraus wird klar, dass es unmöglich ist, die Anhaftung zu lieben, bevor man nicht zum Hass der Trennung gelangt.

2) Baal Hasulam, Friede in der Welt

Alles in der Wirklichkeit, gut und schlecht, hat das Recht zu existieren und sollte nicht aus der Welt ausgerottet und zerstört werden. Wir müssen es nur heilen und umwandeln.

4) Rabash, Band 1, Artikel 1, Teil 2, Das Ziel der Gesellschaft 2, 1984

Wir brauchen eine Gesellschaft, die eine große Kraft bilden wird, so dass wir zusammen daran arbeiten können den Willen zu empfangen zu annullieren,  “das Böse“ genannt, da es uns daran hindert das Ziel zu erreichen für das der Mensch erschaffen wurde. Deshalb muss die Gesellschaft aus Individuen bestehen, die sich  einhellig darauf einigen, dass sie das erreichen müssen. Daraufhin werden alle Individuen zu einer einzigen großen Kraft, die gegen sich selbst kämpfen kann, da jeder in den Anderen eingeschlossen ist. Somit ist jeder auf einem großen Verlangen gegründet das Ziel zu erreichen. Um ineinander eingeschlossen zu sein, sollte jeder sich vor den Anderen annullieren. Dies geschieht dadurch, dass man die guten Seiten der Freunde sieht und nicht deren Mängel.

5) Rabash, Band 1, Artikel 17, Teil 1, Betreffend die Wichtigkeit der Freunde

Wie kann jemand seinen Freund als grösser betrachten als sich  selbst, wenn er sieht, dass seine eigenen Verdienste größer als die seines Freundes sind? Um jedoch das Ziel der Schöpfung zu erreichen muss man seinen Freund als groß betrachten. Daher muss er entweder

  1. über den Verstand gehen: Nachdem er ihn einmal zum Freund gewählt hat, schätzt er ihn über dem Verstand.
  2. Dies ist natürlicher:  Innerhalb des Verstandes. Wenn er beschlossen hat den Anderen als Freund zu akzeptieren und an sich selbst arbeitet um ihn zu lieben, dann geschieht es auf natürliche Weise in der Liebe, dass man nur gute Dinge sieht.

6) Rabash, Band 1, Betreffend die Liebe von Freunden

Wir müssen uns daran erinnern, dass die Gesellschaft auf der Grundlage der Nächstenliebe begründet wurde, so dass jedes Mitglied von der Gruppe die Nächstenliebe und den Hass auf sich selbst erhielte. Und zu sehen wie sein Freund sich anstrengt, sich selbst zu annullieren und die anderen zu lieben, dass würde alle dazu bringen in die Absichten ihrer Freunde eingeschlossen zu sein. Folglich wird jeder, wenn die Gesellschaft zum Beispiel aus zehn Mitgliedern besteht, zehn Kräfte haben um die Selbst Annullierung, den Selbsthass, und die Nächstenliebe zu praktizieren.

7) Rabash, Band 1, Wonach man in einer Freundes Versammlung suchen sollte

Wie ist es möglich einen anderen wohlwollend zu beurteilen, wenn seine Vernunft ihm das wahre Gesicht des Freundes zeigt, dass er ihn hasst? Was kann er seinem Körper darüber erzählen? Warum sollte er sich seinem Freund unterordnen? Die Antwort ist, dass er Dvekut (Anheftung) mit dem Schöpfer erreichen will, genannt “Übereinstimmung der Form“, das heißt nicht an seinen eigenen Vorteil zu denken. Folglich muss er seinen eigenen Wert widerrufen und das ganze Leben, das er zu leben wünscht, soll nur zum Vorteil der anderen sein, beginnend mit der Nächstenliebe, von Mensch zu Mensch, durch die Liebe des Schöpfers und er sage, “Es ist nicht wert für mich selbst zu leben“.

Lektion 4: Das Gesetz der gegenseitigen Bürgschaft

1) Baal HaSulam, 600000 Seelen

Es gibt wirklich nur eine Seele in der Welt. Die gleiche Seele existiert in allen und in jedem vollkommen, da das Spirituelle unteilbar ist. Dennoch wird gesagt, dass es 600.000 Seelen gibt und die Seelenfunken erscheinen, als ob sie durch die Kraft des Verlangens zu empfangen von jeder Person geteilt sei.

2) Baal HaSulam, 600000 Seelen

Aus diesem Grund wurden zwei Unterscheidungen im Körper gemacht: In der ersten Unterscheidung fühlt man seine Seele als einziges Organ und versteht nicht, dass dies die Gesamtheit von Israel ist. In der zweiten Unterscheidung scheint das wahre Licht der Seele von Israel in all seiner leuchtenden Kraft nicht auf ihn, sondern nur teilweise, je nach dem Maß, in welchem er sich durch seine Rückkehr zur Gemeinschaft gereinigt hat. Ein Zeichen dafür, dass der Körper gänzliche Korrektur erhalten hat, ist, wenn man die Existenz der Seele in ganz Israel fühlt, in allen. Denn er fühlt sich nicht mehr als Individuum, weil man von den anderen abhängig ist. Ab diesem Zeitpunkt ist er vollkommen, fehlerlos und die Seele scheint auf ihn wahrhaftig mit ihrer ganzen Kraft, wie sie in Adam haRishon erscheint.

3) Likutei Moharan, Punkt 5

Jeder Mensch soll sagen – die Welt ist nur für mich geschaffen. Wenn die Welt für mich geschaffen ist, dann soll ich ständig Chissaron (das Bedürfnis) der Welt ausfüllen.

4) Baal HaSulam, Brief 4

Es bleibt dir nur übrig all jene abfallenden Glieder zu sammeln, die von deiner Seele abgefallen sind und diese in der einen Seele zu verbinden. Und in diese Seele wird der Schöpfer Sein Licht auf ewig und ununterbrochen unterbringen, wie in die unversiegbare Quelle.

5) Baal HaSulam, “Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu Geschöpfen”

… Nach dem Abschluss der Ausbildung des Menschen in der Nächstenliebe und im Geben wird auch seine Ausbildung in der Liebe zum Schöpfer und im Geben an den Schöpfer beendet. Es gibt keinen Unterschied zwischen ihnen, da alles, was sich außerhalb des Körpers befindet, außerhalb des Erhaltens allerlei selbstsüchtiger Vorteile als gleichwertig bewertet wird, sei es das Geben an den Freund, oder das Geben an den Schöpfer. Gerade das meinte Hillel, als er sagte, dass „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ das Endziel aller Handlungen ist. Es ist unmöglich, sich in den Handlungen zu irren, da klar ist, was zu tun ist. Der Mensch weiß, wenn er die Erfüllung der Bedürfnisse des Freundes über die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse stellt, wird er dadurch ein bestimmtes Maß des Gebens erlangen. Deshalb hat er kein Ziel „den Schöpfer mit dem ganzen Herzen, mit ganzer Seele und dem ganzen Wesen zu lieben“, da in Wirklichkeit diese Gefühle gleichwertig sind. Er soll seinen Freund auch mit ganzem Herzen, ganzer Seele und dem ganzen Wesen lieben. Das ist die Bedeutung der Worte „wie dich selbst“. Denn er liebt sich selbst bedingungslos, mit ganzer Seele und ganzem Wesen: er kann sich selbst zwar in Bezug auf den Schöpfer betrügen, aber nicht in Bezug auf den Freund.

6) Rabash, Band 1, Artikel 2 (1984) “Bezüglich der Liebe zu Freunden”

Man muss die Liebe zu Freunden in seinem Herzen offen zeigen, denn die Äußerung dieses Gefühls kann die Herzen der Freunde erwecken, damit auch sie spüren, dass jeder einzelne sich in der Liebe zu Freunden übt. Als Ergebnis davon wird jeder eine stärkere Kraft erhalten, die Freundesliebe intensiver auszuüben, weil sich die Kraft der Liebe jedes Mitglieds mit der Kraft der anderen zusammenschließt. Es zeigt sich, wenn ein Mensch ein bestimmtes Maß an Kraft für die Freundesliebe besitzt und die Gruppe aus zehn Mitgliedern besteht, er mit zehn Kräften des Mangels verbunden ist, da alle verstehen, dass man sich in der Freundesliebe üben muss.

7) Rabash, Band 2 Brief 40

Dank der Reibung der Herzen strahlt jeder die Wärme aus, wonach die gegenseitige Liebe empfunden wird. Denn es ist bekannt, dass die Verschmelzung zwei Objekte zu einem verbindet. Und wenn er beginnt, die Liebe des Freundes zu empfinden, dann erwacht in ihm sofort die Freude und der Genuss, so dass er nicht mehr fähig ist, sich nur um sich selbst zu sorgen.

8) Baal HaSulam, Früchte der Weisheit, über die Tora “ Es ist nicht an der Zeit die Herde zu sammeln”

Im Buch Sohar gibt es die Parabel (Naso, Sulam, Punkt 19 …) über zwei Menschen, die in einem Boot saßen, als einer von ihnen begann, unter sich ein Loch zu bohren. Der andere schrie ihn an, warum er dieses Loch bohre und der andere antwortete: Was geht das dich an? Ich bohre unter mir.” Doch in Wirklichkeit ist es so, dass auch ein einziger Mensch das Ganze beschädigen kann. … Und darin liegt das ganze Geheimnis des Gebets für die Gemeinschaft. Der Mensch darf nicht von der Gemeinschaft getrennt werden und selbstsüchtig bitten, auch wenn er dadurch dem Schöpfer Genuss bereitet, sondern nur für die ganze Gesellschaft. Wenn der Mensch für sich persönlich bittet, wird dadurch seine Seele zerstört.

9) Noam Elimelech, «Sammlung der Rose»

Der Mensch soll immer für seinen Freund beten, da er für sich selbst nichts Besonderes tun kann, so wie sich ein Gefangener nicht allein aus dem Gefängnis  befreien kann. Aber für den Freund bekommt er schnell die Antwort. Und jeder soll für den Freund beten, damit einer für das Verlangen des anderen betet und der andere für ihn. Und darüber wird gesagt, dass Israel die Bürgen füreinander sind, was – die Weichung (wörtlich – Versüssung) – bedeutet, weil sie sich einander in den gegenseitigen Gebeten “mildern”, da jeder, der für den Freund betet, dafür eine Antwort bekommt.

9) Noam Elimelech, «Sammlung der Rose»

Der Mensch soll immer für seinen Freund beten, da er für sich selbst nichts Besonderes tun kann, so wie sich ein Gefangener nicht allein aus dem Gefängnis befreien kann. Aber für den Freund bekommt er schnell eine Antwort. Und jeder soll für den Freund beten, damit einer für das Verlangen des anderen betet und umgekehrt. Und darüber wird gesagt, dass Israel füreinander bürgen, was eine Versüßung bedeutet, weil sie sich einander in den gegenseitigen Gebeten “mildern”, da jeder, der für den Freund betet, dafür eine Antwort bekommt.

10) Baal HaSulam, Die Bürgschaft, Punkt 19

Rabbi Elazar, Sohn von Rashbi, verdeutlicht dieses Konzept von Arwut (Bürgschaft) noch weiter, indem er erklärt, dass es nicht genügt, dass ganz Israel füreinander verantwortlich ist, sondern dass stattdessen die ganze Welt in diese Bürgschaft mit eingeschlossen werden muss.

11) Sprache der Wahrheit, Schmot, Kapitel Truma

Die Söhne Israels bürgen füreinander in der Korrektur der Welt mit der Kraft  der Tora, weil alles von den Söhnen Israels abhängt. Wenn sie sich korrigieren, werden sich alle Geschöpfe danach richten.

Lektion 5: Europa am Scheideweg

1) “Schem mi-Shmuel”, Kapitel “Aasinu”.

Die Absicht des Geschöpfes war es, damit sie alle zu einem Ganzen werden, damit man den Wunsch des Schöpfers ausführt. Aufgrund des Sündenfalles des Adam haRishon (der erste Mensch) wurde in so einem Maß die Fehlfunktion offenbart, dass sogar die besten der Generation keine Möglichkeit hatten sich für die Arbeit des Schöpfers zu verbinden. Sondern es existierten nur die Einzelnen. Die Korrektur dessen wurde in den Generationen der Spaltung begonnen. Genauer gesagt, als in der gesamten menschlichen Spezies die Spaltung stattgefunden hat. Die Korrektur hat damit begonnen: die Menschen zu versammeln und sie für die Arbeit des Schöpfers zu verbinden. Das Ganze hat mit Abraham und seiner Nachkommenschaft angefangen. Sie hatten das Ziel die Menschen zu einer Gesellschaft zu verbinden, um die Arbeit des Schöpfers auszuführen. Abraham ist herumgegangen und hat die Menschen im Namen des Schöpfers aufgefordert. Bis sich eine kleine Gesellschaft um ihn herum versammelt hat. Die heißen “ Menschen des Hauses des Abrahams”.  Das hat sich so weit verbreitet, bis sich die Gemeinde des Volkes Israel gebildet hat… Die Endkorrektur geschieht in der Zukunft, wenn alle zu einem Ganzen werden. Damit Sein Wunsch erfüllt wird.

2) Baal Sulam, “Frieden in der Welt”

Die Eigenschaft der Einzigkeit ist in jedem von uns mehr oder weniger vorhanden. Obwohl wir geklärt haben, dass in dieser Eigenschaft der erhabene, schöne und großartige Sinn verborgen ist. Weil diese Eigenschaft uns direkt vom Schöpfer gegeben wurde, sehen wir etwas komplett anderes. Aufgrund dessen, dass sich das Empfinden der Einzigartigkeit in unserem engen Egoismus befindet, wird seine Wirkung auf so eine Art und Weise zerstörerisch, dass es als Quelle aller Leiden wird (wie schon geschehene als noch bevorstehenden Leiden der Welt). Es gibt keinen Menschen in der Welt, der von dieser Eigenschaft frei wäre. Alle die Unterschiede zwischen den Menschen werden nur in der Form des Nutzens dieser Eigenschaft gemessen. Für die Befriedigung der Leidenschaft des Herzens, für die Befriedigung des Verlangens nach Machte oder nach Ehre. Nur darin unterscheiden sich die Geschöpfe untereinander. Es gibt aber etwas, worin sich alle Geschöpfe ähneln. Sie ähneln sich in dem, dass jeder von uns danach strebt, alle anderen für seinen eigenen Nutzen zu benutzen. Und jeder setzt alle in seiner Macht stehenden Mittel ein und berücksichtigt nicht, dass er sein Wohlergehen auf Kosten der Nächsten aufbaut.

3) Baal Sulam, “Frieden in der Welt”

Wundere dich nicht, dass ich den Frieden in einer einzelnen Gesellschaft mit dem Frieden in der ganzen Welt verbinde. Wir haben in Wirklichkeit so ein Niveau der Entwicklung erreicht, dass die ganze Welt eine Gemeinde, eine Gesellschaft ist. Also jeder Mensch in der Welt, inwieweit er sich ernährt und die Versorgung seiner Lebensbedürfnisse von allen Menschen in der Welt abhängt, so mehr wird er daraufhin verpflichtet, sich um das Wohl der ganzen Welt zu kümmern.

4) Baal Sulam, “der Frieden”

Die Natur bestraft uns wie ein Richter, entsprechend unserer Entwicklung. In dem Maß der Entwicklung der Menschheit wird unsere Existenz mit noch größeren Leiden verbunden. Es wird offensichtlich, dass die höhere Lenkung uns verpflichtet im gegenseitigen Geben zu sein. Solange wir faulenzen um diese Forderung zu befolgen, hört die Natur nicht auf uns zu bestrafen und sich an uns zu rechen. Bis sie uns besiegt und wir werden dazu verpflichtet ihre Gesetze in vollem Maße, so wie sie es von uns verlangt, befolgen.

5) Baal Sulam, “Frieden”

Die falschen Handlungen im Verhalten, die für die Menschheit gewöhnlich ist, sind selber als die Ursache der guten Zustände, mit anderen Worten: sie erschaffen sie selber. Und jeder gute Zustand ist nichts anderes als der Frucht des vorherigen schlechten Zustandes. Es ist wirklich so, dass die Einschätzung des Guten und des Bösen muss nicht nach der Einschätzung des Zustandes als solchen sein, sondern im Verhältnis mit dem gemeinsamen Ziel, wo jeder Zustand, der die Menschheit dem Ziel annähert, als guter Zustand gilt und der die Menschheit vom Ziel entfernt als schlecht angenommen wird. Darauf basiert das Gesetz der Entwicklung und nur darauf. In Übereinstimmung mit diesem Gesetz sind die Fehlfunktion und die Sünde, welche sich in einem Zustand befinden, die Ursache für die Entstehung und der Prozess des Aufbaus des guten Zustandes. Die Zeit der Existenz für jeden Zustand ist eine festgelegte Zeit, die für das Wachstum des Bösen, das sich in diesem Zustand befindet, benötigt wird, bis zu solche einem Niveau, das die Gesellschaft sich nicht mehr darin befinden kann. Dann wird die Gesellschaft gezwungen sich zu verbinden, diesen Zustand zu zerbrechen und sich in einen neuen, besseren (aus Sicht der Korrektur der gegenwärtigen Gesellschaft) Zustand zu begeben.

6) Ramchal, Daat Twunot

Die gesamte Wissenschaft der Kabbala verbirgt sich darin, dass man die höhere Lenkung des Verlangens offenbart. Wofür hat man alle diese Geschöpfe erschaffen und was will Er von ihnen und wie sieht das Ende von allen diesen Kreisläufen der Welt aus?

7) Baal Sulam, Vorwort zum Buch “Panim Meirot”, Punkt 5

Nur mit der Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala in den Massen werden wir der vollen Erlösung würdig. Die Weisen sagten: ”ihr Licht führt zur Quelle zurück”. Sie haben das mit der klaren Absicht erklärt, um uns zu zeigen, dass nur das Licht, welches sich in der Kabbala befindet, als das Mittel erweist, welches imstande ist den Menschen zu seiner Quelle zurück zu führen. Ohne diese Weise wird jeder einzelne und alle zusammen ihre Vorbestimmung nicht erfüllen können, denn nur durch die Offenbarung des inneren Teils der Tora und ihrer Geheimnisse ist es möglich sein.

8) Rav Kook, Briefe, Brief 81

Festige dich mein Freund um das Licht, welches in der verborgenen Weisheit verborgen ist, in die Welt zu tragen. Nah an unseren Tagen werden sich alle damit bekannt machen, dass die Erlösung der Israel und der ganzen Welt nur von der Offenbarung der Weisheit des verborgenen Lichtes der inneren Geheimnisse der Tora in verständlicher Sprache abhängt.

9) Baal Hasulam, Messias Schofar

Es ist eine Voraussetzung für die Erlösung, dass alle Völker der Welt das Gesetz Israels anerkennen werden, so wie es geschrieben steht, „und das Land wird voll von der Erkenntnis sein“. Wie im Beispiel des Exodus aus Ägypten, wo es eine Voraussetzung war, dass auch der Pharao den wahren Gott und seine Gesetze anerkennen musste und wo ihnen erlaubt wurde, zu gehen.

Es genügt nicht, dass [die Söhne Israels] selber aus dem [Ägypten] ausziehen. Du musst auch verstehen, wo die Nationen der Welt dieses Wissen und Verlangen erhalten werden? Wisset, dass dies durch die Verbreitung der wahren Weisheit möglich ist, so werden sie offenbar den wahren Gott sehen.

10) Baal Sulam, “die Willensfreiheit”

Sobald die Menschheit sein Ziel auf dem körperlichen Niveau, auf der materiellen Ebene erreicht (das heißt, dass die Menschheit auf die Stufe der Nächstenliebe aufsteigt), sobald sich alle Menschen der Welt wie ein Körper, wie ein Herz zusammenschließen und erst dann wird das Glück, welches für die Menschheit bestimmt ist, in seiner vollen Größe offenbart.

Lektion 6: Bündnis

1) Rabash, Band 2, Brief 40

Es ist die Zeit gekommen, wo man beginnen muss zu unserem Ziel voranschreiten.  Der bekannte Weg, welcher zum Ziel führt, ist die Liebe der Freunde. Mit ihrer Hilfe kommt man zur Liebe zum Schöpfer.

2) Rabash, Band 1, Artikel 13, “komm zum Pharao 2”

Es ist uns das Gebot der Liebe zu Freunden gegeben, um durch dieses zu lernen, die Würde des Königs nicht zu verletzen. Daher dürfen wir nicht die Liebe zu Freunden vernachlässigen, denn dadurch wird der Mensch lernen, aus seinem Egoismus auszutreten und zur Nächstenliebe zu kommen. Und sobald der Mensch seine Arbeit abschließt, die mit der Liebe zu Freunden verbunden ist, dann wird er der Liebe zum Schöpfer würdigt.

3) “Die Sammlung der Empfehlungen”, Artikel “der Frieden”

Die Grundlage der Welt besteht darin: die zwei Gegenstände zu verbindet. Wenn du einen Menschen siehst, der absolut anderer Meinung als du bist und dir scheint es, dass du dich niemals mit ihm versöhnen könntest, weil du zwei entgegengesetzte Menschen siehst, eile nicht zu behaupten, dass es keinen Frieden zwischen ihnen geben könnte. Im Gegenteil, darin verbirgt sich die Vollkommenheit der Welt: zu versuchen zwei Gegensätze zu versöhnen.

4) “Degel machane Ephraim” , Kapitel Weetchanan

Es wurde gesagt:” der Schöpfer ist Eins und die Israel, sie sind Eins”. Deswegen sind sie mit dem Schöpfer verschmolzen, weil es angenehm ist Einen mit einem zu verschmelzen. Wann geschieht das? Sobald die Israel einheitlich sind und in der vollen Einheit zusammen verschmolzen sind, dann werden sie als Eins gelten und zwischen ihnen wird der Schöpfer sein, und Er wird Eins. Wenn aber (um Gottes Willen) sein Herz geteilt ist und sie voneinander getrennt sind, ist es für sie unmöglich mit Einem in Verschmelzung zu sein und der Schöpfer ist nicht da (um Gottes Willen), dann ist da Platz für die fremden Götter. Darüber spricht der Satz:”und ihr seid verschmolzen”. Das bedeutet, wenn ihr verschmolzen und verbunden miteinander seid, dann “werdet ihr alle am Leben sein”. Wenn sie in einer Einheit sind, dann ist es für Einen angenehm sich mit einem zu verschmelzen und zwischen ihnen befindet sich der Schöpfer: Eins.

5) Rabash, Band 3, Artikel 759 “Der Mensch im Ganzen”

Man muss wissen, dass die Liebe durch die Taten gekauft wird: indem man dem Freund Geschenke gibt. Dabei wird jedes Geschenk zu einem Pfeil, zu einer Kugel, die ein Loch im Herzen des Freundes macht. Auch wenn das Herz des Freundes einem Stein ähnelt, hinterlässt trotzdem jede Kugel ein kleines Loch. Aus vielen Löchern wird im Herzen die Leere entstehen. Dann fließt die Liebe des Schenkenden in diese Leere hinein. Die Wärme dieser Liebe zieht die Funken der Freundesliebe zu sich heran. Dann verbinden sich diese beiden Lieben in ein Gewand der Liebe, welches sie beide umhüllt. Das bedeutet, dass sie eine einheitliche Liebe umgibt und umhüllt sie. Dann werden sie zu einem Menschen, weil sie ein Gewand haben, deswegen annullieren sich die beiden in ihm

6) Rabash, Band 2, Brief 42

Die Vorbereitung zur Thora ist die Frage der Furcht, wie geschrieben steht: ”das Volk ließ sich unter dem Berg [gegenüber dem Berg] wie ein Mensch mit einem Herzen nieder”. Und das bedeutet, dass alle ein Ziel hatten: zu Gunsten des Schöpfers. Man muss verstehen, wie kann man “wie ein Mensch mit einem Herzen” sein. Es ist doch bekannt, dass die Weisen auch gesagt haben: ”wie ihre Gesichter unterschiedlich sind, so sind auch ihre Meinungen nicht ähnlich”. Wie können sie dann “wie ein Mensch, wie ein Herz” sein? Die Antwort lautet: wenn wir sagen, dass sich jeder um sein Not kümmert, kommt es so, dass man nicht “wie ein Mensch” sein kann, sondern “sie sind unterschiedlich”. Wenn aber jeder seinen Besitz abschafft und alle kümmern sich nur um die Gunst des Schöpfers, dann haben sie keine privaten Meinungen, jede private Meinung wurde aufgehoben und sie sind in den Besitz des Einen eingetreten.

7) Rabash, Band 3, Artikel 738 “Bündnis des Salzes”

“Zu allen deinen Opfern füge das Salz hinzu” und das bedeutet:“Bündnis des Salzes”. In seiner Essenz ist “Bündnis” gegen den Verstand, weil in der Zeit wo die beiden sich gegenseitig das Gute tun, müssen sie das Bündnis schließen. Weil man das Bündnis genau da braucht, wenn jeder schon die Unzufriedenheit und die Ansprüche, welche zum Krieg und Zerstrittenheit führen, die man gegenüber dem anderen hat. Dann wird das Bündnis sie verpflichten die Liebe und die Einheit zwischen einander zu halten. Nach dieser Regel, also sobald in jemanden ein Verlangen erwacht dem anderen zu schaden, muss man ihn sofort an das Bündnis zwischen ihnen erinnern. Das wird sie verpflichten die Liebe und den Frieden zu bewahren. Hier verbirgt sich der Sinn des gesagten:” zu allen deinen Opfern füge das Salz hinzu”. Also, jeder Fortschritt in der Arbeit des Schöpfers muss aufgrund des Beschlusses des “Salz Bündnisses” und das ist die gesamte Grundlage.

8) Rabash, Band 1, Artikel 9 (1984) “Der Mensch verkauft das Dach seines Hauses”!

Wenn eine Gesellschaft mit bestimmten Menschen gebildet wurde und sie sich versammelt haben, muss es natürlich jemanden gegeben haben, der speziell diese Gruppe zu gründen wünschte. Daher wählte er diese Menschen aus, um zu sehen, ob sie für einander geeignet wären. Anders gesagt, jeder von ihnen hatte einen Funken der Liebe zu Freunden, doch dieser Funke konnte das Licht der Liebe, das in jedem scheinen sollte, nicht entzünden. Worauf sie sich zur Verbindung entschlossen, damit die Funken zu einer großen Flamme würden. Daher soll er sich auch jetzt überwinden, wenn er sie bespitzelt, und sagen: „Da sie alle darin zugestimmt haben, den Weg der Liebe zu Freunden zu beschreiten, als die Gesellschaft gegründet wurde, das ist es auch jetzt noch so“. Und wenn jeder seinen Freund positiv beurteilt, werden sich alle Funken erneut entzünden und wieder werden sie zu einer großen Flamme“.

9) Rabash, Band 1, Artikel 19 (1984) “Ihr steht heute, jeder von euch”

Dies ist die Bedeutung von “Ihr steht heute, jeder von euch”; es ist alles, was ihr durchgemacht habt, alle Zustände, die ihr durchwandert habt – Zustände des Aufstiegs oder Zustände, welche als dazwischenliegend betrachtet werden. Man nimmt alle Details mit und ihr solltet für sie keine Berechnungen durchführen. Weil man sich nicht um die Belohnung kümmert, sondern nur um die Ausführung des Willens des Schöpfers…Das bedeutet, dass der Zustand, in welchem er sich jetzt befindet, ist für ihn genauso wichtig wie der Zustand des Aufstiegs. Dies heißt, dass der Schöpfer mit ihm genau jetzt einen Bund schließt. Denn gerade dann, wenn einer Seine Arbeit bedingungslos annimmt und einwilligt, die heilige Arbeit ohne Belohnung auszuführen, und das heißt die “bedingungslose Unterwerfung”, schließt der Schöpfer dann einen Bund mit ihm.

Lektion 7: Partner des Schöpfers

1) Baal Hasulam, Arvut, Artikel 20

Die Endkorrektur wird nur dadurch stattfinden, dass alle Menschen in die Verbindung unter sich mit dem Schöpfer gebracht werden, durch die spirituellen Arbeit.

2) Baal Hasulam, Einführung in das Buch Panim Meirot uMasbirot

Der Mensch lebt nicht für sich allein, sondern für das gesamte System der Seelen, und jede Seele im System erhält das Licht nicht für sich selbst, sondern um es an alle weiterzuleiten.

3) Die eine Mizwa

Die einzige Mizwa, die uns zu Lishma bringt, ist, für sich selbst nur im Maße des Lebensnotwendigen zu arbeiten. Und in der verbleibenden Zeit für die Öffentlichkeit zu arbeiten, für die Verbreitung der Methode der Korrektur.

4) Baal Hasulam, Schriften der letzten Generation

Das Ziel des Lebens ist es mit der Anheftung an den Schöpfer belohnt zu werden. Zu Gunsten des Schöpfers oder sich darum verdient zu machen der Öffentlichkeit dazu zu verhelfen zur Anheftung an den Schöpfer zu gelangen.

5) Likutei Moharan, Mahadura 141, Artikel 5

Der Mensch ist verpflichtet zu sagen: Die gesamte Welt wurde für mich erschaffen. Nämlich dass ich mich stets um die Korrektur der Welt sorgen und für sie beten muss.

6) Das Banner des Lagers von Ephraim, Parashat Sh’lach

Wer dem Schöpfer in Wahrheit dienen will muss sich in alle Geschöpfe einschließen und sich an alle Seelen binden und zu ihrer Wurzel, zur allgemeinen Korrektur, aufsteigen.

7) Beer Mayim Chaim, Parashat Teruma

Israel erhält als erste den gesamten Überfluss und von ihnen aus verteilt sich das auf alle Welten. Deswegen werden Israel “Li- Rosh“ (ich habe einen Kopf) genannt, da sie als  Kopf den ersten Segen erhalten und später die anderen Erdbewohner.

8) Baal Hasulam, Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird

Die Innerlichkeit der Welt ist Yashar-El, die dazu auserwählt wurden die Korrektur zu vollziehen und für das allgemeine Ziel zu wirken. Denn es gibt in ihnen die Vorbereitung sich zu entwickeln und die Völker der Welt zum Ziel zu bringen. Und den Völkern der Welt ist es nicht möglich die Stufen der Entwicklung nach und nach zu erhalten, sondern sie sind dazu befähigt die Korrektur auf einmal und in vollstem Ausmaß zu empfangen.

9) Baal Hasulam, Arvut, Artikel 20

Es ist Yashar-El, die auf die Anheftung an den Schöpfer ausgerichtet sind, mittels der Korrektur in Tora und Mizwot in 613 Ratschlägen und Gesetzen Lishma, das Verlangen in ihnen und der gesamten Menschheit auszubilden, bis sie die Nächstenliebe erhalten, die zur Anheftung an den Schöpfer führt.

10) Baal Hasulam, Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen

Die israelische Nation sollte ein  „Übergang“ sein. In dem Maße, in dem sie sich selbst korrigieren, geben sie ihre Korrekturen an den Rest der Nationen weiter. Wenn der Rest der Nationen ihre Korrekturen erhalten, dann wird der Messias offenbart werden – die Kraft, die Israel für die Anhaftung mit dem Schöpfer qualifiziert, und die Methode der Korrektur für alle Nationen zu lehren.

11) Sohar, Acharei Mot, Artikel 66

Und ihr, Freunde, werdet euch so wie ihr hier die Zuneigung und Liebe erlangt, von jetzt an und auch weiterhin nicht mehr voneinander trennen, bis euch der Schöpfer verbinden und über euch Frieden verkünden wird und dank euch, wird Frieden in der Welt herrschen. Wie es geschrieben steht, “Um meiner Brüder und Freunde willen lasst mich sagen, – Friede sei mit dir.“

spirituelle Funken

Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist

„Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist“, weil gerade derjenige, der Geschmack an der Arbeit in der Tora und in den Geboten im Sinne von Lishma findet, dessen gewürdigt wird, selbst den Schöpfungsplan zu erblicken, der darin besteht, die Geschöpfe mit Genuss zu füllen, weil es einem Guten eigen ist, Gutes zu tun.

 

Einführung zu Talmud Esser HaSefirot, Punkt 6

spirituelle Funken

Wenn die Gewohnheit zur zweiten Natur wird

Wenn der Mensch sich an etwas gewöhnt, so wird dies für ihn zur Gewohnheit und jede Gewohnheit wird für den Menschen zur zweiten Natur. Deswegen gibt es nichts, was der Mensch nicht verspüren könnte. Das heißt, auch wenn der Mensch für etwas noch keinerlei Empfindung verspürt, kann er durch die Gewöhnung an die Sache zu einer Empfindung dafür gelangen.

Baal HaSulam, Shamati 7: Was es in der spirituellen Arbeit bedeutet, wenn die Gewohnheit zur zweiten Natur wird

spirituelle Funken

Das Ende einer Handlung liegt bereits im ursprünglichen Gedanken

„Das Ende einer Handlung liegt bereits im ursprünglichen Gedanken“. Wir können keine Handlung anfangen, wenn wir nicht das Endziel als die aller wichtigste Sache platziert haben. Das Endziel muss am Anfang anwesend sein. Wir müssen an den Anfang das setzen, was am Ende existieren wird; ansonsten wird die Handlung, Absicht oder der Gedanke einfach tierisch sein. Ein Mensch wird „verrückt“ genannt, wenn er nicht weiß, warum er handelt, noch ein klares Ziel hat. Er wird ein Dummkopf genannt, ein Kind, oder ein verrückter Mensch.

 

Handbuch der Absichten, Punkt 47

spirituelle Funken

Was ist der Grund für die Schwere in der Annullierung?

…es gibt einen einfachen Grund dafür, welcher „Mangel an Glauben“ heißt. Das bedeutet, dass man nicht sieht, vor wem und um wessen willen man sich annullieren soll, und dass man die Existenz des Schöpfers nicht empfindet. Das verursacht bei einem die Schwere.
Sobald man aber beginnt, den Schöpfer zu spüren, sehnt sich die Seele nach Annullierung und danach, sich mit der Wurzel zu vereinen, sich in sie einzuschließen wie die Kerze in eine Fackel, ohne Denken und Ziel. Dies ergibt sich ganz natürlich, so wie sich eine Kerze vor einer Fackel annulliert.

 

Baal HaSulam: Shamati 4 Was ist der Grund für die Schwere, die der Mensch in der Annullierung vor dem Schöpfer hat?

 

Der Baum des Lebens – ein Gedicht

Von Rav Isaak Luria (Der Heilige ARI)

spirituelle Funken

Wie studieren wir richtig?

Es steht geschrieben, „man lernt nur, was das Herz verlangt“. Wir müssen die Buchstellen finden, wohin uns unser Herz führt. Man liest das Buch durch und plötzlich bekommt man die Reaktion auf etwas, das man liest, diese Stellen sind sehr wichtig und man muss sie markieren. In einer anderen Situation, zu einer anderen Zeit werde ich etwas anderes sehen, aber jedes Mal werde ich auf diese Weise sehen, wie ich mich ändere – weiterkomme. Paragraphen, Ausdrücke, die zuvor völlig unverständlich waren, die mich darüber wundern ließen wie jemand dies schreiben kann, weil das nur Platz wegnimmt, werden plötzlich als etwas mit einer solchen inneren Tiefe und Licht darin gesehen. Dieses Licht bringt mich zu solch einer Tiefe, solch einer Realität, von der ich nicht glaubte, dass sie in Wirklichkeit existieren würde. Plötzlich dreht es mich wie eine Schraube und schraubt mich hinein.

 

Handbuch der Absichten, Punkt 38

spirituelle Funken

Meine innere spirituelle Realität spüren

Wenn wir daher mehr nach dem Inneren als nach dem Äußeren streben, streben wir danach zu verstehen und genau wahrzunehmen, wo dieser Prozess in „mir“ stattfindet. Dann übt das Studium dementsprechend Einfluss auf uns aus. Schließlich ist die Unendlichkeit unser innerster Punkt und gerade jetzt existieren wir in der am weitest entfernten Form bezüglich dazu. Also lasst uns anfangen das zu lernen was „der innere Teil der Tora“ genannt wird. All diese Systeme sind in mir angelegt und durch meine Anstrengungen werde ich sie enthüllen und meine innere spirituelle Realität spüren. Die Klipa (die Schale) dieses Körpers wird verschwinden und ich werde nur in den spirituellen Wahrnehmungen leben – in der spirituellen Welt.

 

Handbuch der Absichten, Punkt 26

spirituelle Funken

Der Unterschied zwischen einem Tier und einem Menschen

Wenn ein Mensch keine Absicht hat – dann ist er kein Mensch. Er ist wie eine Schraube, die eingedreht wird und er lebt wie Vieh. Wir nennen diesen Menschen ein „Vieh“, weil er nicht seinen freien Willen, seine freie Wahl realisiert. So ein Mensch ist auf der Stufe eines Tieres. Der Ausdruck „Vieh“ soll nicht abwertend verstanden werden; er ist einfach die Kennzeichnung einer Stufe, nichts weiter. Jemand, der nur dem nachgeht, was er begehrt, wird mit „Vieh“ gekennzeichnet; ein Vieh lebt auf diese Weise. Der Unterschied zwischen einem Tier und einem Menschen besteht darin, dass der Mensch nicht die Handlungen ausführt, die ihm durch die aufweckenden Befehle des Verlangens zu empfangen diktiert werden, die ständig in ihm entstehen. Anstelle dessen setzt er sich ein Ziel und fängt an, sich dementsprechend selbst daran auszurichten. Dies ist die Form des Menschen – sich selbst auf das Ziel ausrichtend. „Kavana“ (Absicht/Ausrichtung) kommt von Kivun (Richtung), lenken, eine Ausrichtung. Der Grad an Überlegenheit des Menschen über das Tier in jedem von uns wird an dem Ausmaß seiner Ausrichtung gemessen, dem Maße, in welchem seine Gedanken und Handlungen von einer Absicht gelenkt werden. „Absichtlich“ bedeutet, dass er erst nach dem Kritisieren und Wahrnehmen des Bösen, nachdem er sich selbst auf das Ziel eingerichtet hat, dass er erst dann eine Entscheidung trifft und die Handlung ausführt.

 

Handbuch der Absichten, Punkt 10

spirituelle Funken

Das Licht verändert sich nicht

Dies ist die Bedeutung von „Das Licht verändert sich nicht“, sondern alle Veränderungen geschehen in den Kelim, in unseren Sinnesorganen. Alles wird gemäß unserer Einbildung bewertet. Wenn also viele Menschen eine spirituelle Sache untersuchen, so wird jeder einzelne diese entsprechend seiner Einbildung und Empfindung erfassen. Somit sieht jeder eine andere Form.

 

Baal HaSulam: Shamati 3, Das Wesen der spirituellen Erkenntnis