14. Dezember 2025, Gute-Nacht-Text

Wir müssen uns eine Gemeinschaft suchen, in der jeder der Meinung ist, dass wir arbeiten müssen, um zu geben. Diese Kraft ist beim Menschen jedoch gering. Er muss deshalb andere Menschen suchen, die ebenfalls nach solchen Kräften verlangen. Vereint kann einer vom anderen Kraft empfangen, denn dies ist alles, was er benötigt. Und der Schöpfer wird Hilfe von Oben senden, damit wir dem Weg des Gebens folgen können.

RABASH, Artikel 13 (1985) Mächtiger Hort meiner Erlösung

 

 

1 Antwort
  1. Hans-Joerg Baginski
    Hans-Joerg Baginski sagte:

    Das ist sehr typisch „Kabbala-Sprache“. Und zwar nicht die esoterische Poster-Kabbala, sondern der nüchterne, fast schon „ingenieurhafte“ Strang: Der Mensch hat von Natur aus wenig Kraft zum Geben, deshalb braucht er eine Umgebung (Gemeinschaft), die dieselbe Richtung hält. Nicht weil Menschen so romantisch sind, sondern weil sie so gebaut sind.
    Was in dem Satz steckt, ist eine ganze Psychologie – und eine harte Wahrheit:
    Der Mensch „will“ zwar oft das Gute, aber er hat nicht dauerhaft die innere Energie dafür. Die eigene Batterie reicht nicht.
    Darum ist die Gemeinschaft kein Deko-Element, sondern ein geistiges Werkzeug. Die Umgebung formt den Wunsch. Und der Wunsch formt die Kraft.
    Wenn die Umgebung das Ziel „geben“ ernst meint, dann entsteht ein Feld: Jeder wird zum Verstärker für den anderen. Vereint empfängt man „Kraft“ (Motivation, Klarheit, Standhaftigkeit), die man allein nicht stabil halten kann.
    Und dann kommt der entscheidende Kabbala-Punkt: „Hilfe von Oben“. Nicht als Ausrede, sondern als Gesetzmäßigkeit: Wenn der Mensch die richtigen Bedingungen schafft (Wunsch + Bemühung + passende Umgebung), dann wirkt eine zusätzliche Unterstützung, die nicht aus dem Ego stammt.
    Jetzt sage ich es ohne Beschönigung: Der schwierigste Teil ist nicht „wir wollen geben“. Der schwierigste Teil ist, eine echte Umgebung zu finden, die das wirklich lebt – und nicht nur moralisch darüber redet. Viele Gruppen sind „Geben“ im Mund und „Nehmen“ im Bauch.

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