Parasha Bo / Tora Abschnitt “Komm“

2. Buch MoseExodus 10:1 – 13:16

Zusammenfassung

Im Abschnitt Bo (Komm) verkündet der Schöpfer dem sturen Pharao durch Moses, er müsse das Volk Israel ziehen lassen. Doch der Pharao lässt das Volk noch immer nich ziehen. Daraufhin lässt der Schöpfer zwei weitere Plagen – Heuschrecken und Finsternis über Ägypten kommen. Da sagt der Pharao zu Moses: Geh hinweg von mir und hüte dich, daß du nicht mehr vor mein Angesicht kommst; an dem Tag, da du vor mein Angesicht kommst, sollst du sterben“ (Exodus 10:28). Moses antwortet: Du hast recht geredet; ich werde dein Angesicht nicht mehr wiedersehen“ (Exodus 10,29). Moses hält sein Wort.

Nun sagt der Schöpfer Moses, dass der Pharao die Kinder Israels nach der letzten, der zehnten Plage, ziehen lassen wird. Die Kinder Israels bereiten sich auf die zehnte Plage, die Plage der Erstgeborenen, vor und leihen sich von den Ägyptern silberne und goldene Gefäße sowie Gewänder, um sich auf ihre Freilassung vorzubereiten.

Der Schöpfer legt Moses die Regeln für das Pessach – Opfer dar, welche die Kinder Israels erfüllen müssen: ein Lamm in der Abenddämmerung schlachten, sein Blut an die Mezuzot (Türpfosten) und an die Oberschwellen streichen und das Lamm in derselben Nacht zusammen mit Mazot (ungesäuertem Brot) und Maror (bitteren Kräutern) essen. Die Kinder Israels befolgen diese Regeln.

Um Mitternacht, erhebt sich das große Geschrei Ägyptens, weil die Plage der Erstgeborenen ausbricht und der Pharao weist die Kinder Israels an, Ägypten nun schnell zu verlassen. Sie ziehen aus und nehmen die gemischte Schar, Schafe, Rinder und Vieh in großer Zahl mit sich.

Kommentar von Rav Michael Laitman

Der Auszug aus Ägypten, der in diesem Abschnitt beschrieben wird, ist sowohl sehr bedeutsam als auch äußerst dramatisch. Jeder Moment im Leben eines Menschen ist eine Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. An diesem Punkt wird immer wieder neu das “Menschliche“, die sprechende Stufe des Menschen geboren, indem er einen Schritt aus seinem Ego, aus dem Willen zu empfangen, heraus macht.

Jeder Mensch beginnt egoistisch, denn es steht geschrieben: Ich habe den bösen Trieb erschaffen.“(1) Der böse Trieb wächst stetig und bringt den Menschen dazu, immer egoistischer zu werden. So entwickelte sich der Mensch im Laufe der Zeit bis zum heutigen Zustand. Nun fühlt er, dass sein ganzes Wesen “böse“ ist und dass er es verlassen und sich davon befreien muss. Dies ist ein Prozess, der sowohl in jedem einzelnen Menschen, als auch in der gesamten menschlichen Gesellschaft stattfindet.

Wenn der Pharao wächst, also der böse Trieb, dann kann die “sprechende“ Stufe im Menschen nicht existieren. Der “Punkt im Herzen“, Moses, flieht vor dem Ego, um Kraft zu gewinnen, und kehrt dann nach Ägypten zurück, um es zu bekämpfen. Erst wenn der Mensch versteht, wie dieses “Spiel“ in ihm funktioniert, kann er gegen das Ego ankämpfen. 

Wenn ein Mensch beginnt, die Höhere Kraft zu enthüllen, und sei es auch nur ein kleines bisschen, dann entdeckt er, dass alles von Oben kommt, dass “der Herr Gott ist, und keiner sonst als er allein“ (Deuteronomium, 4:35). Das schließt den Schöpfer, den Pharao und Moses, der sich zwischen den beiden befindet, mit ein. In diesem Kampf muss “Moses“ im Menschen entscheiden, wer über ihn herrschen soll. Der Pharao, das Ego, oder der Schöpfer, die gebende Kraft.

Der Schöpfer lehrt Moses, sich dem Ego zu stellen, zu kämpfen und sich darüber zu erheben. Er schickt Moses immer wieder zum Pharao, denn “ich habe sein Herz verstockt“ (Exodus, 10:1). Weiß der Mensch durch die Weisheit der Kabbala, wie er das korrigierende Licht (2) anziehen und die zehn Sefirot (Erleuchtungen) des bösen Triebes, die zehn Plagen, durchmachen kann, ist dies nicht so schwer für ihn. In diesem Fall wird der Prozess “Beschleunigung“ genannt. Im Gegensatz dazu steht der Weg, welcher “zur rechten Zeit „, ohne Anstrengungen des Menschen stattfindet und so mit Leiden, also unangenehmen Ereignissen gepflastert ist.

Die Weisheit der Kabbala existiert, um es dem Menschen zu ermöglichen, diese Zustände leicht und angenehm zu durchlaufen. Die ersten Menschen, welche diese Zustände durchlaufen, werden das “Volk Israel “ genannt. Ihnen folgt der Rest der Menschheit, denn es steht geschrieben: Sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten“ (Jeremia, 31:34), denn mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden“ (Jesaja, 56:7). Die ganze Menschheit wird den Auszug aus Ägypten erleben. Deshalb hat das Volk Israel die Aufgabe, “ein Licht für die Völker“ zu sein (Jesaja, 42:6).

Der Kampf gegen das Ego, den Pharao, der nicht zulassen will, dass die Menschen sich verbinden und den Zustand “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“(3) erreichen, wodurch sie sich in Arwut (gegenseitige Bürgschaft) verbinden könnten, führt zu den drei letzten und schlimmsten Plagen. Sie sind GaR (die ersten, höchsten drei Sefirot) der Stufe: die Heuschrecken, die Finsternis und die Plage der Erstgeborenen.

Erst durch die letzte Plage, wenn der Mensch spürt, wie stark sein böser Trieb ist und wie er ihn vom wirklichen Leben abhält, trennt er sich von ihm. Deshalb warnt der Pharao Moses, dass er getötet wird, wenn er sich ihm noch einmal nähert, denn dieser Trieb würde den Menschen zum spirituellen Tod führen.

Moses ist bereit für diese Plage, weil er weiß, dass er erst dadurch geboren wird. So wird er aus Ägypten herauskommen, sich auf eine Ebene der Verbindung mit allen erheben und dadurch in sich die Eigenschaft des Gebens offenbaren. Er wird die Empfindung der Höheren Welt erlangen, die Empfindung der Ewigkeit, der Vollkommenheit und die Offenbarung der Höheren Kraft, die in ihm wohnt.

Wenn ein Mensch durch diesen schwierigen Prozess Vollkommenheit erlangt, bringt er ein Opfer dar. Das hebräische Wort für Opfer ist Korban, vom Wort Karow (nahe). Bringt der Mensch dieses Opfer, nähert er sich also der Eigenschaft des Gebens. Das Pessach – Opfer drückt seine Bemühungen aus, den guten Trieb zu erreichen, welcher sich über der Eigenschaft des Empfangens, über dem bösen Trieb befindet. Der Mensch erhebt sich über sein Ego und nähert sich dem Verlangen, geben zu wollen. Dieser Schritt wird symbolisch durch das Pessach – Blut vollzogen, ähnlich wie das Blut bei einer Geburt. Der Mensch wird im Blut geboren, wie geschrieben steht: In deinem Blut, sollst du leben“ (Hesekiel 16:6).

Auf diese Weise kommt der Mensch voran, bis er die Nacht, die Dunkelheit des Auszugs aus Ägypten erreicht. Er hat nun nur noch die Absicht zu geben, anstatt der Absicht zu empfangen. In diesem Zustand “leiht er sich Gefäße von den Ägyptern“, nimmt also all ihre Verlangen zu empfangen und sein neues Verlangen zu geben und zieht mit beidem aus Ägypten. Alles, was der Mensch in Ägypten zurücklässt, sind die bösen Absichten zu empfangen. Das heißt, er nimmt den Trieb, das Verlangen mit, lässt aber das Böse, die Absicht für sich selbst zu empfangen, zurück. Anschließend fügt er dem Trieb, die Absicht zu geben hinzu und macht aus ihnen so den guten Trieb. Das ist der Grund, warum der Mensch zuerst nach Ägypten gehen muss. Er muss das Verlangen zu empfangen, mit dem er ursprünglich geboren wird, aus Ägyptern herausholen.

Danach kommt die Plage der Erstgeborenen für alle Ägypter, für den gesamten bösen Trieb. Durch sie kommt das korrigierende Licht und versetzt der Herrschaft des bösen Triebes einen letzten Schlag. Das ist der Moment, in dem der Mensch sich über ihn erhebt und Verbindung zur Höheren Kraft herstellt.

Durch diese Verbindung beginnt der Mensch den Auszug aus Ägypten, den Auszug aus dem bösen Trieb zu fühlen, welcher bis jetzt die Verbindung mit der Gesamtheit Israels, in welcher die Menschen vereint sind, verhindert. Nur durch die Verbindung zwischen allen enthüllt der Mensch das Höhere Licht, die spirituelle Welt, die Vollkommenheit und die Ewigkeit.

Beim Auszug aus Ägypten wird das Pessach – Opfer feierlich mit dem “Bösen“ gegessen. Der Mensch kommt mit dem “Brot der Armen“, Mazot, aus Ägypten heraus und wird, wenn er sich über sein Ego erhebt, indem er von der Absicht zu empfangen, in die Absicht zu geben wechselt, neu geboren. Von nun an ist der Mensch bereit für den spirituellen Aufstieg.

Den Zustand, den der Mensch durch den Auszug aus Ägypten erreicht, wird spirituelle Geburt genannt. Dies ist der schwierigste Übergang in seiner Entwicklung. Der Mensch muss all seine Gewohnheiten und Muster, mit denen er bis jetzt seine Realität, die Welt und seine Beziehungen wahrgenommen hat, ablegen. Bei diesem Übergang erhebt er sich über all die Teile, welche ihn ausmachen und durch die er sich in dieser Welt entwickelt hat. So gelangt er in eine neue Welt, die ganz auf dem Geben, auf Arwut (gegenseitige Bürgschaft) und auf Verbindung beruht. Dies ist eine seiner bisherigen Realität absolut entgegengesetzte Welt.

Wenn der Mensch diese Grenze überschreitet, beginnt er dadurch, dass er den Gesetzen des Gebens, anstatt jenen des Empfangens, folgt, die Natur in umgekehrter Weise wahrzunehmen. Er beginnt, anders zu handeln und anderen Regeln zu folgen, wodurch ihm wiederum die Wirklichkeit anders erscheint. Dieser Mensch entwickeln sich vom Zustand des “Pharao“ weiter. Er nimmt lediglich dessen Gefäße – damit sind all seine Verlangen gemeint – und benutzt sie anders. So wie geschrieben steht: „Danach sollen sie mit großer Habe ausziehen“ (1. Buch Mose, 15:14).

Befindet sich der Mensch durch das Studium der Kabbala im richtigen Umfeld, mobilisiert er das korrigierenden Licht, und zieht es an. Dadurch erhält er Kräfte, die ihn aus Ägypten herausziehen. Deshalb braucht er auch in schwierigen Situationen keine Angst zu haben, sich seinem Ego zu widersetzen.


Fragen und Antworten

Wann fühlt der Mensch, dass er aus Ägypten ausgezogen ist?

Bevor es geschieht, spürt der Mensch nichts. Es geschieht plötzlich, in der Dunkelheit. Er ist benebelt und verwirrt, wie bei der Geburt. Er kommt in ein neues Leben, das er nicht kennt und nimmt nur mit, was er braucht: das Verlangen, welches nicht die Absicht hat, etwas zu empfangen. Die schlechten Absichten, die “großen Gefäße“, lässt er in Ägypten. Diese nehmen die Kinder Israels mit, diejenigen Menschen, die Yashar El (direkt zu Gott) sein wollen, direkt zum Geben, zur Liebe zu anderen.

Der Auszug aus Ägypten findet um Mitternacht statt. Nach der Weisheit der Kabbala ist dies der Zeitpunkt im Morgengrauen, an dem der Bau der Kelim (Gefäße) beginnt. In diesem Zustand fühlt sich der Mensch wegen der Dunkelheit, der Orientierungslosigkeit und Verwirrung schlecht. Er versteht nicht, was mit ihm geschieht. Doch etwas in ihm sagt, tu es! Indem er die Vorbereitung durchläuft, welche es nicht mehr zulässt, dass er in seinem Ego, welches ihn in den “Tod“ treibt, verbleibt, zieht er aus und entkommt.

Sohar für Alle, Bo (Komm), Punkt 165

Ein Lamm für einen Haushalt

Israel zog nicht aus Ägypten aus, bis die Herrschaft aller ihrer Diener oben zerbrochen war.“ Dies wird alle zehn Klipot (Schalen) genannt, die zehn Plagen, durch die Ägypten zerbrochen wird. „Und Israel verließ ihre Herrschaft und kam in die Herrschaft der Höheren Heiligkeit“ – das Geben, oder die Liebe zu anderen genannt wird – “ den Schöpfer, und band sich an Ihn […]: ‚Ich habe [sie] aus dem Land Ägypten herausgeführt‘; Ich habe sie aus der anderen Herrschaft herausgeführt und sie in Meine Herrschaft gebracht.“

Es geht darum, von der Absicht zu empfangen, zur Absicht zu geben überzugehen. Vom Zustand, in dem der Mensch ständig an sich selbst denkt – wie er profitieren, erfolgreich sein und die ganze Welt ausbeutet kann – zum entgegengesetzten Zustand. Es ist wirklich eine Revolution im Innern des Menschen, welcher immer noch nicht versteht, dass es eine andere Art zu leben – im Geben, in Liebe, über seinem Ego – gibt, obschon das Verlangen zu empfangen ständig in ihm vorhanden bleibt.

Auch während der “vierzig Jahre in der Wüste“ erleben die Kinder Israels schwierige Ereignisse, wie das goldene Kalb und die Teilung des roten Meeres. Sie sind nicht einfacher als der Auszug aus Ägypten, doch der Auszug bedeutet die endgültige Trennung vom Ego.

Auf den Auszug folgen Ab- und Aufstiege und der Wille zu empfangen offenbart sich immer mehr. Die Kinder Israels ziehen nicht ohne Begleitung aus Ägypten aus. Mit ihnen kommt die “gemischte Schar“. Damit sind jene, die davon angezogen werden, eine lichtvolle Welt zu erreichen, gemeint. Sie sind zwar bereit, Tora und Mizwot zu befolgen, ohne jedoch das Ego korrigieren zu wollen.

Was ist der Unterschied zwischen dem Auszug aus Ägypten für diejenigen, die einen Punkt im Herzen haben, und jene, die keinen haben?

Es ist ein großer Unterschied zwischen ihnen. Das Volk Israel wird Li Rosh (einen Verstand habend) genannt, weil diese Menschen den “Auszug aus Ägypten“ bewusst tun. Sie sind sich dessen bewusst, was mit ihnen geschieht. Indem sie diese Handlungen ausführen, erfahren sie die Höhere Kraft an sich selbst, weil sie das korrigierende Licht anziehen. Das wird “Arbeit an Galgalta Ejnaim“ (Schädel und Augen) genannt. Es steht geschrieben: Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ (Exodus, 19:6). Damit sind all jene gemeint, die im Geben sind.

Umgekehrt werden diejenigen, die noch nicht das Verlangen nach Spiritualität haben, weil bei ihnen der “Punkt im Herzen“, die Verbindung zur Höheren Kraft, noch nicht erweckt worden ist, “Völker der Welt“ genannt. Sie haben nicht das Gefühl, dass sie das Böse in sich, das Ego, korrigieren, sich erheben und in Dwekut (Anhaftung) mit der Höheren Kraft sein müssen.

Die heutige Zeit ist eine besondere. Müssen alle Menschen neu geboren werden, ob sie wollen oder nicht?

Ja, das stimmt. Der größte Teil der Menschheit wird durch Leiden von hinten in Richtung Entwicklung gestoßen. Sie werden nie die von vorne ziehende Kraft der Spiritualität haben. Die Menschheit spürt nur die Notwendigkeit, aus den Schwierigkeiten herauszukommen. Das Volk Israel spürt jedoch die Notwendigkeit, sich zum Geben, zur Liebe zu anderen hin zu wenden und dadurch die Liebe der Höheren Kraft zu erreichen. Das ist ein großer Unterschied. Deshalb kann die Menschheit nicht von selbst vorankommen.

Das Volk Israel muss sich mit der Menschheit, so wie Galgalta Ejnaim mit ACHaP, verbinden und das “Geben“ an sie weitergeben. Sie müssen das “Licht für die Heiden“ sein. Auch wenn die Menschheit nicht verstehen wird weshalb, wird es sich mit Israel verbinden. Wie bei Jesaja steht: Und die Völker werden sich ihrer annehmen und sie an ihren Ort bringen; und das Haus Israel, wird sie im Land des Herrn, als Erbbesitz erhalten“ (Jesaja, 14:2). Auf diese Weise werden auch sie korrigiert.

Was ist das “große Geschrei“, das zur Zeit der “Plage der Erstgeborenen“ in Ägypten zu hören ist? 

Die “Plage der Erstgeborenen“ ist Keter (Krone) entgegengesetzt und deshalb der Abschluss aller Plagen. Durch jede Plage wird ein weiteres Stück der Absicht zu empfangen, vom Willen zu empfangen abgeschnitten. Die Absicht zu empfangen ist die Klipa (Hülle/Schale), die geordnet und abgetrennt wird, so bleibt der Wille zu empfangen leer und unbenutzt.

Malchut, Jessod, Hod, Nezach, Tiferet, Gwura, Chessed, Bina, Chochma, und Keter entsprechen den zehn Plagen. Jene Plage, welche Keter entspricht, ist die schwerste, weil sie in Bezug auf die Plagen wie der Kopf, der Rosh ist. Auch ihre Awiut (Grobheit, Dicke) ist am größten. Von den Stufen des Verlangens – der Wurzel, Stufe 1, 2, 3, und 4 – ist Keter das stärkste egoistische Verlangen.

Nun trennt sich der Mensch sich von seinem Ego und “tötet“ scheinbar den Pharao. So beginnt das Ego zu verstehen, dass es wirklich eine Existenz gibt nur um zu geben und bittet deshalb die Kinder Israels, es zu segnen.

Es ist nicht einfach, denn der Mensch versteht noch nicht alles. Am Ende “gibt es nichts außer Ihm“, der einzigen Kraft des Gebens. Der Pharao ist ein “Engel“, welcher scheinbar gegen den Menschen ist, aber auch er wird von der Höheren Kraft gelenkt; sie arbeiten zusammen. Zu diesem Zeitpunkt des Prozesses erfolgt indem der Mensch mit der rechten oder der linken Linie arbeitet, die Korrektur. Erst später lernt er, mit beiden zusammenzuarbeiten, und bildet die Mittlere Linie. 

Sohar für Alle, Bo (Komm), Punkt 118

Und es geschah um Mitternacht

Auch “alle Erstgeborenen“. Ein “Erstgeborener“ wird als Chochma (Weisheit) betrachtet, und “alle Erstgeborenen“ heißt, dass sogar die höheren und niedrigeren Stufen von ihrer Herrschaft getrennt wurden. All jene Stufen, die durch ihre Macht von Chochma herrschen, welche die Weisheit Ägyptens ist, wie es geschrieben steht: „Alle Erstgeborenen im Land Ägypten.“

Das Ego leidet in jeder Stufe auf dem höchsten Level. Der Wille zu empfangen entfaltet sich in Inneren jedes Menschen, denn er ist eine “kleine Welt“. Er beginnt zu fühlen, dass der “Engel des Todes“ dazu bestimmt ist, sich ihm anzuschließen, denn es steht geschrieben, dass dieser ein “heiliger Engel“ sein wird. Deshalb bittet der Pharao um den Segen, da er selbst noch keine Verbindung herstellen kann. Doch er versteht, dass eine neue Ära begonnen hat.

Betrachtet man den inneren Prozess des Menschen, könnte man von einer gespaltene Persönlichkeit sprechen. Auf der einen Seite der geplagte Pharao und auf der anderen Moses, der sich über den Auszug freut?

Ja, beide Kräfte befinden sich im Menschen. Er spürt sie, wenn er auf- oder absteigt. Ist er egoistisch und weiß nicht, was er mit dem Ego tun soll, befindet er sich im Dunkeln. Umgekehrt, wenn er begeistert arbeitet um geben zu können, leuchtet das Höhere Licht für ihn. Ein Mensch, der beginnt die Kabbala zu studieren, ist wie Moses, der von Jethro zurückkehrt. Er hat bereits die Höhere Kraft entdeckt und kehrt nun mit beiden Kräften zurück.

Fühlt man beide Kräfte gleichzeitig?

Befindet man sich in einer Korrektur, spürt man sowohl die Kraft des Pharaos, als auch die Kraft Moses und weiß bereits, wie man die Kraft des Gebens, über die Kraft des Empfangens stellen kann.

Sagt deshalb in der Erzählung der Schöpfer zu Moses: Komm zum Pharao“?

Ja, und jedes Mal lässt die Höhere Kraft den Willen zu empfangen stärker werden. Der Willen zu empfangen offenbart sich dem Menschen immer mehr, und er muss ihn überwinden und weitergehen.

(1) Babylonischer Talmud, Masechet Kiduschin, 30b

(2) Midrash Rabba, Eicha, Einleitung, Absatz 2

(3) Jerusalemer Talmud, Seder Nashim, Masechet Nedarim, Kapitel 9, S. 30b


Lexikon Parascha Bo

Heuschrecke: Bei allen Plagen Ägyptens spürt der Mensch schlussendlich, wie wohlwollend die Plagen sind. Sie kommen, weil der Mensch in einer besonderen Situation, völlig versunken in sein Ego ist. Sie helfen ihm aus diesem Zustand heraus. Die Plage der Heuschrecken entspricht der Stufe Bina.

Finsternis: Immer wieder kommen Zustände der Finsternis oder Dunkelheit. Dabei handelt es sich um persönliche Zustände eines Menschen, aus welchen er wieder in einen dem entgegengesetzten  Zustand aufsteigen kann. Der hier gemeinte Zustand zeigt sich, indem der Mensch verwirrt ist und nichts mehr weiß. So wie es in der Erzählung über Purim heißt, als das Volk nicht wusste, wer Recht hatte, Haman oder Mordechai. In einem Zustand der Dunkelheit muss der Mensch um das Licht von Chassadim bitten, denn die Dunkelheit kommt vom Licht Chochma. Durch das Licht von Chassadim kommt er aus diesem Zustand heraus. Dieser Mensch bittet um Hilfe um das Licht Chassadim, weil er versteht, dass er es braucht. Weil er dafür bereit ist, erscheint in der Erzählung die Feuersäule, oder die Wolke.

Plage der Erstgeborenen: Damit ist der letzte und größte Schlag, welcher über den Pharao und Ägypten kommt, gemeint. Es ist ein Schlag, der von der Wurzel des Menschen, welche “Erstgeborener“ heißt, kommt. Es ist der größte Wille zu empfangen auf der Ebene von Keter. Nach dem dieser erreicht ist, gibt es in Ägypten nichts mehr zu offenbaren und deshalb gibt der Pharao auf.

Der Pharao steht nun ohne richtige Helfer da, ohne alles. Sobald die Kinder Israels Ägypten verlassen, läßt er aber alle seine übrig gebliebenen Helfern ihnen nachjagen. Doch selbst diese “gemischte Schar“ schließt sich Israel an, und der Pharao steht vor dem Nichts.

Geschrei Ägyptens: Das Egos schreit auf und fragt: Wie soll ich existieren, wenn ich ganz leer bin, weil ich nichts für mich empfangen kann? Das Ego ist an diese neue Situation nicht gewöhnt. Es muss sich ein ihm entgegengesetztes Muster aneignen, welches ganz aus Geben, Verbindung, Arwut (Bürgschaft) und Liebe besteht. Es kann so eigentlich nicht bestehen.

Dies ist der Aufschrei der egoistischen Kelim (Gefäße). Es ist ein Zustand, den der Mensch durchlaufen muss, ähnlich einer physischen Geburt. Dabei durchläuft das Neugeborene ebenfalls eine Art Trauma. Im Sohar steht, dass die Wurzel davon der “Biss der Schlange in das Reh“ ist. Das heißt, Malchut (Königreich) ist die Quelle, und sie bringt die Seele zur Welt. Dies ist ein sehr dramatischer und besonderer spiritueller Zustand. Durchlaufen die Menschen diesen Zustand aber gemeinsam als Einheit, wie die Tora es lehrt, werden ihn die Kindern Israels bewusst durchlaufen und ihn leicht überwinden.

Sohar für Alle, Bo (Komm), Artikel 179

Der Lobpreis des Auszugs aus Ägypten

Jeder Mensch, der die Geschichte des Auszugs aus Ägypten erzählt und sich an dieser Geschichte erfreut, wird sich in der nächsten Welt mit der Göttlichkeit freuen (Sie ist die Freude von allen Seiten). Dies ist ein Mensch, der sich über seinen Herrn freut, und der Schöpfer freut sich über diese, seine Geschichte.

Hier gibt es zwei gegensätzliche Gefühle. […] Einerseits bedauert der Mensch den Teil in sich, welcher ihn während der “Geburtswehen“ dazu drängt in die neue Welt, die Welt des Willens zu empfangen, geboren zu werden. Andererseits freut er sich über jenen Teil in sich, welcher dadurch mit der Höheren Kraft verbunden wird. Dies zeigt sich in der Freude über die Geburt eines Kindes.

Parasha WaEra / Tora Abschnitt “Und Ich erschien“

2. Buch MoseExodus 6:2 – 9:35

Zusammenfassung

Im Abschnitt WaEra (Und Ich erschien) erscheint der Schöpfer Moses und verspricht, die Kinder Israels aus Ägypten in das Land Kanaan zu führen. Und Moses sagte dies den Kindern Israels. Sie aber hörten nicht auf ihn, vor Missmut und harter Arbeit.“ (Exodus 6:9). 

Der Schöpfer weist Moses an, sich an den Pharao zu wenden und ihn zu bitten, die Kinder Israels aus Ägypten ziehen zu lassen. Moses befürchtet, dass er seinen Auftrag nicht erfüllen kann, und bittet den Schöpfer um ein Zeichen Weiterlesen

Parasha Shemot / Tora Abschnitt “Namen“

2. Buch MoseExodus 1:1 – 6:1

Zusammenfassung

Der Abschnitt Shemot (Namen) beginnt mit dem Tod Josephs und all seiner Zeitgenossen: „Da kam ein neuer König über Ägypten, der nichts von Joseph wusste“ (Exodus, 1:8). Dann wird Moses in Ägypten geboren und seine Schwester versteckt ihn in einem Kästchen aus Schilfrohr, mit Asphalt und Pech ausgestrichen, setzt ihn auf dem Nil aus und folgt ihm. Die Tochter des Pharaos geht zum Baden an den Fluss hinunter, findet das Kästchen und nimmt das Kind mit. Moses‚ Schwester bietet ihr an, ihr bei der Suche nach einer hebräischen Amme zu helfen und kann so Moses‚ Mutter als Amme in das Haus des Pharaos bringen.

Moses wächst vierzig Jahre lang im Haus des Pharaos auf. Eines Tages sieht er einen Ägypter, der einen Hebräer schlägt. Daraufhin erschlägt er den Ägypter und vergräbt ihn. Als er erfährt, dass einer seiner hebräischen Brüder ihn dabei gesehen hat, fürchtet er, verraten zu werden, und flieht in die Wüste. Dort trifft er Jethro (auch Reguel), den Priester von Midian und heiratet darauf dessen Tochter.

Als er in der Wüste den brennenden Dornbusch sieht, erkennt er in ihm den Schöpfer, der ihm sagt, er müsse zum Pharao und zum Volk Israel zurückkehren und ihnen mitteilen, dass es an der Zeit sei, aus Ägypten auszuziehen.

Der Abschnitt endet damit, dass sich die Kinder Israels bei Moses über ihre schlechte Lage beklagen. Moses wendet sich daraufhin an den Schöpfer, der ihm antwortet: „Nun sollst du sehen, was ich dem Pharao tun will! Denn durch eine starke Hand gezwungen, wird er sie ziehen lassen, und durch eine starke Hand gezwungen, wird er sie aus seinem Land treiben.“ (Exodus 6:1).


Kommentar von Rav Michael Laitman

Alle Erzählungen in der Tora handeln von der Seele des Menschen. Sie erzählen, wie der Mensch sich selbst korrigiert, um die Seele in sich zu entwickeln. Sie beschreibt, wie der Mensch die Seele für das Höhere Licht, für die Offenbarung der Höheren Kraft, empfänglich macht, und wie er durch sie die spirituelle Welt spüren kann.

Dieser Prozess beginnt mit dem besonderen Verlangen namens Abraham, welches im Menschen erwacht und nach dem Sinn des Lebens fragt. Diese Kraft bringt den Menschen dazu, seine Seele zu öffnen. Anschließend zeugt dieses Verlangen ein weiteres Verlangen, genannt Isaak, das wiederum ein weiteres Verlangen, Jakob, hervorbringt. Diese drei Verlangen bilden das Fundament der Seele des Menschen.

Jakob, der ein besonderes Verlangen ist, hat zwölf Söhne. Sie entwickeln das dritte Verlangen, welches die Gleichwertigkeit der Form mit der Höheren Kraft, erreicht. Sie ist das reine Geben. Der Auszug aus Babylon symbolisiert das Verlangen, die gleiche Ebene des Gebens zu erreichen. Jakob kann dieses Verlangen durch seine Söhne zum ersten Mal verwirklichen. Dies schafft er mit Hilfe von Joseph, der alle Eigenschaften des Gebens durch die Korrekturen, die Abraham, Isaak, Jakob und dessen andere Söhne vorgenommen haben, in sich vereint. Joseph ist der Einzige, der durch all seine Korrekturen nach Ägypten, zu seinem Ego absteigen und damit zu arbeiten beginnen kann. Das ganze Haus Jakob zieht nach Ägypten hinab, vollendet seine Korrekturen und stirbt dort.

Nun wird ein Kind aus dem Stamm Levi geboren. Im Gegensatz zu den übrigen hebräischen Kindern, die der Pharao tötet, überlebt dieses Kind. Aus spiritueller Sicht “verschlingt“ der Pharao alle Verlangen, die mit dem Ziel zu geben, korrigiert werden. Er tötet sie, indem das Ego alle Verlangen an sich zieht. Dies bedeutet für das Leben eines Menschen, dass selbst wenn er in Richtung Spiritualität gehen will, “tötet“ ihn das Ego, hindert das Leben und seine Umwelt ihn daran.

Vor der Geburt des Verlangens namens Moses, ist es unmöglich, Spiritualität zu erlangen. Der Mensch muss warten, bis das Verlangen Moses erscheint und in ihm wächst. Mit Hilfe der “Mutter“ des Verlangens, die ihn pflegt, und dank Batya, der Tochter des Pharaos, die ihn danach aufnimmt, kann er sich entwickeln.

Batya kommt vom Hebräischen Bat Yah (Tochter des Schöpfers). Sie ist ein Teil der Eigenschaft des Pharaos, ein besonderer Teil des Egos, des Willens zu empfangen des Menschen. Dieser Teil kann sich mit dem Verlangen zu geben verbinden und dadurch wachsen.

Moses wuchs als Sohn der Tochter des Pharaos, Batya, in dessen Haus auf. Er wurde wie ein Prinz erzogen, der bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr in allen Weisheiten Ägyptens unterrichtet wurde.

Das “vierzigste Lebensjahr“ steht für Bina (Verstehen). Es ist also kein Ausdruck für eine Anzahl Jahre, sondern für einen Zustand. In diesem Zustand wächst nicht nur das Verlangen welches vom Pharao, dem Ego, profitiert, sondern es beginnt auch, sich selbst zu korrigieren. Das Verlangen, das den Zustand von “vierzig Jahren“ erreicht, entdeckt, dass es dem Pharao entgegengesetzt ist und ihn dazu nutzen muss, um aus dem Verlangen zu Empfangen herauszukommen.

Der Auszug aus Ägypten beginnt, wenn der Mensch spürt, dass er den Kampf zwischen den Verlangen nicht mehr ertragen kann. Es entsteht ein Widerstand, weil er sowohl Pharao als auch Moses in sich spürt. Dann sehnen sich die Kinder Israels in ihm nach Einheit, können sie aber nicht erreichen, weil sie Sklaven des Pharaos sind. Nun entdeckt der Mensch die Regenten, welche für den Pharao arbeiten. Es findet ein innerer Kampf zwischen den Kindern Israel und den Regenten des Pharao statt. Diesen Kampf empfindet der Mensch als unerträglich. Das ist der Moment, in dem er beginnt, sich dagegen zu wehren. Er beginnt einzugreifen um sich selbst zu korrigieren.

Die Kraft Moses tötet das Volk des Pharaos, und muss deshalb vor ihm fliehen. Wenn Moses die Ägypter in sich tötet, verstärkt sich der Kampf mit seinem Ego und er muss sich sehr weit davon entfernen. Dies ist die Bedeutung der Flucht aus Ägypten.

Der Mensch kann dem aber nicht entkommen, denn der Rest der Verlangen, die Kinder Israels, sind immer noch in Ägypten unter dem Ego versklavt, und müssen, um zu empfangen, arbeiten. Nur der vierzigjährige Moses kann nach Midian, zu Jethro (auch Reguel), fliehen. Dort heiratet er Zippora, die Tochter des Priesters, und blieb dort wiederum vierzig Jahre lang.

In der Wüste versteht Moses, dass er an einem besonderen Punkt, dem “brennenden Dornbusch“, steht. Dieser kann ihn erheben. Mit Jethro bleibt er vierzig Jahre lang in Verbindung. Er wächst dort weiter und erwirbt die gesamte Weisheit Jethros, die ihm die Kraft gibt, zurück nach Ägypten zu gehen und dem Pharao gegenüber zu treten.

In der Erzählung sagt der Schöpfer zu Moses: „Lass uns gemeinsam zum Pharao gehen, denn ich habe sein Herz verhärtet.“ Damit ist gemeint, dass der Mensch in sich wieder beide Kräfte spürt, welche ihm das Verständnis und die Fähigkeit, mit dem was von ihm verlangt wird, nämlich mit seinem Ego zurechtzukommen, geben. Dieser Mensch versteht, dass “der Herr Gott ist, und keiner sonst als Er allein“ (Deuteronomium, 4:35). Es gibt nichts anderes, als die einzigartige Kraft, die einerseits mit dem Ego spielt und damit das Herz des Pharao verhärtet, und gleichzeitig mit dem Menschen geht und ihm hilft, darüber hinauszuwachsen. So bringt diese Kraft den Menschen allmählich dazu, sein Ego, Ägypten, ganz zu verlassen.

Zur gleichen Zeit “seufzen die Kinder Israels über ihre Knechtschaft“ (Exodus 2:23) und bauen Pitom und Ramses, wunderschöne Städte, die dem “ersten“ und “zweiten Tempel“ entsprechen, aber für den Pharao sind. Das Ego wächst weiter, gleichzeitig aber auch die Kinder Israels. Sie verjagen mit all den Eigenschaften des Gebens, die Eigenschaften des Empfangens, die Ägypter im Menschen.

Der Mensch kann die große Kraft, die in diesen Eigenschaften steckt, erst erkennen, wenn er sich weiterentwickelt. Solange die Kinder Israels vom Pharao versklavt sind, können sie nur “Städte der Armut“ bauen – ein Zustand, in dem man sich danach sehnt, das Ego zu verlassen und zur Spiritualität zu gelangen, aber keinen Weg findet, zu entkommen. “Städte der Armut“ bedeuten auch, dass der Mensch in Gefahr ist (1), denn wenn er in seinem Ego verbleibt, wird er die spirituelle Welt nie erreichen.

Während seiner Zeit bei Jethro erwirbt Moses die Fähigkeit, mit dem Pharao zurechtzukommen. Er schließt einen Bund und kommt mit seinem Sohn Gershon nach Ägypten. Auf dem Rückweg nach Ägypten muss er mit dem Pharao kämpfen. Er trifft sich wieder mit seinem Bruder Aaron, und gemeinsam versammeln sie den Rest der Ältesten Israels. Dies symbolisiert, dass der Mensch all seine inneren Kräfte, mit denen er glaubt, sich über sein Ego erheben und sich selbst korrigieren zu können, zusammenführt. All die Kräfte, Gedanken und Absichten, mit denen der Mensch sich über sein Ego, über Ägypten, erheben kann. Diese Kräfte sind diejenigen, die mit der Höheren, gebenden Kraft in gleicher Form sind. Durch dieses Verlangen offenbart sich die Höhere Kraft und mit ihr die spirituelle Welt.

In diesem Kampf verbindet sich der Mensch mit seinem inneren “Aaron“, der rechten Linie, und Moses, der linken Linie. Zusammen sind sie Cohen (Priester) und Levi. Der Mensch erweckt all diese inneren Kräfte und enthüllt etwas von der Höheren Kraft durch sogenannte “Wunder“. Dies sind die Kräfte, welche auf seine Verlangen einwirken. Sobald ein kleiner Teil der spirituellen Kraft im Menschen erscheint, kann er die Verlangen, mit denen er das Kli (Gefäß) für die Offenbarung der Höheren Kraft, die Seele, bauen kann, ordnen. Diese sind die Verlangen, welche die Absicht haben, vom Pharao zu verlangen: „Lass mein Volk ziehen“ (Exodus, 5:1).

An diesem Punkt spürt der Mensch, dass er am Scheideweg steht. Er hat die Ausdauer und den Wunsch, sich vom Ego zu trennen und sich auf die Ebene von Bina (Verständnis), außerhalb von Ägypten, zu erheben. Die Kraft dieses Menschen zeigt sich nicht sofort und der Pharao frägt ihn: „Wer ist der Herr, dass ich auf seine Stimme hören sollte?“ (Exodus, 5:2).

Im Menschen tobt ein mächtiger Kampf, der ihn daran hindert, sich von seiner Natur zu trennen. Es zieht ihn immer wieder hin zum Pharao. Der Mensch versucht dagegen anzukämpfen, wird aber immer wieder zurückgeworfen. Dies sind die Schläge, welche die “zehn Plagen Ägyptens“ genannt werden. Diese Schläge drängen ihn voranzukommen.

Es ist ein schwieriger Prozess. Der Kampf kann mit den Wehen, die eine Frau bei der Geburt eines Kindes erfährt, verglichen werden. Deshalb wird der Auszug aus Ägypten auch die spirituelle “Geburt“ des Menschen genannt. In diesen Zuständen leidet das Volk Israel, alle jene Verlangen und Absichten. In diesem Zustand ist der Mensch frustriert und braucht viel Unterstützung. Es ist sehr schwer, diese Zustände ohne die Unterstützung der richtigen Umgebung zu durchlaufen. In der Erzählung wird diese Unterstützung durch die Amme dargestellt. In diesem Zustand braucht der Mensch Hilfe, um die nötige Kraft aufzubringen. Das alles geschieht, um dem Menschen die Wichtigkeit der Höheren Kraft bewusst zu machen. Er muss spürten, dass er sich ohne die Hilfe von Oben niemals über sein Ägypten erheben kann.

Es handelt sich also um ein “Spiel“ zwischen dem starken Pharao und dem starken Israel. In der Erzählung sagt der Schöpfer erst dann, als Moses in einen Zustand der Verwirrung und Hilflosigkeit gerät: „Geh hin zum Pharao“ (2. Mose 7:26), „ich habe sein Herz verhärtet“ (2. Mose 10:1). Gerade durch diese Verhärtung rettet die Höhere Kraft den Menschen. Durch sie zeigt Sie ihm Ihre Größe.

Dieser dramatische Prozess und die schwierigen Bedingungen, mit denen der Mensch konfrontiert wird, sind aber gut für sein spirituelles Vorankommen. Während des Studiums der Weisheit der Kabbala, erhebt sich der Mensch über sein Ego und offenbart die Spiritualität, die Höhere Kraft. Er durchläuft einen komplizierten Prozess der Selbstprüfung in Form von inneren Kämpfen zwischen den Verlangen, Kräften und Absichten. Diese Erfahrung dient dazu, die Höhere Kraft zu spüren und zu entdecken, was die spirituelle Welt ist und wo sie sich befindet, denn mit seinen Sinnen kann er sie weder sehen noch fühlen.

Der Mensch muss die unterstützenden Kräfte wie den Pharao, Jethro, Moses, Aaron, Israel in Ägypten und alle Urväter, vereinen, und so über das Ego erheben. Er muss die spirituelle Welt entdecken wollen. Die gebenden Kräfte stellen sich dem Pharao, dem Ego, entgegen und verlangen, sich darüber zu erheben, wie geschrieben steht: „Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient“ (Exodus 7:16). Dies alles geschieht, dass sich der Mensch der Größe der Kraft, deren Hilfe von Oben er dringend benötigt, bewusst wird.

Nur durch die Hilfe der Höheren Kraft erlangt der Mensch den Willen zu Geben, die Liebe zu anderen, mit der er sich über das Ego erheben und aus Ägypten herauskommen kann. Dies ist dann seine spirituelle Geburt. Erst jetzt beginnt er, die spirituelle Welt zu spüren und wird von nun an immer mehr erweckt werden.

Der Wochenabschnitt Shemot (Namen) eröffnet eine neue Etappe in der Entwicklung des Menschen. Darum heißt das zweite Buch der Tora Shemot. Es gibt fünf Bücher im Pentateuch (Tora), welche den fünf egoistischen Verlangen des Menschen entsprechen. Diese muss er auf ebenfalls fünf Stufen, den Welten Assija, Yezira, Brija, Azilut und Adam Kadmon, korrigieren. Jede der Welten enthält wiederum fünf innere Stufen, die jeweils fünf weitere Stufen enthalten. Dies ergibt insgesamt also 125 Stufen durch welche der Mensch zur endgültigen Korrektur, der vollständigen Erlösung, aufsteigt.

Die Erlösung beginnt nach der ersten vorbereitenden Stufe, mit der Etappe die im Abschnitt Schemot beschrieben wird. Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Mensch das wahre Ego, den Pharao, in sich erkennt. Da der Mensch mit zwei entgegengesetzten Kräften – Pharao und Moses – konfrontiert ist, braucht er eine dritte Kraft, um zwischen den beiden wählen zu können. Diese Kraft ist der Schöpfer, die Höhere Kraft, die dann erscheint und dem Menschen hilft.

Fragen und Antworten

In diesem Abschnitt wird die Vorbereitungen für die spirituelle Geburt beschrieben. Ist dies vergleichbar mit dem, was heute in der Welt geschieht?

Ja, natürlich. Die Menschheit befindet sich in einem Zustand, in dem die Menschen beginnen ihr Ego, seine Macht und die engen Grenzen, die es einem setzt, zu hinterfragen. Die Menschen müssen erst noch verstehen, dass alles Böse das Ego ist. Viele Menschen beginnen bereits zu erkennen, dass sie hilflos sind, weil sie nicht wissen, wie sie die allumfassende Krise beenden können.

Nehmen die Menschen heute wahr, dass sie sich in “Ägypten“ befinden, oder ist es noch nicht soweit?

Ja, im heutige Zustand wird bereits “Ägypten“ empfunden. Die Menschen stehen unter großem Stress, da sie nicht wissen, ob der Pharao doch der “gute Opa“ ist, der Moses auf den Schoß nimmt und ihm die Freuden des Lebens schenkt, oder ob dies nicht doch eine neue Phase ist, welche nun beginnt. Auch die Kindern Israels, die sich in Ägypten befinden, genießen den Überfluss und wissen nicht, was sie denken sollen.

Seit Tausenden von Jahren entwickelt sich der Mensch durch sein wachsendes Ego weiter und genießt dies. Er denkt, er würde auf unbestimmte Zeit gedeihen und Erfolg haben. Doch plötzlich erkennt er, dass genau jene gute Kraft, von der er glaubt, dass sie ihn zu Wohlstand führen würde, zu einer schädlichen Kraft geworden ist. Sie ist der Pharao, der sein Verhalten gegenüber den Kindern Israels in Ägypten ändert und zum schlechten Herrscher wird, wie geschrieben steht: „Da kam ein neuer König auf über Ägypten, der nichts von Joseph wußte“ (Exodus 1:8).

In den letzten hundert Jahren, insbesondere aber seit der Jahrtausendwende, findet diese Selbstprüfung statt. Sie sollte möglichst schnell abgeschlossen werden. Dabei hängt alles von der Verbreitung des Wissens über die Situation, in der sich die Menschen befinden, ab. Es ist wie in der Erzählung, die Kinder Israel in Ägypten. Sie wissen nicht, was sie tun sollen.

Es ist wie im Zustand von Purim, als die Stadt Susan verwirrt ist und die Menschen nicht wissen, wer im Recht ist, Mordechai oder Haman. Ebendies wiederholt sich in der Geschichte in Ägypten mit den Kindern Israels, als sie dem Pharao erzählen wollen, dass Moses den Ägypter getötet hat.

Deshalb ist es wichtig, den Menschen zu erklären, was wirklich passiert. Damit sie wissen, was der Grund für all die schlechten Dinge, die Krise, ist und wie sie alles überwinden können. Nur durch das Ego, ist die Welt heute in dieser Lage. Die Tora sagt, dass durch die richtige Arbeit, der Mensch das Ego als eine böse Kraft erkennen wird und diese wiederum durch das Licht in der Tora korrigiert werden kann (2). In der Erzählung wird dies beschrieben als Moses der Schöpfer erscheint und sagt: „Geh zum Pharao, denn ich habe sein Herz verhärtet“. Dies meint sinnbildlich, dass die Höhere Kraft die Krise verursacht, damit der Mensch erkennt, dass nur Sie ihm aus seinem Ego heraushelfen kann.

Diese Botschaft muss so schnell wie möglich allen Menschen bekannt gemacht werden. Sie sollen wissen, wie man die Höhere Kraft entdecken kann, durch die alles gut werden wird. Wenn der Mensch in der richtigen Weise mit der Krise umgeht, wird er noch in diesem Leben die spirituelle Welt, die Ewigkeit und die Vollkommenheit erreichen.

Was ist “Moses“ in der Spiritualität, und welche Stufen hat er durchlaufen?

Moses ist die Kraft, die den Menschen aus Ägypten, seinem Ego, herauszieht. Dies meint, dass er ihn über diese Welt in die spirituelle Welt erhebt. Das steht im Gegensatz zu dem, was in der Erzählung Batya sagt: „Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen“ (Exodus 2:10). Moses ist die Kraft, welche den Menschen von diesem Zeitpunkt an, bis zum Eintritt in das Land Israel, führen muss.

Warum heißt die Tochter des Pharaos Batya, Tochter des Schöpfers? Sind dies nicht zwei Gegensätze?

Der Pharao ist die Rückseite des Schöpfers. Die Höhere Kraft spielt mit dem Menschen. Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen“ und der Pharao ist, „Ich habe für ihn die Tora als Gewürz erschaffen“ (Masechet Kiduschin, 30b), denn „das Licht in Ihr korrigiert ihn“ (2). Das Licht der Tora korrigiert also den bösen Trieb, den Pharao.

Am Ende des Prozesses muss der Mensch alle Kelim (Gefäße), alle Verlangen, aus Ägypten mitnehmen und so die Ägypter von allem Egoistischen leeren. Über die Kinder Israels steht deshalb geschrieben, dass sie mit “großer Habe“ ausziehen (Genesis 15:14). Auf diese Weise reinigt der Mensch diese Kelim, diese großen Verlangen, die bisher nur zu seinem eigenen Wohl dienten. Nun wendet er sie, um sie zum Wohle anderer zu nutzen. Durch diesen Wunsch findet er zum ewigen Leben.

Warum weigerte sich der Pharao, Israel aus Ägypten ziehen zu lassen?

Während Israel in Ägypten ist, ist es von großem Nutzen für den Pharao. Kräfte des Gebens innerhalb des Willens zu empfangen sind sehr hilfreich für ihn. Der Wille zu empfangen ist sehr clever, er weiß, wie er mit ihnen Handel treiben kann, um davon selbst zu profitieren. 

Es scheint, als warte der Schöpfer auf die Zustimmung des Pharaos, denn Er führt sie schlussendlich eiligst hinaus? 

Nur darin hat der Mensch die freie Wahl. Der Mensch entscheidet, wann dies stattfindet. Er befindet sich zwischen dem Ego, der Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens, der Höheren Kraft. Er erkennt das Böse im Pharao und  dadurch verliert es in seinen Augen allmählich seine Kraft. Durch die eigene Absicht und das Fordern, sich über das Ego erheben zu können, kann er dies schlussendlich schaffen.

(1) Das hebräische Wort miskenot komm sowohl von misken, arm, als auch von mesukan, gefährlich.

(2) Midrasch Raba, Eicha, Einleitung, Absatz 2.


Lexikon Parasha Shemot

Moses: Er ist die Kraft im Menschen, die ihn aus dieser Welt in die spirituelle Welt zieht.

Brennender Dornbusch: Er symbolisiert Malchut (Königreich), das sich zu Bina (Verständnis) erhebt und das Licht von Chochma (Weisheit) empfängt.

Pharao: Er steht für die Gesamtheit des Egos. Das Wort Pharao kommt vom Wort Oref (Nacken), was die “Rückseite“ des Willen zu empfangen meint. Der Wille zu empfangen ist die Substanz des Menschen, die gesamte Substanz der Schöpfung. Diese kann auf ihren eigenen Nutzen, oder auf den Nutzen anderer ausgerichtet sein. Es liegt beim Menschen, wie er sie benutzt.

Im jetzigen Zustand nutzt der Mensch sie, wie der Pharao. Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen“ (Kiduschin, 30b). Diesen muss der Mensch durch das Gewürz der Tora, das Höhere Licht, das er durch sein Studium erhält, in den guten Trieb verwandeln. So kommt der Mensch vom Hass auf andere, zur Liebe zu anderen.

Nil: Es steht geschrieben: „Es ist Weisheit in den Völkern, glaubt“ (Midrasch Rabba, Eicha, Teil 2). Der Nil symbolisiert die gesamte Weisheit Ägyptens. Er ist die Grundlagen für das Bestehen Ägyptens. Es bezieht von dort seine ganze Weisheit. Israel dagegen ist klein, das kleinste aller Völker. Es hat nicht die Kraft der Weisheit (Chochma), dieses große Verlangen. Es hat nur die Kraft des Gebens, der Liebe.

Parasha Bechukotai / Tora Abschnitt ”In meinen Satzungen“

3. Buch Mose, Leviticus 26:3 – 27:34

Zusammenfassung

Der Abschnitt Bechukotai (In meinen Satzungen) befasst sich in erster Linie mit dem Thema der Belohnung und Bestrafung der Kinder Israels, entsprechend ihrem Verhalten, wie weit sie den Wegen des Schöpfers folgen. Es steht geschrieben: „Wenn ihr nun in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote befolgt und sie tut“ (Leviticus, 26:3). Der Abschnitt beginnt mit der Aussicht auf eine Belohnung: „So will ich euch Regen geben zu seiner Zeit, und das Land soll seinen Ertrag geben, und die Bäume auf dem Feld sollen ihre Früchte bringen“ (Leviticus 26:4). Dem gegenüber steht die Ankündigung der Strafe: „Wenn ihr mir aber nicht gehorcht und alle diese Gebote nicht tut“ (Leviticus, 26:14), „will ich Schrecken, Schwindsucht und Fieberhitze über euch verhängen“ (Leviticus, 26:16). Die schlimmste aller Strafen ist jedoch das Exil. Weiterlesen

Parascha BeHar / Tora Abschnitt “Auf dem Berg“

3. Buch Mose, Leviticus 25:1 – 26:2

Zusammenfassung

Der Abschnitt BeHar (Auf dem Berg) beschäftigt sich mit etwas, das scheint, als sei es ein “Finanzgesetz“. Es beginnt damit, dass Moses auf dem Berg Sinai ist und vom Schöpfer die Mizwa (Gebot) der Shmita, den Verzicht auf den Anbau von Feldfrüchten im Land jedes siebte Jahr und die Mizwot (Gebote) des Jowel, dem Jubiläum des 50. Jahrestages, erhält. Der Schöpfer gibt seinen Segen, damit das sechste Jahr so ertragreich ist, dass genug für die nächsten drei Jahre wächst, um die Mizwa von Shmita und Jowel zu befolgen, ohne dass sich das Volk Israel um den Lebensunterhalt zu sorgen braucht.

Später werden die Gesetze über den Verkauf eines Hauses oder Grundstücks, die Auslösung eines Hauses oder eines Feldes von einem Menschen aus dem Volk Israel durch einem anderen, erklärt. Auch die Gesetze über das Los der Leviten und das Verbot des Verkaufs von Städten oder Häusern, welche ihnen gehören, wird beschrieben. Ebenfalls die Gesetze über den Verkauf eines Menschen aus dem Volk Israel in die Sklaverei und dessen Behandlung, sowie die Gesetze über das Verbot der Anbetung von Götzenbildern, Säulen und Statuen aus Stein werden dargelegt. Weiterlesen

Parascha Emor / Tora Abschnitt “Sage“

3. Buch Mose, Leviticus 21:1 – 24:23

Zusammenfassung

Der Abschnitt Emor (Sage) beginnt mit Regeln für Priester, die es ihnen verbieten, eine geschiedene Frau, eine Witwe oder eine Hure zu heiraten. Sie erlauben ihnen nur, eine Jungfrau zu heiraten. Es ist ihnen auch verboten sich den Toten zu nähern. Nur Angehörige dürfen dies tun und sich damit verunreinigen. Hohepriestern ist es verboten, sich zu verunreinigen, selbst wenn ihre nahen Verwandten gestorben sind. Ebenso ist es ihnen verboten, sich den Kopf und den Bart zu rasieren. Auch ist es ihnen untersagt, ihren Körper zu verunstalten. Ein Cohen (Priester) mit einem Makel an seinem Körper wird nicht als Priester angesehen und kann nicht im Tempel dienen. Weiterlesen

Parashot “Acharej Mot“ und “Kedoshim“/ Tora Abschnitte “Nach dem Tode“ und “Heilige“

3. Buch Mose,  Leviticus 16:1 -18:30 und 19:1 – 20:27

Zusammenfassung

Die Abschnitte Acharej Mot (Nach dem Tode) und Kedoshim (Heilige) sind miteinander verbunden. Im Abschnitt Acharej Mot, nach dem Tod der beiden Söhne Aarons, Nada und Abihu, legt der Schöpfer Moses verschiedene Regeln vor, wie Aaron sich dem Heiligen in der Stiftshütte nähern darf. Er muss mehrere Opfer darbringen und zwischen zwei männlichen Ziegenböcken wählen, von denen einer als Sündopfer und der andere als “Ziegenbock für Asasel“ in die Wüste geschickt werden soll.

Der Abschnitt beschreibt auch das Verbot, für den Verzehr zu schlachten, ohne eine Opfergabe im Zelt der Begegnung darzubringen. Der Schöpfer weist Moses an, dem Volk zu befehlen, nicht den Wegen der Ägypter und Kanaaniter zu folgen und deren Gesetzen nicht einzuhalten. Am Ende des Abschnitts weist der Schöpfer das Volk Israel an, sich nicht mit all den Unreinheiten zu beflecken, welche die Völker, die vor ihnen im Land Kanaan wohnten, begingen, ansonsten würde das Land sie verstoßen. Weiterlesen

Parashot “Tasria“ und “Mezora“/ Tora Abschnitte “Sie empfängt“ und “Aussätziger“

3. Buch Mose,  Leviticus 12:1 -13:59 und 14:1 – 15:33

Zusammenfassung

Im Abschnitt Tasria (Sie empfängt) werden die Gesetze im Zusammenhang mit der Frau, welche entbunden hat, beschrieben. Wenn sie einen Jungen entbindet, gilt sie für sieben Tage als unrein. Am achten Tag wird der Junge beschnitten und die Frau beginnt eine 33-tägige Reinigungszeit. Entbindet die Frau ein Mädchen, gilt sie vierzehn Tage lang als unrein, und die Reinigungszeit dauert 66 Tage.

In diesem Abschnitt werden auch die Regeln für Krankheiten aufgeführt. Ein Mensch, der sich mit etwas angesteckt hat, muss zum Priester kommen, welcher die Krankheit diagnostiziert und die Regeln für jede einzelne Krankheit kennt. Weiterlesen

Parascha Schemini / Tora Abschnitt “achter“

3. Buch Mose,  Leviticus 9:1 -11:47

Zusammenfassung

Der Abschnitt Schemini (achter) beschäftigt sich mit den Ereignissen des achten Tages nach den sieben Tagen der Fülle (1), dem Tag der Einweihung der Stiftshütte. Aaron und seine Söhne bringen an diesem Tag besondere Opfer dar. Moses und Aaron segnen, nachdem sie aus der Stiftshütte kommen, das Volk, und schließlich erscheint dem Volk Israel der Schöpfer.

Aarons Söhne Nadab und Abihu versündigen sich, indem sie an einem fremden Feuer opfern, und so verbrennen sie im Feuer. Aaron und die übrigen Söhne erhalten besondere Anweisungen, wie sie sich in dieser Situation verhalten sollen, unter anderem wird ihnen verboten zu trauern. Weiterlesen

Parascha Zaw/ Tora Abschnitt “gebiete“

3. Buch Mose,  Leviticus 6:1 – 8:36

Zusammenfassung

Der Abschnitt Zaw (gebiete) befasst sich mit den Regeln des Opferns, insbesondere mit denen für die Priester. In ihm wird das Gebot, Mehl zu opfern, das Speiseopfer, das Sündopfer, das Schuldopfer, das Friedensopfer und das Verbot, tierisches Fett zu essen genau beschrieben. Auch die Strafen für diejenigen, die nicht koscheres Fleisch essen sind aufgeführt, denn es steht geschrieben: „Und die Seele, die davon ißt, wird ihre Schuld tragen“ (Leviticus, 7:18). Für jenen, der Fett vom Opfer ißt gilt: „die Seele, die es ißt, soll ausgerottet werden aus ihrem Volk“ (Leviticus, 7:25). Auch wer das Blut der Opfer ißt “soll ausgerottet werden aus seinem Volk“ (Leviticus, 7:27). Weiterlesen

Parascha WaJikra / Tora Abschnitt “Und Er rief“

3. Buch Mose,  Leviticus 1:1 – 5:26

Zusammenfassung

Der Tora Wochenabschnitt WaJikra (Und Er rief) handelt von den Regeln für das Opfern und jenen Regeln für die Priester, welche in der Stiftshütte dienen. Einige Opfer sind freiwillig, andere sind vorgeschrieben. Mehrere der Opfer werden auf dem Altar zu Asche verbrannt, die anderen bleiben für die Priester und den Geber der Opfergabe übrig. Weiterlesen

Paraschiot WaJakhel und Pekudej/ Tora Abschnitte “Und er versammelte“ und “Zählungen“

2. Buch Mose,  Exodus 35:1 – 38:20 und 38:21-40:38

Zusammenfassung

Der Abschnitt WaJakhel (Und er versammelte) beginnt mit dem Gebot “Sechs Tage soll gearbeitet werden, aber der siebte Tag soll euch heilig sein“ (Exodus 35,2). Er befasst sich auch mit der Gabe des Volkes. Diese Gabe besteht aus Gold, Silber, Kupfer, kostbaren Stoffen usw. Moses bestimmt, dass Bezaleel und Oholiab die heilige Arbeit verrichten sollen, da sie weise sind und die Gaben des ganzen Volkes, einschließlich der Frauen, einsammeln würden.

Bezaleel und Oholiab informieren Moses, dass die Gaben so zahlreich sind, dass es einen Überschuss gibt und kein weiterer Bedarf mehr besteht. Dies verkündet Moses dem Volk.

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Parascha Ki Tissa / Tora Abschnitt “Wenn du erhebst“

2. Buch Mose,  Exodus 30:11 – 34:35

Zusammenfassung

Der Abschnitt Ki Tissa (Wenn du erhebst) beginnt mit der Aufforderung an jedes der Kinder Israels, einen halben Schekel für den Bau der Stiftshütte zu opfern. Es werden auch einige andere Details, welche die Stiftshütte betreffen, wie das Salböl, der Tisch, die Menora und ihre Gefäße, erwähnt. Bezaleel, der Sohn von Uri Ben Hur, wird zum obersten Handwerker und Oholiab Ben Ahisamach zu seinem Gehilfen ernannt. Auch befiehlt der Schöpfer den Kindern Israels, den Shabbat zu halten.

Moses steigt auf den Berg Sinai, um die Tafeln des Bundes zu empfangen, kehrt aber mit Verspätung zurück, so dass die Kinder Israels einen Beweis für die Existenz des Schöpfers suchen. Sie verlangen von Aaron, ein goldenes Kalb zu bauen. Aaron willigt ein, nimmt ihr Gold und baut daraus das goldene Kalb. Weiterlesen

Parascha Tezawe / Tora Abschnitt “Du sollst befehlen“

2. Buch Mose,  Exodus 27:20 – 30:10

Zusammenfassung

Im Abschnitt Tezawe (Du sollst befehlen) gibt der Schöpfer Moses zusätzliche Details für die Stiftshütte und befiehlt den Kindern Israels, Olivenöl zu nehmen, um die ewige Kerze im Zelt der Begegnung außerhalb des Vorhangs anzuzünden, damit sie von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen brennen kann.

Der Schöpfer weist Moses an, Aaron und seine Söhne Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar zu seinen Priestern zu machen. Er erläutert das Gebot, die heiligen Gewänder “zur Ehre und zur Zierde“ (Exodus 28,2) vorzubereiten. Sie bestehen aus einem Brustschild, einem Oberkleid, einem Leibrock und aus den übrigen Kleidungsstücken eines Priesters. Weiterlesen

Parascha Teruma / Tora Abschnitt “Hebopfer“

2. Buch Mose,  Exodus 25:1 – 27:19

Zusammenfassung

Der Abschnitt Teruma (Hebopfer) befasst sich hauptsächlich mit dem Bau der Stiftshütte.

Der Schöpfer weist Moses an, den Kindern Israels mitzuteilen, daß sie mir freiwillige Gaben bringen; und von jedem, den sein Herz dazu treibt, sollt ihr die freiwillige Gabe für mich annehmen“ (Exodus, 25:2). Die Gaben sind für den Bau der Stiftshütte und ihre Ausstattung bestimmt – für die Lade des Bundes, die Decke der Bundeslade, den Tisch mit den Schaubroten, die Menora (Lampe), die Bretter der Stiftshütte, die Sockel, den Vorhang, den Altar aus Erz und die Behänge des Vorhofs. Der Schöpfer weist Moses zudem an, wie er die Stiftshütte bauen soll.  Weiterlesen

Parascha Mischpatim / Tora Abschnitt “Rechte“

2. Buch Mose,  Exodus 21:1 – 24:18

Zusammenfassung

Im Abschnitt Mischpatim (Rechte) gibt der Schöpfer Moses eine Sammlung von Gesetzen und Bestimmungen zu verschiedenen Themen. Ein Teil regelt die Beziehung zwischen Mensch und Mensch. Wie  jene Gesetze zu hebräischen Sklaven und Mägden, Mord, Diebstahl, Geldverleih und anderen. Der andere Teil betrifft jene Gesetze, die den Menschen und den Schöpfer betreffen. Wie jene zu Fleisch- und Milchspeisen, den Shabbat, jene zur Shmita (Jahr des Verzichts, Verzicht auf den Anbau von Feldfrüchten), usw.

Moses überbringt den Kindern Israels die Botschaft, dass der Schöpfer ihnen helfen wird in das Land Israel einzuziehen, und warnt sie gleichzeitig davor, Götzendienst zu betreiben. Als Moses ihnen aus dem Buch des Bundes (Tora) vorliest, antwortet das Volk: Wir wollen tun und wir wollen hören“ (Exodus 24,7). Moses errichtet einen Altar und bringt dem Schöpfer Opfer dar.  Weiterlesen

Parascha Jitro / Tora Abschnitt Jitro [Priester von Midian]

2. Buch Mose,  Exodus 18:1 – 20:22

Zusammenfassung

Der Abschnitt Jitro beginnt damit, dass Jitro, der Priester von Midian, mit Moses Frau Zippora und ihren beiden Söhnen in die Wüste zu Moses zieht. Von Jitro erhält Moses nun Ratschläge, wie er das Volk in “Oberste von Tausend“, “Oberste von Hundert“, “Oberste von Fünfzig“ und “Oberste von Zehn“ einteilen soll. Weiterlesen

Parascha BeSchalach / Tora Abschnitt “Als er ziehen ließ“

2. Buch Mose,  Exodus 13:17 – 17:16

Zusammenfassung

Im Abschnitt BeSchalach (Als er ziehen ließ) schickt der Pharao die Kinder Israels nach den zehn Plagen, die er und die Ägypter erlitten haben, aus Ägypten. Der Schöpfer führt die Kinder Israels nicht direkt ins Land Israel. Dafür müssten sie durch das Land der Philister ziehen, doch der Schöpfer will nicht, dass die Kinder Israels sich vor einem Kampf mit ihnen fürchten und deshalb nach Ägypten zurückkehren würden. Stattdessen schickt er sie durch die Wüste. Die Gebeine Josephs nimmt Moses mit.

Der Schöpfer geht vor dem Volk her und leuchtet ihm mit einer Wolkensäule am Tag und einer Feuersäule in der Nacht, den Weg.

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Parasha WaJechi / Tora Abschnitt “Und er lebte“

1. Buch MoseGenesis 47:28 – 50:26

Zusammenfassung

Im Abschnitt WaJechi (Und er lebte) folgen Jakob und seine Söhne Joseph nach Ägypten. Als die Zeit von Jakobs Tod näher rückt, ruft er Joseph zu sich, der ihm schwört, dass er ihn im Land Israel und nicht in Ägypten begraben werde. Joseph bittet seinen Vater, seine beiden Söhne Ephraim und Menasse zu segnen, bevor er stirbt. Jakob segnet sie und sagt, dass sie wie seine Söhne Ruben und Simeon sein werden. Anschließend segnet Jakob seine übrigen Söhne und befiehlt ihnen, ihn in der Höhle von Machpelah im Land Israel zu begraben.

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Parasha WaJigash / Tora Abschnitt “Und er trat heran“

 

1. Buch MoseGenesis 44:18 – 47:27

Zusammenfassung

Im Abschnitt WaJigash (Und er trat heran) bittet Joseph seine Brüder, nachdem er den silbernen Kelch findet, den er selbst in Benjamins Habseligkeiten versteckt hat, Benjamin zurückzulassen. Juda erklärt Joseph, dass er ihn nicht zurücklassen kann, weil er für ihn verantwortlich ist und seinem Vater versprochen hat, ihn sicher zurückzubringen. Auch sagt er ihm, dass sie bereits einen Bruder verloren hätten, nicht wissend, dass es sein Bruder Joseph ist, der vor ihm steht und hinter den Kulissen die Fäden zieht.

Joseph beschließt, sich seinen Brüdern zu erkennen zu geben. Er erzählt ihnen, dass sich ihr Verkauf von ihm als Sklave sich zum Guten gewendet hat. Er könne nun seine Familie ernähren, denn er habe ganz Ägypten unter sich. Sie versöhnen sich und Joseph schickt seine Brüder mit Karren und Waren zu Jakob und bittet ihn, auch nach Ägypten zu kommen.

Zunächst kann Jakob die Geschichte nicht glauben, aber als die Brüder ihm die Geschenke Josephs überreichen, ist er begeistert und will, bevor er stirbt, nach Ägypten reisen, um Joseph zu sehen. Auf dem Weg nach Ägypten hält Jakob an und bringt ein Opfer dar. Der Schöpfer erscheint ihm und gibt ihm das Versprechen, dass seine Nachkommen in Ägypten ein großes Volk sein und schließlich alle in das Land Israel zurückkehren werden.

Als Jakob und Josephs Brüder in Ägypten, im Land Gosen, ankommen, begegnen sie dort Joseph. Er beginnt zu weinen, als er seinen Vater nach all den Jahren wiedersieht. Er berichtet ihnen, dass der Pharao sie treffen will.

Joseph bereitet sie auf das Treffen vor und rät seinen Brüdern und Jakob zu sagen, dass sie Hirten seien und an einem von Ägypten getrennten Ort, dem Land Gosen, leben möchten. Anschließend stellt Joseph seinen Vater und seine Brüder dem Pharao vor. Dieser willigt ein, dass sie im Land Gosen leben dürfen.

Die Hungersnot hält an, doch Joseph kann für alle sogen. Schlussendlich geben die Ägypter und alle anderen ihr Geld dem Pharao und schließlich sich selbst als Sklaven.

Am Ende des Abschnitts führt Joseph ein Steuersystem ein, bei dem der Pharao über das gesamte Vermögen seines Volkes verfügt. Der Pharao stellt allen Ägyptern Saatgut von Getreide zur Verfügung, und sie geben ihm dafür einen Fünftel ihrer Ernte.


Kommentar von Rav Michael Laitman

Der Abschnitt WaJigash beschreibt sowohl den inneren Prozess der Entwicklung des Menschen, als auch den ganzen Prozess der Korrektur der Welt. Der Mensch und die Welt sind eins, das Einzelne und das Gesamte sind gleich.

Dies ist ein besonderer Abschnitt. Er befasst sich mit der spirituellen Kraft, die in einen gewöhnlichen Menschen eintritt und beginnt, ihn zu korrigieren.

Um sich zu verbinden, braucht der Mensch sinnbildlich Himmel und Erde, sowohl die physische Kraft, als auch die spirituelle Kraft. Die beiden Kräfte – die der Höheren Kraft und jene des Geschöpfes – verbinden sich, und der Mensch wächst aus ihnen heraus. Es ist der eigentliche Zweck seiner Entwicklung, die Materie mit der menschlichen Form, die der Höheren Kraft ähnlich ist, zu verbinden.

Es ist nicht einfach, diese beiden Kräfte aus denen die Schöpfung besteht zu verbinden. Der Mensch muss die gebende Kraft, den Schöpfer, und die empfangende Kraft, das Geschöpf, das die gebende Kraft bewusst als Abbild seiner selbst erschaffen hat vereinen.

Die beiden Kräfte müssen sich verbinden, damit das Geschöpf in die Höhere Kraft aufgenommen wird und die Höhere Kraft in das Geschöpf, sodass es ein Verständnis, eine Verschmelzung zwischen ihnen gibt. In dieser Verbindung kann das Geschöpf Bitten an die Höhere Kraft richten, welche sie versteht und dem Geschöpf durch die gegenseitige Verbindung, durch den Teil der Höheren Kraft, der im Geschöpf ist, etwas gibt. So kann auch das Geschöpf die Höhere Kraft verstehen.

Es ist wie mit Beziehungen zwischen Menschen. Angenommen, zwei Menschen kennen sich nicht. Aber wenn sie einander von sich erzählen und mit dem anderen mitfühlen, erhält so jeder einen Teil vom anderen. Die Verbindung zwischen ihnen wird durch jene Dinge, die sie gemeinsam haben, hergestellt. Auch an Materiellem kann dies beobachtet werden. Der Mensch stellt z.B. Werkzeuge her, damit er Instrumente auf die gleiche Wellenlänge regulieren kann, damit sie sich “verstehen“. Wenn ein Computer einen anderen “verstehen“ soll, braucht es dafür ein Modem. u.s.w.

Ähnlich verhält es sich mit der Verbindung zwischen der Höheren Kraft und dem Geschöpf. Das ganze Ziel der Schöpfung ist, dass das Geschöpf zu Dwekut (Anhaftung) mit der Stufe der Höheren Kraft aufsteigt. Dies erreicht er entsprechend seiner Gleichheit der Form, der Gleichheit der Eigenschaften. Schlussendlich soll der Mensch die Eigenschaften der Höheren Kraft, des Gebens, haben.

Doch “das Trachten des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an“ (1. Mose 8:21). Der Mensch ist “Pharao“. Das ist seine Natur, sein “ich“. Die erste Eigenschaft der Höheren Kraft, die im Menschen erscheint, ist Abraham. Deshalb wird er “Vater des Volkes“ genannt. Dies meint die Eigenschaft des Gebens in einem Menschen.

Aus der Linie Abrahams, der rechten Linie, der Linie von Chessed (Barmherzigkeit), geht die Eigenschaft von Gwura (Gericht, Urteil), Isaak, hervor. Und schließlich erscheint die Eigenschaft von Tiferet (Schönheit), Jakob.

Jakob ist der Beginn der Bildung der richtigen Verbindung zwischen Abraham und Isaak. Das macht ihn zu etwas Besonderem unter den Urvätern. Er kann beide Kräfte, Geben und Empfangen, in sich vereinen und in der mittleren Linie ausrichten.

Aber das ist nicht genug. Der Mensch muss selbst lernen, wie er diese drei Linien, welche von Oben, von der Natur, zu ihm kommen, umsetzen kann. Der Abschnitt beschreibt, wie die Kraft von Oben den Menschen schrittweise durchdringt, so wie Wasser in den Boden sickert, um an den Ort zu gelangen, an dem es trocken ist, wie eben in Ägypten.

Der Kern des Problems von Jakob liegt in den Eigenschaften, die seine Söhnen darstellen. Mit Ausnahme von Joseph verstehen sie nicht, was ihre Aufgabe ist. Joseph weiß, dass es notwendig ist, alle Söhne Jakobs zu vereinen. Er sagt ihnen: „Ihr werdet euch alle vor mir verneigen, denn ich bin Jessod, das Fundament, das euch vereint.“ Aber sie verstehen das nicht.

Obwohl der Mensch alle Eigenschaften in sich trägt und versucht, sie miteinander zu verbinden, hat er keine Ahnung, wie es funktioniert. Deshalb lernt er durch das “Verkaufen” und “Kaufen”, wie er mit diesen Eigenschaften arbeiten kann.

Die Weisheit der Kabbala befasst sich nicht mit historischen Ereignissen, sondern mit der Korrektur des Innern eines Menschen. Im gesamten Prozess der Arbeit geht es um die Korrektur. Zuerst nimmt der Mensch die Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Sorge um andere an. Dadurch nähert er sich der Höheren Kraft an, verändert sich und korrigiert sich selbst.

In diesem Abschnitt wird, beginnend mit dem Verkauf Josephs an Ägypten, beschrieben, wie der Prozess voranschreitet. Joseph ist die Kraft des Gebens, während mit Ägypten die Gefäße, das Verlangen des Empfangens gemeint sind. Das Verlangen zu empfangen kann nur bei jemandem funktionieren, der nicht weit entwickelt ist. Joseph ist eine Eigenschaft, die bereits weiß, wie man Werkzeuge durch andere austauscht, wie man verkauft und kauft. Er gibt von seiner Ernte und erhält im Gegenzug etwas anderes von den Ägyptern, welche etwas produzieren, wie zum Beispiel Werkzeuge.

Durch Verhandeln, Geben und Empfangen ist es möglich, sich zu verbinden, Reichtum zu erlangen und Stufen aufzusteigen. Die Eigenschaft von Joseph ermöglicht dies, weil er es versteht, egoistische Teile zu verbinden, welche sich sonst nicht verbinden können. Dies ist der Prozess, den ein Mensch in Ägypten erlebt. So geschieht es auch in der physischen Welt.

Die Menschen des Volkes Israel leben, arbeiten und wirken unter den Völkern der Welt. Sie stellen in der Bildung, der Kultur, aber vor allem im Handel eine Verbindung zwischen allen Völkern dar. Der Handel floriert und die Industrie entwickelt sich, so wie es in der Erzählung in Ägypten geschieht. Mit dem Wohlstand kommt aber auch ein Probleme – je mehr man wächst, desto mehr neigt man zum Abstieg, zum Fall und zur Entdeckung von neuem Bösen.

Daraus entstehen die Jahre des Überflusses und die Jahre des Hungers. Nur die Kraft des Gebens kann sie steuern. Je mehr der Mensch in seiner Korrektur vorankommt, desto einfacher durchläuft er den Prozess in richtiger und guter Weise. So zieht das Haus Jakobs, alle früheren Eigenschaften des Gebens, nach Ägypten, in den Willen zu empfangen. Dadurch wird er so angereichert, dass als Jakob mit seiner Familie nach Ägypten kommt, der Pharao bereits versteht, wie viel er dadurch gewinnt.

Wenn der Mensch beginnt, mit den Gefäßen des Gebens so zu arbeiten – ich helfe dir und du hilfst mir – entwickelt sich dadurch sein Ego. Wer es versteht, sich mit anderen zu verbinden und sich mit ihnen auszutauschen, weiß, wie er mit der Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens zusammenarbeiten kann.

Am Anfang wird diese Arbeit lo liShma (nicht für Ihren (Tora) Namen) genannt, da der Mensch noch immer profitiert und für sich empfängt. Er denkt, dass alles gut läuft, und arbeitet  deshalb mit beiden Kräften. Sind die Höheren Kräfte in einem Menschen enthalten, beginnt er die Entwicklung des Prozesses zu erkennen und bekommt das Gefühl, welches das “Exil” und der “Auszugs aus Ägypten” bedeutet.

Dies geschieht trotz der Tatsache, dass beide Kräfte, die Kraft des Gebens und die Kraft des Empfangens, die sich im Menschen befinden, zunächst zugunsten des Egos arbeiten und sich der Pharao daran bereichert. Mit anderen Worten, der fünfte Teil, Malchut, von Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin und Malchut, erhält dadurch Fülle.

Das Ego empfängt einen gewissen Prozentsatz des gesamten Gewinns und wächst dadurch. In der Erzählung geschieht dies auch mit allen Ägypter, den egoistischen Eigenschaften – sie leben und wachsen. Auch das Haus Jakob wächst. Es vervielfältigt sich, indem es mehr vom ägyptischen Ego, dem Willen zu empfangen, in sich aufnimmt.

Der Mensch fügt in seinem Leben dem Ego immer etwas hinzu, indem er wächst und sich weiterentwickelt. Dies dient der Vorbereitung auf den Prozess der Korrektur. Studiert ein Mensch die Weisheit der Kabbala, genießt er diese Welt ebenso, wie einen gewissen Anteil der spirituellen Welt und profitiert von beiden. Während er sich in dieser Welt befindet, lernt er zu verstehen und zu fühlen, was mit ihm geschieht und erhebt sich dadurch scheinbar über andere. Dieser Mensch profitiert von der Weisheit der Kabbala und hat das Gefühl, dass er so von beiden Welten einen Nutzen ziehen kann. Das ändert sich jedoch nach einiger Zeit.

In der Erzählung gewinnt nun sowohl das Haus des Pharao als auch das Haus Jakobs an Reichtum. Der Gewinn beruht auf den Eigenschaften der Höheren Kraft und auf jenen des Geschöpfes. Der Wille zu empfangen und das Verlangen zu geben vermischen sich und arbeiten zusammen. Es gibt eine große Verbindung zwischen ihnen, bis sie an einen Punkt kommen, an dem es nicht weitergeht.

An diesem Punkt steht diese Welt derzeit. Bis jetzt hat die Menschheit die Kraft des Gebens genutzt, um Technologien, Techniken, Instrumente und vieles mehr zu entwickeln. Nun befindet sie sich in einem globalen Netzwerk von Industrie und Handel in allen Bereichen. Die Menschen erlangen die Erkenntnis des Bösen und die Einsicht, dass alle miteinander verbunden sein müssen, um weiter voranzukommen. Aber das Ego hindert sie daran.

Das erleben die Kinder Israels in Ägypten – einen Zustand, der sie weiter, auf eine höhere Stufe, in das Land Israel bringt. Auch diese Welt muss aus der Krise heraus und auf die Ebene des Landes Israel kommen, um aller Willen.

Fragen und Antworten

Die Welt bewegt sich auf die “Jahre des Hungers“ zu, doch die Mehrheit der Menschen weigert sich, dies zu erkennen. Wo ist die Eigenschaft von Joseph heute, die Eigenschaft, welche sagt, dass die Menschen in den “guten Jahren“ sammeln müssen, damit sie die Hungerjahre überstehen?

In der Zeit des Überflusses ist alles groß. Joseph ist in Malchut, in Ägypten. Mit der Zeit des Hungers, beginnt die zweite Hälfte des Exils in Ägypten. Nun spürt der Mensch das Exil. Das ist der Zeitpunkt, an dem Joseph seine Rolle beendet und nicht mehr existiert.

Die neun SefirotKeter, Chochma, Bina, Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod und Jessod – sind der Abstieg der Erfüllung von oben nach unten. Joseph ist die neunte Sefira. Er sammelt die vorherigen acht Sefirot und bringt sie zu Malchut. Deshalb wird er Joseph, vom hebräischen Wort Osef (sammeln), genannt. Malchut ist das ganze Ego, der Wille zu empfangen, die Eigenschaft des Geschöpfes, der Mensch. Joseph beinhaltet alle vorherigen Eigenschaften, die Eigenschaften der Höheren Kraft, die Fülle und Licht für alle.

[…]

Was geschieht heute in der Welt?

Die aktuelle Situation der Welt zeigt, dass die Menschheit sich an einem Wendepunkt befindet. Es ist offensichtlich, dass der Pharao die Kontrolle übernimmt, so dass die Menschen einerseits Zustände des Hungers und andererseits Zustände des Überflusses erleben. Auch Joseph tritt auf und sagt dem Pharao, dass er keine andere Wahl hat, als eine neue Ordnung in Ägypten zu schaffen. Alles wird unter seiner Kontrolle stehen. Er gibt allen Saatgut und erhält zwanzig Prozent Steuern von ihnen. Das Ganze muss er so aufteilen, um das Volk Israel schlussendlich arm zu machen.

Mit anderen Worten, die egoistischen Verlangen müssen sich “arm” fühlen, so dass sie, um zu überleben, nichts anderes tun können, als sich dem Ego zu ergeben. Das was sie aufrechterhält, ist die Verbindung mit Joseph. Er gibt ihnen Saatgut und Nahrung, und somit das Leben. Dafür erhält er von ihnen eine Steuer. 

So muss sich auch die Menschheit fühlen – dass nur die Kraft der Verbindung in der Welt sie vereinen kann und es erlaubt, voranzukommen und weiter zu leben.

Dafür müssen diese Zustände zuerst studiert werden. Der Mensch muss diesen ganzen Prozess durchlaufen um zur Erkenntnis zu gelangen, dass er sich selbst, seinen Pharao, korrigieren muss. Er muss sich über ihn erheben und Ägypten verlassen. Der ganze Prozess ist auf das Verlassen Ägyptens ausgerichtet.

Zur Korrektur Ägyptens sind zwei Vorgänge nötig. Als erstes muss der Mensch, wenn er eine bestimmte Eigenschaft von sich korrigieren will, aufhören, sie zu benutzten. Danach kann er sich ihr annähern um auf eine neue Weise mit ihr arbeiten, vielleicht in geringerem Maße als zuvor. In der materiellen Welt zum Beispiel, wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen kein Salz zu sich nehmen darf, vermeidet er es zunächst vollständig und nimmt dann wieder kleine Mengen davon zu sich.

Die Menschen müssen aus Ägypten ausbrechen und sich wirklich und vollständig verbinden. Solange sie sich in Ägypten befinden, können sie dies nicht. Nur die Kinder Israels können sich in Ägypten verbinden, und das auch nur auf eine bestimmte Weise. Wenn der Mensch sich in seinem Ego befindet, aber trotzdem versucht, sich zu entwickeln, um im Einklang mit der Natur zu sein, entdeckt er plötzlich, dass das genau das Gegenteil passiert. Alles, was der Mensch aufbaut, wird vom Ego, dem Willen zu empfangen, eingenommen. Er kann nichts dagegen tun. Heute sieht man, wie alles, was in dieser Welt aufgebaut wurde, bedroht ist. Es wird verschwinden, keine Erinnerung hinterlassen und für die Zukunft der Kinder und Enkelkinder, gibt es keine Garantie.

Wohin wird das führen?

Wenn man darüber nachdenkt, könnte man denken, dass es keinen Sinn mehr hat, Kinder zu bekommen. Wenn es keinen Höheren Plan gäbe, dem der Mensch vertraut könnte, dann wäre es wirklich so. Aber es gibt zum Glück einen Plan.

Joseph behandelt seine Familie besonders. Er plant alles für sie, was zeigt, dass er sich um sie kümmerte. Gibt es in der spirituellen Welt so etwas wie “der Begünstigte“ zu sein?

Ägypten kann ohne die Kinder Israels nicht existieren, und so kann auch die Welt ohne die gebenden Eigenschaften nicht existieren. Auch der Mensch kann ohne Kontakt zur Höheren Kraft nicht existieren. Nun ist er im Begriff zu lernen, wie er sie auch wirklich spüren kann. Nur wenn er sich mit der ganzen Welt verbindet, also mit den Eigenschaften von Ägypten, wird er dies können.

Joseph ordnet an, dass die Kinder Israels nur außerhalb Ägyptens, im Land Gosen, leben sollen. Dies deshalb, weil der Mensch, um voranzukommen, seine Gefäße des Empfangens von den Gefäßen des Gebens getrennt halten muss. Andernfalls kann es geschehen, dass er feststellt, dass er nur für das Ego arbeitet und so nie in der Lage sein wird, aus diesem herauszukommen.

Um Ägypten richtig zu verwalten, müssen die Eigenschaften des Gebens außerhalb von Ägypten sein. Deshalb arbeiten die Kinder Israels, die sich im Land Gosen außerhalb Ägyptens befinden, in Berufen, die in den Augen der Ägypter unwürdig erscheinen, wie z.B. als Hirten. So scheint es, als ob sie nur dazu da sind, die Eigenschaften des Empfangens mit den Eigenschaften des Gebens zu “ernähren“. Für die Ägypter muss es so aussehen, da sie selbst alle Eigenschaften des Gebens so nutzen, dass sie die Eigenschaften des Empfangens, das Ego, füllen. In Wirklichkeit aber, arbeitet das Volk Israel anders. Es benutzt sein ganzes Ego so, dass die Eigenschaften des Empfangens nur daran arbeiten, die Eigenschaften des Gebens zu entwickeln.

Es scheint, als ob Joseph seine Familie begünstigt und ihr den Vorzug gibt.

Das ist richtig, aber selbst der Pharao versteht, dass es zu seinem eigenen Besten ist. Allerdings nur bis zu dem Moment, in dem Joseph sich von ihm trennt. Solange beide den Willen zu empfangen haben, lohnt es sich für einen Menschen. Diese Zeit wird lo liShma (nicht für Ihren (Tora) Namen) genannt. […]

Auf diese Weise kommt der Mensch voran, bis er in eine Krise kommt, zu einem Hindernis, das er nur mühsam überwinden kann. Dieser Übergang findet am Fuße des Berges Sinai (Hass) statt, wo der “Mensch mit einem Herzen“, geboren wird.

Sohar für Alle, Wajigash (Und er trat heran), Punkt 22

Nefesh, Ruach, Neshama

„Dann … näherte sich ihm“ ist die Annäherung der einen Welt in die andere Welt. Die Annäherung der unteren Welt, Nukwa, Nefesh mit Juda, an die Höhere Welt, Jessod de SA, Ruach, oder Joseph, so dass alles eins wird. Weil Juda und Joseph Könige waren, näherten sie sich einander an und schlossen sich ineinander ein.“

Es gibt viele Unterscheidungen während des gesamten Prozesses.  Beginnend mit Josephs Verkauf, über seine Ankunft in Ägypten, der Aussendung der Brüder und der Wiedervereinigung. In diesem Prozess verbindet der Mensch in sich die Eigenschaft der Höheren Kraft und jene des Geschöpfes.

Die Verbindung zwischen den Eigenschaften des Gebens und jenen des Empfangens im Menschen ist nicht so einfach. Dies zeigt sich dem Menschen auch bei seinen Freunden. Besonders bei jenen, die mit dem Kabbala Studium beginnen. Es ist schwer für sie, diese spirituellen Eigenschaften anzunehmen, da sie diese noch nie zuvor gespürt haben. Mit den Freunden zusammen beginnet er zu spüren, dass es Geben, Liebe und Verbindung gibt. Eine neue Art die Welt wahrzunehmen.


Lexikon Parasha WaJigash

Sklave: Er steht für das Verlangen des Menschen. Allgemeinen wird in der Kabbala immer über das Verlangen gesprochen. Die ganze Schöpfung ist ein einziger Wille zu empfangen, aufgeteilt in 613 Verlangen. Ein “Sklave“ ist eines dieser Verlangen, das unter der vollständigen Kontrolle des Unteren steht. Er befindet sich entweder auf der Seite des Pharaos, ist sein Diener, oder auf der Seite der Höheren Kraft und dient ihr. Er kann nicht in der Mitte zwischen ihnen sein.

Sohar für Alle, WaJigash (Und er trat heran), Artikel 112

Nehmt Wagen […] für eure Kleinen

Israel war unter der Herrschaft dieser Färse für REDU (Gematria: 210) Jahre, als sie in Ägypten waren. …Nur um diesen Wagen, der WAK (Waw Kzawot – 6 Kanten) der Linken ist, zu prüfen, war Israel mehrere Male und mehrere Jahre unter der Klipa (Schale/Hülle) Ägyptens, da es verboten ist, mehr als dieses Maß, “Wagen“ genannt, aus Ägypten mitzunehmen.”

Das Exil soll insgesamt 400 Jahre dauern, also vier Bchinot (Aspekte, Phasen), aber die Menschheit verbrachte nur 210 Jahre im Exil. Das ist deshalb die Wurzel aller anderen Exile.

Versprechen: In diesem Abschnitt bedeutet es, das Joseph aus Ägypten herauskommen kann. Die Schwierigkeit dabei ist, wie der Mensch mit seinem Ego arbeiten und sich sicher sein kann, dass es ihn am Ende nicht ganz verschlingt. Deshalb wird Joseph in der Erzählung geraten, für eine gewisse Zeit nach Ägypten zu gehen. So würde er mit großer “Habe“ in das Land Israel zurückkehren.

weinen: Das ist ein Zustand von Katnut (Kleinheit). Dann, wenn der Mensch von einem Zustand in den anderen wechselt. Dazwischen muss er “klein“ sein, wie ein Embryo oder ein Neugeborenes, das weint. Dies sind Merkmale von Katnut. In diesem Zustand hat der Mensch noch kein Mochin (Verstand, Lichter der Weisheit). Er versteht noch nicht, wo er ist oder warum er existiert. Deshalb befindet er sich im Leid, in einer Notlage, an einem beengten Ort, an dem es nicht genügend Chassadim (Barmherzigkeit) gibt. Daher weint er.

Getreide: Dies ist eine Pflanze, die aus dem Unbelebten heraus wächst. Es symbolisiert die Fähigkeit, sich aus dem Willen zu empfangen, dem egoistischen Verlangen, welches das Unbelebte ist, zu erheben. Wenn in der materielle Welt ein Same sich im Unbelebten befindet und man ihm Wasser, Mineralien und die richtige Pflege gibt, wächst daraus eine Pflanze – die nächste Stufe der Evolution.

Auch alles Spirituelle geht aus der Unbelebten Stufe hervor. Der Wille zu empfangen ist die Grundlage, und die Formen, die daraus hervorgehen – die pflanzliche, tierische und sprechende – sind Formen des Verlangens zu geben, vereint mit dem Willen zu empfangen. Davon ist der Wille zu empfangen die ganze Substanz. Ist zum Beispiel die Form pflanzlich, wird die nächst höhere Form davon tierisch sein, gefolgt von der sprechenden Form.

Segen: Er ist die Höhere Kraft, die von Bina ausgeht. Bet (2.Buchstabe im Hebr. Alphabet) ist Beracha (Segen). Ohne die Höhere Kraft gibt es kein Wachstum. Sie ist ähnlich dem Wasser, welches die Kraft von Bina in unserer Welt darstellt.