Parasha Chukat / Tora Abschnitt „Das Gesetz“

4. Buch Mose, Numeri 19:1-22:1


Zusammenfassung

Der Abschnitt Chukat (Das Gesetz) befasst sich mit der weiteren Reise Israels, mit der Mizwa (Gebot) der roten Kuh (Färse), den Gesetzen der Unreinheit der Toten und der Begebenheit, die Mej Meriwa (Wasser des Streits) genannt wird. In der Erzählung beklagen sich die Kinder Israels über den Mangel an Wasser, und der Schöpfer befiehlt Moses, zum Felsen zu sprechen. Doch statt zu sprechen, schlägt Moses gegen den Felsen. Für diese Handlung werden Moses und Aaron damit bestraft, dass ihnen der Eintritt in das Land Israel verwehrt wird. Das Volk Israel erreicht das Land Edom, und der König von Edom verbietet ihnen, sein Gebiet zu durchqueren.

Aaron stirbt und Elazar, sein Sohn, tritt seine Nachfolge als Hohepriester an. Das Volk Israel beklagt sich weiterhin über die Schwierigkeiten, die ihnen auf dem Weg begegnen, woraufhin der Schöpfer Schlangen schickt, damit sie das Volk beißen. Moses fertigt eine kupferne Schlange an und zeigt sie dem Volk, und jeder, der die kupferne Schlange ansieht, wird geheilt.

Dann erreicht das Volk Israel die Grenze des Landes Moab und singt das „Lied vom Brunnen“. Das Volk kämpft gegen Sichon, den König der Amoriter, und Og, den König von Bashan. Das Volk Israel gewinnt den Kampf und erbt ihr Land.

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Shawuot aus kabbalistischer Sicht

Das Fest Shawuot findet laut Tora am 50. Tag, also 49 Tage nach dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten (Pessach) statt. Dieses Jahr beginnt es am Abend des 11. Juni. An Shawuot wird das besondere Ereignis der „Gabe der Tora an das Volk Israel “ gefeiert. 

In vielen Quellen kann man Erzählungen über dieses Ereignis finden. Sie sind farbenfroh und detailliert beschrieben und wurden sogar verfilmt. Moses steigt auf den Berg Sinai, und dort wird ihm – als Höhepunkt der Geschichte – die Tora gegeben. Vielen Menschen sind daraus vor allem die Zehn Gebote bekannt.

Traditionelles

Am Shawuot ist es üblich, Milchgerichte zu essen, da Milch, wie z.B. die Muttermilch, für die Eigenschaft des reinen Gebens steht. Sie ist ein Symbol für die bedingungslose Liebe zwischen Mutter und Kind.

Erzählung in der Tora

Es steht geschrieben, dass 600.000 Menschen den Berg Sinai umringten und die gegenseitige Bürgschaft auf sich nahmen. Dies ist ein unglaubliches Ereignis. In der Erzählung befinden sich die Menschen in einer ausweglosen Situation. Die Wüste, Durst, Hunger und die feindlichen Angriffe zwingen sie zur Annahme der gegenseitigen Bürgschaft (Arvut).

Wer kann sich heutzutage vorstellen, dass sich auch nur ein paar Menschen für gegenseitige Bürgschaft bereit erklären würden, geschweige denn über eine halbe Million? Unsere Lebenserfahrung zeigt uns, dass es unmöglich ist, etwas, was nicht vom eigenen Herzen gewünscht wird, zuzustimmen. Die Menschen in der Erzählung waren alle verschieden, kamen aus unterschiedlichen sozialen Strukturen, jeder mit seinen eigenen Interessen. Was brachte sie dazu, oder überzeugte sie davon, einer gegenseitigen Bürgschaft zuzustimmen? Die Kabbala gibt darauf Antworten…

Kabbalistisch Sichtweise

Um die Erzählung in der Tora richtig zu interpretieren, muss man die Bedeutung der hebräischen Worte kennen.

Das Wort Tora kommt von dem Wort Or, hebräisch Licht. Es ist eine Kraft, eine Energie, die den menschlichen Egoismus, zum Guten, nämlich zum Geben hin, verändert.

Das Wort Berg, hebräisch har, bedeutet Zweifel/Einspruch. Syna bedeutet Hass. Der Berg Sinai verkörpert also die egoistischen Gedanken, die im Menschen entstehen, und so schlussendlich einen enormen Hass auf alle anderen auslösen. Die egoistischen Verlangen lassen den Menschen nur an sein eigenes Wohl und nicht an das Wohl aller denken.

Dass die Menschen sich in der Erzählung um den Berg Sinai versammeln, bedeutet auch, dass gegenseitiger Hass ein natürlich auftretendes Phänomen in einer Gesellschaft ist und sogar vorprogrammiert ist. Er kann nicht eliminiert werden, aber wie die Wissenschaft der Kabbala erklärt, gibt es einen Weg, dass gerade durch diesen Hass etwas verändert werden kann.

Die Zehn Gebote, die in der Erzählung durch Moses dem „Volk Israel” überbracht werden, stehen für die zehn Regeln in der spirituellen Realität. Laut der Weisheit der Kabbala ist die Seele in zehn Teile bzw. zehn Sefirot unterteilt, und jede Sefirot entspricht einem der Zehn Gebote, das durch die Korrektur eines Teiles eingehalten werden kann.

Die 49 Tage – sieben Wochen – zwischen dem Fest Pessach (Auszug aus Ägypten) und dem Fest Shawuot (Gabe der Tora) symbolisieren sieben dieser Sefirot (Erleuchtungen) nämlich Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod, Jessod und Malchut. Sie werden während dieser Phase korrigiert, das heisst hin zum Geben anstatt zu empfangen verändert.

Es ist bekannt, dass es nicht möglich ist, ein Problem auf der gleichen Stufe zu lösen, auf der es entstanden ist. Dazu muss man sich über das Problem erheben und es von einer höheren Stufe aus beheben. Das ist nur mit Hilfe der Methode möglich, die in der Tora beschrieben wird. Indem sich 600.000 Menschen einstimmig dafür entschieden, füreinander zu bürgen, um „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu werden, wurden sie würdig, die Möglichkeit der Korrektur zu erhalten. Gäbe es die Tora nicht, würde der Mensch auf der „tierischen“ Stufe verbleiben und könnte sich nicht zur nächsthöheren Stufe, der „sprechenden“, entwickeln. Durch die Gabe der Tora bekommt die Menschheit die Gelegenheit, die höhere Kraft in ihr zu benutzen und mit ihrer Hilfe in eine höhere, spirituelle Dimension zu gelangen. Dies wird das Leben aller Menschen verändern!

Was bedeutet das für die heutige Gesellschaft? Die Rolle der heutigen Generation ist eine ganz besondere. Was in der Erzählung ein Volk betrifft, betrifft heute die gesamte Menschheit. Den meisten Menschen ist bereits klar, dass die Menschheit als Gemeinschaft auf eine Sackgasse zusteuert. Die Verdrehung und Extremierung ethischer und sozialer Werte, das Zerbrechen von Familien, die Zunahme der Suchtproblematik, Finanzkrisen, Kriege und vieles mehr, weisen eindeutig darauf hin. Der Auslöser für all das ist letztendlich aber immer die Beziehung zwischen den Menschen. Diese Beziehung kann nur mit Hilfe von einer Höheren Stufe verändert werden.

Der Mensch verfügt erst ab dem Moment der Gabe der Tora über die freie Wahl – und zwar die Wahl, diese Methode an sich selbst zu realisieren. Zuvor hat er keine Möglichkeit, etwas frei zu wählen.

An Shawuot bekommt er deshalb durch die Gabe der Tora die Gelegenheit, zu einer freien, ewigen und vollkommenen Existenz überzugehen. Das Empfangen solch einer Möglichkeit ist das wichtigste Geschehen im Leben eines Menschen – also ein wahrer Grund zu feiern!

 

Aus Artikeln von Rav Michael Laitman, geschrieben von seinen Student*innen

 

Parasha Bechukotai / Tora Abschnitt „In meinen Satzungen“

3. Buch Mose, Leviticus 26:3 – 27:34

Zusammenfassung

Der Abschnitt Bechukotai (In meinen Satzungen) befasst sich in erster Linie mit dem Thema der Belohnung und Bestrafung der Kinder Israels, entsprechend ihres Verhaltens, wie weit sie den Wegen des Schöpfers folgen. Es steht geschrieben: „Wenn ihr nun in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote befolgt und sie tut” (Leviticus 26:3).

Der Abschnitt beginnt mit der Aussicht auf eine Belohnung: „So will ich euch Regen geben zu seiner Zeit, und das Land soll seinen Ertrag geben, und die Bäume auf dem Feld sollen ihre Früchte bringen” (Leviticus 26:4). Dem gegenüber steht die Ankündigung der Strafe: „Wenn ihr mir aber nicht gehorcht und alle diese Gebote nicht tut”(Leviticus 26:14), „will ich Schrecken, Schwindsucht und Fieberhitze über euch verhängen” (Leviticus 26:16). Die schlimmste aller Strafen ist jedoch das Exil. Weiterlesen

Lag BaOmer aus kabbalistischer Sicht

Traditionelles

An diesem fröhlichen jüdischen Feiertag, der jedes Jahr am 18. Iyar stattfindet, machen viele Menschen ein Lagerfeuer, amüsieren sich und feiern Hochzeiten, was in der Zeit von Pessach bis Shawout nur an Lag BaOmer erlaubt ist. Viele vollziehen an diesem Tag auch das Halake-Ritual, den ersten Haarschnitt von Jungen, die das dritte Lebensjahr erreicht haben.

Dieser Feiertag ist außerdem Shimon Bar Yohai (RASHBI), dem bedeutenden Kabbalisten, der das Buch Sohar schrieb, gewidmet. Er starb am Tag Lag BaOmer

Kabbalistische Sicht

Lag BaOmer ist kabbalistisch gesehen ein Feiertag des Lichts. Lag ist ein Akronym für Lamed, mit dem Zahlenwert 30 und Gimel, mit dem Zahlenwert 3, also 33. Omer ist einerseits eine Maßeinheit, bedeutet aber auch Garbe (Bündel aus Weizenähren). Der ganze Name Lag BaOmer kann daher mit „dreiunddreißig Tage zählen“ übersetzt werden. Deshalb findet der Feiertag am 33. Tag nach Pessach, nach dem „Auszug aus Ägyptenstatt. Damit ist der Auszug aus dem egoistischen Verlangen hin zum Geben, um zu Geben gemeint. Danach beginnt die „Reinigung“ aller Verlangen bis zum 50. Tag, dem Feiertag Shawuot. Nach diesen 50 Tagen sind alle Verlangen gereinigt und für das Empfangen der Tora bereit. Es ist das Licht, das die Verlangen korrigiert, um empfangen um zu geben zu können.

Bis zu Lag BaOmer gilt man noch nicht als vollständig aus Ägypten ausgezogen. Denn erst wenn alle „ägyptischen“, egoistischen Verlangen zum Geben um zu Geben gewandelt sind, ist man vollständig aus Ägypten ausgezogen. Insgesamt muss man in 50 Schritten von Pessach bis Shawuot 49 Sefirot korrigieren. Sind 33 Sefirot korrigiert, braucht man nicht mehr daran zweifeln, dass man die Korrektur vollenden wird, denn ab dem Zustand Lag BaOmer beginnt das Licht der „Gabe der Tora bereits zu leuchten, wenn zunächst auch nur aus der Entfernung. Das bedeutet, danach beginnt man, sich für den  „Empfang der Tora an Shawuot vorzubereiten. 

Der „Auszug aus Ägypten geschieht unter dem Einfluss des Höheren Lichtes Chochma, das sich dank dem Erwachen des Menschen offenbart. Als Ergebnis erhebt der Mensch sich über seinen Egoismus und trennt sich von ihm. Dies passiert aber nur dank dem Licht, das von oben kommt. Die Verlangen des Menschen bleiben noch egoistisch, aber das Licht ermöglicht es, zu wollen, dass man sich über den Egoismus erheben kann. 

Es gibt eine Verbindung zwischen der spirituellen Wurzel und den physischen Festen dieser Welt, und deswegen gibt es Tage, an denen das den Menschen umgebendes Licht stärker wirkt. Deswegen muss man die besondere Zeit des Feiertages Lag BaOmer, an dem alle Bedingungen auf die Korrektur ausgerichtet sind, nutzen. An diesem Tag sollte man mit allen Kräften versuchen, Verbindung zwischen den Menschen zu erreichen. 

Geschichtliches

In der Geschichte der Menschheit zeigt sich die Auswirkung dieses Lichtes an einem Ereignis, an dem vierundzwanzigtausend Schüler von Rabbi Akiva gleichzeitig verstorben sind. In ihnen kam ein so großer Egoismus zum Vorschein, dass sie anstelle der Liebe zum Nächsten –  welche ihr Lehrer Rabbi Akiva von ihnen gefordert hatte – in grundlosen Hass verfielen. Deswegen konnten sie das Licht der Korrektur, das sich damals offenbarte, nicht aushalten und starben. Da sie ihren Egoismus nicht überwinden konnten, sind sie spirituell gestorben und verschwanden deshalb auch physisch durch eine Epidemie. Ab dem Tag Lag BaOmer starb niemand mehr.

Allerdings blieb nur eine kleine Gruppe von Schülern unter der Leitung von Rabbi Shimon übrig. In dieser Gruppe gab es zehn Menschen, die sich wie zehn Sefirot verbinden und dank dieser Verbindung das Buch Sohar schreiben konnten. Sie erhielten das Licht, das zur Quelle zurückführt, und mit dessen Hilfe konnten sie die 125 Stufen der Korrektur durchgehen. Das eigentliche Licht zu beschreiben ist unmöglich, doch ihre Korrekturen und Offenbarungen konnten diese Menschen aufgeschrieben. Denn als das Licht ihre Verlangen, welche nach Verbindung strebten, beleuchtete, erlangten sie eine neue Formen der Vereinigung, in welcher sich das Licht, die Tora, offenbarte. Der Sohar ist heute das wichtigste kabbalistische Buch, da es einen Kommentar zum Pentateuch enthält, der es den Menschen ermöglicht, mit Hilfe einer Gruppe Gleichgesinnter zur Korrektur zu gelangen. 

 

Zusammengefasst aus dem Beitrag: Unterricht von Rav Michael Laitman zum Thema „Feiertag Lag ba-Omer“, 14.05.2017

Parasha BeHar / Tora Abschnitt „Auf dem Berg“

3. Buch Mose, Leviticus 25:1 – 26:2

Zusammenfassung

Der Abschnitt BeHar (Auf dem Berg) beschäftigt sich mit etwas, das scheint, als sei es ein Finanzgesetz“. Es beginnt damit, dass Moses auf dem Berg Sinai ist und vom Schöpfer die Mizwa (Gebot) der Shmita, den Verzicht auf den Anbau von Feldfrüchten im Land jedes siebte Jahr und die Mizwot (Gebote) des Jowel, dem Jubiläum des 50. Jahrestages, erhält. Der Schöpfer gibt seinen Segen, damit das sechste Jahr so ertragreich ist, dass genug für die nächsten drei Jahre wächst, um die Mizwa von Shmita und Jowel zu befolgen, ohne dass sich das Volk Israel um den Lebensunterhalt zu sorgen braucht.

Später werden die Gesetze über den Verkauf eines Hauses oder Grundstücks, die Auslösung eines Hauses oder eines Feldes von einem Menschen aus dem Volk Israel durch einem anderen, erklärt. Auch die Gesetze über das Los der Leviten und das Verbot des Verkaufs von Städten oder Häusern, welche ihnen gehören, wird beschrieben. Ebenfalls die Gesetze über den Verkauf eines Menschen aus dem Volk Israel in die Sklaverei und dessen Behandlung, sowie die Gesetze über das Verbot der Anbetung von Götzenbildern, Säulen und Statuen aus Stein werden dargelegt. Weiterlesen

Parasha Emor / Tora Abschnitt „Sage“

3. Buch Mose, Leviticus 21:1 – 24:23

Zusammenfassung

Der Abschnitt Emor (Sage) beginnt mit Regeln für Priester, die es ihnen verbieten, eine geschiedene Frau, eine Witwe oder eine Hure zu heiraten. Sie erlauben ihnen nur, eine Jungfrau zu heiraten. Es ist ihnen auch verboten sich den Toten zu nähern. Nur Angehörige dürfen dies tun und sich damit verunreinigen. Hohepriestern ist es verboten, sich zu verunreinigen, selbst wenn ihre nahen Verwandten gestorben sind. Ebenso ist es ihnen verboten, sich den Kopf und den Bart zu rasieren. Auch ist es ihnen untersagt, ihren Körper zu verunstalten. Ein Cohen (Priester) mit einem Makel an seinem Körper wird nicht als Priester angesehen und kann nicht im Tempel dienen. Weiterlesen

Parashijot „Acharej Mot“ und „Kedoshim“/ Tora Abschnitte „Nach dem Tode“ und „Heilige“

3. Buch MoseLeviticus 16:1 – 18:30 und 19:1 – 20:27

Zusammenfassung

Die Abschnitte Acharej Mot (Nach dem Tode) und Kedoshim (heilige) sind miteinander verbunden. Im Abschnitt Acharej Mot, nach dem Tod der beiden Söhne Aarons, Nada und Abihu, legt der Schöpfer Moses verschiedene Regeln vor, wie Aaron sich dem Heiligen in der Stiftshütte nähern darf. Er muss mehrere Opfer darbringen und zwischen zwei männlichen Ziegenböcken wählen, von denen einer als Sündopfer und der andere als Ziegenbock für Asasel in die Wüste geschickt werden soll.

Der Abschnitt beschreibt auch das Verbot, für den Verzehr zu schlachten, ohne eine Opfergabe im Zelt der Begegnung darzubringen. Der Schöpfer weist Moses an, dem Volk zu befehlen, nicht den Wegen der Ägypter und Kanaaniter zu folgen und deren Gesetze nicht einzuhalten. Am Ende des Abschnitts weist der Schöpfer das Volk Israel an, sich nicht mit all den Unreinheiten zu beflecken, welche die Völker, die vor ihnen im Land Kanaan wohnten, begingen, ansonsten würde das Land sie verstoßen. Weiterlesen

Parashijot „Tasria“ und „Mezora“/ Tora Abschnitte „Sie empfängt“ und „Aussätziger“

3. Buch MoseLeviticus 12:1 -13:59 und 14:1 – 15:33

Zusammenfassung

Im Abschnitt Tasria (sie empfängt) werden die Gesetze, welche im Zusammenhang mit der Frau, welche entbunden hat einzuhalten sind, beschrieben. Wenn sie einen Jungen entbindet, gilt sie für sieben Tage als unrein. Am achten Tag wird der Junge beschnitten und die Frau beginnt eine 33-tägige Reinigungszeit. Entbindet die Frau ein Mädchen, gilt sie vierzehn Tage lang als unrein, und die Reinigungszeit dauert 66 Tage.

In diesem Abschnitt werden auch die Regeln für Krankheiten aufgeführt. Ein Mensch, der sich mit etwas angesteckt hat, muss zum Priester kommen, welcher die Krankheit diagnostiziert und die Regeln für jede einzelne Krankheit kennt. Weiterlesen

Parasha Shemini / Tora Abschnitt „achter“

3. Buch MoseLeviticus 9:1 -11:47

Zusammenfassung

Der Abschnitt Shemini (achter) beschäftigt sich mit den Ereignissen des achten Tages nach den sieben Tagen der Fülle (1), dem Tag der Einweihung der Stiftshütte. Aaron und seine Söhne bringen an diesem Tag besondere Opfer dar. Moses und Aaron segnen, nachdem sie aus der Stiftshütte kommen, das Volk, und schließlich erscheint dem Volk Israel der Schöpfer.

Aarons Söhne Nadab und Abihu versündigen sich, indem sie an einem fremden Feuer opfern, und so verbrennen sie im Feuer. Aaron und die übrigen Söhne erhalten besondere Anweisungen, wie sie sich in dieser Situation verhalten sollen, unter anderem wird ihnen verboten zu trauern. Weiterlesen

Parasha Zaw / Tora Abschnitt „gebiete“

3. Buch MoseLeviticus 6:1 – 8:36

Zusammenfassung

Der Abschnitt Zaw (gebiete) befasst sich mit den Regeln des Opferns, insbesondere mit denen für die Priester. In ihm wird das Gebot, Mehl zu opfern, das Speiseopfer, das Sündopfer, das Schuldopfer, das Friedensopfer und das Verbot, tierisches Fett zu essen genau beschrieben. Auch die Strafen für diejenigen, die nicht koscheres Fleisch essen sind aufgeführt, denn es steht geschrieben: „Und die Seele, die davon ißt, wird ihre Schuld tragen“ (Leviticus 7:18). Für jenen, der Fett vom Opfer ißt gilt: „Die Seele, die es ißt, soll ausgerottet werden aus ihrem Volk“ (Leviticus 7:25). Auch wer das Blut der Opfer ißt „soll ausgerottet werden aus seinem Volk“ (Leviticus 7:27). Weiterlesen

Parashiot WaJakhel und Pekudej / Tora Abschnitte „Und er versammelte“ und „Zählungen“

 

2. Buch MoseExodus 35:1 – 38:20 und 38:21-40:38

Zusammenfassung

Der Abschnitt WaJakhel (Und er versammelte) beginnt mit dem Gebot „Sechs Tage soll gearbeitet werden, aber der siebte Tag soll euch heilig sein”(Exodus 35:2). Er befasst sich auch mit der Gabe des Volkes. Diese Gabe besteht aus Gold, Silber, Kupfer, kostbaren Stoffen usw. Moses bestimmt, dass Bezaleel und Oholiab die heilige Arbeit verrichten sollen, da sie weise sind und die Gaben des ganzen Volkes, einschließlich der Frauen, einsammeln würden.

Bezaleel und Oholiab informieren Moses, dass die Gaben so zahlreich sind, dass es einen Überschuss gibt und kein weiterer Bedarf mehr besteht. Dies verkündet Moses dem Volk.

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Parasha Ki Tissa / Tora Abschnitt „Wenn du erhebst“

2. Buch MoseExodus 30:11 – 34:35

Zusammenfassung

Der Abschnitt Ki Tissa (Wenn du erhebst) beginnt mit der Aufforderung an jedes der Kinder Israels, einen halben Shekel für den Bau der Stiftshütte zu opfern. Es werden auch einige andere Details, welche die Stiftshütte betreffen, wie das Salböl, der Tisch, die Menora und ihre Gefäße, erwähnt. Bezaleel, der Sohn von Uri Ben Hur, wird zum obersten Handwerker und Oholiab Ben Ahisamach zu seinem Gehilfen ernannt. Auch befiehlt der Schöpfer den Kindern Israels, den Shabbat zu halten.

Moses steigt auf den Berg Sinai, um die Tafeln des Bundes zu empfangen, kehrt aber mit Verspätung zurück, so dass die Kinder Israels einen Beweis für die Existenz des Schöpfers suchen. Sie verlangen von Aaron, ein goldenes Kalb zu bauen. Aaron willigt ein, nimmt ihr Gold und baut daraus das goldene Kalb. Weiterlesen

Parasha Tezawe / Tora Abschnitt „Du sollst befehlen“

2. Buch MoseExodus 27:20 – 30:10

Zusammenfassung

Im Abschnitt Tezawe (Du sollst befehlen) gibt der Schöpfer Moses zusätzliche Details für die Stiftshütte und befiehlt den Kindern Israels, Olivenöl zu nehmen, um die ewige Kerze im Zelt der Begegnung außerhalb des Vorhangs anzuzünden, damit sie von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen brennen kann.

Der Schöpfer weist Moses an, Aaron und seine Söhne Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar zu seinen Priestern zu machen. Er erläutert das Gebot, die heiligen Gewänder „zur Ehre und zur Zierde“ (Exodus 28:2) vorzubereiten. Sie bestehen aus einem Brustschild, einem Oberkleid, einem Leibrock und aus den übrigen Kleidungsstücken eines Priesters. Weiterlesen

Parasha Teruma / Tora Abschnitt „Hebopfer“

2. Buch MoseExodus 25:1 – 27:19

Zusammenfassung

Der Abschnitt Teruma (Hebopfer) befasst sich hauptsächlich mit dem Bau der Stiftshütte.

Der Schöpfer weist Moses an, den Kindern Israels mitzuteilen, daß sie mir freiwillige Gaben bringen; und von jedem, den sein Herz dazu treibt, sollt ihr die freiwillige Gabe für mich annehmen” (Exodus, 25:2). Die Gaben sind für den Bau der Stiftshütte und ihre Ausstattung bestimmt – für die Lade des Bundes, die Decke der Bundeslade, den Tisch mit den Schaubroten, die Menora (Lampe), die Bretter der Stiftshütte, die Sockel, den Vorhang, den Altar aus Erz und die Behänge des Vorhofs. Der Schöpfer weist Moses zudem an, wie er die Stiftshütte bauen soll.  Weiterlesen

Parasha Mishpatim / Tora Abschnitt „Rechte“

2. Buch MoseExodus 21:1 – 24:18

Zusammenfassung

Im Abschnitt Mishpatim (Rechte) gibt der Schöpfer Moses eine Sammlung von Gesetzen und Bestimmungen zu verschiedenen Themen. Ein Teil regelt die Beziehung zwischen Mensch und Mensch. Wie  jene Gesetze zu hebräischen Sklaven und Mägden, Mord, Diebstahl, Geldverleih und anderen. Der andere Teil betrifft jene Gesetze, die den Menschen und den Schöpfer betreffen. Wie jene zu Fleisch- und Milchspeisen, den Shabbat, jene zur Shmita (Jahr des Verzichts, Verzicht auf den Anbau von Feldfrüchten), usw.

Moses überbringt den Kindern Israels die Botschaft, dass der Schöpfer ihnen helfen wird in das Land Israel einzuziehen, und warnt sie gleichzeitig davor, Götzendienst zu betreiben. Als Moses ihnen aus dem “Buch des Bundes“ (Tora) vorliest, antwortet das Volk: Wir wollen tun und wir wollen hören“ (Exodus 24:7). Moses errichtet einen Altar und bringt dem Schöpfer Opfer dar. Weiterlesen

Parasha Jitro / Tora Abschnitt Jitro [Priester von Midian]

2. Buch MoseExodus 18:1 – 20:22

Zusammenfassung

Der Abschnitt Jitro beginnt damit, dass Jitro, der Priester von Midian, mit Moses Frau Zippora und ihren beiden Söhnen in die Wüste zu Moses zieht. Von Jitro erhält Moses nun Ratschläge, wie er das Volk in „Oberste von Tausend“, „Oberste von Hundert“, „Oberste von Fünfzig“ und „Oberste von Zehn“ einteilen soll. Weiterlesen

Parasha BeShalach / Tora Abschnitt „Als er ziehen ließ“

2. Buch MoseExodus 13:17 – 17:16

Zusammenfassung

Im Abschnitt BeShalach (Als er ziehen ließ) schickt der Pharao die Kinder Israels nach den zehn Plagen, die er und die Ägypter erlitten haben, aus Ägypten. Der Schöpfer führt die Kinder Israels nicht direkt ins Land Israel. Dafür müssten sie durch das Land der Philister ziehen. Der Schöpfer will jedoch nicht, dass die Kinder Israels sich vor einem Kampf mit ihnen fürchten und deshalb nach Ägypten zurückkehren. Deshalb schickt er sie stattdessen durch die Wüste. Die Gebeine Josephs nimmt Moses mit.

Der Schöpfer geht vor dem Volk her und leuchtet ihm mit einer Wolkensäule am Tag und einer Feuersäule in der Nacht, den Weg.

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Parasha Bo / Tora Abschnitt “Komm“

2. Buch MoseExodus 10:1 – 13:16

Zusammenfassung

Im Abschnitt Bo (Komm) verkündet der Schöpfer dem sturen Pharao durch Moses, er müsse das Volk Israel ziehen lassen. Doch der Pharao lässt das Volk noch immer nich ziehen. Daraufhin lässt der Schöpfer zwei weitere Plagen – Heuschrecken und Finsternis über Ägypten kommen. Da sagt der Pharao zu Moses: Geh hinweg von mir und hüte dich, daß du nicht mehr vor mein Angesicht kommst; an dem Tag, da du vor mein Angesicht kommst, sollst du sterben“ (Exodus 10:28). Moses antwortet: Du hast recht geredet; ich werde dein Angesicht nicht mehr wiedersehen“ (Exodus 10:29). Moses hält sein Wort. Weiterlesen

Parasha WaEra / Tora Abschnitt “Und Ich erschien“

2. Buch MoseExodus 6:2 – 9:35

Zusammenfassung

Im Abschnitt WaEra (Und Ich erschien) erscheint der Schöpfer Moses und verspricht, die Kinder Israels aus Ägypten in das Land Kanaan zu führen. Und Moses sagte dies den Kindern Israels. Sie aber hörten nicht auf ihn, vor Missmut und harter Arbeit.“ (Exodus 6:9). 

Der Schöpfer weist Moses an, sich an den Pharao zu wenden und ihn zu bitten, die Kinder Israels aus Ägypten ziehen zu lassen. Moses befürchtet, dass er seinen Auftrag nicht erfüllen kann, und bittet den Schöpfer um ein Zeichen Weiterlesen

Parasha Shemot / Tora Abschnitt „Namen“

2. Buch Mose, Exodus 1:1 – 6:1

Zusammenfassung

Der Abschnitt Shemot (Namen) beginnt mit dem Tod Josephs und all seiner Zeitgenossen: „Da kam ein neuer König über Ägypten, der nichts von Joseph wusste“ (Exodus, 1:8). Dann wird Moses in Ägypten geboren und seine Schwester versteckt ihn in einem Kästchen aus Schilfrohr, mit Asphalt und Pech ausgestrichen, setzt ihn auf dem Nil aus und folgt ihm. Die Tochter des Pharaos geht zum Baden an den Fluss hinunter, findet das Kästchen und nimmt das Kind mit. Moses‚ Schwester bietet ihr an, ihr bei der Suche nach einer hebräischen Amme zu helfen und kann so Moses‚ Mutter als Amme in das Haus des Pharaos bringen.

Moses wächst vierzig Jahre lang im Haus des Pharaos auf. Eines Tages sieht er einen Ägypter, der einen Hebräer schlägt. Daraufhin erschlägt er den Ägypter und vergräbt ihn. Als er erfährt, dass einer seiner hebräischen Brüder ihn dabei gesehen hat, fürchtet er, verraten zu werden, und flieht in die Wüste. Dort trifft er Jethro (auch Reguel), den Priester von Midian und heiratet darauf dessen Tochter.

Als er in der Wüste den brennenden Dornbusch sieht, erkennt er in ihm den Schöpfer, der ihm sagt, er müsse zum Pharao und zum Volk Israel zurückkehren und ihnen mitteilen, dass es an der Zeit sei, aus Ägypten auszuziehen.

Der Abschnitt endet damit, dass sich die Kinder Israels bei Moses über ihre schlechte Lage beklagen. Moses wendet sich daraufhin an den Schöpfer, der ihm antwortet: „Nun sollst du sehen, was ich dem Pharao tun will! Denn durch eine starke Hand gezwungen, wird er sie ziehen lassen, und durch eine starke Hand gezwungen, wird er sie aus seinem Land treiben.“ (Exodus 6:1).

Kommentar von Rav Michael Laitman

Alle Erzählungen in der Tora handeln von der Seele des Menschen. Sie erzählen, wie der Mensch sich selbst korrigiert, um die Seele in sich zu entwickeln. Sie beschreibt, wie der Mensch die Seele für das Höhere Licht, für die Offenbarung der Höheren Kraft, empfänglich macht, und wie er durch sie die spirituelle Welt spüren kann.

Dieser Prozess beginnt mit dem besonderen Verlangen namens Abraham, welches im Menschen erwacht und nach dem Sinn des Lebens fragt. Diese Kraft bringt den Menschen dazu, seine Seele zu öffnen. Anschließend zeugt dieses Verlangen ein weiteres Verlangen, genannt Isaak, das wiederum ein weiteres Verlangen, Jakob, hervorbringt. Diese drei Verlangen bilden das Fundament der Seele des Menschen.

Jakob, der ein besonderes Verlangen ist, hat zwölf Söhne. Sie entwickeln das dritte Verlangen, welches die Gleichwertigkeit der Form mit der Höheren Kraft, erreicht. Sie ist das reine Geben. Der Auszug aus Babylon symbolisiert das Verlangen, die gleiche Ebene des Gebens zu erreichen. Jakob kann dieses Verlangen durch seine Söhne zum ersten Mal verwirklichen. Dies schafft er mit Hilfe von Joseph, der alle Eigenschaften des Gebens durch die Korrekturen, die Abraham, Isaak, Jakob und dessen andere Söhne vorgenommen haben, in sich vereint. Joseph ist der Einzige, der durch all seine Korrekturen nach Ägypten, zu seinem Ego absteigen und damit zu arbeiten beginnen kann. Das ganze Haus Jakob zieht nach Ägypten hinab, vollendet seine Korrekturen und stirbt dort.

Nun wird ein Kind aus dem Stamm Levi geboren. Im Gegensatz zu den übrigen hebräischen Kindern, die der Pharao tötet, überlebt dieses Kind. Aus spiritueller Sicht „verschlingt“ der Pharao alle Verlangen, die mit dem Ziel zu geben, korrigiert werden. Er tötet sie, indem das Ego alle Verlangen an sich zieht. Dies bedeutet für das Leben eines Menschen, dass selbst wenn er in Richtung Spiritualität gehen will, „tötet“ ihn das Ego, hindert das Leben und seine Umwelt ihn daran.

Vor der Geburt des Verlangens namens Moses, ist es unmöglich, Spiritualität zu erlangen. Der Mensch muss warten, bis das Verlangen Moses erscheint und in ihm wächst. Mit Hilfe der „Mutter“ des Verlangens, die ihn pflegt, und dank Batya, der Tochter des Pharaos, die ihn danach aufnimmt, kann er sich entwickeln.

Batya kommt vom Hebräischen Bat Yah (Tochter des Schöpfers). Sie ist ein Teil der Eigenschaft des Pharaos, ein besonderer Teil des Egos, des Willens zu empfangen des Menschen. Dieser Teil kann sich mit dem Verlangen zu geben verbinden und dadurch wachsen.

Moses wuchs als Sohn der Tochter des Pharaos, Batya, in dessen Haus auf. Er wurde wie ein Prinz erzogen, der bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr in allen Weisheiten Ägyptens unterrichtet wurde.

Das „vierzigste Lebensjahr“ steht für Bina (Verstehen). Es ist also kein Ausdruck für eine Anzahl Jahre, sondern für einen Zustand. In diesem Zustand wächst nicht nur das Verlangen welches vom Pharao, dem Ego, profitiert, sondern es beginnt auch, sich selbst zu korrigieren. Das Verlangen, das den Zustand von „vierzig Jahren“ erreicht, entdeckt, dass es dem Pharao entgegengesetzt ist und ihn dazu nutzen muss, um aus dem Verlangen zu Empfangen herauszukommen.

Der Auszug aus Ägypten beginnt, wenn der Mensch spürt, dass er den Kampf zwischen den Verlangen nicht mehr ertragen kann. Es entsteht ein Widerstand, weil er sowohl Pharao als auch Moses in sich spürt. Dann sehnen sich die Kinder Israels in ihm nach Einheit, können sie aber nicht erreichen, weil sie Sklaven des Pharaos sind. Nun entdeckt der Mensch die Regenten, welche für den Pharao arbeiten. Es findet ein innerer Kampf zwischen den Kindern Israel und den Regenten des Pharao statt. Diesen Kampf empfindet der Mensch als unerträglich. Das ist der Moment, in dem er beginnt, sich dagegen zu wehren. Er beginnt einzugreifen um sich selbst zu korrigieren.

Die Kraft Moses tötet das Volk des Pharaos, und muss deshalb vor ihm fliehen. Wenn Moses die Ägypter in sich tötet, verstärkt sich der Kampf mit seinem Ego und er muss sich sehr weit davon entfernen. Dies ist die Bedeutung der Flucht aus Ägypten.

Der Mensch kann dem aber nicht entkommen, denn der Rest der Verlangen, die Kinder Israels, sind immer noch in Ägypten unter dem Ego versklavt, und müssen, um zu empfangen, arbeiten. Nur der vierzigjährige Moses kann nach Midian, zu Jethro (auch Reguel), fliehen. Dort heiratet er Zippora, die Tochter des Priesters, und blieb dort wiederum vierzig Jahre lang.

In der Wüste versteht Moses, dass er an einem besonderen Punkt, dem „brennenden Dornbusch“, steht. Dieser kann ihn erheben. Mit Jethro bleibt er vierzig Jahre lang in Verbindung. Er wächst dort weiter und erwirbt die gesamte Weisheit Jethros, die ihm die Kraft gibt, zurück nach Ägypten zu gehen und dem Pharao gegenüber zu treten.

In der Erzählung sagt der Schöpfer zu Moses: „Lass uns gemeinsam zum Pharao gehen, denn ich habe sein Herz verhärtet.“ Damit ist gemeint, dass der Mensch in sich wieder beide Kräfte spürt, welche ihm das Verständnis und die Fähigkeit, mit dem was von ihm verlangt wird, nämlich mit seinem Ego zurechtzukommen, geben. Dieser Mensch versteht, dass „der Herr Gott ist, und keiner sonst als Er allein“ (Deuteronomium, 4:35). Es gibt nichts anderes, als die einzigartige Kraft, die einerseits mit dem Ego spielt und damit das Herz des Pharao verhärtet, und gleichzeitig mit dem Menschen geht und ihm hilft, darüber hinauszuwachsen. So bringt diese Kraft den Menschen allmählich dazu, sein Ego, Ägypten, ganz zu verlassen.

Zur gleichen Zeit „seufzen die Kinder Israels über ihre Knechtschaft“ (Exodus 2:23) und bauen Pitom und Ramses, wunderschöne Städte, die dem “ersten“ und „zweiten Tempel“ entsprechen, aber für den Pharao sind. Das Ego wächst weiter, gleichzeitig aber auch die Kinder Israels. Sie verjagen mit all den Eigenschaften des Gebens, die Eigenschaften des Empfangens, die Ägypter im Menschen.

Der Mensch kann die große Kraft, die in diesen Eigenschaften steckt, erst erkennen, wenn er sich weiterentwickelt. Solange die Kinder Israels vom Pharao versklavt sind, können sie nur „Städte der Armut“ bauen – ein Zustand, in dem man sich danach sehnt, das Ego zu verlassen und zur Spiritualität zu gelangen, aber keinen Weg findet, zu entkommen. „Städte der Armut“ bedeuten auch, dass der Mensch in Gefahr ist (1), denn wenn er in seinem Ego verbleibt, wird er die spirituelle Welt nie erreichen.

Während seiner Zeit bei Jethro erwirbt Moses die Fähigkeit, mit dem Pharao zurechtzukommen. Er schließt einen Bund und kommt mit seinem Sohn Gershon nach Ägypten. Auf dem Rückweg nach Ägypten muss er mit dem Pharao kämpfen. Er trifft sich wieder mit seinem Bruder Aaron, und gemeinsam versammeln sie den Rest der Ältesten Israels. Dies symbolisiert, dass der Mensch all seine inneren Kräfte, mit denen er glaubt, sich über sein Ego erheben und sich selbst korrigieren zu können, zusammenführt. All die Kräfte, Gedanken und Absichten, mit denen der Mensch sich über sein Ego, über Ägypten, erheben kann. Diese Kräfte sind diejenigen, die mit der Höheren, gebenden Kraft in gleicher Form sind. Durch dieses Verlangen offenbart sich die Höhere Kraft und mit ihr die spirituelle Welt.

In diesem Kampf verbindet sich der Mensch mit seinem inneren Aaron, der rechten Linie, und Moses, der linken Linie. Zusammen sind sie Cohen (Priester) und Levi. Der Mensch erweckt all diese inneren Kräfte und enthüllt etwas von der Höheren Kraft durch sogenannte „Wunder“. Dies sind die Kräfte, welche auf seine Verlangen einwirken. Sobald ein kleiner Teil der spirituellen Kraft im Menschen erscheint, kann er die Verlangen, mit denen er das Kli (Gefäß) für die Offenbarung der Höheren Kraft, die Seele, bauen kann, ordnen. Diese sind die Verlangen, welche die Absicht haben, vom Pharao zu verlangen: „Lass mein Volk ziehen“(Exodus, 5:1).

An diesem Punkt spürt der Mensch, dass er am Scheideweg steht. Er hat die Ausdauer und den Wunsch, sich vom Ego zu trennen und sich auf die Ebene von Bina (Verständnis), außerhalb von Ägypten, zu erheben. Die Kraft dieses Menschen zeigt sich nicht sofort und der Pharao frägt ihn: „Wer ist der Herr, dass ich auf seine Stimme hören sollte?“ (Exodus, 5:2).

Im Menschen tobt ein mächtiger Kampf, der ihn daran hindert, sich von seiner Natur zu trennen. Es zieht ihn immer wieder hin zum Pharao. Der Mensch versucht dagegen anzukämpfen, wird aber immer wieder zurückgeworfen. Dies sind die Schläge, welche die „zehn Plagen Ägyptens“ genannt werden. Diese Schläge drängen ihn voranzukommen.

Es ist ein schwieriger Prozess. Der Kampf kann mit den Wehen, die eine Frau bei der Geburt eines Kindes erfährt, verglichen werden. Deshalb wird der Auszug aus Ägypten auch die spirituelle „Geburt“ des Menschen genannt. In diesen Zuständen leidet das Volk Israel, alle jene Verlangen und Absichten. In diesem Zustand ist der Mensch frustriert und braucht viel Unterstützung. Es ist sehr schwer, diese Zustände ohne die Unterstützung der richtigen Umgebung zu durchlaufen. In der Erzählung wird diese Unterstützung durch die Amme dargestellt. In diesem Zustand braucht der Mensch Hilfe, um die nötige Kraft aufzubringen. Das alles geschieht, um dem Menschen die Wichtigkeit der Höheren Kraft bewusst zu machen. Er muss spürten, dass er sich ohne die Hilfe von Oben niemals über sein Ägypten erheben kann.

Es handelt sich also um ein „Spiel“ zwischen dem starken Pharao und dem starken Israel. In der Erzählung sagt der Schöpfer erst dann, als Moses in einen Zustand der Verwirrung und Hilflosigkeit gerät: „Geh hin zum Pharao“ (2. Mose 7:26), „ich habe sein Herz verhärtet“ (2. Mose 10:1). Gerade durch diese Verhärtung rettet die Höhere Kraft den Menschen. Durch sie zeigt sie ihm ihre Größe.

Dieser dramatische Prozess und die schwierigen Bedingungen, mit denen der Mensch konfrontiert wird, sind aber gut für sein spirituelles Vorankommen. Während des Studiums der Weisheit der Kabbala, erhebt sich der Mensch über sein Ego und offenbart die Spiritualität, die Höhere Kraft. Er durchläuft einen komplizierten Prozess der Selbstprüfung in Form von inneren Kämpfen zwischen den Verlangen, Kräften und Absichten. Diese Erfahrung dient dazu, die Höhere Kraft zu spüren und zu entdecken, was die spirituelle Welt ist und wo sie sich befindet, denn mit seinen Sinnen kann er sie weder sehen noch fühlen.

Der Mensch muss die unterstützenden Kräfte wie den Pharao, Jethro, Moses, Aaron, Israel in Ägypten und alle Urväter, vereinen, und so über das Ego erheben. Er muss die spirituelle Welt entdecken wollen. Die gebenden Kräfte stellen sich dem Pharao, dem Ego, entgegen und verlangen, sich darüber zu erheben, wie geschrieben steht: „Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient“ (Exodus 7:16). Dies alles geschieht, dass sich der Mensch der Größe der Kraft, deren Hilfe von Oben er dringend benötigt, bewusst wird.

Nur durch die Hilfe der Höheren Kraft erlangt der Mensch den Willen zu Geben, die Liebe zu anderen, mit der er sich über das Ego erheben und aus Ägypten herauskommen kann. Dies ist dann seine spirituelle Geburt. Erst jetzt beginnt er, die spirituelle Welt zu spüren und wird von nun an immer mehr erweckt werden.

Der Tora Wochenabschnitt Shemot (Namen) eröffnet eine neue Etappe in der Entwicklung des Menschen. Darum heißt das zweite Buch der Tora Shemot. Es gibt fünf Bücher im Pentateuch (Tora), welche den fünf egoistischen Verlangen des Menschen entsprechen. Diese muss er auf ebenfalls fünf Stufen, den Welten Assija, Yezira, Brija, Azilut und Adam Kadmon, korrigieren. Jede der Welten enthält wiederum fünf innere Stufen, die jeweils fünf weitere Stufen enthalten. Dies ergibt insgesamt also 125 Stufen durch welche der Mensch zur endgültigen Korrektur, der vollständigen Erlösung, aufsteigt.

Die Erlösung beginnt nach der ersten vorbereitenden Stufe, mit der Etappe die im Abschnitt Shemot beschrieben wird. Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Mensch das wahre Ego, den Pharao, in sich erkennt. Da der Mensch mit zwei entgegengesetzten Kräften – Pharao und Moses – konfrontiert ist, braucht er eine dritte Kraft, um zwischen den beiden wählen zu können. Diese Kraft ist der Schöpfer, die Höhere Kraft, die dann erscheint und dem Menschen hilft.

Fragen und Antworten

In diesem Abschnitt wird die Vorbereitungen für die spirituelle Geburt beschrieben. Ist dies vergleichbar mit dem, was heute in der Welt geschieht?

Ja, natürlich. Die Menschheit befindet sich in einem Zustand, in dem die Menschen beginnen ihr Ego, seine Macht und die engen Grenzen, die es einem setzt, zu hinterfragen. Die Menschen müssen erst noch verstehen, dass alles Böse das Ego ist. Viele Menschen beginnen bereits zu erkennen, dass sie hilflos sind, weil sie nicht wissen, wie sie die allumfassende Krise beenden können.

Nehmen die Menschen heute wahr, dass sie sich in Ägypten“ befinden, oder ist es noch nicht soweit?

Ja, im heutige Zustand wird bereits „Ägypten“ empfunden. Die Menschen stehen unter großem Stress, da sie nicht wissen, ob der Pharao doch der „gute Opa“ ist, der Moses auf den Schoß nimmt und ihm die Freuden des Lebens schenkt, oder ob dies nicht doch eine neue Phase ist, welche nun beginnt. Auch die Kindern Israels, die sich in Ägypten befinden, genießen den Überfluss und wissen nicht, was sie denken sollen.

Seit Tausenden von Jahren entwickelt sich der Mensch durch sein wachsendes Ego weiter und genießt dies. Er denkt, er würde auf unbestimmte Zeit gedeihen und Erfolg haben. Doch plötzlich erkennt er, dass genau jene gute Kraft, von der er glaubt, dass sie ihn zu Wohlstand führen würde, zu einer schädlichen Kraft geworden ist. Sie ist der Pharao, der sein Verhalten gegenüber den Kindern Israels in Ägypten ändert und zum schlechten Herrscher wird, wie geschrieben steht: „Da kam ein neuer König auf über Ägypten, der nichts von Joseph wußte“ (Exodus 1:8).

In den letzten hundert Jahren, insbesondere aber seit der Jahrtausendwende, findet diese Selbstprüfung statt. Sie sollte möglichst schnell abgeschlossen werden. Dabei hängt alles von der Verbreitung des Wissens über die Situation, in der sich die Menschen befinden, ab. Es ist wie in der Erzählung, die Kinder Israel in Ägypten. Sie wissen nicht, was sie tun sollen.

Es ist wie im Zustand von Purim, als die Stadt Susan verwirrt ist und die Menschen nicht wissen, wer im Recht ist, Mordechai oder Haman. Ebendies wiederholt sich in der Geschichte in Ägypten mit den Kindern Israels, als sie dem Pharao erzählen wollen, dass Moses den Ägypter getötet hat.

Deshalb ist es wichtig, den Menschen zu erklären, was wirklich passiert. Damit sie wissen, was der Grund für all die schlechten Dinge, die Krise, ist und wie sie alles überwinden können. Nur durch das Ego, ist die Welt heute in dieser Lage. Die Tora sagt, dass durch die richtige Arbeit, der Mensch das Ego als eine böse Kraft erkennen wird und diese wiederum durch das Licht in der Tora korrigiert werden kann (2). In der Erzählung wird dies beschrieben als Moses der Schöpfer erscheint und sagt: „Geh zum Pharao, denn ich habe sein Herz verhärtet“. Dies meint sinnbildlich, dass die Höhere Kraft die Krise verursacht, damit der Mensch erkennt, dass nur sie ihm aus seinem Ego heraushelfen kann.

Diese Botschaft muss so schnell wie möglich allen Menschen bekannt gemacht werden. Sie sollen wissen, wie man die Höhere Kraft entdecken kann, durch die alles gut werden wird. Wenn der Mensch in der richtigen Weise mit der Krise umgeht, wird er noch in diesem Leben die spirituelle Welt, die Ewigkeit und die Vollkommenheit erreichen.

Was ist Moses“ in der Spiritualität, und welche Stufen hat er durchlaufen?

Moses ist die Kraft, die den Menschen aus Ägypten, seinem Ego, herauszieht. Dies meint, dass er ihn über diese Welt in die spirituelle Welt erhebt. Das steht im Gegensatz zu dem, was in der Erzählung Batya sagt: „Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen“ (Exodus 2:10). Moses ist die Kraft, welche den Menschen von diesem Zeitpunkt an, bis zum Eintritt in das Land Israel, führen muss.

Warum heißt die Tochter des Pharaos Batya“, Tochter des Schöpfers? Sind dies nicht zwei Gegensätze?

Der Pharao ist die Rückseite des Schöpfers. Die Höhere Kraft spielt mit dem Menschen. Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen“ und der Pharao ist, „Ich habe für ihn die Tora als Gewürz erschaffen“ (Masechet Kiduschin, 30b), denn „das Licht in Ihr korrigiert ihn“ (2). Das Licht der Tora korrigiert also den bösen Trieb, den Pharao.

Am Ende des Prozesses muss der Mensch alle Kelim (Gefäße), alle Verlangen, aus Ägypten mitnehmen und so die Ägypter von allem Egoistischen leeren. Über die Kinder Israels steht deshalb geschrieben, dass sie mit „großer Habe“ ausziehen (Genesis 15:14). Auf diese Weise reinigt der Mensch diese Kelim, diese großen Verlangen, die bisher nur zu seinem eigenen Wohl dienten. Nun wendet er sie, um sie zum Wohle anderer zu nutzen. Durch diesen Wunsch findet er zum ewigen Leben.

Warum weigerte sich der Pharao, Israel aus Ägypten ziehen zu lassen?

Während Israel in Ägypten ist, ist es von großem Nutzen für den Pharao. Kräfte des Gebens innerhalb des Willens zu empfangen sind sehr hilfreich für ihn. Der Wille zu empfangen ist sehr clever, er weiß, wie er mit ihnen Handel treiben kann, um davon selbst zu profitieren. 

Es scheint, als warte der Schöpfer auf die Zustimmung des Pharaos, denn Er führt sie schlussendlich eiligst hinaus? 

Nur darin hat der Mensch die freie Wahl. Der Mensch entscheidet, wann dies stattfindet. Er befindet sich zwischen dem Ego, der Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens, der Höheren Kraft. Er erkennt das Böse im Pharao und  dadurch verliert es in seinen Augen allmählich seine Kraft. Durch die eigene Absicht und das Fordern, sich über das Ego erheben zu können, kann er dies schlussendlich schaffen.

(1) Das hebräische Wort miskenot komm sowohl von misken, arm, als auch von mesukan, gefährlich.

(2) Midrasch Raba, Eicha, Einleitung, Absatz 2.

Lexikon Parasha Shemot

Moses   Er ist die Kraft im Menschen, die ihn aus der physischenWelt in die spirituelle Welt zieht.

Brennender Dornbusch   Er symbolisiert Malchut (Königreich), das sich zu Bina (Verständnis) erhebt und das Licht von Chochma (Weisheit) empfängt.

Pharao   Er steht für die Gesamtheit des Egos. Das Wort Pharao kommt vom Wort Oref (Nacken), was die „Rückseite“ des Willen zu empfangen meint. Der „Wille zu empfangen“ ist die Substanz des Menschen, die gesamte Substanz der Schöpfung. Diese kann auf ihren eigenen Nutzen, oder auf den Nutzen anderer ausgerichtet sein. Es liegt beim Menschen, wie er sie benutzt.

Im jetzigen Zustand nutzt der Mensch sie, wie der Pharao. Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen“ (Kiduschin, 30b). Diesen muss der Mensch durch das Gewürz der Tora, das Höhere Licht, das er durch sein Studium erhält, in den „guten Trieb“ verwandeln. So kommt der Mensch vom Hass auf andere, zur Liebe zu anderen.

Nil   Es steht geschrieben: „Es ist Weisheit in den Völkern, glaubt“ (Midrasch Rabba, Eicha, Teil 2). Der „Nil“ symbolisiert die gesamte Weisheit Ägyptens. Er ist die Grundlagen für das Bestehen Ägyptens. Es bezieht von dort seine ganze Weisheit. „Israel“ dagegen ist klein, das kleinste aller Völker. Es hat nicht die Kraft der Weisheit (Chochma), dieses große Verlangen. Es hat nur die Kraft des Gebens, der Liebe.