Parasha „Ha`asinu“: Tora-Abschnitt „höret“

Zusammenfassung

Der Abschnitt Ha’asinu (höret) beschreibt den Einzug in das Land Israel. Moses beginnt mit einem Lied, das dem Volk als Erinnerung dienen soll, wenn es in Zukunft die Arbeit für den Schöpfer nicht ausführt. Das Lied preist die Lenkung des Schöpfers und Seine Erwählung des Volkes Israel. Es beschreibt das starrsinnige Volk Israel, welches sich der Götzenanbetung zuwendet.

Danach folgt eine Erklärung der Bestrafung für die Götzenanbetung und die Aussage, dass der Schöpfer dem Volk Israel in einem solchen Fall nicht helfen wird. In dem Maße jedoch, in dem Israel Buße tut, wird der Schöpfer es vor all seinen Feinden retten.

Als Moses sein Lied zu Ende gesungen hat, befiehlt ihm der Schöpfer, auf den Berg Nebo zu steigen und von dort auf das Land Israel zu schauen. Er weist Moses darauf hin, dass er sterben wird, denn ihm wird der Einzug in das Land Israel verwehrt.

Kommentar von Rav Michael Laitman

Die Tora birgt in sich alle Geheimnisse der Welt. Sie ist eine Anleitung und zeigt, wie ein Mensch sich verhalten soll, um spirituell voranzukommen. Sie spricht von der gesamten Schöpfung. Sie hilft dem Menschen, mit Schwierigkeiten umzugehen und zeigt ihm, was er tun soll.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, warum die Tora diese Anleitung vor dem Einzug in das Land Israel beendet. Dies ist so, da sich die Kämpfe, Probleme und Schwierigkeiten, welche dem Volk bei der Überwindung von all dem bevorstehen – besonders die in diesem Abschnitt beschriebenen – bereits im Menschen existieren. Das Volk hat einen Zustand erreicht, in dem es bereit ist, in das Land Israel einzuziehen und sich über alle Probleme zu erheben und dadurch voranzukommen. Durch diesen Kampf nimmt das Volk das Land Israel in Besitz. Im Tora Abschnitt wird von den Verlangen, den Kräften gesprochen, die durch das Licht korrigiert werden, durch das, was das Volk in der Wüste durchlaufen und getan hat, um dadurch bereit zu sein, in das Land Israel einzuziehen.

Das Lied Ha’asinu preist den Schöpfer, die Kraft des Gebens. Es betont, dass der Mensch immer daran denken muss, alles, was ihm widerfährt, in den richtigen Zusammenhang zu setzen. Es preist den Nutzen der Nächstenliebe, welche die große Regel der Tora ist und für die ein Mensch alle Handlungen ausführen soll. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist mehr als nur eine Maxime. Es muss die Absicht jeder einzelnen Handlung sein, die Regel, in der alle Anstrengungen des Menschen mit eingeschlossen sind.

Das Lied lobt das Volk Israel, die inneren Verlangen, die sich erheben wollen, um wie der Schöpfer, gebend, mit der Absicht um zu geben zu sein. Schlussendlich sogar, um zu empfangen mit der Absicht geben zu können. Das Lied preist all diese Verlangen, die „das Volk Israel“ genannt werden, weil sie sehr groß und deshalb am wichtigsten sind.

Der Mensch soll immer bedenken, dass nur der Schöpfer ihn Handlungen des Gebens tun lassen kann. Das heißt, wenn ein Mensch auf seinem Weg Hilfe oder einen Segen erhalten will, wird er sie nur dann bekommen, wenn er auf die Eroberung des Landes Israel ausgerichtet ist. Er muss all seine egoistischen Verlangen, die ihn aktuell beherrschen, erkennen und sie in die Absicht zu geben verwandeln.

Auch in dieser Welt kann das beobachtet werden. Ein Mensch wird mit seinem eigenen verdorbenen System konfrontiert, der aktuellen globalen Krise, die nur durch die Verbindung zwischen allen Menschen beendet werden kann. Das ist der einzige Weg, wie er sich über die gesamte Krise erheben und das erbauen kann, was das „spirituelle Land Israel“ genannt wird.

Das Überwinden der Krise ist der Auszug aus Ägypten, der durch die großen Probleme, durch die Ungewissheit, das Unverständnis und die Orientierungslosigkeit geschieht, ähnlich dem Zustand in der Wüste. Ein Mensch weiß nicht, wohin er geht und wie er dorthin gelangen soll. Er hat keine klaren Ziele, er weiß nicht, was er tun soll und dennoch erreicht er das Land Israel. Er durchquert die Wüste und gibt alles aus dem Wunsch heraus auf, wirklich in der Absicht um zu geben zu sein, in der Einheit mit allen. Erez, Land, kommt von dem Wort Razon, Verlangen. Wenn alle Verlangen der Menschen darauf ausgerichtet sind und sie das Netz der Verbindungen zwischen ihnen – das Kli namens Erez Ysrael (Land Israel) – bilden, dann spricht man von Yashar El (direkt zu Gott).

Es steht geschrieben, dass sobald die Menschheit den Prozess der Korrekturen und Prüfungen abgeschlossen hat, sich das Land Israel in der ganzen Welt als „Das Land der Schönheit“ ausbreiten wird.[1] Am Ende werden sich alle Verlangen der Menschheit vereinen –  „wie ein Mensch mit einem Herzen“. Das beschreibt das große Lied Ha’asinu.

Entwickelt sich die Menschheit nicht in diese Richtung, werden Probleme und Schwierigkeiten auf sie zukommen. Diese werden sie gezwungenermaßen verändern, und gnadenlos und ohne die Unterstützung der Höheren Kraft zum vorgesehenen Ziel führen. Dabei wird den Menschen jedesmal gezeigt, wo sie sich irren und wie sie sich weiterentwickeln sollen.

Moses im Menschen ist nur ein “Betrachter“. Mehr kann er nicht tun. Er macht nur die grundlegende Korrektur, indem er das Land Israel betrachtet. Moses wird der „treue Hirte“ genannt, die reine Eigenschaft des Gebens. Deshalb sieht er das Land Israel nur durch das Licht, welches sich in GaR von Bina befindet. Durch sein Betrachten kann er dem Volk Israel helfen und ihnen den Weg ebnen.

Das Betrachten betrifft die Korrekturen. Moses ist der Rosh (Kopf) der jeweiligen Stufe. Nur mit Hilfe seiner Kraft kann ein Mensch das Land Israel betreten und beginnen, es zu erobern.


Fragen und Antworten

Der Name des Abschnitts lautet Ha’asinu (höret). Was bedeutet Ha’asinu und was ist mit Gesang gemeint?

Die Kelim (Gefäße) des Menschen sind jene des “Hörens” und “Sehens”. [Vor dem Erreichen des Landes Israel gibt es noch kein Kli (Gefäß) des “Sehens”]. “Hören” ist die Stufe von Bina, und “Sehen” die Stufe von Chochma. Erst wenn der Mensch das Land Israel erreicht, können beide zusammen zu Keter aufsteigen.

Der Mensch befindet sich in Malchut, also muss Malchut zuerst zu Bina aufsteigen. Indem der Mensch durch die Wüste geht, steigt er zu Bina auf. Die Kraft des Gebens (Moses) geht voraus, der Mensch folgt ihr und strebt, entgegen seines Willens danach, mit ihr zu sein.

Dieser Zustand ist wirklich wie eine Wüste: trocken, leer, menschenfeindlich, einsam und alles ist schwierig. Und doch ist dies der einzige Weg, um die Kraft des Gebens, über dem Willen zu empfangen, zu erhalten.

Der Mensch ist so erschaffen, dass er das Leben genießen will. Deshalb strebt er danach, sich selbst zu “füllen”. Dabei will er keine Rücksicht auf andere nehmen. Sein Wille zu empfangen verlangt die ganze Welt zu besitzen, denn er ist der Wichtigste, außer ihm und der Höheren Kraft, die ihm dienen soll, gibt es nichts.

Dies muss der Mensch nun ins Gegenteil korrigieren. Er soll sich so entwickeln, dass sein ganzes „Selbst“, seine Verlangen, Gedanken, Eigenschaften und alles, was sich in ihm und um ihn herum befindet, darauf ausgerichtet sind, anderen zu geben. Diese Korrektur erlaubt es ihm, sich in das große Kli, in welchem alle Teile der Seele des Menschen verbunden sind, zu integrieren und sein spirituelles Leben in der spirituellen Welt zu enthüllen, in der er in die unermessliche Höhere Kraft, genannt „Schöpfer“, eingeschlossen ist. Dann wird er fühlen, dass er sich nicht mehr auf der tierischen Stufe, sondern auf einer anderen Ebene der Existenz befindet.

Er erwirbt die Kraft des Glaubens, was „Sprechen“ genannt wird. Durch die Absicht, nur zu geben und sich mit anderen zu verbinden lernt er Wege des Gebens und Verbindungen zu finden, welche er noch nicht aktiviert hat.

In der Wüste braucht der Mensch die Kraft von Moses, die wie die Sonne ist und Josua, mit dem er in das Land Israel einzieht, welcher wie der Mond ist. Wenn ein Mensch sich von Ägypten lossagt, erkennt er seine egoistischen Verlangen und erreicht so die Stufe von Bina, auch genannt Osen (Ohr), und kann nun “hören”.

Moses, durch den die Stufe auf dem Berg Sinai begann, ist auch derjenige, der sie auf seiner letzten Etappe beim Einzug in das Land Israel auf dem Berg Nebo beendet. Ha’asinu beschreibt das Weitergeben der Kraft Moses‘, die ein Mensch in den vierzig Jahren der Wüste schrittweise erworben hat.

“Vierzig“ bedeutet, dass er auf die Stufe “Vierzig“, die Stufe von Bina, aufgestiegen ist. Deshalb raten die Weisen, dass ein Mensch die Tora (Kabbala) nicht vor dem Alter von vierzig Jahren studieren soll. Dies meint, dass bevor ein Mensch nicht die Stufe von Bina, die “Vierzig“, erreicht hat, er noch nicht sehen oder erkennen, kann. Bis dahin hat er nur das Hören erlangt, nicht aber das Sehen und somit kann er die Tora, „die Offenbarung des Schöpfers“ noch nicht erreichen.

Ist Ha’asinu der Abschluss der Stufe von Bina?

Abschluss meint die Verbindung aller Stufen der Wüste, die dem Volk Israel gemeinsam gegeben werden und es darauf vorbereiten, aus der Wüste in das Land Israel einzuziehen.

Sohar für Alle, Ha’asinu (Höret), Punkt 22

Moses offenbart an dem Tag, als er aus der Welt schied

 „Zu der Zeit, als Moses sprach: ‚Höret, ihr Himmel, ich will reden‘, da bebten die Welten. Eine Stimme erschien und sagte: ‚Moses, Moses, warum erschreckst du die Welt? Du bist der Sohn des Menschen, und deinetwegen wird die Welt erbeben.‘ Er fing an und sagte: ‚Denn ich werde den Namen des Herrn rufen.‘ Da wurden sie stumm und hörten auf seine Worte.“

Hier endet Moses Aufgabe, und er übergibt die Führung an Josua, die Stufe des Mondes. Josua kann nicht aus sich selbst geben, sondern nur, was er von Moses empfangen hat. Josua bekommt von Moses die Kraft des Gebens, weil er ihm treu ergeben ist. In der Erzählung will Josua nicht Wissen erlangen, sondern nur Moses dienen.

Daraus lässt sich schließen, dass, wenn der Mensch der Welt dient, er aufsteigen und die ganze Schöpfung bekommen wird. Dies ist die Rolle des “Volkes Israel“, „ein Licht für die Völker“ in dieser Welt zu sein. Sich zu korrigieren und dadurch „ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk“ (Exodus 19,6) zu werden.

Auf der Stufe der Wüste korrigiert sich der Mensch und bereiten sich darauf vor, anderen zu dienen, gemeint ist anderen zu geben. Er beginnt die Arbeit mit den Verlangen zu empfangen, und verwandeln sie in die Arbeit, mit der Absicht zu geben. Die in diesem Abschnitt beschriebenen Stufen zeigen, wie er mit den “Völkern der Welt“, also mit der Verlangen der ganzen Menschheit, arbeitet kann.

Was bedeutet es, dass der Schöpfer dem Volk Israel im Kampf gegen seine Feinde hilft oder eben nicht hilft? Wie erkennt dies der Mensch?

Eigentlich befindet sich die Welt konstant im Zustand, in dem alles mit Licht erfüllt ist und der Schöpfer allgegenwärtig ist. Allerdings ist das vor dem Menschen verborgen, weil er es mit seinen unkorrigierten Kelim (Gefäßen), mit seinem Verlangen und Gedanken, nicht erkennen kann. Je weiter er in der Korrektur voranschreitet und mit anderen Menschen in Liebe und Einheit durch das Geben verbunden ist, desto mehr enthüllt er die Kraft, die Licht, mit der  die ganze Realität erfüllt ist.

Ob der Schöpfer hilft oder nicht, hängt also von der Absicht des Menschen ab. Wenn sich ein Mensch Richtung Schöpfer bewegt, sich bemüht, Ihm ähnlich zu sein, enthüllt der Schöpfer Sich, gemäß den Gesetzen der Gleichheit der Form, in dem Maße, in dem die Form des Mensch mit der Form des Schöpfers übereinstimmt. Ähnlich wie in dieser Welt ein Radioempfänger: Wenn er auf die richtige Wellenlänge eingestellt ist, hört man, was auf dieser Frequenz gesendet wird.

Genügt es, dies zu wollen, oder muss man auch danach handeln?

Ein Mensch muss bestimmte Handlungen ausführen, aber nicht, um auszudrücken, dass er wirklich für den Schöpfer arbeiten will, sondern um dadurch zu erreichen, dass er dies wirklich will. Es reicht also, zu wollen, aber es genügt nicht, zu sagen, dass man es will. Es dürfen nicht nur leere Worte sein, sondern in den Worten muss auch die Entscheidung, diesen Wunsch zu wollen enthalten sein. Der Mensch muss wollen, dass dies geschieht.

Wenn ein Mensch sich mit anderen verbinden möchte, in „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, dann muss er sich Gedanken dazu machen, wie er seine gesamte Realität so nutzen kann, um den anderen zu geben. Bis er es zugunsten aller Menschen anwenden kann. Das ist das Gegenteil davon, wie Menschen aktuell miteinander umgehen. Alle nutzen ihre gesamte Umgebung zugunsten ihrer selbst.

Muss der “Nächste“ wichtiger als das eigene “Ich“ werden?

Das ist die Bedeutung von „wie dich selbst“. So wie eine Mutter für ihr Baby fühlt.

Braucht es dazu die Absicht? Ist es nicht genug, anderen physisch alles zu geben, was ich habe?

In der Spiritualität geht es nicht um die physische Welt. Sie ist dabei völlig unbedeutend. Es geht um die Verbindung der Herzen, der Seelen, der Emotionen, denn die gesamte Realität, die gesamte geschaffene Materie, besteht aus Verlangen. Ein Verlangen beinhaltet auch die Ausrichtung und die Art und Weise wie es genutzt wird. Ein Mensch braucht also nichts anderes zu tun, als mit der richtigen Absicht zu wollen, wie geschrieben steht: Der Herr wird es für mich vollbringen“ (Psalm 138,8).

Die Höhere Kraft, die sich zwischen den Menschen enthüllt, bildet das Netzwerk. Dies ist die Arbeit der Höheren Kraft. Ein Mensch braucht keine Handlungen zu vollbringen. Es geht dabei um sein Inneres, da braucht es keine physischen Handlungen. Er kann nichts weiter tun, außer zu bitten, dass die Höhere Kraft es für ihn tut. Auch das Volk Israel, das sich auf dem Weg durch die Wüste in verschiedenen Handlungen irrt, weiss nicht, wie es bitten, fordern und dadurch dann enthüllt soll.

Hier gibt es ein erzieherisches Element. Die Höhere Kraft erklärt dem Volk Israel, dass sie weiß, dass sie auf ihrem Weg sündigen werden. Sie schickt voraus, dass sie dafür bestraft werden und dann Buße tun werden. Wozu soll das gut sein?

Dies würde bei der Erziehung eines Kindes nicht funktionieren. Ihm wird erklärt, dass, wenn es dies oder das tut, dies das Beste für es ist und dabei wird ihm ein persönliches Beispiel gegeben. Macht das Kind einen Fehler, lässt man es verstehen, dass es ein Fehler war. Man sagt ihm nicht, dass man weiss, dass es Fehler machen und es dafür bestraft wird, und es dies bereuen und es ihm dadurch später gut gehen wird. Diese Worte wären für das Kind nicht hilfreich.

Ein Mensch muss nicht “gut“ sein. Rabbi Akiva wusste bereits im Voraus von der Zerstörung des Tempels, und so lacht er, als die Zerstörung schließlich stattfand. Auch Jakob wollte seinen Söhnen erzählen, was mit ihnen geschehen wird. Und Rabbi Schimon wusste, dass er ein Buch schreiben würde, für welche Zeit und was auf dem Weg dahin passieren würde. Auch ein Mensch muss diese Prozesse durchleben. Nimmt anerkennt er dies, beginnt er zu entdecken, dass sich alles direkt vor ihm befindet und für ihn vorbereitet wurde.

Natürlich macht er bei jedem Schritt Fehler, und jeder dieser Fehler wird die Sünde von Adam HaRishon, alle 613 Verlangen, enthüllen. Der Fehler des Menschen besteht darin, dass er nicht bittet und von der Höheren Kraft, dem Schöpfer, nichts fordert. Indem ein Mensch sich so sehr, wie es ihm möglich ist, mit anderen verbindet, erkennt er, wie groß sein Hass gegenüber Ihnen ist und wie sehr er sie ablehnt. Deshalb muss er vom Schöpfer fordern, dass Er die Verbindung schafft. Versucht er es selbst, wird das Ergebnis sein Verderben sein, denn er enthüllt das Gegenteil und wird davor fliehen.

Dabei gibt es ein erzieherisches Element. Die Höhere Kraft erklärt dem Volk Israel, dass klar ist, dass es auf seinem Weg sündigen wird und schickt voraus, dass es dafür bestraft und dann Buße tun wird. Wozu soll das gut sein?

Bei der Erziehung eines Kindes würde dies nicht funktionieren. Ihm wird erklärt, dass, wenn es dies oder das tut, dies das Beste für es ist und dabei wird ihm ein persönliches Beispiel gegeben. Macht das Kind einen Fehler, lässt man es verstehen, dass es ein Fehler war. Man sagt ihm nicht, dass man weiss, dass es Fehler machen und es dafür bestraft wird, und es dies bereuen, es ihm dadurch aber später gut gehen wird. Diese Worte wären für das Kind nicht hilfreich.

Ein Mensch muss nicht “gut“ sein. Rabbi Akiva wusste bereits im Voraus von der Zerstörung des Tempels, und so lacht er, als die Zerstörung schließlich stattfand. Auch Jakob wollte seinen Söhnen erzählen, was mit ihnen geschehen wird. Und Rabbi Schimon wusste, dass er ein Buch schreiben würde, für welche Zeit und was auf dem Weg dahin passieren würde. Auch ein Mensch muss diese Prozesse durchleben. Nimmt anerkennt er dies, beginnt er zu entdecken, dass sich alles direkt vor ihm befindet und für ihn vorbereitet wurde.

Natürlich macht er bei jedem Schritt Fehler, und jeder dieser Fehler wird ein Teil der Sünde von Adam HaRishon, schlussendlich alle 613 Verlangen, enthüllen. Der Fehler des Menschen besteht darin, dass er nicht bittet und von der Höheren Kraft, dem Schöpfer, nichts fordert. Indem ein Mensch sich so sehr, wie es ihm möglich ist, mit anderen verbindet, erkennt er, wie groß sein Hass gegenüber ihnen ist und wie sehr er sie ablehnt. Deshalb muss er vom Schöpfer fordern, dass Er die Verbindung erschafft. Versucht er es selbst, wird das Ergebnis sein Verderben sein, denn er enthüllt das absolute Gegenteil und wird davor fliehen.

Ein Mensch braucht keine Angst davor zu haben, sein großes Ego, zu offenbaren. Er muss sich auch nicht vor anderen “Göttern“, seinen Verlangen, verbeugen. Anstatt wegzulaufen, muss er nur um die Korrektur bitten. Tut er das, kann er nichts falsch machen. Natürlich wird er trotzdem Fehler begehen, weil sein Kontakt zum Schöpfer noch nicht vollkommen ist. Aber Alles was er tun muss ist, sich für die Annäherung an die Höhere Kraft anzustrengen. Auch nach großen Anstrengungen und enormer Arbeit wird er sich immer noch irren, dabei aber seine zerbrochene Seele enthüllen und lernen, dass er das Ziel ohne Hilfe nicht errichten kann. Erst dann erkennt er das wahre “Böse”.

Er enthüllt das absolut “Böse“, welches sich im vollständigen “Zerbrechen der Seele” zeigt. Dafür braucht der Mensch das Licht, die Offenbarung des Schöpfers. Sobald er Licht erhält, beleuchtet dies den “Ort der Zerstörung“, das, was der Schöpfer korrigieren muss. Das alles ist genau für diesen Menschen vorbereitet. Es wird so oder so stattfinden. Von der Enthüllung des großes Ego bis zum “Ort des Zerbrechens“ und dessen Korrektur.

Moses geht auf den Berg Nebo und schaut auf das Land Israel. Es wird ihm aber nicht erlaubt, es zu betreten. Das klingt grausam, denn er durfte die Schönheit aus der Ferne sehen, sie aber nicht erreichen. Was ist die Bedeutung des Aufstiegs auf den Berg Nebo

Der Schöpfer sagt Moses voraus, dass er und das Volk sich dem Land Israel nähern, er sterben wird und Josua seine Aufgabe übernimmt. Das klingt grausam, aber die Stufe von Moses steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem Land Israel am Ende der Korrektur. Moses repräsentiert das gesamte Licht, wie die Sonne. Aber nun muss das Land Israel erobert und korrigiert werden. Nur die Kraft des Gebens kann das Land Israel betreten. Sie ist Josua, das Licht des Mondes. Indem diese Kraft, in das Land eingelassen und korrigiert wird, endet auch Josuas Aufgabe. Dies ist dann das Ende der Korrektur.

Sobald das Volk Israel das Land Israel betritt, gibt es nur Zerstörung, Verbannung und Exil. Nach einiger Zeit kommt das Volk zur Besinnung und kehrt in das Land Israel zurück. Erst jetzt kann es alle Korrekturen vollziehen. Nun erreicht es einen Zustand, in dem es Offenbarungen des echten Landes Israel erhält, das Verlangen zu empfangen mit der Absicht um zu geben. Zu diesem Zeitpunkt erreicht ein Mensch einen Zustand, der als „ein mutiger Mann von Kabzeel(Rav Pe’alim Mekatze’el)“ (Samuel 2, 23:20) bekannt ist.

Alle Korrekturen, welche die Menschheit im Laufe der Generationen durchläuft, werden dann in einer einzigen Korrektur zusammengeführt. Das Netz der Verbindungen zwischen allen Seelen wird erscheinen, und alle werden wirklich verbunden sein. Die wird der Punkt sein, an dem die „zwei große Lichter“ (1. Mose 1,16), die Kraft von Moses, das Licht der Sonne, und Josua, die Kraft des Mondes, zusammenstoßen. Dann erreicht der Mensch erreicht einen unendlichen Tag, an dem alles gut sein wird.

Die aktuelle Situation auf der Welt scheint schlimmer zu sein, als je zuvor. Wurden auf dem Weg bis hierhin überhaupt Korrekturen gemacht?

Bisher haben die Menschen sich nur vorbereitet. Sie haben noch keine Korrekturen durchgeführt, und noch nicht alles “Böse“ enthüllt. Erst jetzt, durch die immer häufiger stattfindenden Krisen, beginnen sie, diese zu offenbaren. Die “Böse“und die Korrektur liegen nahe beieinander, sie sind miteinander verbunden. Wenn die Menschen es sich wünschen würden, könnten sie all diese Leiden sehr schnell durchlaufen. Sie müssen nicht gezwungenermaßen  lange andauern.

Können die Menschen das beeinflussen? Es scheint, als ob der Schöpfer alles tut.

Alles hängt von der Bitte des Menschen an den Schöpfer ab. Dadurch beschleunigt er die Zeit. Es steht geschrieben, dass “Israel die Zeit heiligt“(Masechet Berachot, 49a). Sie müssen den Schöpfer „rufen“. Die Kraft des Gebens befindet sich zwischen den Menschen. Es scheint als verborgenes Licht, das immer präsent ist, und zu dem ein Mensch rufen muss, damit es ihn korrigiert.

Fazit:

Die Menschen brauchen die Verbindung untereinander in Form von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Das ist die Korrektur, die sie vornehmen müssen. Es ist nicht einfach, aber es ist die wichtigste Aufgabe, die große Regel der Tora. Die gesamte Realität muss sich verbinden. Heute erkennt ein Mensch, dass er die Verbindung braucht. Die ganze Welt braucht sie, denn das ist der einzige Weg, um aus all den heutigen Krisen herauszukommen.

Die Menschheit befinden sich in einem zerbrochenen Zustand, was kabbalistisch gesehen, gut ist. Die Menschen befinden sich darin, das Negative in sich zu enthüllen. Sie brauchen nur den Schöpfer um Hilfe zu bitten. Nur wenn sie mit gemeinsamer Kraft versuchen, sich zu verbinden, dann offenbart sich der Schöpfer. Dies wird als spirituelles, vollkommenes und friedvolles Leben in unendlicher Harmonie, von allen, hier und jetzt, wahrgenommen. 

[1] Und ich bin herabgekommen, um sie zu erretten aus der Hand der Ägypter und sie aus diesem Land zu führen in ein gutes und weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließt; es ist das Schönste aller Länder.

 


Glossar Parasha Ha`asinu

törichtes Volk: Ein Mensch hat Panim, eine vordere und Achoraim, eine hintere Seite. Achoraim einer Stufe sind jeweils die gröbsten Kelim (Gefäße), die egoistischsten Verlangen zu empfangen. “Töricht“ meint, dass dies größten, gröbsten Verlangen schwierig zu korrigieren sind. Diese Verlangen treten gerade im Volk Israel auf und nicht in anderen Völkern.

Obwohl “Böses“ in jedem Menschen existiert, ist der Egoismus in Menschen, die sich korrigieren möchten, also jene die zum Volk Israel gehören, überaus stark ausgeprägt. Das Volk Israel existiert um diese großen Korrekturen zu erreichen. Es muss die schlimmsten Kelim (Gefäße des Empfangens) miteinander verbinden und deshalb hinterfragt das starkes Ego dies immer wieder. Deshalb wird es ein “törichtes Volk“ genannt. Dies kann nicht umgangen werden.

Ein gewöhnlicher Mensch gilt nicht als töricht. Nur jene Menschen, die den Weg der Korrekturen gehen wollen, deren Herz wird verhärtet und sie entdecken zunehmend den Bösen Trieb, wie geschrieben steht: Wer größer ist als sein Freund, dessen Trieb ist auch größer als jener des Freundes“ (Babylonischer Talmud, Masechet Sukka, Kapitel 5, 52a).

Lenkung durch den Schöpfer: Die Lenkung durch den Schöpfer bedeutet, dass ein Mensch erkennt, dass es außer dem Schöpfer nichts anderes gibt. Auf dem Weg dies zu glauben, muss ein Mensch einen “Katalysator“ zwischen seine Handlungen und die Handlungen des Schöpfers bringen. Die Bitte, dass es geschehen möge. Ohne die Bitte des Menschen wird es nicht geschehen. In Wahrheit beginnt und beendet der Schöpfer alle Zustände  des Menschen. In der Zeit zwischen den Zuständen kann der Mensch nur bitten. Ein Mensch muss wissen, worum er bittet und wie er die Bitte an den Schöpfer richten muss. So weiß der Schöpfer, dass der Mensch das ganze System und auch den Schöpfer erkennt.

Bestrafung: Die Unfähigkeit zu geben, wird als Strafe betrachtet. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn einem Menschen das Geben verwehrt wird.

Berg Nebo: Dies ist der Ort von Bina, der Ort von Moses. An diesem Ort befindet sich die Kraft Moses, bis sie die vollständige Erlösung erreicht hat, und dann erscheint sie.

“über das Land schauen“: Dies ist die Korrektur des Sehens, genannt „Schauen“. Histaklut (Schauen) von Eynaim in ACHAP ist das, was Mose tut. Auf diese Weise führt er Korrekturen des Landes Israel durch, damit das Volk Israel mit seinem Segen, seiner Kraft, das Land Israel betreten kann und die Korrekturen fortsetzen kann. Josua geht bereits mit der Kraft von Mose und führt das Volk an.

Götzendienst: Ein Götzendienst ist es dann, wenn ein Mensch sich selbst oder irgendeine andere Kraft in der Welt als wichtig erachtet, und nicht die eine, gebende Kraft, welche zwischen den Menschen verborgen ist und offenbart werden muss. Um korrigiert zu werden, muss er sich an die Höhere Kraft wenden und Sie bitten, Sich zu offenbaren.

Parasha „Nizawim“ und Parasha „WaJelech“: Tora-Abschnitte „ihr steht“ / „und er ging“

5. – 18.September 2021 / 28.Elul – 12.Tischrei 5781

5.Buch Mose,  Deuteronomium 29:9 – 30:20 / 31:1-31:30

Zusammenfassung

Der Tora Abschnitt Nizawim (ihr steht) beschäftigt sich mit Moses‘ Rede bezüglich des Bundes zwischen Israel und dem Schöpfer. Moses erklärt, dass die Tora für das ganze Volk Israel bestimmt ist. Sie wurde jedem einzelnen Menschen und der gesamten Nachwelt gegeben. Moses hebt den Grundsatz der Wahl hervor: Sollte ein Mensch andere Götter anbeten, wird er aus dem Land Israel verbannt. Möchte er sich aber korrigieren, so führt der Weg über die Buße. Der Schöpfer überlässt den Menschen die Wahl zwischen Leben und Tod, befiehlt ihnen aber: „So erwähle nun das Leben“ (Deuteronomium, 30:19). Weiterlesen

Parasha „Ki Tawo“: Tora-Abschnitt „wenn du kommst“

29. August – 4. September 2021/21. – 29. Elul 5781

5. Buch Mose,  Deuteronomium 26:10 – 29:8

Zusammenfassung

Der Abschnitt Ki Tawo (wenn du kommst) beginnt mit dem letzten Teil von Moses‘ Rede, die er vor seinem Tod an das Volk richtet. Während des Einzugs in das Land Israel befiehlt Moses dem Volk, die Worte auf große, weiss getünchte Steine zu schreiben und daraus einen Altar für den Schöpfer zu bauen.

Außerdem beschreibt Moses den Segen, der über Israel kommt, wenn sie die Mizwot (Gebote) einhalten, und den Fluch, wenn sie es nicht tun. Er erklärt den Zustand des Segens und des Fluches auf den Bergen Ebal und Garizim und welcher der beiden Berge die Flüche und welcher die Segnungen darstellt. Auch wird beschrieben, wie und von welcher Seite her ein Menschen diese aussprechen soll. Weiterlesen

Parasha „Ki Teze“: Tora-Abschnitt „wenn du ausziehst“

22. – 28.August 2021/14. – 20.Elul 5781

5. Buch Mose,  Deuteronomium 21:10 – 25:19

Zusammenfassung

Der Abschnitt Ki Teze (wenn du ausziehst) beschreibt detailliert die verschiedenen Mizwot (Gebote).

Einerseits werden besondere und seltene Mizwot, die das Verhalten gegenüber der geliebten oder der verschmähten Frau und dem Erstgeborenen oder einem widerspenstigen Sohn beschrieben, oder die Mizwa (Gebot), die Vogelmutter aus dem Nest zu vertreiben, und ihr nicht zu schaden, wenn man die Eier oder Jungen nimmt. Weiterlesen

Parasha „Shoftim“: Tora-Abschnitt „Richter“

15.-21. August 2021 /  07.Elul-13. Elul 5781

5. Buch Mose,  Deuteronomium 16:18 – 21:9

Zusammenfassung

Der Tora Abschnitt Shoftim (Richter) beschäftigt sich mit der genaueren Erklärung der Mizwot (Gebote), die mit dem Einzug in das Land Israel einhergehen. Er beginnt mit der Ernennung von Richtern, welche die Gesetze machen, und von Vorstehern, welche sie durchsetzen, damit im Volke Israel echte Gerechtigkeit herrscht.

Es werden die Gesetze zur Wahl des Königs durch das Volk beschrieben und auch das Verbot der Hexerei wird  thematisiert und führt das Volk zu den wahren Propheten. Schließlich belehrt der Abschnitt das Volk, wie es sich während eines Krieges verhalten soll.

Kommentar von Rav Michael Laitman

Die Tora wird dem Menschen gegeben, damit er sich korrigiert, denn es steht geschrieben: Ich habe den Bösen Trieb erschaffen, ich habe für ihn die Tora als Gewürz erschaffen.“ Jeder Mensch, gleichgültig ob er soziale Gerechtigkeit fordert oder nicht, muss zuerst enthüllen, dass er vom “Bösen Trieb“ erfüllt ist. Er muss erkennen, dass er vollkommen egoistisch ist, damit er seine Korrektur vollziehen kann. Anders ausgedrückt: Die Menschen müssen begreifen, dass sie sich wie “Verbrecher“ verhalten.

Während der traditionellen hohen jüdischen Feiertage[1] wird gesagt: Wir haben uns versündigt; wir haben verraten.“ Über diese Worte wird auch geschrieben: Haltet euch fern von einem falschen Wort“ (Exodus 23,7). Der Mensch muss verstehen, dass er selbst diese Vergehen ständig begeht. Er denkt, dass das Geschriebene übertrieben und kein wahres Abbild dessen ist, wer er ist. Dies beweist, dass er noch nicht erkannt hat, wer er wirklich ist, und dass er noch seinen gesamten “Bösen Trieb“ enthüllen muss. Zu diesem Zeitpunkt wird ihm die Tora gegeben, denn das Licht in ihr korrigiert ihn.“ Das heißt, die Tora zeigt dem Menschen, wie er von ihr das korrigierende Licht empfangen kann, damit er die Liebe und die Verbindung mit anderen Menschen erreichen kann.

Der Menschheit steht noch viel Arbeit bevor: Sie bewegt sich in der Dunkelheit, in der “Wüste“, sie klagt, prüft und erhebt schlussendlich das MAN. Sie begehen zahlreiche Vergehen, wie in der Erzählung bei dem Wasser des Streites mit den Kundschaftern, bis sie die Grenzen des Landes Israel erreichen. Sie müssen sich solange korrigieren, bis sie ihre Verlangen um des Nächsten Willen nutzen können.

Das bedeutet aber mehr als die bloße Einschränkung der Verlangen. Es bedeutet vielmehr all seine Verlangen zum Wohle anderer einzusetzen. Die gleichen Verlangen, die der Mensch für seinen eigenen Nutzen einsetzt und dabei betrügt, lügt, stiehlt und manipuliert, dies aber enthüllt, können nun an diesem Punkt durch die vierzig Jahre der Wüste bis zum Einzug in das Land Israel  gereinigt, also korrigiert werden. Das ist der Punkt, an dem der Mensch die Etappe der inneren Arbeit mit seinem Ego beginnt. Der Punkt, an dem der Mensch sein Ego um zu Geben zum Wohle anderer umwandelt wird als der “Engel des Todes“, der zum “heiligen Engel“ wird, beschrieben.

Um diese Arbeit ausführen zu können braucht ein Mensch Richter und Vorsteher. Die Richter stellen Entscheidungen dar, die ein Mensch im Voraus, mit dem Rosh (Kopf) des spirituellen Partzufs (Gesicht), dem Rosh der Neshama (Seele), trifft. Die Richter sind die vorangehenden Überlegungen eines Menschen, wie er sein volles Ego entfalten, es aber so beeinflussen kann, dass die ganze Kraft und Negativität sich in um der anderen Willen wendet.

Danach muss der Mensch Vorsteher über sich stellen, um nicht plötzlich vom Weg abzuweichen, denn auch wenn die Entscheidung zunächst richtig ist, kann er die Zukunft nicht vorhersehen. Dies nennt man Guf (Körper) des Parzuf, der Neshama (Seele). Neshama werden jene egoistischen Verlangen genannt, die ein Mensch in die Absicht um zu geben verwandelt.

Nutzt ein Mensch die Verlangen entsprechend der Form des Egos –  zu seinem eigenen Nutzen – hat und braucht er keinen Rosh, da er von der Natur angetrieben wird. Wenn er jedoch beginnen will, seine Verlangen um der anderen Willen zu nutzen, muss er sie zuerst einschränken und dann, nach den Prüfungen und Entscheidungen handeln, die er zuvor, mit Hilfe des korrigierenden Lichts getroffen hat. Setzt ein Mensch sein Ego um der anderen Willen ein, wird dies als „Buße“ bezeichnet. In diesem Zustand nutzt er seine korrigierten Verlangen nur zum Wohle anderer, ohne einen einzigen Nutzen für sich selbst.

Dabei wird die Absicht „Richter“ und die Handlung „Vorsteher“ genannt. Beides sind Eigenschaften des Gebens – die Eigenschaft Richter plant die Handlung und die andere, der Vorsteher, führt sie aus. Es sind dieselben egoistischen Verlangen, die zuvor im Menschen existierten, und welche er ausschließlich dazu benutzte, anderen zu seinem eigenen Vorteil, zu schaden. Diese Verlangen verwandeln sich nun in Yashar El (direkt zu Gott). Sie werden Erez Israel genannt. Erez stammt vom Wort von Razon (Verlangen) und Israel kommt von Yashar El (direkt zu Gott). Der Mensch kommt voran, wenn seine Verlangen durch das Geben an andere, ganz auf das Geben an die Höhere Kraft, den Schöpfer, gerichtet sind.

Deshalb braucht ein Mensch beide Kräfte – die Vorsteher und die Richter – welche über ihn wachen, sich um ihn kümmern und die notwendigen Prüfungen durchführen. Ein Mensch kennt bis anhin nur die Prüfung, ob etwas bitter oder süß “schmeckt“. Süß meint das, was er möchte, bitter das, was er nicht möchte. Hier handelt es sich jedoch um eine andere Prüfung – die Prüfung von wahr oder unwahr.

Wahrheit bedeutet Geben an die Höhere Kraft, Annäherung an Sie, durch die Verbindung zu anderen und die Verwirklichung der Eigenschaft des Gebens. Deshalb wurde die Wahrheit der Menschheit gegeben, damit sie sich verbinden und an sich selbst arbeiten kann, wie geschrieben steht: Durch die Liebe zum Menschen, zur Liebe zu Gott.“

Dies ist die Korrektur von der Unwahrheit in die Wahrheit, sodass die Existenz für den Menschen nicht bitter ist, sondern süß. Wahrheit ist die Verwendung des Verlangens zum Wohle anderer, auch wenn dies für den Menschen bitter schmeckt. Das nennt man „eine Mizwa (Gebot) ausführen“. Alles was einen Menschen ist, ist der Wunsch, Genuss zu empfangen. Es gibt 613 Mizwot (Gebote), das sind die 613 Verlangen, die sich in ihm befinden, seine 613 egoistischen Triebe, mit denen er andere ausnutzt. Er muss sie so umwandeln, dass sie zum Wohle anderer werden.

Dieser Prozess besteht aus zwei Stufen. Indem der Mensch durch die Stufe der „Wüste“ geht, erreicht er die Stufe von Bina, des Gebens. Die nächste Stufe ist Erez Ysrael (Land Israel), der Wunsch zu geben, den ein Mensch erreicht. Das heisst, er korrigiert die Absicht all seiner Verlangen dahin um sie nur noch zum Geben zu gebrauchen. Auf diese Weise wird dieser Mensch ein Kabbalist – er empfängt die Offenbarung der Göttlichkeit, was das Ziel seine Existenz ist. Dieser Prozess verläuft für jeden Menschen und für die gesamte Menschheit gleich.

In Wirklichkeit befindet sich die Menschheit bereits in der letzten Korrektur, durch die sie vollständig erlöst wird. Sie wird den egoistischen Gebrauch ihrer Verlangen und Eigenschaften überwinden und diese Verlangen zum altruistischen Nutzen, zum Wohle der Höheren Kraft, korrigieren. Dies führt sie schlussendlich zur gesamten Korrektur ihrer Verlangen und verbindet sie miteinander, so dass jeder von ihnen die Offenbarung der Heiligen Göttlichkeit, der Versammlung Israels, durch ihre Korrektur des Umgangs mit anderen erreicht.

 


Fragen und Antworten

Wenn ein Mensch erkennt, dass sein ganzes Verlangen darin besteht, andere zu benutzen und auszubeuten, bittet er um Korrektur. Bedeutet das, dass er vorher bewusst anderen schaden will?

Natürlich kann ein Mensch sich nicht vorstellen, fühlen oder verstehen, dass er eigentlich anderen immer unterbewusst schadet. Vielleicht ahnt er es aber, auch wenn er es nicht fühlen kann.

Der Mensch neigt dazu, andere nach ihren Handlungen zu beurteilen. Die hier besprochenen Vergehen liegen jedoch in der Absicht und nicht in der Handlung.

Auch in seinen Handlungen ist sich der Mensch dieser Vergehen nicht bewusst. Erst wenn er beginnt, sich anderen anzunähern, erkennt er, dass er diese Vergehen begeht. Fehler und Vergehen existieren nur in Bezug auf andere Menschen. Wenn der Mensch wirklich beginnt, in Richtung Verbindung zu handeln, entdeckt er, wie unfähig er dazu ist. Er realisiert, dass er andere ablehnt. Er vergisst diese Tatsache immer wieder, widersetzt und täuscht sich selbst, natürlich unbewusst die ganze Zeit,.

Auf einmal bemerkt er aber, dass er völlig vergessen hat, was die Tora von ihm verlangt: Verbindung, Liebe, „Ganz Israel ist ein Freund“ usw. Diesen Prozess durchläuft jeder Mensch. Er kann keine Spiritualität erreichen ohne die Tora zu befolgen. Nicht solange er nicht den Weg der Verbindung mit anderen geht.

Was bedeutet ein Richter?

Richter sind Gedanken und Verlangen, die dem Mensch aus einer Vielzahl weiterer, welche in ihm noch verborgen sind, erscheinen. Er erkennt ein wenig seine Eigenschaften. Dann kann er  ein wenig beurteilen, in welchem Zustand sie sich befinden, und er kann seine Absicht dazu, zum Wohle anderer wenden oder zumindest erkennen, wie sehr er nicht bereit ist anderen zu geben. Dies ist an sich schon eine hohe Stufe.

Die “schlechten Menschen“, die in der Tora  beschrieben werden, sind keine gewöhnlichen Menschen. Sie sind eine Hohe Stufe. Die Tora wurde eigentlich für die “Bösen“ verfasst, denn es steht geschrieben: Ich habe den Bösen Trieb erschaffen.“ Die Tora ist für jene Menschen gedacht, die ihren “Bösen Trieb“ entdeckt haben. Solange ein Mensch nicht fühlt, dass er selbstsüchtig ist, dann braucht dieser Mensch die Tora nicht. Sie ist nicht für diese Menschen bestimmt.

Nach welchem Gesetz urteilt der “Richter“? Und nach welchem Gesetz wird ein Mensch zu einem Sünder erklärt?

Der Richter ist das Individuum. Sobald ein Mensch auf die Verbindung mit anderen ausgerichtet ist, beginnt er, sich selbst zu beurteilen: Möchte ich mich wirklich mit anderen verbinden?“ Dieser Mensch prüft, warum er sich verbinden will: Was ist die Grundlage, auf der ich dieses Gesetz befolgen sollte? Ist mir klar, was ich tun soll? Hat mir jemand gesagt, dass ich es tun soll? Will ich die kommende Welt oder diese Welt? Erwarte ich, etwas dabei zu gewinnen? Oder will ich es wirklich für den Schöpfer tun, ohne jegliche Selbstbelohnung?”

Jeder Schritt dieses Weges enthält viele Stufen, durch die ein Mensch erkennt, dass er “böse“ ist. Wenn er es nicht schafft sich mit anderen zu verbinden, wird er nicht erfahren, wie sehr er gegen diese Einheit ist. Bevor er den Zustand ich habe den Bösen Trieb erschaffen“ erkennt, bedarf es großer Arbeit. Durch diese Arbeit entdeckt der Mensch, dass der Schöpfer den “Bösen Trieb“ in ihm erschaffen hat, und er außer diesem nichts besitzt. Er merkt, dass er die Natur der Schöpfung nicht versteht. Die Schöpfung ist der Böse Trieb. Und ein Mensch ist sich des Umfangs nicht bewusst, in dem er nur sein eigenes Wohl sucht und nicht das Wohl anderer. Außerdem fühlt er sich anderen überlegener, wenn sie leiden, was ihm Freude und Erfüllung gibt.

Das ist sehr verwirrend. Ein normaler Mensch, der sich in einer gesetzestreuen Gesellschaft befindet, fühlt sich nicht wie ein Verbrecher, wenn er nichts Unrechtes getan hat.

Das ist richtig, aber das betrifft das materielle, irdische Leben. Hier ist die Rede von etwas anderem. Wenn der Mensch den Schöpfer enthüllen will, muss er seine Absicht auf das Geben ausrichten, auf die Liebe zu anderen. Tut er dies nicht, ist dies seine Verfehlung.

Für einen Menschen ohne Bedürfnis nach Spiritualität macht dies alles keinen Sinn…

Das ist wahr, und deshalb muss erklärt werden,  weshalb heute die „wahre Tora“ angewandt werden muss. Die Weisheit der Kabbala wird die „wahre Tora“ genannt. Sie ist das Innere der Tora, weil das Licht in ihr korrigiert. Sie ist eine Methode zur Korrektur der Seele. Die Menschen befinden sich im Exil, außerhalb der spirituellen Welt, und deshalb müssen sie sich korrigieren um das Spirituelle, den Schöpfer finden. Das ist das Ziel, und die Tora wurde der Menschheit gegeben, damit sie „den Gott deines Vaters erkennen und Ihm dienen“ (1. Chronik, 28:9).

Wie muss sich ein Mensch in der materiellen Welt verhalten? Und wie, wenn er in der spirituellen Welt vorankommen will?

Jetzt, in der materiellen Welt, muss ein Mensch entsprechend dem leben, was die Menschheit festlegt, entsprechend dem, was ein Volk und dessen Regierung beschließt. Er muss diese materiellen Gesetze respektieren, denn sie wurden von der verborgenen Fügung erschaffen. In dieser Welt muss ein Mensch sich wie alle anderen verhalten.

Anders hingegen in der spirituellen Welt. Es steht geschrieben: Ich wohne unter meinem eigenen Volk“ (2 Könige, 4:13). In seinem Inneren muss der Mensch den Schöpfer enthüllen, sich auf jene Ebene erheben, sodass er Ihm ähnlich wird. Er muss seine Augen durch die Tora öffnen, wenn er die Göttlichkeit und die Höheren Gesetze enthüllen und den Schöpfer fühlen und erleben will. Er erreicht die Offenbarung des Schöpfers in dem Maße seiner Dwekut (Anhaftung), dem Maß seiner Gleichheit mit der Form des Höheren.

Ist eine Übereinstimmung zwischen den materiellen und den spirituellen Gesetzen möglich?

Ja, bei der letzten und vollständigen Korrektur.

Und davor?

Davor mit Sicherheit nicht, denn die Menschheit gestaltet die materiellen Gesetze gemäß ihrem Ego. Je mehr sie beginnt, die Gesetze im Spirituellen gemeinsam einzuhalten, wird sie diese auch auf die materielle Welt übertragen wollen. Dies kann nicht getrennt voneinander getan werden.

Existieren “Vorsteher“ in heutigen materiellen Gesellschaft?

Nein. In dieser Welt geschieht alles nach den Gesetzen, die Menschen erstellt haben. Das hat keine Verbindung zur Spiritualität. Die Menschen können auch nicht spirituellen Gesetze zwischen sich festlegen, weil sie sie gar nicht einhalten können. Alle spirituellen Gesetze haben mit der Liebe zu anderen zu tun. Dies sind die Gesetze des gesamten, globalen Systems, der Natur. Sie kommen in der jetzigen Zeit zum Vorschein und verlangen eingehalten zu werden.

Aber die gegenwärtige Situation ist diesen Gesetzen entgegengesetzt. Die Menschen wollen zwar Gerechtigkeit, wissen aber nicht, wie sie sie umsetzen können.

Heute entsteht ein Netzwerk der Verbindungen zwischen allen Menschen überall auf der Welt. Alle sind darüber verbunden und dadurch voneinander abhängig. Deshalb spüren die Menschen die Notwendigkeit einer Veränderung und dass sie etwas tun müssen. Sie alle fühlen sich unwohl, nichts, was sie unternehmen, hat Erfolg. Es entstehen Krisen im Familienleben, am Arbeitsplatz, im Bildungssystem, in der Kultur, einfach überall.

Die Menschen fühlen diese Krise oft unabhängig davon, was im Außen geschieht. Dies ist daher ein Vorgang im Innern des Menschen? 

Das spielt keine Rolle. Es zählt, was der Mensch fühlt. Äußerlich kann alles schön sein. Die meisten Menschen, die auf die Straße gehen um zu protestieren und zu schreien, hungern nicht. Sie sind sich nicht bewusst, dass hinter ihren Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit ein Schrei aus Mangel an Verbindung untereinander steht. Doch das ist es in Wahrheit, was heute weltweit zum Vorschein kommt.

Die Welt wird global, ganzheitlich und vollständig miteinander verbunden. Dennoch fühlen sich die Menschen voneinander getrennt und sie spüren den Mangel an Einheit. Dies treibt sie an, aufzustehen und zu protestieren.

Dieser Tora Abschnitt spricht von einem König, der aus den Reihen des Volkes gewählt werden muss. Wenn ein König ein allmächtiger Herrscher ist, wie kann man dann von Königreich in diesem Zustand sprechen? Das ist, als würde das Volk heute einen Anführer demokratisch zum König ernennen; das klingt völlig unrealistisch.

Wenn alle Gedanken und Wünsche auf das Land Israel ausgerichtet sind, auf die Sehnsucht nach dem Schöpfer, die Sehnsucht nach dem umfassenden, gegenseitigen und vollständigen Geben, wählt der Mensch die Vorgehensweise mit der er alles beeinflusst. Durch diese Entscheidung erreicht er Keter (Krone), das heißt die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer in jeder Hinsicht.

Die Geschöpfe sind Malchut (Königreich), das ist der große Wille zu empfangen. Die Höhere Kraft, die sie erschaffen hat, ist Keter, das absolut Gebenden. Der Mensch muss all seine Verlangen, die des ganzen Volkes, verbinden. Aus der Einheit aller Menschen wählt das Volk das grundlegendste Fundament und nennt es einen „König„, wie in den Erzählungen König David, Messias, Sohn Davids. Er stellt Malchut darstellt, welche Keter erreichen kann.Ein “König von Israel zu sein, bedeutet die schwerste Arbeit, die es auf dem spirituellen Weg gibt.

Damit ist also kein König eines Königtums, wie sich das ein Mensch z.B. in einem Märchen vorstellt, gemeint. 

Dann bezieht sich  dies auch nicht auf eine Person?

Im Spirituellen ist der König der oberste Richter. Zu dieser Eigenschaft kommen die Fragen des Menschen, und der König kann sie nicht abweisen.

Fällt er auch Urteile?

Ja. In den Quellen, z.B. bei Maimonides wird diese Arbeit beschrieben, die in der Tat eine schwere Arbeit ist.

Damit ist somit kein König in einem weltlichen Land gemeint?

Der König ist keine Person aus Fleisch und Blut, die auf einem Thron sitzt. Es ist die Eigenschaft “oberster Richter“. Der König weiss wie er alles organisieren muss, um in der Verbindung und in der Korrektur die wichtigsten Entscheidungen mit der Absicht um zu geben zu treffen. Er ist für das ganze Volk verantwortlich, sammelt alle Verlangen in sich und erhebt sie zu Keter (Krone).

Es gibt ein König in jedem einzelnen Menschen und einen “gesamten“ König zwischen allen Menschen. Er erhebt sie zum Schöpfer und führt sie damit zur Korrektur. Die Eigenschaft Messias, der Sohn Davids, zieht ganz Malchut (Königreich) auf die Stufe von Keter (Krone).

In der materiellen Welt haben die Menschen kein Vertrauen mehr in Regierungen. Sie wollen das Heft selbst in die Hand nehmen und Entscheidungen treffen. Zeichnet sich hier eine neue Phase der Entwicklung der Menschheit ab, die zu dem Ergebnis führt, dass die Menschen einen Vertreter brauchen, der für sie spricht?

Nein. Die Menschen müssen von den weltlichen Regierungen Unterstützung fordern, um eine Erziehung für die gegenseitigen Bürgschaft zu entwickeln und zu erhalten.

Das ist die Korrektur was dir selbst verhasst ist, das tue deinem Freund nicht an“. Die Stufe der Wüste. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist die nächste Stufe, die „Land Israel“ genannt wird, die gegenseitige Bürgschaft, wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein. In der Tora wird dies beschrieben als das die Menschen am Berg Sinai die Verpflichtung eingegangen sind, füreinander verantwortlich zu sein, und wie ein Mensch mit einem Herzen sein zu wollen. 

Die Menschen müssen sich selbst um eine Erziehung zur gegenseitigen Bürgschaft kümmern, und zwar für die ganze Menschheit. Die Regierungen können dabei unterstützen, weil sie die nötigen Instrumente und Ressourcen besitzen, aber es muss von den Menschen eingefordert werden.

Wie steht es mit dem weltlichen Rechtssystem? Werden “Vorsteher“ und “Richter“ gebraucht, um die gegenseitige Bürgschaft einzuhalten?

Das ganze weltliche System muss neu gestaltet werden. Das wichtigste dabei ist die Bildung. Dafür müssen Menschen zuständig sein, die sich dafür einsetzen, wie es in es in diesem Tora Abschnitt Vorsteher und Richter tun. Daraus entsteht dann die weltliche Form des Sanhedrins, eines hohe Rates.

Der Tora Abschnitt spricht auch über Zauberei und das Wahrsagen. Warum sind sie verboten? Würden sich die Menschen nicht zum Besseren hin verändern, wenn sie wüssten, wohin sich die Welt entwickelt?

Es ist auch in der materiellen Welt verboten, sich auf Wunder zu verlassen oder die Zukunft vorauszusagen. Die einzigen erlaubten Handlungen sind jene, bei denen der Mensch sein eigener Richter und Vorsteher ist, um seinen Fortschritt hin zum Spirituellen zu beschleunigen. Die Weisheit der Kabbala, wendet sich gegen jede Art von Zauberei und Voraussagen. Sie lehnt Aufforderungen, z.B. rote Schnüre zu tragen, Rituale mit Weihwasser und Horoskope jeglicher Art ab. All das wird nach der Tora als „Götzendienst“ betrachtet.

Es ist vergleichbar mit dem, was in der Tora über Abram gesagt wird, bevor er Abra-ha-m, dem Vater der Nation, wurde. Abram beschäftigte sich mit dem Verkauf von Götzen, was die Vorstufe des spirituellen Aufstiegs des Menschen darstellt, welche in jedem existiert. Diese ist die Stufe, auf der die Verlangen noch nicht durch eine echte Offenbarung des Bösen Triebes korrigiert wurden. Dadurch entsteht im Menschen der Wunsch das echte Gewürz der Tora zu erhalten.

Das Volk Israel lernt in der Erzählung, wie es sich im “Krieg“ zu verhalten hat. Was bedeutet “Krieg“?

“Krieg“ meint den Kampf gegen den Bösen Trieb. Die Feinde des Wunsches des Menschen, den Egoismus zu korrigieren, wohnen mit ihm in seinem “Haus“, sie existieren in seinem Herzen. Damit sind alle Wünsche, Gedanken, Sünden und Fehler gemeint, die der Mensch in Mizwot (Gebote), in Handlungen des Gebens, verwandeln muss. Eine Handlung des Gebens wird Mizwa (Gebot) genannt. Hier herrscht ein endloser Krieg, der Kampf des Schöpfers mit Amalek, dem Bösen Trieb, der über Generationen andauert.

In der Realität des Menschen, gibt es Armeen mit ethischen Kodex und Werten.

Armeen gab es schon immer. Auch König David und alle anderen Könige hatten Armeen. Solange die Menschen nicht korrigiert sind, wird es Armeen geben. Ändern sie aber auch nur etwas die Richtung hin zur gegenseitigen Bürgschaft, werden sie sofort sehen, dass ihre Nächsten sie in Frieden lassen.

Die Handlungen, eine Armee zu haben, ist nicht grundlegend falsch. Doch in dem Moment, in dem die richtigen Ausrichtung in Liebe zu anderen zwischen den Menschen entsteht, verbinden sie sich in brüderlicher Liebe, wie früher in der Erzählung in de Tora beschrieben, wenden sie ihre Entwicklung zum Positiven, zum Miteinander. Dann braucht es keine Armeen mehr und sie werden Zeuge von Frieden und Sicherheit auf der ganzen Welt, von Gesundheit, Bildung und, dem Ende ihrer äußeren oder inneren Kämpfen.

[1] Die zehn Tage, die an Rosh Hashana beginnen und an Jom Kippur enden. Auch bekannt als die „Zehn Tage der Buße“.


Glossar Parasha Shoftim

Richter: Die Eigenschaft “Richter“ ist diejenige, die darüber entscheidet, ob ein Verlangen in der Absicht zu geben ist oder nicht. Sie gibt auch vor, was getan werden muss, wenn die Absicht nicht um des Gebens willen ist.

Vorsteher: Ein “Vorsteher“ – sowie auch ein “Richter“ – bemüht sich, einen guten Einfluss auf den Menschen zu haben. Er ist ein Vorbild. 

Gericht (Dinim): Dies ist ein Zustand, in dem der Mensch über dem eigenen, großen Willen zu empfangen arbeitet.

Gerechtigkeit: Dies ist ein Zustand, in dem der Mensch nur zum Wohle anderer arbeitet, ohne jeden Gedanken an die eigene Belohnung.

König (Melech): In diesem Zustand, hat ein Mensch die Kraft, das zu tun, was entsprechend Keter (Krone), der Höheren Kraft, die sich offenbart, erforderlich ist.

Zauberei: Dies ist eine Handlung, durch die der Mensch etwas erreichen will, ohne ehrlich zu arbeiten, d.h. er arbeitet nur, um sein Ego zu befriedigen.

Zukunft: Sie ist das Ergebnis einer Handlung des Gebens.

Krieg: Mit “Krieg“ ist der Kampf gegen den Willen zu empfangen, gegen das Ego gemeint.Alle Kriege, auch in der materiellen Welt, entstehen dadurch, dasss die Menschen nicht gegen ihr Ego ankämpfen. Wenn sie auch nur ein wenig versuchen, gegen ihr Ego zu kämpfen, werden sie erkennen, dass sogar ihre schlimmsten Feine keine mehr sein werden.

König: Die den Menschen umgebende Natur steht unter einem einzigen Gesetz. Dieses Gesetz offenbart sich immer mehr und weist auf die Verbindung zwischen den Menschen hin. Dies nimmt der Mensch allerdings in negativer Weise wahr, weil er die Wahrheit, das “Süße“ aufgrund der Andersartigkeit seiner Form zu der des Schöpfers, verhüllt ist. Das “Höhere Gesetz“ ist die richtige und nützliche Verbindung zwischen allem.

Sünder: Ein “Sünder“ nutzt seinen Willen zu empfangen zu seinen eigenen Vorteil und gegen das Wohl der Anderen.

Gegenseitige Bürgschaft (Arvut): Die gegenseitige Bürgschaft ist die Erkenntnis, dass alle Menschen von einander abhängig sind und deshalb in wohlwollender Verbundenheit zueinander stehen sollten. Jeder ist für jeden verantwortlich und bürg dafür, dass der Andere das Ziel der Schöpfung erreichen wird.

Großer / Kleiner Shanhedrin (Rat):

Sohar für Alle, Shoftim ( Richter), Punkt 21

„… Die darauf folgende Mizwa( Gebot) ist die Übernahme des “ großen Gerichts“, welche Bina ist. Sie wird , von der Seite von Chessed betrachtet, Elokim, das “große Gericht“ genannt. Chessed bedeutet groß. Es ist groß in seinem Dinim (Gericht) zur Linken, und groß in seinen Verdiensten auf der rechten. Wenn die Linke von Bina in der Rechten von Chessed eingeschlossen ist, werden sie “groß“ genannt. In der Mizwa steht geschrieben: ’Du sollst einen König über dich setzen’. “Setzen“ bedeutet übernehmen oben, in Bina und gleichzeitig unten, in Malchut.So soll man das “große Gericht“, den “Hohen Rat“ von der Seite von Bina übernehmen, gleichwohl man bereits das “kleine Gericht“, den “kleinen Rat“, von der Seite von Malchut übernommen hat.“

Himmel und Hölle – wo sind sie?

„Stell dir vor, es gibt keinen Himmel“, sang John Lennon. „Keine Hölle unter uns, über uns nur der Himmel“, fuhr er fort. In gewisser Weise hatte er recht.

Die Weisheit der Kabbala lehrt, dass Himmel und Hölle keine Orte sind, sondern Zustände in unseren Beziehungen zueinander. Die Hölle ist, wenn wir uns nicht ausstehen können – ein bisschen wie heute, nur dass wir uns unseres Hasses bewusster sind; und der Himmel ist, wenn wir einander so lieben, wie wir uns selbst lieben, und einander nicht das antun, was uns selbst verhasst ist. Weiterlesen

Parasha „Re`eh“: Tora-Abschnitt „Siehe“

08.-14. August 2021 /  30.Aw-06. Elul 5781

5. Buch Mose,  Deuteronomium 11:26 – 16:17

Zusammenfassung

Der Abschnitt, Re’eh (Siehe), beginnt mit Moses‘ Worten an das Volk, es soll vortreten, um den Segen und den Fluch zu sehen, den der Schöpfer ihnen gebietet. Wenn das Volk sich an die Gebote des Schöpfers hält, wird es gesegnet sein, andernfalls wird es verflucht.

Daraufhin gibt Moses dem Volk einen Ausblick auf die Vorbereitungen für den Einzug in das Land Israel, und über die Pflichten und Verbote, die mit dem Einzug einhergehen. Er spricht auch von der Arbeit für den Schöpfer, insbesondere im Tempel und erinnert das Volk an das Verbot, auf falsche Propheten zu hören, die das Volk vom Dienst am Schöpfer ablenken. In diesem Abschnitt werden auch die Speisegesetze (Kaschrut)[1] beschrieben, jene des Zehnten, die des Erlasses (Shmitta), und die drei Feste, an denen es üblich ist, eine Pilgerfahrt nach Jerusalem (Aliya laRegel) zu machen.

Weiterlesen

Parasha „Ekew“: Tora-Abschnitt „Ursache“

01.-07. August 2021 /  23.-29. Aw 5781

5. Buch Mose,  Deuteronomium 7:12 – 11:25

Zusammenfassung

Im Abschnitt Ekew (Ursache) führt Moses seine Rede an das Volk Israel fort. Er wiederholt, dass wenn sie die Gesetze und Vorschriften des Schöpfers einhalten, ihnen Glück, Gesundheit und Siege über ihre Feinde zuteil werden wird. Befolgen sie sie nicht, wird der Schöpfer sie nicht beschützen und sie werden sich in den anderen Völker verirren.

Der Abschnitt beschreibt auch die Tugenden des Landes Israels, die sieben Gaben. Schließlich wird dem Volk befohlen, dies alles seinen Kindern beizubringen und die Mesusa[1] an ihre Türrahmen zu schreiben.

Weiterlesen

Parasha „WaEtchanan“: Tora-Abschnitt „und ich flehte“

25.- 31. Juli 2021 /  16.- 22. Aw 5781

5. Buch Mose,  Deuteronomium 3:23 – 7:22

Zusammenfassung

Im Abschnitt WaEtchanan (und ich flehte) wird an das Verbot für Moses, das Land Israel zu betreten erinnert und daran, dass Josua sein Nachfolger werden und das Volk in das Land Israel führen soll. Der Abschnitt handelt vom Gebot, die Tora zu befolgen und sich an das Zusammenstehen am Fuße des Berges Sinai zu erinnern. Der Gedanke an die Buße, erscheint hier zum ersten Mal und auch der bekannte Text von Shma Jisrael (Höre, oh Israel) ist Teil dieses Abschnittes.

Mose hält eine weitere Rede, in der er die Zehn Gebote und deren empfangen wiederholt. Er benennt auch drei Zufluchtsorte auf der Ostseite des Jordans, für jene, die unbeabsichtigt getötet haben. Auch warnt er vor der Götzenanbetung im Land Israel und ordnet die Zerstörung der Götzenbilder an. Er erinnert das Volk daran, dass der Schöpfer derjenige ist, der sie in das Land Israel führt, das gute Land, das sie zu erben bestimmt sind.

Weiterlesen

Parasha „Dewarim“: Tora-Abschnitt „dies sind die Worte“

18.-24. Juli 2021 /  9.-15. Aw 5781

5. Buch Mose,  Deuteronomium 1:1 – 3:22

Zusammenfassung

Der Abschnitt Dewarim (Dies sind die Worte) beginnt mit einer langen Rede, die Moses kurz vor seinem Tod an das Volk Israel richtet. Moses beschreibt dem Volk Israel rückblickend die Reise der vierzig Jahre durch die Wüste.

Der Abschnitt behandelt auch die Berufung der Oberhäupter der Stämme und der Richter, sowie die Sünde der Kundschafter und deren Bestrafung. Auch die Beziehungen zwischen Israel und Edom, Israel und Moab, und Israel und Amon, sowie die Kriege mit Sichon und Og werden beschrieben. Moses bestärkt Josua, den Sohn des Nun, als nächsten Anführer des Volkes Israel, der es in das Land Israel führen soll. Weiterlesen

Wir müssen das Bildungssystem verändern

Von Dr.  Michael Laitman

Es ist jetzt anderthalb Jahre her, dass das Corona-Zeitalter begann, und die Schulbildung wurde im Vergleich zum Vor-Covid-Zeitalter in vielerlei Hinsicht eingeschränkt, begrenzt und verändert. Aus Sicht des Bildungssystems hat Covid-19 mehr Schaden als Nutzen gebracht.

Die Kinder sind anfälliger für Depressionen, soziale Isolation, Rückschritte in den akademischen Leistungen sowie für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, die Schule abzubrechen. Meiner Meinung nach liegt das Problem jedoch nicht bei Covid, sondern bei den Pädagogen, die nicht die Gelegenheit ergriffen, das veraltete Schulsystem zu reformieren. Sie haben versucht, eine bereits scheiternde physische Plattform in eine virtuelle Plattform zu „kopieren“, anstatt die Vorteile der Online-Arena zu nutzen. Weiterlesen

Warum die Prügel in Wellen kommen

Von Dr.  Michael Laitman

Früher oder später wird sich die Welt von dem Schlag von Covid-19 erholen. Aber es ist klar, dass eine andere Version von Covid oder eine neue Art Krise folgen wird. Schon vor dem Ausbruch von Covid-19, am 13. August 2018, sagte die WHO-Virologin Dr. Belinda Herring: „Die nächste Pandemie könnte schon an der nächsten Ecke lauern.“ Am 2. März 2021 veröffentlichte die Zeitschrift Infection Control Today einen Artikel mit dem Titel „Ready for the Next Pandemic? (Spoiler Alert: It’s Coming)“. Sie können sich denken, worum es darin geht. Weiterlesen

Der Tod beginnt mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben

Von Dr.  Michael Laitman

Ich bin 74 Jahre alt, und zum Glück arbeite ich jeden Tag. Ich lehre meine Studenten die Weisheit der Kabbala in der Zeit von drei bis sechs Uhr morgens. Meine Studenten verbinden sich aus unterschiedlichen Zeitzonen rund um den Globus live mit meinen Unterrichten.

Danach mache ich einen kleinen Spaziergang und ein bisschen Sport, ruhe mich aus und beginne den zweiten Teil des Vormittags: Meetings, Interviews, Fernsehaufnahmen und Studien aus den Originalquellen der Kabbala. Weiterlesen

Parasha „Matot“: Tora-Abschnitt „Stämme“

11.-17. Juli 2021 / 2.-8. Aw 5781

4. Buch Mose, Numeri 30:2-32:42

Zusammenfassung

In diesem Abschnitt weist Moses die Oberhäupter der Stämme in die Gebote ein, die mit dem Schließen und Ablegen von Gelübden verbunden sind. Der Abschnitt spricht auch von Pinchas, der Israel in den Kampf gegen Midian führt und siegreich daraus hervorgeht. Nach dem Kampf erfolgt die Aufteilung der Beute (wovon einiges dem Schöpfer gewidmet wird) sowie die Anweisung, wie die Kelim koscher zu machen sind. Dieser Prozess des Eintauchens in kochendes Wasser wird detailliert beschrieben. Weiterlesen

Parasha „Pinchas“ – Tora-Abschnitt „Pinchas“

4.Buch Mose, Numeri 25:10-30:1

4.-10. Juli 2021 / 24. Tammus – 1. Aw, 5781

Zusammenfassung

Am Anfang des Abschnitts dankt der Schöpfer Pinchas dafür, dass er die Plage aufgehalten hat, und gibt ihm einen „Bund des Friedens“ und den „Bund eines ewigen Priestertums“ für ihn und seine Nachkommen. In der Zwischenzeit bereiten sich die Kinder Israels auf den Kampf gegen die Midianiter vor.

Den Anweisungen des Schöpfers folgend teilt Moses das Land in Erbteile auf, nachdem im Volk Zählungen nach Stämmen und Familien durchgeführt wurden. Am Ende der Volkszählungen beschweren sich die Töchter Zelofhads aus dem Stamm Manasses bei Moses über den Tod ihres Vaters und darüber, dass sie als Frauen ihren Erbteil nicht erhalten haben. Moses prüft die Angelegenheit und der Schöpfer ordnet an, dass die Töchter Zelofhads aus Gründen der Gerechtigkeit ein Erbteil des Landes erhalten, das nach ihrem Vater benannt wird.

Der Schöpfer befiehlt Moses, auf den Berg Abarim zu steigen, um das Land Israel zu sehen, das er nicht betreten wird, und Josua, den Sohn des Nuns, als seinen Nachfolger zu ernennen. Am Ende des Abschnitts wird genau beschrieben, welche Opfergaben jeden Tag oder zu verschiedenen Anlässen während des Jahres dargebracht werden müssen. Weiterlesen

Parasha „Balak“ – Tora-Abschnitt „Balak“

4.Buch Mose, Numeri 22:2-25:9

Tora Wochenabschnitt | 27. Juni – 03.Juli 2021 / 17 Tammus – 23 Tammus, 5781

Zusammenfassung

Der Abschnitt „Balak“ beginnt mit der Besetzung des Landes der Amoriter durch das Volk Israel. Balak, der König von Moab, erkennt, dass die Kinder Israels sich ihm nähern und bereitet sich darauf vor, dem Volk, welches aus Ägypten kommt, zu begegnen. Er schickt Boten zu Bileam, dem Sohn des Beor – der für seine große Weisheit und die Kraft seiner Flüche berühmt war – und bittet ihn, das Volk Israel zu verfluchen.

Bileam macht sich auf den Weg ins Land Moab, nachdem er die harte Bedingung akzeptiert hat, nur das zu sagen, was der Schöpfer ihm erlauben wird. Auf dem Weg bleibt seine Eselin stehen. Bileam schlägt sie, aber die Eselin bewegt sich nicht. Er aber sieht den Engel nicht, welcher die Eselin veranlasst anzuhalten. Die Eselin öffnet ihr Maul und spricht zu ihm, und anstatt Israel zu verfluchen segnet er sie. Weiterlesen

Parasha „Chukat“ – Tora-Abschnitt „Das Gesetz“

4. Buch Mose, Numeri 19:1-22:1

20. Juni – 26. Juni 2021 / 10 Tammus – 16 Tammus 5781


Zusammenfassung

Der Abschnitt Chukat (Das Gesetz) befasst sich mit der weiteren Reise Israels, mit der Mizwa (Gebot) der roten Kuh (Färse), den Gesetzen der Unreinheit der Toten und der Begebenheit, die Mej Meriwa (Wasser von Meriba [hebr.: Streit]) genannt wird. In der Erzählung beklagen sich die Kinder Israels über den Mangel an Wasser, und der Schöpfer befiehlt Moses, zum Felsen zu sprechen. Doch statt zu sprechen, schlägt Moses gegen den Felsen. Für diese Handlung werden Moses und Aaron damit bestraft, dass ihnen der Eintritt in das Land Israel verwehrt wird. Das Volk Israel erreicht das Land Edom, und der König von Edom verbietet ihnen, sein Gebiet zu durchqueren.

Aaron stirbt und Elazar, sein Sohn, tritt seine Nachfolge als Hohepriester an. Das Volk Israel beklagt sich weiterhin über die Schwierigkeiten, die ihnen auf dem Weg begegnen, woraufhin der Schöpfer Schlangen schickt, damit sie das Volk beißen. Moses fertigt eine kupferne Schlange an und zeigt sie dem Volk, und jeder, der die kupferne Schlange ansieht, wird geheilt.

Dann erreicht das Volk Israel die Grenze des Landes Moab und singt „das Lied vom Brunnen.“ Das Volk kämpft gegen Sichon, den König der Amoriter, und Og, den König von Bashan. Das Volk Israel gewinnt den Kampf und erbt ihr Land.

Weiterlesen

Was feiern wir am Feiertag Shawuot?

Was feiern wir am Feiertag Shawuot aus kabbalistischer Sicht?

An Shawuot feiern wir die Gabe der Tora – einen Tag, an dem allen, die als „Israel“ („Yashar El“ – „direkt zum Schöpfer“) bezeichnet werden, die Tora gegeben wurde. Sie ist eine Methode, ein Mittel, sich durch die freie Wahl zu entwickeln und von unserer Stufe auf eine Höhere überzugehen.

Erst ab dem Moment der Gabe der Tora verfügt der Mensch über die freie Wahl; die Wahl, diese Methode, an sich selbst, zu realisieren. Zuvor haben wir keinen freien Willen. Jetzt können wir selbst unsere Haltung dem Ziel der Schöpfung und dem Weg gegenüber, den wir gehen, zum Ausdruck bringen. Der Schöpfer hat uns die Möglichkeit gegeben, in Ihm zu sein. Wir nehmen bewusst an diesem Prozess  teil. Meine Freie Wahl bedeutet, dass ich mich selbst, meine Unabhängigkeit durchsetzte – in dem Maße, in dem ich mich mit dem Schöpfer identifiziere, mich Ihm angleiche. Je nach dem Maß der Veränderung gehen wir in diesen neuen Zustand über, bis sich all unsere irdischen, d.h. egoistische Eigenschaften in spirituelle, altruistische umwandeln und wir unser Leben auf der spirituellen Stufe fortsetzen. Sie korrigiert unsere Natur, lässt uns selbst in einer ewigen, vollkommenen Form erfahren, die voller Harmonie und ohne Einschränkungen der materiellen Welt ist.

Das Empfangen dieser Methode ist das Wichtigste in unserem Leben – ein wahrer Grund zu feiern!

Weiterlesen

Der Weg der Mutter

Von Dr. Michael Laitman

Frage: Gibt es in der Spiritualität einen Unterschied zwischen Mann und Frau?

Dr. Laitmans Antwort: Nein. In jedem von uns gibt es zwei Teile: den weiblichen Teil und den männlichen Teil. Mit ihnen gehen wir eben vorwärts.

Bezüglich der Einheit in der Gruppe unterscheiden sich jedoch die männlichen und die weiblichen Seelen in ihrem Herangehen. Die Frauen werden je nach ihren Kräften und Verlangen vereinigt, und die Männer sind verpflichtet, vom ganzen Herzen und mit den starken brüderlichen Banden vereinigt zu werden.

Weiterlesen

Das Herz der Mutter

Von Dr. Michael Laitman

Das Herz der Mutter befindet sich sowohl materiell, als auch spirituell im Mittelpunkt des gesamten Universums.

Schließlich findet von diesem Punkt aus die spirituelle und materielle Geburt statt. Es gibt nichts Stärkeres wie das Herz einer Mutter – es ist der sensibelste, der wichtigste Punkt in der ganzen Realität. Der Schöpfer schuf den Wunsch, die Grundlage des Herzens einer Mutter.

Wenn Frauen beginnen, ein wenig über die Verbindung nachzudenken, berühren sie bereits diesen zentralen Punkt des ganzen Universums, an dem die Geburt der ganzen Menschheit, der gemeinsamen Seele, begann. Die Welt wird nur dank einer Frau zur Korrektur kommen.

Eine Frau hat eine gewaltige Macht, die gebärt, sich entwickelt und organisiert. Und umgekehrt, wenn eine Frau an dieser Korrektur nicht teilnimmt, wird sie zu einem Grund für Unfrieden, zu einem Ort der Entfremdung und des Übels. Deshalb hoffe ich sehr, dass die Frauen sich verbinden und der Menschheit Frieden, Ruhe und Einheit bringen werden.

Aus dem Frauen Unterricht 29.08.2020