Lernumgebung am Donnerstag

Leseprobe aus „Annotations to the Book of Zohar“ von Dr. Michael Laitman

Leseprobe aus „Annotations to the Book of Zohar“


Buch Sohar, „Himmel und Erde“

Als Ergebnis der Vermischung aller Teile besteht jeder Teil wiederum aus 320 Teilen. All diese 320 Teile, Nizozin (Funken) genannt, erlangten das egoistische Verlangen zu genießen, indem sie das Licht des Schöpfers empfingen, was ihren Abstieg in die unreinen Kräfte bedeutete.

Im spirituellen Bereich gibt es keine Orte oder Bereiche von rein und unrein. Um es anschaulicher darzustellen, stellen wir uns

  • den Erhalt niedrigerer Eigenschaften als Abstieg,
  • den Erhalt spirituellerer Eigenschaften als Aufstieg,
  • das Erreichen der Gleichheit der Form als Vereinigung und
  • das Entstehen einer neuen Eigenschaft als Trennung vor.

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Kabbala für Einsteiger

Von Michael Laitman (Hörtext verfügbar)

Seit Tausenden von Jahren studieren Wissenschafter und Philosophen die Naturgesetze, sowie den darin eingebetteten Menschen mit seinem Verhalten. Zu diesem Zweck arbeitet die Wissenschaft mit logischen Schlussfolgerungen, quantitativen Forschungsmethoden und der Datenerfassung. Dennoch haben unsere Wissenschafter und Forscher, je weiter sie mit ihren Forschungen vorankommen, feststellen müssen, dass ihnen die Welt immer unverständlicher und verwirrender erscheint. Mit jeder neuen Entdeckung enthüllen sich auch immer neue noch tiefere Rätsel. Weiterlesen

Parasha Bo / Tora Abschnitt “Komm“

2. Buch MoseExodus 10:1 – 13:16

Zusammenfassung

Im Abschnitt Bo (Komm) verkündet der Schöpfer dem sturen Pharao durch Moses, er müsse das Volk Israel ziehen lassen. Doch der Pharao lässt das Volk noch immer nich ziehen. Daraufhin lässt der Schöpfer zwei weitere Plagen – Heuschrecken und Finsternis über Ägypten kommen. Da sagt der Pharao zu Moses: Geh hinweg von mir und hüte dich, daß du nicht mehr vor mein Angesicht kommst; an dem Tag, da du vor mein Angesicht kommst, sollst du sterben“ (Exodus 10:28). Moses antwortet: Du hast recht geredet; ich werde dein Angesicht nicht mehr wiedersehen“ (Exodus 10,29). Moses hält sein Wort.

Nun sagt der Schöpfer Moses, dass der Pharao die Kinder Israels nach der letzten, der zehnten Plage, ziehen lassen wird. Die Kinder Israels bereiten sich auf die zehnte Plage, die Plage der Erstgeborenen, vor und leihen sich von den Ägyptern silberne und goldene Gefäße sowie Gewänder, um sich auf ihre Freilassung vorzubereiten.

Der Schöpfer legt Moses die Regeln für das Pessach – Opfer dar, welche die Kinder Israels erfüllen müssen: ein Lamm in der Abenddämmerung schlachten, sein Blut an die Mezuzot (Türpfosten) und an die Oberschwellen streichen und das Lamm in derselben Nacht zusammen mit Mazot (ungesäuertem Brot) und Maror (bitteren Kräutern) essen. Die Kinder Israels befolgen diese Regeln.

Um Mitternacht, erhebt sich das große Geschrei Ägyptens, weil die Plage der Erstgeborenen ausbricht und der Pharao weist die Kinder Israels an, Ägypten nun schnell zu verlassen. Sie ziehen aus und nehmen die gemischte Schar, Schafe, Rinder und Vieh in großer Zahl mit sich.

Kommentar von Rav Michael Laitman

Der Auszug aus Ägypten, der in diesem Abschnitt beschrieben wird, ist sowohl sehr bedeutsam als auch äußerst dramatisch. Jeder Moment im Leben eines Menschen ist eine Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. An diesem Punkt wird immer wieder neu das “Menschliche“, die sprechende Stufe des Menschen geboren, indem er einen Schritt aus seinem Ego, aus dem Willen zu empfangen, heraus macht.

Jeder Mensch beginnt egoistisch, denn es steht geschrieben: Ich habe den bösen Trieb erschaffen.“(1) Der böse Trieb wächst stetig und bringt den Menschen dazu, immer egoistischer zu werden. So entwickelte sich der Mensch im Laufe der Zeit bis zum heutigen Zustand. Nun fühlt er, dass sein ganzes Wesen “böse“ ist und dass er es verlassen und sich davon befreien muss. Dies ist ein Prozess, der sowohl in jedem einzelnen Menschen, als auch in der gesamten menschlichen Gesellschaft stattfindet.

Wenn der Pharao wächst, also der böse Trieb, dann kann die “sprechende“ Stufe im Menschen nicht existieren. Der “Punkt im Herzen“, Moses, flieht vor dem Ego, um Kraft zu gewinnen, und kehrt dann nach Ägypten zurück, um es zu bekämpfen. Erst wenn der Mensch versteht, wie dieses “Spiel“ in ihm funktioniert, kann er gegen das Ego ankämpfen. 

Wenn ein Mensch beginnt, die Höhere Kraft zu enthüllen, und sei es auch nur ein kleines bisschen, dann entdeckt er, dass alles von Oben kommt, dass “der Herr Gott ist, und keiner sonst als er allein“ (Deuteronomium, 4:35). Das schließt den Schöpfer, den Pharao und Moses, der sich zwischen den beiden befindet, mit ein. In diesem Kampf muss “Moses“ im Menschen entscheiden, wer über ihn herrschen soll. Der Pharao, das Ego, oder der Schöpfer, die gebende Kraft.

Der Schöpfer lehrt Moses, sich dem Ego zu stellen, zu kämpfen und sich darüber zu erheben. Er schickt Moses immer wieder zum Pharao, denn “ich habe sein Herz verstockt“ (Exodus, 10:1). Weiß der Mensch durch die Weisheit der Kabbala, wie er das korrigierende Licht (2) anziehen und die zehn Sefirot (Erleuchtungen) des bösen Triebes, die zehn Plagen, durchmachen kann, ist dies nicht so schwer für ihn. In diesem Fall wird der Prozess “Beschleunigung“ genannt. Im Gegensatz dazu steht der Weg, welcher “zur rechten Zeit „, ohne Anstrengungen des Menschen stattfindet und so mit Leiden, also unangenehmen Ereignissen gepflastert ist.

Die Weisheit der Kabbala existiert, um es dem Menschen zu ermöglichen, diese Zustände leicht und angenehm zu durchlaufen. Die ersten Menschen, welche diese Zustände durchlaufen, werden das “Volk Israel “ genannt. Ihnen folgt der Rest der Menschheit, denn es steht geschrieben: Sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten“ (Jeremia, 31:34), denn mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden“ (Jesaja, 56:7). Die ganze Menschheit wird den Auszug aus Ägypten erleben. Deshalb hat das Volk Israel die Aufgabe, “ein Licht für die Völker“ zu sein (Jesaja, 42:6).

Der Kampf gegen das Ego, den Pharao, der nicht zulassen will, dass die Menschen sich verbinden und den Zustand “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“(3) erreichen, wodurch sie sich in Arwut (gegenseitige Bürgschaft) verbinden könnten, führt zu den drei letzten und schlimmsten Plagen. Sie sind GaR (die ersten, höchsten drei Sefirot) der Stufe: die Heuschrecken, die Finsternis und die Plage der Erstgeborenen.

Erst durch die letzte Plage, wenn der Mensch spürt, wie stark sein böser Trieb ist und wie er ihn vom wirklichen Leben abhält, trennt er sich von ihm. Deshalb warnt der Pharao Moses, dass er getötet wird, wenn er sich ihm noch einmal nähert, denn dieser Trieb würde den Menschen zum spirituellen Tod führen.

Moses ist bereit für diese Plage, weil er weiß, dass er erst dadurch geboren wird. So wird er aus Ägypten herauskommen, sich auf eine Ebene der Verbindung mit allen erheben und dadurch in sich die Eigenschaft des Gebens offenbaren. Er wird die Empfindung der Höheren Welt erlangen, die Empfindung der Ewigkeit, der Vollkommenheit und die Offenbarung der Höheren Kraft, die in ihm wohnt.

Wenn ein Mensch durch diesen schwierigen Prozess Vollkommenheit erlangt, bringt er ein Opfer dar. Das hebräische Wort für Opfer ist Korban, vom Wort Karow (nahe). Bringt der Mensch dieses Opfer, nähert er sich also der Eigenschaft des Gebens. Das Pessach – Opfer drückt seine Bemühungen aus, den guten Trieb zu erreichen, welcher sich über der Eigenschaft des Empfangens, über dem bösen Trieb befindet. Der Mensch erhebt sich über sein Ego und nähert sich dem Verlangen, geben zu wollen. Dieser Schritt wird symbolisch durch das Pessach – Blut vollzogen, ähnlich wie das Blut bei einer Geburt. Der Mensch wird im Blut geboren, wie geschrieben steht: In deinem Blut, sollst du leben“ (Hesekiel 16:6).

Auf diese Weise kommt der Mensch voran, bis er die Nacht, die Dunkelheit des Auszugs aus Ägypten erreicht. Er hat nun nur noch die Absicht zu geben, anstatt der Absicht zu empfangen. In diesem Zustand “leiht er sich Gefäße von den Ägyptern“, nimmt also all ihre Verlangen zu empfangen und sein neues Verlangen zu geben und zieht mit beidem aus Ägypten. Alles, was der Mensch in Ägypten zurücklässt, sind die bösen Absichten zu empfangen. Das heißt, er nimmt den Trieb, das Verlangen mit, lässt aber das Böse, die Absicht für sich selbst zu empfangen, zurück. Anschließend fügt er dem Trieb, die Absicht zu geben hinzu und macht aus ihnen so den guten Trieb. Das ist der Grund, warum der Mensch zuerst nach Ägypten gehen muss. Er muss das Verlangen zu empfangen, mit dem er ursprünglich geboren wird, aus Ägyptern herausholen.

Danach kommt die Plage der Erstgeborenen für alle Ägypter, für den gesamten bösen Trieb. Durch sie kommt das korrigierende Licht und versetzt der Herrschaft des bösen Triebes einen letzten Schlag. Das ist der Moment, in dem der Mensch sich über ihn erhebt und Verbindung zur Höheren Kraft herstellt.

Durch diese Verbindung beginnt der Mensch den Auszug aus Ägypten, den Auszug aus dem bösen Trieb zu fühlen, welcher bis jetzt die Verbindung mit der Gesamtheit Israels, in welcher die Menschen vereint sind, verhindert. Nur durch die Verbindung zwischen allen enthüllt der Mensch das Höhere Licht, die spirituelle Welt, die Vollkommenheit und die Ewigkeit.

Beim Auszug aus Ägypten wird das Pessach – Opfer feierlich mit dem “Bösen“ gegessen. Der Mensch kommt mit dem “Brot der Armen“, Mazot, aus Ägypten heraus und wird, wenn er sich über sein Ego erhebt, indem er von der Absicht zu empfangen, in die Absicht zu geben wechselt, neu geboren. Von nun an ist der Mensch bereit für den spirituellen Aufstieg.

Den Zustand, den der Mensch durch den Auszug aus Ägypten erreicht, wird spirituelle Geburt genannt. Dies ist der schwierigste Übergang in seiner Entwicklung. Der Mensch muss all seine Gewohnheiten und Muster, mit denen er bis jetzt seine Realität, die Welt und seine Beziehungen wahrgenommen hat, ablegen. Bei diesem Übergang erhebt er sich über all die Teile, welche ihn ausmachen und durch die er sich in dieser Welt entwickelt hat. So gelangt er in eine neue Welt, die ganz auf dem Geben, auf Arwut (gegenseitige Bürgschaft) und auf Verbindung beruht. Dies ist eine seiner bisherigen Realität absolut entgegengesetzte Welt.

Wenn der Mensch diese Grenze überschreitet, beginnt er dadurch, dass er den Gesetzen des Gebens, anstatt jenen des Empfangens, folgt, die Natur in umgekehrter Weise wahrzunehmen. Er beginnt, anders zu handeln und anderen Regeln zu folgen, wodurch ihm wiederum die Wirklichkeit anders erscheint. Dieser Mensch entwickeln sich vom Zustand des “Pharao“ weiter. Er nimmt lediglich dessen Gefäße – damit sind all seine Verlangen gemeint – und benutzt sie anders. So wie geschrieben steht: „Danach sollen sie mit großer Habe ausziehen“ (1. Buch Mose, 15:14).

Befindet sich der Mensch durch das Studium der Kabbala im richtigen Umfeld, mobilisiert er das korrigierenden Licht, und zieht es an. Dadurch erhält er Kräfte, die ihn aus Ägypten herausziehen. Deshalb braucht er auch in schwierigen Situationen keine Angst zu haben, sich seinem Ego zu widersetzen.


Fragen und Antworten

Wann fühlt der Mensch, dass er aus Ägypten ausgezogen ist?

Bevor es geschieht, spürt der Mensch nichts. Es geschieht plötzlich, in der Dunkelheit. Er ist benebelt und verwirrt, wie bei der Geburt. Er kommt in ein neues Leben, das er nicht kennt und nimmt nur mit, was er braucht: das Verlangen, welches nicht die Absicht hat, etwas zu empfangen. Die schlechten Absichten, die “großen Gefäße“, lässt er in Ägypten. Diese nehmen die Kinder Israels mit, diejenigen Menschen, die Yashar El (direkt zu Gott) sein wollen, direkt zum Geben, zur Liebe zu anderen.

Der Auszug aus Ägypten findet um Mitternacht statt. Nach der Weisheit der Kabbala ist dies der Zeitpunkt im Morgengrauen, an dem der Bau der Kelim (Gefäße) beginnt. In diesem Zustand fühlt sich der Mensch wegen der Dunkelheit, der Orientierungslosigkeit und Verwirrung schlecht. Er versteht nicht, was mit ihm geschieht. Doch etwas in ihm sagt, tu es! Indem er die Vorbereitung durchläuft, welche es nicht mehr zulässt, dass er in seinem Ego, welches ihn in den “Tod“ treibt, verbleibt, zieht er aus und entkommt.

Sohar für Alle, Bo (Komm), Punkt 165

Ein Lamm für einen Haushalt

Israel zog nicht aus Ägypten aus, bis die Herrschaft aller ihrer Diener oben zerbrochen war.“ Dies wird alle zehn Klipot (Schalen) genannt, die zehn Plagen, durch die Ägypten zerbrochen wird. „Und Israel verließ ihre Herrschaft und kam in die Herrschaft der Höheren Heiligkeit“ – das Geben, oder die Liebe zu anderen genannt wird – “ den Schöpfer, und band sich an Ihn […]: ‚Ich habe [sie] aus dem Land Ägypten herausgeführt‘; Ich habe sie aus der anderen Herrschaft herausgeführt und sie in Meine Herrschaft gebracht.“

Es geht darum, von der Absicht zu empfangen, zur Absicht zu geben überzugehen. Vom Zustand, in dem der Mensch ständig an sich selbst denkt – wie er profitieren, erfolgreich sein und die ganze Welt ausbeutet kann – zum entgegengesetzten Zustand. Es ist wirklich eine Revolution im Innern des Menschen, welcher immer noch nicht versteht, dass es eine andere Art zu leben – im Geben, in Liebe, über seinem Ego – gibt, obschon das Verlangen zu empfangen ständig in ihm vorhanden bleibt.

Auch während der “vierzig Jahre in der Wüste“ erleben die Kinder Israels schwierige Ereignisse, wie das goldene Kalb und die Teilung des roten Meeres. Sie sind nicht einfacher als der Auszug aus Ägypten, doch der Auszug bedeutet die endgültige Trennung vom Ego.

Auf den Auszug folgen Ab- und Aufstiege und der Wille zu empfangen offenbart sich immer mehr. Die Kinder Israels ziehen nicht ohne Begleitung aus Ägypten aus. Mit ihnen kommt die “gemischte Schar“. Damit sind jene, die davon angezogen werden, eine lichtvolle Welt zu erreichen, gemeint. Sie sind zwar bereit, Tora und Mizwot zu befolgen, ohne jedoch das Ego korrigieren zu wollen.

Was ist der Unterschied zwischen dem Auszug aus Ägypten für diejenigen, die einen Punkt im Herzen haben, und jene, die keinen haben?

Es ist ein großer Unterschied zwischen ihnen. Das Volk Israel wird Li Rosh (einen Verstand habend) genannt, weil diese Menschen den “Auszug aus Ägypten“ bewusst tun. Sie sind sich dessen bewusst, was mit ihnen geschieht. Indem sie diese Handlungen ausführen, erfahren sie die Höhere Kraft an sich selbst, weil sie das korrigierende Licht anziehen. Das wird “Arbeit an Galgalta Ejnaim“ (Schädel und Augen) genannt. Es steht geschrieben: Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ (Exodus, 19:6). Damit sind all jene gemeint, die im Geben sind.

Umgekehrt werden diejenigen, die noch nicht das Verlangen nach Spiritualität haben, weil bei ihnen der “Punkt im Herzen“, die Verbindung zur Höheren Kraft, noch nicht erweckt worden ist, “Völker der Welt“ genannt. Sie haben nicht das Gefühl, dass sie das Böse in sich, das Ego, korrigieren, sich erheben und in Dwekut (Anhaftung) mit der Höheren Kraft sein müssen.

Die heutige Zeit ist eine besondere. Müssen alle Menschen neu geboren werden, ob sie wollen oder nicht?

Ja, das stimmt. Der größte Teil der Menschheit wird durch Leiden von hinten in Richtung Entwicklung gestoßen. Sie werden nie die von vorne ziehende Kraft der Spiritualität haben. Die Menschheit spürt nur die Notwendigkeit, aus den Schwierigkeiten herauszukommen. Das Volk Israel spürt jedoch die Notwendigkeit, sich zum Geben, zur Liebe zu anderen hin zu wenden und dadurch die Liebe der Höheren Kraft zu erreichen. Das ist ein großer Unterschied. Deshalb kann die Menschheit nicht von selbst vorankommen.

Das Volk Israel muss sich mit der Menschheit, so wie Galgalta Ejnaim mit ACHaP, verbinden und das “Geben“ an sie weitergeben. Sie müssen das “Licht für die Heiden“ sein. Auch wenn die Menschheit nicht verstehen wird weshalb, wird es sich mit Israel verbinden. Wie bei Jesaja steht: Und die Völker werden sich ihrer annehmen und sie an ihren Ort bringen; und das Haus Israel, wird sie im Land des Herrn, als Erbbesitz erhalten“ (Jesaja, 14:2). Auf diese Weise werden auch sie korrigiert.

Was ist das “große Geschrei“, das zur Zeit der “Plage der Erstgeborenen“ in Ägypten zu hören ist? 

Die “Plage der Erstgeborenen“ ist Keter (Krone) entgegengesetzt und deshalb der Abschluss aller Plagen. Durch jede Plage wird ein weiteres Stück der Absicht zu empfangen, vom Willen zu empfangen abgeschnitten. Die Absicht zu empfangen ist die Klipa (Hülle/Schale), die geordnet und abgetrennt wird, so bleibt der Wille zu empfangen leer und unbenutzt.

Malchut, Jessod, Hod, Nezach, Tiferet, Gwura, Chessed, Bina, Chochma, und Keter entsprechen den zehn Plagen. Jene Plage, welche Keter entspricht, ist die schwerste, weil sie in Bezug auf die Plagen wie der Kopf, der Rosh ist. Auch ihre Awiut (Grobheit, Dicke) ist am größten. Von den Stufen des Verlangens – der Wurzel, Stufe 1, 2, 3, und 4 – ist Keter das stärkste egoistische Verlangen.

Nun trennt sich der Mensch sich von seinem Ego und “tötet“ scheinbar den Pharao. So beginnt das Ego zu verstehen, dass es wirklich eine Existenz gibt nur um zu geben und bittet deshalb die Kinder Israels, es zu segnen.

Es ist nicht einfach, denn der Mensch versteht noch nicht alles. Am Ende “gibt es nichts außer Ihm“, der einzigen Kraft des Gebens. Der Pharao ist ein “Engel“, welcher scheinbar gegen den Menschen ist, aber auch er wird von der Höheren Kraft gelenkt; sie arbeiten zusammen. Zu diesem Zeitpunkt des Prozesses erfolgt indem der Mensch mit der rechten oder der linken Linie arbeitet, die Korrektur. Erst später lernt er, mit beiden zusammenzuarbeiten, und bildet die Mittlere Linie. 

Sohar für Alle, Bo (Komm), Punkt 118

Und es geschah um Mitternacht

Auch “alle Erstgeborenen“. Ein “Erstgeborener“ wird als Chochma (Weisheit) betrachtet, und “alle Erstgeborenen“ heißt, dass sogar die höheren und niedrigeren Stufen von ihrer Herrschaft getrennt wurden. All jene Stufen, die durch ihre Macht von Chochma herrschen, welche die Weisheit Ägyptens ist, wie es geschrieben steht: „Alle Erstgeborenen im Land Ägypten.“

Das Ego leidet in jeder Stufe auf dem höchsten Level. Der Wille zu empfangen entfaltet sich in Inneren jedes Menschen, denn er ist eine “kleine Welt“. Er beginnt zu fühlen, dass der “Engel des Todes“ dazu bestimmt ist, sich ihm anzuschließen, denn es steht geschrieben, dass dieser ein “heiliger Engel“ sein wird. Deshalb bittet der Pharao um den Segen, da er selbst noch keine Verbindung herstellen kann. Doch er versteht, dass eine neue Ära begonnen hat.

Betrachtet man den inneren Prozess des Menschen, könnte man von einer gespaltene Persönlichkeit sprechen. Auf der einen Seite der geplagte Pharao und auf der anderen Moses, der sich über den Auszug freut?

Ja, beide Kräfte befinden sich im Menschen. Er spürt sie, wenn er auf- oder absteigt. Ist er egoistisch und weiß nicht, was er mit dem Ego tun soll, befindet er sich im Dunkeln. Umgekehrt, wenn er begeistert arbeitet um geben zu können, leuchtet das Höhere Licht für ihn. Ein Mensch, der beginnt die Kabbala zu studieren, ist wie Moses, der von Jethro zurückkehrt. Er hat bereits die Höhere Kraft entdeckt und kehrt nun mit beiden Kräften zurück.

Fühlt man beide Kräfte gleichzeitig?

Befindet man sich in einer Korrektur, spürt man sowohl die Kraft des Pharaos, als auch die Kraft Moses und weiß bereits, wie man die Kraft des Gebens, über die Kraft des Empfangens stellen kann.

Sagt deshalb in der Erzählung der Schöpfer zu Moses: Komm zum Pharao“?

Ja, und jedes Mal lässt die Höhere Kraft den Willen zu empfangen stärker werden. Der Willen zu empfangen offenbart sich dem Menschen immer mehr, und er muss ihn überwinden und weitergehen.

(1) Babylonischer Talmud, Masechet Kiduschin, 30b

(2) Midrash Rabba, Eicha, Einleitung, Absatz 2

(3) Jerusalemer Talmud, Seder Nashim, Masechet Nedarim, Kapitel 9, S. 30b


Lexikon Parascha Bo

Heuschrecke: Bei allen Plagen Ägyptens spürt der Mensch schlussendlich, wie wohlwollend die Plagen sind. Sie kommen, weil der Mensch in einer besonderen Situation, völlig versunken in sein Ego ist. Sie helfen ihm aus diesem Zustand heraus. Die Plage der Heuschrecken entspricht der Stufe Bina.

Finsternis: Immer wieder kommen Zustände der Finsternis oder Dunkelheit. Dabei handelt es sich um persönliche Zustände eines Menschen, aus welchen er wieder in einen dem entgegengesetzten  Zustand aufsteigen kann. Der hier gemeinte Zustand zeigt sich, indem der Mensch verwirrt ist und nichts mehr weiß. So wie es in der Erzählung über Purim heißt, als das Volk nicht wusste, wer Recht hatte, Haman oder Mordechai. In einem Zustand der Dunkelheit muss der Mensch um das Licht von Chassadim bitten, denn die Dunkelheit kommt vom Licht Chochma. Durch das Licht von Chassadim kommt er aus diesem Zustand heraus. Dieser Mensch bittet um Hilfe um das Licht Chassadim, weil er versteht, dass er es braucht. Weil er dafür bereit ist, erscheint in der Erzählung die Feuersäule, oder die Wolke.

Plage der Erstgeborenen: Damit ist der letzte und größte Schlag, welcher über den Pharao und Ägypten kommt, gemeint. Es ist ein Schlag, der von der Wurzel des Menschen, welche “Erstgeborener“ heißt, kommt. Es ist der größte Wille zu empfangen auf der Ebene von Keter. Nach dem dieser erreicht ist, gibt es in Ägypten nichts mehr zu offenbaren und deshalb gibt der Pharao auf.

Der Pharao steht nun ohne richtige Helfer da, ohne alles. Sobald die Kinder Israels Ägypten verlassen, läßt er aber alle seine übrig gebliebenen Helfern ihnen nachjagen. Doch selbst diese “gemischte Schar“ schließt sich Israel an, und der Pharao steht vor dem Nichts.

Geschrei Ägyptens: Das Egos schreit auf und fragt: Wie soll ich existieren, wenn ich ganz leer bin, weil ich nichts für mich empfangen kann? Das Ego ist an diese neue Situation nicht gewöhnt. Es muss sich ein ihm entgegengesetztes Muster aneignen, welches ganz aus Geben, Verbindung, Arwut (Bürgschaft) und Liebe besteht. Es kann so eigentlich nicht bestehen.

Dies ist der Aufschrei der egoistischen Kelim (Gefäße). Es ist ein Zustand, den der Mensch durchlaufen muss, ähnlich einer physischen Geburt. Dabei durchläuft das Neugeborene ebenfalls eine Art Trauma. Im Sohar steht, dass die Wurzel davon der “Biss der Schlange in das Reh“ ist. Das heißt, Malchut (Königreich) ist die Quelle, und sie bringt die Seele zur Welt. Dies ist ein sehr dramatischer und besonderer spiritueller Zustand. Durchlaufen die Menschen diesen Zustand aber gemeinsam als Einheit, wie die Tora es lehrt, werden ihn die Kindern Israels bewusst durchlaufen und ihn leicht überwinden.

Sohar für Alle, Bo (Komm), Artikel 179

Der Lobpreis des Auszugs aus Ägypten

Jeder Mensch, der die Geschichte des Auszugs aus Ägypten erzählt und sich an dieser Geschichte erfreut, wird sich in der nächsten Welt mit der Göttlichkeit freuen (Sie ist die Freude von allen Seiten). Dies ist ein Mensch, der sich über seinen Herrn freut, und der Schöpfer freut sich über diese, seine Geschichte.

Hier gibt es zwei gegensätzliche Gefühle. […] Einerseits bedauert der Mensch den Teil in sich, welcher ihn während der “Geburtswehen“ dazu drängt in die neue Welt, die Welt des Willens zu empfangen, geboren zu werden. Andererseits freut er sich über jenen Teil in sich, welcher dadurch mit der Höheren Kraft verbunden wird. Dies zeigt sich in der Freude über die Geburt eines Kindes.

Shechina (Gegenwart Gottes) – Ausgewählte Auszüge aus dem Sohar für alle

Shechina (Gegenwart Gottes) – Ausgewählte Auszüge aus dem Sohar für alle

 

  1. Sohar für Alle, Chaje Sara [Das Leben der Sara], „Über die Erweckung der Toten“, Punkt 171

Jeder, der seinen wahren Namen kennt, weiß, dass er einer ist und sein Name einer ist. Er ist der Schöpfer, und „Sein Name eins“ bezieht sich auf die Shechina (Gegenwart Gottes), wie es geschrieben steht: „An jenem Tag wird der Ewige eins sein und sein Name eins“, was bedeutet, dass der Name, die Shechina, und Er, SA, eins sind.

 

  1. Sohar für alle, das achte Gebot

Malchut, die Nukwa von SA, wird in Bezug auf die Offenbarung Shechina genannt. Das heißt, sie verlässt uns auch dann nicht, wenn wir sehr weit von ihr entfernt sind, wie wir lernen: „An jedem Ort, an den sie verbannt sind, ist die Shechina bei ihnen“, und wie es geschrieben steht: „Sie wohnt bei ihnen inmitten ihrer Unreinheit.“ In diesem Zusammenhang wird SA auch Shochen [Bewohner in männlicher Form] genannt und die Nukwa ist Shechina [in weiblicher Form]. Diese Offenbarung ist nur dann vorhanden, wenn SoN auf gleicher Stufe Panim be Panim  [von Angesicht zu Angesicht] sind, denn dann ist das Leuchten des Siwug sehr groß, bis die Vereinigung sich auch an den entlegensten und eingeschränktesten Orten offenbart.

 

  1. Sohar für Alle, WaJechi [Jakob lebte], „Jakob“, Artikel 116-117

Die Shechina ist nur an einem ganzen Ort präsent, und nicht an einem mangelhaften Ort oder einem Ort der Traurigkeit, sondern an einem richtigen Ort – einem Ort der Freude.

 

  1. Sohar für Alle, Neuer Sohar, BeHar, „Die ersten Zehn im Haus der Versammlung“, Punkt 16-17

Wenn die Shechina [Gegenwart Gottes] früh kommt und noch keine zehn Menschen beisammen sind, ruft der Schöpfer: „Warum bin ich gekommen und es ist kein Mensch da?“ „Es gibt keinen Menschen“, denn die Organe sind nicht korrigiert worden, denn auch wenn neun Menschen da sind, ist keiner von ihnen korrigiert worden und der Körper der Shechina ist nicht vervollständigt worden, denn wenn der Körper bei zehn nicht vollständig ist, gibt es tatsächlich keinen Menschen, keiner von ihnen ist ganz. Aus diesem Grund ist es eben so, dass „es keinen Menschen gibt“.

Wenn der Körper unten vollendet ist, wenn es zehn sind, kommt die höhere Kedusha [Heiligkeit] und tritt in den Körper ein, und die untere wird genau wie oben gemacht, denn die zehn Sefirot der Shechina kleiden sich in die zehn der Gemeinde. Zu dieser Zeit müssen alle davon absehen, den Mund zu öffnen und über weltliche Dinge zu sprechen, denn Israel ist jetzt in der höheren Ganzheit und sie sind in der höheren Kedusha geheiligt, glücklich sind sie.

 

  1. Sohar für alle, Truma [den Beitrag], „Und sie sollen eine Spende für mich nehmen“, Punkt 39

Wenn wir sehen, dass der Mensch mit seinem Herzen, seiner Seele und seinem Willen dem Schöpfer nachjagt und sich anstrengt, dann wissen wir mit Sicherheit, dass die Shechina dort vorhanden ist. Dann müssen wir diesen Menschen für den vollen Preis kaufen, uns mit ihm verbinden und von ihm lernen. Wir lernen darüber: „Und kaufe dir einen Freund.“ Er sollte für den vollen Preis gekauft werden, um mit der Shechina belohnt zu werden, die in ihm ist. So weit müssen wir einem gerechten Menschen nachjagen und ihn kaufen.

 

  1. Sohar für Alle, Am Achten Tag, „Der Mensch wurde in der Tora erschaffen“, Punkt 8

Alle, die sich in der Tora engagieren, klammern sich an den Schöpfer und werden mit dem Schmuck der Tora gekrönt. Sie werden oben und unten geliebt, und der Schöpfer bietet ihnen seine rechte Hand, die Barmherzigkeit. Das gilt erst recht für diejenigen, die sich auch nachts mit der Tora beschäftigen, denn sie haben festgestellt, dass sie an der Shechina teilhaben und sich miteinander verbinden. Und wenn der Morgen kommt, schmückt der Schöpfer sie mit einer einzigen Schnur der Gnade, so dass sie zu den Höheren und zu den Unteren gehören werden.

 

  1. Sohar für Alle, Nasso, BaHar, „Sie setzten meinen Namen“, Artikel 189

Rabbi Zira sagte zu Rabbi Aba: „Ich habe das Antlitz der Shechina [Gegenwart Gottes] gesehen, und wer das Antlitz der Shechina sieht, soll ihr nachlaufen, wie es geschrieben steht: ‚Und wir werden erkennen, danach streben, den Ewigen zu erkennen.'“

 

  1. Sohar für Alle, WaEtchanan, „Und du hier, steh mir bei“, Punkt 32

Bei allen seinen Handlungen sollte er den Schöpfer vor sich sehen. Wer auf der Straße unterwegs ist und sich vor Räubern fürchtet, sollte drei Dinge anstreben – ein Geschenk, ein Gebet und einen Krieg – so wie es Jakob tat, als er sich vor Esau fürchtete. Das wichtigste von ihnen ist jedoch das Gebet. Aber auch wenn das Gebet das Wichtigste ist, sind zwei oder drei Freunde, die sich mit Worten der Tora beschäftigen, das Wichtigste von allen, denn sie haben keine Furcht vor Räubern, weil die Shechina [Gegenwart Gottes] mit ihnen verbunden ist, weil sie sich mit der Tora beschäftigen.

 

  1. Sohar für Alle, WaEtchanan, „Wasser, das vor der Tür verschüttet wird“, Artikel 110

Der Mensch ist verpflichtet, das Antlitz der Shechina zu begrüßen. Und wer ist das Gesicht der Shechina? Es ist der eigene Lehrer.

 

  1. Sohar für Alle, Balak, „Asa und Asael fallen und werden offenbart“, Punkt 426

Rabbi Shimon sagte: „Wie oft habe ich das schon gesagt, und die Freunde schauen nicht hin. Der Schöpfer stellt seine Shechina nur an einen heiligen Ort, einen Ort, der es wert ist, dass man dort anwesend ist.“

 

Ehrfurcht – Ausgewählte Auszüge aus „Sohar für alle“

Ehrfurcht – Ausgewählte Auszüge aus „Sohar für alle“

 

  1. Sohar für Alle, Einführung in das Buch Sohar, „Die Gebote der Tora, das erste Gebot“, Punkt 189

„Anfangs erschuf Gott.“ Dies ist die allererste Mizwa, das erste Gebot. Diese Mizwa wird „Die Ehrfurcht vor dem Ewigen“ genannt und sie wird „Anfangs“ genannt, wie geschrieben steht „Der Anfang der Weisheit ist die Ehrfurcht vor dem Ewigen“. Es steht ebenso geschrieben „Die Ehrfurcht vor dem Ewigen ist der Anfang der Erkenntnis“, denn Ehrfurcht wird „Anfang“ genannt. Auch ist dies das Tor, um in den Glauben (Emuna) einzutreten. Und auf dieser Mizwa begründet sich die gesamte Welt. 

 

  1. Sohar für Alle, Einführung in das Buch Sohar, „Die Gebote der Tora, das erste Gebot“, Artikel 190-191

Es gibt drei Formen zur Auslegung von Furcht. Die zwei ersten Formen von Furcht entspringen keiner echten Wurzel – nur die dritte Form hat wahre Ehrfurcht zur Wurzel.
Es gibt einen Menschen, der den Schöpfer fürchtet, damit seine Söhne leben und nicht sterben, oder er fürchtet davor, körperliches Leid zu erfahren, oder finanzielle Einbußen, daher fürchtet er ihn in alle Ewigkeit. Folglich entspricht jene Furcht, die ihn veranlasst, sich vom Schöpfer zu fürchten, nicht ihrer Wurzel, da der  eigene Nutzen die Wurzel ist, und die Furcht daraus resultiert.

Und es gibt einen Menschen, der den Schöpfer aus Angst, von der dortigen Welt und in die Hölle zu kommen, fürchtet. Diese zwei Arten der Furcht – Furcht vor Strafe in dieser Welt und die Furcht vor Strafe in der kommenden Welt – sind keine wahre Ehrfurcht und entsprechen nicht ihrer Wurzel.

Ehrfurcht bedeutet hauptsächlich, dass man sich vor seinen Herrn fürchtet, weil er groß ist und über alles herrscht, er ist die Hauptsache und die Wurzel aller Welten ist, und es wird vor Ihm alles als Nichts erachtet.

 

  1. Sohar für Alle, Neuer Sohar, Ki Tissa, „Erläuterung zum Psalm ‚Der Himmel sagt'“, Punkt 91

„Der Anfang der Weisheit ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer.“ Die Furcht vor dem Schöpfer wurde gegeben, um mit Chochma [Weisheit] belohnt zu werden, denn es steht geschrieben: „Die Furcht vor dem Schöpfer ist wegen der Demut“, denn zuerst müssen wir Malchut fürchten, und dann steigen wir zu Chochma auf.

Außerdem: „Der Anfang der Weisheit ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer.“ Das ist die Höhere Furcht, Bina. Weil sie der Rosh der Unteren ist, hat sie den Namen des Höheren angenommen. Deshalb heißt Ateret [Keter/Krone] „der höhere Keter, der vor allen verhüllt ist“, um den Rosh mit dem Sof zu vereinen und in einem einzigen Namen in den Rosh zu integrieren.

 

  1. Sohar für alle, BeReshit Bet [2. Mose], „Kommt, seht die Arbeit des Ewigen, der Verwüstungen auf der Erde angerichtet hat“, Artikel 445

Wer den Schöpfer ehrt, bei dem ist der Glaube so, wie er sein sollte, denn dieser Mensch ist vollständig in der Arbeit seines Herrn. Wer keine Ehrfurcht vor seinem Herrn hat, dem fehlt der Glaube, und er ist es nicht wert, einen Anteil im Jenseits zu bekommen.

 

  1. Sohar für Alle, Pekudej [Konten], „Und er wird der Glaube eurer Zeit sein“, Punkt 51

„Die Ehrfurcht vor dem Ewigen ist sein Schatz.“ Sie ist der Schatz all dieser Stufen, denn die Ehrfurcht des Herrn, Malchut, nimmt all diese Flüsse, Stufen, und wird zu einem Schatzmeister für sie alle. Wenn all diese Geheimnisse aus ihr herauskommen, nimmt sie sie nach Nummern auf.

 

  1. Sohar für Alle, Neuer Sohar, Ki Tissa, „Erläuterung zum Psalm ‚Der Himmel erzählt'“, Punkt 82-83

Am Anfang sollen wir uns in Ehrfurcht abmühen, Malchut, die die Öffnung zu allem ist, und danach mit der geschriebenen Tora, SA, die oben ist. So dass jeder Mensch, der keine Ehrfurcht vor der Sünde hat, keine Erlaubnis hat, diese Öffnung zum Glauben, die die Malchut ist, zu betreten. Da er von dieser Öffnung abgewiesen wird, wird er von allem abgewiesen, da er keine Öffnung hat, durch die er alles betreten kann, wie es geschrieben steht: „Das ist das Tor zum Ewigen.“

Wessen Furcht seiner Weisheit vorausgeht, dessen Weisheit bleibt bestehen, denn die Weisheit sitzt auf ihrer Wurzel, wie geschrieben steht: „Und die Wurzel, die deine Rechte gepflanzt hat“, die ist die Furcht, die „die Herrlichkeit Gottes“ genannt wird.

 

  1. Sohar für Alle, Jitro [Jethro], „Und Jethro hörte“, Punkt 44-45

Hiob war von Ehrfurcht erfüllt, und in dieser Ehrfurcht lag der Kern seiner Kraft. So dass eine Beschneidung oben, sei es von Kedusha [Heiligkeit] oder von der Sitra Achra, den Geist oben nicht nach unten ziehen und in seine Nähe bringen kann, es sei denn mit Ehrfurcht, indem er sein Herz und seinen Willen mit Ehrfurcht und Herzensbrechung ausrichtet. Dann wird er den Geist oben nach unten und das erforderliche Verlangen ausdehnen.

Wenn man sein Herz und seinen Willen nicht auf diese Seite richtet, kann sein Wille nicht an ihm haften.

 

  1. Sohar für alle, VaYakhel [Und Mose versammelte sich], „Du sollst deinen Gott fürchten“. Artikel 417-418

Es gibt Liebe, nachdem er mit Ehrfurcht belohnt worden ist. Wenn die Ehrfurcht über dem Kopf eines Menschen von links kommt, dann erwacht die Liebe, die in Bezug auf den Chessed in ihm richtig ist, SA. Wer aus Liebe anbetet, klammert sich an einen hohen Ort oben und an die Kedusha der nächsten Welt, Bina, da er sich erhebt, um gekrönt zu werden und sich an die rechte Seite, Chessed de SA, zu klammern, auf der es Bina gibt.

Arbeit, die von der Seite der Ehrfurcht kommt, wird respektiert, steigt aber nicht auf, um sich oben in SA festzuhalten. Wenn er aus Liebe betet, erhebt er sich und krönt sich oben und klammert sich an die nächste Welt. Dies ist ein Mensch, der in die nächste Welt gerufen wird. Glücklich ist er, denn er beherrscht den Ort der Ehrfurcht, denn niemand beherrscht die Stufe der Ehrfurcht als die Liebe, das Recht, die Vereinigung von SA und Malchut.

 

  1. Sohar für Alle, Pekudei [Konten], „Der Name Mem-Bet und AB“, Punkt 263.

„Das Geheimnis des Ewigen liegt bei denen, die ihn fürchten.“ Diese Geheimnisse stehen in Ehrfurcht, und diejenigen, die die Sünde fürchten, fürchten diese hohen Geheimnisse, so dass sie sich nicht auf sie einlassen. Aber: „Und sein Bund ist, dass sie es erkennen“, dass sie die Dinge erkennen und auslegen können, weil es sich um Dinge handelt, die gedeutet werden sollen, denn die Geheimnisse werden durch den Jessod gedeutet, und es gibt keine Ehrfurcht, sich mit ihnen zu beschäftigen.

 

  1. Sohar für Alle, BaMidbar [In der Wüste], „Der Ewige ist mein Licht und meine Rettung“, Punkt 39

„Der Ewige ist mein Licht und mein Heil; vor wem soll ich mich fürchten?“ Da Adam in das obere Licht blickte und der Schöpfer auf ihn schien, fürchtet er weder die oberen noch die unteren, wie es geschrieben steht: „Aber über dir wird der Ewige aufgehen, und seine Herrlichkeit wird über dir erscheinen.“ „Der Ewige ist die Festung meines Lebens.“ Wenn der Schöpfer einen Menschen festhält, hat er keine Ehrfurcht vor allen Streitparteien der Welt.

 

1985/34 Und ich flehte zum Herrn

Und ich flehte zum Herrn

Artikel Nr. 34, 1985

„Und ich flehte zum Herrn.“ RASHI interpretiert, dass überall Chanun [(gnädig) von der Wurzel Chanan, der gleichen Wurzel wie für Etchanan (flehte), Matnat Chinam (kostenloses Geschenk) bedeutet. Obwohl sich die Gerechten auf ihre guten Taten berufen können, bitten sie den Schöpfer nur um ein kostenloses Geschenk.

So steht es im Midrash Rabba geschrieben: „Und ich flehte zum Herrn. Der einzige, der mit einer flehenden Sprache betete, war Moses. Rabbi Yohanan sagte: ‚Daraus lernst du, dass man nichts mit dem Schöpfer gemein hat, denn Moses, der größte der Propheten, kam nur mit Worten des Flehens.‘ Rabbi Levi sagte: ‚Warum kam Moses nur mit Worten des Flehens?‘ Das Gleichnis besagt: ‚Hüte dich, dass der Ort deiner Worte nicht erfasst wird.‘ Wie das? Der Schöpfer sagte zu Moses: ‚Ich will gnädig sein, zu dem ich gnädig sein will.‘ Er sagte zu ihm: ‚Mit einem, der in Meiner Hand hat, will Ich barmherzig sein; Ich gehe mit ihm mit der Eigenschaft der Barmherzigkeit um. Und wer nicht in Meiner Hand hat, dem will Ich vergeben; ihm gegenüber handle Ich mit einem kostenlosen Geschenk.'“

Wir sollten das oben Gesagte verstehen: 1) Wie kann es heißen: „Ich werde barmherzig sein“ in Bezug auf jemanden, der in Meiner Hand hat? Die Worte „Einer, der in Meiner Hand hat“ kommen von den Worten unserer Weisen: „Zähle für Mich in deiner Hand“, was bedeutet, dass er eine Schuld begleichen sollte. Was bedeutet es also, dass der Schöpfer sagte, dass derjenige, dem der Schöpfer etwas schuldet, dem Schöpfer sagt: „Ich werde barmherzig sein.“ Er hätte sagen müssen: „Ich werde zahlen“, denn es steht geschrieben: „Wer mir vorangegangen ist, dem werde ich zahlen.“ Wie kann man also sagen, dass das Bezahlen einer Schuld etwas mit Barmherzigkeit zu tun hat? 2) Wir sollten verstehen, wie es möglich ist, zwei so gegensätzliche Ansichten zu haben, wo die eine Ansicht ist, dass er eine Schuld vom Schöpfer verdient, wie er sagt: „Einer, der in Meiner Hand hat“, und die andere, dass er nichts in seiner Hand hat. Worin liegen ihre Argumente so weit auseinander? Woher kommen die gegensätzlichen Ansichten?

Um das oben Gesagte zu verstehen, sollten wir bei denen, die sich mit Tora und Mizwot (Geboten) beschäftigen, zwei Arten unterscheiden. Obwohl es keinen Unterschied zwischen ihnen in den Handlungen gibt, was bedeutet, dass sie in Bezug auf die Handlungen nicht erkannt werden können, gibt es jedoch einen großen Unterschied in der Absicht zwischen den beiden oben genannten Arten.

Der Zweck, den die erste Art durch ihre Beschäftigung mit Tora und Mizwot erreichen will, ist, eine Belohnung für die Arbeit zu erhalten, da es eine Regel in unserer Natur gibt, dass es unmöglich ist, ohne Belohnung zu arbeiten. Was sie also dazu bringt, Tora und Mizwot einzuhalten, ist die Furcht davor, keine Erfüllung für die Mängel zu bekommen, die sie empfinden. Es mangelt ihnen an etwas, und sie haben ein starkes Verlangen und eine große Sehnsucht, es zu erfüllen.

Deshalb tun sie alles, was sie können, um zu bekommen, was sie wollen. Aus diesem Grund zwingt sie diese Furcht, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen. Dies wird als Furcht betrachtet, die nicht wegen des Gebotes des Schöpfers befolgt wird, sondern wegen des eigenen Nutzens, wie im Sulam (Kommentar)[1] dargelegt: „Daraus folgt, dass sein eigener Nutzen die Wurzel ist, und die Furcht ist ein Zweig, der von seinem eigenen Nutzen ausgeht.“

Es stellt sich heraus, dass diese Art sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, damit der Schöpfer sie bezahlen kann. Der Schöpfer ist ihnen also etwas schuldig, denn sie haben sich sehr angestrengt, um Früchte zu ernten. Aus diesem Grund kommen sie zum Schöpfer mit einer Forderung: „Bezahle uns für unsere Arbeit.“ So können wir die Worte der obigen Rede (Midrash) interpretieren, als Rabbi Levi sagte, dass der Schöpfer sagte: „Mit dem, der in der Hand hat“, das heißt, der es verdient, eine Schuld zu bezahlen, nämlich dass es von Anfang an seine Absicht war, dass der Schöpfer für seine Arbeit in Tora und Mizwot bezahlt.

Schließlich kommt er mit einer Beschwerde, wie unsere Weisen sagen: „Zähle für Mich in deiner Hand.“ So können wir die Worte der obigen Rede erklären. Wir sollten jedoch noch klären, warum der Schöpfer auf dieses Argument hin sagte: „Ich will barmherzig sein.“ Welche Barmherzigkeit gibt es hier, wenn er es verdient, dass man ihm eine Schuld bezahlt? Wie kann hier gesagt werden: „Ich gehe mit ihm mit der Eigenschaft der Barmherzigkeit um“?

Die zweite Art sind diejenigen, die eine ganz andere Absicht haben, denn sie wollen dem Schöpfer dienen, um Ihm ohne jegliche Belohnung Zufriedenheit zu geben. Nach der Regel, dass der Mensch mit dem Verlangen erschaffen wurde, für sich selbst zu empfangen, wie kann er dann ohne jegliche Belohnung arbeiten? Wie ich in den vorangegangenen Artikeln gesagt habe, gibt es diejenigen, die arbeiten, um später eine Belohnung zu erhalten, und es gibt diejenigen, die arbeiten, weil sie die Arbeit selbst als Belohnung und Bezahlung ansehen, und sie haben keine größere Belohnung als die, dass sie arbeiten dürfen.

Das ist vergleichbar mit dem Dienst für einen wichtigen Menschen. Es liegt in der Natur der Sache, dass es keine größere Belohnung gibt, als einem wichtigen Menschen zu dienen. Das bedeutet, dass er alles geben kann, was er hat, um das Privileg zu haben, dem König zu dienen. Daraus folgt, dass die Arbeit selbst die Belohnung ist, und er erwartet keinen anderen Lohn. Vielmehr erwartet er das Privileg, dem König ununterbrochen zu dienen, und das ist sein ganzes Leben, sein ganzer Lebenszweck, und das ist in die Natur eingeprägt.

Wir sollten jedoch verstehen, warum der Schöpfer eine solche Natur erschaffen hat, in der der Untere, wenn er die Wichtigkeit des Höheren kennt, Ihm ohne jegliche Belohnung dienen will. Baal HaSulam sagte dazu, dass der Schöpfer die Welten erschaffen hat, um Seine Geschöpfe zu erfreuen, und dass er in den Geschöpfen den Wunsch und das Verlangen erschaffen hat, Freude und Genuss zu empfangen. Andernfalls, ohne das Verlangen zu genießen, kann das Geschöpf keine Freude und keinen Genuss empfangen, da es ohne einen Mangel keine Erfüllung gibt.

Aber damit kam auch die Sache mit dem Brot der Scham – dass es hier keine Dwekut (Anhaftung) gibt aufgrund der Ungleichheit der Form, die geboren wurde. Aus diesem Grund gab es die Korrektur von Zimzum (Einschränkung), was bedeutet, nicht zu empfangen, es sei denn, er will dem Schöpfer Zufriedenheit schenken. Deshalb empfängt er von Ihm, und ansonsten verzichtet er auf den Genuss.

Damit stellt sich jedoch die Frage: Wenn er mit einem Willen zu empfangen geboren wurde und dies seine Natur ist, woher kann er dann den Wunsch bekommen, zu geben? Das ist der Natur entgegengesetzt! Deshalb hat Er eine zweite Natur erschaffen – damit der Kleinere sich vor dem Größeren annulliert und Freude und Genuss daraus zieht, dem Größeren zu dienen. Wenn er dann den Wunsch hat, dem Größeren zu geben, denkt er: „Was kann ich dem Schöpfer geben, damit der Schöpfer Freude hat?“, denn er will Ihm Genuss bereiten, damit Er sich daran erfreut. Zu dieser Zeit sieht er, dass alles, was er dem Höheren geben kann, von dem man sagen könnte, dass es dem Höheren fehlt, nur eine Sache ist: dass der Untere Freude und Genuss empfängt. Das erfreut den Schöpfer, denn das war der Zweck der Schöpfung, nämlich seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

Daraus folgt, dass alles, was dem Menschen fehlt, um den Wunsch des Gebens zu haben, die Größe des Schöpfers ist, denn sobald er die Größe des Schöpfers erlangt hat, will er Ihm, aufgrund der Natur, dass das Untere, welcher der Kleinere ist, vor dem Größeren annulliert wird, sogleich geben.

Deshalb wurde uns die Sache mit dem Kummer über das Exil der Shechina (Göttliche Gegenwart) gegeben. Das bedeutet, dass die ganze Angelegenheit der Spiritualität erniedrigt wird, die „Shechina im Staub“ genannt wird, wenn ihre Wichtigkeit wie die von Staub ist, auf den man tritt und der bedeutungslos ist. Das ist die Bedeutung dessen, wie es heißt, dass wir mit jeder Mizwa (Gebot) beabsichtigen müssen, die Shechina aus dem Staub zu erheben. Das heißt, mit jeder Handlung sollte man die Absicht haben, die Herrlichkeit der Shechina dadurch wachsen zu lassen. Es ist so, wie wir sagen (Im Achtzehnten des Zusatzgebets zu Rosh Hashana [Anfang des Jahres]): „Unser Vater, unser König, offenbare uns die Herrlichkeit Deines Reiches“, nämlich dass das Himmelreich für uns nicht wie Staub sein wird, sondern in Herrlichkeit.

Deshalb verlangen diese Menschen vom Schöpfer, dass er ihnen die Herrlichkeit seines Königsreiches offenbart, und haben nichts mit dem Schöpfer gemein, denn sie verlangen keine Belohnung vom Schöpfer. Vielmehr ist alles, was sie wollen, dem König zu dienen und Ihm zu gefallen. Sie bitten darum, dass der Schöpfer ihnen die Herrlichkeit des Himmelreichs zeigt.

Sie haben also nichts in den Händen des Schöpfers und können nicht sagen, dass sie dem Schöpfer etwas gegeben haben, von dem sie verlangen, dass Er ihre Wünsche erfüllt, denn alles, was sie tun können, um zu geben, existiert nur, weil der Schöpfer es ihnen mit einer bestimmten Wichtigkeit offenbart hat, wenn sie ein wenig von der Erhabenheit des Schöpfers spüren. Daraus folgt, dass die Menschen, die nichts in den Händen des Schöpfers haben, alles, was Er ihnen gibt, nur deshalb tun, weil „Ich werde vergeben“, „Ihm gegenüber handle Ich mit einem kostenlosen Geschenk“.

Aber diejenigen, die arbeiten, um eine Belohnung zu erhalten, sagen, dass sie etwas in den Händen des Schöpfers haben. Das heißt, sie geben Ihm Arbeit und bitten den Schöpfer, ihnen dafür die Belohnung für ihre Arbeit zu zahlen. Und da der Schöpfer keinem Wesen die Belohnung verweigert, bezahlt Er sie entsprechend ihrer Arbeit.

Wir müssen jedoch die Worte „Ich werde barmherzig sein“ und „Ich gehe mit ihm mit der Eigenschaft der Barmherzigkeit (Rachamim) um“, verstehen, denn der Schöpfer sagt damit, dass er Barmherzigkeit gegenüber denen empfindet, die auf diesem Weg wandeln. Und dennoch verweigert der Schöpfer keinem Wesen die Belohnung, daher bezahlt Er sie entsprechend ihrer Forderung.

So werden wir verstehen, was wir gefragt haben: „Wie kann es einen so großen Unterschied zwischen den beiden oben genannten Ansichten geben? Es ist so, dass wir aus der Perspektive des Schöpfers lernen, dass der Zweck der Schöpfung darin besteht, seinen Geschöpfen Gutes zu tun, aber die Geschöpfe selbst machen daraus zwei Unterscheidungen, denn diejenigen, die die Wichtigkeit der Größe des Schöpfers nicht verstehen können, haben keine Möglichkeit, mit der Arbeit zu beginnen, außer um eine Belohnung zu erhalten, wie unsere Weisen sagten: „Man sollte sich immer mit Tora und Mizwot beschäftigen, auch in lo liShma[2].“ Sie haben das Gefühl, dass sie dem Schöpfer etwas geben.

Aber diejenigen, die arbeiten wollen, um zu geben, sehen, dass sie dem Schöpfer nichts geben können. Dies wird als „überhaupt nichts haben“ betrachtet. Was sie also wollen, ist, dass der Schöpfer ihnen ein wenig von seiner Größe zeigt. Sie bitten um Vergebung, und dann sagt ihnen der Schöpfer: „Ich werde vergeben“, „Ihm gegenüber handle Ich mit einem kostenlosen Geschenk“.

[1]Einführung in das Buch Sohar“, Punkt 191

[2] Pesachim 50

Newsletter Januar 2023

Parasha WaEra / Tora Abschnitt “Und Ich erschien“

2. Buch MoseExodus 6:2 – 9:35

Zusammenfassung

Im Abschnitt WaEra (Und Ich erschien) erscheint der Schöpfer Moses und verspricht, die Kinder Israels aus Ägypten in das Land Kanaan zu führen. Und Moses sagte dies den Kindern Israels. Sie aber hörten nicht auf ihn, vor Missmut und harter Arbeit.“ (Exodus 6:9). 

Der Schöpfer weist Moses an, sich an den Pharao zu wenden und ihn zu bitten, die Kinder Israels aus Ägypten ziehen zu lassen. Moses befürchtet, dass er seinen Auftrag nicht erfüllen kann, und bittet den Schöpfer um ein Zeichen Weiterlesen

1985/32 Die Belohnung der Empfangenden betreffend

Die Belohnung der Empfangenden betreffend

Artikel Nr. 32, 1985

Es ist bekannt, dass der Mensch ohne Belohnung nicht arbeiten kann. Das bedeutet, dass er sich nicht bewegen würde, wenn er keine Belohnung bekäme. Dies stammt von der Wurzel der Geschöpfe, die vollkommen unbewegt ist, wie es in Das Studium der Zehn Sefirot[1] geschrieben steht: „Wir lieben die Ruhe und hassen die Bewegung so sehr, dass wir keine einzige Bewegung machen, wenn wir nicht zur Ruhe kommen. Das liegt daran, dass unsere Wurzel unbewegt und ruhend ist; in Ihm gibt es keinerlei Bewegung. Deshalb ist sie auch unserer Natur entgegengesetzt und wird von uns gehasst.“

Daher müssen wir wissen, was die Belohnung ist, für die es sich lohnt, zu arbeiten. Um dies zu erklären, müssen wir untersuchen, was wir wissen – dass es den Sinn der Schöpfung und die Korrektur der Schöpfung gibt.

Dieser Sinn der Schöpfung ist die Perspektive des Schöpfers. Das heißt, wir sagen, dass der Schöpfer die Schöpfung aus seinem Wunsch heraus erschaffen hat, seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Daraus ergibt sich die berühmte Frage: „Warum empfangen die Geschöpfe keine Freude und keinen Genuss, denn wer kann sich gegen Ihn wenden und sagen, dass er keine Freude und keinen Genuss will, wenn Er den Geschöpfen eine Natur gegeben hat, in der ein jeder empfangen will?“

Wir lernen, dass nur der Wille zu empfangen „Schöpfung“ genannt wird, und „Schöpfung“ bedeutet etwas Neues, das „Existierendes aus dem nicht Existierenden“ genannt wird. Deswegen hat Er diese Natur in den Geschöpfen erschaffen, was bedeutet, dass jeder empfangen will und Er will geben. Wer zögert also?

Die Antwort darauf findet sich in den Worten von ARI[2]: „Um die Vollkommenheit Seiner Taten zu enthüllen, hat Er sich selbst eingeschränkt.“ In der „Inneren Betrachtung“ erklärt er, dass dies bedeutet, dass es einen Unterschied zwischen dem Gebenden und dem Empfangenden gibt, was zu einer Ungleichheit der Form führt, die für die Empfangenden unangenehm ist. Um dies zu korrigieren, gab es die Korrektur, dass die Fülle nur dort leuchtet, wo es eine Absicht zu geben gibt, denn dies wird „Gleichheit der Form“ und „Dwekut [Anhaftung] mit dem Schöpfer“ genannt.

Wenn er dann die Freude und den Genuss empfängt, fühlt er keine Unzufriedenheit, und die Fülle kann den Empfangenden erreichen, weil der Empfangende beim Empfangen der Fülle keinen Mangel empfindet. Das heißt, er wird sich nicht bedürftig fühlen, weil er ein Empfangender ist, denn sein Ziel ist es, dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben, und nicht, weil er für sich selbst Genuss empfangen will.

Daraus folgt, dass, wenn wir uns damit beschäftigen, was wir tun müssen, um Freude und Genuss zu empfangen, es nur darum geht, Kelim [Gefäße] zu erhalten, die eine zweite Natur sind und „Gefäße des Gebens“ genannt werden. Dies wird die „Korrektur der Schöpfung“ genannt. Deshalb sollten wir wissen, welche Belohnung wir vom Schöpfer als Gegenleistung für unsere Arbeit in Tora und Mizwot [Geboten] fordern sollten: dass Er uns Gefäße des Gebens gibt.

In der Einführung in das Buch Panim Meirot uMasbirot [Einladendes Angesicht] steht geschrieben, dass die Wurzel der Belohnung der Massach [Schirm] und das Or Choser [reflektiertes Licht] sind. Deshalb brauchen wir als Gegenleistung für unsere Arbeit nicht Genuss und Überfluss zu verlangen, sondern Gefäße des Gebens, denn das ist alles, was wir brauchen, um Freude und Genuss zu erhalten. Bevor jemand die Gefäße des Gebens erhält, leidet er in seinem Leben, denn er hat nicht die passenden Kelim, um Freude und Genuss zu empfangen.

Wir sehen, dass wir bei unseren Handlungen drei Unterscheidungen in der Reihenfolge unserer Arbeit treffen sollten: 1) Verbotenes, 2) Erlaubtes, 3) Mizwot. Bei Verbotenem ist es unmöglich, von Absichten für den Schöpfer zu sprechen, dass ich etwas Verbotenes sogar in liShma [für Ihren Namen] tun kann. Wir können nicht einmal davon sprechen, es zu tun. Unsere Weisen nennen dies eine “ Mizwa [Gebot], die durch Übertretung entsteht“. Nur bei Erlaubtem kann man sagen, dass wir zum Schöpfer streben sollen, oder dass der Mensch nicht streben kann, und dann gibt es keine Mizwa. Wenn er jedoch darauf ausgerichtet sein kann, zu geben, wird diese Handlung als eine Mizwa betrachtet.

Bei Handlungen der Mizwa, wie z.B. dem Essen einer Mazza [Pessach-Brot], dem Essen in einer Sukka [Sukkot-Hütte] usw., selbst wenn man nicht darauf ausgerichtet ist, damit zu geben, wird es immer noch als eine Mizwa betrachtet, da lo liShma [nicht für Ihren Namen] auch eine Mizwa ist. Aber wenn man damit die Absicht hat, zu geben, verursacht diese Mizwa, dass man mit dem Licht der Mizwa belohnt wird.

Wenn er nicht länger darauf ausgerichtet ist, aber die Mizwa in lo liShma erfüllt, sagten unsere Weisen: „Man sollte sich immer mit Tora und Mizwot in lo liShma beschäftigen, und von lo liShma gelangt er zu liShma.“ Daraus folgt, dass er die Mizwot des Schöpfers auch dann befolgt, wenn er nicht danach strebt. Aber wenn er Erlaubtes tut, wird es als „freiwillig“ bezeichnet, und das kann nicht zur Summe der Mizwot hinzugezählt werden.

Wenn er jedoch Verbotenes begeht, wird die Übertretung auf seinem Konto vermerkt. Zu dieser Zeit verlässt er den Weg der Tora und entfernt sich immer weiter vom Schöpfer. Wenn er Mizwot in lo liShma befolgt, kommt er auch dem Schöpfer näher, aber das ist ein langsamer Weg, das heißt, er nähert sich dem Schöpfer auf einem langen Weg an, bis er sich dem Schöpfer anhaften kann.

Aber wenn er die Mizwot in liShma befolgt, haftet er dem Schöpfer immer mehr an, bis er mit den Geschmäckern von Tora und Mizwot belohnt wird.

Daran können wir auch erkennen, ob er die Mizwa genießt oder nicht. Das heißt, wenn er ein winziges Stück Mazza isst, kann er die Mizwa nicht einhalten, wenn er es nicht genießt, denn wer ein winziges Stück Mazza isst, unterhalb der Schwelle des Genusses, erfüllt seine Pflicht nicht. Vielmehr muss er genießen, da er sonst nicht segnen kann.

Auch der Genuss des Shabbat ist eine Mizwa. Wenn er die Shabbat Mahlzeit nicht genießt, hat er auch seine Pflicht nicht erfüllt. Deshalb besteht die Regel, dass man am Vorabend des Shabbat, vor dem Nachmittagsgebet, nicht essen sollte, bis es dunkel ist, damit man die Mahlzeit genießen kann. Unsere Weisen sagten dazu: „‚Man soll am Vorabend des Shabbat und am guten Tag ab dem Nachmittagsgebet nicht essen, damit man hungrig zum Shabbat kommt‘, so die Worte von Rabbi Yehuda.“[3]

Auch wenn er nicht darauf ausgerichtet ist, zu geben, hält er dennoch die Mizwa des Essens einer Mazza usw. ein. Auch bei Erlaubtem, selbst wenn er nicht die Absicht zu geben hat, wird das Essen von Erlaubtem, wenn es notwendig ist, als nicht verwirklicht angesehen, was bedeutet, dass der Mensch ohne sie nicht leben kann. Es ist erlaubt, diese Dinge auf jeden Fall zu erhalten, das heißt, auch dann, wenn er nicht auf das Geben ausgerichtet sein kann.

Aber bei Erlaubtem, das nicht notwendig ist, wird man, wenn man es benutzt, materieller, auch wenn man keine Übertretung begeht, indem man es isst. Einerseits können wir sagen, dass sich das Notwendige eine Stufe unter den Mizwot befindet, wenn es in lo liShma ausgeführt wird.

Daraus folgt, dass wir von unten nach oben unterscheiden sollten: 1) Verbotenes, 2) Erlaubtes, das er nicht um des Gebens willen tun kann, 3) Erlaubtes, aber Notwendiges, 4) Mizwot, die er nicht um des Gebens willen tut, 5) Erlaubtes, das er um des Gebens willen tut. (Eine Mizwa ohne Absicht und Erlaubtes mit der Absicht zu geben, bedürfen allerdings der Prüfung, was von beiden wichtiger ist, denn hier kann es zu Fehlern kommen. Deshalb will ich es nicht prüfen), 6) Mizwot, mit der Absicht zu geben.

Daraus folgt, dass die Belohnung nur darin besteht, Gefäße des Gebens zu erhalten. Wenn man diese Gefäße erlangt, hat man alles.

[1] Das Studium der Zehn Sefirot (Teil 1, Punkt 19)

[2] am Anfang des Buches „Baum des Lebens

[3] Pessachim, S. 99

1985/31 Man betrachtet sich selbst nicht als böse

Man betrachtet sich selbst nicht als böse

Artikel Nr. 31, 1985

Zum Thema „Man betrachtet sich selbst nicht als böse“ heißt es im Sohar[1]: „König David betrachtete sich auf vier Arten. Er betrachtete sich mit dem Armen, er betrachtete sich mit den Chassiden [fromme/gläubige Schüler]. Er betrachtete sich mit den Chassiden, so wie es geschrieben steht: ‚Bewahre meine Seele, denn ich bin fromm‘, denn man darf sich nicht als böse betrachten. Und wenn du sagst: ‚Wenn das so ist, wird er niemals seine Sünden bekennen‘, dann ist es nicht so. Vielmehr wird er ein Chassid sein, wenn er seine Vergehen bekennt, denn er ist gekommen, um Buße zu empfangen, und zieht sich aus der bösen Seite heraus, in deren Schmutz er sich bis dahin befand. Aber jetzt hat er sich der höheren rechten Seite angeheftet, die Chessed ist, die sich ausdehnt, um ihn zu empfangen. Und weil er sich Chessed angeheftet hat, wird er Chassid [frommer/gläubiger Schüler] genannt. Sagt nicht, dass der Schöpfer ihn nicht annimmt, bevor er nicht alle seine Vergehen seit dem Tag, an dem er auf die Welt kam, oder sogar die, die vor ihm verborgen waren, detailliert dargelegt hat. Dies ist nicht der Fall. Vielmehr muss er nur die Vergehen aufzählen, an die er sich erinnert. Wenn er sich während der Buße auf sie besinnt, um sie zu bereuen, folgen ihnen alle anderen Vergehen“, so seine Worte.

Folgendes sollten wir verstehen:

1) Wie kann man von sich selbst sagen, dass man ein Chassid ist? Das ist schon ein gewisses Maß an Wichtigkeit, wie kann er sich also selbst loben?

2) Er sagt, dass man sich selbst nicht als böse betrachten soll. Andererseits sagt er, dass man seine Vergehen aufzählen soll, er aber nicht alle seine Vergehen seit dem Tag, an dem er auf die Welt kam, aufzählen muss, sondern nur die Vergehen, an die er sich erinnert. Wenn er also die Vergehen aufzählt, die er begangen hat, ist er bereits böse. Warum sagt er dann, dass man sich nicht als böse betrachten soll? Gibt es einen Unterschied zwischen der Behauptung, dass er schlechte Taten begangen hat, und der Behauptung über sich selbst, dass er nicht böse ist? Wenn er sagt, dass er schlechte Taten begangen hat, dann sagt er über sich selbst, dass er auf jeden Fall böse ist. Es ist so, wie wir es in den Worten unserer Weisen finden: „Rav Yosef sagte: ‚Ein Mensch kam, um ihn zu zwingen; er tat sich mit einem anderen zusammen, um ihn zu töten. Durch seinen Willen ist er böse. Die Tora sagte: ‚Einen Frevler soll man nicht zum Zeugen machen.‘ Raba sagte: ‚Ein Mensch ist sich selbst nahe, und man betrachtet sich selbst nicht als böse.'“[2]

Das heißt also, wenn er sagt, dass er gesündigt hat, kann man ihm nicht trauen, weil er böse ist. Aber hier, wenn er seine Vergehen bekennt, müssen wir sagen, dass er allein durch diese Aussage als „böse“ bezeichnet wird, denn du sagst: „Man betrachtet sich selbst nicht als böse“. Es bleibt also die Frage: Wie kann er bei der Buße seine Vergehen aufzählen?

Wir sollten wissen, warum sie sagten: „Man betrachtet sich selbst nicht als böse“. Es ist so, weil „der Mensch sich selbst nahe ist“. Damit soll gesagt werden, dass, da „die Liebe alle Vergehen bedeckt“, wir keine Fehler bei denen sehen können, die wir lieben, denn ein Fehler ist etwas Schlechtes, und man kann sich selbst nicht schaden, denn man ist aufgrund der Selbstliebe voreingenommen. Aus diesem Grund „sieht man sich selbst nicht als böse an“ und ist nicht in der Lage, etwas Schlechtes über sich selbst zu behaupten, wie ein ausgeschlossener Verwandter.

Wir sollten wissen, dass, wenn jemand den Schöpfer um Vergebung und um Seine Hilfe bittet, damit er Buße tun kann, sich die Frage stellt: „Wenn er Buße tun will, wer hindert ihn daran?“ Er kann sich entscheiden zu bereuen, warum muss er also den Schöpfer bitten, ihm bei der Buße zu helfen? Im Achtzehnbittengebet beten wir: „Bringe uns, unser Vater, zu Deinem Gesetz zurück, und bringe uns, unser König, Deiner Arbeit nahe, und bringe uns in völliger Buße vor Dich zurück.“ Das bedeutet, dass man ohne Seine Hilfe nicht bereuen kann. Wir sollten verstehen, warum das so ist, dass man nicht von sich aus Buße tun kann.

In vorangegangenen Artikeln haben wir erklärt, dass der Schöpfer in uns eine Natur des Verlangens zu empfangen erschaffen hat, und dass dieses Verlangen anfangs entstand, um zu empfangen, erst später, so lernen wir, gab es eine Korrektur, um nicht um des Empfangens willen zu empfangen, sondern um zu geben. Dies wird die „Korrektur von Zimzum [Einschränkung]“ genannt. Das bedeutet, dass, bevor der Untere für die Absicht, zu geben, geeignet ist, dieser Platz frei von Licht sein wird. Was sich von dieser Korrektur bis hinunter zu den Geschöpfen erstreckt, ist, dass man das Licht des Schöpfers nicht spüren kann, bevor man aus der Selbstliebe heraustritt. Deshalb müssen wir zuerst aus der Selbstliebe heraustreten, sonst befindet sich der Zimzum auf uns.

Der Mensch kann jedoch die Natur, die der Schöpfer erschaffen hat, nicht verlassen, weil der Schöpfer diese Natur erschaffen hat. Daher gibt es keinen anderen Weg, als den Schöpfer zu bitten, ihm eine zweite Natur zu geben, die das Verlangen zu geben ist. Die Wahl, die wir dem Menschen zuschreiben, besteht also nur im Gebet, um den Schöpfer zu bitten, ihm zu helfen und ihm diese zweite Natur zu geben. Deshalb muss der Mensch, wenn er Buße tun will, den Schöpfer bitten, ihm zu helfen, von der Selbstliebe zur Liebe zu anderen zu gelangen. Darum bitten wir den Schöpfer und sagen und beten: „Bring uns zurück, unser Vater.“

Aber wann bittet man den Schöpfer wirklich darum, dass er einen mit Buße zurückführt? Dies kann nur geschehen, wenn er spürt, dass er umkehren muss. Bevor er zu dem Entschluss kommt, dass er böse ist, gibt es keinen Platz für ein Gebet, um sich zu bessern. Schließlich ist er noch nicht so böse, dass er die Barmherzigkeit des Schöpfers benötigt. Der Sinn der Gebete, die erhört werden sollen, besteht gerade darin, dass der Mensch Barmherzigkeit braucht, wie es im Achtzehnbittengebet heißt: „Denn Du erhörst das Gebet eines jeden Mundes (so ist es zu verstehen, aber wann?) Deines Volkes, Israel.“

Wann also erhört der Schöpfer das Gebet eines jeden Mundes? Wenn ein Mensch das Gefühl hat, dass er Barmherzigkeit braucht. Dies geschieht insbesondere dann, wenn er spürt, dass er in großer Not ist und niemand ihm helfen kann. Dann kann man sagen, dass er zum Schöpfer kommt, um Ihn um Gnade zu bitten. Aber zuvor, als er zum Schöpfer kam, um um Überfluss zu bitten, das heißt, als der Zustand, in dem er sich befand, nicht so schlecht war, weil es Menschen gab, deren Zustand er als schlimmer ansah als den seinen, dann verrichtete er sein Gebet zum Schöpfer nicht, weil er die Barmherzigkeit des Himmels brauchte, sondern weil er in einem besseren Zustand sein wollte, besser als die anderen. Dies wird als Bitte an den Schöpfer betrachtet, ihm ein Leben in Überfluss zu geben, was bedeutet, dass er glücklicher sein wollte als andere.

Wenn jemand also möchte, dass der Schöpfer sein Gebet erhört, muss er zuerst erkennen, dass er mehr Leben braucht als andere, das heißt, er sieht, dass alle in der Welt leben, er aber kein Leben hat, weil er sich als böse empfindet und sieht, dass er mehr in Selbstliebe versunken ist als andere. Zu dieser Zeit sieht er, dass er die Barmherzigkeit des Himmels nicht braucht, weil er ein Leben in Überfluss führen will, sondern weil er kein Leben in der Kedusha [Heiligkeit] hat.

Daraus folgt, dass er zu dieser Zeit wirklich um Gnade bittet, um etwas, das seine Seele wiederbelebt. Er schreit zum Schöpfer: „Denn Du gibst den Hungrigen Brot, der Herr befreit die Gefangenen.“ Das heißt, er sieht, dass er nur den Glauben braucht, der „Brot“ genannt wird und, dass er im Gefängnis sitzt, das „Selbstliebe“ genannt wird und von dort nicht herauskommt, denn nur der Schöpfer kann ihm helfen. Dies wird als ein echtes Gebet betrachtet.

Wir sollten wissen, dass sich das Gebet auf einen Mangel bezieht. Ein Mangel bedeutet nicht, dass man nichts hat. Vielmehr ist ein Mangel ein Bedürfnis. Daher bedeutet ein großer Mangel, dass er ein großes Bedürfnis nach der Sache hat, um die er bittet. Wenn er kein großes Bedürfnis hat, bedeutet das, dass er keinen großen Mangel hat, und deshalb ist sein Gebet nicht so groß, weil er die Sache, um die er bittet, nicht so sehr braucht. Deshalb ist auch die Bitte nicht so groß.

Aus all dem folgt, dass man in sich selbst nichts Schlechtes sehen kann. Dementsprechend sollten wir fragen: „Wenn ein Mensch weiß, dass er krank ist, und krank sein ist sicherlich schlecht, geht er zum Arzt, um seine Krankheit zu heilen. Wenn der Arzt ihm sagt, dass er nichts Schlechtes an seinem Körper sieht, wird er ihm nicht vertrauen. Er wird zu einem Experten gehen, der ihm sagen wird, dass mit seinem Körper etwas nicht stimmt und er operiert werden muss. Dieser Mensch wird sicher froh sein, dass er gefunden hat, was schlecht an ihm war, und er zahlt ihm eine große Summe dafür, dass er seine Krankheit gefunden hat und weiß, wie er seinen Körper heilen kann, damit er leben und das Leben genießen kann.

Wir sehen, dass, wenn wir das Schlechte finden, es etwas Gutes ist, wie bei der Krankheit. Zu dieser Zeit kann man nicht sagen, dass ein Mensch das Schlechte in sich selbst nicht sieht, denn dann will er das Schlechte korrigieren, also wird das Schlechte als etwas Gutes betrachtet. Daraus folgt, dass ein Mensch zu dieser Zeit das Schlechte in sich selbst finden kann.

Dementsprechend können wir die Worte des Sohar verstehen, als wir fragten, wie er auf der einen Seite sagt: „Er betrachtet sich nicht als böse“, und dann sagt, dass er seine Vergehen aufzählen muss? Denn wenn er die Vergehen aufzählt, die er begangen hat, sieht er sich selbst als böse an, indem er sagt, dass er die eine oder andere Übertretung begangen hat. Wir können dies anders beantworten: Wenn er zum Schöpfer kommt, um Ihn zu bitten, bringt Er ihn näher, weil er in das Böse, das heißt in die Selbstliebe, eingetaucht ist. Wenn er will, dass sein Gebet erhört wird, weiß er, dass er den Schöpfer aus tiefstem Herzen anflehen muss, was bedeutet, dass er mehr Barmherzigkeit braucht als der Rest der Menschen, weil er sich selbst als schlimmer empfindet als sie.

Zu dieser Zeit muss er mit eigenen Augen sehen, dass es ihm schlechter geht als dem Rest des Volkes. Sonst wird es als eine Lüge angesehen, dass er schlimmer ist als sie, denn es steht geschrieben: „Der Herr ist nahe allen, die ihn in Wahrheit anrufen.“ Wenn er also das Böse in sich selbst findet, dann kann er an sich selbst erkennen, dass er ein großes Bedürfnis hat und der Schöpfer ihm helfen wird, dann wird es für ihn als etwas Gutes betrachtet. Wenn er also seine Vergehen aufzählt, wird das nicht als „sich als böse betrachten“ angesehen. Im Gegenteil, jetzt kann er ein aufrichtiges Gebet an den Schöpfer richten, damit Er ihn näher zu Sich bringt.

Daraus folgt, dass er, wenn er das Böse in sich selbst findet, sehr bedürftig nach dem Schöpfer wird, und ein Bedürfnis wird „Mangel“ genannt. Außerdem muss das Gebet, das er erhebt, aus der Tiefe des Herzens kommen, denn „aus der Tiefe“ bedeutet, dass das Gebet, das er wegen seines Mangels erhebt, nicht äußerlich ist. Vielmehr berührt dieser Mangel den Punkt in seinem Herzen, was bedeutet, dass alle Organe seinen Mangel spüren, und nur dann wird es ein „Gebet“ genannt.

Dadurch können wir die Frage verstehen, die wir gestellt haben: „Wie kann er von sich selbst sagen, dass er ein Chassid ist, denn ein Chassid ist bereits eine Stufe, denn nicht jeder wird Chassid genannt, wie kann er also von sich selbst sagen, dass er ein Chassid ist? Nach dem, was ich von Baal HaSulam gehört habe, sagte er: „‚Er wird den Weisen Weisheit geben.‘ Aber es hätte heißen müssen: ‚Er wird den Narren Weisheit geben.'“ Er sagte dazu: „Ein ‚Weiser‘ wird nach der Zukunft benannt. Das heißt, jemand, der weise sein will, wird bereits als weise angesehen.“

Wenn er also sagte: „Ich bin fromm [Chassid]“, bedeutet das, dass er fromm sein will, was „Liebe zu anderen“ genannt wird. Zuerst sprach er ein Gebet für den Armen, was bedeutet, dass er in Selbstliebe war, und „ich will ein Chassid sein.“ Deshalb endet der heilige Sohar an dieser Stelle: „Zu dieser Zeit ist er ein Chassid, denn er ist gekommen, um Buße zu tun, und er zieht sich selbst aus der bösen Seite heraus, in deren Schmutz er sich bis dahin befand. Aber jetzt hat er sich an die höhere rechte Seite geheftet, die Chessed ist, die sich ausdehnt, um ihn zu empfangen. Und weil er sich Chessed angeheftet hat, wird er Chassid [frommer/gläubiger Schüler] genannt. Das heißt, jetzt ist er gekommen, um sich Chessed anzuhaften, also wird er, entsprechend der Zukunft, Chassid genannt.“

So werden wir auch verstehen, was der heilige Sohar sagt: „Sagt nicht, dass der Schöpfer ihn nicht annimmt, bis er alle seine Vergehen seit dem Tag, an dem er auf die Welt kam, detailliert dargelegt hat.“ Dies ist nicht der Fall. „Wenn er sich während der Buße vornimmt, sie zu bereuen, folgen ihnen alle anderen Vergehen.“ Wir sollten sagen, dass, wenn er für die Allgemeinheit und für die Wurzel betet, aus der alle Vergehen kommen, nämlich den Willen zu empfangen, natürlich alle Vergehen ihnen folgen, das heißt der Selbstliebe folgen.

[1] Sohar (Balak, Punkt 193)

[2] Sanhedrin 9b

Alle Gebete der Welt

Alle Gebete der Welt – Auszüge aus „Sohar für alle“

 

  1. Sohar für Alle, Truma [Spende], „Der Wächter sagt: „Der Morgen kommt“, Punkt 86

„Wenn du bittest, dann bitte.“ Wenn du deine Bitten vor dem König im Gebet vorträgst, bitte, bete und stelle deine Fragen und kehre zu deinem Herrn zurück. „Komm“, wie einer, der einlädt, seine Söhne begrüßt und sich ihrer erbarmt. So ist der Schöpfer. Am Morgen und auch in der Nacht ruft er und sagt: „Komm.“ Glücklich ist das heilige Volk, dessen Herr sie sucht und ruft, um sie in seine Nähe zu bringen.

 

  1. Sohar für Alle, WaJechi [Jakob lebte] „Dan soll sein Volk richten“, Artikel 713-714

„Man sollte seinen Herrn immer loben und dann sein Gebet beten.“ Einer, dessen Herz rein ist und der sein Gebet sprechen möchte, oder der in Schwierigkeiten ist und seinen Herrn nicht loben kann, was ist er?

Auch wenn er das Herz und den Willen nicht ausrichten kann, warum sollte er das Lob seines Herrn schmälern? Vielmehr wird er seinen Herrn loben, auch wenn er sich nicht ausrichten kann, und dann wird er sein Gebet erheben. 

 

  1. Sohar für Alle, Toldot [Generationen], „Und Isaak betete“, Punkt 21

Der Schöpfer begehrt das Gebet der Gerechten, wenn sie vor Ihm um ihre Bedürfnisse bitten. Und was ist der Grund dafür? Es ist so, dass sich ein Balsam der Heiligkeit durch das Gebet der Gerechten für jeden, der in Not ist, ausbreitet, denn die Gerechten öffnen mit ihrem Gebet den Höheren Kanal, und dann wird auch jenen gewährt, die es nicht wert sind, gewährt zu werden.

 

  1. Sohar für Alle, VaYakhel [Und Moses versammelte sich], „Der Aufstieg des Gebets“, Artikel 121,123

Man sollte vor dem Schöpfer beten, das ist eine große Arbeit, die ehrenvoller ist als die Arbeit seines Herrn. Es gibt die Arbeit für den Schöpfer, die in der Arbeit des Körpers besteht, d.h. die Mizwot, die von einer Handlung abhängen, und es gibt die Arbeit für den Schöpfer, die mehr eine innere Arbeit ist – die wichtigste – d.h. die Mizwot, die von der Sprache und dem Willen des Herzens abhängen. […]

Das Gebet eines Menschen ist die Arbeit des Ruach [Geist], die Arbeit von Bchina Bet, die von der Rede abhängt. Sie liegt in den Höheren Geheimnissen und die Menschen wissen nicht, dass das Gebet eines Menschen Lüfte durchbricht und Festungen durchstößt, Türen öffnet und sich erhebt.

 

  1. Sohar für alle, WaJikra [Der Ewige rief], „Ich habe meine Sünde vor dir bekannt“, Artikel. 338-339

Wer seine Sünden verdeckt und sie nicht vor dem heiligen König bekennt, um für sie um Gnade zu bitten, dem ist es nicht erlaubt, die Tür der Umkehr zu öffnen, da sie vor ihm verdeckt ist. Wenn er sie aber vor dem Schöpfer bekennt, hat der Schöpfer Erbarmen mit ihm und Rachamim siegen über Din.

Das gilt umso mehr, wenn er weint, denn dann öffnet er alle verborgenen Türen und sein Gebet wird angenommen. Das Bekenntnis seiner Sünden ist also der Ruhm des Königs, damit Rachamim über Din siegen.

 

  1. Sohar für alle, WaJechi [Jakob lebte], „Versammelt euch, damit ich es euch sagen kann“, Punkt 514

Alle Gebete der Welt, Gebete von vielen, sind Gebete. Aber ein einzelnes Gebet tritt nicht vor den heiligen König, es sei denn mit großer Kraft. Das ist so, weil der Schöpfer, bevor das Gebet eintritt, um an seinem Platz gekrönt zu werden, es beobachtet und die Sünden und Vorzüge dieses Menschen beachtet, was er bei einem Gebet von vielen nicht tut, wo mehrere der Gebete nicht von Gerechten sind und sie alle vor den Schöpfer treten und er ihre Schuld nicht bemerkt.

 

  1. Sohar für Alle, WaEtchanan, „Mitternacht“, Punkt 8-9

Wenn jemand um Mitternacht aufsteht, um sich mit der Tora zu beschäftigen, ruft ein Herold über ihn hinweg: „Hier, segnet den Ewigen, alle Diener des Ewigen, die in der Nacht im Haus des Ewigen stehen.“ Am Morgen, wenn er im Gebet vor seinem Herrn steht, ruft der Herold ihm zu: „Und ich will dich unter denen wandeln lassen, die hier stehen.“

Nachdem er sein Gebet vor seinem Meister bereitwillig beendet hat, sollte er seine Seele bereitwillig Malchut widmen. Ein Mensch hat in allem mehrere Ratschläge. Wenn er im Gebet ist, steigen alle Worte, die man in diesem Gebet aus seinem Mund ausspricht, auf und durchbrechen die Lüfte und Firmamente, bis sie an den Ort gelangen, an dem sie ankommen, und auf dem Haupt des Königs gekrönt werden, der aus ihnen eine Krone macht.

 

  1. Sohar für Alle, Balak, „Ein Gebet von Moses, ein Gebet von David, ein Gebet der Armen“, Artikel 190

Alle Heerscharen des Himmels fragen sich gegenseitig: „Was tut der Schöpfer?“ „Worin übt Er?“ Man sagt ihnen, dass er sich leidenschaftlich mit seinen Kelim [Gefäßen], mit den Zerbrochenen, verbindet. Jeder weiß nicht, was mit dem Gebet des Armen und all seinen Klagen getan wurde, denn der Arme hat keine Leidenschaft, außer wenn er vor dem heiligen König Tränen in Klagen vergießt, und der Schöpfer hat keine Leidenschaft, außer wenn Er sie annimmt und sie vor Ihm vergossen werden. Dieses Gebet verschiebt und verzögert alle Gebete in der Welt.

 

  1. Sohar für Alle, WaJishlach [Und Jakob sandte], Artikel „Das Gebet der Gerechten“, Punkt 66

Das Gebet der Gerechten ist eine Freude für die Versammlung Israels, Nukwa, um mit dem Gebet vor dem Schöpfer gekrönt zu werden. Deshalb wird es vom Schöpfer mehr geliebt als das Gebet der Armen. Und aus diesem Grund verlangt der Schöpfer das Gebet der Gerechten, wenn sie beten sollen, denn sie wissen, wie sie ihren Meister besänftigen können.

 

  1. Sohar für Alle, Shemot [Exodus], „Seufzen, Schreien und Aufschreien“, Artikel 354

Ein Schrei bedeutet, zu weinen und nichts zu sagen, ohne irgendwelche Worte. Der Schrei ist größer als alle anderen, denn der Schrei kommt aus dem Herzen. Er ist dem Schöpfer näher als ein Gebet oder ein Seufzer, denn es steht geschrieben: „Denn wenn sie zu mir schreien, werde ich ihr Schreien sicher hören.“

 

  1. Sohar für Alle, Shemot [Exodus], „Seufzen, Schreien und Aufschreien“, Artikel 356-357

Wenn jemand betet und weint und schreit, bis er seine Lippen nicht mehr bewegen kann, ist das ein vollständiges Gebet, das im Herzen ist. Es wird nie leer zurückgegeben, sondern angenommen. Groß ist der Schrei, denn er reißt das Urteil eines Menschen aus all seinen Tagen.

Groß ist der Schrei, der die Qualität von Din oben regiert. Groß ist der Schrei, der diese Welt und die nächste Welt regiert. Für einen Schrei erbt der Mensch das Diesseits und das Jenseits, wie es geschrieben steht: „Da schrien sie zum Ewigen in ihrer Not, und er erlöste sie aus ihrer Bedrängnis.“

 

  1. Sohar für Alle, BeShalach [Als Pharao sandte], „Die Geschichte von Haman“, Punkt 409-410

„Aus der Tiefe habe ich dich gerufen.“ Wer sein Gebet vor dem heiligen König verrichtet, muss seine Bitten und Gebete aus tiefstem Herzen sprechen, damit sein Herz ganz beim Schöpfer ist und er sein Herz und seinen Willen darauf ausrichtet, wie es geschrieben steht: „Aus der Tiefe habe ich dich gerufen.“ Es steht aber auch geschrieben: „Von ganzem Herzen habe ich dich gesucht.“ Dieser Vers reicht aus, um von ganzem Herzen zu beten, warum also das „Aus der Tiefe“?

Jeder Mensch, der seine Bitte an den König richtet, muss seinen Geist und Willen auf die Wurzel der Wurzeln richten, um den Segen aus der Tiefe der Grube auszustrecken, damit der Segen aus der Quelle von allem strömt. 

 

  1. Sohar für Alle, Acharei Mot [Nach dem Tod], „Aus der Tiefe habe ich dich gerufen, o Ewiger“, Artikel 244-245

Bevor der Schöpfer die Welt erschaffen hat, hat er die Umkehr erschaffen. Der Schöpfer sagte zur Reue, Bina: „Ich will die Menschen auf der Welt erschaffen, vorausgesetzt, dass du bereit bist, ihnen ihre Schuld zu vergeben und sie zu sühnen, wenn sie zu dir zurückkehren.“ Zu jeder Stunde steht die Umkehr für die Menschen bereit. Wenn die Menschen ihre Schuld bereuen, kehrt diese Reue, Bina, zum Schöpfer zurück, der SA Mochin gibt und für alles sühnt. Dann geben die Dinim auf und alles wird gereinigt, und der Mensch wird von seinen Schulden befreit.

Wann wird man von seiner Schuld gereinigt? Wenn er richtig Buße tut. Wenn er vor dem Oberkönig Buße tut und ein Gebet aus tiefstem Herzen betet, wie es geschrieben steht: „Aus der Tiefe habe ich dich angerufen, o Ewiger.“

 

Parasha Shemot / Tora Abschnitt “Namen“

2. Buch MoseExodus 1:1 – 6:1

Zusammenfassung

Der Abschnitt Shemot (Namen) beginnt mit dem Tod Josephs und all seiner Zeitgenossen: „Da kam ein neuer König über Ägypten, der nichts von Joseph wusste“ (Exodus, 1:8). Dann wird Moses in Ägypten geboren und seine Schwester versteckt ihn in einem Kästchen aus Schilfrohr, mit Asphalt und Pech ausgestrichen, setzt ihn auf dem Nil aus und folgt ihm. Die Tochter des Pharaos geht zum Baden an den Fluss hinunter, findet das Kästchen und nimmt das Kind mit. Moses‚ Schwester bietet ihr an, ihr bei der Suche nach einer hebräischen Amme zu helfen und kann so Moses‚ Mutter als Amme in das Haus des Pharaos bringen.

Moses wächst vierzig Jahre lang im Haus des Pharaos auf. Eines Tages sieht er einen Ägypter, der einen Hebräer schlägt. Daraufhin erschlägt er den Ägypter und vergräbt ihn. Als er erfährt, dass einer seiner hebräischen Brüder ihn dabei gesehen hat, fürchtet er, verraten zu werden, und flieht in die Wüste. Dort trifft er Jethro (auch Reguel), den Priester von Midian und heiratet darauf dessen Tochter.

Als er in der Wüste den brennenden Dornbusch sieht, erkennt er in ihm den Schöpfer, der ihm sagt, er müsse zum Pharao und zum Volk Israel zurückkehren und ihnen mitteilen, dass es an der Zeit sei, aus Ägypten auszuziehen.

Der Abschnitt endet damit, dass sich die Kinder Israels bei Moses über ihre schlechte Lage beklagen. Moses wendet sich daraufhin an den Schöpfer, der ihm antwortet: „Nun sollst du sehen, was ich dem Pharao tun will! Denn durch eine starke Hand gezwungen, wird er sie ziehen lassen, und durch eine starke Hand gezwungen, wird er sie aus seinem Land treiben.“ (Exodus 6:1).


Kommentar von Rav Michael Laitman

Alle Erzählungen in der Tora handeln von der Seele des Menschen. Sie erzählen, wie der Mensch sich selbst korrigiert, um die Seele in sich zu entwickeln. Sie beschreibt, wie der Mensch die Seele für das Höhere Licht, für die Offenbarung der Höheren Kraft, empfänglich macht, und wie er durch sie die spirituelle Welt spüren kann.

Dieser Prozess beginnt mit dem besonderen Verlangen namens Abraham, welches im Menschen erwacht und nach dem Sinn des Lebens fragt. Diese Kraft bringt den Menschen dazu, seine Seele zu öffnen. Anschließend zeugt dieses Verlangen ein weiteres Verlangen, genannt Isaak, das wiederum ein weiteres Verlangen, Jakob, hervorbringt. Diese drei Verlangen bilden das Fundament der Seele des Menschen.

Jakob, der ein besonderes Verlangen ist, hat zwölf Söhne. Sie entwickeln das dritte Verlangen, welches die Gleichwertigkeit der Form mit der Höheren Kraft, erreicht. Sie ist das reine Geben. Der Auszug aus Babylon symbolisiert das Verlangen, die gleiche Ebene des Gebens zu erreichen. Jakob kann dieses Verlangen durch seine Söhne zum ersten Mal verwirklichen. Dies schafft er mit Hilfe von Joseph, der alle Eigenschaften des Gebens durch die Korrekturen, die Abraham, Isaak, Jakob und dessen andere Söhne vorgenommen haben, in sich vereint. Joseph ist der Einzige, der durch all seine Korrekturen nach Ägypten, zu seinem Ego absteigen und damit zu arbeiten beginnen kann. Das ganze Haus Jakob zieht nach Ägypten hinab, vollendet seine Korrekturen und stirbt dort.

Nun wird ein Kind aus dem Stamm Levi geboren. Im Gegensatz zu den übrigen hebräischen Kindern, die der Pharao tötet, überlebt dieses Kind. Aus spiritueller Sicht “verschlingt“ der Pharao alle Verlangen, die mit dem Ziel zu geben, korrigiert werden. Er tötet sie, indem das Ego alle Verlangen an sich zieht. Dies bedeutet für das Leben eines Menschen, dass selbst wenn er in Richtung Spiritualität gehen will, “tötet“ ihn das Ego, hindert das Leben und seine Umwelt ihn daran.

Vor der Geburt des Verlangens namens Moses, ist es unmöglich, Spiritualität zu erlangen. Der Mensch muss warten, bis das Verlangen Moses erscheint und in ihm wächst. Mit Hilfe der “Mutter“ des Verlangens, die ihn pflegt, und dank Batya, der Tochter des Pharaos, die ihn danach aufnimmt, kann er sich entwickeln.

Batya kommt vom Hebräischen Bat Yah (Tochter des Schöpfers). Sie ist ein Teil der Eigenschaft des Pharaos, ein besonderer Teil des Egos, des Willens zu empfangen des Menschen. Dieser Teil kann sich mit dem Verlangen zu geben verbinden und dadurch wachsen.

Moses wuchs als Sohn der Tochter des Pharaos, Batya, in dessen Haus auf. Er wurde wie ein Prinz erzogen, der bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr in allen Weisheiten Ägyptens unterrichtet wurde.

Das “vierzigste Lebensjahr“ steht für Bina (Verstehen). Es ist also kein Ausdruck für eine Anzahl Jahre, sondern für einen Zustand. In diesem Zustand wächst nicht nur das Verlangen welches vom Pharao, dem Ego, profitiert, sondern es beginnt auch, sich selbst zu korrigieren. Das Verlangen, das den Zustand von “vierzig Jahren“ erreicht, entdeckt, dass es dem Pharao entgegengesetzt ist und ihn dazu nutzen muss, um aus dem Verlangen zu Empfangen herauszukommen.

Der Auszug aus Ägypten beginnt, wenn der Mensch spürt, dass er den Kampf zwischen den Verlangen nicht mehr ertragen kann. Es entsteht ein Widerstand, weil er sowohl Pharao als auch Moses in sich spürt. Dann sehnen sich die Kinder Israels in ihm nach Einheit, können sie aber nicht erreichen, weil sie Sklaven des Pharaos sind. Nun entdeckt der Mensch die Regenten, welche für den Pharao arbeiten. Es findet ein innerer Kampf zwischen den Kindern Israel und den Regenten des Pharao statt. Diesen Kampf empfindet der Mensch als unerträglich. Das ist der Moment, in dem er beginnt, sich dagegen zu wehren. Er beginnt einzugreifen um sich selbst zu korrigieren.

Die Kraft Moses tötet das Volk des Pharaos, und muss deshalb vor ihm fliehen. Wenn Moses die Ägypter in sich tötet, verstärkt sich der Kampf mit seinem Ego und er muss sich sehr weit davon entfernen. Dies ist die Bedeutung der Flucht aus Ägypten.

Der Mensch kann dem aber nicht entkommen, denn der Rest der Verlangen, die Kinder Israels, sind immer noch in Ägypten unter dem Ego versklavt, und müssen, um zu empfangen, arbeiten. Nur der vierzigjährige Moses kann nach Midian, zu Jethro (auch Reguel), fliehen. Dort heiratet er Zippora, die Tochter des Priesters, und blieb dort wiederum vierzig Jahre lang.

In der Wüste versteht Moses, dass er an einem besonderen Punkt, dem “brennenden Dornbusch“, steht. Dieser kann ihn erheben. Mit Jethro bleibt er vierzig Jahre lang in Verbindung. Er wächst dort weiter und erwirbt die gesamte Weisheit Jethros, die ihm die Kraft gibt, zurück nach Ägypten zu gehen und dem Pharao gegenüber zu treten.

In der Erzählung sagt der Schöpfer zu Moses: „Lass uns gemeinsam zum Pharao gehen, denn ich habe sein Herz verhärtet.“ Damit ist gemeint, dass der Mensch in sich wieder beide Kräfte spürt, welche ihm das Verständnis und die Fähigkeit, mit dem was von ihm verlangt wird, nämlich mit seinem Ego zurechtzukommen, geben. Dieser Mensch versteht, dass “der Herr Gott ist, und keiner sonst als Er allein“ (Deuteronomium, 4:35). Es gibt nichts anderes, als die einzigartige Kraft, die einerseits mit dem Ego spielt und damit das Herz des Pharao verhärtet, und gleichzeitig mit dem Menschen geht und ihm hilft, darüber hinauszuwachsen. So bringt diese Kraft den Menschen allmählich dazu, sein Ego, Ägypten, ganz zu verlassen.

Zur gleichen Zeit “seufzen die Kinder Israels über ihre Knechtschaft“ (Exodus 2:23) und bauen Pitom und Ramses, wunderschöne Städte, die dem “ersten“ und “zweiten Tempel“ entsprechen, aber für den Pharao sind. Das Ego wächst weiter, gleichzeitig aber auch die Kinder Israels. Sie verjagen mit all den Eigenschaften des Gebens, die Eigenschaften des Empfangens, die Ägypter im Menschen.

Der Mensch kann die große Kraft, die in diesen Eigenschaften steckt, erst erkennen, wenn er sich weiterentwickelt. Solange die Kinder Israels vom Pharao versklavt sind, können sie nur “Städte der Armut“ bauen – ein Zustand, in dem man sich danach sehnt, das Ego zu verlassen und zur Spiritualität zu gelangen, aber keinen Weg findet, zu entkommen. “Städte der Armut“ bedeuten auch, dass der Mensch in Gefahr ist (1), denn wenn er in seinem Ego verbleibt, wird er die spirituelle Welt nie erreichen.

Während seiner Zeit bei Jethro erwirbt Moses die Fähigkeit, mit dem Pharao zurechtzukommen. Er schließt einen Bund und kommt mit seinem Sohn Gershon nach Ägypten. Auf dem Rückweg nach Ägypten muss er mit dem Pharao kämpfen. Er trifft sich wieder mit seinem Bruder Aaron, und gemeinsam versammeln sie den Rest der Ältesten Israels. Dies symbolisiert, dass der Mensch all seine inneren Kräfte, mit denen er glaubt, sich über sein Ego erheben und sich selbst korrigieren zu können, zusammenführt. All die Kräfte, Gedanken und Absichten, mit denen der Mensch sich über sein Ego, über Ägypten, erheben kann. Diese Kräfte sind diejenigen, die mit der Höheren, gebenden Kraft in gleicher Form sind. Durch dieses Verlangen offenbart sich die Höhere Kraft und mit ihr die spirituelle Welt.

In diesem Kampf verbindet sich der Mensch mit seinem inneren “Aaron“, der rechten Linie, und Moses, der linken Linie. Zusammen sind sie Cohen (Priester) und Levi. Der Mensch erweckt all diese inneren Kräfte und enthüllt etwas von der Höheren Kraft durch sogenannte “Wunder“. Dies sind die Kräfte, welche auf seine Verlangen einwirken. Sobald ein kleiner Teil der spirituellen Kraft im Menschen erscheint, kann er die Verlangen, mit denen er das Kli (Gefäß) für die Offenbarung der Höheren Kraft, die Seele, bauen kann, ordnen. Diese sind die Verlangen, welche die Absicht haben, vom Pharao zu verlangen: „Lass mein Volk ziehen“ (Exodus, 5:1).

An diesem Punkt spürt der Mensch, dass er am Scheideweg steht. Er hat die Ausdauer und den Wunsch, sich vom Ego zu trennen und sich auf die Ebene von Bina (Verständnis), außerhalb von Ägypten, zu erheben. Die Kraft dieses Menschen zeigt sich nicht sofort und der Pharao frägt ihn: „Wer ist der Herr, dass ich auf seine Stimme hören sollte?“ (Exodus, 5:2).

Im Menschen tobt ein mächtiger Kampf, der ihn daran hindert, sich von seiner Natur zu trennen. Es zieht ihn immer wieder hin zum Pharao. Der Mensch versucht dagegen anzukämpfen, wird aber immer wieder zurückgeworfen. Dies sind die Schläge, welche die “zehn Plagen Ägyptens“ genannt werden. Diese Schläge drängen ihn voranzukommen.

Es ist ein schwieriger Prozess. Der Kampf kann mit den Wehen, die eine Frau bei der Geburt eines Kindes erfährt, verglichen werden. Deshalb wird der Auszug aus Ägypten auch die spirituelle “Geburt“ des Menschen genannt. In diesen Zuständen leidet das Volk Israel, alle jene Verlangen und Absichten. In diesem Zustand ist der Mensch frustriert und braucht viel Unterstützung. Es ist sehr schwer, diese Zustände ohne die Unterstützung der richtigen Umgebung zu durchlaufen. In der Erzählung wird diese Unterstützung durch die Amme dargestellt. In diesem Zustand braucht der Mensch Hilfe, um die nötige Kraft aufzubringen. Das alles geschieht, um dem Menschen die Wichtigkeit der Höheren Kraft bewusst zu machen. Er muss spürten, dass er sich ohne die Hilfe von Oben niemals über sein Ägypten erheben kann.

Es handelt sich also um ein “Spiel“ zwischen dem starken Pharao und dem starken Israel. In der Erzählung sagt der Schöpfer erst dann, als Moses in einen Zustand der Verwirrung und Hilflosigkeit gerät: „Geh hin zum Pharao“ (2. Mose 7:26), „ich habe sein Herz verhärtet“ (2. Mose 10:1). Gerade durch diese Verhärtung rettet die Höhere Kraft den Menschen. Durch sie zeigt Sie ihm Ihre Größe.

Dieser dramatische Prozess und die schwierigen Bedingungen, mit denen der Mensch konfrontiert wird, sind aber gut für sein spirituelles Vorankommen. Während des Studiums der Weisheit der Kabbala, erhebt sich der Mensch über sein Ego und offenbart die Spiritualität, die Höhere Kraft. Er durchläuft einen komplizierten Prozess der Selbstprüfung in Form von inneren Kämpfen zwischen den Verlangen, Kräften und Absichten. Diese Erfahrung dient dazu, die Höhere Kraft zu spüren und zu entdecken, was die spirituelle Welt ist und wo sie sich befindet, denn mit seinen Sinnen kann er sie weder sehen noch fühlen.

Der Mensch muss die unterstützenden Kräfte wie den Pharao, Jethro, Moses, Aaron, Israel in Ägypten und alle Urväter, vereinen, und so über das Ego erheben. Er muss die spirituelle Welt entdecken wollen. Die gebenden Kräfte stellen sich dem Pharao, dem Ego, entgegen und verlangen, sich darüber zu erheben, wie geschrieben steht: „Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient“ (Exodus 7:16). Dies alles geschieht, dass sich der Mensch der Größe der Kraft, deren Hilfe von Oben er dringend benötigt, bewusst wird.

Nur durch die Hilfe der Höheren Kraft erlangt der Mensch den Willen zu Geben, die Liebe zu anderen, mit der er sich über das Ego erheben und aus Ägypten herauskommen kann. Dies ist dann seine spirituelle Geburt. Erst jetzt beginnt er, die spirituelle Welt zu spüren und wird von nun an immer mehr erweckt werden.

Der Wochenabschnitt Shemot (Namen) eröffnet eine neue Etappe in der Entwicklung des Menschen. Darum heißt das zweite Buch der Tora Shemot. Es gibt fünf Bücher im Pentateuch (Tora), welche den fünf egoistischen Verlangen des Menschen entsprechen. Diese muss er auf ebenfalls fünf Stufen, den Welten Assija, Yezira, Brija, Azilut und Adam Kadmon, korrigieren. Jede der Welten enthält wiederum fünf innere Stufen, die jeweils fünf weitere Stufen enthalten. Dies ergibt insgesamt also 125 Stufen durch welche der Mensch zur endgültigen Korrektur, der vollständigen Erlösung, aufsteigt.

Die Erlösung beginnt nach der ersten vorbereitenden Stufe, mit der Etappe die im Abschnitt Schemot beschrieben wird. Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Mensch das wahre Ego, den Pharao, in sich erkennt. Da der Mensch mit zwei entgegengesetzten Kräften – Pharao und Moses – konfrontiert ist, braucht er eine dritte Kraft, um zwischen den beiden wählen zu können. Diese Kraft ist der Schöpfer, die Höhere Kraft, die dann erscheint und dem Menschen hilft.

Fragen und Antworten

In diesem Abschnitt wird die Vorbereitungen für die spirituelle Geburt beschrieben. Ist dies vergleichbar mit dem, was heute in der Welt geschieht?

Ja, natürlich. Die Menschheit befindet sich in einem Zustand, in dem die Menschen beginnen ihr Ego, seine Macht und die engen Grenzen, die es einem setzt, zu hinterfragen. Die Menschen müssen erst noch verstehen, dass alles Böse das Ego ist. Viele Menschen beginnen bereits zu erkennen, dass sie hilflos sind, weil sie nicht wissen, wie sie die allumfassende Krise beenden können.

Nehmen die Menschen heute wahr, dass sie sich in “Ägypten“ befinden, oder ist es noch nicht soweit?

Ja, im heutige Zustand wird bereits “Ägypten“ empfunden. Die Menschen stehen unter großem Stress, da sie nicht wissen, ob der Pharao doch der “gute Opa“ ist, der Moses auf den Schoß nimmt und ihm die Freuden des Lebens schenkt, oder ob dies nicht doch eine neue Phase ist, welche nun beginnt. Auch die Kindern Israels, die sich in Ägypten befinden, genießen den Überfluss und wissen nicht, was sie denken sollen.

Seit Tausenden von Jahren entwickelt sich der Mensch durch sein wachsendes Ego weiter und genießt dies. Er denkt, er würde auf unbestimmte Zeit gedeihen und Erfolg haben. Doch plötzlich erkennt er, dass genau jene gute Kraft, von der er glaubt, dass sie ihn zu Wohlstand führen würde, zu einer schädlichen Kraft geworden ist. Sie ist der Pharao, der sein Verhalten gegenüber den Kindern Israels in Ägypten ändert und zum schlechten Herrscher wird, wie geschrieben steht: „Da kam ein neuer König auf über Ägypten, der nichts von Joseph wußte“ (Exodus 1:8).

In den letzten hundert Jahren, insbesondere aber seit der Jahrtausendwende, findet diese Selbstprüfung statt. Sie sollte möglichst schnell abgeschlossen werden. Dabei hängt alles von der Verbreitung des Wissens über die Situation, in der sich die Menschen befinden, ab. Es ist wie in der Erzählung, die Kinder Israel in Ägypten. Sie wissen nicht, was sie tun sollen.

Es ist wie im Zustand von Purim, als die Stadt Susan verwirrt ist und die Menschen nicht wissen, wer im Recht ist, Mordechai oder Haman. Ebendies wiederholt sich in der Geschichte in Ägypten mit den Kindern Israels, als sie dem Pharao erzählen wollen, dass Moses den Ägypter getötet hat.

Deshalb ist es wichtig, den Menschen zu erklären, was wirklich passiert. Damit sie wissen, was der Grund für all die schlechten Dinge, die Krise, ist und wie sie alles überwinden können. Nur durch das Ego, ist die Welt heute in dieser Lage. Die Tora sagt, dass durch die richtige Arbeit, der Mensch das Ego als eine böse Kraft erkennen wird und diese wiederum durch das Licht in der Tora korrigiert werden kann (2). In der Erzählung wird dies beschrieben als Moses der Schöpfer erscheint und sagt: „Geh zum Pharao, denn ich habe sein Herz verhärtet“. Dies meint sinnbildlich, dass die Höhere Kraft die Krise verursacht, damit der Mensch erkennt, dass nur Sie ihm aus seinem Ego heraushelfen kann.

Diese Botschaft muss so schnell wie möglich allen Menschen bekannt gemacht werden. Sie sollen wissen, wie man die Höhere Kraft entdecken kann, durch die alles gut werden wird. Wenn der Mensch in der richtigen Weise mit der Krise umgeht, wird er noch in diesem Leben die spirituelle Welt, die Ewigkeit und die Vollkommenheit erreichen.

Was ist “Moses“ in der Spiritualität, und welche Stufen hat er durchlaufen?

Moses ist die Kraft, die den Menschen aus Ägypten, seinem Ego, herauszieht. Dies meint, dass er ihn über diese Welt in die spirituelle Welt erhebt. Das steht im Gegensatz zu dem, was in der Erzählung Batya sagt: „Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen“ (Exodus 2:10). Moses ist die Kraft, welche den Menschen von diesem Zeitpunkt an, bis zum Eintritt in das Land Israel, führen muss.

Warum heißt die Tochter des Pharaos Batya, Tochter des Schöpfers? Sind dies nicht zwei Gegensätze?

Der Pharao ist die Rückseite des Schöpfers. Die Höhere Kraft spielt mit dem Menschen. Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen“ und der Pharao ist, „Ich habe für ihn die Tora als Gewürz erschaffen“ (Masechet Kiduschin, 30b), denn „das Licht in Ihr korrigiert ihn“ (2). Das Licht der Tora korrigiert also den bösen Trieb, den Pharao.

Am Ende des Prozesses muss der Mensch alle Kelim (Gefäße), alle Verlangen, aus Ägypten mitnehmen und so die Ägypter von allem Egoistischen leeren. Über die Kinder Israels steht deshalb geschrieben, dass sie mit “großer Habe“ ausziehen (Genesis 15:14). Auf diese Weise reinigt der Mensch diese Kelim, diese großen Verlangen, die bisher nur zu seinem eigenen Wohl dienten. Nun wendet er sie, um sie zum Wohle anderer zu nutzen. Durch diesen Wunsch findet er zum ewigen Leben.

Warum weigerte sich der Pharao, Israel aus Ägypten ziehen zu lassen?

Während Israel in Ägypten ist, ist es von großem Nutzen für den Pharao. Kräfte des Gebens innerhalb des Willens zu empfangen sind sehr hilfreich für ihn. Der Wille zu empfangen ist sehr clever, er weiß, wie er mit ihnen Handel treiben kann, um davon selbst zu profitieren. 

Es scheint, als warte der Schöpfer auf die Zustimmung des Pharaos, denn Er führt sie schlussendlich eiligst hinaus? 

Nur darin hat der Mensch die freie Wahl. Der Mensch entscheidet, wann dies stattfindet. Er befindet sich zwischen dem Ego, der Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens, der Höheren Kraft. Er erkennt das Böse im Pharao und  dadurch verliert es in seinen Augen allmählich seine Kraft. Durch die eigene Absicht und das Fordern, sich über das Ego erheben zu können, kann er dies schlussendlich schaffen.

(1) Das hebräische Wort miskenot komm sowohl von misken, arm, als auch von mesukan, gefährlich.

(2) Midrasch Raba, Eicha, Einleitung, Absatz 2.


Lexikon Parasha Shemot

Moses: Er ist die Kraft im Menschen, die ihn aus dieser Welt in die spirituelle Welt zieht.

Brennender Dornbusch: Er symbolisiert Malchut (Königreich), das sich zu Bina (Verständnis) erhebt und das Licht von Chochma (Weisheit) empfängt.

Pharao: Er steht für die Gesamtheit des Egos. Das Wort Pharao kommt vom Wort Oref (Nacken), was die “Rückseite“ des Willen zu empfangen meint. Der Wille zu empfangen ist die Substanz des Menschen, die gesamte Substanz der Schöpfung. Diese kann auf ihren eigenen Nutzen, oder auf den Nutzen anderer ausgerichtet sein. Es liegt beim Menschen, wie er sie benutzt.

Im jetzigen Zustand nutzt der Mensch sie, wie der Pharao. Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen“ (Kiduschin, 30b). Diesen muss der Mensch durch das Gewürz der Tora, das Höhere Licht, das er durch sein Studium erhält, in den guten Trieb verwandeln. So kommt der Mensch vom Hass auf andere, zur Liebe zu anderen.

Nil: Es steht geschrieben: „Es ist Weisheit in den Völkern, glaubt“ (Midrasch Rabba, Eicha, Teil 2). Der Nil symbolisiert die gesamte Weisheit Ägyptens. Er ist die Grundlagen für das Bestehen Ägyptens. Es bezieht von dort seine ganze Weisheit. Israel dagegen ist klein, das kleinste aller Völker. Es hat nicht die Kraft der Weisheit (Chochma), dieses große Verlangen. Es hat nur die Kraft des Gebens, der Liebe.

Rabash, Brief 14

Brief 14

21. November 1955, London

An die Studenten, mögen sie lange leben,

ich sehe, dass ihr euch mir gegenüber nach dem Prinzip „Auge um Auge“ verhaltet, das heißt, wenn ich nicht sofort auf euren Brief antworte, glaubt ihr, dass ihr nicht am Zug seid und mir deshalb nicht mehr schreiben könnt. In der Tat, ihr habt Recht; es ist meine Schuld, dass der Briefwechsel nicht so häufig ist. Ich bete, dass Er mir die Erkenntnis gibt, alle meine Fehler zu korrigieren.

Gestern hielt ich vor meiner Rückreise nach Israel einen Vortrag vor der Studentengruppe von Rabbi Dessler. Ich erzählte ihm den Vers: „Raba sagte: ‚Man sollte in seinem Herzen wissen, ob er ein vollkommen Gerechter ist.'“ Ich sagte, dass Buße bedeutet, dass ein Mensch zu seinem Ursprung zurückkehren sollte.

Denn das Wesen der Schöpfung, die „Mensch“ genannt wird, ist der Wille zu empfangen, und der Schöpfer ist der Gebende, und wenn der Mensch zu seinen Wurzeln zurückkehrt, nennt man das „Buße“. Was ist Buße? Es ist so, wie Maimonides sagt: „Bis derjenige, der die Geheimnisse kennt, bezeugt, dass er nicht zur Torheit zurückkehren wird.“ Dieses Zeugnis erscheint in einem Menschen erst, wenn er bereut hat. Dann erlangt er die höhere Güte, was bedeutet, dass der Schöpfer seine Shechina [Göttliche Gegenwart] auf ihn legt. Ein Mensch, der bereut hat, bedeutet, dass er mit Dwekut [Anhaftung] belohnt wurde.

Das ist die Bedeutung von „Man sollte in seinem Herzen, in seiner Seele wissen“, das heißt, wenn er wissen will, ob er bereits Buße getan hat, kann er prüfen, ob er bereits mit den Genüssen des Schöpfers belohnt worden ist. Dies ist das Zeichen dafür, dass er bereut hat, das heißt, dass er bereits arbeitet, um zu geben (siehe in der Einführung zum Talmud Eser HaSefirot).

Das ist die Bedeutung von „Suche Frieden und jage ihm nach“. Der ganze Kampf kommt nur aus dem Willen zu empfangen, und „suche Frieden“ kann im Willen zu geben liegen. Das ist die Bedeutung dessen, was geschrieben steht: „Und Israel säte in jenem Land, und er fand hundert Tore“, was hundert Prozent bedeutet. Dies entspricht genau der Qualität von Isaak, der von Abraham empfangen hatte, wie es geschrieben steht: „Und Abraham gab Isaak alles, was er hatte.“

Und RASHI interpretiert den Midrash: „Rabbi Yehuda sagt: ‚Das ist Gwura [Stärke oder Macht]‘, und Rabbi Nehemia sagt: ‚Das ist Segen.'“ Aber beide beziehen sich auf dieselbe Sache. Rabbi Yehuda spricht aus der Perspektive der Arbeit, dass Er ihm den Ort der Arbeit gezeigt hat, nämlich durch Überwindung, und Rabbi Nehemia spricht von der Belohnung, wo man gerade durch Überwindung mit dem Segen belohnt wird, und der Segen ist einhundert Prozent. Indem man mit Buße aus Liebe belohnt wird, werden alle hundert Prozent der Arbeit gesegnet, sogar die Zeit der Sünden.

Und nur durch die Überwindung, die man „Stärke“ nennt, wird man mit allem belohnt, und jede Kraft, die ein Mensch aufbringt, verbindet sich zu einer großen Summe. Das heißt, selbst wenn ein Mensch einmal überwindet und einen fremden Gedanken bekommt und sagt: „Aber ich weiß schon aus Erfahrung, dass ich bald diesen Wunsch nach der Arbeit nicht mehr haben werde, was bekomme ich also, wenn ich ihn jetzt ein wenig überwinde?“‚ Dann muss er antworten, dass sich viele Groschen zu einem großen Betrag verbinden, also zur großen Summe, sei es für die Wurzel seiner Seele oder für die Allgemeinheit.

Vielleicht ist dies die Bedeutung von „Die Tore der Tränen waren nicht verschlossen“. Shaarei [Tore] kommt von den Worten Searot [„Haare“ oder „Stürme“], was Überwindung bedeutet. „Tränen“ kommt von dem Wort „zerreißen“, was bedeutet, dass es eine Vermischung mit anderen Wünschen gibt, und nur in der Mitte der Wünsche gibt es einen kurzen Moment des Wunsches nach Überwindung Richtung Liebe und Furcht vor dem Himmel. „…nicht verschlossen“, sondern dieser Moment verbindet sich zu einer großen Summe. Wenn die Summe voll ist, beginnt der Mensch, die spirituelle Kleidung zu spüren.

Dies ist die Bedeutung der Wichtigkeit von Tränen, was bedeutet, dass selbst wenn er sich im niedrigsten Zustand befindet und niedere Wünsche hat, er dennoch die Kraft hat, zu überwinden, was bedeutet, dass er sich vom Punkt seines Herzens aus nach dem Schöpfer sehnt und nach Ihm verlangt, dann ist diese Kraft sehr wichtig. Selbst wenn ein Mensch sich im Exil befindet, wenn sein Punkt im Herzen unter anderer Herrschaft steht, was für diesen Menschen „Göttliche Gegenwart [Shechina] im Exil“ bedeutet, überwindet er für einen Moment und heiligt Schöpfer. Und auch wenn er aufgrund all seiner Erfahrungen schon sicher ist, dass er danach wieder fallen wird, ist es doch sehr wichtig, dass ein Mensch die Wahrheit offen sagen kann.

Das ist vergleichbar mit einem Menschen, der sich unter Verbrechern befindet, die schimpfen und die Arbeit des Schöpfers verfluchen. Und unter ihnen gibt es einige, die wortgewandt Vorträge halten und dir zu verstehen geben, dass es keinen Sinn hat, dem Schöpfer zu dienen. Doch es gibt immer noch jemanden, der den Wert und das Wesen der Arbeit nicht so gut erklären kann, aber er kann ein paar Einwände vorbringen, das heißt, er protestiert, dass das, was sie sagen, nicht wahr ist. Es ist gut, dass er widerspricht, auch wenn er nicht so eloquent ist wie die Fluchenden. Das nennt man das „Tor der Tränen“, und es heißt „Viele Groschen verbinden sich zu einer großen Summe.“

Hoffen wir, dass der Schöpfer unsere Augen öffnet und unsere Herzen mit „Sprich zu Zion, dein Gott ist König“ erfreut.

Rabash, Brief 13

Brief 13

20. Oktober 1955, London

Allen Studenten wünsche ich, dass der Herr mit euch ist.

Ich habe den Brief von Rabbi … und … erhalten und werde alle Fragen im Allgemeinen beantworten, auch die Fragen von Rabbi … In der Gemara steht geschrieben: „Ein Weiser stand vor Rabbi Yohanan: ‚Wer sich mit Tora und guten Taten beschäftigt und seine Söhne begräbt, dem sind alle seine Vergehen vergeben'“[1]. Das bedeutet, dass ein Mensch, der verpflichtet ist, Tora und gute Taten zu tun, verpflichtet ist, seine Söhne zu begraben. Andernfalls werden ihm alle seine Vergehen nicht vergeben. Ich frage mich: Ist das möglich?

Wir sollten dies auf unsere Weise interpretieren. Unsere ganze Arbeit besteht nur darin, das Empfangen in „um zu geben“ zu verwandeln. Dies ist gegen unsere Natur und unser Verlangen. Uns wurde jedoch das Heilmittel der Tora und der Mizwot gegeben, wodurch wir die Kraft und die Fähigkeit erlangen, unseren Körper zu überwinden, damit all unsere Absichten dem Schöpfer dienen. Das ist die Bedeutung der Beschäftigung mit der Tora durch das Licht in ihr, ebenso wie die Beschäftigung mit guten Taten, was die Bedeutung der Liebe zu anderen ist. Durch diese beiden können wir das Empfangen verlassen und mit dem Geben belohnt werden.

In dieser Hinsicht argumentiert der Ankläger: „Geh und sieh, was die Menschen tun. Von dem Tag an, an dem ich es verstanden habe, stimmen alle Großen und Berühmten unserer Generation nicht darin überein, dass wir diese Arbeit tun sollen. Und auch das, was ich gelernt habe, hat mich nicht gelehrt, dass man ein wahrer Diener des Schöpfers im Verborgenen sein muss. Das heißt, dass die guten Taten, die sie tun, vor den Menschen verborgen sind. Das heißt, selbst wenn man gute Taten tut und sich mit Tora und Mizwot beschäftigt (weil sie nicht sehen), sagen die Menschen, dass es weder eine Arbeit noch die Tora ist, und dies ist nicht der Weg.“

Es stellt sich heraus, dass ein Mensch, der sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, nichts sieht, weil er es nicht will. Deshalb nennt man dies „Verhüllung“.

Es wird darüber gesagt: „Begrabt seine Söhne“. Das heißt, er muss alle Vorstellungen und Wahrnehmungen begraben, die er von seiner Umgebung erhalten und gesehen hat und die dem wahren Weg des Schöpfers widersprechen. Mit anderen Worten, er sollte all diese Wahrnehmungen begraben. Aber auch diese Wahrnehmungen werden am Ende der Korrektur wieder lebendig. Das heißt, wenn er mit liShma (für Ihren Namen) belohnt wird und seinen Trieb überwindet, werden sie wieder lebendig.

Mit anderen Worten, in dem Maße, in dem sie ihm Anstrengung und Arbeit bereitet haben, verdienen sie Lebenskraft und Dankbarkeit, weil sie seine Arbeit für den Schöpfer erschwert haben. Aber jetzt kann man nicht mehr mit ihnen spielen, das heißt mit den Vorstellungen und Wahrnehmungen, die ihn von der wahren Arbeit für den Schöpfer abhalten. Vielmehr müssen sie begraben werden. Zu dieser Zeit werden ihm alle seine Vergehen vergeben, wobei mit Vergehen das erste Vergehen gemeint ist, nämlich der Glaube über dem Verstand.

Wir sollten immer versuchen, den Abstieg durch die Hindernisse nicht lange hinauszuzögern, sondern sich sofort zu stärken, dem Schöpfer zu vertrauen und aus tiefstem Herzen zu beten. Wenn man also in eine tiefe Grube gefallen ist, sollte man sagen: „Ich rufe dich an, oh Herr.“

So verstehen wir die Worte unserer Weisen in Brachot: „Abba Benjamin sagt: ‚Zwei Dinge habe ich mein ganzes Leben lang bereut: mein Gebet, dass es vor meinem Bett sein wird.'“ In der Gemara interpretieren sie das so, dass es „neben meinem Bett“ bedeutet. „…und dass mein Bett zwischen Norden und Süden steht.“ Wir sollten verstehen, warum es so schwer ist, dies zu tun, und dass er es bedauern musste.

Nach dem oben Gesagten verstehen wir aus den Worten „fiel hinunter“, dass „Bett“ „fallen“ bedeutet. Daher bedauerte er den Abstieg nicht, denn der Weg des Schöpfers besteht aus Abstiegen und Aufstiegen. Was hat er also wirklich bedauert? Dass es nicht neben seinem Bett steht. Das heißt, wenn er absteigt, will er sofort stärker werden und den Schöpfer bitten, ihm zu helfen.

Auch wenn er fallen muss, was nach unten bedeutet, sollte es nicht nach Osten oder Westen sein, was das Angesicht und die Rückseite ist, wie es über Chochma gesagt wird, sondern dass sein Bett zwischen Norden und Süden platziert wird, was rechts und links ist, also Chassadim. Das heißt, dass der Abstieg im Wunsch zu empfangen, sich im Herzen und nicht im Verstand befinden muss, was als Chochma (Weisheit) angesehen wird, da die Klipa (Schale) gegen den Verstand heißt: „Über den Anfang nachdenken.“ Aber das Herz sündigt nur im „Was“.

Und ich schließe mit der Gemara: „Die Bewohner von Jehuda waren sorgsam mit ihren Worten, und ihre Tora war wahr. Die Bewohner von Galiläa nahmen es mit ihren Worten nicht so genau, und ihre Tora war unwahr“[2]. Mit anderen Worten: Sie achteten darauf, dass alles, was sie in der Tora und den Mizwot sagten, in der heiligen Sprache, also mit Worten des Gebens, geschah. Die Bewohner Galiläas hingegen waren nicht so genau und meinten, sie könnten sich mit Tora und Mizwot beschäftigen, um zu empfangen, um die Mishna zu beherrschen.

Wir können auch sagen, dass die Tora der Bewohner von Jehuda, die von einem Lehrer lernten, wahr war, und die Tora der Bewohner von Galiläa, die nicht von einem Lehrer lernten, unwahr. Wir sollten erklären, dass es keinen Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Erklärung gibt. Gemeint ist derjenige, der einen Lehrer hat, nämlich die heilige Sprache, also die Worte des Gebens und der Verhüllung, und derjenige, der in den übrigen Sprachen lernen will, also in der Sprache des Empfangens. Daraus folgt, dass er zwei Lehrer hat – einen vom Empfangen und einen von Baal HaSulam, der die Sprache des Gebens ist.

Ich hoffe, dass der Schöpfer uns helfen wird, dem Herrn zu vertrauen, und dass er uns von all der Dunkelheit befreien wird und wir dafür belohnt werden, dass wir uns ein für alle Mal Ihm anhaften.

Herzliche Grüße an euch alle,

Baruch Shalom HaLevi Ashlag, Sohn des Baal HaSulam

[1] Brachot 5b

[2] Iruvin 4:53

Rabash, Brief 12 (2)

Brief 12 (2)

Oktober 1955

An die Freunde, mögen sie lange leben,

ich habe keine Neuigkeiten und ich hoffe, dass der Schöpfer meinen Weg erfolgreich macht.

Ich schreibe euch eine Zusammenfassung des Vortrags, den ich vor den Studenten von Rav Dessler über die Sukka (eine Hütte am Fest Sukkot) gehalten habe, genannt „Schatten des Glaubens“.

Eine Sukka bezeichnet ein Strohdach, das der Abfall von Scheune und Weinkeller ist. Ein Strohdach wird „Schatten“ genannt, und Schatten heißt „Verhüllung des Angesichts“. Um nicht das Brot der Scham zu essen, bleibt uns Raum für die Arbeit, was bedeutet, dass wir uns mit Tora und Mizwot beschäftigen können, obwohl wir keinen Geschmack oder keine Lebenskraft spüren. Natürlich können wir danach die Lebenskraft empfangen und die Gabe nicht beschmutzen, was bedeutet, dass die Gabe nicht durch die Scham, die im Empfangenden vorhanden ist, beschmutzt wird.

Und bevor wir die Lebenskraft der Tora empfangen können, müssen wir die Lebenskraft von physischen Dingen empfangen, denn ohne Lebenskraft ist es unmöglich zu leben. Deshalb hat der Schöpfer für uns das Empfangen der Lebenskraft aus dem Materiellen vorbereitet. Das bedeutet, dass die Lebenskraft „Licht“ und „Genuss“ genannt wird, und Genuss ist Spiritualität. Es ist eine Regel, dass es kein Licht ohne Kli (Gefäß) gibt, was bedeutet, dass es keinen Genuss ohne Kleidung gibt. Deshalb liegt der ganze Unterschied nicht im Genuss, der „Licht“ genannt wird, sondern in der Kleidung, das heißt im Kli, denn es gibt eine Kleidung der Lüge und eine Kleidung der Wahrheit.

Dies ist vergleichbar mit dem Spiel eines fünfjährigen Mädchens mit einer Puppe. Das Mädchen spielt mit der Puppe, als wäre die Puppe ein echtes Kind mit Gefühlen. Und obwohl die Puppe nicht antwortet, spricht sie mit ihr. Wenn aber gleichzeitig ein sechs Monate altes Baby im Haus ist, das weint, und man dem fünfjährigen Mädchen sagt: „Geh und spiel mit dem echten Baby, dann haben auch wir etwas davon, weil das Baby dann nicht mehr weint“, dann wird es sich weigern. Das heißt, sie kann keinen Genuss aus der Kleidung der Wahrheit ziehen, sondern aus der Kleidung der Lüge. Aber was den Genuss angeht, so sehen wir, dass das Mädchen echten Genuss empfindet.

Aber wenn das Mädchen achtzehn Jahre alt geworden ist, muss es sich an einer Kleidung der Wahrheit erfreuen. Genauso haben wir, bevor wir erwachsen werden, Genuss an lo liShma (nicht für Ihren Namen), die als „Kleidung der Lüge“ angesehen wird. Das nennt man „Schatten“, „Verborgenheit“, und dann gibt es Raum für Arbeit, und wir schöpfen Lebenskraft aus falschen Dingen. Danach, wenn wir belohnt werden, erhalten wir das Licht des Glaubens.

Gerechte und Böse

 

Gerechte und Böse – Ausgewählte Auszüge aus dem Sohar für alle

 

  1. Sohar für Alle, Truma [Spende], „Und sie sollen eine Spende für mich nehmen“, Punkt 39

Wenn wir sehen, dass der Wille des Menschen darin besteht, dem Schöpfer mit seinem Herzen, seiner Seele und seinem Willen nachzujagen und sich anzustrengen, wissen wir mit Sicherheit, dass die Gegenwart Gottes dort vorhanden ist. Dann müssen wir diesen Menschen für den vollen Preis kaufen, uns mit ihm verbinden und von ihm lernen. Wir lernen darüber: „Und kaufe dir einen Freund.“ Er sollte für den vollen Preis gekauft werden, um mit der Gegenwart Gottes in ihm belohnt zu werden. So weit müssen wir einem gerechten Menschen nachjagen und ihn kaufen.

 

  1. Sohar für Alle, Toldot [Generationen], „Und es war eine Hungersnot im Land“, Punkt 87

Der Schöpfer geht mit den Gerechten in allem, was sie tun, immer peinlich genau um, weil er weiß, dass sie weder nach rechts noch nach links abschweifen werden, und deshalb prüft er sie. Aber der Schöpfer prüft sie nicht für sich selbst, denn er kennt ihren Trieb und die Kraft ihres Glaubens und braucht sie daher nicht zu prüfen. Vielmehr prüft er sie, so dass sie ihr Haupt durch die Prüfungen erheben.

 

  1. Sohar für Alle, Toldot [Generationen], „Und es war eine Hungersnot im Land“, Punkt 86

Der Schöpfer beurteilt einen Menschen nicht nach seinen schlechten Taten, was er immer tut. Hätte er das getan, könnte die Welt nicht existieren. Vielmehr ist der Schöpfer geduldig mit den Gerechten und mit den Bösen. Er hat sogar mehr Geduld mit den Bösen als mit den Gerechten, so dass sie in völliger Reue zurückkehren und in dieser und in der nächsten Welt existieren werden.

 

  1. Sohar für Alle, Toldot [Generationen], „Und es war eine Hungersnot im Land“, Artikel 89-90

Aus welchem Grund werden die Gerechten auf die Probe gestellt? Weil der Schöpfer die Gerechten begehrt; er begehrt die Seele, nicht den Körper, denn die Seele ist wie die obere Seele, die Gegenwart Gottes, und der Körper ist nicht würdig, sich mit der oberen Gegenwart Gottes zu verbinden. Und obwohl die Form des Körpers der oberen Seele gleicht, weil er von der Gegenwart Gottes, Malchut, ausgeht, ist er dennoch nicht geeignet, sich mit ihr zu verbinden.

Wenn der Schöpfer die Seele eines Menschen erleuchten will, schlägt er auf den Körper ein, so dass die Seele herrschen wird. Das ist so, weil die Seele nicht regieren kann, solange sie dem Körper gleich ist. Und wenn der Körper zerbricht, regiert die Seele.

 

  1. Sohar für Alle, Chaje Sara [Das Leben der Sara], „Und Abraham war alt, hochbetagt“, Artikel 121-122

Glücklich sind die Reumütigen, denn in einer Stunde, an einem Tag, in einem Augenblick nähern sie sich dem Schöpfer. Das war nicht einmal bei den vollkommenen Gerechten so, denn sie näherten sich dem Schöpfer über mehrere Jahre hinweg. Abraham kam erst in seinem hohen Alter in diese hohen Tage. Und so war es auch bei David, denn es steht geschrieben: „König David aber war alt und in die Jahre gekommen.“ Aber ein Reumütiger tritt sofort ein und haftet am Schöpfer.

Dort, wo die Reumütigen stehen, haben die vollkommen Gerechten keine Erlaubnis zu stehen, denn sie sind dem König näher als jeder andere und sie schöpfen die Fülle von oben mit mehr Absicht im Herzen und mit größerer Kraft, sich dem König zu nähern.

 

  1. Sohar für Alle, WaJeshew (Und Jakob saß), „Und Jakob saß“, Punkt 11

Ein Gerechter, der seinen Meister fürchtet, wie viel Böses muss er in dieser Welt erleiden, so dass er nicht glaubt und mit dem Bösen Trieb teilhat? Aber der Schöpfer errettet ihn von all dem, wie geschrieben steht: „Des Gerechten Übel sind viele, aber der Ewige errettet ihn von ihnen allen.“ Der Text [im Hebräischen] sagt nicht: „Viele sind die Übel der Gerechten“, sondern „Viele Übel, Gerechte.“ Jemand, der viele Übel erleidet, ist also gerecht, weil der Schöpfer ihn will. Das ist so, weil die Übel, die er erleidet, ihn vom Bösen Trieb befreien, und aus diesem Grund will der Schöpfer diesen Menschen und befreit ihn von ihnen allen. Und er ist glücklich in dieser Welt und in der nächsten Welt.

 

  1. כשהאדם מתקרב לתורה, הנקראת טוב, כמ „ש, טוב לי תורת פיךָ, אז מתקרב אל הקב „ה, הנקרא טוב. ואז מתקרב להיות צדיק, הנקרא טוב.

וכשהוא צדיק, שורה עליו השכינה, ומלמדת אותו סודות עליונים בתורה, משום שהשכינה אינה מזדווגת אלא בטוב, שהוא צדיק. וצדיק וצדק, שצדק הוא השכינה, הולכים יחד.

(„זוהר לעם“. ויישב, זוהר חדש. מאמר „מכירת יוסף“, סעיף 9)

 

  1. Sohar für Alle, Mikez (Am Ende), „Sie brachten ihn hastig aus dem Kerker“, Punkt 53

„Er hat auch die Welt in ihr Herz gelegt“, denn die ganze Welt und alle Taten in der Welt sind nur durch das Verlangen des Herzens mit der Heiligkeit verbunden, wenn es in den Willen des Menschen kommt. Es steht geschrieben: „Erkenne diesen Tag und lege ihn in dein Herz.“ Glücklich sind die Gerechten, die aus dem Willen ihres Herzens gute Taten ziehen, um sich selbst und der ganzen Welt Gutes zu tun. Sie wissen, wie sie in einer Zeit des Friedens anhaften können, wenn es einen Siwug des Höheren gibt, der „Frieden“ genannt wird. Auch durch die Kraft der Gerechtigkeit, die sie unten tun, erheben sie den Menschen und dehnen ihn in die Stufe aus, die „alles“ genannt wird, die Jessod ist, um in seiner Zeit zu leuchten, die die Nukwa ist.

 

  1. Sohar für Alle, Truma [Spende], „Die Gerechten sind das Antlitz der Shechina (Gegenwart Gottes)“, Artikel 680

Wenn ein Mensch die Gerechten oder diejenigen, die in der Generation angemessen sind, sieht und ihnen begegnet, sind sie sicherlich das Antlitz Gottes. Sie werden „das Antlitz der Shechina (Gegenwart Gottes)“ genannt, weil die Shechina in ihnen verborgen ist. Die Shechina ist in ihnen verborgen, und sie werden offenbart, weil diejenigen, die der Shechina nahe sind, als ihr Antlitz gelten. Und wer sind diejenigen, die ihr nahe stehen? Sie sind es, bei denen sie sich niedergelassen hat, um von dem hohen König SA gesehen zu werden. Sie sind es, die den Menschen erheben, um den Schöpfer und seine Shechina zu verbinden.

 

  1. Sohar für Alle, Pinchas, „Ein Geist geht durch ihn hindurch und er ist weg“, Punkt 91

Auch ein Mensch, der in einer Stadt wohnt, in der es schlechte Menschen gibt und der die Mizwot der Tora nicht einhalten kann und in der Tora keinen Erfolg hat, wechselt seinen Platz, entwurzelt sich von dort und schlägt Wurzeln an einem Ort, wo gute Menschen mit Tora und mit Mizwot wohnen. Die Tora wird „ein Baum“ genannt, denn es steht geschrieben: „Sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie halten.“ Auch der Mensch ist ein Baum, wie es geschrieben steht: „Denn der Mensch ist der Baum des Feldes.“ Die Mizwot in der Tora sind wie Früchte. […]

Deshalb muss er sich selbst von dem Ort entwurzeln, an dem es Böse gibt, denn dort wird er keinen Erfolg in Tora und Mizwot haben können. Er soll sich woanders, bei den Gerechten, einpflanzen, dann wird er in Tora und Mizwot erfolgreich sein.

 

  1. Sohar für Alle, Pinchas, „Der Pulsschlag des Kranken im Exil in Edom“, Punkt 111

Er schlägt die Gerechten nie, es sei denn, um eine Generation zu heilen und ihre Schuld zu sühnen, denn es ist für die Sitra Achra am bequemsten, wenn das Din [Gericht] über die Gerechten herrscht, denn dann kümmert er sich nicht um die Welt und bemerkt sie nicht, weil es ihm Freude macht, über die Gerechten zu herrschen. Und der Gerechte, der für die Generation gequält wird, wird mit hoher Herrschaft in dieser Welt und in der nächsten Welt belohnt. Und wenn es einen Gerechten gibt, der glücklich ist, dann deshalb, weil es dem Schöpfer nicht um die Sühne für die Welt geht.

 

  1. Sohar für Alle, BeReshit Bet [2. Mose], „Und er war betrübt in seinem Herzen“, Artikel 400-401

Wenn der Schöpfer über die Bösen der Welt Gericht hält, will er sie nicht aus der Welt tilgen, obwohl sie vor dem Schöpfer sündigen und ihn den ganzen Tag ärgern. Wenn er ihre Taten betrachtet, verzeiht er ihnen, denn sie sind das Werk seiner Hände, und er hat Geduld mit ihnen auf der Welt.

Und weil sie die Arbeit Seiner Hände sind, empfängt Er Trost und ist getröstet über sie, und Er hat Mitleid mit ihnen. Wenn er versucht, sie zu verurteilen, ist er scheinbar traurig. Weil sie die Arbeit seiner Hände sind, wird er traurig über sie.

 

  1. עתיד הקב „ה לשמוח באותו זמן עם הצדיקים, להשרות שכינתו עימהם, והכול ישמחו באותה שמחה, כמ „ש, ישמח ה‘ במעשיו. עתידים הצדיקים באותו זמן לברוא עולמות ולהחיות מתים.

והרי כתוב, שאין כל חדש תחת השמש? אלא בעוד שהרשעים בעולם וירבו, כל העולם אינו בקיום. וכשהצדיקים בעולם, אז העולם מתקיים.

(„זוהר לעם“. תולדות. מאמר „סעודת הצדיקים לעת „ל“, סעיף 39)

 

  1. Sohar für Alle, Mikez [Am Ende], „Sie brachten ihn hastig aus dem Kerker“, Punkt 57

Man soll seinen Mund nie für Böses öffnen, denn er weiß nicht, wer das Wort empfängt. Und wenn der Mensch es nicht weiß, versagt er darin. Und wenn die Gerechten ihren Mund aufmachen, ist es ganz friedlich.

 

  1. Sohar für Alle, Toldot, „Die Mahlzeit der Gerechten in der Zukunft“

Der Schöpfer ist dazu bestimmt, den Gerechten in der Zukunft ein Mahl zu bereiten, wie es geschrieben steht: „Und sie sahen Gott, und sie aßen und tranken.“ Das heißt „genährt“ und „genossen“. Die Gerechten, die nicht so belohnt wurden, genießen diese Helligkeit, die sie nicht so sehr erlangen werden. Aber die Gerechten, die belohnt wurden, werden verurteilt, bis sie die vollständige Erkenntnis erlangt haben.