Kabbala als moderne Wissenschaft

Von Michael Laitman

Viele Menschen zweifeln daran, dass die Weisheit der Kabbala (des Empfangens) als Wissenschaft betrachtet werden kann. Selbst wenn sie als Wissenschaft angesehen würde, ist sie dann eine Naturwissenschaft wie Physik oder Chemie, oder gehört sie zu Geisteswissenschaften wie Philosophie und Psychologie? Die Weisheit der Kabbala ist einfach eine besondere Wissenschaft, die vom Erforschenden nicht nur Wissen, sondern eine besondere Eigenschaft, die einem Menschen nicht von Geburt an gegeben ist, erfordert.

Unter einer Wissenschaft versteht man langläufig die Erforschung der uns umgebenden Welt, indem man etwas registriert, es wiederholt, und es reproduzieren kann. Mit Hilfe seiner ihm gegebenen fünf Sinnesorganen und immer besseren Instrumenten – welche allerdings lediglich die Empfindlichkeit dieser Sinnesorgane erweitern – versucht der Mensch Erkenntnisse zu erlangen. 

Kabbalisten sagen, dass man, indem man nach der Methode der Kabbala arbeitet, ein “sechstes“ Sinnesorgan entwickeln kann, welches die “Seele“ genannt wird. Damit kann man Empfindungen, Gedanken und Gefühle – analog wie mit den fünf Sinnesorganen – erforschen. Auch die damit gemachten Empfindungen kann man analysieren, prüfen und zu einem Ganzen zusammenfügen. Die dabei gemachten Beobachtungen, wurden über Jahrhunderte, von Tausenden von Menschen, welche sich mit der Kabbala auseinandersetzten, bestätigt. Der wesentliche Unterschied zu den anderen Wissenschaften besteht also darin, dass die Kabbalisten die Umgebung mit einem zusätzlichen Sinnesorgan erforschen, das im Prinzip jeder, der möchte, erlangen kann.

Auch Naturwissenschaftliche Forscher haben herausgefunden, dass das Bild, welches ein Mensch von der Welt hat, völlig subjektiv ist und vollständig vom Betrachter bestimmt wird. Wenn dem so ist, so kann man alle Naturwissenschaften als Wissen definieren, das der Mensch in seinen fünf Sinnesorganen erlangt. Die Erkenntnis durch die Wissenschaft der Kabbala aber, kann man nur erlangen, wenn man den zusätzlichen Sinn erwirbt.

Es ist etwas befremdlich, plötzlich von der Möglichkeit zu erfahren, einen zusätzlichen Sinn erwerben zu können und damit mehr Informationen über die Welt zu erhalten, denn man ist es gewohnt, nur mit seinen fünf Sinnen wahrzunehmen. Doch sobald der Mensch bereit ist, diese Möglichkeit zu akzeptieren, erscheint ihm dies ganz natürlich. So wird er die Erforschung der Welt mit dem zusätzlichen Sinnesorgan dann ohne zu zweifeln als Wissenschaft bezeichnen. Denn die Errungenschaften eines Menschen, der die Kabbala studiert sind real, wiederholbar und reproduzierbar, sowohl von ihm als auch von anderen. Alle kabbalistischen Bücher vermitteln dem Menschen, durch das Beschreiben von wahrnehmbaren Informationen, wie er dieses sechste Sinnesorgan aufbauen und kalibrieren kann. Es ist vergleichbar mit dem Bericht eines Physikers oder Chemikers. Jeder kann das gleiche Experiment wiederholen und erhält ähnliche Ergebnisse.

Da die Wissenschaft der Kabbala die Tatsache, dass die Wahrnehmung des Menschen vollständig von seinen fünf Sinnen abhängt mit einberechnet, kann davon ausgegangen werden, dass die Kabbala – mehr als andere – eine reale Wissenschaft ist. Der sechste Sinn, der den Menschen seine umgebende Realität entsprechend seiner eigenen Eigenschaften wahrnehmen lässt, ist für den Menschen etwas absolut Neues. Das macht ihn zum Forscher und hebt ihn dadurch auf eine höhere Stufe. Durch die Veränderung seiner Eigenschaften nimmt er völlig neue Dinge wahr. Diese sind real und durch die stetige Benutzung dieses Sinnes offenbart sich dem Menschen der Unterschied zwischen den Arten der Realitäten.

Als Folge des Unverständnisses dessen, was Kabbalisten empfinden und erkennen, schreibt man ihnen zuweilen Zauberei und die Fähigkeit, übernatürliche Kräfte zu manipulieren zu. Aus dem oben Erklärten geht nun aber klar hervor, dass es ein Fehler ist, die Kabbaladie Wissenschaft der den Menschen umgebenden Wirklichkeit – mit Religion, Mystik oder irgendeinem anderen Bereich menschlicher Handlungen zu verbinden.

 

Historische Betrachtung der Weisheit der Kabbala

Die Weisheit der Kabbala (des Empfangens) stammt aus der alten chaldäischen (mesopotamischen) Stadt Ur. Die Chroniken jener Zeit berichten von einem mesopotamischen Einwohner namens Abraham, der als erster den Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der den Menschen umgebenden Wirklichkeit und der willentlichen Entwicklung eines neuen, sechsten Sinnes erforschte.

Diese Methode gab Abraham an seine Nachkommen weiter und mit der Zeit schlossen sich dieser Gruppe immer mehr Menschen an, bis sie eine Größe von etwa 3 Millionen Menschen ausmachte. Die Gruppe nannte sich selbst auf Grund dessen, dass sie eine Wahrnehmung des Höheren, des Schöpfers, anstrebten „Volk Israel” (vom Hebr. : direkt zum Schöpfer). Diese Menschen entwickelten eine zusätzliche Wahrnehmung der höheren Realität, welche damals bereits ihre Kinder natürlich annahmen. Diese Entwicklung war ein völlig neuer Ansatz in der Geschichte der Menschheit. Die dem Menschen von Natur aus gegebene Trägheit verhinderte jedoch, dass diese Wahrnehmung alle Menschen übernahmen. 

Die Gruppe lebte so, bis sie auf einen Schlag diese Fähigkeit verlor. (Auf den Grund weshalb diese geschah, kann hier nicht eingegangen werden.) Da die Existenz dieser Gruppe nur durch ihre Stufe der spirituellen Wahrnehmung gerechtfertigt war, hörte sie auf, eine besondere Erscheinung in der Welt zu sein. Ohne das Empfinden der Höheren Welt hat diese Gruppe kein Recht, als „Volk Israel„, welches nach den Gesetzen des sechsten Sinnes lebt, bezeichnet zu werden. Durch den Verlust ihrer Verbindung, zerstreuten sie sich sofort unter alle anderen “Völker der Welt“. Nachdem diese Menschen das Gefühl für die Höhere Kraft verloren hatten, begannen sie, anstelle spiritueller Handlungen, ihre physische Interpretation davon zu praktizieren.

Aus diesen Menschen bildete sich auch das jüdische Volk und daraus das Judentum. Dieses wurde wiederum später vom Christentum, dem Islam und anderen Religionen oder Glaubensrichtungen abgelöst.

Der Gedanke an eine andere Ebene der Wahrnehmung ist darum fast völlig verschwunden. Heute verstehen die Menschen nicht mehr, dass es Vorfahren gab, die auf einer völlig anderen spirituellen Ebene gelebt hatten.

Durch die Vorsehung muss jeder Mensch schlussendlich die Methode gemäß dem allgemeinen Naturgesetz einhalten. Deshalb muss jeder auf der Welt letztlich seinen “sechsten Sinn“ offenbaren und durch ihn, das gesamte Universum vereinen. Ausgehend von diesem Schöpfungszweck waren und sind alle Kabbalisten dazu verpflichtet, diese Methode an die gesamte Menschheit weiterzugeben und allen Menschen, die das Verlangen danach haben, die Entwicklung des “sechsten“, spirituellen Sinnes zu lehren. 

Die Nichterfüllung dieser Mission ist der wahre Grund für  Antisemitismus, den die “Völker der Welt“ gegen das “Volk Israel“ – für welches irrtümlicherweise das jüdische Volk gehalten wird –  hegen.

Der große Kabbalist Baal HaSulam beschreibt dies in einem Gleichnis über einen Menschen, der weit weg von seiner längst vergessenen Heimat lebt, bis er zufällig ein Buch über ein wunderbares, fernes Land findet. Während er liest, beginnt er sich zu erinnern, dass der schöne Ort, der in dem Buch beschrieben wird, seine Heimat ist. In ähnlicher Weise müssen heute alle Menschen das Gefühl für die Höhere Welt wieder entdecken.

Parasha Bechukotai / Tora Abschnitt ”In meinen Satzungen“

3. Buch Mose, Leviticus 26:3 – 27:34

Zusammenfassung

Der Abschnitt Bechukotai (In meinen Satzungen) befasst sich in erster Linie mit dem Thema der Belohnung und Bestrafung der Kinder Israels, entsprechend ihrem Verhalten, wie weit sie den Wegen des Schöpfers folgen. Es steht geschrieben: „Wenn ihr nun in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote befolgt und sie tut“ (Leviticus, 26:3). Der Abschnitt beginnt mit der Aussicht auf eine Belohnung: „So will ich euch Regen geben zu seiner Zeit, und das Land soll seinen Ertrag geben, und die Bäume auf dem Feld sollen ihre Früchte bringen“ (Leviticus 26:4). Dem gegenüber steht die Ankündigung der Strafe: „Wenn ihr mir aber nicht gehorcht und alle diese Gebote nicht tut“ (Leviticus, 26:14), „will ich Schrecken, Schwindsucht und Fieberhitze über euch verhängen“ (Leviticus, 26:16). Die schlimmste aller Strafen ist jedoch das Exil. Weiterlesen

Parascha BeHar / Tora Abschnitt “Auf dem Berg“

3. Buch Mose, Leviticus 25:1 – 26:2

Zusammenfassung

Der Abschnitt BeHar (Auf dem Berg) beschäftigt sich mit etwas, das scheint, als sei es ein “Finanzgesetz“. Es beginnt damit, dass Moses auf dem Berg Sinai ist und vom Schöpfer die Mizwa (Gebot) der Shmita, den Verzicht auf den Anbau von Feldfrüchten im Land jedes siebte Jahr und die Mizwot (Gebote) des Jowel, dem Jubiläum des 50. Jahrestages, erhält. Der Schöpfer gibt seinen Segen, damit das sechste Jahr so ertragreich ist, dass genug für die nächsten drei Jahre wächst, um die Mizwa von Shmita und Jowel zu befolgen, ohne dass sich das Volk Israel um den Lebensunterhalt zu sorgen braucht.

Später werden die Gesetze über den Verkauf eines Hauses oder Grundstücks, die Auslösung eines Hauses oder eines Feldes von einem Menschen aus dem Volk Israel durch einem anderen, erklärt. Auch die Gesetze über das Los der Leviten und das Verbot des Verkaufs von Städten oder Häusern, welche ihnen gehören, wird beschrieben. Ebenfalls die Gesetze über den Verkauf eines Menschen aus dem Volk Israel in die Sklaverei und dessen Behandlung, sowie die Gesetze über das Verbot der Anbetung von Götzenbildern, Säulen und Statuen aus Stein werden dargelegt. Weiterlesen

Körper und Seele als wissenschaftliche Begriffe

Von Michael Laitman

Körper und Seele als wissenschaftliche Begriffe

Alle Theorien von Körper und Seele, die in der Welt verbreitet sind, kann man in drei Kategorien vereinigen:

  1. Theorie des Glaubens;
  2. Theorie des Dualismus;
  3. Theorie der Verneinung.

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Veränderung hin zu altruistischen Werten

Von Michael Laitman

Vom Egoismus zum Altruismus

Angelehnt an „Die Gesellschaft der Zukunft“ von Baal HaSulam

Rav Michael Laitman, PhD, erörtert Altruismus als Naturgesetz und stellt sein Konzept vor: Wir können Altruismus als Quelle vollkommenen und unbegrenzten Genusses enthüllen, wenn wir unsere sozialen Werte ändern und Altruismus wertschätzen.

Es ist kein Zufall, dass wir als soziale Wesen erschaffen wurden. Wenn wir unsere Handlungsweise gründlich untersuchen, stellen wir fest, dass jede Bewegung, die wir ausführen, aus der Absicht geschieht, uns die Anerkennung der Gesellschaft zu verschaffen. Dies erhält uns aufrecht und keine Anerkennung zu bekommen oder schlimmer noch, Verurteilung durch die Gesellschaft, ruft in uns größtes Leid hervor. Weiterlesen

Erziehung / Bildung

Von Michael Laitman

Ermittlung der Aufgabe

Bildung ist das zentrale Problem der Menschheit. Wenn wir wenigstens einer Generation eine richtige Art der Bildung und der Grundlagen beibringen könnten, dann könnten wir sicher sein, dass alle zukünftigen Generationen ihr Leben optimal leben könnten, weil sie entsprechend großgezogen wurden. Dies ist so, weil jede Generation, die die richtige Art der Bildung bekommt, in der Lage sein wird, die nächste Generation angemessen aufzuziehen. Weiterlesen

Wer ist ein Kabbalist

Von Michael Laitman

Der Kabbalist und die Menschheit

Befindet sich ein Mensch, der beginnt, sich mit der Wissenschaft der Kabbala zu beschäftigen, fernab dieser Welt und allen unseren weltlichen Sorgen? Hören für ihn vielleicht Familie, Arbeit, Kinder, Menschheit und alle unseren menschlichen Sorgen auf zu existieren? Schaut er von oben auf alle verächtlich herab und denkt bei sich: Womit befassen sich diese Leute? Weiterlesen

Was ist Gegenstand der Kabbala? Wie kann man sie beschreiben?

Von Michael Laitman

1) Die Alternative

Kabbala ist als geheime Weisheit bekannt. Genau dieser geheimnisbehaftete Ruf ist es, der unzählige Legenden ins Leben rief, Fälschungen, Geschwätz, unwissende Argumente und falsche Schlussfolgerungen verursachte. Erst zum Ende des 20ten Jahrhunderts war es der Weisheit der Kabbala erlaubt, jedermann enthüllt zu werden und sogar auf der gesamten Welt verbreitet zu werden. Daher fühle ich mich am Beginn dieses Büchleins dem Leser gegenüber verpflichtet, Jahrhunderte alte Schleier über diesem alten Wissen zu lüften, welche der gesamten Menschheit eigen sind. Weiterlesen

Ich und die Realität ausserhalb von mir

Von Michael Laitman

  • Newton: „Es gibt eine objektive Realität.“
  • Einstein: „Die Wahrnehmung der Realität hängt von der Geschwindigkeit des Betrachters ab.“
  • Realität ist das Ergebnis der Verbindung von wer ich bin und dem, was sich außerhalb von mir befindet.
  • Kabbala: „Außerhalb von mir gibt es überhaupt keine Realität.“
  • Ist es möglich für mich, meine Eigenschaften zu ändern und eine andere Realität wahrzunehmen?

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Materie und Form in der Wissenschaft Kabbala

Von Michael Laitman

Die Wissenschaft wird im Ganzen in zwei Teilgebiete aufgeteilt: das erste ist die Erkenntnis der Materie und das zweite die Erkenntnis der Form. Das bedeutet, dass in der uns umgebenden Wirklichkeit nichts existiert, in dem man nicht Materie und Form erkennen könnte. Zum Beispiel ein Tisch. Er hat eine Materie aus Holz und eine Form – die Form eines Tisches. Und die Materie, also Holz, ist Träger einer Form, nämlich der eines Tisches. Genauso bei dem Wort Lügner: es hat als Materie den Menschen und eine Form – Lügner, so ist die Materie der Mensch, Träger der Form Lügner. Und so ist es in allem. Weiterlesen

Exodus – vom Physischen zum Spirituellen

Ein Gespräch mit Kabbalist Michael Laitman

An keinem Menschen dieser Welt ist etwas Besonderes. Jedoch einem Perser namens Abram, der später auch Abraham genannt wurde, enthüllte sich der Schöpfer. Und es ist diese Offenbarung des Schöpfers, die Abraham zu etwas Außergewöhnlichem machte. Denn er wurde ein „Yehudi“, ein Jude, was vom Wort „Yechud“ (sich vereinigen) abstammt – er wurde mit dem Schöpfer eins. Wer ist demnach dieser Abraham? Er ist ein Mann, der mit einem spirituellen Funken beschenkt  wurde, mit einem Sinn für den Schöpfer. Außer diesem Empfindungsvermögen dem Schöpfer gegenüber war er jedoch weiterhin ein Mensch wie jeder andere.

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Allgemeines und Besonderes

Von Michael Laitman

Das Hauptziel in der Erforschung der Schöpfung, des Universums besteht in der Analyse der Handlungen des Schöpfers, nämlich zu lernen, so zu handeln wie Er, sich seine Fähigkeit anzueignen und Seine Handlungen nachzuahmen.

Die Handlungen des Schöpfers werden als Lenkung bezeichnet oder als die Natur der Schöpfung. Auch Wissenschaftler erforschen die Handlungen des Schöpfers (sie nennen es Natur oder Naturgesetze), mit dem gleichen Ziel – etwas zu lernen, um die weise Natur nachahmen zu können. Weiterlesen

Seele als System im Modell des Universums

Von Michael Laitman

Das System ist eine Gesamtheit der Elemente, die sich in Zwischenbeziehungen und Verbindungen untereinander befinden, und miteinander ein bestimmtes Ganzes bilden – die Einheit.

Charakteristiken eines Systems

Aus unserer Sicht ist die Seele ein einziges, ganzes System des Universums, dessen Charakteristik die Ganzheitlichkeit ist, das heißt, die Nichtzurückführbarkeit eines jeglichen Systems auf die Summe von dessen Bestandteilen. Das heißt, dass in dem Maße wie eine allgemeine Seele existiert, die als „Adam“ bezeichnet wird, existiert nur sie, wobei alle ihre Teile, die sich von ihr abtrennen, nicht mehr ihre Einzelteile sind, sondern etwas vollkommen anderes darstellen. Und in dem Maße wie sie sich wiederum zu dieser gemeinsamen Struktur vereinen, bilden sie bereits einen gemeinsamen Organismus. Das heißt, dass überhaupt jeder Zustand einer jeden einzelnen Seele, eines jeden einzelnen Objekts nur durch das Maß seiner Verbindung mit allen restlichen Objekten charakterisiert wird.

Nur darin finden wir sein Niveau, seine Stufe, nur darin können wir seinen Zustand festlegen, seine Qualität bestimmen. Und nur in Abhängigkeit davon, in wie weit es mit den restlichen Objekten kompatibel ist, kann es von uns bestimmt, charakterisiert werden. Dabei entsteht, in dem Maße wie sich diese Einzelobjekte miteinander verbinden, eine gewisse Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit, Wesentlichkeit, Strukturiertheit, Geordnetheit unter ihnen. Und eben diese Strukturiertheit ist eine vollkommen neue, andere Eigenschaft, sie ist nicht einfach Summe dieser Einzelobjekte, sondern eine qualitativ andere Schöpfung. Dieses ist das, was sie gemeinsam errichten, dank der Vereinigung zwischen ihnen. Es wird ein neues Verhalten, ein neues System im Ganzen erschaffen.

Hierarchie

Jeder Bestandteil des Systems versteht sich als den Wichtigsten und Organisierenden gegenüber allen restlichen Teilen. Und so verhält sich jeder der Bestandteile des Systems. Jede einzelne Seele ist gegenüber den anderen die wichtigste.

Das heißt, dass wir im Ergebnis der Zersplitterung der Gesamtseele in Einzelteile, und der anschließenden Vereinigung, deren Aufeinanderschichtung erreichen, wobei jeder von ihnen die Eigenschaften der ganzen Gesellschaft im Allgemeinen erhält. Es wird dabei angenommen, dass die Anzahl der einzelnen Seelen, in welche die Urseele, das einheitliche Objekt, zerfällt, 600.000 beträgt.

Wir hatten also zu Beginn eine Seele, die sich in sechshundert Tausend Teile zersplittert hat, und nun bilden diese letzteren, sich miteinander vereinend, ein neues System, das dem ursprünglichen, mit sechshunderttausend multipliziert, äquivalent ist. Dabei ist dies nicht einfach eine Multiplikation mit sechshunderttausend, sondern es sind sechshunderttausend separate, für sich existente, sich aufeinanderschichtende Seelen. Das heißt, wir erhalten ein System, das vollkommen ist, weil jedes seiner Elemente primär, bestimmend, und alle anderen miteinander verbindend ist, und es den anderen gleichzeitig erlaubt, es an sich anzuschließen.

Vielfältigkeit der Beschreibungen

Die Vielfältigkeit der Beschreibungen resultiert daraus, dass jedes der ursprünglichen Objekte aus vier Teilen besteht: leblos, pflanzlich, tierisch und menschlich. Jede dieser Stufen besteht ihrerseits aus Unterstufen usw. Das heißt, dass die Natur in jedem ihrer Teile und ihrem Zusammenwirken praktisch unerschöpflich ist. Daher können wir das System beschreiben, es von jeder Stufe aus strukturieren, Schnitte auf jeder Ebene vornehmen, und eigentlich werden sie alle gleichwertig sein. Man kann nicht sagen, welcher der Teile besser, schlechter, höher, niedriger ist, denn wenn das System perfekt wird (wie es am Ende wird), dann ist auch jeder dessen Aspekte vollkommen. Und drückt nur in einer anderen Form, in einer anderen Sprache diese Perfektion aus. Den Menschen kann man als eine Pflanze, ein Tier, als biologisches, soziales oder spirituelles Element beschreiben. Man kann ihn durch Musik, Mathematik, Chemie beschreiben. Und all seine Information wird darin eingeschlossen sein.

Wenn man diese Frage mit den Augen eines Psychologen oder Philosophen betrachtet, kann man sagen, dass die Persönlichkeit eines Menschen ein Systemobjekt ist, sie ist Teil unterschiedlicher Systeme (physischer, sozialer usw.). Der Mensch ist ein aktives Subjekt. Die Persönlichkeit an sich bildet ein System besonderer Art: es ist ein offenes und sich entwickelndes System. In diesem Bezug kann man zu den allgemeinen Charakteristiken auch einige spezifische anfügen, wie zum Beispiel die Zielstrebigkeit komplexer technischer, lebendiger und sozialer Systeme, deren Selbstorganisation- die Fähigkeit, die eigene Struktur zu verändern.

Für die Wissenschaft der Kabbala ist es möglich, die Seele eines Menschen als ein offenes selbstentwickelndes System der Schöpfung, des Universums zu betrachten, und nach neuen Charakteristiken dieses Systems und neuen Funktionsweisen zu suchen.

Wer bin ich?

Von Michael Laitman

„Öffnen mir Dein Herz, und ich öffne die Welt für Dich.“ (aus dem Buch „Sohar“)

Wer bin ich und was ist der Sinn meines Daseins? Wie sind wir in diese Welt gekommen und wohin gehen wir? Könnte es sein, dass wir schon einmal auf dieser Welt waren? Ist es möglich uns und das Universum zu verstehen? Weshalb leidet der Mensch und kann das Leiden vermieden werden? Wie finden wir Frieden, Glück und Zufriedenheit im Leben? Wie lassen sich Ruhe und Gelassenheit, Erfüllung und Freude dauerhaft erlangen? Weiterlesen

Der sechste Sinn

Ein Gespräch mit Kabbalist Dr. Michael Laitman

Wissenschaft und Philosophie schreiten im Gleichschritt mit der Entwicklung der Menschheit voran. Und heute sind alle Wissenschaftler und Philosophen übereinstimmend der Meinung, dass der Erforschung der uns umgebenden Welt Grenzen gesetzt sind.

Man könnte sagen, der Mensch ist wie eine «Black Box», die nur das fühlt, versteht und empfängt, was von außen auf sie einwirkt. Bei all unseren Forschungen sind wir durch unsere fünf Sinn beschränkt. Alle Geräte und Instrumente, die wir bauen und alle, die wir noch in der Zukunft entwickeln werden, können niemals die Beschränkungen unserer fünf Sinne überschreiten. Die Instrumente bewirken lediglich eine Erweiterung der Grenzen unserer Sinne. Weiterlesen

Herkunft der Kabbala

Kontroverse Diskussion

Das Thema der Herkunft und des Zeitpunkts der Entstehung der Kabbala ist eines der schwierigsten in der Geschichte dieser tiefgreifenden Wissenschaft. Alle, die sich jemals damit befasst haben, sind sich darin einig, dass sie Gegenstand ständiger Kontroversen ist.

Meinungen sowohl derjenigen Wissenschafter, die Kabbala als eine neue Schöpfung sehen und deren Entstehung im XII- XIII Jahrhundert vermuten, als auch derjenigen, die Kabbala als eine viel ältere Erscheinung einstufen, sind legitim und durchaus nachvollziehbar, weil sie sich auf unterschiedlichen Herangehensweisen an die Erforschung der historischen und literarischen Hauptwerke der Kabbala begründen. Die Frage nach der Richtigkeit der einen oder der anderen Meinung ist praktisch unlösbar, weil der in Frage kommende Entstehungszeitpunkt weit vor den Epochen liegt, für die wir noch eine lückenlose Chronologie entwickeln könnten. Weiterlesen

Die Notwendigkeit, Kabbala zu lernen

Von Michael Laitman

„Wenn Sie mit Ihrem Herzen auf die eine berühmte Frage hören, bin ich mir sicher, dass dann jeglicher Zweifel darüber, ob Sie Kabbala studieren sollen oder nicht, spurlos verschwinden wird. Diese Frage ist sowohl bitter als auch gerecht, eine Frage, die sich jeder auf der Erde stellt: „Was ist der Sinn meines Lebens?“ (Rabbi Y. Ashlag, Einführung zu Talmud Esser Sefiroth Teil 2, 12-17, 44-57) Weiterlesen

Allgemeiner Charakter der Wissenschaft Kabbala

Von Michael Laitman

Jegliches Verständnis (Erfassung durch den Verstand) hat zwei Komponenten. Die erste ist das Begreifen der Materie, d.h. die Natur der Körper in der existierenden Wirklichkeit. Und die zweite ist das Begreifen der von den Körpern gelösten Form, d.h. der Form des Verstandes und des Verständnisses selbst. Die erste Komponente stellt die Erkenntnis der Materie dar, welche eine forschende ist und als Physik bezeichnet wird. Die zweite Komponente stellt die Erkenntnis der Form dar, welche eine forschende ist und als Theorie der Logik bezeichnet wird. Weiterlesen

Biographie Dr. Michael Laitman

Michael Laitman wird am 31. August 1946 in Vitebsk in der ehem. Sowjetunion als Sohn eines jüdischen Ärzte-Ehepaares geboren. Schon als Teenager fragt er sich, wieso alles so ist wie es ist. Er will wissen wie alles funktioniert und will das ganze System der Welt begreifen. Deshalb beschreitet er nach dem Abitur den wissenschaftlichen Weg und spezialisiert sich auf Bio-Kybernetik. Er sucht nach wissenschaftlichen Antworten, die alles – bis hin zur Existenz aller Objekte – erklären können.

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Erkenntnis der Einheit der Schöpfung

Von Michael Laitman

Der hauptsächliche Schwerpunkt der Wissenschaft der Kabbala ist die gegenseitige Durchdringung aller Teile der Schöpfung: die Erkundung dessen, wie alle Teile der Wirklichkeit aller fünf Welten, von einem Gesetz der Natur geleitet, sich ineinander einschließen, sich vereinigen und verbinden, bis sie ein Ganzes ausmachen, in dem alles ineinander eingeschlossen und miteinander verbunden ist. Ferner entdeckt der Forscher der Höchsten Welt, dass alle Welten und die Wissenschaft der Kabbala selbst in nur zehn Wirklichkeiten vereint sind, die man als die zehn Sefirot bezeichnet (übersetzt aus dem Hebräischen „die zehn Lichter“), die eine Ordnung aus fünf Teilen bilden, die sich nach einem Punkt ordnen, der die Welt der Unendlichkeit bezeichnet. Weiterlesen