Rabash, Notizen 197

Über das Leiden – 1

In der spirituellen Arbeit wird man durch das Leiden gereinigt, ähnlich wie es die Weisen gesagt haben: „Ich werde über euch einen König wie Haman einsetzen, der euch gegen euren Willen auf den rechten Weg bringt“ (Berachot 5a). Das bedeutet, dass die Natur des Willens zu empfangen darin besteht, das Leben genießen zu wollen.

Wenn ein Mensch einen Teil der Seele der Kedusha [Heiligkeit] in sein Herz aufnimmt und die Seele ein Gebender sein will, und der Wille zu empfangen ihm nicht die erforderlichen Kräfte gibt, dann hat der Wille zu empfangen selbst keinen Genuss am Leben. Denn der Wille zu geben gibt ihm keine Ruhe.

Jeden Tag lässt er ihn verstehen, dass es kein Leben ist, wenn er wie ein Tier lebt, das nur nach den Genüssen dieser Welt strebt.

Er wird dadurch des Lebens überdrüssig und empfindet nur noch Leid im Leben, denn bei allem, was er tut und genießen will, wird ihm die Seele der Kedusha [Heiligkeit] keine Befriedigung in diesem Leben geben.

Bis schließlich der Wille zu empfangen selbst zu ihm sagt: „Ich sehe, dass ich keine andere Wahl habe, als dem Willen zu geben zu gehorchen, denn sonst finde ich keine Ruhe.“ Dies wird „gegen euren Willen bringt er euch auf den rechten Weg“ genannt.

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