Dargot 17: Das Konzept der Shechina

Rabash, Dargot Sulam, Artikel 17

Shechina meint den Ort, wo der hier Wohnende (Residierende, Shochen) offenbart wird. Es steht geschrieben: „Die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit.[1]“ Es gibt keinen Ort, der frei von Ihm wäre. Doch damit einher waltet der Aspekt der Verhüllung.

Und dort, wo es die Offenbarung des Ewigen gibt – dieser Ort heißt Shechina, und hier offenbart sich der Shochen (Residierende). Daraus folgt, dass wenn wir von der Shechina sprechen, wir vom Shochen (Residierenden) sprechen, also vom Heiligen, gelobt sei Er, und wenn wir ihn beim Namen „Shechina“ nennen, dann meint dies den Ort der Offenbarung.

Und das bedeutet, dass was in Malchut in Erscheinung tritt, die unteren (Tachtonim) beeinflusst. Also das Maß dessen, was sich von der Göttlichkeit offenbart, und das Maß dessen, was sich offenbart, wird nur in Bezug auf die unteren definiert, denn in Bezug auf den Höheren existiert weder das Konzept der Offenbarung noch das Konzept der Enthüllung.

In einem Gleichnis kann man das so ausdrücken, dass man in Bezug auf den Menschen selbst nicht sagen kann, dass er sich zeigt oder verschwindet, sondern das Erscheinen und das Verschwinden gelten nur in Bezug auf seine Umgebung. Gleiches gilt im Spirituellen, dass also das Konzept von Offenbarung und Verschwinden nur in Bezug auf das Geschöpf Gültigkeit hat.

Daraus folgt, dass, wenn von der Shechina die Rede ist, also wenn wir von dem Maß sprechen, in welchem sich der Schöpfer den unteren offenbart, es sich um das Gleiche handelt, ob wir nun „Schöpfer“ oder „Shechina“ sagen. Die eigentliche Bedeutung hiervon ist die Folgende: Der Heilige, gelobt sei Er, heißt Aspekt der Verhüllung, und Shechina heißt Aspekt der Offenbarung, also dass der Shochen (Residierende) enthüllt ist, also dass hier der Residierende erkennbar und offenbart ist.

Und wenn wir sagen: „Für die Einigung des Heiligen, gelobt sei Er, und Seiner Shechina“, so bedeutet dies, dass sich der Aspekt des Verschwundenen zum Aspekt des Offenbarten gesellen möge. Folglich ist alles die Kategorie des Spirituellen. Wenn wir daher sagen, dass ein Mensch dem Verweilen der Shechina würdig wurde, so bedeutet dies, dass der Mensch der Offenbarung des Shochen (Residierenden) würdig wurde, und das Maß der Offenbarung heißt Shechina, wie oben erklärt.

Und wenn wir sagen, dass die heilige Shechina „die Gesamtheit der Seelen Israels“ heißt, so ist die Bedeutung hiervon wie oben ausgeführt, denn das Konzept der Offenbarung gilt in Bezug auf den Nächsten (auf den anderen). Folglich stellt der Aspekt der Shechina die Offenbarung an die unteren (Tachtonim) dar. Also ist sie die Gesamtheit der Offenbarungen an die unteren, die sich in das Verlangen der unteren einkleiden.

Dabei bedeutet „Verlangen“ oder „Wille“ das Geschöpf, weswegen die Seele als ein Teil des Schöpfers bezeichnet wird. Das Prinzip des „Teils“ wird im Sulam Kommentar ausführlich erklärt, also dass es den Willen zu empfangen gibt, und dass sich durch Korrekturen im Willen zu geben dem Geschöpf das Licht des Schöpfers enthüllt, sich allerdings in Bezug auf den unteren nur ein Teil davon offenbart, also nur das Maß, von dem der Schöpfer wollte, dass die unteren es erkennen.

Folglich lautet die Erklärung von „Seele“, dass es eine Offenbarung der Göttlichkeit in einem gewissen Maße gibt, welches die unteren empfangen können. Also stellen wir fest, dass die Seele nur ein Teil der heiligen Shechina ist, die als „die Gesamtheit der Seelen Israels“ bezeichnet wird.

Das heißt, das ganze Maß, in dem der Heilige, gelobt sei Er, wollte, dass man Ihn erkennt, wird als Sein Wille bezeichnet, den Geschöpfen Gutes zu schenken. Und Seele heißt Teil der Shechina, also der Teil, den der untere gemäß dem Grad seiner Reinheit erreichen kann.

Deswegen sagten die Weisen: „Moses wiegt alle 600.000 auf“, das heißt Moses, Friede sei mit ihm, wurde eines solchen Maßes an Offenbarung der Göttlichkeit würdig, dass der Schöpfer bereit war, sich ganz Israel zu offenbaren. Und es steht geschrieben: „Shechina spricht aus dem Mund[2] von Moshe“, was bedeutet, das Moshe der allgemeinen Enthüllung würdig wurde, genannt Shechina.

[1] Jesaja 6,3

[2] Wörtl. Kehle, Anm. Ü.

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