Shamati 33. Die Lose von Jom Kippur und bei Haman

Ich hörte am 12. Februar 1943

Es steht geschrieben: „Und Aaron werfe Lose über zwei Böcke: Ein Los dem Schöpfer und das andere Los dem Asasel.“[1] Bei Haman steht geschrieben: „Da wurde das Pur, das ist das Los, geworfen“[2] usw.

Man verwendet das Los dort, wo man keine Überprüfung im Verstand durchführen kann, weil der Verstand nicht so weit reicht, um zwischen gut und böse unterscheiden zu können. In diesem Zustand wird das Los geworfen, wenn man sich nicht auf den eigenen Verstand verlässt, sondern auf das, was das Los sagt. Dementsprechend ist es so: Wenn das Wort „Los“ benutzt wird, sagt es aus, dass wir nun über den Verstand gehen.

Bezüglich des siebenten Adar, an dem Moses geboren wurde und starb, müssen wir verstehen, was „Adar“ bedeutet. Es kommt vom Wort Aderet (Mantel), wie es in Elia geschrieben steht: „Und er warf seinen Mantel über ihn.“[3] Aderet kommt vom Wort Aderet Sear (Haar), die als Searot und Dinim definiert sind. In der spirituellen Arbeit sind dies fremdartige Gedanken und Ideen, die den Menschen vom Schöpfer entfernen.

Und hier geht es darum, sie zu überwinden. Obwohl der Mensch viele Widersprüche in Seiner Lenkung sieht, muss er sie dennoch durch Glauben über dem Verstand überwinden und sagen, dass sie wohlwollende Lenkung sind. Das ist die Bedeutung von dem, was über Moses geschrieben steht: „Und Moses verbarg sein Gesicht.“ Das bedeutet, dass er alle Widersprüche sah und sie durch Anstrengung mittels der Kraft des Glaubens über dem Verstand hielt.

Es ist, wie unsere Weisen sagten: Für „Und Moses verbarg sein Gesicht, denn er fürchtete sich hinzusehen“ wurde er belohnt mit „Das Bild des Schöpfers erblickt er“. Das ist die Bedeutung von „Wer ist blind wie mein Diener? Oder taub wie mein Botschafter?“.

Es ist bekannt, dass Ejnaim (Augen) als „Vernunft“, „Verstand“ bezeichnet werden, also die Augen des Verstandes. Wenn wir eine Sache im Verstand begreifen, dann sagen wir: „Wir sehen aber, dass der Verstand und die Vernunft uns dazu zwingen, das zu sagen.“

Einer also, der über den Verstand geht, ist wie einer, der keine Augen hat, und er wird blind genannt, das heißt, er gibt vor, blind zu sein. Und auch einer, der nicht hören will, was die Kundschafter ihm sagen, und vorgibt, taub zu sein, wird taub genannt. Das ist die Bedeutung von „Wer ist blind wie mein Diener? Oder taub wie mein Botschafter?“.

Wenn man allerdings sagt: „Sie haben Augen und sehen nicht! Sie haben Ohren und hören nicht“, so bezieht sich das auf einen, der nicht dem gehorchen will, wozu der Verstand ihn verpflichtet und was die Ohren hören, so wie über Joshua, den Sohn von Nun, geschrieben steht, dass niemals eine schlechte Sache sein Ohr betrat. Das ist die Bedeutung von Aderet Sear, dass er viele Widersprüche und Dinim hatte. Jeder Widerspruch wird Sear (Haar) genannt, und unter jedem Sear gibt es eine Delle.

Das bedeutet, dass sie ein Loch in den Kopf macht, das heißt, dass der fremdartige Gedanke den Kopf des Menschen durchlöchert und durchdringt. Wenn der Mensch viele fremdartige Gedanken hat, dann gilt, dass er viele Searot hat, und das wird als Aderet Sear bezeichnet.

Das ist die Bedeutung von dem, was über Elisha geschrieben steht: „Und Elia ging von dort weg und fand Elisha, den Sohn Shafats, als er pflügte. Zwölf Ochsenpaare gingen vor ihm her, und er selbst war bei dem zwölften. Und Elia ging zu ihm und warf ihm seinen Mantel zu.“[4] (Mit Paar ist ein Ochsenpaar gemeint, da mit zwei Ochsen gleichzeitig gepflügt wurde, die verbunden waren; das wird Ochsenpaar – zemed bakar – genannt.)

Bakar (Ochse) bedeutet Bikoret (Kritik). Und zwölf bezieht sich auf die Ganzheit der Stufe (wie zwölf Monate und zwölf Stunden). Dies bedeutet, dass man bereits alle Unterscheidungen der Searot hat, die man auf der Welt haben kann. Aus den Searot wird dann Aderet Sear. Bei Elisha war dies jedoch in Form des Morgens von Josef, so wie geschrieben steht: „Der Morgen leuchtete und die Männer wurden fortgeschickt, sie und ihre Esel.“ Dies bedeutet, dass man bereits des Lichtes würdig wurde, welches über diesen Widersprüchen ruht. Denn durch die Widersprüche, Kritik genannt – wenn er sie überwinden will, geschieht dies durch das Anziehen des Lichtes auf sie. Dies ist so, wie geschrieben steht: „Demjenigen, der kommt, um rein zu werden, wird geholfen.“

Und da man das Licht bereits auf die gesamte Kritik gezogen hat und nichts weiter hinzuzufügen hat, da die gesamte Kritik in einem vervollständigt worden ist, enden die Widersprüche und die Kritik in einem von alleine. Dies folgt der Regel, dass es keine sinnlose Handlung gibt, da es keinen Handelnden gibt, der ohne Zweck handelt.

Tatsächlich müssen wir wissen, dass jene Dinge, die dem Menschen erscheinen, als würden sie der Lenkung von „gut und Gutes tuend“ widersprechen, nur dazu da sind, damit der Mensch gezwungen sei, dann, wenn er die Widersprüche überwinden möchte, das Höhere Licht auf die Widersprüche zu ziehen.

Sonst kann er diese nicht überwinden. Dies wird „die Erhabenheit des Schöpfers“ genannt, die er ausdehnt, wenn er die Widersprüche hat, die Dinim (Urteile) genannt werden.

Dies bedeutet, dass die Widersprüche nur aufgelöst werden können, wenn man sie überwinden möchte, indem man die Erhabenheit des Schöpfers ausdehnt. Daraus folgt, dass es eben jene Dinim sind, die das Anziehen der Erhabenheit des Schöpfers bewirken. Dies ist die Bedeutung von „und warf ihm den Mantel zu“. Dies bedeutet, dass man danach den ganzen Aderet Sear (Haar-Mantel) Ihm zuschreibt, also dem Schöpfer. Es bedeutet, dass man nun sieht, dass der Schöpfer ihm diesen Mantel mit Absicht gegeben hat, damit er das Höhere Licht darauf ziehe.

Dies kann man jedoch nur danach sehen, was bedeutet, nachdem man bereits das Licht erlangt hat, dass auf diesen Widersprüchen und Dinim ruht, die er zu Beginn hatte. Dies ist so, weil er sieht, dass es ohne die Searot (Haare), das heißt ohne die Abstiege, keinen Ort für das Höhere Licht gäbe, wo es verweilen könnte, da es kein Licht ohne Kli (Gefäß) gibt.

Daher sieht man, dass all die Erhabenheit des Schöpfers, die man erlangt hat, wegen der Searot (Haare) und der Widersprüche, die man hatte, war. Dies ist die Bedeutung von „der Schöpfer in der Höhe ist allmächtig.“ Es bedeutet, dass die Erhabenheit des Schöpfers durch Aderet erlangt wird, und dies ist die Bedeutung von „die Erhebung des Schöpfers ist in ihren Kehlen.“ Dies bedeutet, dass aufgrund der Mängel in der spirituellen Arbeit, dies einen dazu bringt, sich selbst weiter nach Oben zu bringen, da der Mensch ohne einen Schubs zu träge ist, eine Bewegung zu machen, und damit einverstanden ist, in dem Zustand zu verbleiben, in dem er sich befindet.

Wenn er jedoch auf eine niedrigere Stufe hinabsteigt, als er versteht, so gibt ihm das die Kraft der Überwindung, da man in so einem schlimmen Zustand nicht verweilen kann, weil man nicht damit einverstanden ist, in dem Zustand, in den man abgefallen ist, zu verbleiben.

Aus diesem Grund muss er sich jedes Mal überwinden und aus diesem Zustand des Abstiegs herauskommen. In diesem Zustand muss er die „Erhabenheit des Schöpfers“ auf sich ziehen. Dies ermöglicht ihm von Oben höhere Kräfte anzuziehen, da er sonst in absoluter  Niedrigkeit bleibt.

Daraus folgt, dass er jedes Mal durch die Searot allmählich die Erhabenheit des Schöpfers entdeckt bis er die Namen des Schöpfers, die dreizehn Eigenschaften der Gnade genannt werden, enthüllt. Dies ist die Bedeutung von „und der Ältere soll dem Jüngeren dienen“ sowie „der Böse soll es vorbereiten und der Gerechte soll es tragen“ und auch „du sollst deinem Bruder dienen“. Dies bedeutet, dass alle Versklavungen, das heißt alle Widersprüche, die gewesen sind, so erschienen sind, als würden sie die heilige Arbeit stören. Nun, indem man dem Licht des Schöpfers würdig wurde, das über diesen Widersprüchen ruht, sieht man im Gegenteil, dass sie der Kedusha (Heiligkeit) gedient haben. Das bedeutet, dass es durch sie einen Ort gab, an dem sich die Kedusha in ihre Kleider einkleiden konnte. Und dies wird „der Böse bereitet es vor und der Gerechte wird es tragen“ genannt, was bedeutet, dass sie den Kelim (Gefäßen) den Ort für die Kedusha gaben.

Nun können wir darlegen, was unsere Weisen schrieben: „Wurde er würdig, ist er ein Gerechter. Er nimmt seinen und seines Freundes Anteil am Garten Eden.“ „Wurde er schuldig, war er ein Bösewicht. Er nimmt seinen und seines Freundes Anteil an der Hölle.“[5] Dies bedeutet, dass man die Dinim und die fremdartigen Gedanken des Freundes übernimmt, was für die ganze Welt gilt und bedeutet, dass dies der Grund dafür ist, weshalb die Welt mit so vielen Menschen geschaffen wurde, von welchen jeder seine eigenen Gedanken und Meinungen hat, und die alle in einer einzigen Welt zugegen sind.

Dies ist mit Absicht so, damit jeder einzelne in allen Gedanken seines Freundes eingeschlossen sei. Sodass, wenn der Mensch bereut, der Verdienst daraus die Hitkalelut (Vermischung/Integration) sein wird.  Da der Mensch, der Reue tun will, verpflichtet ist, sich selbst und die ganze Welt mithilfe der Waagschale des Verdienstes zu beurteilen, da er selbst alle Meinungen und fremdartigen Gedanken der gesamten Welt beinhaltet. Dies ist die Bedeutung von  „Wurde er schuldig, ist er ein Bösewicht. Er nimmt seinen und seines Freundes Anteil an der Hölle“. Das bedeutet, als er noch ein Bösewicht war, was „schuldig“ genannt wird, bestand der eigene Anteil aus Searot, Widersprüchen und fremdartigen Gedanken. Ebenso war man mit dem Anteil seines Freundes in der Hölle vermischt, was bedeutet, dass man alle Meinungen aller Menschen in der Welt umfasste. Wenn man daher später zu „Wurde er würdig, ist er ein Gerechter“ übergeht, das heißt, nachdem man bereut, so „beurteilt er sich selbst und die ganze Welt mithilfe der Waagschale des Verdienstes“. So erlangt er seinen und seines Freundes Anteil am Garten Eden.

Dies ist so, weil man verpflichtet ist, auch für die fremdartigen Gedanken aller Menschen in der Welt das Höhere Licht anzuziehen, da man mit ihnen vermischt ist und man sie mithilfe der Waagschale des Verdienstes beurteilen muss. Und dies geschieht genau durch die Ausdehnung des Höheren Lichtes auf diese Dinim der Allgemeinheit.

Und obwohl sie dieses Licht nicht selbst bekommen können, das man für sie angezogen hatte, da sie keine Kelim haben, die bereit dafür wären, so hat man es dennoch auch für sie angezogen.

Dennoch müssen wir, gemäß der bekannten Regel, verstehen, dass wer die Ausdehnung des Lichtes in den Höheren Stufen bewirkt, so sagen die Weisen, dass in dem Maße, wie er Licht im Höheren bewirkt hat, er auch von jenen Lichtern bekommt, da er der Verursacher war. Und aus diesem Grund hätten auch die Bösewichte einen Teil des Lichtes erhalten sollen, das sie für die Gerechten verursacht haben. Um dies zu verstehen, muss man die Sache der Lose voranschicken. Es gab zwei Lose, so wie geschrieben steht, „ein Los für den Schöpfer und das andere für Asasel.“

Es ist bekannt, dass das Los eine Angelegenheit über dem Verstand ist. Wenn das Los daher über dem Verstand ist, dann bewirkt es, dass das andere Los für Asasel ist.

Dies ist die Bedeutung von „tosender Sturm auf dem Kopfe der Bösewichte.“ Dies ist so weil er das Höhere Licht durch diese Widersprüche ausdehnte. So vermehrt sich dadurch die Erhabenheit des Schöpfers. Dies ist für die Bösewichte ein Mangel, da ihr gesamtes Verlangen im Verstand ist. Und wenn sich das Licht vermehrt, das auf der Basis „über dem Verstand“ beruht, verblassen sie und werden untätig. Daher haben die Bösewichte nichts außer, dass sie den Gerechten halfen, die Erhabenheit des Schöpfers auszudehnen, und danach werden sie untätig. Und dies wird genannt: „Wurde er würdig, so nimmt er seinen und seines Freundes Anteil am Garten Eden.“ (Was folgt daraus? Nur derjenige, der geholfen hat, die Korrektur auszuführen, damit durch Gute Taten die Enthüllung des Lichtes zur Wirklichkeit wird, dessen Handlungen verbleiben in der Kedusha und er bekommt, was er Oben verursacht, damit es einen Ort der Ausdehnung des Lichtes gibt. In diesem Zustand bekommt der Untere das, was er dem Höheren verursacht.

Jedoch werden die Widersprüche und die Dinim aufgelöst, da sie durch die Erhabenheit des Schöpfers ersetzt werden, welche  „über dem Verstand“ enthüllt wird. Und sie wollen, dass die Erhabenheit insbesondere in den Kelim „im Verstand“ enthüllt werde. Daher werden sie aufgelöst. So kann das gedeutet werden).

Auch die fremdartigen Gedanken jedoch, die die Allgemeinheit verursachte, um die  Erhabenheit auf sie zu ziehen, dieses Licht bleibt für sie. Und wenn sie würdig werden, es zu bekommen, werden sie auch das Licht bekommen, das jeder Einzelne für sie angezogen hat.

Dies ist die Bedeutung von „ein Pfad, der durch den Riss eines Haares geht“[6], der zwischen rechts und links unterscheidet. Und zwei Lose, die an Jom Kippurim waren, was die „Reue aus Furcht“ ist. Ebenso war ein Los an Purim, was „Reue aus Liebe“ ist, da es damals vor dem Bau des Tempels war, als die Reue aus Liebe benötigt wurde. Und es musste vorher eine Notwendigkeit für den Akt der Reue gegeben haben. Diese Notwendigkeit verursacht Dinim und Searot.

Und dies ist die Bedeutung davon, dass Haman die Herrschaft von Oben gegeben wurde, im Sinne von „Ich stelle eine Herrschaft über euch auf, dass er über euch herrschen möge“.

Daher steht geschrieben, dass Haman „ein Pur (Los) geworfen hatte, und dies ist das Schicksal“ im Monat Adar, welcher der zwölfte Monat ist, wie die zwölf Ochsen, so wie bei Elisha geschrieben steht: „zwei Reihen, sechs in einer Reihe“, was der Monat Adar ist, was Aderet Sear bedeutet, welche die größten Dinim sind.

Von hier wusste Haman, dass er Israel besiegen würde, da im Monat Adar Moses gestorben war. Er wusste jedoch nicht, dass Moses in diesem Monat geboren wurde, gemäß dem Sinn von „und sie sahen, dass es gut war“. Dies ist so, weil, wenn man sich im schwierigsten Zustand stärkt, man der größten Lichter würdig wird, die die „Erhabenheit des Schöpfers“ genannt werden.

Dies ist die Bedeutung von „verwobene Seide.“ Indem man würdig wird für „ein[en] Pfad, der durch den Riss eines Haares geht“, „zwei Reihen, sechs in einer Reihe“, gilt „verwoben“ abgeleitet von den Worten „und er beseitigt“ [den] „Fremden“. Dies bedeutet, dass der Fremde, was die Sitra Achra ist, aufgelöst wird und verschwindet, da er die Aufgabe schon beendet hat.

Wir sehen, dass alle Dinim und Widersprüche nur gekommen sind, um die Erhabenheit des Schöpfers zu enthüllen. Daher war es mit Jakob, der ein glatter Mann ohne Haare war, unmöglich die Erhabenheit des Schöpfers zu enthüllen, da er keinen Grund und kein Bedürfnis hatte, sie auszudehnen. Und aus diesem Grunde konnte Jakob die Segnungen Isaaks nicht empfangen, da er keine Kelim hatte und es kein Licht ohne Kli (Gefäß) gibt. Daher riet ihm Rebekka, die Kleider Esaus zu nehmen.

Und dies ist die Bedeutung von „und seine Hand hält die Ferse Esaus.“ Dies bedeutet, dass, obwohl er keinerlei Haare hatte, er sie von Esau nahm. Und dies ist, was  Isaak sah und sagte: „Die Hände sind die Hände von Esau, aber die Stimme ist die Stimme Jakobs“. Das heißt Isaak gefiel diese Korrektur, die Jakob machte, und durch dies entstanden ihm Kelim für die Segnungen.

Und dies ist der Grund, warum wir eine so große Welt mit vielen Menschen benötigen. Es ist so, damit jeder in seinem Freund enthalten sein kann. Daraus folgt, dass jeder einzelne Mensch die Gedanken und Wünsche einer ganzen Welt umfasst. Deshalb wird der Mensch „eine kleine Welt für sich“ genannt. Und dies ist aus dem obigen Grund.

Und dies ist die Bedeutung von „nicht würdig.“ Das heißt, wenn der Mensch noch nicht würdig wurde, dann „übernimmt er seinen Teil und seines Freundes Teil in der Hölle“, was bedeutet, dass er in der Hölle seines Freundes eingeschlossen ist. Und noch mehr als das: Selbst wenn man bereits  seinen Teil der Hölle korrigiert hat, wenn man nicht den Teil seines Freundes korrigiert hat, also den Teil der Welt, der in einen integriert ist, so kann man noch nicht „ganz“ genannt werden.

Hieraus kann man verstehen, dass, auch wenn Jakob selbst glatt war, ohne Haare, er doch die Ferse Esaus festhält. Dies bedeutet, dass er die Haare nimmt, indem Esau in ihn integriert ist.

Wenn man daher würdig wird, sie zu korrigieren, übernimmt man den Teil seines Freundes im Himmel. Dies bezieht sich auf das Ausmaß der Erhabenheit des Höheren Lichtes, das man auf die Searot der Allgemeinheit ausdehnte. Man wird dessen würdig, obwohl die Allgemeinheit dies noch nicht empfangen kann, da ihnen die Eignung dazu fehlt.

Aus dem Gesagten können wir nun den Streit zwischen Jakob und Esau verstehen. Esau sagte: „Ich habe genug“, und Jakob sagte: „Ich habe alles“, das heißt: „zwei Reihen, sechs in einer Reihe“, das heißt innerhalb des Verstandes und über dem Verstand, was der Wille zu empfangen und das Licht der Dwekut (Anhaftung) ist.

Esau sagte: „Ich habe genug“, was das Licht ist, das in die Gefäße des Empfangens kommt, innerhalb des Verstandes. Jakob sagte, er habe alles, das heißt beide Unterscheidungen. Mit anderen Worten: Er nutzt die Gefäße des Empfangens und hat auch das Licht der Dwekut.

Und dies ist die Bedeutung der gemischten Menge (erev rav), welche das Kalb machte und sagte: „Dies ist dein Gott, oh Israel“, das heißt Ele (diese) ohne Mi (wer), was bedeutet, dass sie sich nur mit dem Ele verbinden wollten und nicht mit dem Mi. Dies bedeutet, dass sie nicht beides wollten, was das Mi und das Ele ist, was gemeinsam den Namen Elokim (Gott) bildet, was genug und alles bedeutet. Dies wollten sie nicht.

Dies ist die Bedeutung der Cherubim, welche Krawia und Patia sind. Ein Cherub an einem Ende, der die Unterscheidung von „genug“ ist, und ein Cherub am anderen Ende, der die Unterscheidung von „alles“ ist. Dies ist auch die Bedeutung des Geschriebenen: „Die Stimme, die zu ihm spricht von zwischen den zwei Cherubim.“

Wie kann dies jedoch sein, wo sie doch zwei Enden sind, die einander entgegengesetzt sind? Jedenfalls musste er Patia (einen Narren) machen und so empfangen. Und dies wird über dem Verstand genannt: Obwohl er nichts von dem versteht, was ihm gesagt wird, tut er es dennoch.

Was alles angeht, bezeichnet als Glaube über dem Verstand, so muss sich der Mensch anstrengen, in Freude zu arbeiten, da durch die Freude das wahre Maß von „alles“ in Erscheinung tritt. Wenn man keine Freude hat, so soll der Mensch sich betrüben, da er keine Freude hat, denn dies ist der vordergründige Platz zur Enthüllung der Freude – indem man über dem Verstand arbeitet.

Wenn man also keine Freude an dieser Arbeit hat, so soll man sich selbst deswegen peinigen. Und das ist die Bedeutung von dem Geschriebenen „dessen Herz willig ist“, was bedeutet, krank und bekümmert zu sein, da man keine Freude an dieser Arbeit hat.

Und das ist auch die Bedeutung von „denn du hast dem Schöpfer, deinem Gott, nicht mit Freude gedient bei Überfluss an allem.“ Stattdessen hast du „alles“ beiseite gelassen und nur „genug“ genommen. Also wirst du am Ende weit unten sein und es wird dir an allem mangeln, das heißt, du wirst das „genug“ ebenfalls verlieren. Aber in dem Maß, in dem man „alles“ hat und in  Freude ist, in diesem Maß wird man auch des „genug“ würdig.

Dementsprechend müssen wir „die Frauen, die Tammus beweinten[7]“ interpretieren. Rashi interpretiert,  dass sie Götzendienst verrichteten, weil er Blei in den Augen hatte, und sie es erhitzten, um das Blei aus seinen Augen zu schmelzen.

Wir sollten das Thema des Weinens interpretieren, also dass sie keine Freude hatten, weil es Staub in den Augen gab. Staub ist Bchina Dalet, also das Königreich des Himmels, was Glaube über dem Verstand ist.

Diese Unterscheidung trägt die Form von Staub, ist also unwichtig. Und diese Arbeit hat den Geschmack von Staub, das bedeutet, sie ist so unwichtig wie Staub. Das Gleichnis über die Frauen, die den Tammus beweinten, bedeutet, dass sie diesen Götzendienst verbrennen, weil durch die Erhitzung der Staub aus dem Blei herauskommt.

Dies deutet darauf hin, dass sie um die Arbeit weinen, die ihnen gegeben wurde, um über dem Verstand an Seine wohlwollende Lenkung zu glauben, während sie im Verstand nur Widersprüche in Seiner Lenkung sehen. Diese Arbeit ist die Arbeit der Kedusha, und sie wollen den Staub entfernen, also die Arbeit über dem Verstand, die „Staub“ genannt wird. Die Augen jedoch, als „Sehvermögen“ („Sehen“) bezeichnet, implizieren die Sicht Seiner Lenkung, damit sie innerhalb des Verstandes sei, und das wird als „Götzendienst“ bezeichnet.

Das gleicht einem Menschen, dessen Handwerk darin liegt, Töpfe und Gefäße aus Erde herzustellen, dessen Arbeit es ist, Tontöpfe herzustellen. Die Reihenfolge ist so, dass er zuallererst Kugeln aus Ton macht und dann schneidet und Löcher in die Kugeln macht. Als der kleine Sohn beobachtet, was sein Vater tut, schreit er: „Vater, warum zerstörst du die Kugeln?“ Der Sohn versteht aber nicht, dass das primäre Ziel seines Vaters die Löcher sind, da nur Löcher zu Gefäßen (Empfangsgefäßen) werden können, und der Sohn will die Löcher stopfen, die sein Vater in die Kugeln machte.

So auch hier. Der Staub in den Augen verschließt die Sicht eines Menschen. Wo immer er also hinschaut, findet er Widersprüche in der Lenkung. Dabei ist dies das vollständige Kli, durch welches er Funken bedingungsloser Liebe finden kann, genannt „Freude einer Mizwa.“ Darüber steht geschrieben: „Hätte der Schöpfer ihm nicht geholfen, hätte er nicht gewonnen.“ Das bedeutet, hätte der Schöpfer dem Menschen nicht diese Gedanken gegeben, wäre er unfähig gewesen, jeglichen Aufstieg zu erhalten.

[1] 3. Buch Mose 16,8

[2] Esther 3,7

[3] 1. Könige 19,19

[4] 1. Könige 19,19

[5] Hagiga 15a

[6] Sohar, Teil 15 und im Sulam Kommentar, Abschnitt 33, S. 56

[7] Ezekiel 8

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