Shamati 16: Was ist „Tag des Schöpfers“ und „Nacht des Schöpfers“ in der [spirituellen] Arbeit

Ich hörte im Jahr 1941 in Jerusalem

Die Weisen sagten über den Vers: „Wehe denen, die sich sehnen nach dem Tag des Schöpfers. Wozu [dient] euch der Tag des Schöpfers? Er ist Finsternis und nicht Licht“[1],  dass dies dem Hahn und der Fledermaus gleiche, die auf das Sonnenlicht warteten. Der Hahn sagte zur Fledermaus: „Ich warte auf das Sonnenlicht, weil es meines ist, aber wozu brauchst du das Sonnenlicht?“[2]

Der Sinn der Frage besteht in Folgendem: Die Fledermaus hat doch keine Augen, um zu sehen – also welchen Nutzen hat sie vom Sonnenlicht? Im Gegenteil – für denjenigen, der keine Augen hat, stellt sich das Sonnenlicht als noch größere Finsternis dar.

Dieses Gleichnis muss man verstehen, also welchen Bezug die Augen zur Fähigkeit haben, im Licht des Schöpfers zu sehen, welches in der angeführten Aussage als „Tag des Schöpfers“ bezeichnet wird. Und als Beispiel wird die Fledermaus angeführt, dass jemand, der keine Augen hat, in Finsternis verbleibt.

Und außerdem muss man verstehen, was „Tag des Schöpfers“ bedeutet und was „Nacht des Schöpfers“ bedeutet. Was ist der Unterschied zwischen ihnen? Das Eintreten des Tages definieren wir bei Menschen mit dem Sonnenaufgang, doch wie unterscheiden wir den Tag des Schöpfers?

Und die Antwort besteht darin, dass dies dem Erscheinen der Sonne gleicht. Wenn die Sonne über der Erde aufgeht, nennen wir dies „Tag“, und wenn die Sonne nicht scheint, nennen wir dies „Finsternis.“ So ist es auch in Bezug auf den Schöpfer: Als „Tag“ wird die Offenbarung des Schöpfers bezeichnet und als „Finsternis“ die Verhüllung des Angesichts.

Das heißt, zur Zeit der Enthüllung des Angesichts, wenn dies einem so klar wie der Tag ist, so wird dies „Tag“ genannt, wie die Weisen über das Geschriebene (Psachim 2) sagten: „Wenn es Tag wird, erhebt sich der Mörder, um den Armen und Bedürftigen zu töten, und in der Nacht ist er wie ein Dieb.“ Und da er sagte, dass er „in der Nacht wie ein Dieb ist“, folgt, dass das Licht der Tag ist. Er sagt hier, wenn die Angelegenheit so klar wie das Licht ist, welches über die Seelen kommt, dann ist er ein Mörder und dann ist es möglich, ihn in seiner Seele zu retten. Also sehen wir, dass hinsichtlich des Tages die Gemara diese Angelegenheit so klar wie den Tag erachtet.

Somit bedeutet „Tag des Schöpfers“ die Lenkung des Schöpfers, die Weise, wie Er die Welt lenkt, die nur aus Wohlwollen stattfindet. Wenn zum Beispiel ein Mensch betet, wird sein Gebet umgehend erhört und er bekommt das Erwünschte, wofür er gebetet hat. Und wann immer er sich an den Schöpfer wendet, hat er Erfolg. Eben dies wird als „Tag des Schöpfers“ bezeichnet.

Dagegen bedeutet die Finsternis oder Nacht die Verhüllung des Angesichts. Dies führt zum Zweifel an der wohlwollenden Lenkung und zu fremden Gedanken. Das heißt, die Verhüllung der Lenkung führt dazu, dass beim Menschen all diese fremden Gedanken und Meinungen aufkommen. Dies wird als „Finsternis“ oder „Nacht“ bezeichnet. Mit anderen Worten spürt der Mensch einen Zustand, in welchem sich die ganze Welt für ihn verdunkelt hat.

Auf diese Weise kann man das Gesagte erklären: „Wehe denen, die sich sehnen nach dem Tage des Schöpfers. Wozu [dient] Euch der Tag des Schöpfers? Er ist Finsternis und nicht Licht.“ Diejenigen, die den Tag des Schöpfers erwarten, warten darauf, dass ihnen der Glaube über dem Verstand gegeben wird, dass dieser Glaube so stark sein wird, als würden sie mit eigenen Augen sehen, mit dem sicheren Gefühl, dass es so ist. Also dass der Schöpfer die Welt nur wohlwollend lenkt.

Das heißt, sie wollen nicht sehen, wie der Schöpfer die Welt wohlwollend lenkt, da sich Sehen und Glauben widersprechen. Anders gesagt, besteht Glauben gerade dort, wo es gegen den Verstand geht. Und wenn der Mensch etwas entgegen dem Verstand tut, dann wird dies Glauben über dem Verstand genannt.

Sie glauben also, dass die Weise, wie der Schöpfer seine Geschöpfe lenkt, im Aspekt von „Gut und Gutes tuend“ geschieht. Und dafür, dass sie das nicht in klarer Erkenntnis sehen, sagen sie nicht zum Schöpfer: „Wir wollen die Güte im Aspekt des Sehens innerhalb des Verstandes sehen.“ Vielmehr wollen sie, dass dies bei ihnen in Form des Glaubens über dem Verstand verbleibt.

Sie bitten jedoch den Schöpfer darum, ihnen die Kraft zu geben, damit dieser Glaube so stark sein möge, als würden sie dies im Verstand sehen, also dass es keinen Unterschied zwischen dem Glauben und dem Wissen innerhalb des Verstandes geben möge. Solch ein Zustand wird bei denjenigen, die eine Anhaftung an den Schöpfer begehren, als „Tag des Schöpfers“ bezeichnet.

Mit anderen Worten: Wenn sie das als Wissen fühlen, dann wird das Licht des Schöpfers, welches als die Höhere Fülle bezeichnet wird, in die Kelim des Empfangens eintreten, welche  Gefäße der Trennung genannt werden. Und das wollen sie deswegen nicht, weil es in den Willen zu empfangen eintritt, welcher den Gegensatz zur Heiligkeit darstellt, die dem Willen, für sich zu empfangen, entgegengesetzt ist. Sondern sie wollen eine Anhaftung an den  Schöpfer, die man nur mittels der Angleichung der Form erreichen kann.

Aber um dieses zu erreichen, das heißt, dass der Mensch den Wunsch und die Sehnsucht nach dem Schöpfer haben wird – obwohl er mit der Natur des Willens, nur für sich selbst zu empfangen, erschaffen worden ist – wie ist es dann möglich, etwas zu erreichen, das der Natur gänzlich entgegengesetzt ist? Aus diesem Grund muss sich der Mensch sehr anstrengen, bis er eine zweite Natur erlangt, welche der Wille zu geben ist.

Wenn der Mensch des Willens zu geben würdig wird, dann ist er befähigt, darin die Höhere Fülle ohne Makel zu empfangen, da alle Fehler nur aus dem Willen für sich selbst zu empfangen resultieren. Das heißt, selbst wenn er etwas tut, um zu geben, hegt er tief in seinem Inneren einen Gedanken, dass er eine Gegenleistung für diese Handlung des Gebens, die er nun ausführt, empfangen wird.

In einem Wort – der Mensch ist unfähig, irgendetwas zu tun, wenn er nicht eine Gegenleistung für diese Handlung erhält. Das heißt, er muss genießen. Und jeder Genuss, den der Mensch zum eigenen Nutzen empfängt, muss bei ihm wegen der Trennung eine Trennung vom Leben des Lebens bewirken.

Denn dies verhindert, sich in Anhaftung an den Schöpfer zu befinden, da Dwekut (Anhaftung) anhand der Gleichheit der Form gemessen wird. Daher ist es unmöglich, im reinen Geben ohne eine Beimischung des Empfangens durch eigene Kräfte zu sein. Um daher die Kräfte des Gebens zu erlangen, benötigt man eine zweite Natur, um die Kraft zu haben, die Gleichheit der Form zu erlangen.

Das heißt, der Schöpfer ist der Geber und empfängt dabei überhaupt nichts, da es Ihm an nichts mangelt. Dies bedeutet, dass das, was Er gibt, nicht aus einem Mangel heraus gegeben wird, denn wenn Er niemanden hätte, dem Er geben könnte, dann würde Er dies als Mangel empfinden.

Stattdessen müssen wir es als ein Spiel sehen. Es ist nicht so, dass sein Wunsch zu geben etwas ist, das Er braucht; sondern alles ist wie ein Spiel. Es ist wie unsere Weisen in Bezug auf  die Herrin sagten: „Sie fragte: ‚Was macht der Schöpfer, nachdem Er die Welt erschaffen hat ‘? Die Antwort war: ‚Er sitzt und spielt mit dem Lewiatan (einem Seeungeheuer)‘.“ Wie geschrieben steht: „Dieser Lewiatan, den Du erschaffen hast, um mit ihm zu spielen.“[3]

Der Lewiatan bezieht sich auf Dwekut und Verbindung (wie geschrieben steht „in jedem Zwischenraum Gehänge“). Dies bedeutet, dass das Ziel die Verbindung des Schöpfers mit den Geschöpfen ist. Dies ist nur ein Spiel; es ist keine Sache eines Wunsches oder Bedürfnisses.

Der Unterschied zwischen einem Spiel und einem Wunsch besteht darin, dass alles, was im Wunsch kommt, eine Notwendigkeit ist. Wenn jemand seinen Wunsch nicht erreicht, so ist er im Mangel. Im Spiel jedoch, selbst wenn er das Ziel nicht erreicht, wird es nicht als Mangel betrachtet, wie sie sagen: „Es ist nicht so schlimm, dass ich nicht erreichte, woran ich dachte.“ Denn der ganze Wunsch, den man dafür empfand, war nur spielerisch und nicht ernsthaft.

Es folgt, dass die endgültige Vollkommenheit darin besteht, dass jemandes Arbeit vollständig im Geben sein wird und er weder Wunsch noch Sehnsucht danach haben wird, Genuss für seine Arbeit zu empfangen.

Und dies ist eine hohe Stufe, weil sie im Schöpfer enthalten ist. Und dies wird „der Tag des Schöpfers“ genannt.

Der Tag des Schöpfers wird „Ganzheit“ genannt, wie geschrieben steht: „Es verdunkeln sich die Sterne der Dämmerung, hoffend auf Licht, doch es kommt nicht.“ Licht wird als Ganzheit betrachtet.

Wenn man die zweite Natur erreicht, welche der Wille zu geben ist, die der Schöpfer einem nach der ersten Natur, welche der Wille zu empfangen ist, gibt, und man nun des Willens zu geben würdig wird, dann ist man verpflichtet, dem Schöpfer in Ganzheit zu dienen, und dies wird als „der Tag des Schöpfers“ betrachtet.

Deshalb ist jemand, welcher der zweiten Natur noch nicht würdig wurde, um dem Schöpfer im Geben zu dienen, und erwartet, dessen würdig zu werden – das heißt, er hat sich bereits angestrengt und getan, was er konnte, um diese Kraft zu erlangen –, ein Mensch, der auf den Tag des Schöpfers wartet, damit er die Gleichheit der Form mit dem Schöpfer hat.

Wenn der Tag des Schöpfers kommt, ist er freudig erregt. Er ist glücklich, dass er aus der Herrschaft des Willens, für sich selbst zu empfangen, die ihn vom Schöpfer trennte, herausgekommen ist. Jetzt haftet er an den Schöpfer an und betrachtet dies für sich als Erreichung des Gipfels.

Dies steht im Gegensatz  zu jemandem, dessen Arbeit nur in der Selbsterfüllung besteht. Solange er denkt, dass er irgendeine Belohnung von seiner Arbeit haben wird, ist er glücklich, Doch wenn er sieht, dass der Wille zu empfangen keine Gegenleistung für seine Arbeit erlangen wird, dann verfällt er in Traurigkeit und Faulheit. Manchmal fällt er in [den Zustand, in welchem er] „all das Gute, dass er getan hat, bedauert“ und er sagt: „Darauf habe ich nicht geschworen.“

Überdies ist der Tag des Schöpfers das Erlangen der Kraft des Gebens. Wenn jemandem gesagt würde, dass dies sein Gewinn für die Beschäftigung mit der Tora und den Mizwot sei, dann würde er sagen: „Ich erachte dies als Dunkelheit und nicht als Licht“, denn dieses Wissen bringt ihn zur Dunkelheit.

[1] Amos 5, 18

[2] Talmud, Traktat Sanhedrin 98b

[3] Talmud, Traktat Awoda Sara, S. 3

Die Buchstaben des Rabbi Hamnuna Saba

Aus: The Zohar, Annotations to the Ashlag Commentary, von Michael Laitman

22) Rav Hamnuna Saba sagte: „In den ersten vier Worten der Tora ‚AM ANFANG ERSCHUF DER SCHÖPFER ET – BeReshit Bara Elokim Et beginnen die ersten beiden Worte mit dem Buchstaben Bet, und die folgenden zwei mit Alef (der Buchstabe Alef wird sowohl als „a“ wie auch als „e“ gesprochen). Es wird gesagt ‚Als der Schöpfer wünschte, die Welt zu erschaffen, waren alle Buchstaben noch verborgen, und schon zweitausend Jahre vor der Schöpfung der Welt schaute der Schöpfer in die Buchstaben und spielte mit ihnen.'“

In der Sprache der Kabbala erscheint derselbe Satz folgendermaßen: Als der Schöpfer (Bina) beschloss, die Welt (SoN der Welt Azilut) zu erschaffen, waren die Kelim von SoN (Seir Anpin und Nukwa) immer noch in Bina. Chochma und Bina (Aba we Ima – AwI) heißen 2.000 Jahre. Vor der Erschaffung der Welt (der Geburt von SoN) existierten alle Buchstaben (die Kelim von SoN) in AwI in Form von MAN, und MAN regt immer ein Verlangen im Höheren an, sich darum zu kümmern.

In Bezug auf den unteren Parzuf wird der Höhere als Schöpfer bezeichnet, denn er erzeugt ihn wirklich, und was auch immer der Untere empfängt, kommt direkt von seinem Höheren. Außerdem kann man sagen, dass dies alles ist, was der Höhere wünscht; seine ganze Existenz ist ausschließlich für den Unteren bestimmt. Deshalb wartet der Höhere immer auf die echte Bitte nach dem spirituellen Aufstieg durch den Unteren, welche MAN heißt. Vorausgesetzt, dieser Wunsch ist aufrichtig, antwortet der Höhere sofort und gibt das starke Licht der Korrektur an den Unteren weiter. Weiterlesen

Shamati 53: Die Sache der Begrenzung

Ich hörte am Shabbatabend, am 4. Juni 1943

Die Sache der Begrenzung ist, seinen Zustand, in dem man sich befindet, zu begrenzen und nicht Gadlut(Größe) zu wollen. Vielmehr möchte man im gegenwärtigen Zustand, in welchem man sich befindet, für immer verweilen. Und dies wird „immerwährende Dwekut“ (Anhaftung) genannt. Egal wieviel Gadlut man besitzt, selbst wenn man die kleinste Katnut (Kleinheit) hat, wenn sie auf ewig leuchtet, dann hat man „immerwährende Dwekut“ erlangt.

Wenn man jedoch nach mehr Gadlut strebt, wird dies „Überfluß/Luxus“ genannt.  Und dies ist die Bedeutung von „jeder Kummer wird überflüssig sein“, was bedeutet, dass die Traurigkeit zum Menschen kommt, weil er nach Überflüssigem strebt. Und dies ist das Geheimnis von: Als Israel kamen, um die Tora zu empfangen, brachte Moses die Menschen an den Fuß des Berges, so wie geschrieben steht: „Und sie standen am Fuße des Berges.“

(Berg – Har“ – bedeutet Gedanken – „Hirhurim“). Moses führte sie an das Ende des Gedankens, des Verständnisses und der Vernunft, der niedrigsten Stufe, die es gibt.  Und [dies] nur dann, als sie mit einem solchen Zustand einverstanden waren, darin ohne jegliches Wanken oder jedwede Bewegung zu gehen – sogar in einem solchen Zustand zu verweilen, als wären sie in der größten Gadlut und darüber Freude zu zeigen – was das Geheimnis ist von „Dienet dem Schöpfer mit Freude.“  Das heißt, während der Zeit von Gadlut ist es unpassend zu sagen, dass Er ihnen Arbeit gibt, um in der Freude zu sein, denn während der Zeit von Gadlut kommt die Freude von selbst. Vielmehr wird ihnen zur Zeit der Katnut die Arbeit der Freude gegeben, und dann, zur Zeit der Katnut, sollen sie voll Freude sein, obwohl sie Katnut fühlen. Und dies ist eine große Arbeit.

Dies wird „wesentlicher Kern der Stufe“ genannt, was ein Aspekt von Katnut ist. Dieser Aspekt muss dauerhaft sein. Und Gadlut ist nur ein Zusatz. Und man sollte sich nach dem Wesentlichen sehnen, nicht nach den Zusätzen.

Shamati 30: Das Wichtigste ist, nur geben zu wollen

Ich hörte am 20. März 1943

Das Wichtigste ist, nichts zu wollen, außer wegen Seiner Größe geben zu wollen, da jegliches Empfangen verdorben ist. Es ist unmöglich, aus dem Empfangen herauszukommen; man kann nur auf der zweiten Seite gehen, nämlich dem Geben.

Die aufrüttelnde Kraft, gemeint ist die ausdehnende Kraft und die Kraft, die zum Arbeiten verpflichtet, ist nur Seine Größe. Der Mensch sollte daran denken, dass er sich letztendlich anstrengen und arbeiten muss und durch diese Kräfte einen Nutzen und Genuss erlangt. Das heißt, mit der Kraft und Anstrengung, die ein Mensch gibt, kann er einen begrenzten Körper, der ein vorübergehender oder ewiger Gast sein kann, erfreuen. Das bedeutet, dass seine Energie in der Ewigkeit verbleibt.

Das ähnelt einem Menschen, der die Kraft hat, ein ganzes Land zu bauen, aber nur eine Hütte baut, die durch einen starken Sturm zerstört wird. Daraus folgt, dass all diese Kräfte umsonst waren. Wenn man jedoch in der Kedusha (Heiligkeit) verbleibt, dann verbleiben auch alle Kräfte in der Ewigkeit. Und nur von diesem Ziel sollte der Mensch das Fundament seiner Arbeit erhalten. Und alle anderen Grundlagen sind ungeeignet.

Die Kraft des Glaubens ist ausreichend, damit der Mensch im Geben arbeiten kann. Damit ist gemeint, dass der Mensch daran glauben kann, dass der Schöpfer seine Arbeit empfängt. Auch wenn diese Arbeit in seinen Augen nicht so wichtig ist, so erhält der Schöpfer trotzdem alles. Alle Arbeiten, welcher Art sie auch sein mögen, sind von Ihm gewünscht und willkommen, wenn der Mensch seine Arbeit Ihm widmet

Daraus folgt, dass, wenn der Mensch den Glauben nutzen möchte, um zu empfangen, ihm der Glaube nicht ausreichen wird. Das bedeutet, dass er in dieser Zeit Zweifel am Glauben hat. Der Grund ist, dass das Empfangen nicht die Wahrheit ist. Das bedeutet, dass der Mensch tatsächlich nichts von seiner Arbeit hat; nur der Schöpfer wird etwas von dieser Arbeit haben.

Daher sind die Zweifel des Menschen wahr. Mit anderen Worten: Diese fremden Gedanken, die auftauchen, sind für ihn wahre Argumente. Doch wenn der Mensch den Glauben nutzen möchte, um auf dem Weg des Gebens zu gehen, wird er sicherlich keine Zweifel am Glauben haben. Und wenn er aber zweifelt, muss er wissen, dass er sicherlich nicht auf dem Weg des Gebens gehen möchte, denn zum Geben reicht ihm der Glaube aus.

Die Botschaft in Matan Tora

Bnei Baruch

In den drei Aufsätzen „Matan Tora“ (Gabe der Tora), „Arwut“ (Die Gegenseitige Bürgschaft) und „Der Frieden“, lehrt uns Baal HaSulam die Notwendigkeit einer umfassenden Gesellschaft, um das Ziel der Schöpfung zu erreichen. Er zeigt auf, warum eine einzelne Person ohne die restlichen Menschen in der Welt ihr Ziel nicht erreichen kann und dass nur die richtige Kombination aus gesellschaftlicher Einheit und dem Wirken des Schöpfers die Menschheit mit Frieden, Wohlstand und der Verwirklichung unseres menschlichen Potenzials belohnen wird. Weiterlesen

Shamati 159: Und es geschah während jener vielen Tage

Ich hörte

„ Und es geschah während jener vielen Tage, dass der König von Ägypten starb, und die Kinder Israels ächzten und wehklagten unter der Arbeit, und es stieg empor zu Gott ihr Geschrei wegen der Arbeit; und Gott hörte ihr Ächzen“.  Das bedeutet, dass sie solche Qualen erlitten, dass sie diese nicht mehr zu ertragen vermochten. Und sie flehten in ihren Gebeten, bis „ihr Geschrei zu Gott empor stieg“. Wir sehen jedoch, dass sie sagten: „Wäre das, was wir hatten… als wir bei den Fleischtöpfen saßen und Brot in Hülle und Fülle zu essen hatten“. Und sie sagten auch: „Wir gedenken der Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen und der Kürbise, der Melonen, des Lauchs, der Zwiebeln und des Knoblauchs“.

Die Sache ist, dass ihnen die Arbeit für Ägypten tatsächlich gut gefiel. Und das ist der Sinn von „Und sie vermischten sich mit den Nationen und lernten von deren Taten“. Das heißt, wenn also das Volk Israel unter der Herrschaft irgendeines Volkes steht, herrscht dieses Volk über sie und sie sind nicht in der Lage, aus dessen Herrschaft zu entkommen. Dann hätten sie bereits genügend Geschmack an dieser Arbeit gekostet und hätten nicht mehr erlöst werden können.

Was also tat der Schöpfer? „Der König von Ägypten starb“, das heißt, sie verloren diese Knechtschaft. Natürlich konnten sie dann nicht länger arbeiten; sie verstanden, dass ohne die Vollkommenheit von Mochin auch der Dienst unvollkommen ist. Deswegen „ächzten die Kinder Israels unter der Arbeit“. Arbeit bedeutet, dass sie in der Arbeit keine Befriedigung fanden, das heißt, der Dienst gab ihnen keinerlei Lebenskraft.

Und das ist die Bedeutung von „Der König von Ägypten starb“, dass alle Herrschaft des Königs von Ägypten, welcher derjenige war, der sie ernährte und unterhielt, starb. Deswegen hatten sie Raum für das Gebet. Und sie wurden sofort erlöst. Und später, als sie durch die Wüste gingen und in den Zustand von Katnut (Kleinheit) gelangten, sehnten sie sich zurück nach dem Dienst, den sie vor dem Tod des Königs von Ägypten verrichteten.

Shamati 136: Der Unterschied zwischen den ersten Briefen und den letzten Briefen

Ich hörte zu Purim im Jahr 1947

Der Unterschied zwischen den ersten Briefen und den letzten Briefen besteht nur in der Abschrift des Geschriebenen, das heißt im Inhalt des Geschriebenen, das vom Palast des Königs ausging, wobei die Schreiber des Königs den Inhalt erweiterten, damit der Inhalt klarer wird.

Im Inhalt hieß es einfach, „dass sie gerüstet seien auf diesen Tag“. Und die Schreiber erklärten, dass es den Völkern obliegt, darauf vorbereitet zu sein, sich an den Juden zu rächen. Und diese Kraft war derart, dass Haman denken sollte: „Wem wird wohl der König gerne Ehre erweisen, außer mir?“ Daher schrieb er in den letzten Briefen ausdrücklich, direkt vom König, „dass die Juden sich rüsten sollten“. Umgekehrt schrieb er in den ersten Briefen nicht ausdrücklich „die Juden“. Darum hatten sie die Kraft, anzuklagen.

Diese Kraft wurde deshalb gegeben, weil man keinen Wunsch nach dem Empfangen der Lichter rechtfertigen darf, also die Höheren Lichter nach unten weiterzuführen, da alle Arbeit im Geben besteht, und daher hat er keine Möglichkeit mehr, etwas von unten her auszubreiten. Dadurch also, dass er Haman Kraft gibt, will dieser gerade die Größeren Lichter, wie sein Name zeugt: „Haman der Agagi“, also Gag (Dach, obere Grenze) einer Stufe, was GaR ist.

Shamati 32: Das Schicksal ist eine Erweckung von Oben

Ich hörte am 10. Februar 1943

Das Schicksal ist eine Erweckung von Oben, wobei der untere nichts dazu beiträgt. Dies ist die Bedeutung von „er warf ein Los (Pur) des Schicksals.“ Haman klagte und sagte: „…aber die Gesetze des Königs halten sie nicht ein.“

Dies bedeutet, dass die Versklavung für den Arbeitenden in einem Zustand von lo liShma (nicht für Ihren Namen) beginnt, das heißt im Empfangen für sich selbst. Warum wurde ihnen dann die Tora gegeben, sodass sie danach liShma würdig werden und man ihnen die Lichter und die höheren Erkenntnisse gibt?

Dann kommt der Kläger und fragt: „Warum wurden ihnen diese erhabenen Dinge gegeben, für die sie nicht arbeiteten und die sie nicht erhofften, sondern ihre ganzen Gedanken und Ziele betrafen nur ihre eigenen Bedürfnisse, genannt lo liShma?“ Dies ist die Bedeutung von „Der Frevler bereitet es vor, aber der Gerechte wird es tragen“.

Das bedeutet, dass er zunächst einmal im Zustand eines Frevlers gearbeitet hat, das heißt lo liShma, also für den Empfänger. Danach wird er liShma würdig, was bedeutet, dass nun all die Arbeit in den Bereich der Kedusha (Heiligkeit) eingeht, das heißt alles, um zu geben. Dies ist die Bedeutung von „der Gerechte wird es tragen“.

Das ist die Bedeutung von „Purim ist wie Jom Kippurim (Versöhnungstag).“ Purim ist eine Erweckung von Oben, und Jom Kippurim ist ein Erwachen von unten, das heißt durch Reue. Doch auch dort gibt es eine Erweckung von Oben, entsprechend den Losen, die es dort gab: „Ein Los für den Schöpfer und ein Los für Asasel“, und der Schöpfer ist der Klärende.

Shamati 229: Hamantaschen

Ich hörte in der Nacht von Purim, nach der Lesung der Megilla, am 3. März 1950

Über den Brauch, Haman-Tashim, also Hamans Taschen zu essen: Er [Baal HaSulam] sagte, da der Mensch verpflichet sei, an Purim so betrunken zu sein, dass er zwischen dem verfluchten Haman und dem gesegneten Mordechai nicht mehr zu unterscheiden vermag, esse man Hamantaschen. Dadurch sollen wir uns daran erinnern, dass Haman uns nichts als Taschen gebracht hat, also Kelim (Gefäße), nicht aber das Innere. Das bedeutet, dass man nur die Kelim von Haman empfangen kann, und nicht die Lichter, genannt „Inneres“. Dem ist so, weil sich die größten Kelim des Empfangens in Hamans Hand befinden, und diese müssen wir ihm wegnehmen.

Die Lichter können aber nicht mit den Kelim von Haman angezogen werden, und das geschieht eben nur durch die Kelim von Mordechai, welche Kelim des Gebens sind; auf die Kelim des Empfangens aber gab es einen Zimzum (Einschränkung). Und das wird in dem Vers erklärt: „Haman aber dachte in seinem Herzen: Wem wird wohl der König gerne Ehre erweisen außer mir?“ Und das wird wahres Verlangen zu empfangen genannt. Deswegen sagte er, man solle die Königskleider bringen, die der König getragen, und ein Pferd, das der König geritten habe. Doch in Wahrheit können die Kelim von Haman, genannt Kelim des Empfangens, aufgrund des Zimzum nichts empfangen. Er hat nur ein Verlangen und einen Mangel (Chissaron), das heißt, er weiß, was er zu fordern hat. Deswegen steht geschrieben: „Der König sprach zu Haman: ‚Eile und nimm das Kleid und das Pferd, wie du gesagt hast, und tu also mit Mordechai, dem Juden‘“.

Und das wird genannt „Lichter von Haman in den Kelim von Mordechai“, also in den Kelim des Gebens.

Shamati 37: Ein Artikel zu Purim

Ich hörte im Jahr 1948

Wir müssen in der Megilla einige Feinheiten verstehen:

  1. Es steht geschrieben: „Nach diesen Begebenheiten machte der König Achashwerosh Haman groß“. Wir müssen verstehen, was „Nach diesen Begebenheiten“ ist, was bedeutet, nachdem Mordechai den König gerettet hatte. Es erscheint vernünftig, dass der König Mordechai hätte befördern sollen. Aber wie heißt es? Dass Er Haman groß machte.
  2. Als Ester dem König sagte: „Denn wir sind verkauft worden, ich und mein Volk“, fragte der König: „Wer ist das, und wo ist er“? Das bedeutet, dass der König nichts davon wusste, obgleich es ausdrücklich heißt, dass der König zu Haman sprach: „Das Silber ist dir gegeben, und dazu das Volk, mit ihm zu verfahren, wie es gut ist in deinen Augen“. Somit sehen wir, dass der König vom Verkauf wusste.
  3. Über „… zu tun nach dem Willen eines jeglichen Mannes“ sagten unsere Weisen: „Rabba sagte: ‚…zu tun entsprechend dem Willen, sowohl von Mordechai als auch von Haman‘“. Es ist bekannt, dass, wenn nur vom „König“ die Rede ist, sich dies auf den König der Welt bezieht. Wie kann es daher sein, dass der Schöpfer entsprechend dem Willen eines Bösen handeln möchte?
  4. Es steht geschrieben: „Mordechai wusste alles, was geschah“. Das bedeutet, dass nur Mordechai wusste, denn zuvor heißt es: „und die Stadt Shushan war verstört“. Folglich wusste die ganze Stadt Shushan davon.
  5. Es steht geschrieben: „Denn eine Schrift, geschrieben im Namen des Königs, und mit dem Siegelring des Königs besiegelt, darf kein Mensch widerrufen“. Wie gab er also anschließend die zweiten Briefe heraus, welche die ersten Briefe letztendlich aufhoben?
  6. Was bedeutet es, dass unsere Weisen sagten: „An Purim soll man sich derart betrinken, bis man zwischen ‚verflucht sei Haman’ und ‚gesegnet sei Mordechai’ nicht mehr unterscheiden könne“?Was bedeutet es, dass unsere Weisen über den Vers „Und das Trinken geschah nach dem Gesetz“ sagten: Was bedeutet „nach dem Gesetz“? Rabbi Chanan sagte im Namen von Rabbi Meir: „Nach dem Gesetz der Tora“. Wie lautet das Gesetz der Tora? Mehr essen als trinken.

Um das oben Genannte zu verstehen, müssen wir zuerst die Angelegenheit von Haman und Mordechai verstehen. Unsere Weisen sagten über den Vers: „Entsprechend dem Willen eines jeden Mannes“, was Haman und Mordechai bedeutet. Wir sollten dies so darlegen, dass der Wunsch Mordechais „die Regel der Tora“ genannt wird, welche mehr essen als trinken ist. Und Hamans Wunsch ist das Gegenteil – mehr trinken als essen.

Wir fragten: „Wie kann es sein, dass Er ein Mahl gemäß dem Willen eines Frevlers bereitet“? Die Antwort dazu steht daneben geschrieben: „Es gibt keinen Zwang“. Das bedeutet, dass das Trinken nicht zwingend war, und dies ist die Bedeutung von „keiner übte Zwang aus“.

Es ist so, wie unsere Weisen über den Vers „und Moses verbarg sein Gesicht, denn er scheute sich, zu Gott aufzuschauen“ berichten. Sie sagten, dass als Dank für „und Moses verbarg sein Gesicht“, er mit „er wird das Bild des Ewigen schauen“ belohnt wurde. Das bedeutet, dass gerade, weil er das nicht brauchte (was bedeutet, er konnte einen Massach (Schirm) darüber errichten), ihm infolgedessen erlaubt wurde, zu empfangen. Es steht außerdem geschrieben: „Ich leiste Beistand dem Helden“. Das heißt, demjenigen, der heldenhaft ist und auf Seinen Wegen wandeln kann, hilft der Schöpfer.

Es steht geschrieben: „Und das Trinken geschah gemäß dem Gesetz“. Was bedeutet „gemäß dem Gesetz“? Es steht geschrieben: „Keiner übte Zwang aus“. Das bedeutet, dass er das Trinken nicht brauchte, doch sobald sie anfingen zu trinken, fielen sie in dessen Bann. Dies lässt darauf schließen, dass sie mit dem Trinken verbunden waren, was bedeutet, dass sie das Trinken brauchten. Andernfalls könnten sie nicht vorankommen.

Dies heißt „Zwang“, und bedeutet, dass sie die Methode Mordechais auslöschten. Dies ist auch die Bedeutung dessen, was unsere Weisen sagten, dass diese Generation dazu verurteilt war, zugrunde zu gehen, da sie die Mahlzeit eines Frevlers genossen.

Mit anderen Worten: Hätten sie das Trinken in Form von „keiner übte Zwang aus“ empfangen, hätten sie Mordechais Wunsch nicht ausgelöscht, und dies ist die Methode Israels. Jedoch danach, als sie das Getränk in Form von „Zwang“ nahmen, folgte daraus, dass sie selbst das Gesetz der Tora zum Tode verurteilten, was der Aspekt Israels ist.

Dies ist die Bedeutung von mehr essen als trinken. Trinken bezieht sich auf die Enthüllung von Or Chochma (Weisheit), genannt „Wissen“. Andererseits wird das Essen als Or Chassadim (Licht der Gnade) bezeichnet, was Glauben ist.

Dies ist die Bedeutung von Bigthan und Teresh, die an den König der Welt Hand anlegen wollten. „Und die Sache wurde kund dem Mordechai … die Sache wurde untersucht und für derart befunden“. Diese Sache des Bittens geschah nicht auf einmal; und Mordechai erlangte es nicht auf leichte Weise, sondern nach großen Mühen wurde ihm die Sache dieses Makels offenbart. Sobald ihm dies klar enthüllt wurde, „wurden beide gehängt“das heißt nach der Empfindung des darin enthaltenen Makels, wurden sie erhängt, was bedeutet, sie entfernten diese Handlungen und Verlangen aus der Welt.

„Nach diesen Dingen“, das heißt nach all der harten Arbeit und Anstrengung, die Mordechai aufgrund der Klärung geleistet hatte, wollte ihn der König für seine Anstrengung, nur liShma (für Ihren Namen) und nicht für sich selbst zu arbeiten, belohnen. Es gibt die Regel, dass der Untere ohne Bedarf nichts empfangen kann, da es ohne Gefäß kein Licht gibt und ein Gefäß als Verlangen bezeichnet wird. Und da er für sich selbst nichts benötigt, wie kann ihm irgendetwas gegeben werden?

Hätte der König Mordechai gefragt, was er ihm für seine Mühen geben solle, da Mordechai ein Gerechter ist, dessen Arbeit nur darin liegt zu geben, ohne jegliches Bedürfnis Stufen aufzusteigen,  der sich mit wenig zufrieden gab, dann hätte ihm der König das Licht der Weisheit gegeben, welches sich von der Linken Linie ausdehnt, doch Mordechais Arbeit war nur von der Rechten Linie.

Was tat der König? Er beförderte Haman, was bedeutet, er gab der Linken Linie Wichtigkeit. Dies ist die Bedeutung von „und setzte seinen Stuhl über alle Minister“. Zusätzlich gab er ihm die Macht, was bedeutet, alle Sklaven des Königs knieten nieder und verneigten sich vor Haman, „denn so hatte es der König geboten“, damit er die Herrschaft bekäme. Und jeder akzeptierte ihn.

Die Sache des Kniens ist die Anerkennung der Herrschaft, da sie die Art von Haman bei der Arbeit mehr mochten als die Art von Mordechai. Alle Juden in Shushan akzeptierten die Herrschaft Hamans, denn es war schwer für sie, Mordechais Sichtweise zu verstehen. Schließlich verstand jeder, dass die Arbeit des Gehens auf der Linken Linie, „Wissen“ genannt, für das Wandeln auf den Pfaden des Schöpfers leichter ist.

Es steht geschrieben, dass sie fragten: „Warum übertrittst du das Gebot des Königs“? Da sie erkannten, dass Mordechai auf seiner Meinung über das Wandeln auf dem Pfad des Glaubens beharrte, gelangten sie in einen Zustand der Verwirrung und wussten nicht, welche Seite die richtige war.

Sie gingen und fragten Haman, wer Recht hätte, wie geschrieben steht: „Sie sagten es Haman“, um zu sehen, ob die Worte Mordechais standhalten würden; denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude sei. Das bedeutet, dass der Weg des Juden ‘mehr essen als trinken‘ ist, was bedeutet, dass der Glaube die Grundlage bildet, und dies ist das ganze Fundament des Judentums.

Dies bewirkte bei Haman eine sehr große Störung. Warum sollte Mordechai mit ihm nicht einer Meinung sein? Demzufolge, als alle den Weg von Mordechai sahen, der behauptete, dass nur er den Weg des Judentums gehe, und jene, die einen anderen Weg nehmen, als Götzenanbeter betrachtet werden. Es steht geschrieben: „Doch all das gilt mir nichts, in jedem Augenblick, da ich Mordechai, den Juden, am Tore des Königs sitzen sehe“. Dies ist so, weil Mordechai behauptet, das Tor zum König erreicht man allein durch ihn, nicht durch Haman.

Nun können wir verstehen, warum geschrieben steht: „Mordechai wusste“, was bedeutet, dass es ausdrücklich Mordechai war, der  wusste. Aber es steht geschrieben: „und die Stadt Shushan war verwirrt“, was bedeutet, dass alle es wussten.Wir sollten dies so darlegen, dass die Stadt Shushan verwirrt war und nicht wusste, wer Recht hatte. Doch Mordechai wusste: Eine Herrschaft Hamans würde, Gott behüte, die Vernichtung des Volkes Israel bedeuten. Mit anderen Worten: Er würde ganz Israel aus der Welt auslöschen, das heißt, den Weg des Judentums des Volkes Israel,  dessen Arbeitsgrundlage der Glaube über dem Verstand ist, „verhüllte Chassadim (Barmherzigkeit)“ genannt, dem Schöpfer mit geschlossenen Augen zu folgen und immer über sich selbst zu sagen: „Augen haben sie, und sehen nicht“, denn Haman stützt sich vollständig auf die Linke Linie, Wissen genannt, was das Gegenteil von Glauben ist.

Dies ist die Bedeutung der Lose, die Haman warf, wie es an Jom Kippur (Tag der Versöhnung) war, wie geschrieben steht: „Ein Los für den Ewigen und ein Los für Asasel“. Das Los für den Ewigen bedeutet die Eigenschaft von „rechts“, Chassadim (Barmherzigkeit) „essen“ genannt, was Glaube ist. Ein Los für Asasel ist die Linke Linie, im Grunde „zu nichts gut“, und die ganze Sitra Achra (die andere Seite) geht hieraus hervor.

Demzufolge breitet sich eine Blockierung auf den Lichtern von der Linken Linie aus, da einzig die Linke Linie die Lichter einfriert. Dies ist die Bedeutung von „er ließ ein Pur fallen, das heißt ein Los“, was bedeutet, es erklärt, was er fallen ließ. Es heißt „Pur“, welches auf Pe Or deutet (ein Mund aus Licht, ausgesprochen Pe Or).

Durch das Los für Asasel wurden all diese Lichter blockiert und man sieht, dass er alle Lichter niederwirft. Haman dachte: „Der Gerechte wird es vorbereiten und der Bösewicht wird es tragen“.

Mit anderen Worten: Haman dachte, dass er die Belohnung für alle Anstrengungen und Mühen erhalten würde, die Mordechai gemeinsam mit allen, die ihn begleiteten, auf sich genommen hatte, und die sie verdienten.

Dies bedeutet, dass Haman dachte, dass er die Lichter, die durch die Korrekturen Mordechais erscheinen, in seinen eigenen Besitz nehmen würde. All dies geschah, weil er sah, dass ihm der König die Macht gab, das Licht von Chochma nach unten zu ziehen.  Als er daher zum König kam und äußerte „die Juden zu vernichten“, das heißt die Herrschaft Israels aufzuheben, was Glaube und Barmherzigkeit ist und das Wissen in der Welt offensichtlich zu machen, antwortete ihm der König: „Das Silber ist dir gegeben, ebenso das Volk, dass du mit ihnen tust, was dir richtig erscheint“. was bedeutet,  wie es in Hamans Augen gut erscheint, gemäß seiner Herrschaft, die links und Wissen ist.

Der Unterschied zwischen den ersten und den zweiten Briefen liegt im Wort „Juden“. In der Abschrift des Textes (die Abschrift ist der Inhalt, der vom König kam. Anschließend wird die Abschrift des Textes mit Interpretationen ausgelegt, sodass die Absicht der Abschrift erklärt wird.) Es steht geschrieben: „Es soll als Dekret herausgegeben werden in jedem einzelnen Land, offensichtlich für alle Völker, dass sie für diesen Tag bereit sein sollten“. Und es steht nicht geschrieben, wer gemeint ist, sondern nur Haman interpretierte die Abschrift des Textes, wie geschrieben steht: „Und es wurde geschrieben gemäß allem, was Haman befahl“.

Und in den zweiten Briefen steht das Wort „Juden“ geschrieben, es heißt: „Die Abschrift des Textes soll als Dekret herausgegeben werden in jedem einzelnen Land, offensichtlich für alle Völker und die Juden sollen für diesen Tag bereit sein, sich an ihren Feinden zu rächen“.

Als daher Haman vor den König trat, sagte ihm der König: „Das Silber, das vorbereitet wurde, wird dir gegeben, was bedeutet, dass du nichts weiter tun musst, da das Volk ebenso dir gegeben ist, damit du mit ihm tust, was dir richtig erscheint.‘“

Dies bedeutet, dass das Volk bereits tun will, was dir richtig erscheint, was bedeutet, das Volk will deine Herrschaft annehmen. Aber der König sagte ihm nicht, er solle die Herrschaft Mordechais und der Juden aufheben. Es war hingegen im Vorfeld vorbereitet worden, dass es nun zu diesem Zeitpunkt eine Enthüllung von Chochma (Weisheit) geben würde, was so ist wie Gefallen in deinen Augen zu finden.

Die Abschrift des Textes „soll als Dekret herausgegeben werden, in jedem einzelnen Land, offensichtlich für alle Völker“. Dies bedeutet, dass dieses Dekret eine Bekanntmachung war, dass die Enthüllung von Chochma für alle Nationen ist.

Aber es stand nicht geschrieben, dass die Aspekte Mordechai und die Juden aufgehoben werden sollten, welche der Aspekt des Glaubens sind. Die Absicht war hingegen, dass es eine Enthüllung von Chochma (Weisheit) geben würde aber sie dennoch Chassadim (Barmherzigkeit) wählen würden.

Haman sagte, da nun die Zeit der Enthüllung von Chochma sei, so sei die Enthüllung von Chochma gewiss gegeben, um Chochma zu nutzen, denn wer tut etwas, das nicht zu seinem Nutzen ist? Denn wenn es nicht genutzt wird, dann war die Handlung zwecklos. Es muss daher der Wille des Schöpfers sein. Und der Schöpfer hat diese Offenbarung gemacht, um Chochma zu benutzen.

Mordechais Behauptung war es, dass die Enthüllung nur zeigen soll, dass das, was sie für sich selbst nehmen, um in der rechten Linie zu gehen, was verborgene Chassadim sind, nicht geschieht, weil es keine Wahl gibt, und sie deshalb diesen Weg gehen.

Und dies sieht wie Zwang aus, was bedeutet, dass sie keinen anderen Rat haben, da es im Augenblick keine enthüllte Chochma gibt. Sondern jetzt, wo Chochma enthüllt ist, gibt es Raum für eine Wahl aus ihrem freien Willen heraus. Mit anderen Worten, sie ziehen den Weg von Chassadim der Linken vor, welche die Enthüllung von Chochma ist.

Dies bedeutet, dass es die Enthüllung nur gab, damit sie die Wichtigkeit von Chassadim aufdecken konnten, dass ihnen dies wichtiger ist als Chochma. Und dies ist so, wie unsere Weisen sagten: „Bis hierher unter Zwang, von hier an freiwillig“. Und dies ist die Bedeutung von: „Die Juden erfüllten und nahmen auf sich“. Daraus folgt, dass die Aufdeckung von Chochma jetzt nur deshalb kommt, damit sie den Weg der Juden freiwillig annehmen konnten.

Und hierin lag der Streit zwischen Mordechai und Haman. Die Behauptung Mordechais war, dass das, was wir nun sehen, dass der Schöpfer die Herrschaft von Chochma enthüllt, nicht dafür ist, um Chochma zu empfangen, sondern um Chassadim zu preisen.

Was bedeutet, dass sie nun Raum haben werden, zu zeigen, dass ihr Empfangen von Chassadim freiwillig geschieht, dass sie nun Raum haben Chochma zu empfangen, da nun die Zeit der Herrschaft der Linken ist, dass Chochma leuchtet und sie dennoch Chassadim wählen. Daher zeigen sie jetzt dadurch, dass sie Chassadim empfangen, dass die Rechte über die Linke herrscht.

Somit ist das Jüdische Dekret das Wichtigste. Und Haman behauptete das Gegenteil, das was der Schöpfer nun offenbart, die Linke Linie, welche Chochma ist, dient nur dazu, um Chochma zu benutzen.  Sonst würde das bedeuten, dass der Schöpfer unnötig etwas geschaffen hätte, das heißt, Er hätte etwas geschaffen und es ist niemand da, um es zu genießen. Wir sollten daher nicht beachten, was Mordechai sagt, sondern alle sollten auf seine Stimme hören und die Offenbarung von Chochma nutzen, die nun erschienen ist.

Dementsprechend haben die zweiten Briefe die ersten nicht aufgehoben. Vielmehr lieferten sie eine Erklärung und Auslegung für die erste Abschrift des ersten Textes, dass die Veröffentlichung an alle Völker, die Offenbarung von Chochma, die nun erscheint, für die Juden ist. Mit anderen Worten, dies ist so, damit die Juden freiwillig Chassadim wählen konnten und nicht, weil sie keinen anderen Weg wählen konnten.

Daher steht in den zweiten Briefen, „dass die Juden für diesen Tag bereit sein müssen, sich an ihren Feinden zu rächen“. Dies bedeutet, dass die Herrschaft, die Chochma nun hat, den Zweck hat, zu zeigen, dass sie Chassadim Chochma vorziehen, und dies wird „sich an ihren Feinden zu rächen“ genannt. Denn ihre Feinde wollen ausdrücklich Chochma, wohingegen die Juden Chochma zurückweisen.

Nun können wir verstehen, was wir über die Frage des Königs gefragt haben: „Wer ist er und wo ist er, dass er es wagt, in seinem Herzen anzunehmen so zu handeln“? Und warum hat Er gefragt? Hatte doch der König selbst zu Haman gesagt: „Das Silber ist dir gegeben, und dazu das Volk, mit ihm zu verfahren, wie dir richtig erscheint“.

(Wie wir bereits gesagt haben, ist die Bedeutung hiervon, dass die Angelegenheit der Enthüllung von Chochma mit der Absicht geschieht, dass das Volk verfahren wird, wie es in seinen (Hamans) Augen gut ist, was bedeutet, dass es eine Wahlmöglichkeit gibt. Und dies wird genannt: „Das Volk soll so handeln, wie es dir richtig erscheint“. Wenn es jedoch keine Enthüllung von Chochma gibt, gibt es keinen Raum für die Wahl, sondern sie nehmen die Chassadim, so scheint es, weil sie keine Wahl haben.

Dies bedeutet, dass sich all dies ereignete, weil der König den Befehl gab, dass nun die Zeit gekommen sei, Chochma zu enthüllen. Die Absicht war, dass die Linke der Rechten dienen würde. Dadurch würde für alle offensichtlich, dass die Rechte wichtiger ist als die Linke, und aus diesem Grund wählen sie Chassadim.

Dies ist die Bedeutung der Megillat EsterUnd hier scheint ein Widerspruch in den Begriffen zu liegen, da Megilla (Schriftrolle) für alle galui (offengelegt) bedeutet, und Ester bedeutet, dass eine Hastara (Verhüllung) vorliegt. Es muss jedoch dargelegt werden, dass die gesamte Enthüllung deshalb geschieht, um Raum zu geben, die Verhüllung zu wählen.

Nun können wir verstehen, was die Weisen sagten: „An Purim soll man sich derart betrinken, bis man zwischen ‚verflucht sei Haman’ und ‚gesegnet sei Mordechai’ nicht mehr unterscheiden könne“. Die Sache von Mordechai und Ester war vor dem Zweiten Tempel, und der Aufbau des Zweiten Tempels ist die Ausbreitung von Chochma, und Malchut wird „Der Tempel“ (Beit HaMikdash) genannt.

Dies ist die Bedeutung davon, dass Mordechai Ester zum König schickte, um für ihr Volk zu bitten und sie antwortete: „Alle Diener des Königs …, dass jeglicher, … ohne dass gerufen wurde, einem Gesetz verfällt, dem Gesetz des Todes; … und ich bin nicht gerufen worden, zum König zu kommen diese dreißig Tage“.

Dies bedeutet, dass es bekanntermaßen verboten ist, den Aspekt GaR de Chochma nach unten auszubreiten. Und wer dennoch GaR de Chochma heranzieht (was drei Sefirot sind, jede zehn in sich einschließend, was dreißig sind) wird zum Tode verurteilt, weil die Linke Linie Trennung vom Leben der Leben verursacht.

„Außer denjenigen, denen der König das goldene Zepter reicht, auf dass sie leben“. Gold (Sahaw) bedeutet Chochma und GaR. Dies bedeutet, dass man nur durch die Erweckung durch den Höheren am Leben bleiben kann, das heißt in Dwekut (Anhaftung), Leben genannt, nicht aber durch die Erweckung des Unteren.

Obwohl Ester Malchut ist, welche Chochma benötigt, so geschieht dies nur durch die Erweckung des Höheren. Wenn sie jedoch Chochma heranzieht, verliert sie ihren gesamten Aspekt. Diesbezüglich hatte Mordechai ihr geantwortet: „Erleichterung und Rettung werden den Juden von einem anderen Ort zuteilwerden“. Was bedeutet, dass dadurch, dass sie  die Linke vollständig aufgehoben haben, und die Juden nur die rechte Linie, Chassadim haben werden, dann „werden du und deines Vaters Haus vernichtet werden“.

Denn im Sinne von „der Vater erschuf die Tochter“ muss sie Chochma in sich haben. Es muss jedoch mehr Essen als Trinken geben. Wenn die Juden jedoch keinen anderen Rat haben werden, werden sie ihre linke Linie aufheben und so wird ihr ganzer Aspekt annulliert werden. Darüber hat sie gesagt: „Wenn ich umkomme, dann komme ich um“.

Anders gesagt, wenn ich gehe, bin ich verloren. Denn ich mag zur Trennung kommen, denn die Erweckung des Unteren verursacht Trennung vom Leben der Leben. Und wenn ich nicht gehe, dann „werden Erleichterung und Rettung den Juden von einem anderen Ort her zuteilwerden“, das heißt, auf andere Weise. Sie werden nämlich die linke Linie vollständig aufheben, so wie Mordechai es ihr gesagt hatte. Daher nahm sie den Weg Mordechais, indem sie Haman zum Festessen einlud, was bedeutet, dass sie die linke Linie heranzog, wie Mordechai ihr gesagt hatte.

Und anschließend schloss sie die Linke in die Rechte ein und so konnte die Enthüllung der Lichter unten geschehen und auch im Aspekt Dwekut bleiben. Dies ist die Bedeutung der Megilat Ester. Das bedeutet, dass sie  – obwohl das Licht von Chochma enthüllt ist – dennoch den Aspekt Ester (Verhüllung) annimmt, der sich dort befindet (denn Ester ist Hester– Verhüllung).

Zu „und er wusste nicht“ wird in der Lehre der Zehn Sefirot erklärt, dass es, obwohl Lichter von Chochma leuchteten, unmöglich ist ohne Licht von Chassadim zu empfangen, da dies zur Trennung führt. Doch durch das Fasten und ihr Schreien geschah ein Wunder, wobei sie das Licht von Chassadim heranzogen, und so konnten sie das Licht von Chochma empfangen.

Jedoch vor dem Ende der Korrektur (Gmar Tikun) gibt es so etwas nicht. Und da dieser Aspekt zum Aspekt von Gmar Tikun gehört, wenn er bereits korrigiert sein wird, so wie im Heiligen Sohar steht „SaM ist dazu bestimmt, ein heiliger Engel zu sein“, wird dann kein Unterschied zwischen Haman und Mordechai sein, und auch Haman wird korrigiert sein. Und dies ist die Bedeutung von an Purim soll man sich derart betrinken, bis man zwischen ‚verflucht sei Haman’ und ‚gesegnet sei Mordechai’ nicht mehr unterscheiden könne“.

Bezüglich der Worte „und sie wurden gehängt“ muss hinzugefügt werden, dass dies ein Hinweis auf die Hinrichtung am Baum ist, was bedeutet, dass sie verstanden, dass es die gleiche Sünde ist, wie die Sünde von Ez ha Daat (der Baum der Erkenntnis), da auch dort der Makel in GaR war.

Und hinsichtlich „er saß am Tore des Königs“ kann hinzugefügt werden, dass dies darauf hinweist, dass er saß und nicht stand, denn sitzen wird WaK genannt und stehen GaR.

Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen

Aus dem Buch „Pri Chacham“ (Frucht des Weisen, Band „Artikel“)

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.
Rabbi Akiva sagt, das sei die große Gesamtheit der Tora

Gesamtheit und Detail

Das oben erwähnte Zitat ist zwar eines der bekanntesten und meistzitierten Redensarten, doch wurde es immer noch nicht in seinem ganzen Umfang erläutert. Und zwar deshalb, weil das Wort „Gesamtheit“ auf eine Summe von Details hinweist, die sich auf die obere Regel beziehen, wobei jedes einzelne Detail einen Teil in sich trägt, sodass das Versammeln all dieser Details diese Gesamtheit zustande bringt.

Und wenn wir sagen, „große Gesamtheit der Tora„, so bedeutet dies, dass alle Texte und alle 612 Mizwot (Gebote) die Gesamtsumme der Details darstellen, die sich auf den Vers beziehen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Es ist schwer zu verstehen, wie solch eine Aussage die Gesamtsumme aller Mizwot in der Tora enthalten kann? Es kann höchstens die Gesamtheit jenes Teiles der Tora und der Texte sein, welcher sich auf die Mizwot zwischen Mensch und Mensch bezieht. Doch wie könnte man den größeren Teil der Tora, der die Arbeit zwischen Mensch und Gott betrifft, in den Vers einschließen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“? Weiterlesen

600.000 Seelen

Es heißt, dass es 600.000 Seelen gibt, und jede Seele teilt sich in mehrere Funken. Wir müssen nun verstehen, wie es für das Spirituelle möglich ist, sich zu teilen, da anfänglich nur eine Seele, die Seele von Adam haRishon geschaffen wurde.

Meiner Meinung nach gibt es wirklich nur eine Seele in der Welt, wie es in Genesis 2:7 steht „Und blies den Odem des Lebens in seine Nasenlöcher“. Die gleiche Seele existiert in allen Kindern Israels, vollkommen, in allen, wie in Adam haRishon, da das Spirituelle unteilbar ist und nicht geteilt werden kann, dies ist eher ein Zeichen von physischen Dingen.

Dennoch wird gesagt, dass es 600.000 Seelen gibt und die Seelenfunken erscheinen, als ob sie durch die Kraft des Körpers von jeder Person geteilt sei. Mit anderen Worten, der Körper teilt und verweigert ihm vollständig das Strahlen der Seele, und durch die Kraft der Tora und Mizwot wird der Körper gereinigt und je nach dem Ausmaß der Reinigung scheint die allgemeine Seele auf ihn.

Aus diesem Grund wurden zwei Unterscheidungen im Körper gemacht. In der ersten Unterscheidung fühlt man seine Seele als einziges Organ und versteht nicht, dass dies die Gesamtheit von Israel ist. Und dies ist wirklich ein Manko, das durch das oben Erwähnte verursacht wird.

In der zweiten Unterscheidung scheint das Wahre Licht der Seele von Israel in all seiner leuchtenden Kraft nicht auf ihn, sondern nur teilweise, je nach dem Maß, in welchem er sich durch seine Rückkehr zur Gemeinschaft gereinigt hat.

Ein Zeichen dafür, dass der Körper gänzliche Korrektur erhalten hat, ist, wenn man die Existenz der Seele in ganz Israel fühlt, in allen, denn er fühlt sich nicht mehr als Individuum, da er von den anderen abhängig ist. Zu diesem Zeitpunkt ist er vollkommen, fehlerlos und die Seele scheint auf ihn wahrhaftig in ihrer ganzen Kraft, wie sie in Adam haRishon erscheint, wie in „Er, der atmete, atmete von Ihm aus“. Weiterlesen

Shamati 121: Sie ist wie ein Handelsschiff

Ich hörte

Im Vers: „Sie ist wie ein Handelsschiff, das sein Brot aus der Ferne bringt.“ In der Zeit, wenn der Mensch fordert und darauf besteht, dass „sie ganz meins“ ist, also dass alle Wünsche nur und ganz dem Schöpfer geheiligt sein sollen, erwacht Sitra Achra gegen ihn und behauptet ebenfalls: „Sie ist ganz meins“, und dann gibt es einen Handel. Handel bedeutet, dass der Mensch irgendeinen Gegenstand kaufen möchte, und der Käufer streitet mit dem Verkäufer über den Wert, das heißt, jeder behauptet, dass er Recht hat.

So schaut auch der Körper, auf wen es sich zu hören lohnt – auf den Empfänger oder auf die gebende Kraft, wobei beide ganz deutlich behaupten, dass „sie ganz meins ist“. Und da der Mensch seine Niedrigkeit sieht, dass es auch in ihm Funken gibt, die nicht einwilligen, Tora und Mizwot auch nur im Geringsten einzuhalten, sondern der ganze Körper behauptet, sie sei ganz sein, dann „bringt sie Ihr Brot aus der Ferne“. Das heißt aus den Entfernungen, also daraus, dass der Mensch sieht, wie weit er vom Schöpfer entfernt ist, und es bedauert und den Schöpfer darum bittet, Er möge ihn Sich nahe bringen, bringt sie ihr Brot.

Brot bedeutet Glauben. In diesem Zustand wird er mit permanentem Glauben belohnt, da „der Schöpfer so tat, damit man sich vor ihm fürchte“, was bedeutet, dass alle Entfernungen, die er fühlt – diese Zustände –, ihm vom Schöpfer gebracht wurden, damit er den Bedarf hat, die Furcht vor dem Himmel auf sich zu nehmen.

Und das ist die Bedeutung von: „Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von all dem, was vom Mund des Schöpfers ausgeht.“ Das bedeutet, dass die Lebenskraft der Heiligkeit, die es im Menschen gibt, nicht unbedingt davon kommt, dass man näher kommt, das heißt von den Eintritten, also den Eintritten in die Heiligkeit, sondern auch von den Austritten, also von den Entfernungen. Denn indem sich Sitra Achra in den Körper des Menschen kleidet und mit gerechter Klage behauptet: „Sie ist ganz mein“, erlangt der Mensch durch die Überwindung in diesen Zuständen einen permanenten Glauben.

Das heißt, dass der Mensch alles mit dem Schöpfer vereinen muss, das heißt, auch die Austritte kommen von ihm. Und sobald er würdig wird, sieht er, dass alles, sowohl Aus- als auch Eintritte, von Ihm ist.

Aus diesem Grunde ist er gezwungen, bescheiden zu sein, da er sieht, dass der Schöpfer alles tut, egal ob es sich um Austritte oder Eintritte handelt. Und das ist es, was über Moses geschrieben stand, dass er bescheiden und geduldig war – dass man die Niedrigkeit erdulden muss. Das heißt, auf jeder einzelnen Stufe muss er die Niedrigkeit festhalten, und in dem Moment, wenn er die Niedrigkeit verlässt, verliert er augenblicklich alle Stufen von „Moses“, die er bereits erreicht hatte, und dem Verstehenden genügt das.

Das ist die Bedeutung von Geduld. Bei jedem ist Niedrigkeit vorhanden, doch nicht jeder fühlt die Niedrigkeit als eine gute Sache, also will man nicht leiden. Moses dagegen erduldete die Bescheidenheit und wurde daher als bescheiden bezeichnet, also dass er an der Niedrigkeit Freude hatte.

Dies ist die Regel: „Die Shechina weilt nirgends, wo es keine Freude gibt.“ Daher kann es zur Zeit der Reinigung kein Verweilen der Shechina geben. Und auch wenn die Sache der Reinigung eine notwendige Sache ist (und das ist wie das Beispiel der Toilette, wo der Mensch auch gezwungen ist, dorthin zu gehen, obwohl er doch sicher ist, dass dies nicht der Palast des Königs ist).

Und das ist das Konzept von „Segen“ (Bracha) und „Erstgeburt“ (Bechora), deren Buchstaben gleich sind. Erstgeburt bedeutet GaR und Sitra Achra will GaR, nicht jedoch die Segnungen, da Segen die Kleidung in Mochin bedeutet. Esau wollte die Erstgeburt ohne die Kleidung, doch es ist verboten, Mochin ohne Kleidung zu empfangen. Dies ist die Bedeutung von Esaus Worten: „Hast Du mir denn keinen einzigen Segen vorbehalten?“ „Ein Segen“ bedeutet das Gegenteil von den Segnungen, also einen Fluch. Darüber steht geschrieben: „Und er liebet den Fluch und sie kam über ihn; und er hatte keine Freude am Segen.“

Shamati 221 Gesamtherrschaft

Ich hörte

Das Kli kann aus seiner eigenen Herrschaft nur austreten, wenn man es mit etwas Anderem füllt. Es kann aber nicht leer bleiben. Da es also unter der Herrschaft von Sitra Achra steht, muss man es dort natürlich herausbringen, und deshalb muss man versuchen, es mit anderen Dingen zu füllen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, es mit Liebe zu füllen. Es steht geschrieben: „Und dann strebt er nach ihr, aus der Selbstliebe heraus“.

Shamati 5: LiShma bedeutet Erwecken von Oben, und warum brauchen wir ein Erwachen von unten?

 

Ich hörte im Jahr 1945

Um liShma zu erreichen, liegt es nicht an uns, diesen Vorgang zu verstehen, weil der menschliche Verstand nicht in der Lage ist zu verstehen, wie es so etwas auf unserer Welt geben kann. Das ist deshalb so, weil man den Menschen nur verstehen lässt, dass er, wenn er sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, auch etwas erfasst. Hier muss es einen Eigennutzen geben, weil der Mensch sonst nicht in der Lage ist, irgendetwas zu tun.

Stattdessen ist dies eine Erleuchtung von Oben, und nur wer diesen Geschmack erlebt hat, kann wissen und verstehen. Darum steht geschrieben: „Kostet und seht, dass der Schöpfer gut ist“.
Darum müssen wir verstehen, warum der Mensch nach Rat und Mitteln suchen muss, wie er liShma erreichen kann. Letzten Endes werden ihm keine Ratschläge helfen. Und wenn ihm der Schöpfer nicht die zweite Natur gibt, die der Wille zu geben genannt wird, wird dem Menschen keine Mühe helfen, um liShma zu erreichen.

Die Antwort ist, wie unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 2,21): „Es liegt nicht an dir, die Arbeit zu vollenden, und du hast auch nicht die Freiheit, dich ihrer zu entledigen“. Das bedeutet, dass es dem Menschen auferlegt ist, von unten (auf seiner jetzigen Stufe) zu erwachen, zumal dies als Gebet bezeichnet wird.

Ein Gebet bedeutet Mangel, und ohne Mangel gibt es auch keine Füllung. Wenn jemand daher das Bedürfnis nach liShma hat, dann kommt die Füllung von Oben, und dann wird das Gebet von Oben erhört, das heißt, der Mensch erhält die Füllung seines Mangels. Um daher liShma vom Schöpfer zu erhalten, ist die Arbeit des Menschen nur in der Form des Mangels und eines Klis (Gefäßes) nötig. Die Füllung kann der Mensch jedoch niemals von alleine erlangen; vielmehr ist dies ein Geschenk des Schöpfers.

Doch das Gebet muss vollkommen sein; es muss aus der Tiefe des Herzens kommen. Das bedeutet, dass der Mensch hundertprozentig weiß, dass es niemanden auf der Welt gibt, der ihm helfen könnte, außer dem Schöpfer allein.

Doch woher weiß man, dass nur der Schöpfer allein helfen kann? Ein Mensch kann dieses Bewusstsein nur erlangen, wenn er alles Menschenmögliche getan hat, um zum Schöpfer zu gelangen und ihm nichts davon geholfen hat. Deshalb obliegt es einem Menschen alle Handlungen, die in der Welt möglich sind, zu unternehmen, um den Aspekt „für den Schöpfer“ zu erlangen. Dann kann er aus der Tiefe seines Herzens beten und dann erhört der Schöpfer sein Gebet.

Man muss wissen, dass, wenn man sich anstrengt, um zu liShma zu gelangen, man den Wunsch auf sich nehmen muss, die Arbeit ausschließlich dem Geben zuliebe zu verrichten, also nur zu geben und nichts zu empfangen. Erst dann beginnt man zu spüren, dass der gesamte Körper sich mit aller Kraft dagegen wehrt.

Dann gelangt man zu der klaren Erkenntnis, dass es nur einen Ratschlag geben kann, um zu liShma zu gelangen: seine Klagen an den Schöpfer zu richten, damit er einem helfen möge, den Körper dazu zu bringen, sich bedingungslos dem Schöpfer zu unterwerfen. Denn man sieht, dass man selbst nicht in der Lage ist, seinen Körper zu überzeugen, sich vollkommen zu annullieren. Es stellt sich heraus, dass genau dann, wenn man sieht, dass es keine Hoffnung für den Körper gibt, von allein für den Schöpfer zu arbeiten, das Gebet aus tiefstem Herzen kommen kann. Und ein solches Gebet wird erhört.

Wir müssen wissen, dass man durch die Erlangung von liShma seinen Bösen Trieb tötet, weil der Böse Trieb den Willen zu empfangen darstellt. Und durch das Erlangen des Willens zu geben wird der Wille zu empfangen aufgelöst und handlungsunfähig gemacht.

Das bedeutet, dass man ihn tötet. Indem der Böse Wille seiner Aufgabe entledigt wurde und er nichts mehr zu tun hat, da er nicht länger verwendet wird und damit außer Funktion gesetzt ist, wird dies als seine Tötung definiert.

Und wenn der Mensch sich innerlich fragt: „Welchen Lohn hat der Mensch von der Arbeit unter der Sonne?“, wird er sehen, dass es gar nicht so schwer ist, sich der Arbeit für den Schöpfer zu unterwerfen. Das hat zwei Gründe:

  1. Einerseits muss jeder, ob er will oder nicht, sich in dieser Welt anstrengen. Doch was bleibt von all diesen investierten Mühen?
  2. Andererseits empfängt jeder, der sich um liShma bemüht, bei seiner Arbeit auch Genuss. Wie im Gleichnis des Maggid von Dubna, das von folgendem Vers handelt: „Aber nicht Mich hast du angerufen, Jakob, dass du dich um mich bemüht hättest, Israel.“

Er sagt, dies gleiche einem reichen Mann, der aus dem Zug steigt und nur eine kleine Tasche hat. Er legt sie an die Stelle, an der auch alle anderen Reisenden ihr Gepäck abstellen. Die Kofferträger nehmen die Gepäckstücke von dort und bringen sie zu den Hotels der Gäste.

Da der Gepäckträger dachte, der reiche Mann würde seine kleine Tasche selber tragen und keinen Träger benötigen, nahm er sich eines großen und schweren Koffers an. Als der reiche Mann dem Träger ein kleines Trinkgeld geben wollte, so wie er es immer zu zahlen gewohnt war, wollte dieser es nicht annehmen und sagte: „Ich habe einen großen und schweren Koffer in das Lager des Hotels getragen, bin dadurch müde geworden, und es hat mich viel Mühe gekostet, ihren Koffer zu schleppen. Und jetzt wollen Sie mich mit einem solch kleinen Trinkgeld entlohnen?“

Das bedeutet, dass, wenn jemand kommt und sagt, er hätte viele Mühen und Anstrengungen in die Erfüllung von Tora und Mizwot investiert, der Schöpfer zu ihm sagt: „Aber nicht Mich hast du angerufen, Jakob.“ Das heißt, nicht meinen Koffer hast du getragen, sondern das Gepäck von jemand anderem. Da du gesagt hast, dass du große Anstrengungen in Tora und Mizwot investiert hast, war deine Arbeit sicherlich für einen anderen Herren. Geh deshalb zu ihm, damit er dich entlohnt.

Das ist die Bedeutung von: „dass du dich um mich bemüht hättest, Israel.“ Das heißt: Wer für den Schöpfer arbeitet, empfindet keine Mühe, sondern im Gegenteil Genuss und große Begeisterung.

Wer aber für andere Ziele arbeitet als für den Schöpfer, darf sich bei Ihm nicht beklagen, weshalb der Schöpfer ihm keine Lebensenergie für seine Arbeit gibt. Denn er arbeitet nicht für den Schöpfer, damit Dieser ihm den Lohn für seine Arbeit bezahlen möge. Stattdessen soll sich der Mensch bei denen beklagen, für die er gearbeitet hat, damit sie ihm Lebensenergie und Genuss geben.

Da es viele Ziele in lo liShma gibt, sollte der Mensch von dem Ziel, für das er gearbeitet hat, Belohnung verlangen, das heißt Genuss und Vitalität. Darüber wird gesagt: „Diejenigen, die sie (die Götzen) machen, sollen so sein wie ihre Taten – ein jeder, der auf sie vertraut hat.“

Aber das ist schwer zu verstehen, denn wir sehen doch, dass sogar einer, der das Joch des Himmlischen Königreichs ohne eine andere Absicht (als für den Schöpfer) auf sich nimmt, dennoch keinerlei Lebenskraft spürt, sodass man sagen könnte, dass ihn diese Lebenskraft verpflichten würde, das Joch des Himmlischen Königreichs auf sich zu nehmen. Doch er nimmt das Joch des Himmlischen Königreichs nur wegen des Glaubens über dem Verstand auf sich, das heißt, er tut es durch Überwindung mit Zwang, gegen seinen Willen.

Wenn dem so ist, stellt sich die Frage, warum sich jemand in einer Sache bemüht, bei der sein Körper jeden Augenblick danach trachtet, sich dieser Arbeit zu entledigen, zumal er keine Lebenskraft darin spürt?

Gemäß dem oben Gesagten folgt, dass, während man in Demut arbeitet und kein anderes Ziel als die Absicht zu geben verfolgt, die Frage lautet: „Warum gibt ihm der Schöpfer nicht Geschmack und Lebenskraft in der Arbeit?“

Die Antwort ist, dass man wissen muss, dass diese Angelegenheit eine große Korrektur ist. Wenn das Licht und die Vitalität sofort geleuchtet hätten, als man sich das Joch des Himmlischen Königreichs aufbürdete, dann hätte man Lebenskraft in der Arbeit. Mit anderen Worten: Der Wille zu empfangen hätte dieser Arbeit auch zugestimmt.

In diesem Zustand hätte er sicherlich zugestimmt, weil er seine Sehnsüchte befriedigen will, also er hätte für seinen eigenen Nutzen gearbeitet. Wäre das der Fall gewesen, wäre es nie möglich gewesen, liShma zu erreichen.

Dies ist so, weil man gezwungen wäre, für den eigenen Nutzen zu arbeiten, da man in der Arbeit für den Schöpfer mehr Genuss als in körperlichen Begierden fühlen würde. Also müsste man in lo liShma verbleiben, weil man Befriedigung in der Arbeit gefunden hat. Dort, wo es Befriedigung gibt, kann der Mensch nichts tun, denn ohne Gewinn kann man nicht arbeiten. Daraus folgt, dass, wenn man die Zufriedenheit in dieser Arbeit von lo liShma erhalten würde, man in diesem Zustand verbleiben müsste.

Dies wäre ähnlich dem, was die Leute sagen, dass die Menschen, wenn sie einem Dieb hinterherjagen, um ihn zu fangen, auch der Dieb rennt und „Schnappt den Dieb!“ schreit. Dann ist es unmöglich zu erkennen, wer der wahre Dieb ist, um ihn zu fangen und ihm das Gestohlene wegzunehmen.

Aber wenn der Dieb, das heißt, der Wille zu empfangen, keinen Geschmack und keine Lebenskraft in der Arbeit zur Aufnahme der Last des Himmlischen Königreichs spürt, und wenn man in diesem Zustand mit dem Glaube über dem Verstand arbeitet, sich zwingend, und der Körper sich an diese Arbeit gewöhnt, das heißt gegen den Wunsch des eigenen Willens zu empfangen, dann hat man die Mittel, um zur Arbeit zu gelangen, die das Ziel verfolgt, „seinem Erschaffer Zufriedenheit zu bereiten.“

Dies deshalb, weil die haupsächliche Forderung an einen Menschen darin liegt, durch die eigene Arbeit zu Dwekut (Anhaftung) mit dem Schöpfer zu kommen, die als Gleichheit der Form bezeichnet wird, sodass alle seine Taten in der Absicht zu geben erfolgen.
Es ist so, wie der Vers sagt: „Dann wirst du Lust auf den Schöpfer haben.“ Die Deutung von „dann“ ist, dass man am Anfang der eigenen Arbeit keine Lust hatte, sondern seine Arbeit unter Zwang erfolgte.

Aber nachher, wenn man sich an die Arbeit in der Absicht zu geben gewöhnt hat und nicht auf sich selbst achtet – ob man Freude an der spirituellen Arbeit empfindet – sondern daran glaubt, dass man durch seine Arbeit dem Schöpfer Zufriedenheit bereitet, dann muss der  Mensch glauben, dass der Schöpfer die Arbeit der Unteren annimmt, unabhängig von der Menge und Form ihrer Arbeit. Der Schöpfer prüft die Absicht jeder Handlung genau und wenn sie Ihn zufrieden stellt, wird gewürdigt, „Lust auf den Schöpfer zu haben.“

Sogar während der Arbeit für den Schöpfer empfindet der Mensch Freude und Vergnügen, weil er nun tatsächlich für den Schöpfer arbeitet. Die Anstrengungen, die der Mensch in der Phase der Arbeit unter Zwang unternahm, qualifizieren ihn zur aufrichtigen Arbeit für den Schöpfer. Jetzt verstehen wir, dass sich der vom Menschen empfangene Genuss auf den Schöpfer bezieht, speziell für den Schöpfer.

Wenn der Mensch die Tora studiert und erreichen möchte, dass all seine Handlungen in der Absicht zu geben sein mögen, dann muss er sich bemühen, dass die Tora ihm stets als Stütze dienen möge. Und die Hilfe der Tora ist jener Nährboden, welcher Liebe, Ehrfurcht, Hochgefühl und Lebensmut und Ähnliches ist. Und all das muss er in der Tora finden, das heißt, die Tora muss ihm solcherlei Ergebnisse geben.

MU Serie – Der Frieden, Baal HaSulam

Unterrichtsserie von Rav Michael Laitman

Der Frieden, Artikel von Baal HaSulam

11 Unterrichte

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 7.11. 2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 8.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 9.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 13.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 14.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 15.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 16.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 19.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 20.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 21.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 22.11.2017

Von vorn und von hinten umfasst Du mich

Achor ve-kedem Zartani

Aus dem Buch „Pri Chacham“ (Früchte der Weisheit)

Rav Yehuda Ashlag

„Achor ve-kedem zartani“- von vorn und von hinten umfasst Du mich, d.h. sowohl in der Offenbarung als auch in der Verhüllung des Schöpfers. Denn wahrlich „herrscht Sein Königreich über allem“, und alles wird zu seiner Wurzel zurückkehren, denn „es gibt keinen Ort, der frei von Ihm wäre“, der Unterschied besteht darin, ob in der „Gegenwart“ oder in der „Zukunft“. Denn derjenige, der dessen würdig wird, beide Welten zu vereinigen, enthüllt Seine Kleider in der „Gegenwart“, da alles Geschehende die Kleidung der Offenbarung der Shechina ist. Und das ist die „Gegenwart“, d.h. auch jetzt zieht Er in königlicher Kleidung aus und zeigt vor allen, dass „der Reiter nicht der Zusatz des Pferdes“ ist, keinesfalls, sondern, obwohl es äußerlich scheint, das Pferd führe den Reiter, wird doch in Wahrheit das Pferd zu keiner Bewegung anders angeregt, als wenn es die Leine und den Zügel seines Reiters spürt. Das wird „der Aufbau der Stufe der „Shechina“ genannt… und wird als das Stadium „von Angesicht zu Angesicht“ bezeichnet. Weiterlesen

Wo die Gedanken eines Menschen sind, da ist auch er, Brief 18

Rabbi Yehuda Ashlag, Brief 18 aus dem Jahr 1926

… aber halte dich fern, den „Schlag eines Starken“ (Jesaja 22; 17) vorzeitig zu erhalten, denn „man ist dort, wo man denkt.“ Wenn daher jemand sicher ist, dass ihm an nichts mangeln wird, kann er seine Anstrengungen auf die Tora konzentrieren, denn „der Gesegnete verschmilzt mit dem Gesegneten.“

Doch wenn es jemandem an Zuversicht mangelt, wird er sich abmühen müssen und jede Mühe kommt von Sitra Achra, „und der Verfluchte kann nicht mit dem Gesegneten verschmelzen“, denn er wird seine ganzen Anstrengungen nicht den Worten der Tora widmen können. Wenn er dennoch den Zustand von „schwerer Arbeit im fernen Land“ spürt, soll er an diese Sachen überhaupt nicht denken, sondern er soll in großer Eile – so, als wäre er vom Teufel getrieben – zur Routine zurückkehren, damit er seine Funken nicht an anderen Orten und zu anderen Zeiten verstreut, solange sie noch nicht vereint sind.

Und wisse, dass den Niederen kein Mangel zugeschrieben wird, außer in Zeit und Raum, welche erlaubt sind, so wie es jetzt ist. Ich möchte damit sagen, dass wenn jemand für einen Moment bedauert, bereut oder verzweifelt, so wirft er alle Zeit und allen Raum der Welt weg. Das ist die Bedeutung von „Der Zorn eines Augenblickes, was ist er wert? Einen Moment.“

Deshalb ist ein Mensch unkorrigierbar, außer wenn er alle gegenwärtigen und zukünftigen Momente ausrichtet, damit sie Seinem Großen Namen gewidmet werden. Und jener, der den gegenwärtigen Moment ablehnt, weil er hart ist, zeigt seine Narrheit allen – dass all die Welten und all die Zeiten nicht für ihn sind, denn das Licht seines Angesichts kleidet sich nicht in die sich verändernden Zeiten, obwohl die Arbeit des Menschen notwendigerweise durch sie verändert wird. Aus diesem Grund wurden uns durch den Verdienst unserer heiligen Urväter der Glaube und die Sicherheit über dem Verstand vorbereitet, welche der Mensch in schweren Zeiten mühelos verwendet.

Shamati 9 – Drei Dinge, die den Verstand des Menschen erweitern

Ich hörte im  im August 1942

Der heilige Sohar erklärt die Worte unserer Weisen: „Drei Dinge erweitern des Menschen Verstand: Eine ansehnliche Frau, eine ansehnliche Behausung und ansehnliche Kelim (Gefäße).“ Er besagt: „Eine ansehnliche Frau ist die heilige Shechina (göttliche Gegenwart). Eine ansehnliche Behausung ist das Herz. Und ansehnliche Kelim sind seine Organe.“

Wir müssen erklären, dass die heilige Shechina nicht in ihrer wahren Form, einem Zustand von Lieblichkeit und Schönheit, erscheinen kann, außer man hat ansehnliche Kelim, welche die Organe sind, die vom Herzen ausgehen. Das bedeutet, um eine ansehnliche Behausung zu sein, muss der Mensch zuerst sein Herz reinigen, indem er den Willen für sich selbst zu empfangen annulliert und sich daran gewöhnt, alle seine Handlungen um des Gebens Willen auszuführen, wodurch es dann zu ansehnlichen Kelim kommt. Das heißt, seine Verlangen, also seine Kelim, werden vom Empfangen für sich selbst geläutert und werden rein, was als Aspekt des Gebens erachtet wird.

Wenn jedoch die Behausung nicht ansehnlich ist, sagt der Schöpfer: „Ich und Er können nicht in der gleichen Behausung verweilen.“ Denn es muss zwischen dem Licht und dem Kli eine Angleichung der Form geben. Deshalb wird der Mensch erst, wenn er den Glauben in Reinheit auf sich nimmt – sowohl im Verstand als auch im Herzen – einer ansehnlichen Frau würdig, was bedeutet, dass sich die heilige Shechina ihm in Form von Lieblichkeit und Schönheit offenbart. Und dies erweitert seinen Verstand.

Das heißt, anhand des Genusses und der Freude, die er sodann verspürt, offenbart sich die heilige Shechina in den Organen und erfüllt die äußeren und inneren Kelim. Und das wird als das „Erweitern des Verstandes“ definiert.

Und dies kann man durch Neid, Lust und Ehre erlangen, die den Menschen aus der Welt herausheben. Neid wird als der Neid auf die heilige Shechina definiert, bekannt als Eifer in „Der Eifer des Herrn der Heerscharen“. Ehre bedeutet, dass man die Ehre des Himmels vermehren möchte. Und Lust bedeutet „Das Begehren der Elenden hörst du, Herr“. (Psalm 10,17)