600.000 Seelen

Es heißt, dass es 600.000 Seelen gibt, und jede Seele teilt sich in mehrere Funken. Wir müssen nun verstehen, wie es für das Spirituelle möglich ist, sich zu teilen, da anfänglich nur eine Seele, die Seele von Adam haRishon geschaffen wurde.

Meiner Meinung nach gibt es wirklich nur eine Seele in der Welt, wie es in Genesis 2:7 steht „Und blies den Odem des Lebens in seine Nasenlöcher“. Die gleiche Seele existiert in allen Kindern Israels, vollkommen, in allen, wie in Adam haRishon, da das Spirituelle unteilbar ist und nicht geteilt werden kann, dies ist eher ein Zeichen von physischen Dingen.

Dennoch wird gesagt, dass es 600.000 Seelen gibt und die Seelenfunken erscheinen, als ob sie durch die Kraft des Körpers von jeder Person geteilt sei. In anderen Worten, der Körper teilt und verweigert ihm vollständig das Strahlen der Seele, und durch die Kraft der Tora und Mizwa wird der Körper gereinigt und je nach dem Ausmaß der Reinigung scheint die allgemeine Seele auf ihn.   Weiterlesen

Ein Gebot

Derjenige, der ein einziges Gebot erfüllte- seines ist das Glück, denn er neigte sich selbst und die ganze Welt der Waagschale der Verdienste zu

Die Arbeit des Schöpfers und die Gebote erfüllt man nur des Schöpfers willen, lishma, was bedeutet- um dem Schöpfer Genuss zu bereiten. Doch es wurde bereits von den Weisen eingeführt, sich mit der Tora auch für sich, lo lishma, zu befassen, denn „von lo lishma kommt man zu lishma“. Weiterlesen

In meinem Fleische ist die Stütze des Schöpfers

Vorbereitung auf die Entwicklung der Seele

Wie ein Körper in der Welt nicht existieren kann, ohne über gewisse Kenntnisse von Gesetzen der materiellen Natur zu verfügen; wie diese Kenntnisse tötende Drogen sind, und dies verbrennt und Schaden zufügt; wie er ohne Kenntnisse und ohne das, was sich im Herzen des Freundes befindet, nicht in der materiellen Welt existieren kann, so kann im gleichen Maße die Seele des Menschen in der zukünftigen Welt nicht existieren, ohne Wissen über die Natur des Systems Höherer Spiritueller Welten erlangt zu haben, ihrer Veränderungen, Verbindungen, und des Ergebnisses. Weiterlesen

Die Lösung

Man hat mich gebeten, eine auf meiner Sichtweise begründete Lösung des brennenden Problems zu geben, welches in der Vereinigung aller Parteien und Bewegungen auf einer einzigen Plattform liegt. Und ich muss sofort zugeben, dass ich auf diese Frage, in der Form, in welcher sie gestellt wurde, keine Antwort habe. Und es wird niemals eine Antwort auf sie geben. Denn die Weisen der Völker der Erde aller Zeiten und Generationen haben sich darin abgemüht, fanden aber noch keine natürliche Lösung, die für alle Strömungen in ihren Kreisen annehmbar wäre. Und viele haben gelitten und werden noch leiden, bevor sie die „Goldene Mitte“ finden, die ihren inneren Strömungen nicht widerspricht. Weiterlesen

Aufbau der zukünftigen Gesellschaft

1. Aufbau der zukünftigen Gesellschaft

2. Absolute Verpflichtung, die Arbeit des Schöpfers auf sich zu nehmen

3. Prinzipien des zukünftigen Gesellschaft

4. Schluss

1. AUFBAU DER ZUKÜNFTIGEN GESELLSCHAFT 

Hier die Worte, die ich fand: „Es gibt eine Allegorie über Freunde, die sich in der Wüste verirrten. Sie waren hungrig und durstig. Einer von ihnen fand eine Siedlung, übervoll mit allen Genüssen. Er erinnerte sich an seine armen Brüder, doch er hatte sich schon zu weit von ihnen entfernt und wusste nicht mehr, wo sie waren. Er rief sie und blies das Horn. Vielleicht würden seine armen, hungrigen Freunde seine Stimme vernehmen, näher kommen und ebenfalls diese übervolle Siedlung finden. Weiterlesen

Shamati 26. Die Zukunft des Menschen hängt von der Dankbarkeit für die Vergangenheit ab

Ich hörte im Jahr 1943

Es steht geschrieben: „Denn erhaben ist der Schöpfer, und der untere wird sehen“ – dass nur die unteren die Erhabenheit sehen können. Die Buchstaben des Wortes „kostbar“ (jakar) sind die Buchstaben des Wortes „wird erkennen“ (jakir).

Das bedeutet, dass man je nach dem Maß der Wichtigkeit einer Sache, deren Erhabenheit erkennt. Denn sein Eindruck hängt vom Maß der Wichtigkeit ab und bringt ihm Gefühle im Herzen. Und gemäß dem Grad der Erkenntnis der Wichtigkeit entsteht in ihm Freude. Weiterlesen

Einführung zu Talmud Esser HaSefirot

Von Yehuda Ashlag

1. Als erstes sollte ich sagen, dass ich es für äußerst notwendig erachte, die eiserne Mauer zu sprengen, die uns von der Wissenschaft der Kabbala seit den Zeiten der Zerstörung des Tempels und bis zur heutigen Generation trennt. Diese Mauer lastet schwer auf uns und erweckt die Befürchtung, dass die Kabbala im Volk Israel gänzlich vergessen wird.

Wenn ich mich aber an das Herz eines Menschen wende und vom Studium der Kabbala spreche, dann lautet seine erste Frage: „Wozu sollte ich wissen, wie viele Engel es im Himmel gibt und wie sie heißen? Kann ich etwa nicht ohne all diese Kenntnisse der ganzen Tora, in allen ihren Details und Feinheiten, folgen?“

Zweitens fragt er: „Haben die Weisen nicht etwa festgelegt, dass man sich zuerst den Talmud und die Gesetze in vollem Maße aneignen sollte? Und wer kann sich selbst betrügen, im Glauben, dass er bereits das Studium der ganzen offenen Tora abgeschlossen habe und es ihm nur an der verhüllten Tora fehle?“ Weiterlesen

Shamati 14. Was ist die Erhabenheit des Schöpfers?

Ich hörte Im Jahr 1948

Romemut (Erhabenheit) des Schöpfers bedeutet, dass man den Schöpfer um Kraft bitten soll, im Glauben über dem Verstand zu handeln. Und für die Erhabenheit des Schöpfers gibt es zwei Auslegungen: Weiterlesen

Shamati 11. Freude mit einem Erschauern

Ich hörte im Jahr 1948

Freude wird Liebe genannt. Sie ist Existenz. Und das gleicht einem Menschen, der sich ein Haus baut, ohne in den Mauern des Hauses Öffnungen[1] zu schaffen. Folglich hat er keine Möglichkeit, das Haus zu betreten, weil es keine Öffnungen in den Hausmauern gibt, durch welche das Betreten möglich wäre. Daher muss man eine Öffnung erschaffen, durch die man in das Haus gelangen kann. Weiterlesen

Der Frieden in der Welt

Der Frieden in der Welt – Rav Yehuda Ashlag

„Es werden sich Barmherzigkeit und Wahrheit treffen; Gerechtigkeit und Frieden werden sich vereinigen. Wahrheit wird aus der Erde sprießen und die Gerechtigkeit vom Himmel hinabsteigen. Und der Herr wird Güte schenken; und unser Land wird Ernte bringen.“ Psalm 85

Alles wird nicht danach beurteilt wie es zu einem bestimmten Zeitpunkt aussieht, sondern gemäß der jeweiligen Stufe der Entwicklung Weiterlesen

Zu sitzen und nichts zu tun ist vorzuziehen

Ich kann mich nicht länger zurückhalten mit allem, das zwischen uns steht: Daher versuch ich eine wahre offene Warnung, denn ich muss den tatsächlichen Wert der Wahrheit in unserem Land kennen. Das war immer mein Weg: Minutiös in die Handlungen der Schöpfung einzutauchen, um ihren genauen Wert zu erkennen, genauer gesagt, ob sie gut oder schlecht sind.  Weiterlesen

Horn des Messias

Rav Yehuda Ashlag

Die Erlösung – nur mit Hilfe der Kabbala

Wisse, dass es das ist, wenn es heißt, dass die Kinder Israels erst erlöst werden, nachdem die verborgene Weisheit in großem Ausmaß enthüllt wurde, so wie es im Sohar geschrieben steht: „Durch dieses Werk [Sohar] werden die Kinder Israels vom Exil erlöst.“ Zu dieser Zeit gab es große Hoffnung auf Erlösung, weil die Schriften des Sohar zu der Zeit der Enthüllung von Bar-Kochba begannen, von welchem Rabbi Akiva, Rashbis (Rabbi Shimon Bar Yochai) Lehrer sagte: „Es soll ein Stern aus Jakob hervortreten.“ Nach der Zerstörung von Beitar war die Hoffnung besonders groß.

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Die Waage zur Seite des Verdienstes neigen

22) Und genau darüber spricht Rabbi Elasar, Sohn von Rabbi Shimon, in Bezug auf den Vers: „Durch einen Sünder geht viel Gutes verloren“; denn es wurde bereits aufgezeigt, dass die Begeisterung, die ein Mensch mittels der Mizwot (Gebote) zwischen Mensch und Gott gewinnt, genau die gleiche Begeisterung ist, wie er sie durch die Mizwot zwischen sich und seinem Mitmenschen gewinnt. Denn er ist verpflichtet, ohne Hoffnung auf Eigenliebe, alle Mizwot liShma (um der Tora Willen) auszuführen, ohne sich Glanz und Ehre oder Ähnliches als Belohnung für seine Mühen zu erwerben. Durch diese erhabene Tatsache verschmelzen die Liebe Gottes und die Liebe zum Mitmenschen und werden eins.

Daraus ergibt sich, dass er auf der Leiter der Nächstenliebe einen bestimmten Fortschritt für die ganze Welt erzielt, da dieser Einzelne durch seine Taten, ob große oder kleine, eine gewisse Stufe erreicht und schlussendlich die Zukunft mit beeinflusst, indem die Balance der Welt zum Rechten hin gewendet wird, da sein Anteil zum Gewicht hinzugefügt wird .

Aus dem Artikel von Baal HaSulam, Die Bürgschaft

Podcast – Audioversion „Die Bürgschaft“

Von hinten und vorne umfaßt du mich

Achor ve-kedem Zartani

Aus dem Buch „Pri Chacham“ (Früchte der Weisheit)

Rav Yehuda Ashlag

„Achor ve-kedem zartani“- von vorn und von hinten umfasst Du mich- d.h. sowohl in der Offenbarung als auch in der Verhüllung des Schöpfers. Denn wahrlich „herrscht Sein Königreich über allem“, und alles wird zu seiner Wurzel zurückkehren, denn „es gibt keinen Ort, der frei von Ihm wäre“ – der Unterschied besteht darin, ob in der „Gegenwart“ oder in der „Zukunft“. Denn derjenige, der dessen würdig wird, beide Welten zu vereinigen, enthüllt Seine Kleider in der „Gegenwart“, da alles Geschehende die Kleidung der Offenbarung der Schechina ist. Und das ist die „Gegenwart“; d.h. auch jetzt zieht {Er} in königlicher Kleidung aus und zeigt vor allen, dass „der Reiter nicht der Zusatz des Pferdes“ ist, keinesfalls, sondern, obwohl es äußerlich scheint, das Pferd führe den Reiter, wird doch in Wahrheit das Pferd zu keiner Bewegung anders angeregt, als wenn es die Leine und den Zügel seines Reiters spürt. Das wird „der Aufbau der Stufe von Schechina“ genannt… Und wird als das Stadium „Angesicht zu Angesicht“ bezeichnet. Weiterlesen

Einführung in die Weisheit der Kabbala

Rav Yehuda Ashlag

Der Schöpfungsgedanke (Machshewet haBrija) und die vier Phasen des direkten Lichts (Dalet Bchinot von Or Yashar)

1) Rabbi Chananja ben Akashja sagt: „Der Schöpfer wollte Israel reinigen (lesakot), daher gab Er ihnen reichlich Tora und Mizwot (Gebote), so wie geschrieben steht: ‚Der Herr ist erfreut, um seiner Gerechtigkeit willen, die Tora groß und herrlich zu machen‘“ (Talmud, Makot 23b). Es ist bekannt, dass das Wort Sakut (Reinheit) bzw. Sechut[1] (Verdienst) von Hisdakchut (Reinigung) abstammt. Die Weisen sagten: „Die Gebote sind nur gegeben, damit sich Israel mit deren Hilfe reinigt“ (Midrash Bereshit Rabba, Parasha 44). Man muss verstehen:

  • Was ist dieser Verdienst, dessen wir durch Tora und Mizwot für würdig befunden werden?
  • Was ist die „Grobheit“, die „Unreinheit“ in uns, die wir mithilfe von Tora und Mizwot reinigen müssen?

Darüber haben wir bereits in den Büchern Panim Masbirot und Talmud Esser haSefirot gesprochen. Lasst uns das kurz zusammenfassen. Der Schöpfungsgedanke (Machshewet haBrija) bestand darin, den Geschöpfen Genuss zu bereiten. Er ist ein aus der freigiebigen Hand des Schöpfers gewährtes Geschenk. Daher wurden ein riesiges Verlangen und ein ungeheurer Wille in die Seelen (Neshamot) eingeprägt, diese Fülle (Shefa)das Licht des Schöpferszu empfangen.

Das ist so, weil das Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) jenes Kli (Gefäß) für das Maß des Genusses der Fülle ist, denn genau in dem Maße, wie groß und gewaltig das Verlangen, die Fülle zu empfangen, ist, können Genuss und Freude (Ta´anug, enthalten in Shefa) in das Gefäß (Kli) eindringen, nicht mehr und nicht weniger. Diese Begriffe sind so eng miteinander verbunden, dass es unmöglich ist, sie zu trennen. Es ist nur möglich, auf ihre Beziehung hinzuweisen, dass sich der Genuss (Ta’anug) auf die Fülle (Shefa) bezieht, wohingegen das gewaltige Verlangen, die Fülle zu empfangen, sich auf das empfangende Geschöpf (Niwra ha mekabel) bezieht.

Diese beiden Begriffe gehen unbestreitbar vom Schöpfer – Bore Itbarach – aus und sind im Schöpfungsgedanken eingeschlossen. Man muss jedoch unterscheiden: Während die Fülle unmittelbar aus dem Wesen des Schöpfers (Azmuto Itbarach) ausströmt, das heißt, als Existierendes aus dem Existierenden entsteht (Jesh mi Jesh), ist das darin eingeschlossene Verlangen zu empfangen die Wurzel der Geschöpfe. Das heißt, es ist die Wurzel für die neue Entstehung als Existierendes aus dem nicht Existierenden (Jesh mi Ajn). Denn in Seinem Wesen kann selbstverständlich keine Spur des Verlangens zu empfangen sein. In keinem Fall.

Daher gilt dieses genannte Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) als die ganze Substanz das „Grundmaterial“ – der Schöpfung, vom Beginn bis zum Ende. Alle unzähligen Arten von Geschöpfen, die schon entdeckt oder noch zu entdecken sind, unterscheiden sich nur hinsichtlich ihres Maßes an Verlangen zu empfangen und sind lediglich Veränderungen in diesem Verlangen zu empfangen. Alles, was diese Geschöpfe in sich haben, das heißt alles, was sich in diesem in ihnen eingeprägten Verlangen zu empfangen ereignet, kommt unmittelbar aus Seinem Wesen – Azmuto – als Existierendes aus dem Existierenden (Jesh mi Jesh). Es hat mit dieser neu entstandenen Schöpfung als Existierendes aus dem nicht Existierenden (Jesh mi Ajn) nichts zu tun, denn es ist nichts Neues. Vielmehr entspringt es direkt und unmittelbar aus Seiner Ewigkeit als Existierendes aus dem Existierenden (Jesh mi Jesh).

2) Wie schon erwähnt, ist das Verlangen zu empfangen von Grund auf im Schöpfungsgedanken eingeschlossen, in all seiner Vielfalt der Bestandteile und deren Kombinationen, untrennbar von der gewaltigen Fülle, die der Schöpfer für seine Geschöpfe geplant hat und ihnen geben möchte. Und wisse, dass dies das Geheimnis von Or (Licht) und Kli (Gefäß) ist, die wir in den Höheren spirituellen Welten (Olamot ha Eljonim) unterscheiden. [Das Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) ist das Gefäß, während die Fülle (Shefa) das dieses Gefäß füllende Licht ist][2]. Sie sind untrennbar miteinander verbunden und steigen zusammen von Oben herab, Stufe für Stufe.

Und in dem Maß, in welchem die Grade vom Licht Seines Gesichtes herabsteigen und sich vom Schöpfer während des Abstiegs entfernen, genau in diesem Maß ist auch die Verwirklichung des in der Fülle eingeschlossenen Verlangens zu empfangen. [Das heißt, es wird größer und gröber].

Man kann auch das Gegenteil sagen: So, wie das Verlangen, Fülle zu empfangen, größer wird, steigt es Stufe für Stufe ab [und entfernt sich vom Schöpfer], bis zur tiefsten Stelle, an der der Wille zu empfangen sich in maximalem Ausmaß verwirklicht. Diese Stufe wird als „die Welt von Assija“ definiert. Und das Verlangen zu empfangen wird als der „Körper des Menschen“ (Gufo shel Adam) angesehen. Und die Fülle, die er erhält, wird als Maß für „das Leben[3], das im Körper ist“ (haChaim she ba Guf) betrachtet.

Dasselbe gilt ebenfalls für alle restlichen Geschöpfe in dieser Welt. Der Unterschied zwischen sämtlichen Höheren spirituellen Welten (Olamot ha Eljonim) und dieser Welt (Olam haSe) besteht darin: Solange das in der Fülle eingeschlossene Verlangen zu empfangen sich in seiner endgültigen Form noch nicht verwirklicht hat, wird es als den spirituellen Welten zugehörig angesehen, die höher sind als diese Welt. Nachdem das Verlangen zu empfangen seine endgültige Form verwirklicht hat, wird es als in dieser Welt seiend betrachtet.

3) Die gerade beschriebene absteigende Ordnung (Hishtalshelut), das Verlangen zu empfangen zu seiner Endform in dieser Welt zu entwickeln, ist in vier Unterscheidungen (Dalet Bchinot) eingeteilt. Diese Ordnung ist im Geheimnis des vierbuchstabigen Namens des Schöpfers – HaWaYaH –enkodiert. Dies ist deshalb so, weil diese vier Buchstaben, HaWaYaH (Yud-Hej-Waw-Hej)[4], in Seinem Namen die gesamte Wirklichkeit in sich beinhalten, ohne jegliche Ausnahme.

Im Allgemeinen kommen diese Buchstaben in den Zehn Sefirot zum Ausdruck: Chochma, Bina, Tiferet (oder Seir Anpin), Malchut und deren Shoresh (Wurzel). Das sind die Zehn Sefirot. Warum zehn? Weil die Sefira Tiferet selbst noch sechs Sefirot enthält: Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod und Jessod. Die Wurzel (Shoresh) dieser Sefirot heißt Keter, oft aber wird sie nicht mitgezählt, daher werden sie einfach CHuB TuM (Chochma und Bina, Tiferet und Malchut) genannt.

Und sie entsprechen den vier Welten (Dalet Olamot): Azilut, Brija, Yezira und Assija. Die Welt Assija beinhaltet auch unsere Welt – Olam haSe. Es gibt kein einziges Geschöpf in dieser Welt, dessen Wurzel nicht in der Welt der Unendlichkeit (Ejn Sof Baruch Hu) liegt, das heißt in dem Schöpfungsgedanken, welcher das Verlangen des Schöpfers ist, Seinen Geschöpfen Genuss zu bereiten. Dieser Gedanke schließt von Grund auf beides, Licht und Gefäß (Or we Kli), ein, das heißt ein gewisses Maß der Lichtfülle, einschließlich des Verlangens, diese Lichtfülle zu empfangen.

Diese Lichtfülle kommt dabei unmittelbar aus dem Wesen des Schöpfers, Azmuto Itbarach, als Existierendes aus dem Existierenden (Jesh mi Jesh), während das Verlangen, Fülle zu empfangen, als Existierendes aus dem nicht Existierenden (Jesh mi Ajn), das heißt aus Nichts ganz neu erschaffen wurde (Creatio ex Nihilo).

Damit das Verlangen zu empfangen seine endgültige Eigenschaft erreicht, muss es zusammen mit der Lichtfülle in ihm durch die vier Welten absteigen: Azilut, Brija, Yezira und Assija. Dann endet die Schöpfung mit Licht und Kli, genannt Guf (Körper) und „das Licht des Lebens“ darin.

4) Die Notwendigkeit der absteigenden Entwicklung des Verlangens zu empfangen (Hishtalshelut haRazon lekabel) durch die vier oben genannten Unterscheidungen in den  Welten ABYA (Azilut, Brija, Yezira und Assija) wird durch folgendes großes Gesetz der Kelim (Plural von Kli) verursacht, welches lautet: Nur die Ausbreitung des Lichts und sein Rückzug (Hitpashtut we Histalkut ha Or) befähigen das Kli zu seiner ihm eigenen Funktion als Gefäß. Die Erklärung dazu ist: Solange das Kli von seinem Licht nicht getrennt, sondern mit Licht gefüllt ist, wird es vom Licht einbezogen und annulliert sich vor ihm, so, wie eine Kerze vor dem Licht einer Fackel.

Diese Annullierung resultiert aus der vollständigen und absoluten Gegensätzlichkeit zwischen Licht und Kli. Denn das Licht kommt unmittelbar von Azmuto Itbarach, dem Schöpfer, als Existierendes aus dem Existierenden. Und vom Standpunkt des Schöpfungsgedankens aus in Ejn Sof ist das Licht voll und ganz auf das Geben ausgerichtet und hat nicht die kleinste Spur des Verlangens zu empfangen. Der absolute Gegensatz dazu ist das Kli. Es ist das große Verlangen, die genannte Lichtfülle (Shefa) zu empfangen, was jeder neu entstandenen Schöpfung zugrunde liegt und deren Wurzel (Shoresh) ist. Das Kli hat nichts mit dem Geben (Hashpaa) zu tun.

Indem sie unzertrennlich miteinander verbunden sind, annulliert sich das Verlangen zu empfangen vor dem in ihm enthaltenen Licht. So kann das Kli seine Form erst bestimmen, nachdem sich das Licht zum ersten Mal entfernt hat (Histalkut haOr). Denn dann, nach dem Rückzug des Lichts, fängt das Kli an, sich nach diesem Licht zu sehnen. Diese Sehnsucht bestimmt und setzt die gehörige Form des Verlangens zu empfangen fest. Nachdem das Licht zurückgekommen und sich im Kli eingekleidet hat, werden sie (Licht und Kli) als zwei getrennte Objekte betrachtet: Kli und Licht bzw. Körper (Guf) und Leben (Chaim). Und richte dein Augenmerk darauf, denn dies ist das Tiefste vom Tiefsten.

5) Daher braucht man die vier Unterscheidungen (Dalet Bchinot), die im Namen HaWaYaH enkodiert sind und Chochma, Bina, Tiferet, Malchut heißen. Bchina Alef (Phase Eins), welche Chochma heißt, beinhaltet die Gesamtheit des Ausgeströmten – das Licht und das Kli. In diesem ist das große Verlangen zu empfangen im gesamten Licht enthalten, das Or Chochma (das Licht der Weisheit) oder Or Chaja (das Licht des Lebens) heißt, denn es ist das gesamte Licht des Lebens (Or ha Chaim) im Ausgeströmten, eingekleidet in sein Kli. Diese Bchina Alef wird jedoch weiterhin lediglich als Licht angesehen, und das Kli dieser Stufe ist fast nicht erkennbar, denn es ist mit dem Licht vermischt und verschwindet in ihm wie eine Kerze vor einer Fackel.

Danach kommt Bchina Bet (Phase Zwei). Das geschieht, da das Kli Chochma am Ende seiner Entwicklung die Übereinstimmung mit dem Höheren Licht – Or Eljon – in ihm durch die Angleichung der Form (Hashwaat ha Zura) erreicht. Es bedeutet, dass im Kli Chochma das Verlangen, dem Ausströmenden zu geben, wach wird, analog der Natur des Lichts in Seinem Inneren, welches vollkommenes Geben ist.

Als Antwort auf das Erwachen dieses Verlangens kommt vom Ausströmenden ein neues Licht, das Or Chassadim (das Licht der Barmherzigkeit) heißt. Daher entledigte sich Bchina Alef fast vollständig des Lichts Or Chochma, das vom Ausströmenden gegeben wurde. Denn dieses Licht Or Chochma kann nur in einem ihm passenden Kli empfangen werden; das ist das Verlangen zu empfangen in seinem höchsten Grad.

Deswegen unterscheiden sich das Licht und das Kli in Bchina Bet völlig von denen in Bchina Alef. Denn das Kli von Bchina Bet ist das Verlangen zu geben (Razon lehashpia), und das Licht dieser Stufe wird als Or Chassadim definiert, das bedeutet das Licht, welches aus der Kraft von Dwekut (Verschmelzung) des Ausgeströmten (Neezal) mit dem Ausströmenden (Maazil) resultiert. Das Verlangen zu geben in Bchina Bet bewirkt die Angleichung der Form an den Ausströmenden, und die spirituelle Angleichung der Form ist Dwekut (Verschmelzung).

Danach kommt Bchina Gimel (Phase Drei). Nachdem das Licht innerhalb des Ausgeströmten (Neezal) sich bis auf die Stufe Or Chassadim in der vollständigen Abwesenheit des Lichts Or Chochma verringert hatte (während wir bereits wissen, dass das Or Chochma die Essenz und Hauptlebensenergie des Ausgeströmten ist), wurde Bchina Bet am Ende ihrer Entwicklung wach. Sie empfand den Mangel an Or Chochma und zog eine gewisse Menge des Lichts Or Chochma an sich, um innerhalb des Lichts Or Chassadim, welches in ihr ist, zu scheinen. Dieses Erwachen verursachte nun die erneute Anziehung einer gewissen Menge des Verlangens zu empfangen – einer neuen Form. So wurde ein neues Kli geformt, das Bchina Gimel bzw. Tiferet heißt. Das Licht in dieser Bchina heißt Or Chassadim mit Hearat Chochma (He´ara = ein schwaches Leuchten), denn der größte Teil dieses Lichts ist das Or Chassadim, und sein geringerer Teil ist Or Chochma.

Danach kommt Bchina Dalet (Phase Vier). Ebenso wurde das Kli der Bchina Gimel am Ende ihrer Entwicklungsphase wach und zog das Licht Or Chochma an sich, jedoch in der ganzen Fülle, wie es in Bchina Alef war. Dieses erwachte Verlangen ist also die Sehnsucht im Ausmaß der Begierde nach Licht, wie sie Bchina Alef innewohnte, und noch mehr als das. Denn jetzt, nachdem das Or Chochma einmal verschwunden ist und sich nicht mehr im Ausgeströmten kleidet, sehnt er sich danach. Daher verlangt er nach diesem Licht Or Chochma viel stärker als es in Bchina Alef war. Daher besteht das Verlangen zu empfangen in seiner ganzen Vollkommenheit. Denn nach der Ausbreitung (Hitpashtut) des Or und dessen anschließendem Verschwinden (Histalkut) wird das Kli bestimmt. Später, wenn das Kli nun von neuem das Licht empfängt, gilt, dass das Kli dem Licht vorangeht. Daher wird diese Bchina Dalet als der Abschluss des Kli definiert und wird als Malchut (Königreich) bezeichnet.

6) Die vier oben beschriebenen Unterscheidungen entsprechen den Zehn Sefirot, welche in jedem ausgeströmten Wesen (Neezal) und jedem Geschöpf (Niwra) unterschieden werden können, sowohl im Ganzen (Klal), welche die vier Welten ABYA sind, als auch in allen kleinsten Einzelheiten (Prat), die in der Realität existieren. Bchina Alef heißt Chochma oder die Welt Azilut. Bchina Bet heißt Bina oder die Welt Brija. Bchina Gimel heißt Tiferet oder die Welt Yezira. Bchina Dalet heißt Malchut oder die Welt Assija.

Jetzt wollen wir die vier Unterscheidungen erläutern, die in jeder Seele (Neshama) existieren. Denn jede Seele (Neshama) kommt aus der Welt der Unendlichkeit (Ejn Sof), steigt von dort in die Welt Azilut herab, was Bchina Alef der Seele darstellt.

In der Welt Azilut wird sie noch nicht Neshama (Seele) genannt, da dieser Name quasi auf einen gewissen Unterschied zum Ausströmenden (Maazil) hinweist. Durch diesen Unterschied trat sie aus Ejn Sof aus, das heißt aus dem Zustand der vollständigen Verschmelzung mit dem Ausströmenden, zur Enthüllung eines eigenen Herrschaftsbereichs.

Solange die Seele (Neshama) nicht die Form eines vollständigen Kli annimmt, gibt es nichts, was sie vom Wesen des Schöpfers – Azmuto – absondern kann, bis sie geeignet und tauglich wird, einen eigenen Namen zu tragen. Und wie schon bekannt, wird Bchina Alef des Kli noch gar nicht als Kli angesehen und annulliert sich selbst vollständig gegenüber dem Licht. Daher nennt man alles, was in der Welt Azilut existiert, absolute Göttlichkeit, und das heißt: Huh we Shmo EchadEr und Sein Name sind eins. Sogar die Seelen (Neshamot) anderer Lebewesen, während sie die Welt Azilut passieren, gelten als mit dem Wesen des Schöpfers verschmolzen.

7) Die Welt Brija wird schon von der oben beschriebenen Bchina Bet beherrscht; das bedeutet, dass es das Kli des Verlangens zu schenken (Kli de Razon lehashpia) ist. Wenn also die Seele (Neshama) während ihrer Entwicklung in die Welt Brija absteigt, erreicht sie die dortige Stufe des Kli und wird nun Neshama genannt. Das bedeutet, dass sie sich von Azmuto bereits abgesondert und getrennt hat und nun ihres eigenen Namens – Neshama – würdig ist. Dieses Kli ist jedoch einstweilen noch sehr rein (sach), denn es ist, den Eigenschaften nach, dem Ausströmenden noch sehr nah und ähnlich, und daher wird es auch hier als vollständig spirituell betrachtet.

8) In der Welt Yezira herrscht bereits oben genannte Bchina Gimel, die ein bestimmtes geringes Maß des Verlangens zu empfangen enthält. Wenn die Seele (Neshama) daher während ihrer Entwicklung in die Welt Yezira absteigt und diese Entwicklungsstufe des Kli erreicht, verlässt sie den spirituellen Zustand von Neshama und heißt nun Ruach. Dieses Kli besitzt bereits ein geringes Maß von Awiut (Grobheit, Dicke), das heißt ein wenig Verlangen zu empfangen, in sich. Dennoch wird dieses Kli weiterhin als spirituell betrachtet, da das vorhandene Ausmaß von Awiut noch nicht ausreicht, um das Kli in seinen Eigenschaften vom Wesen des Schöpfers – Azmuto – vollständig zu trennen und mit dem Namen Guf (Körper) zu nennen, welcher ganz und gar unabhängig und selbstständig ist.

9) In der Welt Assija herrscht bereits Bchina Dalet, welche das vollständige Kli des großen Verlangens zu empfangen ist. Auf dieser Stufe erreicht das Verlangen zu empfangen den Höhepunkt seiner Entwicklung, den Zustand eines Guf (Körper), vollständig getrennt und ausgesondert vom Wesen des Schöpfers – Azmuto – und in der Selbstverwaltung stehend. Das Licht in diesem Guf heißt Nefesh (vom hebräischen Wort „Ruhe“). Diese Benennung weist auf ein Licht ohne eigene selbstständige Bewegung hin. Und wisse, dass es kein winzigstes Teilchen in der Wirklichkeit gibt, welches nicht das gesamte ABYA (Azilut, Brija, Yezira und Assija) in sich beinhaltet.

10) Wir sehen, dass Nefesh, welches das Licht des Lebens (Or ha Chaim) ist, eingekleidet in den Körper, unmittelbar aus dem Wesen des Schöpfers, Azmuto, als Existierendes aus dem Existierenden (Jesh mi Jesh) kommt. Indem dieses Licht seinen Weg durch die vier Welten ABYA geht, entfernt es sich stufenweise vom Schöpfer, bis es zu seinem vorgesehenen Kli gelangt, genannt Körper (Guf). Erst dann wird dieses Kli als vollständig entwickelt in seiner erwünschten Form angesehen.

Obwohl auf dieser Entwicklungsstufe das im Kli innewohnende Licht so gering ist, dass seine Wurzel (Shoresh) nicht einmal erkannt werden kann, ist es jedoch imstande, mithilfe der Tora und der Mizwot – mit der Absicht, dem Schöpfer Freude zu bereiten – sein Kli zu reinigen. Auf diese Weise wird das Kli, genannt Guf, immer klarer und feiner, bis es tauglich und geeignet wird, die gesamte Lichtfülle (Shefa) in vollem Maß zu empfangen, welche der Schöpfer im Schöpfungsgedanken für das Kli vorgesehen hat. Genau das meinte Rabbi Chananja ben Akashja, als er sagte: „Der Schöpfer wollte Israel reinigen, also gab Er ihnen reichlich Tora und Mizwot.“

11) Jetzt können wir den wahren Unterschied zwischen dem Spirituellen und dem Körperlichen verstehen. Wenn das Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) seine volle Entwicklung in allen Stufen erreicht hat, also Bchina Dalet, so wird dieses Verlangen als „materiell“ bzw. „körperlich“ angesehen. Dies ist es, was in allen Einzelheiten der Wirklichkeit vor uns in dieser Welt (Olam haSe) existiert. Alles, was über diesem hohen Grad des Verlangens zu empfangen liegt [wenn dieses Verlangen noch nicht seine letzte Entwicklungsstufe erreicht hat], wird als „Spiritualität“ bezeichnet. Dies sind die vier Welten ABYA, die sich über dieser Welt befinden, mit ihrer ganzen Wirklichkeit in ihnen.

Und nun kann man verstehen, dass alle Auf und Abstiege, die sich in den Höheren Welten abspielen, unter keinen Umständen Bewegungen in einem imaginären Raum darstellen, sondern sie sind einfach Änderungen vom Ausmaß des Verlangens zu empfangen innerhalb der vier Entwicklungsstufen. Je weiter etwas von Bchina Dalet entfernt ist, desto höher wird es angesehen. Und umgekehrt, je näher etwas an Bchina Dalet herankommt, desto tiefer ist seine Stufe.

12) Es ist wichtig zu begreifen, dass die Essenz eines jeden Geschöpfes und der gesamten Schöpfung einzig und allein das Verlangen zu empfangen ist. Alles außerhalb dieses Rahmens ist nicht Teil der Schöpfung, sondern bezieht sich auf das Wesen des Schöpfers (Azmuto). Weshalb betrachten wir dann das Verlangen zu empfangen als etwas Grobes (Awiut), abscheulich Schlechtes und der Korrektur Bedürftiges, sodass wir angehalten sind, es mithilfe der Tora und der Gebote zu „ reinigen“ (lesakot) – und tun wir das nicht, sind wir nicht in der Lage, das letztendliche und oberste Edelziel, den Plan der Schöpfung, zu erreichen?

13) So, wie materielle Objekte durch Abstand im Raum voneinander entfernt werden, so entfernen sich spirituelle Objekte durch ihre unterschiedliche Form voneinander. Etwas Vergleichbares existiert so auch in unserer Welt. Wenn beispielsweise zwei Menschen ähnliche Ansichten vertreten, so mögen sie sich, und keine räumliche Entfernung kann ihre Sympathie füreinander beeinträchtigen.

Und umgekehrt, wenn ihre Ansichten völlig voneinander abweichen, hassen sie sich, und die räumliche Nähe wird diese beiden nicht im Geringsten näher bringen. Also trennen und entfernen die Meinungsverschiedenheiten die Menschen voneinander, und ähnliche Ansichten bringen sie zusammen. Und wenn zum Beispiel die Menschennatur des einen der eines anderen absolut diametral entgegensteht, fühlen sich diese Menschen so voneinander entfernt wie Ost von West.

Dasselbe gilt auch in den spirituellen Welten: Gegenseitige Entfernung, Annäherung, Verschmelzung und Einheitdiese Prozesse ereignen sich ausschließlich gemäß unterschiedlicher bzw. ähnlicher innerer Eigenschaften der spirituellen Objekte (Parzufim). So trennen sie sich je nach der Unterschiedlichkeit der Form, während ihre Ähnlichkeit sie aneinander annähert und miteinander verschmelzen lässt.

Dadurch muss man verstehen, dass das Verlangen zu empfangen das Hauptelement und das verbindliche Gesetz des Geschöpfes ist, denn es ist der wesentliche Kern eines Geschöpfes. Es ist gerade das Kli, das notwendig und geeignet ist, den Zweck zu verwirklichen, der im Schöpfungsgedanken beinhaltet ist. Das Verlangen zu empfangen des Geschöpfes ist darum vom Schöpfer völlig getrennt worden, da der Unterschied der Form zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer bis zu seinem Gegensatz gelangt. Denn der Schöpfer ist das absolute Verlangen zu geben (Razon lehashpia), und in Ihm steckt nicht einmal eine Spur des Verlangens zu empfangen (Razon lekabel). Und das Geschöpf ist das absolute Verlangen zu empfangen, und in ihm steckt nicht einmal eine Spur des Verlangens zu geben. Es ist unmöglich, sich einen größeren Kontrast vorzustellen [als den zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf, zwischen dem Verlangen zu geben (Razon lehashpia) und dem Verlangen zu empfangen (Razon lekabel)]. Daher ist es unumgänglich, dass diese Gegensätzlichkeit der Form das Geschöpf vom Schöpfer trennt.

14) Um die Geschöpfe aus dieser gewaltigen Trennung vom Schöpfer zu erretten, fand Zimzum Alef (Erste Einschränkung) statt, welche Bchina Dalet von allen Parzufim  (spirituellen Objekten) der Kedusha (Heiligkeit) trennte. Das geschah auf solche Art und Weise, dass das große Maß des Verlangens zu empfangen zu einem leeren Raum (Chalal Panui) wurde, ohne jegliches Licht.

Dies ist so, weil nach Zimzum Alef alle Parzufim der Kedusha einen korrigierenden Massach (Schirm) für ihr Kli Malchut eingerichtet haben, um kein Licht in dieser Bchina Dalet zu empfangen. In dem Moment, als sich das Höhere Licht (Or Eljon) zum Geschöpf erstreckt und versucht, sich ins Innere zu verbreiten, stößt der Massach das Licht zurück. Dieser Prozess heißt Zusammenstoß (Hakaa) zwischen Höherem Licht und dem Massach. Als Ergebnis dieses Schlages steigt das Or Choser (Reflektiertes Licht) von unten nach Oben auf und bekleidet die Zehn Sefirot des Höheren Lichts.

Der zurückgestoßene Teil des Lichts heißt Or Choser (Reflektiertes Licht). Indem es das Höhere Licht bekleidet, wird es nachher zum Empfangs-Kli des Höheren Lichts, anstelle von Bchina Dalet. Denn danach erweitert sich Malchut im Maß des Or Choser  – des Reflektierten Lichts (das zurückgestoßen wurde, von unten nach Oben stieg und das Höhere Licht bekleidete) – und breitete sich auch von Oben nach unten hin aus, sodass sich auf diese Weise die Lichter in die Kelim (Plural von Kli) kleiden, das heißt in dieses Or Choser. [Man sagt, dass das Höhere Licht sich in das Or Choser kleidet.]

Das nennt man Rosh (Kopf) und Guf (Körper) einer jeden Stufe. Der Siwug de Hakaa (Zusammenstoß) des Höheren Lichts mit dem Massach verursacht einen Aufstieg des Or Choser (Reflektiertes Licht) von unten nach Oben und bekleidet die Zehn Sefirot des Höheren Lichts in die Zehn Sefirot de Rosh das bedeutet die Wurzeln der Kelim (Gefäße). Denn dort ist noch keine richtige Einkleidung möglich. [Diese Zehn Sefirot de Rosh sind noch nicht die wirklichen Kelim; sie geben nur ihre Wurzeln weiter.]

Erst nachdem sich Malchut mit dem Or Choser von Oben nach unten ausgebreitet hat, ist das Or Choser zu Ende und es wird zu den Kelim für das Höhere Licht. Und nun kleiden sich die Lichter in die Kelim, genannt Guf (Körper) dieser bestimmten Stufe, was vollendete Kelim bedeutet.

15) Die neuen Kelim entstanden in den Parzufim der Kedusha anstelle von Bchina Dalet nach Zimzum Alef (Erste Einschränkung). Sie werden durch das Or Choser als Ergebnis des Siwug de Hakaa zwischen dem Licht (Or) und dem Massach gebildet.

Wir müssen allerdings noch verstehen, wie dieses Or Choser zu einem Gefäß für den Empfang (Kli Kabbala) wird, nachdem es ursprünglich nur ein zurückgewiesenes Licht war. Es funktioniert in der Weise, dass das Licht zu einem Gefäß wird, also eine entgegengesetzte Rolle zu spielen beginnt.

Wir wollen zur Verdeutlichung ein Beispiel aus unserer Welt geben. Von Natur aus liebt und schätzt der Mensch die Eigenschaft zu geben und hütet sich, von seinem Freund zu empfangen, ohne gleichzeitig etwas zurückzugeben. Nehmen wir an, dass jemand zu einem Freund nach Hause kommt und zum Essen eingeladen wird. Natürlich will er alles zurückweisen, egal wie hungrig er auch sein mag, da die Rolle eines Empfängers, der ein Geschenk empfängt, ohne zurückzugeben, erniedrigend ist.

Sein Gastgeber fängt jedoch an, ihn zu überzeugen, indem er ihm klar macht, dass ein essender Gast seinem Gastgeber ungeheure Freude bereitet. Wenn der Gast dies als wahr empfindet, stimmt er dem Essen zu, da er sich dann nicht mehr als Empfangender und den Gastgeber als Gebenden empfindet. Im Gegenteil empfindet sich der Gast als derjenige, der dem Gastgeber gibt und ihn durch seine Bereitschaft zu essen erfreut.

Es wird deutlich, dass trotz des Hungergefühls und Appetitswobei gerade Hunger und Appetit das ursprüngliche Sondergefäß (Essen zu erhalten) sind der Gast wegen seines Schamgefühls keine Köstlichkeit anfassen konnte. Erst durch die Überzeugungskünste des Gastgebers wurde es aufgelöst, und erst dann tauchten in ihm die Keime der neuen Empfangsgefäße für das Essen auf. [Wir haben nun gesehen, wie ein neues Essen empfangendes Gefäß erschaffen wurde]. Die wachsende Überredungskunst des Gastgebers und die sinkende Widerstandskraft des Gastes erreichen allmählich den genügenden Grad, um Empfangen (Kabbala) in Schenken (Hashpaa) umzuwandeln. Bis der Gast feststellen kann, dass er dem Gastgeber durch sein Essen große Freude und Gefallen bereitet. Denn nun sind bei ihm die Gefäße des Empfangens für das Essen des Gastgebers geboren. Und nun sieht man, dass die Widerstandskraft des Gastes zur Grundlage seiner Empfangsgefäße für das Essen wurde. [Die Tatsache des Empfangens blieb davon unberührt, einzig die Ausrichtung dieser Handlungdie Absicht (Kavana)wurde umgewandelt.] Genauso wie die Widerstandskraft Anlass wurde, das Essen zu empfangen, und nicht Hunger und Appetit, obwohl diese die gewöhnlichen Gefäße zum Empfangen sind.

16) Mithilfe dieses Beispiels von Gastgeber und Gast können wir jetzt verstehen, was Siwug de Hakaa und das daraus resultierende Or Choser ist, welches seinerseits zu einem neuen Kli wird, das anstelle von Bchina Dalet das Höhere Licht empfängt. Die Wechselwirkung findet statt, da das Licht mit der Absicht auf den Massach trifft, in Bchina Dalet einzudringen. Das ähnelt einem Gastgeber, der den Gast zum Essen zu überzeugen versucht. In dem Maß, wie der Gastgeber wünscht, dass sein Gast den von ihm zubereiteten Speisen zustimmt, so sehr möchte auch das Höhere Licht sich im Empfangenden verbreiten. Und der Massach, der gegen das kommende Licht gerichtet ist und es zurückstößt, ähnelt der Widerstandskraft des Gastes und seiner Absage, Speise und Trank zu akzeptieren. So stößt er das Gute weg.

In diesem Beispiel findet man, dass gerade die Abweisung zu essen zu einem neuen, richtigen Empfangsgefäß für das Essen wurde. Auf diese Weise kann man sich vorstellen, dass das Or Choser ein Empfangsgefäß anstelle von Bchina Dalet wird, das diese Rolle vor Zimzum Alef (Erste Einschränkung) spielte.

Wir müssen uns jedoch immer daran erinnern, dass dies nur in den Parzufim (Plural von Parzuf) der Kedusha der Welten ABYA geschieht, aber nicht in den Parzufim der Klipot (Schalen) und unserer Welt, in welchen Bchina Dalet weiterhin ein Empfangsgefäß darstellt. Deswegen werden sie vom Höheren Licht getrennt. Wegen des Unterschieds zwischen den Eigenschaften von Bchina Dalet und denen des Schöpfers gibt es daher weder in den Klipot noch in unserer Welt auch nur einen Funken Licht. Daher werden die Klipot [unreine Kräfte: ein Verlangen, das Licht ohne Massach zu empfangen] und Sünder für tot gehalten, da das Verlangen, das Licht ohne Massach zu empfangen, sie vom Licht allen Lebensdem Licht des Schöpferstrennt.

Fünf Unterscheidungen im Massach

17) Bisher haben wir die drei Basisdefinitionen in dieser Weisheit geklärt:

  1. Das sind nun Licht und Gefäß (Or und Kli), wobei Or unmittelbar aus dem Wesen des Schöpfers (Azmuto) ausströmt, und das Kli ist das Verlangen zu empfangen, das in Seinem Licht unbedingt enthalten ist [und durch das Licht geschaffen wird]. In dem Maß dieses Verlangens wurde aus dem ganzen Ausströmenden (dem Schöpfer) das Geschöpf ausgesondert. Auch wird dieser Wille zu empfangen als Malchut im Höheren Licht bezeichnet. Malchut heißt daher „Sein Name“ (Shmo), so, wie gesagt wird „Er und Sein Name sind eins“. Der Zahlenwert des Wortes Shmo stimmt mit dem von Razon (Verlangen) überein.
  2. Die Zehn Sefirot und die vier Welten ABYA, welche den vier Bchinot (vier Stufen – eine unter der anderen) entsprechen. Diese müssen in jedem Geschöpf vorkommen. Das Verlangen zu empfangen oder Kli steigt von der Stufe des Schöpfers herab durch diese vier Welten hindurch und gelangt in unserer Welt zu seiner vollen Ausreifung, zum vollkommenen Kli.
  3. Der Zimzum Alef und der Massach für dieses Empfangsgefäß – Bchina Daletbringen ein neues Kli in den Zehn Sefirot anstelle von Bchina Dalet Dieses Kli ist die Absicht, dem Schöpfer zu geben, und heißt Or Choser.

Diese drei Basisdefinitionen, wie sie hier erörtert wurden, muss man sich bestens aneignen und einprägen, da man ohne sie nicht ein einziges Wort dieser Weisheit verstehen kann.

18) Wir werden nun den Sachverhalt der fünf Bchinot (Unterscheidungen) im Massach klären, durch welche sich die Ausmaße der Grade während des Siwug de Hakaa, den der Massach mit dem Höheren Licht macht, ändern.

Man muss zunächst vollkommen verstehen, dass nach Zimzum Alef Bchina Dalet aufhört, ein Kli der Zehn Sefirot zu sein, das auf Empfangen ausgerichtet ist. Das Or Choser, das über den Massach als Ergebnis des Siwug de Hakaa aufsteigt, wird stattdessen zum Empfangsgefäß. Jedoch muss Bchina Dalet mit ihrem mächtigen Verlangen zu empfangen Or Choser begleiten. Ohne Bchina Dalet wäre Or Choser völlig unfähig, ein Empfangsgefäß zu sein.

Und verstehe dies auch anhand des Beispiels vom Gastgeber und dem Gast (siehe Punkt 15). Denn wir haben da bewiesen, dass die Widerstandskraft des Gastes und seine Ablehnung, Speise und Trank zu akzeptieren, zum Empfangsgefäß wurden und die Rolle des Hungers und des Appetits übernahmen. Da der Hunger und der Appetitdie üblichen Empfangsgefäße diese Funktion des Empfangens aufgrund ihres Scham und Schmachgefühls, vom Gastgeber empfangen zu können, aufgaben. Indem der Gast ablehnt und absagt, wird aus Empfangen (Kabbala) tatsächlich eine Tat des Gebens (Hashpaa). Und dadurch werden die wahren Empfangsgefäße erworben – tauglich und geeignet, das Essen des Gastgebers zu empfangen.

Man kann jedoch nicht sagen, dass der Gast keinen Bedarf mehr an den üblichen Gefäßen zum Empfangen, und zwar Hunger und Appetit, habe. Denn es versteht sich von selbst, dass er ohne Appetit nach Essen nicht in der Lage ist, das Verlangen des Gastgebers zu erfüllen und ihn durch das Essen seiner Köstlichkeiten zu erfreuen. Es geht darum, dass der Hunger und der Appetit in ihrer üblichen Form (Verlangen zu empfangen) verboten wurden und nun wegen der Kraft der Ablehnung und der Zurückweisung eine neue Form erhalten haben, nämlich das Empfangen um des Schenkens willen (Kabbala al menat lehashpia), um dem Gastgeber – dem Schöpfer – Freude zu bereiten. Und so hat sich die Erniedrigung in Ehre verwandelt.

Auf diese Weise behalten die üblichen Empfangsgefäße ihre vorhergehende Funktion, aber sie eignen sich eine neue Form an – Empfangen um des Gebens willen. Und man muss hier besonders beachten, dass die Awiut (Grobheit) von Bchina Dalet – die Unterschiedlichkeit der Form zum Geber, welche vom Geber trennt – nun verhindert, dass Bchina Dalet ein Gefäß für den Empfang von Zehn Sefirot ist. Jedoch hat sich durch die Korrektur des Massach in Bchina Dalet, welcher das Höhere Licht zurückweist, die vorherige untaugliche Form offenbart und erhält eine neue Form, die Or Choser heißt; ähnlich, wie die Transformation der Form des Empfangens in die Form des Gebens.

Dennoch bleibt der Inhalt der ursprünglichen Form derselbe, da der Gast, ohne Appetit zu haben, nicht essen kann. Doch ist die gesamte Awiut, welche die Kraft des Verlangens zu empfangen von Bchina Dalet ist, in Or Choser eingeschlossen. Auf diese Weise ist nun Or Choser zu einem passenden Empfangsgefäß geworden.

Dementsprechend sind im Massach immer zwei Kräfte zu unterscheiden:

  1. Kashiut (Härte), die Widerstandskraft in ihm, um das Höhere Licht zurückzuweisen.
  2. Awiut (Grobheit, Dicke), das Maß des Verlangens zu empfangen von Bchina Dalet, welches im Massach einbezogen ist. Als Ergebnis eines Siwug de Hakaa durch die Kraft von Kashiut in ihm, transformiert seine Awiut ganz und gar ihre Eigenschaften und wird zu Sakut (Feinheit, Dünne, Reinheit), das heißt, das Empfangen verwandelt sich zum Schenken/Geben.

Diese zwei Kräfte im Massach wirken in allen fünf Unterscheidungen: in vier (Dalet) Bchinot – Chochma und Bina, Tiferet und Malchut (CHuB TuM)und in ihrer Wurzel (Shoresh), die Keter heißt.

19) Wie wir oben schon sagten, gelten die ersten drei Bchinot (Gimel Bchinot) noch nicht als ein Kli, sondern nur Bchina Dalet ist ein wahres Kli. Da diese ersten drei Bchinot die Ursache und Voraussetzung sind – die Phasen, die der Schöpfung von Bchina Dalet und ihrer Vollendung vorangehen –,  übernahm Bchina Dalet deren Eigenschaften und vervollständigte ihre eigene Entwicklung. Diese Gimel Bchinot waren sozusagen darin eingeprägt und schufen innerhalb von Bchina Dalet ihre eigenen vier Stufen, je nach Ausmaß des Verlangens zu empfangen.

  • Alles beginnt mit Bchina Alef – das geringste Maß der Eigenschaft zu empfangen.
  • Danach Bchina Bet, die merklich „gröber“ (mit mehr Awiut) als Bchina Alef ist, das heißt, ein höheres Maß der Eigenschaft zu empfangen hat.
  • Bchina Gimel hat in ihrer Eigenschaft zu empfangen Awiut, die noch gröber ist als die von Bchina Bet.
  • Schließlich entwickelt sich Bchina Dalet, die die dickste Awiut unter allen enthält; das entspricht der perfekten Eigenschaft zu empfangen, welche die höchste, vollkommene Stufe erreicht.
  • Es muss auch unterschieden werden, dass die Wurzel der vier Bchinot, Keter, welche die reinste von allen ist, ebenfalls in Bchina Dalet enthalten ist[5].

Also haben wir alle fünf Unterscheidungen des Verlangens zu empfangen genannt, die in Bchina Dalet eingeschlossen sind. Sie werden auch durch die Namen der Zehn Sefirot KaCHaB TuM benannt, die in Bchina Dalet eingeschlossen sind, denn Dalet (vier) Bchinot sind: CHuB TuM (Chochma und Bina, Tiferet und Malchut), und die Wurzel wird Keter genannt.

20) Die fünf Stufen des Empfangens in Bchina Dalet werden durch die Namen der Zehn Sefirot KaCHaB TuM gekennzeichnet, denn Bchina Dalet war schon vor Zimzum Alef ein Empfangsgefäß für die Zehn Sefirot, die im Höheren Licht enthalten sind, genannt: „Er und Sein Name sind eins.“ Alle Welten waren in Bchina Dalet des Or Yashar enthalten (Malchut der Welt Ejn Sof). Jede Bchina, die in Malchut enthalten war, nahm die Eigenschaft der ihr entsprechenden Bchina von den Zehn Sefirot des Höheren Lichts an:

  • Bchina Shoresh von Bchina Dalet „bekleidet“ Keter der Zehn Sefirot des Höheren Lichts;
  • Bchina Alef von Bchina Dalet „bekleidet“ das Licht Chochma der Zehn Sefirot des Höheren Lichts;
  • Bchina Bet von Bchina Dalet „bekleidet“ das Licht Bina;
  • Bchina Gimel von Bchina Dalet „bekleidet“ das Licht Tiferet;
  • und Bchina Dalet von Bchina Dalet (Malchut selbst) „bekleidet“ das Licht von Malchut.

Daher tragen die fünf Stufen des Verlangens zu empfangen von Bchina Dalet auch nach Zimzum Alefals Bchina Dalet aufhörte, ein Gefäß des Empfangens zu seinweiterhin die Namen der fünf Sefirot: Keter, Chochma, Bina, Tiferet und Malchut (KaCHaB TuM).

21) Wir haben bereits gelernt, dass das Material, aus dem der Massach besteht, Kashiut heißt. Er ist wie ein Festkörper, der nicht erlaubt, dass in seine Grenzen irgendetwas eindringen kann. In genau dieser Weise verhindert der Massach das Eindringen des Höheren Lichts in Malchut, welche Bchina Dalet ist. Dies bedeutet, dass das gesamte Licht, dessen Bestimmung es war, sich in Malchut zu kleiden (sie zu füllen), durch den Massach gestoppt und von ihm zurückgestoßen wird.

Wir sehen, dass die fünf Bchinot von Awiut in Bchina Dalet auch Bestandteil des Massach werden und sich mit seinem Maß an Kashiut verbinden. Daher werden fünf Arten von Siwug de Hakaa im Massach unterschieden – gemäß seiner fünf Bchinot von Awiut:

  • Ein Siwug de Hakaa auf einem vollständigen Massach mit allen fünf Bchinot von Awiut erhebt ausreichend Or Choser, um alle Zehn Sefirot bis zum Niveau (Koma) Keter zu bekleiden.
  • Wenn allerdings nur vier von fünf Teilen der Awiut im Massach anwesend sind, das heißt, wenn Awiut Dalet fehlt, dann reicht das Or Choser nur bis zum Niveau Chochma und Keter
  • Durch die Abwesenheit von Bchinot Dalet und Gimel der Awiut, dem 4. bzw. 5. „Dickegrad“ im Massach, kann er Or Choser nur bis zum Niveau von Bina erheben, Keter und Chochma
  • Wenn es im Massach nur Bchina Alef der Awiut gibt, dann ist dessen Or Choser sehr klein und kann das Or Yashar (Direktes Licht) nur bis zum Niveau von Tiferet bekleiden, während Keter, Chochma und Bina (KaCHaB) fehlen.
  • Wenn es im Massach nicht einmal Bchina Alef der Awiut gibt und lediglich Bchina Shoresh der Awiut vorhanden ist, dann ist seine Widerstandskraft äußerst gering, und Or Choser kann nur das von Malchut kommende Licht umgeben (sich bloß bis zum Niveau Malchut kleiden), während die neun ersten Sefirot (Keter, Chochma, Bina und Tiferet) fehlen.

22) Und man sieht, wie sich die fünf Niveaus der Zehn Sefirot des Or Choser formen und erscheinen – als Ergebnis der fünf Arten von Siwug de Hakaa des Höheren Lichts mit den fünf Niveaus von Awiut des Massach. Und nun ist der Sinn des Geschehenen zu verstehen. Denn es ist bekannt: Das Licht kann weder empfunden noch empfangen werden, wenn es kein Kli gibt, das es aufnimmt.

Diese fünf Maße von Awiut bilden sich aus den fünf Bchinot von Awiut von Bchina Dalet, die vor Zimzum Alef (ZA) fünf empfangende Kelim (Gefäße) der Bchina Dalet waren – sie bekleideten die Zehn Sefirot: Keter, Chochma, Bina, Tiferet und Malchut (KaCHaB TuM) (siehe Punkt 18). Nach Zimzum Alef verschmelzen diese selben Bchinot von Awiut von Bchina Dalet mit denen des Massach. Mithilfe des Or Choser, welches der Massach erhebt, werden aus ihnen wieder Kelim seitens Or Choser von Zehn Sefirot KaCHaB TuM anstelle der fünf Kelim von Bchina Dalet selbst, wie es vor dem Zimzum war.

Nun kann man vollkommen klar verstehen, dass, wenn ein Massach sämtliche fünf Bchinot von Awiut besitzt, in ihm auch fünf Kelim vorhanden sind, die Zehn Sefirot bekleiden können, das heißt, das Höhere Licht empfangen können. Wenn aber nicht alle fünf Bchinot im Massach vorhanden sind, denn im Massach fehlt Awiut de Bchina Dalet, besitzt er (Massach) nur vier Kelim und kann daher lediglich vier Lichter empfangen: Chochma, Bina, Tiferet und Malchut (CHuB TuM). Und ihm mangelt an Licht – Or Keter – sowie ein Kli, und zwar Awiut de Bchina Dalet.

Wenn auch Awiut de Bchina Gimel im Massach fehlt (das heißt, bloß drei Bchinot Awiut im Massach sindnur bis Bchina Bet), dann hat er lediglich drei Kelim und kann dementsprechend nur drei Lichter empfangen: Bina, Tiferet und Malchut. Und es mangelt hier an zwei Lichtern: Keter und Chochma, sowie auch an zwei Kelim: Bchina Gimel und Bchina Dalet.

Wenn im Massach nur zwei Bchinot Awiut sind, Bchina Shoresh und Bchina Alef, besitzt er nur zwei Kelim und bekleidet daher nur zwei Lichter: das Licht von Tiferet und das Licht von Malchut. Daraus folgt, dass diesem Niveau drei Lichter fehlen – Keter, Chochma und Bina (KaCHaB) –, und genauso fehlen ihm drei Kelim: Bchina Bet, Bchina Gimel und Bchina Dalet.

Wenn der Massach nur eine Stufe von Awiut – Bchina Shoresh – alleine besitzt, dann hat er auch nur ein Kli. Daher kann er nur ein Licht bekleiden, das Licht Malchut. Diesem Niveau fehlen die übrigen vier Lichter – Keter, Chochma, Bina und Tiferet – sowie vier Kelim: Awiut von Bchina Dalet, Bchina Gimel, Bchina Bet und von Bchina Alef.

Somit hängt die Größe eines jeden Parzuf exakt vom Ausmaß der Awiut des Massach ab. Der Massach von Bchina Dalet erschafft das Niveau Keter, und der von Bchina Gimel erschafft das Niveau Chochma, und der von Bchina Bet erschafft das Niveau Bina, und der von Bchina Alef erschafft das Niveau Tiferet, und der von Bchina Shoresh erschafft das Niveau Malchut.

23) Allerdings ist noch zu klären, weshalb das Licht Keter nicht anwesend ist, wenn im Massach das Kli Malchut – Bchina Daletfehlt. Wenn zusätzlich auch das Kli Tiferet fehlt, dann mangelt es auch an Licht von Chochma usw. Eigentlich müsste also quasi das Gegenteil wahr seinwenn das Kli Malchut, welches Bchina Dalet ist, im Massach fehlt, dann sollte nur das Licht Malchut (Nefesh) fehlen und es sollten vier Lichter vorhanden sein: Keter, Chochma, Bina und Tiferet. Wenn zwei Kelim fehlen – Bchina Gimel und Bchina Dalet –, dann sollten auch die Lichter von Tiferet und Malchut fehlen und drei Lichter vorhanden sein: Keter, Chochma und Bina (KaCHaB). Und so weiter auf diese Weise.

24) Und die Antwort ist, dass stets ein umgekehrtes Verhältnis zwischen den Lichtern und den Kelim besteht (Erech afuch bejn Orot we Kelim). Die Reihenfolge des Heranwachsens der Kelim in einem Parzuf ist so, dass sich zuerst die höheren Kelim bilden: Anfangs wächst Keter, dann das Kli von Chochma und weiter, bis das Kli Malchut als letztes heranwächst.

Daher nennen wir die Kelim, entsprechend ihrer Wachstumsfolge, von Oben nach unten: Keter, Chochma, Bina, Tiferet und Malchut (KaCHaB TuM), weil es die Natur ihres Wachstums ist.

Die Lichter gelangen in einen Parzuf in der entgegengesetzten Reihenfolge. Bei den Lichtern dringen zuerst die niedrigeren in den Parzuf ein: das niedrige Licht Or Nefesh (sein Platz ist innerhalb von Malchut). danach Or Ruach (das Licht von Seir Anpin) und so weiter, bis Or Yechida als letztes reinkommt.

Daher benennen wir die Lichter (Orot) nach der dadurch entstehenden Reihenfolge, nämlich wie sie in den Parzuf eintauchen, von unten nach Oben: Nefesh, Ruach, Neshama, Chaja und Yechida (NaRaNCHaY), entsprechend der Folge ihres Eintrittsvon unten hinauf.

Wenn im Parzuf nur ein Kli herangewachsen ist, welches notwendigerweise das höchste KliKeter – ist, dann tritt das Licht von Yechida, welches für dieses Kli vorgesehen ist, nicht in den Parzuf ein, sondern nur das Licht Nefesh, das unterste, geringste Licht unter allen. Und dieses Licht, Or Nefesh, kleidet sich in das Kli von Keter.

Und wenn die zwei höchsten Kelim – Keter und Chochmaim Parzuf herangewachsen sind, dann betritt auch das Licht Ruach den Parzuf. Das Licht Nefesh verlässt das Kli von Keter und steigt zum Kli von Chochma ab, und das Licht Ruach kleidet sich in das Kli von Keter.

Wenn das dritte Kli, das Kli von Bina, im Parzuf herangewachsen ist, dann dringt das Licht Neshama ein. Und das Licht Nefesh verlässt das Kli von Chochma und steigt ins Kli von Bina ab und das Licht Ruach ins Kli von Chochma, und das Licht Neshama kleidet sich in das Kli von Keter.

Wenn das vierte KliTiferet – im Parzuf herangewachsen ist, dann dringt das Licht Chaja in den Parzuf ein. Das Licht Nefesh verlässt das Kli von Bina und steigt in das Kli von Tiferet ab, während das Licht Ruach in das Kli von Bina absteigt und das Licht Neshama in das Kli von Chochma eindringt, und das Licht Chaja kleidet sich in das Kli von Keter ein.

Wenn das fünfte Kli, das Kli von Malchut, im Parzuf herangewachsen ist, dann dringt das Licht Yechida ein. Alle Lichter dringen nun in ihre für sie vorgesehenen Kelim ein, weil das Licht Nefesh das Kli Tiferet verlässt und zum Kli von Malchut absteigt. das Licht Ruach zum Kli von Tiferet absteigt, das Licht Neshama in das Kli von Bina eindringt und das Licht Chaja in das Kli von Chochma und das Licht Or Yechida in das Kli von Keter eindringt.

25) Solange die fünf Kelim KaCHaB TuM im Parzuf noch nicht vollständig herangewachsen sind, befinden sich ihre fünf Lichter noch nicht an den ihnen zugehörigen Plätzen. Sie sind sogar in einem umgekehrten Verhältnis angeordnet. Wenn das Kli von Malchut im Parzuf fehlt, fehlt auch das Licht Yechida, und in der Abwesenheit von Malchut und Tiferet (TuM) mangelt es an den Lichtern Yechida und Chaja usw.

Die Erklärung liegt darin, dass seitens der Kelim zuerst die höheren und reinsten hervorkommen [von Keter bis Malchut], von der Seite der Lichter aber dringen zunächst die letzten [schwächsten] Lichter [mit Nefesh beginnend] in die Kelim.

Da jeder Empfang von Licht in den reinsten Kelim erfolgt, muss sich jedes neue Licht zuerst in das Kli von Keter einkleiden. Aus diesem Grund sind die im Parzuf schon vorhandenen Lichter verpflichtet, jeweils eine Stufe abzusteigen, wenn ein neues Licht kommt.

So muss, zum Beispiel, beim Eintreffen des Lichts Ruach das Licht Nefesh vom Kli Keter zum Kli Chochma absteigen, um im Kli von Keter Platz für den Empfang eines neuen Lichts – Or Ruachfrei zu machen. Und wenn das neue Licht Neshama ist, muss auch das Licht Ruach vom Kli Keter zum Kli von Chochma absteigen, das Kli von Keter für das neue Licht – Neshama – räumen. Und deswegen muss das Licht Nefesh, das im Kli von Chochma war, in das Kli von Bina absteigen. Und so weiter auf diesem Wege. Und all das, um das Kli von Keter für das neue Licht frei zu machen.

Diese Regel von den Lichtern (Orot) und den Kelim und ihrer umgekehrten Beziehung sollte im Gedächtnis gut eingeprägt werden. So wird man nie verwirrt und ist immer imstande zu unterscheiden, ob in einem bestimmten Zusammenhang die Lichter oder die Kelim gemeint sind, da dieses umgekehrte Verhältnis stets gilt.

Also haben wir nun die fünf Unterscheidungen (Bchinot) im Massach gründlich erörtert, und wie sich durch sie die Ebenen des Kli, eine unter der anderen, verändern.

Fünf Parzufim der Welt Adam Kadmon

26) Wir haben nun den Begriff des Massach gründlich aufgeklärt, der im Kli Malchut – der Bchina Dalet nach Zimzum Alef – aufgestellt wurde, und ebenso die fünf Arten von Siwug de Hakaa in diesem Massach, die die fünf Niveaus (Komot) der Zehn Sefirot ergeben, eine unter der anderen. Nun können wir über die fünf Parzufim der Welt Adam Kadmon (AK) lernen, die den vier Welten von ABYA vorangehen.

Man weiß bereits, dass das Or Choser, das durch Siwug de Hakaa von unten nach Oben aufsteigt und die Zehn Sefirot des Höheren Lichts bekleidet, lediglich für die Wurzeln der künftigen Kelim genügt, die „Zehn Sefirot de Rosh (Kopf) des Parzuf“ genannt werden. Und um die Erschaffung der Kelim abzuschließen, erweitert sich Malchut des Rosh von jenen Zehn Sefirot von Or Choser, die sich in die Zehn Sefirot de Rosh einkleideten, und breitet sich von Oben nach unten aus, entsprechend dem Maß des Niveaus der Zehn Sefirot de Rosh. Durch diese Ausbreitung werden die Kelim, die „Guf (Körper) des Parzuf“ genannt werden, vollendet (siehe Punkt 14). Daher sind immer zwei Arten der Zehn Sefirot in einem Parzuf zu unterscheiden: [die Sefirot des] Rosh und [die Sefirot des] Guf.

27) Und nun kam anfangs der erste Parzuf der Welt – Adam Kadmon – hervor, denn unverzüglich nach Zimzum Alef, als Bchina Dalet aufhörte, das Empfangsgefäß des Höheren Lichts zu sein, wurde ein Massach errichtet und das Höhere Licht wurde angezogen, um sich in das Kli Malchut einzukleiden, wie es seiner Natur entspricht. Aber der Massach in dem Kli Malchut stoppte das Licht und wies es zurück. Als Ergebnis dieses Schlages (Hakaa) im Massach von Bchina Dalet stieg das Or Choser bis zum Niveau Keter im Höheren Licht auf; und dieses Or Choser wurde zur Einkleidung und Wurzel der Kelim für die Zehn Sefirot im Höheren Licht, genannt „Zehn Sefirot de Rosh“ des „ersten Parzuf der Welt Adam Kadmon“.

Danach dehnte sich Malchut de Rosh, indem sie die Kraft der Zehn Sefirot de Rosh benutzte, zusammen mit dem Or Choser aus, breitete sich von Oben nach unten auf die neuen Zehn Sefirot aus, und somit wurden die Kelim von Guf vollendet. Alles, was im Parzuf in Zehn Sefirot de Rosh potenziell existierte, kleidete sich nun auch in die Zehn Sefirot de Guf ein. Somit wurden Rosh und Guf des ersten Parzuf der Welt Adam Kadmon abgeschlossen.

28) Danach fand ein weiterer Siwug de Hakaa mit dem errichteten Massach von Kli Malchut statt, aber diesmal war in ihm nur Awiut de Bchina Gimel vorhanden [Bchina Dalet fehlte]. Daher entstand als Resultat lediglich das Niveau Chochma mit Rosh und Guf. Da im Massach Awiut de Bchina Dalet fehlt, hat er jetzt nur noch vier Kelim: Keter, Chochma, Bina und Tiferet. Daher kann sich das Or Choser nur noch in die vier Lichter – ChaNRaN (Chaja, Neshama, Ruach, Nefesh)kleiden, während das fünfte Licht – Yechida – fehlt. Dieser Parzuf der Welt Adam Kadmon wird AB de AK genannt [eine Stufe unter Parzuf Galgalta, auf der Stufe Chochma].

Und danach fand noch ein Siwug de Hakaa auf dem Massach im Kli Malchut statt, aber diesmal war in ihm nur Awiut de Bchina Bet vorhanden [während Bchina Dalet und Gimel fehlten]. Als Folge tauchten die Zehn Sefirot, Rosh und Guf, auf dem Niveau Bina auf. Dieser Parzuf heißt SaG der Welt Adam Kadmon, in dem zwei KelimSeir Anpin (SA) und Malchut – und zwei Lichter – Chaja und Yechida – fehlen.

Und danach fand noch ein Siwug de Hakaa auf dem Massach statt, in dem lediglich Awiut de Bchina Alef vorhanden war. Als Folge kamen die Zehn Sefirot, Rosh und Guf, auf dem Niveau Tiferet hervor. Hier fehlen drei KelimBina, Seir Anpin und Malchut – und drei Lichter – Neshama, Chaja und Yechida. Von den Lichtern sind hier nur Nefesh und Ruach vorhanden, die in die Kelim Keter und Chochma gekleidet sind. Dieser Parzuf heißt MaH und BoN der Welt Adam Kadmon. Hier muss man sich an das umgekehrte Verhältnis zwischen den Lichtern und den Kelim erinnern (siehe Punkt 24).

29) Wir haben nun die Entstehungsordnung der fünf Parzufim der Welt Adam Kadmon erläutert. Sie heißen Galgalta, AB, SaG, MaH und BoN, einer unter dem anderen, wobei jedem unteren Parzuf die Bchina seines höheren Parzuf fehlt. So fehlt, zum Beispiel, das Licht Yechida im Parzuf AB, und dem Parzuf SaG fehlt das Licht Chaja, welches in seinem höheren Parzuf AB vorhanden ist. Im Parzuf MaH und BoN fehlt das Licht Neshama, welches in seinem oberen Parzuf SaG vorhanden ist.

Das ist so, weil die Stufe eines jeden Parzuf von der Awiut des Massach abhängt, auf die der Siwug de Hakaa erfolgte (siehe Punkt 18). Man muss jedoch verstehen: Wer und was ist der Grund, dass der Massach [bei der Formung eines neuen Parzuf ] immer mehr von seiner Awiut verliert, eine Bchina nach der anderen, vom Maß seiner Awiut, bis er sich in fünf Niveaus der Awiut teilt, die in diesen fünf Arten der Siwugim[6] existieren?

Die Abschwächung (Hisdakchut) des Massach zur Erschaffung des Parzuf

30) Um die Entwicklung der spirituellen Stufen zu verstehen, die durch die fünf absteigenden Parzufim (einer unter dem anderen) der Welt AK ausgedrückt werden, und ebenso alle Ebenen der fünf Parzufim, in jeder der vier Welten von ABYA bis hinunter zu Malchut de Assija, müssen wir genauestens verstehen, was die Hisdakchut (Reinigung) des Massach de Guf ist, die in allen Parzufim der Welten AK, Nekudim und Azilutder Welt der Korrekturgeschieht.

31) Tatsächlich besitzt jeder Parzuf oder jede spirituelle Stufe zwei Arten von Licht: Or Makif (Umgebendes Licht) und Or Pnimi (Inneres Licht). Und wir erklären das in AK. Denn das Or Makif des ersten Parzuf der Welt AK – Galgalta – ist das Licht von Ejn Sof, das die ganze Wirklichkeit erfüllt. Nach Zimzum Alef und der Entstehung des Massach, der in Malchut errichtet wurde, fand der Siwug de Hakaa des Lichts von Ejn Sof auf diesem Massach statt.

Mithilfe des Or Choser, welches der Massach erhob, kehrte das Höhere Licht (Or Eljon) in die Welt der Einschränkung (Olam haZimzum) in Form von Zehn Sefirot des Rosh und Zehn Sefirot des Guf zurück (siehe Punkt 25).

[Jedoch drang nicht das gesamte Licht in den Parzuf Galgalta ein.] Das angezogene Licht von Ejn Sof im Parzuf AK erfüllt nicht die ganze Wirklichkeit, wie es vor Zimzum Alef der Fall war, sondern wird nur in Rosh und Sof unterschieden, das heißt:

  • Während sich das Licht von Oben nach unten ausbreitet, hält es im Punkt „dieser Welt“ (Olam haSe), in der abschließenden Malchut (Malchut haMessajemet), an, wie es geschrieben steht: „Seine Füße standen auf dem Olivenberg […].“
  • Und „von innen nach außen“. Ähnlich wie die Ausbreitung der Zehn Sefirot Keter, Chochma, Bina, Tiferet und Malchut (KaCHaB TuM) von Oben nach unten und die abschließende Malchut (Malchut haMessajemet) bestehen , so gibt es auch eine Ausbreitung der Zehn Sefirot KaCHaB TuM von innen nach außen. Hier heißen die Sefirot: Mocha [Gehirn, Keter], Azamot [Knochen, Chochma], Gidin [Sehnen, Bina], Bassar [Fleisch, Tiferet] und Or[7] [Haut, Malchut]. Or (Haut), welches Malchut ist, begrenzt den Parzuf nach außen. In dieser Hinsicht wird der Parzuf AK als dünne Linie im Vergleich zu Ejn Sof, welche die ganze Wirklichkeit erfüllt, betrachtet. Das ist so, weil der Parzuf Or ihn abschließt und von allen Seiten begrenzt, damit sich das Licht nicht ausbreitet und den ganzen eingeschränkten Raum füllt. Also ist lediglich eine dünne Lichtlinie inmitten dieses Raumes geblieben.

Die Menge an Licht, die in AK empfangen wurde, heißt Or Pnimi. Die Differenz zwischen dem Or Pnimi in AK und dem Licht von Ejn Sof (vor dem Zimzum) wird Or Makif (Umgebendes Licht) genannt, denn es blieb außerhalb. Es kann nicht in den Parzuf AK eindringen, sich nicht in sein Inneres kleiden, sondern umgibt ihn von allen Seiten.

32) Nun wollen wir deutlich machen, was das Licht Or Makif der Welt AK eigentlich ist und wie unendlich groß und unerschöpflich es ist. Gemeint ist nicht, dass Ejn Sof, welches die gesamte Wirklichkeit füllt, selbst das Or Makif für AK ist. Sondern es bedeutet, dass, als der Siwug de Hakaa auf Malchut de Rosh von AK stattfand, das enorme Licht von Ejn Sof auf den Massach, der dort war, auftraf. Obwohl das Licht wünschte, sich in Bchina Dalet einzukleiden, wie vor dem Zimzum Alef, wurde es durch diesen Massach von Malchut de Rosh von AK zurückgewiesen und daran gehindert, in Bchina Dalet einzudringen (siehe Punkt 14). Dieses Or Choser, welches aus der Zurückweisung des Lichts entstand, wurde praktisch zu den Kelim zur Einkleidung des Höheren Lichts.

Es gibt jedoch einen riesengroßen Unterschied zwischen dem Empfangen durch Bchina Dalet vor dem Zimzum und dem Empfangen mithilfe des Massach und Or Choser nach dem Zimzum. Wie bereits gesagt, ist das Licht, das in AK eindrang, nur ein dünner Strahl im Rosh und Sof, verglichen mit dem, was es vor Zimzum Alef war. Denn es resultierte aus dem Zusammenstoß des Massach mit dem Höheren Licht. Und so ist das Ausmaß des vom Massach zurückgewiesenen Lichts in AK das ganze Licht von Ejn Sof, und es wollte in Bchina Dalet eindringen; da aber der Massach es zurückwies, wurde dieses Licht zu Or Makif von AK.

Dies ist so, weil gilt, dass es keine Veränderung und keinen Verlust im Spirituellen gibt. Daher verschwand das Licht Ejn Sof, das für Bchina Dalet bestimmt war, nicht. Es muss seine Bestimmung erfüllen und in Malchut eindringen. [Daher beginnt es, die Welten AK und ABYA zu füllen, jedoch nach einem völlig anderen Prinzip. Nun erhält das Geschöpf nur jenen Teil des Lichts, den es nicht zu seinem eigenen Nutzen, sondern zum Nutzen des Schöpfers erhalten kann.]

Das geschieht durch eine größere Anzahl von Siwugim zwischen dem Licht und den Massachim  (Plural von Massach) der fünf Welten AK und ABYAbis zur Endkorrektur (Gmar Tikun), wo Bchina Dalet sich selbst mit deren Hilfe vollkommen korrigiert [und den Zustand der absoluten Vollkommenheit erreicht, wie es der Schöpfer bereits zu Beginn der Schöpfung vorgesehen hatte]. Dann wird sich Ejn Sof wie am Beginn in sie kleiden.

Daher führt der Siwug de Hakaa zwischen dem Höheren Licht und dem Massach zu keinerlei Veränderung oder Verlust des Lichts. Das ist die Bedeutung des im Sohar geschriebenen „Der Siwug von Ejn Sof findet nicht statt, solange man ihm nicht seine Partnerin gibt“. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch, vor der endgültigen Korrektur (Gmar Tikun), wird das Licht Ejn Sof als Or Makif betrachtet, was bedeutet, dass es zukünftig [in den Parzuf] eindringen muss. Im Moment allerdings umgibt es [den Parzuf] und scheint von „außerhalb“ in einem besonderen Leuchten. Dieses äußere Leuchten breitet sich entsprechend den richtigen Gesetzen aus, welche imstande sind, [Bchina Dalet] zum vollständigen Empfang dieses Or Makif zu führen – in dem Maß, wie Ejn Sof am Anfang zur Füllung [von Bchina Dalet] strebte.

33) Nun werden wir die Frage erörtern, was der Bitush (Zusammenstoßen, Schlagen) von Or Pnimi und Or Makif bedeutet, der zur Hisdakchut (Reinigung) des Massach führt und dadurch zum Verlust des letzten, höchsten Niveaus von Awiut führt. Da diese beiden Lichter entgegengesetzte Eigenschaften haben, obwohl sie untrennbar durch den Massach in Malchut de Rosh von AK verbunden sind, schlagen sie einander.

Und die Erklärung ist wie folgt: [Sie stehen in ständigem Gegensatz, der zu einem gegenseitigen Schlagen führt.] Ein und derselbe Siwug de Hakaa im Pe (Mund) de Rosh de AK (das heißt im Massach von Malchut de Rosh, genannt Pe) war auf der einen Seite der Grund für die Einkleidung des Or Pnimi de AK durch das Or Choser, welches er erhob. Andererseits ist derselbe Siwug de Hakaa der Grund des Erscheinens des Or Makif von AK. Da der Massach das Licht Ejn Sof daran hinderte, sich in Bchina Dalet einzukleiden, wurde es nach außen als Or Makif abgestoßen. Das heißt, dass jeder Teil des Lichts, wo sich das Licht Or Choser nicht einkleiden kann, wie in Bchina Dalet selbst, austrat und zu Or Makif wurde. Der Massach im Pe ist ein ebenso triftiger Grund sowohl für das Or Makif wie auch für das Or Pnimi.

34) Wie klargestellt, haben sich die beiden Lichter, Or Pnimi und Or Makif, mit dem Massach verbunden, obwohl deren Handlungen einander entgegengesetzt sind. Entsprechend der Fähigkeit des Massach, einen Teil des Höheren Lichts, eingekleidet in Or Choser, ins Innere des Parzuf anzuziehen, verhindert er in gleichem Maße, dass das Or Makif sich in den Parzuf einkleidet.

Die Menge des außerhalb des Parzuf verbleibenden Or Makif übertrifft das Or Pnimi wegen des Massach, der sein Eindringen in AK verhindert, bedeutend. Dies wird als das Schlagen des Massach bezeichnet, der das Or Makif zurückhält, weil es sich in den Parzuf kleiden möchte. Die im Massach enthaltene Kraft von Awiut und Kashiut schlägt das Or Makif, welches sich in den Parzuf kleiden möchte, und hält es zurück, indem sie das Höhere Licht zur Zeit des Siwug schlägt. Diese gegenseitigen Zusammenstöße und Schläge zwischen Or Makif und Awiut des Massach heißen „Bitush des Or Makif und Or Pnimi“ (Bitush Pnim uMakif).

Doch dieser Bitush findet nur im Guf des Parzuf statt, da der richtige Empfang des Lichts in den Kelim gerade dort stattfand, wobei ein beträchtlicher Teil an Or Makif außerhalb des Kli zurückblieb. In den Zehn Sefirot de Rosh jedoch findet dieser Bitush nicht statt, da das Or Choser bislang noch gar nicht als echte Kelim betrachtet wird, sondern lediglich als dünne Wurzeln (Shorshej Kelim).

Daher wird das Licht in ihnen noch nicht als begrenztes Or Pnimi angesehen. Das geht so weit, dass man zwischen diesem Licht und dem außen verbliebenen Or Makif nicht unterscheiden kann. Und da es noch keinen Unterschied zwischen ihnen gibt, kann auch kein Zusammenstoß von Or Pnimi und Or Makif in den Zehn Sefirot de Rosh erfolgen.

Erst nachdem sich die Lichter vom Pe nach unten in die Zehn Sefirot de Guf ausgebreitet haben (wo diese Lichter sich in Kelim einkleiden, das heißt in die Zehn Sefirot des Or Choser vom Pe nach unten)erst dann kann das Schlagen zwischen dem Or Pnimi innerhalb der Kelim und dem Or Makif, das außen geblieben ist, stattfinden.

35) Dieser Bitush wird so lange fortgesetzt, bis das Or Makif den Massach von seiner ganzen Awiut gereinigt hat und ihn bis zur höchsten Urquelle, Pe de Rosh, erhebt. Das heißt, er reinigt seine ganze Awiut, von Oben nach unten, genannt Massach und Awiut de Guf, und lässt ihn nur mit Shoresh (Wurzel) de Guf, dem Massach von Malchut de Rosh, genannt Pe, zurück. Mit anderen Worten: Der Massach wurde von seiner ganzen Awiut, welche der Teiler zwischen dem Or Pnimi und dem Or Makif ist, von Oben nach unten gereinigt. Zurück bleibt nur die Awiut von unten nach Oben, wo die Unterscheidung zwischen dem Or Pnimi und dem Or Makif noch nicht stattgefunden hat.

Es ist bekannt, dass die Gleichheit der Form spirituelle Objekte zu einem vereint. Daher, wenn erst der Massach de Guf von seiner ganzen Awiut de Guf gereinigt wurde und ihm nur noch die Awiut bleibt, welche dem Massach de Pe de Rosh gleicht, so wurde seine Form an die Form des Massach de Rosh angeglichen. Also wurde er in ihn einbezogen und mit ihm buchstäblich eins, weil es nichts mehr gab, was dies in zwei teilen könnte. Dies wird als Aufstieg des Massach de Guf zum Pe de Rosh angesehen.

Nach der Integration des Massach de Guf in den Massach de Rosh wird der Massach de Guf ebenfalls in den Siwug de Hakaa (der sich ständig zwischen dem Massach in Pe de Rosh und dem Licht ereignet) einbezogen, und es findet neuerlich ein Siwug de Hakaa statt. Dieser Siwug endet mit der Bildung eines neuen Parzuf und der Bildung von zehn neuen Sefirot – AB de AK oder Parzuf Chochma der Welt Adam Kadmon genannt. Bezüglich des ersten Parzuf Galgalta – Keter – erachtet man den neuen Parzuf als dessen Nachkomme, dessen „Sohn“.

36) Nachdem der Parzuf AB de AK hervorgetreten war und dessen Entwicklung durch die Bildung von Rosh und Guf vollständig wurde, wiederholte sich der Prozess des Bitush von Or Pnimi und Or Makif, genauso wie es bereits im ersten Parzuf von Adam Kadmon erklärt wurde. Auch sein Massach de Guf reinigte sich stufenweise von seiner ganzen Awiutbis zur vollständigen Gleichheit und Verschmelzung mit dem Massach de Rosh – und wurde dann in den Siwug in seinem Pe de Rosh einbezogen. Der Massach macht einen neuen Siwug de Hakaa mit dem Höheren Licht und bringt eine neuen Grad von Zehn Sefirot auf der Stufe Bina hervoreinen neuen Parzuf, der SaG de Adam Kadmon heißt.

Er gilt als Nachkomme und „Sohn“ des Parzuf AB de AK, da er aus dem Siwug in seinem Pe de Rosh resultierte. Die Parzufim, beginnend mit SaG de AK abwärts, entstanden nach demselben Prinzip.

37) Somit haben wir das stufenweise Hervorkommen der Parzufim (einer unter dem anderen) verdeutlicht, das aufgrund der Kraft des Bitush von Or Pnimi und Or Makif stattfand. Dieser Bitush reinigt den Massach de Guf, bis er zum Massach de Pe de Rosh zurückkehrt. Dann wird er in den Siwug de Hakaa im Pe de Rosh einbezogen, wodurch eine neue Stufe von Zehn Sefirot hervorkommt. Diese neue Stufe wird als „Sohn“ des vorangegangenen Parzuf betrachtet.

Also ist AB das Ergebnis des Parzuf Keter, und SaG resultiert aus dem Parzuf AB und MaH von SaG usw. auf allen folgenden Stufen der Welten Nekudim und ABYA. Wir müssen allerdings auch verstehen, weshalb die Zehn Sefirot des Parzuf AB nur auf Bchina Gimel und nicht Bchina Dalet entstanden sind und warum SaG nur auf Bchina Bet hervorkam usw. Es bedeutet, dass jeder untere Parzuf eine Stufe tiefer als der vorangehende ist. Weshalb sind nicht alle, einer nach dem anderen, auf der gleichen Stufe hervorgekommen?

38) Zuerst muss man verstehen, weshalb die Zehn Sefirot des Parzuf AB als Nachkommen des ersten Parzuf de AK (Galgalta) bezeichnet werden, zumal der Parzuf AB aufgrund des Siwug in Pe de Rosh des ersten Parzuf entstand, so wie die Zehn Sefirot des Guf des Parzuf selbst. Also, wie kam der zweite Parzuf aus dem ersten hervor, um als zweiter Parzuf und Nachkomme des ersten zu gelten?

An dieser Stelle muss man den großen Unterschied zwischen dem Massach de Guf und dem Massach de Rosh verstehen. Denn es gibt zwei Arten von Malchut im Parzuf:

  1. die Paarende Malchut (Malchut Misdaweget) – Malchut, die sich mit dem Höheren Licht mithilfe der Kraft des Massach paart;
  2. die Abschließende Malchut (Malchut Messajemet), die mit der Kraft des in ihr errichteten Massach die Ausbreitung des Höheren Lichts in die Zehn Sefirot de Guf des Parzuf beschränkt.

Der Unterschied zwischen beiden ist so groß wie die Entfernung zwischen Schöpfer und Schöpfung. Das kommt daher, dass Malchut de Rosh im Siwug de Hakaa mit dem Höheren Licht als „Schöpfer für den Guf de Parzuf“ angesehen wird, weil sein Massach das Höhere Licht während des Zusammenstoßes nicht zurückdrängt. Im Gegenteil, nach der Erhebung von Or Choser und der Einkleidung des Höheren Lichts darin in die Zehn Sefirot de Rosh  wurde es dem Licht erlaubt, sich weiter nach unten auszubreiten, bis die Zehn Sefirot des Höheren Lichts sich in Kli de Or Choser einkleideten, Guf (Körper von Parzuf) genannt.

Daher gelten Massach und Malchut de Rosh als Schöpfer für die Zehn Sefirot de Guf. Bislang gibt es jedoch absolut keine Einschränkungskraft in dieser Malchut und deren Massach. Das wird dank Malchut und Massach des Guf de Parzuf geschehen. Das bedarf einer Erklärung: Nach der Ausbreitung der Zehn Sefirot von Pe de Rosh nach unten konnten sie nur Malchut dieser Zehn Sefirot erreichen, da sich das Höhere Licht in Malchut de Guf nicht ausbreiten kann. Der eingesetzte Massach an dieser Stelle verhindert das Eindringen des Lichts in Malchut, daher endet der Parzuf, und das Ende des Parzufder Sium – erscheint hier.

Da sich die gesamte Kraft des Zimzum und der Begrenzung gerade in diesem Massach und Malchut de Guf offenbart, geschieht der Bitush zwischen dem Or Pnimi und dem Or Makif lediglich im Massach de Guf. Denn er beschränkt das Or Makif und weist es zurück, ohne es ihm zu erlauben, ins Innere des Parzuf zu scheinen. Und nicht im Massach de Rosh, da dieser die Lichter nur anzieht und sie kleidet; aber die Einschränkungskraft ist darin noch vollkommen verborgen.

39) Wie oben ausgeführt, hat der Bitush von Or Pnimi und Or Makif den Massach der Abschließenden Malchut in den der Paarenden Malchut verwandelt, der den Siwug in Pe de Rosh ausführt (siehe Punkt 35). Denn der Bitush von Or Makif reinigte den abschließenden Massach von seiner gesamten Awiut de Guf und hinterließ nur feine Reshimot (Aufzeichnungen, Erinnerungen) jener Awiut, welche der Awiut de Massach de Rosh gleichen.

Und es ist bekannt, dass die Gleichheit der Form im Spirituellen die spirituellen Objekte miteinander vereinigt und verschmelzen lässt. Und demgemäß, nachdem der Massach de Guf seine Awiut der des Massach de Rosh gleichgesetzt hatte, fand sofort ihre Verschmelzung statt, als wären sie ein einziger Massach. Dies ermöglichte es dem Massach de Guf, denselben Siwug de Hakaa durchzuführen wie der Massach de Rosh. Durch diesen Siwug entstand ein neuer Parzuf mit seinen eigenen Zehn Sefirot, der sich eine Stufe niedriger als der vorangehende befindet.

Gleichzeitig mit diesem Siwug jedoch wurden in dem Massach de Guf die Reshimot de Awiut de Guf erneuert, die ursprünglich in ihm waren; daher erschien der Unterschied in den Eigenschaften zwischen beiden Schirmen (de Guf und de Rosh) erneut. Dieser Unterschied trennte den Massach de Guf vom Massach de Rosh und entfernte ihn aus dem Pe de Rosh des Höheren, denn nachdem er zurückgekehrt war und seine erste Quelle – vom Pe des Höheren hinunter – bekannt wurde, konnte er nicht mehr über dem Pe des Höheren stehen, zumal die Unterschiedlichkeit der Form spirituelle Objekte voneinander trennt. Daraus folgt, dass er gezwungen wurde, von Oben herabzusteigen, an einen Platz unter dem Pe des Höheren.

Und dementsprechend gilt er unbedingt als zweiter Guf in Bezug auf den Höheren. Denn sogar jeder Rosh eines neuen Parzuf wird in Bezug auf den Höheren lediglich als Guf des neuen Grades angesehen, da er von dessen Massach de Guf geboren wurde. Die Unterscheidung der Eigenschaften von beiden teilt sie folglich in zwei getrennte Wesen. Und da der neue Parzuf aus dem Massach de Guf des vorigen Parzuf entstand, wird er als Nachkomme angesehen, wie ein Zweig, der von ihm abstammt.

40) Es gibt noch einen weiteren Unterschied zwischen dem unteren und dem höheren Parzuf: Jeder untere kommt mit einer anderen Stufe in den fünf Bchinot im Massach hervor [das heißt, er wird durch die fünf Bchinot der Awiut des Massach bestimmt] (siehe Punkt 22).

Und in jedem Unteren fehlt die höchste Bchina der Lichter des Höheren und die niedrigste Stufe der Kelim jedes Höheren. Das bedeutet, dass der Bitush des Or Makif mit dem Massach jeweils den Verlust der letzten Bchina der Awiut in diesem Massach verursacht. [Je kleiner das Verlangen, das ich unter Zuhilfenahme des Massach nutze, desto kleiner ist die Qualität des Lichts, das ich in meinem Parzuf empfange.]

So zum Beispiel im ersten Parzuf der Welt AKGalgalta –, dessen Massach alle fünf Ebenen der Awiut beinhaltet, bis zur Bchina Dalet. Der Bitush de Or Makif im Massach de Guf reinigt die gesamte Awiut von Bchina Dalet, sodass nicht einmal eine einzige Reshimo (Singular von Reshimot) dieser Awiut übrig bleibt. Nur die Reshimot von der Awiut der Bchina Gimel und aufwärts sind im Massach verblieben.

Nachdem dieser Massach de Guf aufgestiegen ist, mit dem Massach de Rosh verschmolzen ist und dort einen Siwug de Hakaa mit der Awiut erfahren hat, die in seinen Reshimot de Guf geblieben ist, vollzieht sich der Siwug lediglich auf Bchina Gimel de Awiut im Massach, weil die Reshimo de Awiut der Bchina Dalet eingebüßt wurde und nicht mehr da ist. Daher erscheint der neue Parzuf eine Stufe tiefer, nämlich auf der Stufe Chochma, und heißt „HaWaYaH[8] de AB de AK“ bzw. Parzuf AB de AK.

In Punkt 22 haben wir bereits gelernt, dass der Stufe Chochma, welche aus dem Massach der Bchina Gimel hervorkommt, Malchut der Kelim und die Erkenntnis des Lichts Yechida fehlen, welches das Licht von Keter ist. Also mangelt es dem Parzuf AB an der letzten Erkenntnis der Kelim des Höheren [Parzuf] und der höchsten Erkenntnis der Lichter des Höheren. Und wegen dieser großen Unterschiedlichkeit der Form wird der untere als von Oben getrennter Parzuf angesehen.

41) Auf diese Art ereignet sich – nach der Ausbreitung des Parzuf AB – in Rosh und Guf der Bitush zwischen Or Makif und Or Pnimi im Massach de Guf de AB, welcher der Massach de Bchina Dalet ist. Dieser Bitush löscht die Reshimo de Awiut der letzten Bchina im Massach aus, welche Bchina Gimel ist. Der Massach de Guf steigt auf zu Pe de Rosh und verschmilzt mit dem Massach de Rosh im Siwug de Hakaa, aber der Schlag wirkt lediglich auf die Awiut de Bchina Bet, die im Massach geblieben ist. Denn Bchina Gimel verschwand und ist nicht mehr im Massach da. Und daher resultieren aus diesem Siwug nur Zehn Sefirot der Stufe Bina, die „HaWaYaH de SaG de AK“ heißen bzw. Parzuf SaG de AK. Und in diesem Parzuf fehlen Seir Anpin und Malchut seitens der Kelim und Chaja und Yechida seitens der Lichter.

Und in ähnlicher Weise verbreitet sich dieser Parzuf SaG in Rosh und Guf. Das führt zum Bitush zwischen Or Makif und seinem Massach de Guf, welcher der Massach de Bchina Bet ist. Dieser Bitush löscht die letzte Bchina der Awiut im Massach aus, welche Bchina Bet ist, und hinterlässt im Massach nur noch die Reshimot de Awiut der Bchina Alef und darüber.

Der Massach [de Guf] steigt auf zu Pe de Rosh und verschmilzt [mit dem Massach de Rosh] im Siwug de Hakaa, aber der Schlag geschah lediglich auf dem Massach der Bchina Alef, die im Massach geblieben ist. Denn Bchina Bet verschwand und ist nicht mehr im Massach da. Und daher resultieren aus diesem Siwug nur Zehn Sefirot der Stufe Tiferet, die „Stufe von Seir Anpin“ heißt. Und in diesem Parzuf fehlen Bina, Seir Anpin und Malchut seitens der Kelim und Neshama, Chaja und Yechida seitens der Lichter. Und so weiter auf diesem Wege.

42) Nun können wir die Bedeutung der nacheinander konsequent absteigenden Stufen während der Entwicklung der Parzufim begreifen, ein [Parzuf] nach dem anderen, als Folge des Bitush von Or Makif und Or Pnimi, der in jedem Parzuf stattfindet und stets dessen letzte Bchina de Reshimo de Awiut verschwinden lässt. Und man muss wissen, dass es zwei Unterscheidungen der Reshimot gibt, welche im Massach nach seiner Hisdakchut (Reinigung) zurückgeblieben sind:

  1. Reshimo de Awiut,
  2. Reshimo de Hitlabshut (Kleidung).

Zum Beispiel, nach der Abschwächung des Massach de Guf des ersten Parzuf in AK, sagten wir, dass die letzte Bchina von den Reshimot de Awiut, die Reshimo von Bchina Dalet, verloren war. Nur  die Reshimo von Awiut de Bchina Gimel verblieb im Massach. Jedoch, obwohl die Reshimo von Bchina Dalet zwei Unterscheidungen in sich hat, wie gesagt, Hitlabshut und Awiut, verschwand durch diese Hisdakchut nur die Reshimo de Awiut von Bchina Dalet aus dem Massach. Doch die Reshimo de Hitlabshut von Bchina Dalet verblieb in diesem Massach und entfernte sich nicht davon.

Die Reshimo de Hitlabshut ist eine sehr feine Bchina (Unterscheidung) der Reshimo von Bchina Dalet, welche nicht genügend Awiut für einen Siwug de Hakaa mit dem Höheren Licht enthält. Diese Reshimo von der letzten Bchina verbleibt in jedem Parzuf während seiner Hisdakchut. Unsere Erklärung, dass die letzte Bchina aus jedem Parzuf während seiner Hisdakchut verschwindet, bezieht sich ausschließlich auf die Reshimo de Awiut darin.

43) Der Rest der Reshimo de Hitlabshut von der letzten Bchina, die im Massach geblieben ist, führt zum Erscheinen zweier Grade im Rosh jedes ParzufSachar (männlich) und Nekewa (weiblich) –, beginnend von AB de AK, aber genauso in SaG de AK, MaH und BoN de AK und in allen Parzufim der Welt Azilut.

Denn im Massach des Parzuf AB de AK gibt es lediglich die Reshimo de Awiut de Bchina Gimel, welche Zehn Sefirot [des Or Choser] auf der Stufe Chochma erzeugt. Die Reshimo de Hitlabshut von Bchina Dalet aber, welche im Massach geblieben ist und aufgrund ihrer Reinheit (Sakut[9]) für den Siwug mit dem Höheren Licht gar nicht geeignet ist, wird nun in die Reshimo de Awiut Gimel eingegliedert, und die beiden werden zu einer gemeinsamen Reshimo. Somit erwirbt nun die Reshimo de Hitlabshut genügend Stärke, um einen Siwug mit dem Höheren Licht durchzuführen. Also findet der Siwug de Hakaa mit dem Höheren Licht statt, der die Zehn Sefirot eines neuen Parzuf nahe der Stufe Keter erzeugt. Es entstehen die Zehn Sefirot des Or Choser, da die Reshimo de Hitlabshut de Bchina Dalet darin beteiligt ist.

Diese Hitkalelut (Vermischung/Eingliederung) wird als „Hitkalelut von Nekewa (Frau) in Sachar (Mann)“ bezeichnet, da die Reshimo de Awiut von Bchina GimelNekewa“ heißt, denn sie trägt die Awiut[10], während die Reshimo de Hitlabshut von Bchina DaletSachar“ genannt wird, da sie einer höheren Stufe entstammt und rein (sach) von der Awiut ist, [das heißt keine hat].

Die Reshimo de Sachar kann alleine keinen Siwug de Hakaa in sich vollbringen, weshalb die Reshimo durch die Hitkalelut von Nekewa für einen Siwug de Hakaa geeignet wird.

44) Später gibt es auch die Hitkalelut von Sachar in Nekewa. Das bedeutet, dass die Reshimo de Hitlabshut in die Reshimo de Awiut einbezogen wird. In diesem Fall geschieht der Siwug de Hakaa lediglich auf der Stufe von Nekewa, das heißt nur auf der Stufe von Bchina Gimel, welche Chochma ist, genannt HaWaYaH de AB.

[Es gibt zwei Arten von Siwug: den oberen und den unteren.] Der obere Siwug entspricht dem Einschluss von Nekewa in Sachar und wird als männliche (Sachar) Stufe bezeichnet, welche nahe der Stufe Keter ist. Der untere Siwug entspricht dem Einschluss von Sachar in Nekewa und wird als weibliche (Nekewa) Stufe bezeichnet, deren Stufe lediglich Chochma ist.

Die Awiut der Stufe Sachar ist nicht ihre eigene, sondern ein Ergebnis der Hitkalelut in Nekewa. Und obwohl diese Awiut ausreicht, um Zehn Sefirot von unten nach Oben zu erschaffen, was Rosh genannt wird, so kann sich diese Stufe jedoch nicht von Oben nach unten ausbreiten, um den Guf zu erschaffen, was die Einkleidung der Lichter in die Kelim bedeutet. Dies ist so, weil der Siwug de Hakaa mit der Awiut, die von der Hitkalelut kommt, nicht ausreicht, um sich in den Kelim auszubreiten.

Deshalb beinhaltet die männliche Stufe nur Rosh, ohne Guf. Der Guf dieses Parzuf erstreckt sich nur von der Stufe Nekewa, welche ihre eigene Awiut hat. Deshalb bezeichnen wir den Parzuf nur nach seiner weiblichen Stufe, das bedeutet AB. Denn der Hauptteil des Parzuf ist sein Guf, das heißt die Einkleidung der Lichter in die Kelim. Und da der Parzuf nur von der Stufe Nekewa entstand, wird er nach ihrem Namen genannt.

45) So, wie die zwei Stufen Sachar und Nekewa im Rosh des Parzuf AB, entstehen dieselben zwei Stufen auf gleiche Weise im Rosh de SaG. Der einzige Unterschied liegt darin, dass im ersten Fall die Stufe Sachar nahe der Stufe von Chochma liegt, da sie das Ergebnis von Reshimo de Hitlabshut von Bchina Gimel in Hitkalelut mit Awiut de Bchina Bet (Bina) ist. Die Stufe Nekewa in SaG liegt in Bina, das heißt mit Awiut der Bchina Bet. Auch in diesem Fall wird der Parzuf (SaG) entsprechend der Stufe Komat Nekewa (Bina) genannt, da der Sachar nur Rosh ohne Guf ist.

Ähnlich ist es auch im Parzuf MaH de AK, wo die Stufe Sachar nahe der Stufe Bina ist, welche ISHSuT heißt, da er aus der Hitkalelut zwischen Reshimo Bet de Hitlabshut und Reshimo Alef de Awiut resultiert. Die Stufe Nekewa dieses Parzuf ist ausschließlich Seir Anpin, da sie nur Bchina Alef de Awiut ist. Daher wird auch hier der Parzuf nur nach Nekewa benannt, nämlich Parzuf MaH oder Parzuf WaK, denn der Sachar ist Rosh ohne Guf. Die restlichen Parzufim der Welt AK werden gleichartig gebildet.

Taamim, Nekudot, Tagin und Otiot

46) Nun haben wir den Bitush von Or Makif und Or Pnimi geklärt, der nach der Ausbreitung des Parzuf in einen Guf hinein auftritt. Dies bewirkt, dass sich der Massach de Guf reinigt und alle Lichter des Guf sich entfernen; und der Massach mit den in ihm verbliebenen Reshimot erhebt sich zu Pe de Rosh, wo sie mittels eines neuen Siwug de Hakaa erneuert werden und eine neue, der in den Reshimot vorhandenen Awiut entsprechende Stufe hervorbringen. [Dann führen beide Massachim einen neuen Siwug de Hakaa durch, was zu einem neuen Parzuf führt.]

Und nun sollten wir die vier Arten der Lichter erörtern – TaNTA (Taamim, Nekudot, Tagin und Otiot[11]) –, die mit dem Bitush des Or Makif und den Aufstiegen des Massach zu Pe de Rosh erscheinen.

47) Es wurde erklärt, dass durch den Bitush des Or Makif auf den Massach de Guf der Massach von all der Awiut de Guf gereinigt wird, bis er geläutert ist und sich dem Massach de Pe de Rosh angleicht. Die Gleichheit der Form mit dem Pe de Rosh verbindet den Massach de Guf und den Massach de Rosh zu einer Einheit, und er [Massach de Guf] schließt sich in den Siwug de Hakaa in Pe de Rosh ein.

Der Massach wird jedoch nicht auf einmal gereinigt, sondern in einer festgelegten Reihenfolge: zuerst von Bchina Dalet zu Bchina Gimel, dann von Bchina Gimel zu Bchina Bet, dann von Bchina Bet zu Bchina Alef und danach von Bchina Alef zu Bchina Shoresh. Letztendlich ist er von seiner ganzen Awiut gereinigt und wird so rein wie der Massach de Pe de Rosh.

Das Höhere Licht hört nun für keinen einzigen Augenblick zu scheinen auf und paart sich mit dem Massach auf jeder Stufe seiner Hisdakchut. Denn sobald sich der Massach von der Bchina Dalet gereinigt hat und die Stufe von Keter vollständig genommen wurde und der Massach zur Awiut von Bchina Gimel kommt, paart sich das Höhere Licht mit dem Massach auf der verbliebenen Awiut von Bchina Gimel und bringt Zehn Sefirot (einen neuen Parzuf) auf der Stufe von Chochma hervor.

Danach, wenn der Massach auch von der Bchina Gimel verschwindet und sich ebenso die Stufe von Chochma entfernt und im Massach lediglich Bchina Bet zurückbleibt, paart sich das Höhere Licht mit ihm auf Bchina Bet und lässt Zehn Sefirot auf der Stufe von Bina hervorkommen. Und nachdem der Massach auch von Bchina Bet gereinigt wurde und diese Stufe verschwunden ist und lediglich Awiut de Bchina Alef in ihm verblieben ist, paart sich das Höhere Licht mit dem Massach auf der verbleibenden Awiut von Bchina Alef und bringt Zehn Sefirot auf der Stufe von Seir Anpin (SA) hervor. Und als der Massach auch von der Awiut de Bchina Alef gereinigt wurde und die Stufe von SA verschwunden war, verblieb er lediglich mit Shoresh (Wurzel) von Awiut.

In diesem Zustand führt das Höhere Licht einen Siwug auf der im Massach verbliebenen Awiut Shoresh durch und bringt Zehn Sefirot auf der Stufe von Malchut hervor. Und wenn der Massach auch von Awiut Shoresh gereinigt ist, verschwindet die Stufe von Malchut ebenfalls von dort, da im Massach keine Awiut de Guf dort verbleibt. In diesem Zustand gilt, dass der Massach und seine Reshimot aufsteigen und sich mit dem Massach de Rosh vereinigen, dort in einem Siwug de Hakaa einbezogen sind und darüber neue Zehn Sefirot hervorbringen, die als ein „Sohn“ und ein „Nachkomme“ des ersten Parzuf bezeichnet werden.

Somit haben wir erklärt, dass der Bitush von Or Pnimi und Or Makif, der den Massach de Guf des ersten Parzuf von AK reinigt und ihn zu seinem Pe de Rosh erhebt, woraus der zweite ParzufAB de AK – hervorgeht, nicht auf einmal erfolgt. Vielmehr ereignet er sich stufenweise, wobei sich das Höhere Licht in jedem Zustand in den vier Stufen, die es während seiner Hisdakchut durchläuft, mit ihm paart, bis er dem Pe de Rosh gleich wird.

Und wie es in Bezug auf das Hervorkommen der vier Stufen während der Hisdakchut des Guf des ersten Parzuf zum Zwecke von AB erklärt wurde, bilden sich während der Hisdakchut-Phase des Massach de Guf des Parzuf AB drei Stufen, während er den Parzuf SaG ausströmt. Auf gleiche Art und Weise geschieht dies auf allen Stufen.

Es gilt die allgemeine Regel: Der Massach reinigt sich nicht auf einmal, sondern stufenweise. Und das Höhere Licht, das sich ununterbrochen zum Unteren (Tachton) ausbreitet, [führt seinen steten Siwug mit dem Massach durch und] paart sich mit ihm auf jeglicher Stufe während seiner Reinigung.

48) Diese  Stufen jedoch, die im Massach während seiner schrittweisen Hisdakchut auftauchen, sind nicht als Hitpashtut wahrer Stufen bestimmt wie die erste Stufe, die vor dem Beginn der Hisdakchut hervorkam. Vielmehr gelten sie als Nekudot und werden als Or Choser und Din (Gericht) bezeichnet, denn die Kraft Din des Verschwindens der Lichter ist in ihnen einbezogen. Dies ist so, weil der erste Parzuf, sobald der Bitush zu wirken anfängt und den Massach de Guf von der Bchina Dalet reinigt, sofort als vollkommen gereinigt angesehen wird, da es ein „teilweise“ im Spirituellen nicht gibt.

Und da er anfing, sich zu reinigen, ist er verpflichtet, sich voll und ganz zu läutern. [Und dieser Prozess ist nicht mehr zu stoppen.] Doch da sich der Massach stufenweise reinigt, ist es dem Höheren Licht möglich, sich mit ihm auf jeder Stufe der Awiut zu paaren, die der Massach in der Zeit seiner Hisdakchut als gegeben annimmt, bis er vollständig gereinigt [das heißt ohne Awiut] ist. Demzufolge ist in diesen, während der Histalkut erscheinenden Stufen die verschwindende Kraft einbezogen, und diese Stufen werden lediglich als Nekudot, Or Choser und Din definiert.

Daher unterscheiden wir in jedem Parzuf zwei Arten von Stufen: Taamim und Nekudot. Dies ist so, da die ersten Zehn Sefirot de Guf, die anfänglich in jedem Parzuf [als Ergebnis des ersten üblichen Siwug de Hakaa] hervorkommen, als Taamim bezeichnet werden. Und diejenigen Stufen, die im Parzuf entstehen, während er sich reinigt, das heißt, schon nachdem der Massach anfing, sich bis zum Erreichen von Pe de Rosh zu reinigen, werden als Nekudot benannt.

49) Diejenigen Reshimot, die unten im Guf nach dem Verschwinden der Lichter von Taamim verbleiben, werden Tagin genannt. Und die Reshimot, die aus den Stufen von Nekudot verbleiben, heißen Otiot, welche Kelim sind. Und die Tagin, welche die Reshimot von den Lichtern von Taamim sind, schweben über den Otiot und den Kelim und erhalten sie.

Somit haben wir die vier Arten des Lichts gelernt, die Taamim, Nekudot, Tagin und Otiot heißen. Die erste Stufe, die in jedem der fünf Parzufim, genannt Galgalta, AB, SaG, MaH und BoN, auftaucht, wird Taamim genannt. Und die Stufen, die in jedem Parzuf entstehen, sobald er sich zu reinigen beginnt, bis zu seiner vollständigen Reinigung, werden als Nekudot bezeichnet. Die Reshimot, die von den Lichtern von Taamim nach ihrem Verschwinden auf jeder Stufe verbleiben, werden als Tagin bezeichnet. Und die Reshimot, die von den Lichtern der Stufen von Nekudot nach ihrem Verschwinden verbleiben, werden Otiot oder Kelim genannt.

Und man muss sich das merken und einprägen bei allen Parzufim, die Galgalta, AB, SaG, MaH und BoN heißen, da in allen die Hisdakchut vorhanden ist und sie alle über diese vier Lichtarten verfügen.

Rosh, Toch, Sof (RaTaS) in jedem Parzuf und die Ordnung der Hitlabshut der Parzufim ineinander

50) Wir kennen bereits den Unterschied zwischen den zwei Malchujot (Plural von Malchut) in jedem Parzuf: die Paarende Malchut und die Abschließende Malchut. Resultierend vom Siwug de Hakaa auf dem Massach der sich paarenden Malchut kommen Zehn Sefirot des Or Choser aus dem Massach hervor und bekleiden die Zehn Sefirot des Höheren Lichts, die „Zehn Sefirot de Rosh“ heißen, das heißt ausschließlich die Wurzeln.

Von dort abwärts breiten sich die Zehn Sefirot de Guf des Parzuf aus, was die Hitlabshut (Einkleidung) der Lichter in vollendete Kelim bedeutet.

Diese Zehn Sefirot de Guf werden in zwei Aspekte der Zehn Sefirot unterteilt: Zehn Sefirot de Toch (Inneres) und Zehn Sefirot de Sof (Ende, Abschluss). Die Position der Zehn Sefirot de Toch ist vom Pe bis zum Tabur (Nabel), wo sich die Einkleidung der Lichter in die Kelim vollzieht. Und der Platz der Zehn Sefirot de Sof des Parzuf ist vom Tabur abwärts bis zum Sium Raglaw (Ende der Beine/Füße).

Das bedeutet, dass Malchut [den Lichtempfang in] jede[r] Sefira abschließt, bis sie selbst ihre eigene Stufe [Malchut de Malchut] erreicht, welche für jeglichen Lichtempfang ungeeignet ist, und somit endet dort der Parzuf. Diese Abschlussphase heißt „das Ende der Ezbaot Raglin (Zehen) des Parzuf“. Und von hier abwärts liegt ein leerer Raum, eine Leere ohne Licht.

Wisse, dass sich diese beiden Arten der Zehn Sefirot [de Toch und de Sof] von der Wurzel der Zehn Sefirot, Rosh genannt, erstrecken, denn beide sind in die sich paarende Malchut einbezogen. Das ist so, da es dort die einkleidende Kraft gibt – das Or Choser, welches aufsteigt und sich in das Höhere Licht kleidet. Auch gibt es dort die zurückhaltende Kraft des Massach bezüglich Malchut, damit diese nicht das Licht [in den Parzuf] empfängt, wodurch der das Or Choser erhebende Siwug de Hakaa durchgeführt wird. Im Rosh sind diese zwei Kräfte lediglich Wurzeln.

Doch wenn sie sich von Oben nach unten ausbreiten, wird die erste Kraft, die eine einkleidende Kraft ist, in den Zehn Sefirot de Toch, vom Pe nach unten bis zum Tabur, vollzogen. Und die zweite Kraft, die Malchut vom Empfangen des Lichts abhält, wird in den Zehn Sefirot de Sof und Sium aktiviert, von Tabur abwärts bis zum Ende der Ezbaot Raglin.

Diese zwei Arten der Zehn Sefirot heißen immer CHaGaT NeHJM [Chessed, Gwura, Tiferet – Nezach, Hod, Jessod, Malchut]. Alle Zehn Sefirot de Toch, von Pe bis Tabur, werden als CHaGaT bezeichnet. Und alle Zehn Sefirot de Sof von Tabur abwärts heißen NeHJM.

51) Wir sollten auch wissen, dass der Zimzum sich ausschließlich auf das Or Chochma bezog, dessen Kli der Wille zu empfangen ist, der in Bchina Dalet endet, wo der Zimzum und der Massach auftraten. Auf das Or de Chassadim aber wirkt überhaupt kein Zimzum, denn sein Kli ist der Wille zu geben, in dem es keine Awiut und keinen Unterschied der Form zum Ausströmenden gibt, und welches keinerlei Korrekturen bedarf.

Demzufolge sind in den Zehn Sefirot des Höheren Lichts diese beiden Lichter, Chochma und Chassadim, miteinander verbunden – ohne jeglichen Unterschied zwischen ihnen, da sie ein einziges Licht sind, das sich entsprechend seiner Eigenschaft verbreitet. Aus diesem Grund, wenn sie sich nach dem Zimzum in die Kelim einkleiden, hört auch das Or Chassadim (Licht der Güte) in Malchut auf, obwohl es nicht eingeschränkt wurde. Denn hätte das Or Chassadim sich an einer Stelle verbreitet, wohin sich das Or Chochma (Licht der Weisheit) überhaupt nicht ausbreiten kann, das heißt in die abschließende Malchut, so würde es zum Zerbrechen im Höheren Licht kommen, denn das Or Chassadim hätte sich vom Or Chochma vollständig abtrennen müssen. Demzufolge wurde die abschließende Malchut zum leeren Raum, frei sogar vom Or Chassadim.

52) Nun können wir verstehen, was die Zehn Sefirot de Sof des Parzuf, von Tabur abwärts, bedeuten. Es wäre falsch zu sagen, dass sie nur das Or Chassadim sind, ganz ohne Or Chochma, denn Or Chassadim wird nie vollständig von Or Chochma getrennt. Vielmehr muss es in ihnen unbedingt auch ein schwaches Leuchten von Or Chochma geben. Du solltest wissen, dass wir dieses geringe Leuchten stets „WaK ohne Rosh“ nennen [was „sechs Enden ohne Kopf“ bedeutet]. Somit wurden die drei Bchinot der Zehn Sefirot im Parzuf, die Rosh, Toch und Sof heißen, erklärt.

53) Und nun erörtern wir die Ordnung der Einkleidung der Parzufim Galgalta, AB und SaG de AK ineinander. Wisse, dass jeder Untere [Parzuf] aus dem Massach de Guf des Höheren [Parzuf] erscheint, nachdem er gereinigt wurde und seine Form an Malchut und den Massach des Rosh angeglichen hat. Dies ist so, da er dann in den Massach im Rosh einbezogen wurde, mittels Siwug de Hakaa darin [in diesem Massach].

Und sobald er dem Siwug de Hakaa in den zwei Reshimot – Awiut und Hitlabshut –, die im Massach de Guf verblieben sind, ausgesetzt ist, wird seine Awiut als Awiut de Guf angesehen. Wir erkennen anhand dieser Analyse, dass die Stufe aus dem Rosh des [vorherigen] ersten Parzuf de AK erscheint und sich in seinen Guf kleidet, das heißt in seine Wurzel, da sie aus dem Massach de Guf ist.

In Wirklichkeit hätte der Massach mit der Paarenden Malchut des neuen Parzuf an die Stelle des Tabur des [vorhergehenden] ersten Parzuf absteigen müssen, da dort der Massach de Guf mit der Abschließenden Malchut des ersten Parzuf anfängt. Auch die Wurzel des neuen Parzuf und die Stelle seines Anheftens befinden sich dort. Jedoch verschwand durch den Bitush von Or Pnimi und Or Makif die letzte Bchina der Awiut vom Massach (Punkt 40) und in ihm verblieb lediglich Awiut von Bchina Gimel. Diese Bchina Gimel de Awiut heißt Chase (Brust). Deswegen haben der Massach und die Paarende Malchut des neuen Parzuf keinen Halt und keine Wurzel im Tabur des Höheren [Parzuf], sondern nur in seinem Chase, wo er [der neue Parzuf] wie ein Zweig an seiner Wurzel angeheftet ist.

54) Deswegen steigt der Massach des neuen Parzuf [AB] bis zum Chase des ersten [vorherigen] Parzuf [Galgalta] ab, wo er mithilfe eines Siwug de Hakaa mit dem Höheren Licht, Zehn Sefirot de Rosh aufwärts, bis zum Pe des Höheren [Parzuf], Malchut de Rosh des ersten Parzuf  hervorlockt. Jedoch ist der Untere [Parzuf] überhaupt nicht imstande, die Zehn Sefirot de Rosh des höheren Parzuf einzukleiden, da er [der untere Parzuf] lediglich der Massach de Guf des höheren ist. Anschließend erschafft er von Oben abwärts Zehn Sefirot im Toch und Sof des Unteren [Parzuf], die „Zehn Sefirot de Guf“ heißen.

Sie liegen lediglich vom Chase des höheren Parzuf nach unten bis zu seinem Tabur, denn vom Tabur abwärts ist der Platz der Zehn Sefirot des Sium des Höheren [Parzuf], was Bchina Dalet ist. Der Untere [Parzuf] steht in keiner Verbindung mit der letzten Bchina des Höheren [Parzuf], da er sie [die letzte Bchina seiner Awiut] während seiner Hisdakchut [des Massach] eingebüßt hat (Punkt 40). Aus diesem Grund muss dieser untere Parzuf, der Parzuf Chochma von AK bzw. Parzuf AB de AK heißt, oberhalb des Tabur des ersten Parzuf von Adam Kadmon [Galgalta] enden.

Somit wurde gründlich geklärt, dass Rosh, Toch und Sof [RaTaS] des Parzuf AB de AK, welcher der untere des ersten Parzuf von AK [Galgalta de AK] ist, unter dem Pe des ersten Parzuf bis hinunter zu seinem Tabur liegen. Folglich ist der Chase des ersten Parzuf der Platz von Pe de Rosh des Parzuf AB, das heißt die Paarende Malchut. Und der Tabur des ersten Parzuf [Galgalta] bildet die Stelle Sium Raglin [Ende der Zehenspitzen] des Parzuf AB, das heißt die Abschließende Malchut.

55) Ebenso, wie wir die Folge der Erschaffung des Parzuf AB vom ersten Parzuf von AK [Galgalta] erklärt haben, gilt dieselbe Ordnung auch bei allen übrigen Parzufim – bis zum Ende der Welt von Assija. [Diese Ordnung besteht darin:] Jeder niedere [nachfolgende Parzuf] geht aus dem Massach de Guf seines übergeordneten [vorhergehenden Parzuf] hervor, nachdem er gereinigt und in den Massach de Malchut de Rosh des Höheren und in den dortigen Siwug de Hakaa einbezogen wurde.

Danach kommt dieser Massach aus Malchut de Rosh hervor, zur Stelle seines Anheftens im Guf des Höheren [Parzuf], und erschafft dort an seinem Platz, durch einen Siwug de Hakaa mit dem Höheren Licht, die Zehn Sefirot de Rosh, von unten nach Oben. Er breitet sich außerdem von Oben nach unten in die Zehn Sefirot de Guf im Toch und Sof aus, so, wie im Parzuf AB de AK erklärt. Jedoch im Fall von Sium des Parzuf gibt es Unterschiede, wie es am rechten Platz erörtert wird.

Zimzum Bet, genannt Zimzum NeHJ de AK

56) Nun haben wir den Aspekt von Zimzum Alef (Erste Einschränkung) gründlich erklärt, die über das Kli MalchutBchina Dalet – ausgeführt wurde, damit sie das Höhere Licht nicht in sich empfängt. Wir haben ebenfalls den Begriff Massach besprochen sowie seinen Siwug de Hakaa mit dem Höheren Licht, der das Or Choser erhebt. Dieses Or Choser wird anstelle von Bchina Dalet zu neuen Empfangsgefäßen.

Ebenfalls erklärt wurde die in den Gufim (Plural von Guf) jedes Parzuf durch den Bitush von Or Makif und Or Pnimi gemachte Hisdakchut des Massach de Guf, welche die vier Unterscheidungen [Bchinot] TaNTA des Guf in jedem Parzuf erschafft und den Massach de Guf erhebt, um als Massach de Rosh bezeichnet zu werden. Dies qualifiziert ihn für einen Siwug de Hakaa mit dem Höheren Licht, durch den ein weiterer Parzuf geboren wird, eine Stufe unter dem vorhergehenden Parzuf. Letztendlich haben wir das Hervorkommen der drei ersten Parzufim von AK erläutert, die Galgalta, AB und SaG heißen, und ihre Ordnung der Einkleidung ineinander.

57) Wisse, dass es in diesen drei ParzufimGalgalta, AB und SaG de AK – noch keinerlei Wurzel für die vier Welten ABYA gibt, denn dort gibt es nicht einmal einen Platz für die drei Welten BYA. Das liegt daran, dass sich der innere Parzuf von AK [Galgalta] bis zum Punkt unserer Welt erstreckte und [bislang] die Wurzel der erwünschten Korrektur, welche die Ursache für Zimzum war, [noch] nicht offenbart wurde. Dies ist so, da der Zweck des Zimzum, der sich in Bchina Dalet entfaltete, darin lag, diese zu korrigieren, damit es keine Ungleichheit der Form in ihr gibt, während sie das Höhere Licht empfängt (Punkt 14). Anders gesagt, um [anschließend] aus dieser Bchina Dalet Adams Körper [den Körper des Menschen (Guf haAdam)] zu erschaffen, wird er [der Mensch (Adam)] durch seine Beschäftigung mit Tora und Mizwot, um seinem Erschaffer Zufriedenheit zu schenken, die Kraft des Empfangens in Bchina Dalet in eine Kraft des Gebens umwandeln. Hierdurch wird er die Form des Empfangens an vollkommenes Geben angleichen, was die Endkorrektur bedeuten würde, da dies Bchina Dalet wieder dahin zurückbrächte, ein Empfangsgefäß für das Höhere Licht zu sein, während  sie sich in völliger Dwekut (Verschmelzung) mit dem Licht befände, ohne jeglichen Unterschied der Form.

Doch bis jetzt ist die Wurzel dieser Korrektur [in der Welt Adam Kadmon] noch nicht offenbart worden, da dies erfordert, dass der Mensch (Adam) sich auch in die höheren Bchinot über Bchina Dalet integriert, damit er in der Lage ist, gute Taten des Gebens zu vollbringen. Und hätte Adam den Zustand der Parzufim von AK verlassen, hätte er sich vollständig im Zustand des leeren Raumes befunden. Dies ist, weil dann die ganze Bchina Dalet, die als Wurzel von Adams Guf [des spirituellen Körpers des Menschen] vorgesehen war, unter den Raglaim (Füße) de Adam Kadmon liegen würdein Form des leeren und dunklen Raumes, da sie sich in entgegengesetzter Form zum Höheren Licht befände. Dementsprechend würde diese Bchina als abgetrennt und tot gelten.

Und wäre Adam hieraus [aus solchem „Material“] erschaffen worden, könnte er seine Taten auf keinerlei Weise korrigieren, da es in ihm überhaupt keinen Funken des Gebens gäbe. Man würde ihn für ein Tier halten, das nichts von der Form des Gebens besitzt und nur für sich selbst lebt. Ähnlich den Frevlern, die in der Lust des Empfangens für sich selbst versunken sind: „Und sogar die Gnade, die sie walten lassen, erweisen sie nur für sich selbst.“ Es wird über sie gesagt: „Die Frevler werden während ihres Lebens als ‚tot‘ bezeichnet“, weil sie sich in entgegengesetzter Form zum Kern des Lebens befinden.

58) Dies ist die Bedeutung der Worte unserer Weisen: „Anfangs erwog Er, die Welt in der Eigenschaft von Din (Gericht) zu erschaffen. Er sah, dass die Welt [so] nicht existiert und stellte die Eigenschaft von Rachamim (Gnade) voran und verknüpfte sie mit der Eigenschaft von Din“ (Bereshit Rabba, 12). Dies bedeutet, dass sich im Spirituellen jedes „zuerst“ und „danach“ auf Ursache und Wirkung bezieht.

Dies ist, warum geschrieben steht, dass der erste Grund für die Welten, welche die Parzufim von AK sind, die vor allen [anderen] Welten ausströmten, in der Eigenschaft von Din ausgeströmt wurden, das heißt einzig in Bchina Malchut, genannt Midat ha Din (Eigenschaft des Gerichts). Dies bezieht sich auf Bchina Dalet, die sich einschränkte und als ein leerer Raum und Abschluss der Raglaim von AK austrat – sprich, als der Punkt dieser Welt, unterhalb des Sium der Raglaim von AK, in Form eines leeren Raumes, absolut frei von jeglichem Licht.

„Er [der Schöpfer] sah, dass die Welt [so] nicht existiert“ bedeutet, dass es für Adam, der aus Bchina Dalet erschaffen werden sollte, auf diese Weise unmöglich gewesen wäre, Handlungen des Gebens zu erlangen, damit die Welt durch ihn in der gewünschten Menge korrigiert würde. Daher „verknüpfte Er die Eigenschaft von Rachamim mit der Eigenschaft von Din.

Erläuterung: Die Sefira (Singular für Sefirot) Bina heißt Midat ha Rachamim (Eigenschaft der Gnade), [denn ihr Verlangen ist lediglich das Geben – Hashpaa]; und die Sefira Malchut heißt Midat ha Din [(Eigenschaft der Einschränkung bzw. Gericht)], weil auf ihr der Zimzum vollzogen wurde. Der Ausströmende [Schöpfer] erhob [die Eigenschaft] Midat ha Din, welche die auf der Sefira Malchut geschaffene, abschließende Kraft ist, und erhob sie bis zur Stufe Bina, welche Midat ha Rachamim ist. Er [der Schöpfer] vermischte sie [diese zwei Eigenschaften] miteinander, und durch diese Verbindung wurde Bchina DaletMidat ha Din – mit den Funken des Gebens im Kli von Bina vereinigt.

Dies erlaubte Adams Guf, der [später] aus Bchina Dalet erschaffen wurde, ebenfalls mit der Eigenschaft des Gebens integriert zu werden. Auf diese Weise wird er, um seinem Schöpfer Zufriedenheit zu schenken, gute Taten vollbringen können, bis er seine Eigenschaft des Empfangens zum vollkommenen Geben umkehrt [um so die Existenz der Welt zu sichern]. Durch die Schöpfung der Welt wird die Welt so die gewünschte Korrektur erreichen.

59) Diese Verbindung von Malchut in Bina erfolgte im Parzuf SaG de AK und bewirkte einen zweiten Zimzum in den von ihm abwärts liegenden Welten. Dies liegt daran, dass ein neuer Sium des Höheren Lichts in ihm, das heißt an der Stelle von Bina, geschaffen wurde. Daraus ergibt sich, dass die Abschließende Malchut, die auf [der Stufe] Sium Raglaim von SaG de AK stand, über dem Punkt dieser Welt aufstieg und das Höhere Licht an der Hälfte von Bina de Guf de SaG de AK, genannt Tiferet, abschloss, denn KaCHaB (Keter, Chochma, Bina) de Guf heißt CHaGaT (Chessed, Gwura, Tiferet). Somit ist Tiferet Bina de Guf.

Auch die Paarende Malchut, die auf [der Stufe] Pe de Rosh de SaG de AK stand, stieg auf zum Platz von Nikwej Ejnaim (Pupillen) de AK, was die Hälfte von Bina de Rosh ist. Dann fand dort, bei Nikwej Ejnaim, für [den Parzuf ] MaH de AK ein Siwug statt, der „Welt von Nekudim“ heißt.

60) Dies [Zimzum Bet] wird auch als Zimzum NeHJ de AK bezeichnet[12]. Das kommt daher, da [der Parzuf ] SaG de AK, der genauso wie der Parzuf Galgalta de AK über dem Punkt dieser Welt endete, durch die Verbindung und den Aufstieg von Malchut an den Ort von Bina, oberhalb vom Tabur des inneren AK endet, das heißt am Platz der Hälfte von Tiferet, was die Hälfte von Bina de Guf des inneren AK ist. Dies ist so, da die abschließende Malchut zu diesem Platz aufstieg und das Höhere Licht davon abhielt, sich von ihr aus weiter nach unten zu verbreiten.

Aus diesem Grund wurde dort [unter Malchut] ein leerer Raum erschaffen, frei von allem Licht. So wurde TaNHJ (Tiferet, Nezach, Hod, Jessod) de SaG eingeschränkt und leer an Höherem Licht. Daher wird Zimzum Bet (Zweite Einschränkung) auch Zimzum NeHJ de AK genannt, denn mittels des neuen Sium an der Stelle von Tabur entleerten sich NeHJ de SaG de AK von ihren Lichtern.

Es gilt auch, dass ACHaP (Osen, Chotem, Pe) von Rosh de SaG aus der Stufe Rosh de SaG austraten [sie trennten sich von GE] und zu seinem Guf wurden, da die Paarende Malchut zu Nikwej Ejnaim aufstieg und die Zehn Sefirot de Rosh aus dem Massach in Nikwej Ejnaim [der Grenze zwischen GaR de Bina und SaT de Bina] und darüber hervorgingen. Auch der Teil von Nikwej Ejnaim abwärts wird schon als Guf des Parzuf betrachtet, da er nur das Leuchten von Nikwej Ejnaim und darunter, was als Guf gilt, empfangen kann.

Die Stufe dieser genannten Zehn Sefirot, die in Nikwej Ejnaim de SaG de AK auftauchten, stellt die Zehn Sefirot dar, welche „die Welt von Nekudim“ heißen. Sie stiegen von Nikwej Ejnaim de SaG bis an ihren Platz unter Tabur des inneren AK ab, wo sie sich mit Rosh und Guf verbreiteten. Wisse, dass dieser neue Sium, der am Ort von Bina de Guf [AbschlussOrt, worunter sich Or Chochma nicht ausbreiten kann] erschaffen wurde, Parssa genannt wird. Auch gibt es hier Inneres und Äußeres. Und lediglich die äußeren Zehn Sefirot heißen „die Welt von Nekudim“, indes die inneren Zehn Sefirot selbst MaH und BoN de AK heißen.

61) Jedoch sollten wir verstehen, dass, seit die Zehn Sefirot von Nekudim und MaH de AK aus Nikwej Ejnaim de Rosh de SaG ausgeströmt wurden und auftauchten, sie den Parzuf SaG von seinem Pe de Rosh und darunter hätten einkleiden sollen; wie auch in den vorhergehenden Parzufim, wo von Pe de Rosh abwärts jeder Untergeordnete [Parzuf] seinen Übergeordneten einkleidet.

Warum verhielt es sich nicht so? Warum stiegen sie ab und kleideten den Ort unter Tabur de AK ein? Um das zu verstehen, müssen wir gänzlich erfassen, wie es zu dieser Verbindung kam, als Bina und Malchut zu einem einheitlichen Ganzen verbunden wurden.

62) Es verhält sich so, dass, während des Auftauchens von Parzuf SaG, er gänzlich über dem Tabur des inneren AK [(Galgalta)] endete – ähnlich, wie hinsichtlich des Parzuf AB de AK erörtert wurde. Sie konnten sich nicht vom Tabur nach unten ausbreiten, da dort, in seinen Zehn Sefirot de Sium, die Herrschaft der Bchina Dalet des inneren AK beginnt, und es in den Parzufim AB und SaG überhaupt nichts von Bchina Dalet gibt (Punkt 54).

Jedoch, als Nekudot de SaG de AK aufzutauchen anfingen, das heißt, nachdem der Massach de SaG, der Bchina Bet de Awiut [und Gimel de Hitlabshut)] ist, mittels Bitush des Or Makif in ihm gereinigt worden und zu Bchina Alef de Awiut und Bchina Bet de Hitlabshut gekommen war, verschwanden die Taamim de SaG. Dann erschien die Stufe von Nekudot gemäß der im Massach verbliebenen Awiut, in WaK [sechs Sefirot] ohne Rosh.

Das ist so, da die Zehn Sefirot, die auf Bchina Alef de Awiut erscheinen, die Stufe von SA sind, ohne GaR [die ersten drei Sefirot (Gimel Rishonot) – es gibt dort kein Or Chochma, sondern bloß Or Chassadim]. Auch gibt es auf der männlichen Stufe (Sachar), welche Bchina Bet de Hitlabshut ist, keine Bina, sondern nur beinahe. Dies wird als WaK de Bina bezeichnet.

Daher wurde diese Stufe Nekudot de SaG den Zehn Sefirot de Sium unter Tabur de AK [ihrer Eigenschaften nach] angeglichen, die ebenfalls als WaK ohne Rosh betrachtet werden (Punkt 52). Wir wissen schon, dass die Gleichheit der Form die spirituellen Objekte zu einem vereint. Folglich stieg diese Stufe [Nekudot de SaG] anschließend unter Tabur de AK ab und vermischte sich da mit SoN de AK [SA und Nukwa], wo sie wie eins waren, da sie von gleicher Stufe sind.

63) Wir könnten uns über die Tatsache wundern, dass dennoch ein beträchtlicher Abstand zwischen ihnen [Nekudot de SaG und NeHJM de Galgalta] seitens ihrer Awiut besteht, da Nekudot de SaG von der Awiut der Bchina Bet abstammen und mit der Bchina Dalet nichts gemeinsam haben. Und obwohl sie die Stufe SA sind, entspricht dies nicht der Stufe SA unterhalb von Tabur de AK, die SA von Bchina Dalet ist. Somit besteht ein großer Unterschied zwischen ihnen.

Die Antwort ist, dass die Awiut im Parzuf während der Einkleidung des Lichts nicht zutage tritt, sondern erst nach dem Verschwinden des Lichts. Folglich wurde, als der Parzuf Nekudot de SaG auf der Stufe SA auftauchte, abstieg und sich auf der Stufe SoN de AK von Tabur de AK abwärts einkleidete, Bchina Bet mit Bchina Dalet vermischt und verursachte Zimzum Bet. Dies erschuf einen neuen Sium am Platz von Bina de Guf dieses Parzuf, ebenso, wie es eine Veränderung hinsichtlich des Platzes des Siwug verursachte – Pe de Rosh anstelle von Nikwej Ejnaim.

64) Also sehen wir, dass die Ursache der Verbindung von Malchut in Bina, was Zimzum Bet heißt, sich erst unterhalb von Tabur de AK ereignete, mittels der Ausbreitung des Parzuf Nekudot de SaG dorthin. Diese Stufe der Zehn Sefirot de Nekudim, die aus Zimzum Bet hervorgeht, konnte sich daher oberhalb von Tabur de AK nicht ausbreiten, da es keine Kraft und Herrschaft gibt, die sich oberhalb ihrer Entstehungsquelle offenbaren kann. Und da sich der Platz, an dem Zimzum Bet geschaffen wurde, von Tabur ab nach unten befand, war deshalb die Stufe von Nekudim ebenfalls verpflichtet, sich dort auszubreiten.

Der Platz für die vier Welten ABYA und der Parssa zwischen Azilut und BYA

65) Wir haben also gelernt, dass Zimzum Bet ausschließlich im Parzuf Nekudot de SaG geschah, dessen Platz von Tabur de AK abwärts bis zu seinem Sium Raglin ist, das heißt bis über dem Punkt dieser Welt. Wisse, dass alle Veränderungen, die dieser Zweiten Einschränkung folgen, lediglich im Parzuf Nekudot de SaG hervorkommen und nicht darüber.

Als wir oben sagten, dass durch Malchuts Aufstieg zur Hälfte von Tiferet de AK, wo sie den Parzuf abschloss, die untere Hälfte von Tiferet und NeHJM de AK in Form von leerem Raum (Chalal Panuj) in Erscheinung trat, geschah dies nicht in TaNHJ de AK selbst, sondern nur in TaNHJ des Parzuf Nekudot de SaG de AK. Jedoch in AK selbst werden diese Veränderungen bloß als „Erhebung von MaN“ betrachtet. Mit anderen Worten, es [AK] kleidete sich in diese Veränderungen, um die Zehn Sefirot de Nekudim selbst [in ihrer Form] auszuströmen; dennoch gab es in AK selbst keine Änderung.

66) Und sobald der Zimzum [Bet] erfolgte, das heißt, während des Aufstiegs von Malchut zu Bina, noch vor der Erhebung von MaN und dem in Nikwej Ejnaim de AK vollzogenen Siwug, bewirkte er, dass sich der Parzuf Nekudot de SaG de AK in vier Teile unterteilte:

  1. KaCHaB CHaGaT bis zu seinem Chase gelten als Platz von Azilut.
  2. Die zwei unteren Drittel von Tiferet, von Chase abwärts bis Sium von Tiferet, wurden zum Platz der Welt von Brija.
  3. Seine drei Sefirot, NeHJ, wurden zum Platz der Welt von Yezira.
  4. Seine Malchut in ihm wurde zum Platz der Welt von Assija.

67) Und der Sinn davon ist, dass der Platz der Welt von Azilut als der für die Ausbreitung des Höheren Lichts würdige Platz definiert wird. Und aufgrund des Aufstiegs der abschließenden Malchut bis zum Platz von Bina de Guf, genannt Tiferet, endet dort der Parzuf, und das Licht kann sich von dort nicht weiter nach unten ausbreiten. Somit endet der Platz von Azilut dort, in der Hälfte von Tiferet, über dem Chase.

Und du weißt bereits, dass dieser neue Sium, der hier entstand, „Parssa unter der Welt von Azilut“ genannt wird. Und unterhalb von Parssa gibt es in den Sefirot drei Unterteilungen. Das liegt daran, dass tatsächlich unter Azilut nur zwei Sefirot, SoN de Guf [(SA und Nukwa)], genannt NeHJM, entstehen müssen. Dies ist so, da sich seit dem Entstehen des Sium in Bina de Guf, welche Tiferet ist, nur die SoN unter Tiferet unterhalb des Sium befinden, und nicht Tiferet, obwohl die untere Hälfte von Tiferet ebenfalls unterhalb des Sium herausging.

Der Grund ist, dass Bina de Guf [(Tiferet)] ebenfalls Zehn Sefirot KaCHaB SoN beinhaltet. Und da diese oben genannten SoN de Bina die Wurzeln für die eingeschlossenen SoN de Guf sind, welche in Bina enthalten sind, gelten sie als ihnen gleich. Daher tauchten auch SoN de Bina unter Parssa de Azilut gemeinsam mit den eingeschlossenen SoN auf. Aus diesem Grund zersplitterte die Sefira Tiferet in ihrer ganzen Breite an der Stelle des Chase, da sich die zu Bina aufgestiegene Malchut dort befindet und SoN de Bina hervorbringt, das heißt die zwei Drittel von Tiferet von Chase abwärts bis zu seinem Sium.

Doch gibt es immer noch einen Unterschied zwischen den zwei Dritteln von Tiferet und NeHJM, da die zwei Drittel von Tiferet in Wahrheit zu Bina de Guf gehören und unterhalb des Sium de Azilut durchaus nicht von sich aus hervorkamen, sondern einzig, da sie die Wurzeln von SoN sind. Demzufolge ist ihr Makel nicht so groß, da sie nicht von sich aus auftauchten. So wurden sie von NeHJM getrennt und wurden zu einer eigenständigen Welt, genannt „die Welt von Brija“.

68) SoN de Guf, genannt NeHJM, teilte sich ebenfalls in zwei Aspekte: Da Malchut als Nukwa (weiblich) angesehen wird, ist ihr Makel schwerwiegender, und sie wird zum Platz der Welt Assija. Und SA, der NeHJ ist, wurde zur Welt von Yezira, über der Welt von Assija.

Somit haben wir erläutert, wie der Parzuf Nekudot de SaG aufgrund des Zimzum Bet geteilt und zum Platz von vier Welten wurde: Azilut, Brija, Yezira und Assija. KaCHaB CHaGaT, bis hinunter zu seinem Chase, wurde zum Platz der Welt von Azilut. Die untere Hälfte von Tiferet, von Chase bis zum Sium von Tiferet, wurde zum Platz der Welt von Brija. Und NeHJ im Parzuf wurden zur Welt von Yezira und seine Malchut zur Welt von Assija. Der [gemeinsame] Platz aller [Welten] beginnt am Punkt von Tabur de AK und endet oberhalb des Punktes dieser Welt, das heißt bei einschließlich Sium Raglin de AK, wo das Ende der Einkleidung des Parzuf Nekudot de SaG in den Parzuf Galgalta de AK ist.

Die in die Welt von Nekudim initiierten Zustände von Katnut und Gadlut

69) Nachdem du nun einen generellen Eindruck von Zimzum Bet erhalten hast, die im Parzuf Nekudot de SaG zwecks der Erschaffung der Zehn Sefirot der Welt von Nekudim, des vierten Parzuf von AK, erfolgte, kehren wir zur Erläuterung des Hervorkommens der einzelnen Zehn Sefirot von Nekudim zurück. Das Hervorkommen eines Parzuf aus dem nächsten wurde bereits erklärt. Jeder untere Parzuf stammt vom Massach de Guf des Höheren ab und wird aus ihm heraus geboren – nach dessen Hisdakchut [des Massach] und Aufstieg zwecks Erneuerung des Siwug im Pe des Höheren. Und diese Hisdakchut [des Massach] resultiert aus dem Bitush des Or Makif mit dem Massach des Höheren Parzuf, der den Massach von seinem Awiut de Guf reinigt und ihn der Awiut de Rosh gleichsetzt (Punkt 35).

Auf diese Weise entstand Parzuf AB de AK [(Chochma)] aus dem Parzuf Keter de AK [(Galgalta de AK)], Parzuf SaG de AK aus dem Parzuf AB de AK. Und auf gleiche Weise war der vierte Parzuf de AK, genannt „Zehn Sefirot der Welt von Nekudim“, geboren und trat aus seinem Höheren hervor, dem Parzuf SaG de AK [(Bina)].

70) Es besteht hier jedoch eine zusätzliche Angelegenheit. Denn in den [vorhergehenden] Parzufim wurde der Massach während seiner Hisdakchut zu Pe de Rosh des Höheren lediglich aus den Reshimot de Awiut des Guf des Höheren geschaffen. Aber hier, während der Hisdakchut des Massach de SaG de AK für Nekudim, wurde der Massach aus zwei Arten von Reshimot gebildet.

Abgesehen davon, dass er nicht nur aus seinen eigenen Reshimot de Awiut besteht, das heißt, dass er den Eigenschaften der Sefirot de Guf de SaG de AK entspricht, so schließt er auch die Reshimot von Awiut de SoN de AK ein, welche unterhalb des Tabur sind. Dies ist aufgrund ihrer gegenseitigen Vermischung unterhalb des Tabur de AK, wie es (im Punkt 61) beschrieben wurde, nämlich, dass Nekudot de SaG unter Tabur de AK herabstiegen und sich dort mit SoN de AK vermischten.

71) Aus dieser Kraft [der gemeinsamen Verschmelzung der Sefirot entstanden] wurde Katnut (Kleinheit) und Gadlut (Größe) hier im Parzuf Nekudim initiiert. Bezüglich der Reshimot de Awiut im Massach – auf ihnen traten Zehn Sefirot von Katnut Nekudim in Erscheinung. Und hinsichtlich der Reshimot de SoN de AK unterhalb des Tabur, die sich mit den Reshimot des Massach vermischten und vereinten – auf ihnen tauchten die Zehn Sefirot de Gadlut von Nekudim auf.

72) Auch solltest du wissen, dass die auf dem Massach erschienen Zehn Sefirot von Katnut Nekudim als Kern des Parzuf Nekudim gelten, da sie stufenweise in Erscheinung traten, das heißt aus dem Kern des Massach de Guf des Höheren, genau wie die drei vorherigen Parzufim de AK. Die Zehn Sefirot de Gadlut von Nekudim zählen aber lediglich als Zusatz für den Parzuf Nekudim. Dies ist so, da sie nur durch den Siwug auf den Reshimot de SoN de AK unter dem Tabur entstanden, die nicht stufenweise hervorkamen, sondern dem Massach aufgrund des Abfallens des Parzuf Nekudot de SaG unter Tabur de AK hinzugefügt und mit ihm verbunden wurden (Punkt 70).

73) Wir sollten zuerst die Zehn Sefirot de Katnut Nekudim verdeutlichen. Du weißt bereits, dass der Hitpashtut (Ausbreitung, Ausdehnung) von SaG de AK folgend in ihm der Bitush von Or Makif und Or Pnimi auf seinem Massach stattfand, welcher ihn stufenweise reinigte. Die während der Reinigung [des Massach] entstehenden Stufen heißen Nekudot de SaG, und sie stiegen unter Tabur de AK ab und vermischten sich mit der dortigen Bchina Dalet (Punkt 62). Nachdem er [der Parzuf] seine Reinigung von all der Awiut de Guf im Massach vervollständigt hatte und lediglich mit Awiut de Rosh verblieben war, galt er [Massach de Guf] als zu Rosh de SaG aufgestiegen, wo er einen neuen Siwug empfing – auf denjenigen Stufen der Awiut, die in den Reshimot des Massach übrig geblieben waren (Punkt 35).

74) Und auch hier sehen wir, dass die letzte Bchina der Awiut, und zwar Awiut de Bchina Bet, die im Massach war, vollständig verschwand und nur Reshimo de Hitlabshut zurückblieb. Somit blieb außer Bchina Alef nichts von der Awiut zurück. Dementsprechend (Punkt 43) empfing der Massach im Rosh de SaG zwei Arten von Siwugim (Plural von Siwug):

  1. Hitkalelut [(Einschluss, Aufnahme)] der Bchina Alef de Awiut in Bchina Bet de Hitlabshut (Einkleidung), genannt „Hitkalelut der weiblichen Reshimo in die männliche Reshimo“, erzeugte eine Stufe nahe der Stufe von Bina, welche das Niveau von WaK de Bina Diese Stufe heißt „Sefira Keter de Nekudim“.
  2. Aus der Hitkalelut der männlichen Reshimo in die weibliche Reshimo – der Reshimo der Bchina Bet de Hitlabshut in Bchina Alef de Awiut – kam die Stufe von SA hervor, die als WaK ohne Rosh gilt und „Aba we Ima de Nekudim Rücken an Rücken“ genannt wird.

Diese zwei Stufen heißen GaR de Nekudim, das heißt, sie gelten als Zehn Sefirot de Rosh Nekudim, da jeder Rosh mit dem Namen GaR oder KaCHaB benannt wird. Aber zwischen beiden besteht ein Unterschied: Keter de Nekudim, welche die männliche Stufe ist, breitet sich nicht in den Guf aus, sondern scheint nur im Rosh. Lediglich AwI de Nekudim, welche die weibliche Stufe darstellen, breiten sich in den Guf aus, genannt „sieben niedere Sefirot de Nekudim“ oder „CHaGaT NeHJ de Nekudim“.

75) Es sind hier also drei Stufen [der Welt Nekudim] vorhanden, eine unter der anderen:

  1. Keter de Nekudim, mit der Stufe WaK de Bina.
  2. Die Stufe AwI (Aba und Ima) de Nekudim, welche die Stufe SA hat. Sie beide werden als Rosh
  3. SaT de Nekudim, welche CHaGaT NeHJM sind, gelten als Guf de Nekudim.

76) Wisse, dass sich durch Malchuts Aufstieg zu Bina diese beiden Stufen von Nekudim während ihres Austritts in zwei Hälften teilen, die Panim (Gesicht) und Achoraim (Rücken) genannt werden [(die Vorder und die Hinterseite des Parzuf)]. Dies ist so, da es im Rosh, nachdem der Siwug in Nikwej Ejnaim vollzogen wurde, nur zweieinhalb Sefirot gibt: Galgalta, Ejnaim (Augen) und Nikwej Ejnaim, also Keter, Chochma und die Höhere Hälfte von Bina. Diese werden als Kelim de Panim (vordere Kelim) bezeichnet.

Die Kelim de ACHaP, welche die untere Hälfte von Bina, SA und Nukwa sind, entstanden aus den Zehn Sefirot de Rosh und wurden als Stufe unterhalb von Rosh betrachtet. Daher gelten jene Kelim de Rosh, die aus dem Rosh austraten, als Kelim de Achoraim (rückseitige Kelim). Eine jegliche [nachfolgende] Stufe wurde auf diese Weise aufgeteilt.

77) Daraus geht hervor, dass es [in der Welt Nekudim] keine einzige Stufe gibt, die nicht Panim und Achoraim besitzt. Dies ist so, weil ACHaP der männlichen Stufe Keter de Nekudim – von der Stufe Keter entstanden und zur Stufe AwI de Nekudim, der weiblichen Stufe, abstiegen. Und ACHaP der weiblichen Stufe – AwI de Nekudimstiegen ab und stürzten auf die Stufe von ihrem Guf ab, [das heißt] der Stufe der sieben unteren Sefirot CHaGaT NeHJ de Nekudim.

Es zeigt sich, dass AwI aus zwei Bchinot Panim und Achoraim bestehen: In ihrem Inneren befinden sich die Achoraim der Stufe Keter, das heißt die ACHaP de Keter, und auf sie kleiden sich die Kelim de Panim de AwI selber, und zwar ihre eigenen Galgalta, Ejnaim und Nikwej Ejnaim. Ebenso beinhalten SaT de Nekudim sowohl Panim also auch Achoraim: Die Kelim de Achoraim de AwI, welche ihre ACHaP sind, befinden sich im Innern von SaT, und die Kelim de Panim de SaT kleiden sie von außen ein.

78) Durch diese Teilung [der Stufen] in zwei Hälften waren die Stufen von Nekudim außerstande, mehr als Bchina Nefesh Ruach zu beinhalten, was WaK ohne GaR bedeutet. Dies ist so, da es jeder Stufe an den drei Kelim Bina und SoN [(SA und Nukwa)] mangelt und dort infolgedessen die [drei ersten] Lichter von GaR fehlen, also Neshama, Chaja und Yechida (Punkt 24). Somit haben wir die Zehn Sefirot de Katnut de Nekudim gründlich erklärt, und diese drei Stufen heißen: Keter, AwI und SaT. Jede [dieser] Stufen hat ausschließlich Keter und Chochma seitens der Kelim und Nefesh und Ruach seitens der Lichter, da in jeder Stufe Bina und SoN zu einer niedrigeren Stufe herabfielen.

Erhebung von MaN und das Hervorkommen von Gadlut de Nekudim

79) Nun sollten wir die Zehn Sefirot de Gadlut (Erwachsensein/Größe) von Nekudim erklären, die auf MaN de Reshimot von SoN de AK unterhalb seines Tabur hervorkamen (Punkt 71). Zunächst müssen wir die Erhebung von MaN verstehen. Denn bislang haben wir nur über den Aufstieg des Massach de Guf zu Pe de Rosh des Höheren [Parzuf] gesprochen, nachdem er [(der Massach)] sich gereinigt hatte. Auf den im Massach enthaltenen Reshimot fand dort ein Siwug de Hakaa statt, der die Stufe der Zehn Sefirot für die Bedürfnisse des Niederen hervorbrachte. Nun allerdings greifen wir erneut das Thema der Erhebung von Maim Nukwin (MaN/weibliche Wasser) auf, denn diese Lichter, die von unterhalb des Tabur de AK bis Rosh de SaG aufstiegen und welche die Reshimot de SoN de Guf de AK sind, werden „Erhebung von MaN“ genannt.

80) Wisse, dass die Quelle der Erhebung von MaN in Seir Anpin und in Bina der Zehn Sefirot des Or Yashar (Direktes Licht) wurzelt (Punkt 5). Dort ist erklärt, dass Bina, die als Or Chassadim betrachtet wird – während sie die Sefira Tiferet, genannt Bchina Gimel, ausströmte –, zurückkehrte, um sich wieder mit Chochma zu vereinigen, und aus ihr das Leuchten von Chochma für Tiferet anzog, die Seir Anpin ist. SA ging hauptsächlich aus dem Or Chassadim von Bina hervor und ihre Minderheit aus dem Leuchten von Chochma.

Hier wurde die Verbindung zwischen SA und Bina geschaffen, da jedes Mal, wenn die Reshimot de SA zu Bina aufsteigen, sich Bina mit Chochma verbindet und das Leuchten von Chochma für Seir Anpin heranzieht. Dieser Aufstieg von SA zu Bina, der sie [Bina] mit Chochma verbindet, wird stets als „Erhebung von MaN“ bezeichnet. Ohne diesen Aufstieg von SA zu Bina gilt Bina gar nicht als Nukwa bezüglich Chochma, da sie selbst ausschließlich Or Chassadim ist und kein Or Chochma zu empfangen braucht.

Sie [Bina] gilt immer als Rücken an Rücken mit Chochma, was bedeutet, dass sie nicht von Chochma empfangen will. Nur während SA sich zu ihr [Bina] erhebt, wird sie wieder zu Nukwa für Chochma, um damit das Leuchten von Chochma für Seir Anpin zu empfangen. Der Aufstieg von SA verwandelt Bina somit in Nukwa, und dies ist der Grund, warum sein Aufstieg Maim Nukwin genannt wird; denn der Aufstieg von SA bringt sie wieder in den Zustand  von „Angesicht zu Angesicht“ [bezüglich Chochma]. Das bedeutet, sie empfängt von ihm auf die Weise wie Nukwa vom Männlichen. Somit haben wir gänzlich die Erhebung von MaN erläutert.

81) Du weißt bereits, dass der Parzuf AB de AK der Parzuf Chochma und der Parzuf SaG de AK der Parzuf Bina ist. Das heißt, sie werden entsprechend der Höchsten Bchina ihrer Stufe definiert. AB, dessen Höchste Bchina Chochma ist, gilt ganz als Chochma. SaG, dessen Höchste Bchina Bina ist, gilt ganz als Bina.

Als die Reshimot de SoN de Guf, die unter dem Tabur de AK sind, zu Rosh de SaG aufstiegen, wurden sie dort demnach hinsichtlich SaG zu MaN, weshalb SaG, der Bina ist, sich mit Parzuf AB, der Chochma ist, paarte. Anschließend übermittelte AB [dem Parzuf] SaG ein neues Licht für die Bedürfnisse von SoN, unterhalb des dort aufgestiegenen Tabur.

Und sobald SoN de AK dieses neue Licht empfangen hatten, stiegen sie erneut zurück auf ihren Platz unterhalb des Tabur de AK ab, wo sich die Zehn Sefirot de Nekudim befanden und sie das neue Licht innerhalb der Zehn Sefirot de Nekudim illuminierten. Dies sind Mochin (Lichter) de Gadlut der Zehn Sefirot de Nekudim. Somit haben wir die Zehn Sefirot de Gadlut erläutert, die aufgrund des zweiten Typs der Reshimot auftauchten, nämlich Reshimot de SoN, welche unterhalb des Tabur de AK sind (Punkt 71). Tatsächlich sind es diese Mochin de Gadlut, welche das Zerbrechen der Gefäße verursachten, wie es weiter unten geschrieben steht.

82) Oben (Punkt 74) wurde erklärt, dass es zwei Stufen im Rosh de Nekudim gibt, genannt Keter und AwI. Und daher, als SoN de AK das neue Licht von AB SaG in die Zehn Sefirot de Nekudim ausstrahlten, leuchtete es zuerst in Keter de Nekudim durch dessen Tabur de AK, wo Keter sich einkleidet. Und es [das Licht] vervollständigte Keter de Nekudim mit GaR seitens der Lichter und Bina und SoN seitens der Kelim. Anschließend schien es [das Licht AB SaG] zu AwI de Nekudim durch Jessod de AK, wo sich AwI einkleiden, und vervollständigte sie mit GaR seitens der Lichter und Bina und SoN seitens der Kelim.

83) Lass uns zuerst [den Begriff] Gadlut erläutern, den [die Ausbreitung] dieses neue[n] Licht[s] [(AB SaG)] in den Zehn Sefirot von [der Welt] Nekudim verursachte. Es ist so, dass wir das im Punkt 74 Geschriebene hinterfragen sollten: dass die Stufen von Keter und AwI de Nekudim als WaK galten, weil sie auf der Awiut von Bchina Alef hervorkamen. Wir haben aber auch festgestellt, dass sich durch den Abstieg von Nekudot de SaG unter Tabur de AK die Bchina Dalet mit dem Massach de Nekudot de SaG, der Bina ist, verband. Folglich enthält dieser Massach auch eine Reshimo von Bchina Dalet de Awiut. Wenn dem so ist, hätten während der Hitkalelut des Massach in Rosh de SaG Zehn Sefirot auf der Stufe von Keter und dem Licht von Yechida entstehen müssen – und nicht auf der Stufe von WaK de Bina in der Sefira Keter und auf der Stufe von WaK ohne Rosh in AwI.

Die Antwort ist, dass der Platz das Entscheidende ist. Da Bchina Dalet in Bina, welche Nikwej Ejnaim ist, einbezogen ist, verschwand dort Awiut Dalet im Inneren von Bina, als wenn es sie dort überhaupt nicht gäbe. Deswegen fand der Siwug lediglich auf Reshimot von Bchina Bet de Hitlabshut und Bchina Alef de Awiut statt, die im Wesentlichen nur vom Massach de Bina sind (Punkt 74), und nur zwei Stufen entstanden dort: WaK de Bina und vollständige WaK.

84) Daher zogen SoN de AK, welche unterhalb des Tabur sind, mittels ihres MaN das neue Licht von AB SaG de AK an und illuminierten es zum Rosh de Nekudim (Punkt 81). Und da der Parzuf AB de AK in keinerlei Verbindung mit diesem Zimzum Bet steht, der die Bchina Dalet zur Stelle von Nikwej Ejnaim erhob, als sein Licht zu Rosh de Nekudim herangezogen war, löste es darin den Zimzum Bet auf, der den Platz des Siwug zu Nikwej Ejnaim erhob. Ebenso setzte es die Bchina Dalet wieder auf ihren Platz in Pe herab, wie vor Zimzum Alef, das heißt an den Platz von Pe de Rosh.

Folglich kehrten die drei KelimOsen (Ohr), Chotem (Nase) und Pe (Mund) [(ACHaP)] –, die wegen des Zimzum Bet von ihrer Stufe heruntergefallen waren (Punkt 76), nun wieder zurück zu ihrem Platz – ihrer Stufe – wie zuvor. Zu diesem Zeitpunkt stieg der Platz des Siwug erneut von Nikwej Ejnaim zur Bchina Dalet, an die Stelle Pe de Rosh, herab. Und da sich die Bchina Dalet bereits an ihrem Platz befand, kamen dort Zehn Sefirot auf der Stufe von Keter hervor.

Somit wurde erklärt, dass er [der Parzuf] mithilfe des neuen Lichts, welches SoN de AK zu Rosh de Nekudim ausströmte, die drei Lichter Neshama, Chaja und Yechida und die drei Kelim ACHaP [(Osen, Chotem, Pe)] gewann, welche Bina und SoN sind, die ihm gefehlt haben, als er [der Parzuf] anfangs erschaffen wurde.

 

85) So haben wir die Bedeutung von Katnut und Gadlut de Nekudim gänzlich erklärt. Zimzum Bet, welcher das untere Hej – die  Bchina Dalet – auf den Platz von Nikwej Ejnaim erhob, wo es verborgen wurde, verursachte die Stufe von Katnut de Nekudim – die Stufe WaK oder SA seitens der Lichter von Nefesh Ruach. Dort mangelte es ihnen an Bina und SoN seitens der Kelim und Neshama, Chaja und Yechida seitens der Lichter. Und durch das Kommen eines neuen Lichts von AB SaG de AK zu Nekudim, kehrte Zimzum Alef [erneut] auf seinen Platz zurück.

[Als Ergebnis davon] kehrten Bina und SoN der Kelim zu Rosh zurück, da das untere Hej von Nikwej Ejnaim abstieg und auf seinen Platz in Malchut, der Pe heißt, zurückkehrte. Dann erfolgte ein Siwug auf Bchina Dalet, die auf ihren Platz zurückkehrte, und Zehn Sefirot auf der Stufe von Keter und Yechida entstanden. Dies vervollständigte NaRaNCHaY der Lichter und KaCHaB SoN der Kelim.

Zur Verkürzung werden wir in Zukunft den Zimzum Bet und Katnut mit dem Namen „Aufstieg des unteren Hej zu Nikwej Ejnaim und Abstieg von ACHaP nach unten” bezeichnen. Außerdem bezeichnen wir Gadlut mit dem Namen „Die Annäherung des Lichts von AB SaG, welches das untere Hej von Nikwej Ejnaim absteigen lässt und die ACHaP [(Osen, Chotem, Pe)] auf ihren früheren Platz zurückbringt.“ Erinnere dich an die obige Erläuterung.

Man soll sich auch immer daran erinnern, dass GE (Galgalta Ejnaim) und ACHaP die Namen der Zehn Sefirot KaCHaB SoN de Rosh sind, und die Zehn Sefirot de Guf mit dem Namen CHaGaT NeHJM bezeichnet werden. Sie werden ebenfalls in GE und ACHaP eingeteilt, denn Chessed und Gwura und das Höhere Drittel von Tiferet – bis zum Chase – sind Galgalta we (und) Ejnaim und Nikwej Ejnaim, und die zwei [unteren] Drittel von Tiferet und NeHJM sind ACHaP, wie es oben geschrieben steht.

Man soll sich auch daran erinnern, dass Galgalta, Ejnaim und Nikwej Ejnaim – oder CHaGaT bis zum Chase – als Kelim de Panim (vordere Kelim) bezeichnet werden; und ACHaP – oder die zwei unteren Drittel von Tiferet und NeHJM von Chase abwärts – werden als Kelim de Achoraim (hintere Kelim) bezeichnet, wie im Punkt 76 geschrieben steht. Auch solltest du die mit dem Zimzum Bet auftretende Spaltung der Stufe im Gedächtnis behalten, die auf der gesamten Stufe nur Kelim de Panim belässt. Und letztendlich beinhaltet jeder Untere in seinem Inneren die Kelim de Achoraim des Höheren (Punkt 77).

Erläuterung der drei Nekudot Cholam, Shuruk und Chirik

86) Wisse, dass die Nekudot (Punkte) in drei Bchinot – Rosh, Toch und Sof – eingeteilt werden, welche sind:

  • die Höheren Nekudot, welche über den Otiot (Buchstaben) und im Namen Cholam beinhaltet sind;
  • die mittleren Nekudot, innerhalb der Otiot, im Namen Shuruk oder Melafom inbegriffen, was Waw mit einem Punkt im Innern bedeutet;
  • die unteren Nekudot, unterhalb der Otiot, im Namen Chirik

87) Dies ist ihre Definition: Otiot stellen Kelim dar, das heißt Sefirot des Guf. Dies ist so, da die Zehn Sefirot de Rosh lediglich die Wurzeln der Kelim sind und nicht die Kelim selber. Nekudot bedeuten Lichter, welche die Kelim beleben und sie anregen, was Or Chochma, genannt Or Chaja [„Licht des Lebens“], bedeutet. Dies gilt als ein neues Licht, welches SoN de AK von AB SaG empfingen und mit welchem sie die Kelim de Nekudim erleuchteten – und das untere Hej [von Nikwej Ejnaim] zurück zu Pe auf jeder Stufe absteigen ließen und [dadurch] jeder Stufe ACHaP de Kelim und GaR die Lichter zurückbrachten.

Folglich regt dieses Licht die Kelim de ACHaP an, erhebt sie von der unteren Stufe und verbindet sie mit der Höheren, wie am Anfang. Dies ist die Bedeutung der Nekudot, welche die Otiot anregen. Und da sich dieses Licht, welches das Or Chaja ist, von AB de AK ausdehnt, belebt es jene Kelim de ACHaP, indem es sich in sie einkleidet.

88) Du weißt bereits, dass SoN de AK mit diesem neuen Licht die Zehn Sefirot de Nekudim durch zwei Stellen hindurch erleuchtet

  • Es [(das Licht)] illuminierte Keter de Nekudim durch den Tabur,
  • und durch Jessod erleuchtete es AwI de Nekudim.

Wisse, dass diese Illumination durch Tabur Cholam heißt, welches für die Otiot über ihnen scheint. Es ist so, da die Illumination des Tabur nur Keter de Nekudim erreicht, [das heißt] die männliche Stufe des Rosh de Nekudim (Punkt 74). Und die männliche Stufe breitet sich nicht in SaT (die unteren Sieben) der Nekudim aus, welche die Kelim de Guf sind, die Otiot genannt werden. Daher gilt, dass das Licht nur von seinem Platz oberhalb aus scheint, ohne sich in die Otiot selbst auszubreiten.

Diese Illumination durch Jessod wird als Shuruk bezeichnet, das heißt Waw mit einem Punkt, welche sich innerhalb der Reihe der Otiot befindet. Der Grund dafür ist, dass diese Illumination bis AwI de Nekudim reicht, welche die weibliche Stufe von Rosh de Nekudim ist, deren Lichter sich auch im Guf ausbreiten, welche die SaT de Nekudim, genannt Otiot, sind. Daher findest du den Punkt von Shuruk innerhalb der Reihe der Otiot.

89) Nun haben wir [die Bedeutung von] Cholam und Shuruk gründlich erklärt. Die Illumination eines neuen Lichts durch Tabur, welche das untere Hej von Nikwej Ejnaim de Keter zu Pe absteigen lässt und ACHaP de Keter erneut erhebt, ist der Punkt von Cholam oberhalb der Otiot. Die Illumination eines neuen Lichts durch Jessod, welche das untere Hej von Nikwej Ejnaim de AwI zu ihrem Pe absteigen lässt und ihr ACHaP zurückbringt, ist der Punkt von Shuruk innerhalb der Otiot. Dies ist so, da diese Mochin [(das Licht von GaR)] auch in SaT de Nekudim ankommen, die Otiot heißen.

90) Chirik gilt als das neue Licht, das SaT [(Sieben untere Sefirot)] direkt von AwI empfangen, um das abschließende untere Hej, das sich in ihrem Chase befindet, zum Platz von Sium Raglin de AK abzusenken. Infolgedessen kehren ihre ACHaP zu ihnen zurück, das heißt die Kelim von Chase abwärts, die zum Platz [der Welten] von BYA geworden sind. Zu diesem Zeitpunkt wird BYA wieder wie Azilut werden.

Jedoch konnten SaT de Nekudim das untere Hej nicht vom Chase herabsenken und auf diese Weise den Zimzum Bet, den Parssa und den Platz von BYA vollständig auflösen. Vielmehr zerbrachen sofort alle Kelim de SaT, als sie das Licht in BYA ausdehnten, da die Kraft des abschließenden unteren Hej, das im Parssa steht, mit diesen Kelim vermischt war.

Daher musste das Licht dort unverzüglich verschwinden, und die Kelim zerbrachen, starben und fielen in BYA. Ebenfalls zerbrachen auch ihre Kelim de Panim oberhalb des Parssa, das heißt die Kelim oberhalb des Chase, da auch von dort das ganze Licht verschwand. Folglich zerbrachen, starben und fielen sie – aufgrund ihrer Verbindung mit den Kelim de Achoraim in einem Guf – zu BYA.

91) Somit siehst du, dass der Punkt von Chirik nicht in der Welt von Nekudim auftauchen und herrschen konnte, da er darüber hinaus das Zerbrechen der Gefäße verursachte. Das geschah, weil er sich in die Otiot einkleiden wollte, das heißt in die [Kelim] TaNHJM [(Tiferet, Nezach, Hod, Jessod und Malchut)] unterhalb des Parssa de Azilut, die zu BYA wurden.

Nachher jedoch, in der Welt von Tikun, erreichte der Punkt von Chirik seine Korrektur, da er dort korrigiert worden war, um unterhalb der Otiot zu scheinen. Dies bedeutet, dass in dem Augenblick, als SaT de Azilut das Licht von Gadlut von AwI empfingen, was das abschließende untere Hej vom Platz des Chase zu Sium Raglin de AK absenken und die Kelim de TaNHJM zu Azilut verbinden sollte, die Lichter sich nach unten bis zum Sium Raglin de AK ausbreiten sollten . Jedoch handelten sie [die SaT de Azilut] nicht so, sondern erhoben diese TaNHJ vom Platz von BYA zum Platz von Azilut, oberhalb des Parssa, und empfingen die Lichter, während sie sich oberhalb des Parssa de Azilut befanden, sodass sich in ihnen kein weiteres Zerbrechen der Gefäße vollziehen konnte, wie in der Welt von Nekudim.

Und das bedeutet, dass der Punkt von Chirik, der die Kelim de TaNHJ de SaT de Azilut erhebt, unterhalb dieser von ihm erhobenen Kelim de TaNHJM steht, das heißt, er befindet sich auf dem Platz von Parssa de Azilut. Auf diese Weise dient der Punkt von Chirik unterhalb der Otiot. Dies erklärt die drei Punkte Cholam, Shuruk und Chirik im Allgemeinen.

Die Erhebung von MaH de SaT de Nekudim zu AwI und die Erläuterung der Sefira Daat

92) Es wurde bereits erklärt, dass aufgrund des Aufstiegs des unteren Hej zu Nikwej Ejnaim, was im Zimzum Bet in Erscheinung trat, als Katnut der Zehn Sefirot de Nekudim entstand, jede Stufe in zwei Hälften geteilt wurde:

  • Galgalta we Ejnaim verblieben auf der Stufe; folglich heißen sie Kelim de Panim.
  • Osen, Chotem und Pe, die von ihrer Stufe auf die nächsttiefere fielen, heißen daher Kelim de Achoraim (hintere Kelim).

So besteht nun jede Stufe aus Innerlichkeit und Äußerlichkeit, da die Kelim de Achoraim der Höheren Stufe in den inneren Teil ihrer eigenen Kelim de Panim fielen. Und die gefallenen ACHaP de Keter de Nekudim sind innerhalb Galgalta we Ejnaim de AwI eingekleidet, und die gefallenen ACHaP de AwI sind innerhalb Galgalta we Ejnaim de SaT de Nekudim eingekleidet (Punkt 76).

93) Demzufolge, wenn das neue Licht von AB SaG de AK in die Stufe eintritt und das untere Hej wieder auf seinen [vorhergehenden] Platz zu Pe absteigen lässt, [das heißt] während des [Zustands] Gadlut de Nekudim, bringt die Stufe seine ACHaP zu ihm zurück, und seine Zehn Sefirot de Kelim und Zehn Sefirot seitens der Lichter werden [damit] vervollständigt. Und dann ergibt sich, dass auch die untere Stufe, die an ACHaP des Höheren angeheftet war, zusammen mit ihnen [den ACHaP] zum Höheren [der oberen Stufe] aufsteigt.

Denn es gilt das Gesetz: „Im Spirituellen gibt es kein Verschwinden.“ So wie der Untere mit den ACHaP des Höheren während Katnut verbunden war, trennen sie sich auch während Gadlut nicht voneinander, das heißt zur Zeit der Rückkehr der ACHaP des Höheren auf ihre Stufe. Es zeigt sich, dass die untere Stufe nun tatsächlich zu einer Höheren Stufe geworden ist, da der Untere, der zum Höheren aufsteigt, ihm gleich wird.

94) Es zeigt sich, dass, als AwI das neue Licht von AB SaG empfingen und das untere Hej von Nikwej Ejnaim zurück zu ihrem Pe absteigen ließen und ihre ACHaP zu ihnen erhöhten, in diesem Moment auch SaT, die diese ACHaP zur Zeit von Katnut einkleideten, gemeinsam mit ihnen zu AwI  aufstiegen. Somit wurden SaT zu einer einzigen Stufe mit AwI. Dieser Aufstieg von SaT zu AwI wird als „Erhebung von MaN“ bezeichnet. Und wenn sie sich auf der gleichen Stufe wie AwI befinden, empfangen sie auch die Lichter von AwI.

95) Und dies wird MaN genannt, da der Aufstieg von SA zu Bina sie in den Zustand von Angesicht zu Angesicht mit Chochma zurückbringt (Punkt 80). Es ist bekannt, dass jegliche SaT SoN sind. Als SaT zusammen mit ACHaP de AwI auf die Stufe von AwI aufstiegen, wurden sie zu MaN in Bezug auf Bina der Sefirot de AwI. Dann kehrt sie [Bina] in den Zustand von Angesicht zu Angesicht mit Chochma de AwI zurück und versorgt SoN, welche die zu ihnen aufgestiegenen SaT de Nekudim sind, mit der Erleuchtung von Chochma.

96) Trotz des oben erwähnten Aufstiegs von SoN zu AwI bedeutet es nicht, dass sie von ihrem Platz total verschwunden und zu AwI aufgestiegen sind, da es im Spirituellen kein Verschwinden gibt. Und jegliche „Veränderung des Platzes“ im Spirituellen bedeutet nicht, dass etwas seinen vorherigen Platz verlassen und sich zu einem andern Platz begeben hätte, wie es in der materiellen Welt geschieht. Vielmehr besteht hier bloß eine Zugabe: Sie erreichten einen neuen Platz, während sie auf dem vorhergehenden verblieben. Obgleich SaT zu AwI zwecks Erhebung von MaN aufstiegen, blieben sie somit dennoch auf ihrem Platz, auf ihrer unteren Stufe, wie zuvor.

97) Ebenso kannst du verstehen, dass, auch wenn wir sagen, sobald SoN zu AwI zwecks Erhebung von MaN aufstiegen und dort ihre Lichter empfingen und dort austraten und wieder nach unten auf ihren Platz zurückkehrten, dies auch hier nicht bedeutet, dass sie von ihrem Platz Oben verschwanden und auf den Platz unten übersiedelten. Wären SoN an ihrem Platz oben in AwI abwesend, würde der Siwug de AwI von Angesicht zu Angesicht sofort aufhören und sie [Aba we Ima] würden wie zuvor zu ihrem Zustand Rücken an Rücken zurückkehren. Dies würde ihren Überfluss aufhören lassen. Und SoN, die unten sind, würden auch ihre Mochin verlieren.

Oben wurde bereits erläutert, dass Bina von ihrer Natur aus nur Or Chassadim anstrebt, gemäß des Geschriebenen: „Denn er erfreut in Barmherzigkeit“ [(Chafez Chessed Hu)]. Sie hat keinerlei Interesse, Or Chochma zu empfangen; daher befindet sie sich Rücken an Rücken mit Chochma. Nur wenn SoN zwecks MaN zu ihnen aufsteigt, kehrt Bina zu einem Siwug von Angesicht zu Angesicht mit Chochma zurück, um die Erleuchtung von Chochma an Seir Anpin zu geben (Punkt 80).

Folglich ist es nötig, dass SoN immer dort bleiben, um den Siwug de AwI von Angesicht zu Angesicht zu ermöglichen und zu verwirklichen. Deswegen kann man nicht sagen, dass SoN am Platz von AwI abwesend sind, wenn sie auf ihren Platz nach unten kommen. Wie bereits gesagt, ist jegliche „Veränderung des Platzes“ im Spirituellen vielmehr nichts anderes als lediglich eine Zugabe. Obwohl SoN von ihrem Platz abstiegen, verblieben sie somit ebenso Oben wie vorher.

9899) Nun kannst du die Sefira Daat verstehen, die in der Welt von Nekudim eingesetzt wurde. In allen Parzufim von AK bis zu Nekudim gibt es lediglich Zehn Sefirot KaCHaB SoN. Doch in der Welt von Nekudim beginnend gibt es die Sefira Daat, die wir als KaCHBaD SoN betrachten.

Die Sache ist, dass es in den Parzufim von AK keine Erhebung von MaN gab, sondern lediglich den Aufstieg des Massach zu Pe de Rosh (Punkt 79). Auch solltest du wissen, dass sich die Sefira Daat aus der Erhebung von MaN de SoN zu AwI erstreckt, denn es wurde bereits erklärt, dass SoN, welche dorthin als MaN zu Chochma und Bina aufstiegen, dort –auch nach ihrem Austritt zur Rückkehr an ihren Platz nach unten – blieben, um den Siwug von Aba we Ima von Angesicht zu Angesicht zu ermöglichen und zu realisieren. Diese in AwI verbleibenden SoN heißen „Sefira Daat“. Somit verfügen nun CHuB über die Sefira Daat, die ihnen die Verwirklichung und Ausführung eines Siwug von Angesicht zu Angesicht ermöglicht. Dies sind die SoN, die dort als MaN aufstiegen und dort auch nach dem Austritt von SoN auf deren Platz blieben.

Daher bezeichnen wir von nun an die Zehn Sefirot mit den Namen KaCHBaD SoN. In den Parzufim de AK jedoch – vor der Welt von Nekudim, noch vor der Erhebung von MaN – gab es keine Sefira Daat. Wisse auch, dass die Sefira Daat stets als „fünf Chassadim und fünf Gwurot“ bezeichnet wird, da der dort verbliebene SA als fünf Chassadim betrachtet wird und die dort verbliebene Nukwa als fünf Gwurot gilt.

100) Wir sollten das im Buch der Schöpfung Geschriebene hinterfragen: dass die Zehn Sefirot „zehn und nicht neun sind, zehn und nicht elf“. Es wurde gesagt, dass die Sefira Daat in der Welt von Nekudim initiiert wurde; somit gibt es elf Sefirot KaCHBaD SoN.

Die Antwort ist, dass es sich überhaupt nicht um einen Zusatz zu den Zehn Sefirot handelt, denn wir haben gelernt, dass die Sefira Daat in Wirklichkeit SoN sind, die zu MaN aufgestiegen und dort verblieben sind. Deshalb ist es hier kein Zusatz, sondern vielmehr zwei Unterscheidungen in SoN:

  1. SoN auf ihrem Platz unten, die als Guf gelten;
  2. SoN, welche im Rosh von AwI verbliebenen sind, da es sie bereits während der Erhebung des MaN dort gab und es im Spirituellen kein Verschwinden gibt.

Somit gibt es hier keinerlei Zusatz zu den Zehn Sefirot, denn letzten Endes gibt es hier nicht mehr als Zehn Sefirot KaCHaB SoN. Und wenn ein Aspekt von SoN im Rosh von AwI verbleibt, fügt das rein gar nichts zu den Zehn Sefirot hinzu.

Das Zerbrechen der Gefäße (Shwirat ha Kelim) und deren Sturz in die Welten BYA

101) Nun haben wir gründlich die Erhebung von MaN und der Sefira Daat erläutert, welche als Kelim de Panim de SaT de Nekudim betrachtet werden, die entstanden und zu Aba we Ima aufgestiegen sind. Denn Aba we Ima empfingen das neue Licht von AB SaG de AK aus SoN de AK in der Form des Punktes von Shuruk. Sie ließen das untere Hej von Nikwej Ejnaim zu Pe absteigen, ihre Kelim de Achoraim aufsteigen, welche in die SaT de Nekudim gestürzt waren. Deswegen stiegen die Kelim de Panim de SaT, welche an die Kelim de Achoraim de Aba we Ima angeheftet waren (Punkte 8994), ebenfalls auf. SaT de Nekudim wurden dort zu MaN und brachten Aba we Ima in den Zustand von Angesicht zu Angesicht (Panim be Panim) zurück.

Da das untere Hej, welches Bchina Dalet ist, auf ihren Platz zu Pe bereits zurückgekehrt war, führte der auf diesem Massach der Bchina Dalet vollzogene Siwug de Hakaa zur Schaffung von zehn kompletten Sefirot auf der Stufe Keter mit dem Licht Or Yechida (Punkt 84). SaT, welche dort als MaN einbezogen sind, empfingen ebenfalls diese großen Lichter von Aba we Ima. All dies wirkt nur von unten nach Oben, denn Aba we Ima sind Rosh de Nekudim, wo der Siwug stattfindet, der die Zehn Sefirot von unten nach Oben bildet.

Diese Lichter breiteten sich danach auch in den Guf aus, das heißt von Oben nach unten (Punkt 50). Und dann stiegen SaT samt allen in Aba we Ima empfangenen Lichtern ab, auf ihren Platz unten, und Rosh und Guf vom Parzuf Gadlut de Nekudim werden abgeschlossen. Eine derartige Ausbreitung des Lichts (Hitpashtut) wird als Taamim des Parzuf Gadlut de Nekudim definiert (Punkt 26).

102) Auch im Parzuf Nekudim werden die vier Unterscheidungen Taamim, Nekudot, Tagin und Otiot getroffen (Punkt 47). Dies ist so, weil alle Kräfte, die in den Höheren vorhanden sind, ebenso in den Unteren existieren müssen. Im Unteren sammeln sich allerdings zusätzliche Informationen über den Höheren. Wie bereits festgestellt wurde, wird das Wesen der Hitpashtut eines jeden Parzuf mit dem Namen Taamim bezeichnet. Nach seiner Ausbreitung ereignet sich der Bitush des Or Pnimi und Or Makif, und durch diesen Bitush wird der Massach stufenweise gereinigt, bis er sich dem Pe de Rosh völlig angleicht.

Da das Höhere Licht nie aufhört, vollzieht es den Siwug im Massach auf jeder Stufe der Awiut während seiner Reinigung. Dies bedeutet, dass, wenn er sich beim Übergang von Bchina Dalet zu Bchina Gimel reinigt, die Stufe Chochma darauf entsteht. Und wenn er Bchina Bet erreicht, entsteht die Stufe Bina. Wenn der Massach zu Bchina Alef gelangt, resultiert daraus die Stufe Seir Anpin, und wenn der Massach zu Bchina Shoresh gelangt, erzeugt er die Stufe Malchut auf ihm. Alle diese Stufen, die sich während seiner Reinigung auf dem Massach zeigen, werden als Nekudot bezeichnet.

Die Reshimot, welche von den Lichtern nach ihrem Austritt verbleiben, werden als Tagin bezeichnet. Die Kelim, welche nach dem Austritt des Lichts aus ihnen zurückbleiben, heißen Otiot, und nachdem der Massach von der ganzen Awiut de Guf vollständig gereinigt ist, ist er in den Massach de Pe de Rosh durch einen Siwug einbezogen, und ein zweiter Parzuf entsteht auf ihm.

103) Auf die gleiche Art und Weise geht es auch im Parzuf Nekudim vor sich. Hier tauchen ebenfalls zwei Parzufim auf: AB und SaG, einer unter dem anderen. Und in jedem von beiden sind Taamim, Nekudot, Tagin und Otiot.

Der einzige Unterschied liegt in der Hisdakchut des Massach, die sich nicht durch den Bitush von Or Pnimi und Or Makif ereignete, sondern aufgrund der Kraft von Din in der Abschließenden Malchut, die in diesen Gefäßen enthalten war (Punkt 90). Aus diesem Grunde blieben nach dem Verschwinden der Lichter keine leeren Kelim im Parzuf, wie in den drei Parzufim Galgalta, AB und SaG de AK, sondern sie zerbrachen, starben und stürzten in die Welten BYA.

104) Der Parzuf Taamim, der in der Welt Nekudim auftauchte, und der erste Parzuf in Nekudim ist, entstand auf der Stufe Keter und entstand mit Rosh und Guf. Der Rosh kam in Aba we Ima hervor, und Guf ist die Ausbreitung der SaT vom Pe de Aba we Ima nach unten (Punkt 101). Diese Hitpashtut (Ausbreitung) vom Pe de Aba we Ima nach unten heißt Melech ha Daat (König des Wissens).

Er ist wirklich die Gesamtheit aller SaT de Nekudim, die zurückkehrten und sich an ihrem Platz nach der Erhebung von MaN wieder ausbreiteten. Da jedoch ihre Wurzel (Shoresh) in Aba we Ima blieb, um den Zustand Panim be Panim von Aba we Ima zu ermöglichen und zu realisieren (Punkt 88), was Moach ha Daat (Gehirn des Wissens) heißt und den Siwug von Aba we Ima durchführt, wird daher ihre Ausbreitung von Oben nach unten in Guf gleichfalls mit diesem Namen bezeichnet – Melech ha Daat. Dies ist der erste Melech (König) de Nekudim.

105) Es ist bekannt, dass alle Quantität und Qualität in den Zehn Sefirot de Rosh ebenso in der Ausbreitung von Oben nach unten in den Guf erscheint. Folglich, wie bei den Lichtern von Rosh, kehrt die Paarende Malchut zurück und steigt ab vom Platz Nikwej Ejnaim zum Platz Pe. Dann vereinigten GE (Galgalta we Ejnaim) und Nikwej Ejnaim, welche die Kelim de Panim sind, ihre Kelim de Achoraim – ihre ACHaP , und die Lichter breiteten sich dort aus. Genauso – bei der Ausbreitung von Oben nach unten in den Guf – erreichten die Lichter auch ihre Kelim de Achoraim, das heißt TaNHJM (Tiferet, Nezach, Hod, Jessod, Malchut) in den Welten BYA unterhalb des Parssa de Azilut.

Da jedoch die Kraft der Abschließenden Malchut im Parssa de Azilut in diesen Kelim vermischt ist, und sobald die Lichter des Melech ha Daat dieser Kraft begegneten, verließen sie alle ihre Kelim und stiegen zu ihrer Wurzel auf. Dann zerbrachen alle Kelim von Melech ha DaatPanim und Achoraim –, starben und stürzten in die Welten BYA ab. Denn das Verschwinden der Lichter aus den Kelim ist ähnlich dem Verschwinden der vitalen Kraft aus dem biologischen Körper und wird „Tod“ genannt. An dieser Stelle reinigt sich der Massach von der Awiut de Bchina Dalet, nachdem diese Kelim bereits zerbrochen und gestorben waren, lediglich die Awiut de Bchina Gimel blieb [im Massach] zurück.

106) So, wie Awiut Bchina Dalet von Massach de Guf infolge des Zerbrechens aufgehoben wurde, löste sich diese Awiut auch in der Paarenden Malchut von Rosh in Aba we Ima auf. Dies ist so, denn Awiut de Rosh und Awiut de Guf sind identisch, insofern eine potenziell und die andere tatsächlich ist (Punkt 50). Aus diesem Grund endete der Siwug der Stufe Keter in Rosh von Aba we Ima ebenfalls. Und die Kelim de Achoraim, ACHaP, welche die Stufe Keter ergänzt haben, stürzten einmal mehr eine Stufe tiefer, das heißt in SaT. Diesen Vorgang nennt man „die Auflösung von Achoraim der Stufe Keter von Aba we Ima“. So sehen wir, dass die gesamte Stufe Taamim de Nekudim, sowohl Rosh als auch Guf, verschwand.

107) Da jedoch das Höhere Licht nie zu Scheinen aufhört, vollzieht es erneut einen Siwug mit Awiut de Bchina Gimel, welche im Massach de Rosh von Aba we Ima blieb. So kamen Zehn Sefirot auf der Stufe Chochma hervor. Der Guf breitet sich von Oben nach unten aus, bis zur Sefira Chessed, und dies ist der zweite Melech de Nekudim. Auch er breitete sich in die Welten BYA aus, zerbrach und starb. Zu dieser Zeit wurde die Awiut de Bchina Gimel sowohl aus dem Massach de Guf als auch de Rosh aufgehoben. Und auch die Kelim de Achoraim, ACHaP, welche diese Stufe Chochma von Aba we Ima ergänzten, kehrten einmal mehr zurück, lösten sich auf und stürzten eine Stufe tiefer, zu SaT, wie es sich auf der Stufe Keter ereignete.

Nachfolgend wurde ein Siwug mit Awiut de Bchina Bet gemacht, welche im Massach blieb, Zehn Sefirot auf der Stufe Bina hervorbringend. Der Guf breitete sich von Oben nach unten aus, in die Sefira Gwura, und dies ist der dritte Melech der Welt Nekudim.

Auch er breitete sich gleichfalls in BYA aus, zerbrach und starb. Awiut de Bchina Bet in Rosh und Guf löste sich ebenfalls auf. Und da hörte der Siwug auf der Stufe Bina auch in Rosh auf. Und Achoraim der Stufe Bina de Rosh stürzten eine Stufe tiefer, das heißt in SaT. Der nächste Siwug fand mit Awiut de Bchina Alef statt, welche im Massach blieb, und dies brachte Zehn Sefirot der Stufe SA hervor. Ebenso sein Guf, er breitete sich von Oben nach unten im oberen Drittel von Tiferet aus. Doch auch er konnte nicht bestehen, und das Licht verließ ihn. Awiut de Bchina Alef reinigte sich ebenfalls in Guf und Rosh, und Achoraim der Stufe SA fiel auf die niedrigere Stufe, in SaT.

108) Dies vervollständigt den Abstieg sämtlicher Achoraim von Aba we Ima, welche ACHaP sind. Denn beim Zerbrechen von Melech haDaat wurden in Aba we Ima lediglich jene ACHaP aufgelöst, die zur Stufe Keter gehören. Und beim Zerbrechen von Melech haChessed wurden in Aba we Ima lediglich jene ACHaP aufgelöst, die zur Stufe Chochma gehören. Und beim Zerbrechen von Melech haGwura lösten sich die zur Stufe Bina gehörenden ACHaP auf. Und mit dem Verschwinden des Oberen Drittels von Tiferet, lösten sich die ACHaP der Stufe SA auf.

Es folgt, dass die gesamte Stufe Gadlut in Aba we Ima aufgelöst wurde, und es blieb in ihnen einzig und allein GE de Katnut zurück. Dabei blieb im Massach nur Awiut Shoresh bestehen. Anschließend wurde der Massach de Guf von seiner gesamten Awiut gereinigt und dem Massach de Rosh gleich. Er wird in den Siwug de Hakaa von Rosh einbezogen. Dabei werden in ihm alle Reshimot erneuert, ausgenommen die letzte Bchina (Punkt 41). Aufgrund dieser Erneuerung entstand eine neue Stufe, ISHSuT (Israel, Saba we Twuna) genannt.

109) Und da die letzte Bchina verschwunden war, blieb lediglich Bchina Gimel zurück, auf der weitere Zehn Sefirot auf der Stufe Chochma hervorkamen. Und als ihre Awiut de Guf erkannt war, verließ sie den Rosh de Aba we Ima, stieg ab und bekleidete den Platz von Chase de Guf de Nekudim (Punkt 55). Dies brachte die Zehn Sefirot de Rosh hervor, von Chase [von Aba we Ima] aufwärts, und dieser Rosh wird ISHSuT genannt. Sein Guf bildete sich unter Chase von zwei Drittel Tiferet bis zum Sium (Ende). Das ist der vierte Melech von Nekudim, der sich ebenso in BYA ausbreitete, zerbrach und starb. Awiut de Bchina Gimel wurde gereinigt in Rosh und Guf. Die Kelim de Achoraim von Rosh fielen auf die niedrigere Stufe, auf den Platz ihres Guf.

Danach erfolgte ein Siwug auf Awiut de Bchina Bet, welche im Massach blieb. Daraus resultierte die Stufe Bina, während sich sein Guf von Oben nach unten in zwei Kelim – Nezach und Hod – ausbreitete. Beide sind ein Melech, das heißt der fünfte Melech von Nekudim. Und auch sie breiteten sich in BYA aus, zerbrachen und starben. Somit reinigte Awiut de Bchina Bet den Rosh und Guf, und die Kelim de Achoraim der Stufe stürzten eine Stufe tiefer, in Guf.

Der nächste Siwug fand mit Awiut de Bchina Alef statt, welche im Massach blieb, und brachte die Stufe SA hervor. Sein Guf, von Oben nach unten, breitete sich im Kli Jessod aus, und das ist der sechste Melech von Nekudim. Auch er breitete sich in die Welten BYA aus, zerbrach und starb. Awiut de Bchina Alef reinigte sich ebenfalls in Guf und Rosh, und die Kelim de Achoraim von Rosh fielen auf die Stufe unter ihnen, in den Guf.

Der nächste Siwug fand mit Awiut de Bchina Shoresh statt, welche im Massach blieb, und brachte die Stufe Malchut hervor. Sein Guf, von Oben nach unten, breitete sich im Kli Malchut aus, und er ist der siebente Melech von Nekudim. Auch er breitete sich in die Welten BYA aus, zerbrach und starb. Awiut de Shoresh wurde ebenfalls in Rosh und Guf gereinigt, und Achoraim de Rosh fielen auf die Stufe unter sich, in den Guf. Nun ist die Auflösung sämtlicher Kelim de Achoraim von ISHSuT zu Ende, ebenso das Zerbrechen der Kelim sämtlicher SaT de Nekudim, welche „die sieben Melachim (Könige)“ heißen.

110) Und nun sind Taamim und Nekudot aufgeklärt, die in zwei Parzufim – Aba we Ima und ISHSuT de Nekudim – auftauchten, sie heißen AB SaG. In Aba we Ima erschienen vier Stufen, eine unter der anderen:

  • Die Stufe von Keter, die „Histaklut Ejnaim Aba we Ima” heißt (sich gegenseitig in die Augen schauen).
  • Die Stufe Chochma heißt Guf de Aba.
  • Die Stufe Bina heißt Guf de Ima.
  • Die Stufe von SA heißt Jessodot de Aba we Ima.

Daraus breiteten sich vier Gufim (Plural von Guf) aus:

  • Melech (König) haDaat,
  • Melech haChessed,
  • Melech haGwura,
  • Melech des Oberen Drittels von Tiferet bis

Diese vier Gufim zerbrachen – sowohl Panim als auch Achoraim. Seitens der Roshim (Plural von Rosh) jedoch, das heißt in vier Stufen von Aba we Ima, blieben alle Kelim de Panim an ihren Plätzen, das heißt GE und Nikwej Ejnaim jeder einzelnen Stufe, die seit Katnut de Nekudim in ihnen vorhanden waren. Nur die Kelim de Achoraim einer jeden Stufe, die sich ihnen während Gadlut anschlossen, wurden aufgrund des Zerbrechens der Kelim nochmals aufgelöst, fielen auf die niedrigere Stufe und blieben dort so, wie sie bereits vor der Entstehung von Gadlut de Nekudim waren (Punkte 7677).

 

111) Die Entstehung dieser vier Stufen, eine unter der anderen, im Parzuf ISHSuT, erfolgte auf genau die gleiche Weise:

  • die erste Stufe ist die Stufe Chochma und heißt „das gegenseitige Ansehen von Ejnaim de ISHSuT“;
  • die Stufe von Bina;
  • die Stufe von SA;
  • die Stufe von Malchut.

Vier Gufim (Körper) breiteten sich von ihnen aus:

  • der Melech der unteren beiden Drittel von Tiferet;
  • Melech von Nezach und Hod;
  • Melech von Jessod;
  • Malchut.

Diese vier Gufim zerbrachen sowohl in Panim als auch in Achoraim. Jedoch in den Roshim (Köpfe), das heißt in den vier Stufen von ISHSuT, blieben alle Kelim de Panim zurück, und lediglich deren Achoraim wurden aufgrund des Zerbrechens der Kelim aufgelöst und fielen auf die niedrigere Stufe. Nach der Auflösung beider Parzufim Aba we Ima und ISHSuT entstand die Stufe von MaH de Nekudim. Und da alles, was sich von ihr in den Guf ausbreitete, lediglich Korrekturen der Kelim sind, werde ich hier nicht weiter darauf eingehen.

Die Welt der Korrektur (Olam haTikun) und der neue MaH, welcher aus Mezach de AK hervorkam

112) Seit dem Anfang der Einführung [in die Weisheit der Kabbala] bis hierher, haben wir gründlich die ersten vier Parzufim von AK erläutert:

  • Der erste Parzuf von AK, genannt Parzuf Galgalta, in dem der Siwug de Hakaa auf Bchina Dalet erfolgte, und seine Zehn Sefirot sind auf der Stufe von Keter.
  • Der zweite Parzuf de AK, genannt AB de AK. Der Siwug de Hakaa in ihm wird auf Awiut de Bchina Gimel gemacht, und seine Zehn Sefirot sind auf der Stufe von Chochma. Dieser Parzuf kleidet sich von Pe de Parzuf Galgalta nach unten.
  • Der dritte Parzuf de AK heißt SaG de AK. Der Siwug de Hakaa ereignet sich auf Awiut de Bchina Bet, und seine Zehn Sefirot sind auf der Stufe von Bina. Er kleidet Parzuf AB de AK von Pe nach unten.
  • Der vierte Parzuf de AK wird MaH de AK Der Siwug de Hakaa erfolgt auf Awiut de Bchina Alef und die Zehn Sefirot in ihm befinden sich auf der Stufe von Seir Anpin. Dieser Parzuf kleidet sich von Tabur nach unten in den Parzuf SaG de AK ein und wird in Innerlichkeit und Äußerlichkeit unterschieden. Die Innerlichkeit heißt „MaH und BoN de AK“ und die Äußerlichkeit „die Welt von Nekudim“. An diesem Ort erfolgte die Vereinigung von Malchut in Bina, genannt Zimzum Bet, ebenso Katnut, Gadlut, die Erhebung von MaN und auch Daat, was CHuB bestimmt und Panim be Panim (von Angesicht zu Angsicht) paart, und auch die Thematik des Zerbrechens der Kelim. Dies ist so, weil all das im vierten Parzuf de AK initiiert wurde, welcher MaH oder „die Welt von Nekudim“ heißt.

113) Diese fünf Unterscheidungen von Awiut im Massach werden nach den Sefirot in Rosh benannt, nämlich Galgalta we Ejnaim und ACHaP:

  • Awiut de Bchina Dalet wird Pe genannt; aus ihr kommt der erste Parzuf von AK [Galgalta] hervor.
  • Awiut de Bchina Gimel wird Chotem genannt; aus ihr kommt der Parzuf AB de AK
  • Awiut de Bchina Bet wird Osen genannt; aus ihr kommt der Parzuf SaG de AK
  • Awiut de Bchina Alef wird Nikwej Ejnaim genannt; aus ihr kommen der Parzuf MaH de AK und die Welt Nekudim
  • Awiut de Bchina Shoresh wird Galgalta oder Mezach genannt; sie führt zur Entstehung der „Welt des Tikun (Korrektur)“, auch Parzuf „neuer MaH“ genannt, denn der Kern des vierten Parzuf de AK ist der Parzuf MaH de AK, weil er aus Nikwej Ejnaim auf der Stufe SA stammt, genannt HaWaYaH de MaH.

Jedoch der fünfte Teil von AK, entstanden aus Mezach, was Bchina Galgalta ist und als Awiut de Shoresh betrachtet wird, hat tatsächlich lediglich die Stufe Malchut, genannt BoN. Da aber dort auch Bchina Alef de Hitlabshut, definiert als SA, zurückgeblieben ist, heißt auch er ebenso MaH. Er wird jedoch als „MaH, welcher aus Mezach de AK entstanden ist“ bezeichnet, was bedeutet, dass er von Hitkalelut von Awiut de Shoresh ist, was Mezach heißt. Er wird „der neue MaH“ genannt, um ihn von jenem MaH zu unterscheiden, der aus Nikwej Ejnaim de AK entstanden ist. Und dieser neue Parzuf MaH wird „die Welt des Tikun“ oder „die Welt von Azilut“ genannt.

114) Wir sollten den Unterschied verstehen, weshalb die ersten drei Stufen von der Welt AK, genannt Galgalta, AB, SaG, nicht als drei Welten, sondern als drei Parzufim angesehen werden, und wodurch sich der vierte Parzuf von AK unterscheidet und den Namen „Welt“ verdient. Dies betrifft ebenso den fünften Parzuf de AK, denn der vierte Parzuf von AK heißt „Welt von Nekudim“, und der fünfte Parzuf von AK heißt „Welt von Azilut“ oder „Welt des Tikun“.

115) Wir sollten verstehen, worin der Unterschied zwischen einem Parzuf und einer Welt besteht. Als Parzuf bezeichnet man jede Stufe aus den Zehn Sefirot, die auf einem Massach de Guf des Höheren entsteht, nachdem sie gereinigt und in Pe de Rosh des Höheren einbezogen wurde (Punkt 50). Nach dem Austritt aus dem Rosh des Höheren breitet er sich in seine eigenen Rosh, Toch und Sof aus und enthält ebenfalls fünf Stufen, eine unter der anderen, die Taamim und Nekudot genannt werden (Punkt 47). Allerdings wird er lediglich nach dem Namen der Stufe Taamim, die in ihm enthalten ist, benannt. Und die drei ersten Parzufim von AK Galgalta, AB und SaG (Punkt 47) – entstanden auf diese Art und Weise. Hingegen bedeutet „Welt“, dass sie alles enthält, was in der über ihr liegenden Höheren Welt existiert, ähnlich einem Stempel und seinem Abdruck, wobei alles, was auf dem Stempel ist, vollständig auf das von ihm Abgedruckte übergeht.

116) Somit siehst du, dass die drei ersten Parzufim, Galgalta, AB und SaG de AK als eine Welt definiert werden, nämlich die Welt AK, die mit der ersten Einschränkung entstand. Der vierte Parzuf von AK jedoch, in dem sich Zimzum Bet ereignete, wird zu einer Welt an und für sich, wegen der Dualität, die im Massach de Nekudot de SaG während seines Abstieges unterhalb des Tabur de AK entstand. Dies ist so, weil er durch die Awiut de Bchina Dalet verdoppelt wurde, in der Form des unteren Hej in Ejnaim (Punkt 63).

Im Zustand Gadlut kehrte Bchina Dalet an ihren Platz im Pe zurück und verursachte die Entstehung der Stufe Keter (Punkt 84), und diese Stufe stimmte mit dem ersten Parzuf de AK [Galgalta] überein. Und nachdem er sich in Form von Taamim und Nekudot in Rosh, Toch und Sof ausbreitete, entstand ein zweiter Parzuf auf ihm, auf der Stufe Chochma, genannt ISHSuT, der dem zweiten Parzuf de AK ähnlich ist, genannt AB de AK. Und nach seiner Ausbreitung in Form von Taamim und Nekudot entstand ein dritter Parzuf, genannt MaH de Nekudim (Punkt 111), der dem dritten Parzuf de AK ähnlich ist.

Somit gibt es hier in der Welt von Nekudim alles, was in der Welt AK existiert, und zwar drei Parzufim, einer unter dem anderen. Jeder von ihnen enthält Taamim und Nekudot, gleich den drei Parzufim Galgalta, AB und SaG de AK in der Welt von AK. Daher wird die Welt der Nekudim als Abdruck von der Welt AK betrachtet.

Ebenso wird sie daher als eine vollständige Welt an und für sich betrachtet. (Und der Grund, warum die drei Parzufim von Nekudim nicht Galgalta, AB, SaG genannt werden, sondern AB, SaG, MaH, ist, weil die Awiut von Bchina Dalet, einbezogen in Massach de SaG, wegen der Hisdakchut, welche bereits im ersten Parzuf de AK war, keine vollständige Awiut besitzt. Dies ist der Grund, warum sie abstiegen, um AB, SaG und MaH zu sein.

117) Somit haben wir gelernt, wie die Welt der Nekudim ein Abdruck der Welt AK wurde. Dem gleich wurde der fünfte Parzuf von AK, also der neue MaH, vollständig durch die Welt der Nekudim abgedruckt. Folglich, obwohl die Unterscheidungen, die in Nekudim galten, dort zerbrachen und aufgelöst wurden, wurden sie in dem neuen MaH erneuert. Deswegen wird der Parzuf als eigenständige Welt bezeichnet.

Ebenso heißt er „Welt von Azilut“, denn sie endet gänzlich oberhalb des Parssa, der während der zweiten Einschränkung geformt wurde. Er wird auch „die Welt der Korrektur“ – Olam ha Tikun genannt, weil die Welt der Nekudim wegen des Zerbrechens sowie der Auflösung, die in ihr geschah, nicht hätte existieren können. Nur anschließend, in dem neuen MaH, als alle diese Bchinot, die in der Welt der Nekudim waren, zurückkehrten und in dem neuen MaH auftauchten, wurden sie dort angeordnet und konnten existieren.

Deswegen heißt der neue MaH „die Welt der Korrektur“, denn tatsächlich, es ist die Welt der Nekudim selbst, jedoch empfängt sie hier in dem neuen MaH die vollständige Korrektur. Dies ist so, weil durch das neue MaH sämtliche Achoraim, die aus Aba we Ima und ISHSuT in Guf abstürzten, genauso wie die Panim und Achoraim aller SaT, die in BYA fielen und starben, sich vereinigen und somit zu Azilut aufsteigen.

118) Der Grund hierfür ist, dass jeder niedrigere Parzuf zurückkehrt und die Kelim des Höheren nach dem Austritt der Lichter während der Hisdakchut des Massach füllt. Dies ist so, weil nach dem Verschwinden der Lichter aus dem Guf des ersten Parzuf de AK ein neuer Siwug im Massach auf der Stufe AB stattfand, der die leeren Kelim des Guf des Höheren füllte, das heißt den ersten Parzuf.

Zusätzlich, nachdem die Lichter von Guf de AB aufgrund der Hisdakchut des Massach ausgestoßen worden waren, fand im Massach ein neuer Siwug auf der Stufe SaG statt, der die leeren Kelim des Höheren erneut füllte, was AB ist. Zusätzlich, nachdem die Lichter von SaG aufgrund der Hisdakchut des Massach verschwunden waren, fand im Massach ein neuer Siwug auf der Stufe MaH statt, entstanden aus Nikwej Ejnaim, also den Nekudim, welche die leeren Kelim des Höheren erneut füllten, welche die Nekudot de SaG sind.

Genauso empfing der Massach nach dem Verschwinden der Lichter der Nekudim aufgrund der Auflösung der Achoraim und des Zerbrechens der Kelim einen neuen Siwug auf der Stufe MaH, welcher hervorging aus Mezach vom Parzuf SaG de AK. Dies füllte die leeren Kelim des Guf des Höheren, welche die Kelim de Nekudim sind, die aufgelöst wurden und zerbrachen.

119) Es gibt jedoch einen grundlegenden Unterschied hier in dem neuen [Parzuf] MaH: Er  wurde männlich und ein Höherer für die Kelim de Nekudim, welche er korrigiert. Im Gegensatz dazu wird in den vorhergehenden Parzufim der Niedrigere nicht männlich und kein Höherer für die Kelim de Guf des Höheren, obwohl er diese durch seine Stufe (mit Licht) füllte. Und dieser Unterschied resultiert daraus, dass in den vorhergehenden Parzufim keine Mängel oder Fehler beim Verschwinden des Lichts bestanden, denn nur das Verschwinden des Massach verursachte ihr Verschwinden.

Jedoch hier, in der Welt der Nekudim, gab es einen Schaden in den Kelim, da die Kraft der Abschließenden Malchut mit den Kelim de Achoraim de SaT vermischt war, was sie für den Empfang des Lichts untauglich machte. Dies ist der Grund, warum sie zerbrachen, starben und in die Welten BYA fielen. Daher sind diese Kelim völlig von dem neuen MaH abhängig, um wiederbelebt zu werden, sie zu sortieren und sie zur Welt Azilut zu erheben. Als Ergebnis wird der neue MaH als männlich und als Geber angesehen.

Und diese Kelim de Nekudim, welche von dem neuen MaH sortiert werden, wurden zu Nukwa (weiblich) für MaH. Aus diesem Grunde wurde ihre Bezeichnung zu BoN geändert, was bedeutet, sie wurden zu Tachton (der Untere) bezüglich MaH, obwohl sie bezüglich des neuen MaH höher sind, denn sie sind Kelim aus der Welt der Nekudim, und die höchste Stufe von MaH und Nikwej Ejnaim ist WaK de SaG de AK (Punkt 74). Dennoch wurden sie zu Tachton (dem Unteren) bezüglich des neuen MaH, weshalb sie auch BoN genannt werden, wie oben ausgeführt.

Fünf Parzufim der Welt Azilut und MaH und BoN in jedem Parzuf

120) Es wurde erklärt, dass die Stufe des neuen MaH sich zu einer vollständigen Welt entwickelte, ebenso wie die Welt von Nekudim. Der Grund ist, wie es bezüglich der Stufe der Nekudim erörtert wurde, die Verdoppelung des Massach von Bchina Dalet (Punkt 116). Dies ist so, weil das Leuchten von SoN de AK, das durch den Tabur und Jessod zu GaR de Nekudim schien, Zimzum Alef auf seinen Platz zurückbrachte, und das untere Hej stieg aus Nikwej Ejnaim zu Pe ab, was alle Stufen von Gadlut de Nekudim hervorbrachte (Punkt 101). Jedoch kehrten alle diese Stufen zurück, wurden aufgelöst und zerbrachen einmal mehr, und alle Lichter verschwanden. Aus diesem Grunde kehrte Zimzum Bet an seinen Platz zurück, und Bchina Dalet wurde wieder mit dem Massach verbunden.

121) Daher gibt es auch im neuen MaH, welcher aus Mezach [de Rosh de SaG] entstanden ist, die zwei Bchinot von Gadlut und Katnut, so wie in der Welt von Nekudim. Zuerst kommt Katnut hervor, entsprechend der im Massach vorhandenen Awiut. Das entspricht der Stufe von SA de Hitlabshut, auch CHaGaT genannt, und der Stufe von Malchut de Awiut, auch NeHJ genannt, basierend auf den drei Linien in Malchut. Die rechte Linie wird als Nezach, die Linke Linie als Hod und die mittlere Linie als Jessod bezeichnet.

Da es aber in Bchina Alef nur Hitlabshut ohne Awiut gibt, hat sie keine Kelim. Und so hat die Stufe CHaGaT keine Kelim und sie kleidet sich in die Kelim von NeHJ ein, diese Stufe wird Ubar (Embryo) genannt. Das heißt, es gibt hier lediglich Awiut de Shoresh, welche im Massach nach seiner Hisdakchut übrig geblieben ist, während seines Aufstieges zum Siwug in Mezach des Höheren. Die hier entstehende Stufe ist nur die Stufe Malchut.

Jedoch, in ihrem Inneren ist das untere Hej verborgen enthalten, das als „unteres Hej in Mezach“ gesehen wird. Sobald der Ubar den Siwug des Höheren empfängt, steigt er von dort auf seinen Platz ab (Punkt 54) und erhält dort die Mochin[13] de Yenika von dem Höheren, welche Awiut de Bchina Alef sind und als „das untere Hej in Nikwej Ejnaim“ betrachtet werden. Dadurch erwirbt er Kelim auch für ChaGaT, und CHaGaT breiten sich von NeHJ aus, und er [der Ubar] hat die Stufe SA.

122) Danach steigt nun der Parzuf nochmals zu MaN zum Höheren auf. Das wird als Ibur Bet (zweite Befruchtung/Empfängnis) bezeichnet. Hier empfängt er Mochin von AB SaG de AK. Dann steigt Bchina Dalet von Nikwej Ejnaim auf ihren Platz im Pe ab (Punkt 101), und nun erfolgt ein Siwug in Bchina Dalet auf ihrem Platz. So entstehen Zehn Sefirot auf der Stufe von Keter. Die Kelim de ACHaP kehren auf ihren Platz in Rosh zurück, womit der Parzuf durch die Zehn Sefirot in Bezug auf die Lichter und die Kelim vervollständigt wird. Diese Mochin heißen Mochin de Gadlut vom Parzuf. Das ist die Stufe des ersten Parzuf de Azilut, welcher Parzuf Keter bzw. Parzuf Atik de Azilut genannt wird.

123) Wir wissen bereits, dass nach dem Zerbrechen der Kelim alle ACHaP wieder von ihren Stufen abstürzten, jeweils eine Stufe tiefer (Punkt 77, Punkt 106). Nun liegen alle ACHaP der Stufe Keter de Nekudim in GE der Stufe von Chochma; und die ACHaP der Stufe von Chochma sind in GE der Stufe von Bina usw. Daher stiegen, während Ibur Bet de Gadlut von dem ersten Parzuf von Azilut, der Atik heißt, seine ACHaP wieder auf GE der Stufe Chochma stiegen mit ihnen ebenfalls auf. Sie wurden samt den ACHaP der Stufe Atik korrigiert und empfingen so den ersten Ibur.

124) Nachdem GE de Chochma ihre Stufe Ibur und Yenika empfangen hatten (Punkt 121), stiegen sie im Rosh de Atik wieder auf, wo sie den zweiten Ibur für Mochin de Gadlut empfingen. Bchina Gimel stieg auf ihren Platz im Pe ab und brachte die Zehn Sefirot auf der Stufe Chochma hervor, und ihre Kelim de ACHaP stiegen wieder auf ihren Platz im Rosh auf. So wurde Parzuf Chochma mit den Zehn Sefirot der Lichter und Kelim vervollständigt. Dieser Parzuf wird Arich Anpin de Azilut genannt.

125) Die GE der Stufe Bina stiegen zusammen mit diesen ACHaP von AA auf, und dort empfingen sie ihre ersten Ibur und Yenika. Danach stiegen sie zum Rosh von AA zu Ibur Bet auf und erhoben ihre ACHaP, empfingen Mochin de Gadlut, und Parzuf Bina wurde mit den Zehn Sefirot der Lichter und Kelim vervollständigt. Dieser Parzuf heißt AwI und ISHSuT, denn die GaR heißen AwI, und die SaT heißen ISHSuT.

126) GE de SoN stiegen zusammen mit diesen ACHaP de AwI auf, dort empfingen sie ihre ersten Ibur und Yenika. So wurden SoN auf der Stufe WaK in Form von SA und Nekuda (Punkt) in Form von Nukwa vervollständigt. Damit haben wir die fünf Parzufim vom neuen MaH erklärt, die in der Welt Azilut in ihrem konstanten Zustand entstanden, und sie heißen Atik, AA, AwI und SoN.

  • Atik entstand auf der Stufe Keter;
  • AA auf der Stufe Chochma;
  • AwI auf der Stufe Bina;
  • SoN auf der Stufe WaK und Nekuda – das ist die Stufe SA.

In diesen fünf Stufen ist keine Verminderung mehr möglich, denn die Handlungen der Unteren können niemals bis GaR reichen, um ihnen einen Schaden zuzufügen. Die Handlungen der Unteren erreichen SA und Nukwa, das sind ihre Kelim de Achoraim, die sie während Gadlut erfassen. Jedoch können die Handlungen der Unteren die Kelim de Panim, welche GE der Lichter von WaK und Nekuda sind, nicht erreichen. Daher werden diese fünf Stufen als konstantes Mochin in Azilut angesehen.

127) Die Reihenfolge ihrer Einkleidung ineinander und auf den Parzuf AK ist, dass der Parzuf Atik de Azilut, obwohl er aus Rosh de SaG de AK entstanden ist (Punkt 118), sich von Pe de SaG de AK abwärts nicht einkleiden kann, sondern nur unterhalb des Tabur. Dies liegt daran, dass man oberhalb von Tabur Zimzum Alef findet, Akudim genannt.

Da der Parzuf Atik der erste Rosh von Azilut ist, wird er von Zimzum Bet nicht beherrscht, deswegen sollte er geeignet sein sich oberhalb von Tabur de AK einzukleiden. Da jedoch Zimzum Bet bereits in seinem Pe de Rosh für die restlichen Parzufim de Azilut, von dort abwärts, eingerichtet wurde, kann er sich daher lediglich unterhalb Tabur de AK einkleiden.

Es zeigt sich, dass die Stufe von Atik bei Tabur de AK beginnt und in gleicher Höhe mit Raglej de AK endet, das heißt über dem Punkt dieser Welt. Dies liegt am Parzuf selbst. Aufgrund seiner Verbindung mit den restlichen Parzufim von Azilut, aus deren Sicht er als in Zimzum Bet inkludiert gesehen wird, wird von diesem Aspekt aus davon ausgegangen, dass seine Raglaim oberhalb Parssa de Azilut enden, denn Parssa ist der neue Sium (Ende) von Zimzum Bet (Punkt 68).

128) Der zweite Parzuf in dem neuen MaH wird Arich Anpin genannt. Er entstand und tauchte aus Pe de Rosh de Atik auf. Seine Stufe fängt vom Punkt seines Hervorkommens an, und zwar von Pe de Rosh de Atik, und er kleidet sich in SaT de Atik, die oberhalb von Parssa von Azilut enden. Der dritte Parzuf, AwI genannt, entstand aus Pe de Rosh de AA, beginnt bei Pe de Rosh de AA und endet oberhalb Tabur de AA. SoN beginnen bei Tabur de AA und enden in gleicher Höhe mit Sium von AA, oberhalb von Parssa de Azilut.

129) Und wisse, dass jede Stufe dieser fünf Parzufim des neuen MaH jeweils einen Teil der Kelim de Nekudim sortierte und mit sich verbunden hat; dieser Teil wurde zu Nukwa. Nach dem Erscheinen von Parzuf Atik wurden alle GaR de Nekudim, die während des Zerbrechens der Kelim unbeschädigt geblieben waren, ausgewählt und an sich gebunden, das heißt GE in ihnen, die während Katnut erschienen und die Kelim de Panim heißen (Punkt 76). Denn in Katnut von Nekudim kam nur die obere Hälfte jeder Stufe mit ihnen, das sind GE und Nikwej Ejnaim. Die untere Hälfte jeder Stufe, ACHaP genannt, stieg auf die untere Stufe ab.

Dementsprechend nahm sich Parzuf Atik von MaH die obere Hälfte von Keter von den Kelim de Nekudim und ebenso die obere Hälfte von CHuB und die sieben Wurzeln von SaT, die in GaR de Nekudim enthalten sind. Diese wurden zu Parzuf Nukwa in Bezug auf Parzuf Atik der neuen Welt MaH und verbanden sich einer mit dem anderen. Sie werden MaH und BoN de Atik de Azilut genannt, denn der männliche Teil von Atik heißt MaH, und die Kelim de Nekudim, die sich angeschlossen haben, heißen BoN (Punkt 119). Sie sind Vorderseite zu Rückseite angeordnet: Atik de MaH ist in der Position Panim, und Atik de BoN ist in der Position Achoraim.

130) Der Parzuf AA des neuen [Parzuf] MaH, der auf der Stufe Chochma entstand, sortierte aus und band an sich die untere Hälfte von Keter de Nekudim – die ACHaP de Keter ,  die während Katnut eine Stufe unterhalb Keter waren, und zwar in Chochma und Bina de Nekudim (Punkt 77). ACHaP wurden zu Nukwa für AA vom neuen MaH und sie verbanden sich miteinander. Ihre Stellung ist rechts und links: AA de MaH, der männliche Teil, steht auf der rechten Seite und AA de BoN, das ist Nukwa, steht auf der linken Seite.

Der Parzuf Atik de MaH nahm aber nicht die untere Hälfte von Keter de Nekudim an, weil Atik der erste Rosh de Azilut ist, dessen Stufe sehr hoch ist, sondern er schloss an sich nur die Kelim de Panim de GaR de Nekudim an, wo kein Schaden während des Zerbrechens der Kelim entstand. Jedoch sind in der unteren Hälfte von Keter die ACHaP, die während Katnut in CHuB stürzten. Nachher, während Gadlut, erhoben sie sich von CHuB und schlossen sich an Keter de Nekudim an (Punkt 84). Dann, nach dem Zerbrechen der Kelim, fielen sie nochmals von Keter de Nekudim und lösten sich auf. Durch den Absturz und die Auslöschung wurden sie beschädigt, und daher sind sie für Atik unwürdig. Deshalb wurden sie von AA de MaH übernommen.

131) Und der Parzuf AwI vom neuen MaH – auf der Stufe von Bina – sortierte aus und verband mit sich die untere Hälfte von CHuB de Nekudim, welche ACHaP de CHuB sind, die während Katnut [eine Stufe tiefer] in SaT de Nekudim gefallen sind. Doch danach, während Gadlut de Nekudim, stiegen sie auf und verbanden sich mit CHuB de Nekudim (Punkt 94). Während des Zerbrechens der Gefäße fielen sie erneut in SaT de Nekudim und wurden außer Kraft gesetzt (Punkt 107). Und [Parzuf] AwI de MaH sortierte sie [diese zerbrochenen Kelim] so, dass sie nun seine Nukwa sind.

Sie heißen SaT de Chochma und WaT [(Waw Tachtonotsechs untere Sefirot)] de Bina de BoN, da Chessed de Bina mit GaR de CHuB de BoN im Parzuf Atik verblieben, und lediglich das untere Waw [(Waw Tachtonot)sechs untere Sefirot], von Gwura abwärts [bis Malchut,] verblieb in der unteren Hälfte von Bina. Es zeigt sich, dass das Männliche von AwI die Stufe von Bina de MaH ist, und die Nukwa de AwI ist SaT von CHuB de BoN. Sie stehen rechts und links: AwI de MaH auf der rechten Seite und AwI de BoN auf der linken. Und ISHSuT de MaH, welche die [sieben unteren Sefirot] SaT de AwI sind, bemächtigten sich der Malchuts von CHuB de BoN.

132) Und der Parzuf SoN des neuen MaH – auf der Stufe von WaK und Nekuda – sortierte aus und schloss die Kelim de Panim von SaT de Nekudim, aus ihrem Zerbrechen in BYA heraus, an sich an, das heißt die Bchina GE von SaT de Nekudim (Punkt 78). Sie wurden zu Nukwa für SoN de MaH und stehen rechts und links: SoN de MaH rechts und SoN de BoN links.

133) Somit haben wir MaH und BoN in den fünf Parzufim von Azilut aufgeklärt. Die in der Welt von Azilut entstandenen fünf Stufen des neuen [Parzuf] MaH sortierten die alten Kelim, die in Nekudim arbeiteten, und setzten sie in Form von Nukwas (Weibliche) ein, genannt BoN.

  • BoN de Atik wurde aussortiert und aus der Oberen Hälfte von GaR de Nekudim
  • BoN de AA und AwI wurden aussortiert und geschaffen aus der unteren Hälfte von GaR de Nekudim, die sie [BoN de AA und AwI] während Gadlut de Nekudim versorgten, [und dann kamen sie zurück und zerbrachen] und wurden erneut ausgelöscht.
  • BoN de SoN wurde aussortiert und aus den Kelim de Panim gemacht, die während Katnut de Nekudim entstanden und während Gadlut [von Nekudim] zerbrachen und samt ihren Kelim de Achoraim abstürzten.

Ein Großes Gesetz bezüglich des Konstanten Mochin und der Aufstiege der Parzufim und der Welten im Laufe der 6.000 Jahre

134) Es wurde bereits erklärt, dass die Entstehung von Gadlut von GaR und SaT de Nekudim sich in drei Etappen ereignete, und zwar durch die drei Punkte Cholam, Shuruk, Chirik (Punkt 86). Hieraus kannst du verstehen, dass es zwei Arten der Vervollständigung der Zehn Sefirot gibt, um Mochin de Gadlut zu empfangen.

Die erste [Art] ist durch den Aufstieg und die Integrierung in den Höheren, das heißt, dass SoN de AK das neue Licht durch den Tabur in Keter de Nekudim ausstrahlten und das untere Hej aus Nikwej Ejnaim de Keter zu ihrem Pe absteigen ließen. Dadurch stiegen die gefallenen ACHaP de Keter, die sich in AwI befanden, auf und kehrten auf ihre Stufe in Keter zurück und vervollständigten so seine Zehn Sefirot.

Es gilt, dass in diesem Zustand GE de AwI, die an ACHaP de Keter angeheftet waren, samt ihnen aufstiegen. Deswegen sind auch AwI in die zehn vollständigen Sefirot von Keter einbezogen, weil der Untere, der zum Höheren aufsteigt, ihm gleich wird (Punkt 93). Folglich gilt, dass auch AwI die ihnen zur Vervollständigung ihrer Zehn Sefirot fehlenden ACHaP durch ihren Einschluss in Keter erwarben. Dies ist die erste Art von Mochin de Gadlut [ACHaP de Alija].

135) Die zweite Art ist, wenn eine Stufe aus eigener Kraft die Vervollständigung der Zehn Sefirot erreicht, als SoN de AK das neue Licht durch Jessod de AK, genannt „der Punkt von Shuruk“, in AwI illuminierten und das untere Hej aus Nikwej Ejnaim de AwI selbst zu ihrem Pe absteigen ließen. Hierdurch erhoben sie die [gefallenen] Kelim de ACHaP de AwI vom Platz ihres Absturzes in SaT zum Rosh de AwI und vervollständigten ihre Zehn Sefirot. Somit vervollständigten sich AwI also aus eigener Kraft, da sie nun die eigentlichen Kelim de ACHaP erworben hatten, an denen es ihnen mangelte.

In der ersten Art, als sie ihre Vervollständigung von Keter mittels Dwekut an ACHaP empfingen, mangelte es ihnen tatsächlich noch an den ACHaP. Aber infolge ihrer Hitkalelut in Keter erwarben sie von ihren ACHaP eine Illumination, die lediglich dazu ausreichte, sie zu Zehn Sefirot zu vervollständigen, während sie noch auf dem Platz von Keter waren, und überhaupt nicht, als sie von dort zu ihrem eigenen Platz verschwanden.

136) Auf die gleiche Art und Weise bestehen in SaT ebenso zwei Arten der Vervollständigung:

  1. Während der Illumination von Shuruk und des Aufstiegs von ACHaP de AwI, zu welcher Zeit GE de SaT, die ihnen [ACHaP de Aba we Ima] anhingen, sich ebenfalls samt ihnen zu AwI erhoben, wo sie ACHaP empfingen, um ihre Zehn Sefirot zu vervollständigen. Diese ACHaP sind nicht mehr ihre wahren ACHaP, sondern lediglich eine Illumination von ACHaP, ausreichend, um die Zehn Sefirot zu vervollständigen, während sie sich in AwI befinden, und überhaupt nicht bei ihrem Abstieg auf ihre eigenen Plätze.
  2. Die Vervollständigung der Zehn Sefirot, die SaT während der Hitpashtut von Mochin aus AwI nach SaT Dadurch senkten auch sie ihr unteres abschließendes Hej von ihrem Chase zum Sium Raglaw von [der Welt] AK ab und erhoben ihre TaNHJ aus [den Welten] BYA und verbanden sie mit ihrer Stufe in Azilut. Und dann, wenn sie nicht zerbrochen und gestorben wären, würden sie mit zehn vollständigen Sefirot aus eigener Kraft vervollständigt, da sie nun die wahren ACHaP erworben hätten, an denen es ihnen mangelte.

137) Sowohl in den vier Parzufim, die aus AwI in die Kelim de CHaGaT hervortraten, als auch in den vier Parzufim, die aus ISHSuT in die Kelim de TaNHJM hervorgingen (Punkt 107109), bestehen ebenfalls diese zwei Arten der Vervollständigung der Zehn Sefirot. Dies ist so, da zuerst jeder von ihnen durch seine Anheftung an ACHaP de AwI und ISHSuT vervollständigt wurde, während sie sich noch im Rosh befanden. Dies ist die erste Art der Vervollständigung der Zehn Sefirot. Danach, als sie sich in [die Welten] BYA ausbreiteten, wollten sie sich durch die Vervollständigung der Zehn Sefirot, welche in der zweiten Art ist [durch ihre eigene Kraft], vervollständigen. Dies gilt ebenfalls für die Sefirot innerhalb der Sefirot.

138) Du solltest wissen, dass diese fünf [oben genannten] Parzufim von [der Welt] Azilut – Atik, AA, AwI und SoN – in Unveränderlichkeit begründet wurden und auf sie keine Verminderung zutrifft (Punkt 107109). Atik entstand auf der Stufe von Keter; AA auf der Stufe von Chochma; AwI auf der Stufe von Bina und SoN auf der Stufe von SA, WaK ohne Rosh.

Somit wurden die Kelim de ACHaP, die für sie während Gadlut sortiert wurden [und angeschlossen worden waren], als Vervollständigung der ersten Art der Zehn Sefirot betrachtet, nämlich durch den Punkt von Cholam, der in Keter de Nekudim leuchtete. Zu dieser Zeit wurden auch AwI durch Keter vervollständigt und erlangten eine Illumination von Kelim de ACHaP (Punkt 134). Und obwohl [jeder der Parzufim] Atik, AA und AwI alle im Rosh zehn vollständige Sefirot hatten, breitete sich davon kein GaR in ihre Gufim [(Plural von Guf)] aus. Selbst Parzuf Atik hatte keinen Guf, sondern lediglich [die Stufe] WaK ohne Rosh, genau wie AwI und AA.

Der Grund dafür ist, dass jeder reine (sach) [Parzuf] als erster sortiert wird. Folglich wurde in ihnen [diesen Parzufim] lediglich die Vervollständigung der ersten Art von Zehn Sefirot sortiert, aus der Perspektive ihres Aufstiegs zum Höheren, das heißt die Illumination der Kelim de ACHaP, die ausreicht, um die Zehn Sefirot im Rosh zu vervollständigen. Es gibt jedoch noch keine Hitpashtut von Rosh zu Guf, denn als AwI in Keter de Nekudim eingeschlossen waren, begnügten sie sich mit der Illumination von ACHaP durch die Kraft von Keter und überhaupt nicht mit ihrer Hitpashtut auf ihre eigenen Plätze, von Pe de Keter de Nekudim abwärts (Punkt 135). Und da sich die Körper von [den Parzufim] Atik, AA und AwI auf der Stufe von WaK ohne Rosh befanden, verhält es sich mit SoN selbst erst recht so, die als „der allgemeine Guf de Azilut“ gelten, der in WaK ohne Rosh in Erscheinung trat.

139) In [der Welt] AK jedoch war dies nicht so. Vielmehr verbreitete sich die gesamte Menge [das ganze Licht], das in den Rashim [(Plural von Rosh)] der Parzufim von AK entstand, auch in ihre Gufim. Daher gelten alle fünf Parzufim von [der Welt] Azilut bloß als [Stufe] WaK der Parzufim von AK. Daher heißen sie „das neue MaH“ oder „MaH von den fünf Parzufim von AK“, das heißt die Stufe SA, die MaH ohne GaR ist. GaR [Gimel Rishonotdie ersten drei Sefirot] ist Galgalta, AB und SaG, denn das Wesen/der Kern einer Stufe (Madrega) wird nach dem Ausmaß ihrer Ausbreitung in Guf – von Pe abwärts – bemessen. Und da sich die drei ersten Parzufim nicht in Guf ausbreiten, sondern nur in WaK ohne Rosh, werden sie als [Bchina] MaH betrachtet, was die Stufe von WaK ohne Rosh bezüglich der fünf Parzufim de AK ist.

140) Somit gilt Atik de Azilut, mit der Stufe von Keter im Rosh, als WaK für Parzuf Keter de AK, und es mangelt ihm an [den Lichtern] Neshama, Chaja, Yechida de Keter de AK. AA de Azilut, in dessen Rosh sich die Stufe von Chochma befindet, gilt als WaK für Parzuf AB de AK, der Chochma ist, und es mangelt ihm an [den Lichtern] Neshama, Chaja, Yechida de AB de AK.

AwI de Azilut, mit der Stufe von Bina im Rosh, gelten als WaK des Parzuf SaG de AK, und es fehlen ihm [die Lichter] Neshama, Chaja, Yechida de SaG de AK. SoN de Azilut gilt als WaK de Parzuf MaH und BoN de AK, und es fehlen ihnen [die Lichter] Neshama, Chaja, Yechida de MaH und BoN de AK. Und ISHSuT und SoN befinden sich stets auf der gleichen Stufe [Alef (die erste Stufe)] – eine ist Rosh und die andere Guf.

141) Mittels Erhebung von MaN durch die guten Taten der Unteren (Tachtonim) findet die Vervollständigung der Zehn Sefirot de ACHaP statt, entsprechend dem zweiten Typ, das heißt die Ergänzung von AwI durch ihre eigene Kraft, durch den Punkt von Shuruk. Da lassen AwI selbst ihr unteres Hej von Nikwej Ejnaim absteigen und ihre ACHaP in ihnen aufsteigen. In diesem Zustand sind sie imstande, auch SaT bzw. SoN zu geben, das heißt ihren Gufim (Körper) von Oben nach unten. Denn Galgalta we Ejnaim de SoN, die an ACHaP de AwI angeheftet sind, steigen mit den letzteren zu AwI auf und empfangen von ihnen die Vervollständigung der Zehn Sefirot (Punkt 94).

Und nun wurde das ganze Ausmaß von Mochin in AwI auch an SoN gegeben, die samt ihren ACHaP zu ihnen [AwI] aufgestiegen waren. Wenn also die fünf Parzufim der Welt Azilut diese Vervollständigung des zweiten Typs empfangen, dann besteht GaR bereits in den Gufim der drei ersten ParzufimAtik, Arich Anpin, AwI der Welt Azilut – sowie in SoN de Azilutdem gemeinsamen Körper de Azilut.

Nun steigen die fünf Parzufim der Welt Azilut auf und kleiden sich in die fünf Parzufim der Welt Adam Kadmon. Denn während Hitpashtut von GaR in den Gufim der fünf Parzufim der Welt Azilut werden sie den fünf Parzufim der Welt Adam Kadmon gleichgesetzt:

  • Atik de Azilut steigt auf und kleidet sich in den Parzuf Keter de Adam Kadmon,
  • Arich Anpin in AB de AK,
  • AwI in SaG de AK,
  • SoN in MaH und BoN de AK.

Und dann empfängt jeder von ihnen Neshama, Chaja und Yechida aus ihrer korrespondierenden Bchina in AK.

 

142) Bezüglich SoN de Azilut gelten diese Mochin jedoch lediglich als die erste Art der Ergänzung der Zehn Sefirot [und zwar ACHaP de Alija], denn diese ACHaP sind keine vollständigen ACHaP, sondern lediglich ein schwaches Leuchten von ACHaP [(He´ara de ACHaP)], welches sie durch AwI empfangen, während sie auf dem Platz von AwI sind. Aber in ihrer Ausbreitung auf ihre Plätze fehlen ihnen noch immer ihre eigenen ACHaP (Punkt 136).

Aus diesem Grund werden alle im Laufe von 6.000 Jahren von SoN empfangenen Mochin als „Mochin des Aufstieges“ (Mochin de Alija) bezeichnet, denn sie können Mochin de GaR nur zur Zeit ihres Aufsteigens auf den Platz von GaR erhalten, denn dadurch werden sie vervollständigt. Solange sie nicht nach Oben zum Platz von GaR aufsteigen, sind sie nicht imstande, Mochin zu haben, denn SoN müssen die Stufe Mochin des zweiten Typs sortieren, und das wird nur am Ende der Korrektur – Gmar Tikun – passieren.

143) Nun ist es klar, dass das Mochin (Licht) der fünf konstanten Parzufim in Azilut von der ersten Art der Sortierung der Kelim de AwI sind. Dieses Leuchten wird in der Welt Nekudim „Erleuchtung von Tabur“ genannt oder der „Punkt von Cholam“. Selbst AwI haben nur die erste Art der Vervollständigung. Daher breitet sich kein Leuchten aus den Roshim (Plural von Rosh) von Atik, Arich Anpin und AwI in ihre Gufim sowie in SoN (Seir Anpin und Nukwa) aus. Denn auch SaT de Nekudim haben nichts von diesem Leuchten [der Stufe] Cholam mitbekommen (Punkt 88).

Jedoch die Mochin der 6.000 Jahre bis zur Endkorrektur, die mittels Erhebung von MaN der Unteren empfangen werden, stellen die Sortierung der Kelim [de AwI] zur Vervollständigung des zweiten Typs der Zehn Sefirot de AwI dar. Dieses Leuchten wird in der Welt Nekudim „Erleuchtung von Jessod“ genannt oder „Punkt von Shuruk“. Denn da lassen AwI selbst ihre ACHaP aufsteigen, an die auch Galgalta we Ejnaim de SaT angeheftet sind. So empfangen ebenfalls SaT [de Nekudim] die Stufe Mochin de GaR auf dem Platz von AwI. Und auf solche Weise reichen diese Mochin auch in die Gufim der fünf Parzufim der Welt Azilut und die gemeinsamen SoN – doch unter der Bedingung, dass sie sich Oben auf dem Platz von GaR aufhalten und sich in die letzteren einkleiden.

In der Zukunft, in der Endkorrektur, werden SoN die Vervollständigung der Zehn Sefirot nach dem zweiten Typ empfangen. Dadurch werden sie das abschließende untere Hej von ihrem Chase – der Parssa de Azilut istbis zum Platz Sium Raglin (Ende der Füße) de AK absteigen lassen (Punkt 136).

Dann verbinden sich TaNHJ de SoN von [den Welten] BYA mit der Stufe SoN de Azilut, und Sium Raglin de Azilut wird mit Sium Raglin von Adam Kadmon gleich. Daraufhin wird sich der König Messias (Melech Mashiach) enthüllen, so wie geschrieben steht: „Und Seine Füße stehen auf dem Olivenberg.“ Also wurde ausführlich erklärt, dass im Laufe von 6.000 Jahren keine Korrektur der Welten stattfindet – außer durch ihren Aufstieg.

Die Erklärung der drei Welten Brija, Yezira und Assija

144) Es sind sieben Grundlagen in den drei Welten BYA zu unterscheiden:

  1. Woher wurde der Platz für diese drei Welten gemacht?
  2. Die Niveaus der Parzufim BYA und der ursprüngliche Standplatz der Welten zur Zeit ihrer Erschaffung und Erscheinung aus Nukwa der Welt Azilut.
  3. Sämtliche Stufen der zusätzlichen Mochin und den Standplatz, welchen sie vor der Sünde von Adam haRishon erlangt haben.
  4. Mochin, die in die Parzufim BYA aufgenommen wurden, und der Platz des Absturzes der Welten nach ihrer Beschädigung durch die Sünde von Adam haRishon.
  5. Das Mochin de Ima, welches von den Parzufim BYA nach ihrem Absturz unterhalb von Parssa de Azilut empfangen wurde.
  6. Die Parzufim de Achor der fünf Parzufim von Azilut, die abstiegen, sich in die Parzufim BYA einkleideten und für sie zu dem, was man als „Neshama für die Neshama“ bezeichnet,
  7. Malchut der Welt Azilut, die abgestiegen ist und zur Stufe Atik für die Parzufim BYA

145) Die erste Unterscheidung ist, wie schon erläutert (Punkt 66), dass, als Ergebnis des Aufstiegs der Abschließenden Malchut vom Platz unterhalb von Sium Raglin von AK zum Platz Chase de SaT von Nekudot de SaG, was während Zimzum Bet geschah, zwei untere Drittel von Tiferet und NeHJM unterhalb des neuen Punktes von Sium in Chase de Nekudot abstürzten. Sie waren noch nicht zum Empfangen des Höheren Lichts geeignet und bildeten den Platz für die drei Welten BYA:

  • Aus zwei unteren Dritteln von Tiferet wurde der Platz der Welt Brija.
  • Aus den drei Sefirot NeHJ wurde der Platz der Welt Yezira.
  • Aus Malchut wurde der Platz der Welt Assija.

146) Die zweite Unterscheidung liegt in den Niveaus der Parzufim BYA und deren Standplatz zur Zeit ihres Hervorkommens und ihrer Geburt aus Beten (Bauch) de Nukwa de Azilut. Wisse, dass zu dieser Zeit Seir Anpin die Stufe Chaja von Aba erreicht hatte und Nukwa die Stufe Neshama von Ima erreicht hatte.

Wir wissen bereits: SoN empfangen Mochin von AwI lediglich durch ihren Aufstieg und die Einkleidung [in den höheren Parzuf] (Punkt 142). Daher kleidet sich SA in Aba de Azilut, genannt „Obere AwI“. Und Nukwa kleidet sich in Ima de Azilut, ISHSuT genannt. Und nun sortierte Nukwa de Azilut [die passenden, noch nicht korrigierten Kelim aus und erschuf daraus] die Welt Brija mit ihren fünf Parzufim.

147) Da Nukwa auf dem Platz Ima steht, gilt sie als die Stufe Ima, denn der Untere, der zum Oberen aufsteigt, wird ihm dadurch gleich. Deswegen wird die von ihr sortierte Welt Brija als Stufe Seir Anpin definiert, während sie eine untere Stufe für Nukwa ist, welche die Stufe Ima ist. Und der Untere von Ima ist Seir Anpin. Deswegen wird die Welt Brija, die auf dem Platz Seir Anpin der Welt Azilut steht, das heißt unterhalb von Nukwa de Azilut, als die Stufe Ima der Welt Azilut definiert.

148) Auf dieselbe Weise betrachtet man, dass die Welt Yezira, welche von der Welt Brija sortiert und ausgeströmt wurde, auf der Stufe Nukwa de Azilut war. Dies ist so, weil sie die Stufe unter der Welt Brija ist, die damals die Stufe Seir Anpin de Azilut war. Und der Untere von Seir Anpin ist Nukwa. Jedoch sind nicht sämtliche zehn Sefirot der Welt Yezira die Stufe Nukwa de Azilut, sondern lediglich die ersten vier [Sefirot] der Welt Yezira. Der Grund dafür ist, dass Nukwa zwei Zustände hat: Panim be Panim (von Angesicht zu Angesicht) und Achor be Achor (Rücken an Rücken):

  • Im Zustand Panim be Panim mit Seir Anpin ist die Stufe von Nukwa der von Seir Anpin
  • Im Zustand Achor be Achor nimmt die Stufe von Nukwa nur vier Sefirot TaNHJ von Seir Anpin ein.

Da zu dieser Zeit der Zustand aller Welten ausschließlich Achor be Achor war, hatte die Nukwa lediglich diese vier Sefirot. Ebenso hatte die Welt Yezira auf dem Platz Nukwa de Azilut nur ihre vier ersten Sefirot. Die übrigen sechs unteren Sefirot der Welt Yezira waren in den sechs ersten Sefirot der jetzigen Welt Brija, entsprechend den Eigenschaften des Platzes BYA, erläutert in der ersten Unterscheidung (Punkt 145), wohin die Welten BYA nach der Sünde von Adam haRishon abstürzten und wo nun ihr ständiger Platz ist.

149) Die Welt Assija, welche durch die Welt Yezira sortiert [und erschaffen] wurde, wird als die jetzige Stufe Brija definiert. Weil die Welt Yezira damals auf der Stufe Nukwa de Azilut war, gilt ihre untere Stufe als die Welt Assija, das heißt auf der Stufe der Welt Brija von jetzt. Doch waren nur die vier ersten Sefirot der Welt Yezira auf der Stufe Nukwa de Azilut, und die sechs unteren Sefirot waren in der Welt Brija. Daher gab es auch in der Welt Assija, die unter der Welt Yezira liegt, nur ihre vier ersten Sefirot auf der Stufe der vier unteren Sefirot der Welt Brija; und die sechs unteren Sefirot der Welt Assija waren auf dem Platz der sechs ersten Sefirot der Welt Yezira von jetzt.

So wurden die vierzehn Sefirot – [vier Sefirot] NeHJM der jetzigen Welt Yezira und alle zehn Sefirot der jetzigen Welt Assijavon jeglicher Kedusha (Heiligkeit) entleert und wurden zu Mador haKlipot (Bereich der Schalen) [Ort der unreinen Kräfte]. Dies ist so, weil nur Klipot auf dem Platz dieser vierzehn Sefirot waren. Denn die Welten der Kedusha endeten auf dem Platz von Chase der jetzigen Welt Yezira. Nun haben wir die Niveaus der Parzufim BYA und deren Standplatz zur Zeit ihres erstmaligen Hervorkommens erläutert.

150) Nun erläutern wir die dritte Unterscheidung, und zwar die Niveaus der Parzufim BYA und ihren Standplatz, welche sie vom zusätzlichen [Licht] Mochin vor der Sünde von Adam haRishon hatten. Das zusätzliche Shabbatleuchten (He´arat Tossafot Shabbat) ermöglichte ihnen [den Welten] zwei Aufstiege:

  1. a) Der erste Aufstieg war zur fünften Stunde am Abend des Shabbat, als Adam haRishon geboren wurde. Dann fängt das Leuchten des Zusatzes vom Shabbat in Form der „fünften Stunde des sechsten Tages“ an. Zu dieser Zeit geschah Folgendes:
  • Seir Anpin erreichte die Stufe Yechida, stieg auf und kleidete sich in Arich Anpin de Azilut.
  • Nukwa erreichte die Stufe Chaja, stieg auf und kleidete sich in AwI de Azilut.
  • Brija stieg zu ISHSuT
  • Yezira stieg ganz zu Seir Anpin
  • Die vier ersten Sefirot der Welt Assija stiegen zum Platz von Nukwa de Azilut
  • Die sechs unteren Sefirot von Assija stiegen auf den Platz der sechs ersten Sefirot der Welt Brija
  1. b) Am Abend des Shabbat, zur Abenddämmerung. Mithilfe der Zusätze des Shabbat stiegen auch die sechs unteren Sefirot von Assija zum Platz von Nukwa de Azilut auf, und die Welten Yezira und Assija standen in der Welt Azilut, auf dem Platz SoN de Azilut, im Zustand von Angesicht zu Angesicht (Panim be Panim).

151) Nun erläutern wir die vierte Unterscheidung, und zwar die Stufe Mochin, die in den Welten BYA verblieben war, und den Platz ihres Absturzes nach der Sünde [von Adam haRishon]. Denn wegen des Schadens durch die Sünde vom Baum der Erkenntnis verschwanden aus den Welten alle zusätzlichen Mochin [des Shabbat], die sie, die Welten, durch die zwei Aufstiege der Welten erreicht hatten. Und SoN wurden wieder zu WaK und Nekuda. Und die drei Welten BYA blieben nur mit den Mochin, mit welchen sie ursprünglich hervorgekommen waren. Die Welt Brija war auf der Stufe Seir Anpin, das heißt WaK, und genauso Yezira und Assija, wie oben erläutert (Punkt 148).

Zusätzlich dazu verschwand die gesamte Bchina von Azilut, und sie stürzten nach unterhalb von Parssa de Azilut ab – in den Platz der Welten BYA, der durch Zimzum Bet vorbereitet worden war (Punkt 145). So fielen die vier Unteren der Welt Yezira und die zehn Sefirot der Welt Assija und standen auf dem Platz der vierzehn Sefirot der Klipot (Punkt 149), genannt Mador ha Klipot.

152) Die fünfte Unterscheidung ist Mochin de Ima, welches die Welten BYA am Platz ihres Absturzes empfingen. Denn nachdem die Welten BYA aus der Welt Azilut ausgetreten und nach unterhalb von Parssa de Azilut abgestürzt waren, enthielten sie ausschließlich die Stufe WaK (Punkt 151). Da kleideten sich ISHSuT in SoN de Azilut, und ISHSuT paarte sich, um sich in SoN einzukleiden. Und sie leiteten Mochin de Neshama in die Parzufim von BYA zu ihren Plätzen weiter:

  • Die Welt Brija empfing von ihnen [ISHSuT] zehn vollständige Sefirot auf der Stufe Bina.
  • Die Welt Yezira empfing von ISHSuT WaK.
  • Die Welt Assija empfing lediglich die Bchina Rücken-an-Rücken (Achor be Achor).

153) Die sechste Unterscheidung ist die „Neshama für die Neshama“, welche die Parzufim der Welten BYA von den Parzufim de Achoraim der fünf Parzufim der Welt Azilut erhielten. Denn zur Zeit des abnehmenden Mondes (Miut haYareach) stürzte Parzuf Achor de Nukwa de Azilut ab und kleidete sich in die Parzufim von BYA. Er besteht nun aus drei Parzufim, genannt Ibur, Yenika, Mochin.

  • Bchinat (Unterscheidung von) Mochin fiel in [die Welt] Brija.
  • Bchinat Yenika fiel in [die Welt] Yezira.
  • Bchinat Ibur fiel in [die Welt] Assija.

Sie wurden zur Bchina Neshama für die Neshama“ für alle Parzufim BYA, welche in Bezug auf diese als Chaja betrachtet wird.

 

154) Die siebente Unterscheidung ist Nukwa de Azilut, welche zu RaDLA und die Erleuchtung von Yechida in BYA wurde. Dies ist so, weil erklärt wurde, dass zur Zeit des abnehmenden Mondes die drei Bchinot – Ibur, Yenika, Mochin – vom Parzuf Achor de Nukwa de Azilut stürzten und sich in die Welten BYA kleideten. Sie sind die Achoraim der unteren neun [Sefirot] von Nukwa, welche Ibur, Yenika und Mochin sind:

  • NeHJ (Nezach, Hod, Jessod) heißt
  • CHaGaT (Chessed, Gwura, Tiferet) heißt Yenika.
  • CHaBaD (Chochma, Bina, Daat) heißt Mochin.

Jedoch Achor von Bchinat Keter de Nukwa wurde Atik für die Parzufim der Welten BYA, sodass die Lichter der jetzigen Parzufim BYA hauptsächlich aus den zurückgebliebenen Resten, welche nach der Sünde von Adam haRishon verblieben sind, bestehen, was WaK von jedem von ihnen ist (Punkt 151):

  • Bchinat Neshama empfingen sie von Mochin de Ima (Punkt 152).
  • BchinatNeshama für die Neshama“, welches die Stufe Chaja ist, empfingen sie von den unteren neun des Parzuf Achor de Nukwa.
  • Bchinat Yechida empfingen sie von Bchinat Achor de Keter de Nukwa de Azilut.

Die Erklärung der Aufstiege der Welten

155) Der Hauptunterschied zwischen den Parzufim von AK und den Parzufim von Azilut ist, dass die Parzufim von AK aus Zimzum Alef (erste Einschränkung) resultieren, wobei jede ihrer Stufen aus zehn vollständigen Sefirot besteht. Diese Zehn Sefirot haben ein einziges Kli, das Kli Malchut, jedoch sind die ersten neun Sefirot ausschließlich Lichter.

Die Parzufim von Azilut sind indes das Ergebnis von Zimzum Bet, so wie es geschrieben steht: „An dem Tage, an dem der Schöpfer den Himmel und die Erde erschuf“ hat Er Rachamim (Barmherzigkeit) und Din (Gericht) verbunden (Punkt 59). Midat ha Din (Eigenschaft des Gerichts), welche Malchut ist, stieg auf und verband sich mit Bina, das heißt mit Midat ha Rachamim (Eigenschaft der Barmherzigkeit), und sie wurden vereint.

Demzufolge entstand ein neuer Sium für das Höhere Licht auf dem Platz von Bina. Die den Guf abschließende Malchut stieg zu Bina de Guf auf, das heißt zu Tiferet am Platz von Chase, und die den Siwug vollziehende Malchut in Pe de Rosh stieg auf zu Bina de Rosh, genannt Nikwej Ejnaim.

Dadurch verminderten sich die Niveaus der Parzufim zu GE, welche Keter Chochma de Kelim sind, auf der Stufe WaK ohne Rosh, welche Nefesh Ruach de Orot ist (Punkt 74). Von den Kelim fehlen daher ACHaP, das heißt Bina und SoN, und von den Lichtern fehlen Neshama, Chaja und Yechida.

156) Wie oben erläutert (Punkt 124), empfingen die Parzufim der Welt Azilut durch das Erheben von MaN für den zweiten Ibur das Leuchten von Mochin von AB SaG de AK, welches das untere Hej aus Nikwej Ejnaim zurück auf seinen Platz in Pe absteigen lässt, wie bei Zimzum Alef. Dabei empfangen diese Parzufim die fehlenden ACHaP de Kelim und die Lichter Neshama, Chaja und Yechida. Doch dies nützt nur den Zehn Sefirot de Rosh der Parzufim und nicht ihren Gufim, denn dieses Mochin breitete sich von Pe nicht nach unten zu ihren Gufim aus (Punkt 138).

Daher blieben die Gufim selbst nach dem Empfangen der Mochin de Gadlut in Zimzum Bet, wie zur Zeit von Katnut. Dementsprechend werden alle fünf Parzufim von Azilut so angesehen, dass sie lediglich die Stufe der Zehn Sefirot haben, die aus Awiut de Bchina Alef hervorgekommen sind, der Stufe SA, WaK ohne Rosh, welche als „Stufe von MaH“ bezeichnet wird. Sie kleiden sich auf die Stufe MaH der fünf Parzufim von AK, nämlich vom Tabur der fünf Parzufim von AK abwärts.

157) Parzuf Atik der Welt Azilut kleidet sich vom Tabur abwärts in den Parzuf Keter de AK und empfängt die Fülle des Lichts von der dortigen Stufe MaH von Parzuf Keter de AK. Parzuf AA de Azilut kleidet sich vom Tabur abwärts in den Parzuf AB de AK und empfängt die Fülle des Lichts von der Stufe MaH de AB de AK, welche dort ist. AwI de Azilut kleiden sich vom Tabur abwärts in den Parzuf SaG de AK und empfangen die Fülle des Lichts von der Stufe MaH de SaG, welche dort ist. SoN von Azilut kleiden sich vom Tabur abwärts in den Parzuf MaH und BoN de AK und empfangen die Fülle des Lichts von der Stufe MaH de Parzuf MaH und BoN de AK.

Jeder der fünf Parzufim von Azilut empfängt also von dem ihm entsprechenden Parzuf von AK lediglich das Licht WaK ohne Rosh, genannt „Stufe MaH“. Obwohl in den Rashim der fünf Parzufim von Azilut die Stufe GaR vorhanden ist, berücksichtigen wir nur das Mochin, das sich vom Pe abwärts in ihre Gufim ausbreitet, und das ist lediglich die Stufe WaK ohne Rosh (Punkt 139).

158) Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder der fünf Parzufim von Azilut sich in die ihm entsprechende Bchina in AK einkleidet. Denn das ist unmöglich, da die fünf Parzufim von AK sich einer über den anderen kleiden – und so auch die fünf Parzufim der Welt Azilut. Sondern dies zeigt, dass die Stufe eines jeden Parzuf der Welt Azilut mit einer ihr entsprechenden Bchina der fünf Parzufim von AK korreliert und von dort auch seine Fülle des Lichts empfängt (HaIlan, Zeichnung 3).

159) Damit Mochin von Pe nach unten in die Gufim der fünf Parzufim von Azilut fließen können, ist das Erheben von MaN von den Unteren erforderlich, wie bereits oben erwähnt (Punkt 141). Dies deshalb, damit sie die Vervollständigung der Zehn Sefirot entsprechend der zweiten Art erlangen, die ebenfalls für die Gufim ausreicht.

In diesen MaN, welche die Unteren erheben, gibt es drei Unterscheidungen:

  • Wenn sie MaN von Awiut de Bchina Bet erheben, kommen Zehn Sefirot auf der Stufe Bina hervor, genannt „Stufe von SaG. Dies sind die Mochin des Lichts von
  • Wenn sie MaN von Awiut de Bchina Gimel erheben, kommen Zehn Sefirot auf der Stufe Chochma hervor, genannt „Stufe von AB. Dies sind die Mochin des Lichts von
  • Wenn sie MaN von Awiut de Bchina Dalet erheben, kommen Zehn Sefirot auf der Stufe Keter hervor, genannt „Stufe von Galgalta. Diese sind die Mochin des Lichts von Yechida (Punkt 29).

160) Und wisse, dass die Unteren, die zu MaN fähig sind, nur NaRaN (Nefesh, Ruach, Neshama) de Zadikim sind, die in den Welten BYA schon enthalten sind und MaN zu SoN de Azilut erheben können, welche als Obere Stufe für sie gelten.

Zu diesem Zeitpunkt erheben SoN MaN zu ihrer Höheren Stufe, das ist AwI, und AwI erheben MaN noch höher, bis sie zu den Parzufim von AK gelangen.

Dann steigt das Höhere Licht von Ejn Sof auf die Parzufim von AK ab, basierend auf MaN, welche dorthin erhoben wurden, und die Zehn Sefirot erscheinen basierend auf dem Ausmaß von Awiut des erhobenen MaN:

  • Wenn es von Bchina Bet kommt, dann entspricht es der Stufe von
  • Wenn es von Bchina Gimel kommt, dann entspricht es der Stufe von Chaja

Von dort steigen dann die Mochin von einer Stufe zur anderen Stufe durch die Parzufim von AK ab, bis sie die Parzufim der Welt Azilut erreichen. Sie wandern ebenso von einer Stufe zur anderen durch alle Parzufim von Azilut, bis sie SoN de Azilut erreichen, welche diese Mochin an NaRaN de Zadikim weitergeben, welche diese MaN aus BYA erhoben haben.

Die Regel lautet: Jede Erneuerung von Mochin kommt ausschließlich aus Ejn Sof. Und keine einzige Stufe ist imstande, MaN zu erheben oder Fülle zu empfangen, außer von ihrem Nächsthöheren.

161) Das zeigt uns, dass es für die Unteren unmöglich ist, irgendetwas von SoN de Azilut zu empfangen, bevor alle Höheren Parzufim in der Welt Azilut und der Welt AK durch sie letztendlich Gadlut erreichen. Dies beruht darauf, dass es, wie bereits erwähnt, keine Erneuerung von Mochin gibt, außer von Ejn Sof.

Dennoch können NaRaN de Zadikim diese Lichter lediglich von ihrem Nächsthöheren empfangen, das sind SoN de Azilut. Deswegen muss das Mochin durch alle Höheren Welten und Parzufim absteigen, bis es SoN erreicht, welche es dann an NaRaN de Zadikim weitergeben.

Wir wissen bereits, dass es im Spirituellen keinen Verlust gibt und dass die Übertragung von einem Platz auf einen anderen keinesfalls bedeutet, dass die Objekte vom ersten Platz verschwinden und auf einem anderen Platz auftauchen, so, wie wir es aus der materiellen Welt kennen. Sondern sie verbleiben auf dem ersten Platz auch nach Erreichen des nächsten Platzes, vergleichbar mit einer Kerze, die eine andere [Kerze] anzündet, wobei die erste dadurch nicht mangelhaft wird.

Darüber hinaus gibt es den Grundsatz, dass das Wesen und die Wurzel des Lichts auf dem ersten Platz erhalten bleiben und sich lediglich ein Zweig auf den nächsten Platz erstreckt. Nun kann man begreifen, dass dieselbe Fülle, welche alle Höheren durchläuft, bis sie NaRaN de Zadikim erreicht, auf jeder einzelnen Stufe bleibt, die sie unterwegs passiert. So wachsen sämtliche Stufen wegen der Fülle, welche sie an NaRaN de Zadikim weitergeben.

162) Aus dem Gesagten ist ersichtlich, wie die Handlungen der Unteren Aufstiege und Abstiege in den Höheren Parzufim und Welten verursachen. Dies beruht darauf, dass, wenn sie ihre Taten verbessern und MaN erheben und Fülle anziehen, alle Welten und Stufen, welche die Fülle durchläuft, wegen der Fülle, welche sie weitergeben, wachsen. Wenn sie jedoch zurückkehren und ihre Handlungen wieder verderben, so verdirbt auch ihr MaN, und ihre Mochin verschwinden auch aus den Höheren Stufen, da die Weiterleitung der Fülle von ihnen zu den Unteren gestoppt wird, und dadurch steigen sie wieder ab bis zu ihrem ursprünglichen konstanten Zustand, wie zu Beginn.

163) Nun klären wir die Ordnung der Aufstiege der fünf Parzufim von Azilut zu den fünf Parzufim von AK und der drei Welten BYA zu ISHSuT und SoN de Azilut, beginnend mit ihrem konstanten Zustand bis zu jener Höhe, die im Laufe von 6.000 Jahren vor der Endkorrektur zu erreichen ist. Grundsätzlich gibt es drei Aufstiege, jedoch werden diese in viele Details unterteilt.

Der konstante Zustand der Welten AK und ABYA wurde schon oben erklärt: Der erste Parzuf, der nach Zimzum Alef ausgeströmt wurde, ist Parzuf Galgalta de AK, in den sich die vier übrigen Parzufim von AK einkleiden: AB, SaG, MaH und BoN, und Sium Raglej von AK ist über dem Punkt dieser Welt (Punkt 27 und 31). Dieser wird umkreist von den Umgebenden [Lichtern] von AK aus Ejn Sof, dessen Größe endlos und unermesslich ist (Punkt 32). Genauso wie Ejn Sof ihn umgibt, so kleidet er sich selbst in sein Inneres und wird als „Linie von Ejn Sof“ bezeichnet.

164) Innerhalb von MaH und BoN von AK gibt es den Parzuf TaNHJM de AK, genannt Nekudot de SaG de AK (Punkt 63, Punkt 66). Zur Zeit von Zimzum Bet stieg die Abschließende Malchut auf, die oberhalb des Punktes dieser Welt stand, und setzte ihren Platz in Chase dieses Parzuf fest, das heißt unterhalb seines Oberen Drittels von  Tiferet, wo ein neuer Sium für das Höhere Licht erschaffen wurde, damit es sich von dort aus nicht nach unten ausbreiten konnte. Dieser neue Sium heißt „Parssa unter Azilut“ (Punkt 68).

Diese Sefirot von Chase abwärts des Parzuf Nekudot de SaG de AK, die unterhalb Parssa blieben, wurden zum Platz für die drei Welten BYA:

  • Zwei Drittel von Tiferet bis Chase wurden zum Platz der Welt von Brija.
  • NeHJ wurden zum Platz der Welt von Yezira.
  • Malchut wurde zum Platz der Welt Assija (Punkt 67).

Wir sehen also, dass der Platz dieser drei Welten BYA unter Parssa beginnt und oberhalb des Punktes dieser Welt endet.

165) Daher beginnen die vier Welten Azilut, Brija, Yezira und Assija vom Platz unterhalb des Tabur de AK und enden oberhalb des Punktes dieser Welt. Dies deshalb, weil die fünf Parzufim der Welt Azilut beim Platz unterhalb Tabur de AK beginnen und oberhalb von Parssa enden. Vom Parssa abwärts bis zu dieser Welt befinden sich die drei Welten BYA. Das ist der konstante Zustand der Welten AK und ABYA, und eine Verminderung ist unmöglich.

Wir haben schon geklärt (Punkt 138), dass es in diesem Zustand nur Bchina WaK ohne Rosh in sämtlichen Parzufim und in allen Welten gibt. Dies beruht darauf, dass sogar in den drei ersten Parzufim von Azilut, die in ihren Rashim GaR haben, von Pe abwärts kein Licht weitergegeben wird; und ihre sämtlichen Gufim sind WaK ohne Rosh, und umso mehr in den Parzufim BYA. Selbst die Parzufim von AK werden bezüglich des sie Umgebenden [Lichts, Or Makif] als an GaR mangelnd angesehen (Punkt 32).

166) Es bestehen also drei generelle Aufstiege, um die Welten mit den drei ihnen fehlenden Stufen Neshama, Chaja und Yechida zu ergänzen. Diese Aufstiege sind davon abhängig, inwieweit die Unteren MaN erheben.

Der erste Aufstieg beginnt, wenn die Unteren MaN von Bchinat Awiut de Bchina Bet erheben. Dann werden die ACHaP der Stufe Bina und Neshama durch die Vervollständigung der Zehn Sefirot der zweiten Art sortiert, und zwar durch ein schwaches Leuchten vom Punkt Shuruk (Punkt 135). Diese Mochin erleuchten auch SaT und die Gufim, wie es in den Parzufim von AK war, wo das gesamte Licht der Zehn Sefirot in die Rashim der Parzufim von AK weitergeleitet wurde und sich auch in den Gufim ausbreitete.

167) Es zeigt sich, dass, wenn diese Mochin durch die Parzufim von Azilut wandern, jeder der fünf Parzufim von Azilut die Stufe Mochin de Bina und Neshama erreicht – als Mochin de SaG bezeichnet –, welche auch GaR in ihre Parzufim [de Azilut] ausbreiten, genauso wie in der Welt AK. So wachsen sie und erheben sich und kleiden die Parzufim von AK ein, im Ausmaß der erhaltenen Mochin.

168) Sobald der Parzuf Atik von Azilut diese Mochin de Bina erlangt, steigt er auf und kleidet sich in den Parzuf Bina von AK, welcher der Stufe SaG von Parzuf Galgalta von AK entspricht, und von dort wird Bchina Neshama de Yechida de AK empfangen, welche ebenso sein SaT erleuchtet.

Wenn die Mochin in den Parzuf AA de Azilut kommen, steigt er auf und kleidet sich in den Rosh de Atik des konstanten Zustands ein, welcher der Stufe SaG des Parzuf AB de AK entspricht, und von dort empfängt er [Parzuf AA] die Bchina Neshama de Chaja de AK, welche ebenso sein SaT erleuchtet.

Wenn die Mochin in den Parzuf AwI de Azilut kommen, steigen sie [AwI] auf und kleiden sich in GaR de AA, welche der Stufe Bina des Parzuf SaG de Adam Kadmon entsprechen, und von dort empfangen sie die Bchina Neshama de Neshama de AK, welche ebenso ihre SaT erleuchtet.

Wenn diese Mochin in ISHSuT und SoN de Azilut kommen, steigen sie auf und kleiden sich in AwI des konstanten Zustands ein, welche der Stufe Bina des Parzuf MaH und BoN von AK entsprechen, und von dort empfangen sie die Bchina Neshama de Nefesh Ruach de AK. Dann empfangen NaRaN de Zadikim die Mochin de Neshama der Welt Azilut.

Wenn die Mochin in die Parzufim der Welt Brija kommen, steigt die Welt Brija auf und kleidet sich in Nukwa de Azilut ein und empfängt von ihr die Bchina Nefesh de Azilut.

Wenn die Mochin in die Welt Yezira kommen, steigt sie auf und kleidet sich in die Welt Brija des konstanten Zustands ein und empfängt von dort die Bchina Neshama und GaR de Brija.

Wenn die Mochin in die Welt Assija kommen, steigt sie auf und kleidet sich in die Welt Yezira ein und empfängt von dort die Bchina Mochin de WaK, die in Yezira sind.

Somit ist der erste Aufstieg erklärt, welchen jeder Parzuf von ABYA empfing, basierend auf dem von den Unteren erhobenen MaN de Bchina Bet (HaIlan, Zeichnung 7).

169) Der zweite Aufstieg erfolgt, wenn die Unteren MaN von Awiut de Bchina Gimel erheben. Dann werden die ACHaP der Stufen von Chochma und Chaja durch die zweite Art der Vervollständigung der Zehn Sefirot sortiert. Diese Mochin erleuchten auch SaT und die Gufim, so, wie in den Parzufim von AK. Sobald diese Mochin die Parzufim de ABYA passieren, steigt durch sie jeder Parzuf weiter auf und wächst gemäß der empfangenen Mochin.

170) Sobald die Mochin in den Parzuf Atik de Azilut gelangen, steigt er auf und kleidet sich in GaR de Parzuf Chochma de AK, genannt AB de AK, welcher der Stufe AB de Galgalta von AK entspricht, und von dort empfängt der Parzuf Atik das Licht Chaja de Yechida.

Wenn die Mochin zum Parzuf AA de Azilut gelangen, steigt er auf und kleidet sich in GaR de SaG de AK, welcher der Stufe AB de Parzuf AB de AK entspricht, und von dort empfängt der Parzuf AA das Licht Chaja de Chaja de AK.

Und wenn die Mochin zum Parzuf AwI de Azilut kommen, steigen AwI auf und kleiden sich in GaR de Atik des konstanten Zustands, welche der Stufe AB des Parzuf SaG de AK entsprechen, und von dort empfangen AwI das Licht von Chaja de Neshama de AK, welches auch SaT und die Gufim erleuchtet.

Und wenn die Mochin zum Parzuf ISHSuT de Azilut gelangen, steigen ISHSuT auf und kleiden sich in GaR de AA des konstanten Zustands, welche der Stufe AB von MaH de AK entsprechen, und empfangen von dort das Licht von Chaja de MaH de AK.

Wenn die Mochin in den Parzuf SoN de Azilut kommen, steigen SoN zu GaR de AwI auf, welche der Stufe AB de BoN de AK entsprechen, und empfangen von dort das Licht von Chaja de BoN de AK. Und von SoN erhalten sie die Seelen der Gerechten.

Wenn die Mochin in die Welt Brija kommen, steigt die Welt auf und kleidet sich in SA de Azilut und empfängt von dort die Bchina Ruach de Azilut.

Wenn die Mochin in die Welt Yezira kommen, steigt die Welt Yezira auf und kleidet sich in Nukwa de Azilut und empfängt von dort das Licht von Nefesh de Azilut.

Und wenn die Mochin in die Welt Assija kommen, steigt sie auf und kleidet sich in die Welt Brija ein und empfängt von dort die Bchinat GaR und Neshama de Brija. Dann wird die Welt Assija durch sämtliche NaRaN de BYA vervollständigt. Somit haben wir den zweiten Aufstieg von jedem Parzuf der Parzufim ABYA geklärt, die durch MaN von Bchina Gimel gewachsen sind, welche NaRaN de Zadikim erhoben haben (HaIlan, Zeichnung 8).

171) Der dritte Aufstieg erfolgt, wenn die Unteren MaN von Awiut de Bchina Dalet erheben. Zu diesem Zeitpunkt werden die ACHaP der Stufe Keter de Yechida sortiert, basierend auf der zweiten Art der Vervollständigung der Zehn Sefirot. Diese Mochin breiten sich auch in SaT und in ihren Gufim aus, so, wie in den Parzufim von AK. Sobald diese Mochin die Parzufim ABYA passieren, steigt jeder Parzuf auf und wächst und kleidet seinen Oberen, gemäß dem Ausmaß dieser Mochin.

172) Wenn die Mochin in den Parzuf Atik der Welt Azilut gelangen, steigt er auf und kleidet sich in GaR de Parzuf Galgalta de AK und empfängt dort das Licht von Yechida de Yechida.

Wenn die Mochin in den Parzuf AA der Welt Azilut gelangen, steigt er auf und kleidet sich in GaR de Parzuf AB de AK und empfängt von dort das Licht Yechida de Chaja de AK.

Wenn die Mochin den Parzuf AwI de Azilut erreichen, steigen AwI auf und kleiden sich in GaR de SaG de AK und empfangen von dort das Licht Yechida de Neshama de AK.

Wenn die Mochin in den Parzuf ISHSuT kommen, steigen ISHSuT auf und kleiden sich in GaR de MaH de AK und empfangen von dort das Licht Yechida de MaH de AK.

Wenn die Mochin zum Parzuf SoN de Azilut gelangen, steigen SoN auf und kleiden sich in GaR de BoN de AK und empfangen von dort das Licht Yechida de BoN de AK. Dann empfangen NaRaN de Zadikim das Licht Yechida von SoN de Azilut.

Wenn die Mochin in die Welt Brija kommen, steigt Brija auf und kleidet sich in den Parzuf ISHSuT de Azilut und empfängt von dort Neshama de Azilut.

Wenn die Mochin in die Welt Yezira kommen, steigt Yezira auf und kleidet sich in den Parzuf SA de Azilut und empfängt von ihm das Licht Ruach de Azilut.

Wenn die Mochin in die Welt Assija kommen, steigt Assija auf und kleidet sich in Nukwa de Azilut und empfängt von ihr das Licht Nefesh de Azilut (HaIlan, Zeichnung 9).

173) Es zeigt sich nun, dass während des dritten Aufstiegs jeder der fünf Parzufim von Azilut sich durch die drei Stufen Neshama, Chaja und Yechida von AK vervollständigte, die ihm im konstanten Zustand fehlten. Es wird daher in Betracht gezogen, dass diese fünf Parzufim von Azilut aufstiegen und sich in die fünf Parzufim von AK kleideten, jeder in eine ihm entsprechende Bchina in den Parzufim von AK.

Auch NaRaN de Zadikim empfingen GaR, die ihnen fehlten. Die drei Welten BYA, die unterhalb des Parssa de Azilut lagen, hatten im konstanten Zustand lediglich NaRaN des Lichts Chassadim und waren von Chochma durch die Kraft des oberhalb liegenden Parssa getrennt. Nun stiegen sie über Parssa auf und kleideten sich in ISHSuT und SoN de Azilut, und sie besitzen NaRaN de Azilut, wobei das Licht von Chochma in ihren Chassadim leuchtet.

174) Man muss wissen, dass NaRaN de Zadikim sich in permanenter Form nur in die Parzufim BYA einkleiden, welche unterhalb vom Parssa liegen:

  • Nefesh kleidet sich in die Zehn Sefirot der Welt
  • Ruach kleidet sich in die Zehn Sefirot der Welt
  • Neshama kleidet sich in die Zehn Sefirot der Welt

Obwohl sie [die Zehn Sefirot] von SoN de Azilut empfangen, gelangen sie [NaRaN de Zadikim] dennoch nur durch die Parzufim BYA zu ihnen, in die sie sich einkleiden. Auch NaRaN de Zadikim steigen im gleichen Maß mit den Aufstiegen der drei Welten BYA auf. Es zeigt sich, dass auch die Welten BYA nur gemäß dem empfangenen Licht von NaRaN de Zadikim wachsen, das heißt basierend auf dem von ihnen erhobenen MaN.

175) Wir haben bereits geklärt, dass es im konstanten Zustand in allen Welten und in allen Parzufim nur WaK ohne Rosh gibt und jeweils basierend auf der jeweiligen Bchina. Sogar NaRaN de Zadikim sind lediglich WaK. Obwohl sie GaR de Neshama aus der Welt Brija haben, gelten diese GaR bloß als WaK, verglichen mit der Welt Azilut, weil sie als Licht von Chassadim angesehen werden, welche von Chochma getrennt sind.

Obwohl die Parzufim der Welt Azilut GaR in ihren Rashim haben, gelten sie dennoch bloß als WaK, da sich das Licht nicht in ihre Gufim ausbreitet. Die ganzen Mochin, die zu den Welten gelangen und die mehr als WaK sind, kommen lediglich durch das MaN, das die Zadikim erheben.

Doch diese Mochin können von den Parzufim nur durch den Aufstieg des Unteren auf den Platz seines Höheren empfangen werden. Obwohl sie als die zweite Art der Vervollständigung der Zehn Sefirot gelten, gelten sie bezüglich der Gufim und SaT selbst einstweilen noch nicht als Vervollständigung der ersten Art von ACHaP. Sie werden nicht auf ihren Plätzen selbst vervollständigt, sondern einzig und allein, wenn sie auf den Höheren Platz aufsteigen (Punkt 142). Deshalb können die fünf Parzufim von Azilut [die Lichter] Neshama, Chaja und Yechida de AK nicht empfangen – ausgenommen, wenn sie sich erheben und einkleiden.

Auch können NaRaN und die drei Welten BYA NaRaN de Azilut nicht empfangen – ausgenommen, wenn sie sich erheben und in ISHSuT und SoN der Welt Azilut einkleiden. Dies liegt daran, dass diese ACHaP der zweiten Art, die zu SaT gehören und sich von Oben nach unten bis zum Platz von SaT ausbreiten, erst in der Endkorrektur sortiert werden. Wenn daher die drei Welten BYA aufsteigen und sich in ISHSuT und SoN de Azilut einkleiden, sehen wir, dass ihr konstanter Platz von Parssa abwärts total leer vom Licht der Kedusha bleibt.

Es gibt einen Unterschied zwischen von Chase aufwärts in der Welt von Yezira und von Chase abwärts. Dies liegt, wie oben bereits erklärt, daran, dass von Chase von der Welt von Yezira abwärts der ständige Platz der Klipot ist (Punkt 149). Infolge der Sünde von Adam haRishon stiegen die vier unteren Sefirot von Yezira de Kedusha und die Zehn Sefirot von Assija de Kedusha ab und kleideten sich dort ein (Punkt 156). Während des Aufstiegs der Welten BYA in die Welt Azilut gibt es von Chase de Yezira aufwärts weder Kedusha noch Klipot. Jedoch von Chase de Yezira abwärts gibt es die Klipot, weil hier ihr Bereich ist.

176) Da die zusätzlichen Mochin von der Stufe WaK ausschließlich mithilfe von MaN der Unteren kommen, befinden sie sich nicht ständig in den Parzufim, da sie von den Handlungen der Unteren abhängig sind. Wenn sie ihre Taten verderben, dann verschwinden auch die Mochin (Punkt 162). Doch die konstanten Mochin in den Parzufim, die vom Ausströmenden selbst eingerichtet wurden, werden sich keinesfalls verändern, denn sie wachsen nicht durch die Unteren und können daher von ihnen auch nicht beschädigt werden.

177) Wir dürfen uns jedoch nicht wundern, dass AA de BoN als Keter de Azilut angesehen wird und AwI als AB (Punkt 130). Das ergibt sich daraus, dass AA die untere Hälfte von Keter de BoN ist und AwI die untere Hälfte von CHuB de Nekudim. Daher sollte der Parzuf Keter von AK der Bchina de AA in AK entsprechen, und die der Bchina entsprechende AwI von AK sollte AB de AK sein.

Die Antwort ist, dass die Parzufim von BoN weiblich sind, also von sich aus nicht empfangen können, ausgenommen, was die männlichen – die Parzufim von MaH – ihnen geben. Daher sind alle diese Unterscheidungen in den Aufstiegen, die ein Empfangen der Mochin von dem Oberen sind, nur bei den Männlichen unterscheidbar, welche Parzufim von MaH sind. Da AA de MaH nichts von der Bchina Keter hat, sondern nur die Stufe von Chochma, und AwI de MaH nichts von der Stufe Chochma haben, sondern lediglich die Stufe von Bina (Punkt 126), wird angenommen, dass AB de AK die entsprechende Bchina in AK ist und SaG de AK für AwI. Parzuf Keter de AK wird nur Atik zugeordnet, welcher die ganze Stufe von Keter de MaH eingenommen hat.

178) Man muss verstehen, dass die Reihenfolge der Stufen, so, wie sie in den konstanten Mochin ist, sich aufgrund der oben erwähnten Aufstiege nie ändern wird. Es wurde bereits erklärt, dass der Grund sämtlicher Aufstiege war, dass NaRaN de Zadikim, welche in BYA stehen, nichts empfangen können, bevor alle Höheren Parzufim es aus Ejn Sof an sie weiterleiten. Demgemäß wachsen die Höheren selbst bis zu Ejn Sof und steigen auch jeder zu seinem Höheren auf (Punkt 161).

Daraus folgt, dass im Ausmaß des Aufstiegs einer Stufe auch sämtliche Stufen bis Ejn Sof ebenfalls mit aufsteigen müssen. Wenn beispielsweise SoN von seinem ständigen Platz unterhalb Tabur de AA aufsteigt und sich von Chase de AA abwärts einkleidet, dann steigt gleichzeitig auch AA eine Stufe von seinem ständigen Platz  – von Pe de Atik abwärts  – auf und kleidet sich in GaR de Atik ein. Danach steigen seine sämtlichen inneren Einzelstufen ebenfalls auf: Seine CHaGaT steigen auf den Platz vom konstanten GaR auf, und sein [Platz] von Chase bis Tabur steigt auf den Platz vom konstanten CHaGaT auf, und sein [Platz] von Tabur abwärts steigt auf den Platz von Chase bis Tabur auf.

Demgemäß ist SoN auf den Platz von Chase bis Tabur des ständigen AA aufgestiegen, welcher noch immer unterhalb Tabur de AA ist. Denn zu dieser Zeit stieg der [Bereich] unterhalb Tabur de AA bereits auf den Platz von Chase bis Tabur auf (HaIlan, Zeichnung 4: die Aufstiege von SoN im konstanten Zustand der fünf Parzufim von Azilut, die aufsteigen und sich während des Empfangens von Neshama in GaR de ISHSuT einkleiden, somit über Pe de AwI abwärts, also über Chase de AA abwärts).

Jedenfalls steigen zu dieser Zeit alle Parzufim von Azilut ebenfalls auf (HaIlan, Zeichnung 7). Deshalb kleidet sich SoN noch immer von Pe abwärts in ISHSuT, über Chase de AwI abwärts, und somit über Tabur de AA abwärts. Die Reihenfolge der Stufen hat sich beim Aufstieg überhaupt nicht geändert. Genauso ist es auch bei allen anderen Aufstiegen (HaIlan, ab  Zeichnung 3 bis zu Ende).

179) Man muss auch verstehen, dass sogar nach den Aufstiegen der Parzufim sie ihre sämtlichen Stufen auf dem konstanten Platz zurücklassen – oder auf jenem Platz, auf dem sie von Anfang an waren, da es im Spirituellen keinen Verlust gibt (Punkt 96). Indem GaR de AwI zu GaR de AA aufsteigen, bleiben nichtsdestotrotz GaR de AwI auf ihrem ständigen Platz von Pe de AA abwärts. ISHSuT steigt auf, über CHaGaT des erhöhten AwI, und empfängt nun vom aktuellen GaR de AwI, die dort bereits vor dem Aufstieg waren.

Darüber hinaus wird in Betracht gezogen, dass dort nun drei Stufen zusammen sind. Die erhöhten GaR de AwI befinden sich auf dem Platz des ständigen GaR de AA und leiten das Licht auf ihren ständigen Platz von Pe abwärts weiter, wo sich ISHSuT befinden. So leuchten GaR de AA und AwI und ISHSuT gleichzeitig und am selben Platz.

Dies ist genauso mit allen Parzufim de AK und ABYA zur Zeit ihrer Aufstiege. Deswegen sollten wir beim Aufstieg eines Parzuf immer das Ausmaß des Aufstiegs in Bezug auf die Höheren in ihrem konstanten Zustand berücksichtigen; und auch ihren Wert gegenüber den Höheren, die ebenfalls eine Stufe höher aufgestiegen sind. (Das alles ist im Buch HaIlan zu finden. Auf der dritten Zeichnung sieht man den Zustand der Parzufim in ihrem konstanten Zustand. Die drei Aufstiege von SA in Bezug auf die fünf konstanten Parzufim von Azilut findet man auf den Zeichnungen 4-6. Die drei Aufstiege sämtlicher fünf Parzufim von Azilut bezüglich der fünf konstanten Parzufim von AK sieht man auf den Zeichnungen 7-9. Und die drei Aufstiege sämtlicher fünf Parzufim von AK bezüglich der Linie des permanenten Ejn Sof sieht man auf den Zeichnungen 10-12).

Die Aufteilung jedes Parzuf in Keter und ABYA

180) Man muss wissen, dass das Gesamte und das Detail einander gleich sind. Alles, was es im Gesamten gibt, ist ebenfalls in seinen Einzelteilen, sogar bis ins kleinste Detail, vorhanden. Die ganze Wirklichkeit wird für gewöhnlich in fünf Welten AK und ABYA wahrgenommen, weswegen die Welt von AK als Keter aller Welten gilt, und die vier Welten ABYA werden als CHuB SoN angesehen (Punkt 3). Gleichermaßen gibt es keinen einzigen Bestandteil in allen vier Welten ABYA, der seinerseits nicht aus diesen fünf Welten bestehen würde: Der Rosh jedes Parzuf gilt als sein Keter und entspricht der Welt AK; und der Guf, von Pe bis Chase, gilt als Azilut in ihm. Der Platz von Chase bis Tabur gilt als sein Brija, und von Tabur abwärts bis Sium Raglaw gilt als sein Yezira und Assija.

181) Man muss wissen, dass es viele Bezeichnungen für die Zehn Sefirot gibt: KaCHaB, CHaGaT und NeHJM. Manchmal bezeichnet man sie als GE und ACHaP oder KaCHaB und SoN oder NaRaNCHaY oder die Spitze des Yud oder die vier Buchstaben Yud-Hej-Waw-Hej oder einfaches HaWaYaH und AB, SaG, MaH und BoN, welche die vier [Licht-]Füllungen in HaWaYaH darstellen:

  • Die Füllung von AB ist Yud, Hej, Waw, Hej (das Alef in Waw wird durch ein Yud ersetzt);
  • die Füllung von SaG ist Yud, Hej, Waw, Hey;
  • die Füllung von MaH ist Yud, Hej (Alef ersetzt das Yud), Waw, Hej;
  • die Füllung von BoN ist Yud, Hej (Hej ersetzt das Yud), Waw, Hej.

Ebenso werden sie AA, AwI und SoN genannt. Dabei stellt AA Keter dar, Aba ist Chochma, Ima ist Bina, SA ist CHaGaT NeHJ, und Nukwa de SA ist Malchut.

Sie werden auch AK und ABYA oder Keter und ABYA genannt. Malchut de Keter heißt Pe; Malchut de Azilut heißt Chase; Malchut de Brija heißt Tabur; Malchut de Yezira wird Ateret Jessod genannt; und die allgemeine Malchut heißt Sium Raglin.

182) Und wisse, dass bei der Veränderung der unterschiedlichen Namen der Zehn Sefirot immer zwei Richtlinien hervorzuheben sind:

  1. die Gleichheit zur Sefira, auf die sich der Name bezieht;
  2. der Unterschied zur Sefira, auf die er sich bezieht und woraus die neue, besondere Bezeichnung resultiert.

Zum Beispiel Keter der Zehn Sefirot des Direkten Lichts ist Ejn Sof, und jeder Rosh eines Parzuf heißt ebenfalls Keter. Und alle fünf Parzufim von AK heißen ebenfalls Keter. Auch Parzuf Atik heißt Keter und AA ebenfalls. Daher sollten wir Folgendes berücksichtigen: Wenn sie alle Keter sind, warum ändern sich ihre Namen und woher stammen diese Bezeichnungen? Und auch: Wenn sie sich alle auf Keter beziehen, sollten sie dann nicht Keter gleichen?

In einer Hinsicht sind sie alle Keter gleich, nämlich dass sie als Ejn Sof betrachtet werden, da die Regel lautet: Solange das Höhere Licht sich nicht in das Kli eingekleidet hat, gilt es als Ejn Sof. Daher werden alle fünf Parzufim von AK bezüglich der Welt des Tikun als Licht ohne Kli angesehen, denn wir haben keinerlei Erkenntnis an den Kelim de Zimzum Alef. Deswegen gelten uns gegenüber diese Lichter als Ejn Sof.

Atik und AA de Azilut entsprechen beide Keter de Nekudim. Jedoch sind sie aus einem anderen Blickwinkel voneinander entfernt, denn Keter de Or Yashar ist eine Sefira, aber in AK sind fünf vollständige Parzufim enthalten, von denen jeder Rosh, Toch und Sof beinhaltet (Punkt 142). Parzuf Atik entspricht nur der oberen Hälfte von Keter de Nekudim, und Parzuf AA entspricht der unteren Hälfte der Stufe Keter de Nekudim (Punkt 129). Daher müssen diese zwei Unterscheidungen bei allen Bezeichnungen der Sefirot berücksichtigt werden.

183) Und wisse, dass der spezielle Grund für diese Bezeichnungen der Zehn Sefirot als Keter und ABYA darin liegt, dass sie auf die Einteilung der Zehn Sefirot in Kelim de Panim und Kelim de Achoraim verweisen, die als Resultat von Zimzum Bet entstand (Punkt 60). Dann stieg die Abschließende Malchut auf den Platz Bina de Guf auf, genannt „Tiferet auf dem Platz von Chase“, wo sie die Stufe beendete. Und sie erschuf einen neuen Sium, genannt „Parssa unterhalb Azilut“ (Punkt 68).

Die Kelim von Chase abwärts traten aus Azilut aus, und sie heißen BYA. Die zwei Drittel von Tiferet von Chase bis Sium heißen Brija, NeHJ heißen Yezira, und Malchut heißt Assija. Wir haben bereits erklärt, dass aus diesem Grund jede Stufe in Kelim de Panim und Kelim de Achoraim unterteilt wurde: Vom Chase nach oben werden sie Kelim de Panim und von Chase nach unten werden sie Kelim de Achoraim genannt.

184) Da der Parssa sich auf dem Platz Chase befindet, werden jede Stufe, jede Sefira und jeder Parzuf in vier besondere Einzelstufen eingeteilt, die ABYA heißen: die Welt Azilut bis zum Chase und die Welten Brija, Yezira und Assija vom Chase abwärts. Die Grundsätze dieser Einteilung sind in der Welt Adam Kadmon bereits zu sehen, doch dort stieg der Parssa bis zum Tabur [de AK] ab (Punkt 68). Somit gilt seine Stufe Azilut als AB SaG, der oberhalb des Tabur endet.

Von seinem Tabur abwärts sind seine BYA, das heißt der Platz seiner zwei Parzufim MaH und BoN. So werden die fünf Parzufim von AK über ABYA eingeteilt durch die Kraft des Sium de Zimzum Bet, welche Parssa heißt – wobei Galgalta Rosh ist, und AB SaG bis zu seinem Tabur Azilut ist, und MaH und BoN von Tabur abwärts BYA sind.

185) In gleicher Weise werden die fünf Parzufim von Azilut in Keter und ABYA unterteilt:

  • AA ist Rosh der ganzen Welt Azilut.
  • Die Oberen AwI, die AB sind, kleiden sich von Pe de AA abwärts bis Chase ein und sind Azilut. Und dort, im Punkt von Chase, steht Parssa und schließt die Bchina Azilut der Welt Azilut
  • ISHSuT, welche SaG sind, kleiden sich von Chase de AA bis Tabur ein und sind Brija de Azilut.
  • SoN, welche MaH und BoN sind, kleiden sich von Tabur de AA bis Sium Azilut ein und sind Yezira und Assija von Azilut.

Auch die Welt Azilut mit ihren fünf Parzufim wird in Rosh und ABYA unterteilt, ähnlich wie die fünf Parzufim von AK. Jedoch steht hier der Parssa auf seinem Platz in Chase de AA, welcher sein wahrer Platz ist (Punkt 127).

186) Generell werden jedoch in allen Welten alle drei Parzufim Galgalta, AB und SaG de AK als allgemeiner Rosh definiert. Und die fünf Parzufim der Welt Azilut, die sich von Tabur de AK abwärts bis zum allgemeinen Parssa einkleiden – jenem Parssa, welcher in Chase von Nekudot de SaG entstand (Punkt 66) –,  stellen die allgemeine [Welt] Azilut dar. Von Parssa abwärts befinden sich die allgemeinen drei Welten BYA (Punkt 6768).

187) Genau auf dieselbe Weise wird jede einzelne Stufe in jeder der Welten von ABYA in Rosh und ABYA unterteilt, sogar Malchut de Malchut de Assija, welche Rosh und Guf beinhaltet.

  • Guf wird in Chase, Tabur und Sium Raglin
  • Parssa, unterhalb von Azilut derselben Stufe, steht in Chase und schließt Azilut
  • Von Chase bis Tabur ist Brija dieser Stufe, welche der Punkt von Tabur dort abschließt.
  • Von Tabur abwärts bis Sium Raglin sind Yezira und Assija dieser Stufe.

Seitens der Sefirot werden CHaGaT bis Chase als Azilut angesehen, die unteren zwei Drittel Tiferet von Chase bis Tabur gelten als Brija, NeHJ ist Yezira, und Malchut ist Assija.

188) Daher wird der Rosh jeder Stufe der Bchinat Keter zugeordnet oder Yechida bzw. Parzuf Galgalta. Azilut in ihr (von Pe bis Chase) gehört zu Chochma, zum Licht Chaja oder zum Parzuf AB. Brija in ihr (von Chase bis Tabur) gehört zu Bina, zum Licht Neshama oder zum Parzuf SaG. Yezira und Assija in ihr (von Tabur abwärts) gehören zu SoN, zu den Lichtern Ruach Nefesh oder zum Parzuf MaHMaH und BoN (HaIlan, ab Zeichnung 3 bis zum Ende; man kann die Unterteilung jedes Parzuf gemäß den oben erwähnten Bchinot sehen).

[1] Auf Hebräisch ähnelt das Wort „würdig werden“ (liskot) dem Wort „reinigen“ (lesakot), wobei beide die gleiche Schreibweise haben (Lamed-Sajin-Chaf-Waw-Taw).

[2] Anm. d. Hrsg.: Die Inhalte in den eckigen Klammern dieser Einführung sind Ergänzungen von Rav Michael Laitman.

[3] Anm. d. Übers.: Lebenskraft, Vitalität

[4] Anm. d. Übers.: der unaussprechbare vierbuchstabige Name des Schöpfers

[5] Keter ist bekannt als die höchste Stufe von allen, die dem Schöpfer am nächsten steht und am reinsten (sach) ist.

[6] Plural von Siwug

[7] Or – „Haut“ – wird im Hebräischen mit „Ajn“ geschrieben und nicht mit „Alef“ wie in Or – „Licht“.

[8]  Yud – Hej– Waw – Hej, der unaussprechbare vierbuchstabige Name des Schöpfers

[9] M. Laitman: Sakutungenügendes Verlangen zu empfangen, um zu wünschen, wie der Schöpfer zu sein.

[10] M. Laitman: die Empfindung des Verlangens zu empfangen

[11] Im Hebräischen fängt das Wort Otiot mit dem Buchstaben Alef an.

[12] Wenn wir den Parzuf Galgalta in Zehn Sefirot teilen, dann ist Rosh KaCHaB, Toch CHaGaT und Sof NeHJM.

[13] Mochin: Plural von hebr. Moach – Gehirn

MU Serie – Die Bürgschaft, Baal HaSulam

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MU Serie – Die Gabe der Tora, Baal HaSulam

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Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen

Aus dem Buch „Pri Chacham“ (Frucht der Weisen, Band „Artikel“)

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.
Rabbi Akiva sagt, das sei die große Gesamtheit der Tora

Gesamtheit und Detail

Das oben erwähnte Zitat ist zwar eines der bekanntesten und meistzitierten Redensarten, doch wurde es immer noch nicht in seinem ganzen Umfang erläutert. Das, weil das Wort „Gesamtheit“ auf eine Summe von Details hinweist, die sich auf die obere Regel beziehen, wobei jedes einzelne Detail einen Teil in sich trägt, sodass das Versammeln all dieser Details diese Gesamtheit zustande bringt.

Und wenn wir sagen, „große Gesamtheit der Tora„, so bedeutet dies, dass alle Texte und alle 612 Mizwot (Gebote) die Gesamtsumme der Details darstellen, die sich auf den Vers beziehen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Es ist schwer zu verstehen, wie solch eine Aussage die Gesamtsumme aller Mizwot in der Tora enthalten kann? Es kann höchstens die Gesamtheit jenes Teiles der Tora und der Texte sein, welcher sich auf die Mizwot zwischen Mensch und Mensch bezieht. Doch wie könnte man den größeren Teil der Tora, der die Arbeit zwischen Mensch und Gott betrifft, in den Vers einschließen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“?

Was dir selbst verhasst ist, das tue deinem Nächsten nicht an

Wenn wir irgendwie den oberen Text glätten können, hier, was Hillel zu einem Fremden sagte, der zu ihm kam und darum bat, überzutreten, wie es in der Gemara heißt: „Mache mich zu einem Übergetretenen, und zwar lehre mich die ganze Tora, während ich auf einem Fuß stehe“.Er (Hillel) sagte zu ihm: „Was dir verhasst ist, das tu deinem Nächsten nicht (im heutigen Sprachgebrauch: Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu). Das ist die ganze Tora und alles andere ist nur die Interpretation, geh und lerne sie!“  Wir sehen, dass er ihm sagte, die ganze Tora sei die Interpretation des Verses: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Nun ist es nach den Worten von Hillel, dem Lehrer aller Kabbalisten seiner Zeit, vollkommen klar, dass es das vordergründige Ziel unserer heiligen Tora ist, uns auf jene erhabene Stufe zu bringen, wo wir diesen Vers einhalten können: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, weil es im Besonderen heißt: „alles andere ist nur die Interpretation, geh und lerne sie!“. Das bedeutet, dass man uns erklärt, wie wir zu diesem Gesetz kommen können.

Es verwundert, dass solch eine Aussage in den meisten Themen der Tora wahr sein kann, welche den Menschen und Gott betreffen, wenn doch jeder Anfänger offensichtlich weiß, dass es das Herzstück der Tora ist, und nicht die Erklärung von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Wir sollten außerdem die Bedeutung des Verses prüfen und verstehen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Die wörtliche Bedeutung davon ist es, deinen Nächsten im selben Maße zu lieben, wie du dich selbst liebst. Wie dem auch sei sehen wir, dass das Allgemeine damit überhaupt nicht standhalten kann. Wenn es heißen würde, liebe deinen Freund so sehr wie er dich liebt, gäbe es immer noch nicht viele Menschen, die es vollkommen einhalten könnten, doch es wäre akzeptabel.

Doch den anderen so sehr zu lieben wie ich mich selbst liebe scheint unmöglich zu sein. Sogar wenn es in der ganzen Welt nur eine Person außer mir gäbe wäre es unmöglich, und es ist noch weniger möglich, wenn die Welt voller Menschen ist. Mehr als das, wenn ein Mensch wen auch immer so lieben würde wie er sich selbst liebt, hätte er keine Zeit für sich selbst. Doch man muss bereitwillig die eigenen Bedürfnisse befriedigen, ohne Verzicht, denn man liebt sich selbst.

Was die Bedürfnisse der Allgemeinheit betrifft, ist dem nicht so; denn der Mensch hat keinen kräftigen Grund, der in ihm den Wunsch erwecken würde, für sie zu arbeiten- und sogar wenn er einen Wunsch hätte, würde er es dann wörtlich erfüllen können, würde seine Kraft standhalten? Und wenn dem nicht so ist, wie kann die Tora uns dazu verpflichten, etwas zu tun, was der Mensch überhaupt nicht einhalten kann?

Und wir sollten keineswegs annehmen, dies Geschriebene könne in der Form einer Übertreibung gesagt worden sein; denn wir werden durch den folgenden Vers erinnert: „Du sollst dem nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen“. Alle Kommentatoren waren sich darin einig, den Text wörtlich zu interpretieren. Mehr als das; sie sagten, dass man die Bedürfnisse seines Nächsten sogar dann befriedigen soll, wenn man selbst bedürftig ist. Sogar dann müssen wir die Bedürfnisse unseres Freundes befriedigen und unsere eigenen unbefriedigt lassen.

Die Tosfot (Ergänzungen in der Gemara) interpretierten bezüglich eines jeden, der einen israelitischen Sklaven kauft, dass es so ist, als kaufe er sich selbst einen Herren. Und die Tosfot interpretierten eine Situation, wenn man nur ein Kissen hat, dass wenn man selbst darauf liegt, man nicht das Gebot einhält: „Denn es ist ihm gut mit dir“. Und wenn man selbst nicht darauf liegt und das Kissen seinem Sklaven nicht gibt, dann ist dies eine sodomitische Regelung. Es stellt sich heraus, dass man ihn gegen den eigenen Willen an seinen Diener geben muss. Daraus folgt, dass man sich selbst einen Herrn kaufte.

Eine Mizwa (ein Gebot)

Das bringt einige Fragen auf: gemäß dem vorhergesagten, verstoßen wir alle gegen die Tora. Des Weiteren halten wir den vordergründigen Teil der Tora nicht ein, ihre Essenz, da wir die Details einhalten, nicht aber die Gesamtheit (nicht das eigentliche Gesetz). Es steht geschrieben: „wenn ihr den Willen des Schöpfers einhaltet, sind die Armen bei anderen, doch nicht bei dir“. Doch wie ist es möglich, dass es Arme geben wird, wenn jeder die Gesamtheit (das allgemeine Gesetz der Nächstenliebe) einhält, den Wunsch des Herrn, und seinen Nächsten wie sich selbst liebt?

Das Problem des hebräischen Sklaven bedarf eines weiteren Studiums: die Bedeutung des Textes ist es, dass man seinen Sklaven wie sich selbst lieben soll, sogar wenn es sich auf einen Ausländer oder einen Fremden bezieht, der kein Hebräer ist. Und man sollte sich nicht selbst entschuldigen, denn die Regelung für den Ausländer ist die Regelung für einen Hebräer, da „Ein Gesetz und eine Verordnung soll es geben, sowohl für dich als auch für den Ausländer der mit dir verweilt“. Das Wort „Ausländer“ meint auch einen „teilweise Übergetretenen“, also einen, der nicht die Tora annimmt, sondern sich nur dem Götzendienst entzieht. Es steht über solch eine Person geschrieben: „Du mögest sie an einen Ausländer geben, der in deinen Toren ist“.

Und das ist die Bedeutung von dem, was der Tana [1] sagt: „Derjenige, der ein Gebot erfüllt, neigt sich selbst und die ganze Welt der Seite des Verdienstes zu“. Und es ist sehr schwer zu verstehen, was die „ganze Welt“ damit zu tun hat? Und wir sollten uns nicht selbst rechtfertigen, es gehe um den Fall, wenn einer halb Gerechter, halb Sünder sei.

Man kann über sich selbst sehen, dass man halb Gerechter und halb Sünder sei, aber nicht über die ganze Welt als solche. Außerdem sollte der Text mit „ganz Israel“ beginnen, doch warum heißt es „die ganze Welt“? Bürgen wir für die ganze Welt? Fügen wir sie zu unserem Guthaben an guten Taten hinzu?

Wir müssen verstehen, dass unsere Weisen nur von dem praktischen Teil der Tora sprachen, welcher die Welt und die Tora zum ersehnten Ziel bringt. Wenn sie also von einer Mizwa (einem Gebot) sprechen, dann meinen sie mit Sicherheit eine praktische Mizwa. Und das ist sicherlich wie Hillel sagt, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Es ist durch diese Mizwa allein, dass der Mensch das wahre Ziel erreicht, nämlich die Verschmelzung mit dem Schöpfer. Tatsächlich siehst du, dass der Mensch durch diese Mizwa die ganze Welt und das Ziel aufrechterhält.

Nun stellt sich nicht mehr die Frage nach den Mizwot zwischen Mensch und Gott, da die praktischen von ihnen den gleichen Zweck haben, den Körper zu reinigen, der letzte Punkt, von dem es heißt, den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Die unmittelbare Phase danach ist die Verschmelzung.

Und darin gibt es das Allgemeine (die Gesamtheit) und das Detail. Wir gehen vom Detail zum Allgemeinen, da das Allgemeine zum Endziel führt. Tatsächlich macht es mit Sicherheit keinen Unterschied, von welcher Seite wir beginnen, vom Detail oder vom Allgemeinen, solange wir beginnen und nicht still bleiben, bis wir unser Ziel erreichen.

Und mit Ihm verschmelzen

Es bleibt immer noch Raum, um zu fragen: wenn der Zweck der Tora und der ganzen Schöpfung nichts anderes ist, als die niederträchtige Menschheit zu erheben, bis wir schließlich dieser prächtigen Erhabenheit – der Verschmelzung mit dem Schöpfer – würdig werden, so hätte der Schöpfer uns doch gleich in dieser Erhabenheit erschaffen können, anstatt uns mit der Arbeit zu erschweren, die es in der Schöpfung und in der Tora und den Mizwot gibt.

Wir könnten das mit den Worten unserer Weisen erklären: „Einer, der isst, was nicht Seines ist, fürchtet sich, einem ins Gesicht zu schauen“. Das meint, dass jeder, der die Früchte der Arbeit von anderen verzehrt, sich fürchtet (schämt), seine eigene Gestalt anzuschauen, denn seine Gestalt ist unmenschlich.

Da kein Mangel von Seiner Vollkommenheit ausgehen kann, bereitete er Arbeit für uns vor, dass wir die Arbeit unserer eigener Hände genießen könnten. Deswegen erschuf er das Geschöpf in seiner niederen Form. Die Arbeit in der Tora und in den Mizwot erhebt uns aus der Niederträchtigkeit der Schöpfung, und durch sie erreichen wir unsere Erhabenheit selbstständig. Dann empfinden wir nicht den Genuss und die Wonne, als kämen sie von einer großzügigen Hand, als Geschenk, sondern wir nehmen uns als Besitzer dieses Genusses wahr.

Doch wie dem auch sei, wir müssen immer noch die Quelle der Niederträchtigkeit nachvollziehen, die wir fühlen, wenn wir ein Geschenk erhalten. Naturwissenschaftler wissen, dass die Natur eines jeden Zweiges es ist, der Wurzel nahe zu sein. Der Zweig liebt auch jede Verhaltensweise der Wurzel. Nach dem gleichen Prinzip bleibt auch der Zweig allem fern, was es in der Wurzel nicht gibt, er kann es nicht dulden und wird dadurch geschädigt.

Und da unsere Wurzel der Schöpfer ist, und Er nicht empfängt, sondern gibt, fühlen wir Leid und Erniedrigung bei jedem Empfang von einem anderen.

Nun verstehen wir den Zweck davon, mit Ihm zu verschmelzen. Die Erhabenheit der Verschmelzung ist lediglich die Übereinstimmung des Zweiges mit seiner Wurzel, und der ganze Sinn der Niederträchtigkeit ist nur die Entfernung von der Wurzel. Mit anderen Worten wird jedes Geschöpf, dessen Wege zum Geben hin korrigiert sind, erhaben und fähig, mit Ihm zu verschmelzen. Jedes Geschöpf dagegen, dessen Weg das Empfangen und die Selbstliebe ist, ist erniedrigt und weit vom Schöpfer entfernt.

Als ein Heilmittel wurden uns die Tora und die Mizwot gegeben. Am Anfang müssen wir sie Lo Lishma einhalten, d.h. um der Belohnung willen. Das ist während des Zeitraumes von Katnut (des Kleinseins) der Fall, während der Erziehungsphase. Wenn man erwachsen wird, wird einem beigebracht, die Tora und die Mizwot Lishma einzuhalten, d.h. um dem Erschaffer Genuss zu bereiten, und nicht aus Selbstliebe.

Doch wir wissen immer noch nicht, was dieses Reinigen ist. Wenn wir das zuvor Erwähnte beachten, so wissen wir dass „der Mensch als ein wilder Esel auf die Welt kommt“. Und wir sind vollkommen in den Schmutz und die Niederträchtigkeit des Empfanges für sich selbst und der Selbstliebe getaucht, ohne jeglichen Funken von Liebe zum Nächsten und vom Geben. In diesem Zustand befindet sich der Mensch am entferntesten Punkt von der Wurzel.

Wenn man wächst und durch Tora und Mizwot erzogen wird, und zwar bestimmt durch das Ziel, seinem Erschaffer Freunde zu bringen, und nicht aus Selbstliebe, kommt man zu der Stufe des Gebens an den Nächsten. Man gelangt zu dieser Stufe durch das natürliche Heilmittel, welches im Studium der Tora und der Mizwot Lishma eingeschlossen ist, von welchem der Geber der Tora weiß, wie unsere Weisen sagten: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, und ich schuf die Tora als Gewürz (Heilmittel)“.

Dadurch entwickelt sich das Geschöpf auf den Stufen der hohen Erhabenheit, bis man jegliche Form von Selbstliebe und Empfangen für sich selbst verliert. In diesem Zustand ist jede Eigenschaft des Menschen, entweder zu geben, oder zu empfangen um zu geben. Unsere Weisen sagten darüber: „Die Mizwot wurden nur gegeben, um die Menschen durch sie zu reinigen“, und dann steigt man zu seiner Wurzel auf, wie es heißt, „und mit Ihm zu verschmelzen“.

Zwei Teile der Tora: zwischen Mensch und Gott und zwischen Mensch und Mensch

Sogar wenn wir sehen, dass es in der Tora zwei Teile gibt: einmal die Mizwot zwischen Mensch und Gott, und zweitens die Mizwot zwischen Mensch und Mensch, sind sie doch beide das Gleiche. Das bedeutet, dass ihr eigentlicher Zweck und das ersehnte Ziel Eins sind, und zwar Lishma.

Es macht keinen Unterschied, ob der Mensch für seinen Nächsten oder für den Schöpfer arbeitet. Das hat zum Grund, dass es in uns durch die Natur der Schöpfung eingemeißelt ist, dass alles, was von außen kommt, uns leer und irreal erscheint.

Deswegen sind wir gezwungen, bei Lo Lishma anzufangen. Rambam [2] sagt: „unsere Weisen sagten: „Man muss immer die Tora studieren, und zwar sogar Lo Lishma, denn von Lo Lishma kommt man zu Lishma“. Wenn man also die Kleinkinder, die Frauen und die Sklaven lehrt, lehrt man sie, aus Angst heraus zu arbeiten, und um belohnt zu werden, bis sie Wissen anhäufen und Weisheit ansammeln. Anschließend wird ihnen das Geheimnis allmählich offenbart, und sie werden sanft an dieses Thema gewöhnt, bis sie Ihn schließlich erkennen und wissen und Ihm aus Liebe dienen“.

Wenn man dabei seine Arbeit in Liebe und Geben zum Nächsten vollendet und beim höchsten Punkt ankommt, vollendet man auch seine Liebe und sein Geben dem Schöpfer gegenüber. In diesem Zustand gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden, da alles, was außerhalb des Körpers eines Menschen ist, d.h. außerhalb seines Selbstinteresses, auf gleiche Weise beurteilt wird- ob es darum geht, seinem Nächsten zu geben, oder seinem Erschaffer Freude zu bringen.

Das ist es, was Hillel Hanasi meinte, und zwar dass „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ das absolute Ziel in der Praxis sei. Denn das ist die klarste Form für den Menschen.

Wir sollen nicht über die Taten irren, denn diese werden vor die Augen des Menschen gesetzt. Und wisse, dass wenn man die Bedürfnisse des Nächsten vor die eigenen stellt, dass das Geben ist. Deswegen definiert Hillel das Ziel nicht als „Und du sollst den Ewigen deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen“, denn es ist tatsächlich beides das Gleiche. Es ist so, weil man auch seinen Freund mit seinem ganzen Herzen und seiner ganzen Seele und seinem ganzen Vermögen lieben soll, denn das ist der Sinn der Worte „wie dich selbst“. Immerhin liebt man sicherlich sich selbst mit seinem ganzen Herzen und Seele und Vermögen, doch hinsichtlich des Schöpfers könnte man sich irren, und mit dem Freund liegt es immer vor den Augen.

Warum wurde die Tora nicht den Vorvätern gegeben?

Das beantworten die ersten drei Fragen. Doch es bleibt immer noch die Frage, wie es möglich ist, dies einzuhalten, denn es scheint unmöglich. Du sollst wissen, dass dies der Grund ist, aus dem die Tora nicht den Vorvätern gegeben wurde, sondern ihren Kindeskindern, die eine ganze Nation waren, bestehend aus 600.000 Männern beginnend vom Alter von 20 Jahren. Sie bekamen sie, nachdem sie gefragt wurden, ob jeder von ihnen gewillt sei, diese Arbeit und dieses erhabene Ziel auf sich zu nehmen.

Nachdem jeder einzelne sagte: „Wir werden tun und wir werden hören“, wurde es möglich. Denn zweifellos, wenn 600.000 Männer keinen anderen Willen haben, als Wache zu stehen und darauf zu achten, dass ihre Freunde keinen einzigen unerfüllten Wunsch haben, und sie es sogar liebend tun, mit ihrer ganzen Seele und ihrem ganzen Vermögen, besteht absolut kein Zweifel, dass es niemanden im ganzen Volk geben wird, der sich um seinen Unterhalt kümmern müsste. Und zwar, weil er 600.000 liebende und treue Menschen haben wird, die sicherstellen werden, dass kein einziger seiner Wünsche unbefriedigt bleibt.

So beantworten wir die Frage, warum die Tora nicht unseren heiligen Patriarchen gegeben wurde. Das hat zum Grund, dass in einer kleinen Gruppe von Menschen die Tora nicht eingehalten werden kann. Es ist unmöglich, mit der Arbeit von Lishma zu beginnen, wie es oben beschrieben wurde. Deswegen wurde ihnen die Tora nicht gegeben.

Ganz Israel bürgt füreinander

Im Lichte des oben Gesagten können wir die verwirrende Redensart unserer Weisen verstehen, die sagten: „Ganz Israel bürgt füreinander“. Außerdem fügt Rabbi Elazar, der Sohn von Rabbi Shimon hinzu, dass „die Welt nach der Mehrheit beurteilt“ werde.

Es folgt, dass wir auch für alle Völker der Erde verantwortlich sind. Ich wundere mich; das scheint etwas zu sein, was der Verstand nicht dulden kann. Wie kann einer für die Sünden des anderen verantwortlich sein, den er nicht kennt? Es heißt im Besonderen: „Die Väter sollen nicht wegen ihrer Söhne getötet werden, und die Söhne sollen nicht wegen ihrer Väter getötet werden; jeder Mensch sollte für seine eigene Sünde hingerichtet werden“.

Nun können wir leicht die Bedeutung der Worte verstehen. Es ist schier unmöglich, die Tora und die Mizwot einzuhalten, wenn nicht die ganze Nation teilnimmt. Es stellt sich heraus, dass jeder Einzelne verantwortlich für seinen Freund wurde. Das meint, dass die Abtrünnigen diejenigen, welche die Tora einhalten, dazu bringen, in ihrem Schmutz zu verweilen. Sie können nicht korrigiert werden, und nicht zum Geben und zur Liebe zum Nächsten gelangen, ohne dass die Abtrünnigen daran teilnehmen. Wenn also einige im Volk Sünder sind, bringen sie den Rest des Volkes dazu zu leiden.

Im Midrash heißt es, „Israel, einer von ihnen sündigt und sie alle fühlen es“. Rabbi Shimon sagte darüber: „Es ist wie bei Menschen, die in einem Boot sitzen. Einer von ihnen nimmt einen Bohrer und beginnt, unter seinem Sitz zu bohren. Seine Freunde sagten ihm: „Was tust du?“ Er antwortete, „Warum sollte es euch kümmern? Bohre ich nicht etwa unter mir?“ Sie antworteten, „Das Wasser überschwemmt das Boot“ Wie wir oben erklärt haben, da die Abtrünnigen in Selbstliebe getaucht sind, schaffen ihre Taten eine Stahlmauer, welche diejenigen, welche die Tora einhalten, davon abhält, auch nur zu beginnen, die Tora und die Mizwot auf richtige Weise einzuhalten.

Nun werden wir die Worte von Rabbi Elazar, dem Sohn von Rabbi Shimon, klären, der sagt: „Da die Welt nach der Mehrheit gerichtet wird, und das Individuum nach der Mehrheit gerichtet wird, gilt, dass wenn ein Einzelner eine Mizwa ausführt, gesegnet sei er, denn er neigt sich selbst und die ganze Welt der Waagschale (der Seite) des Verdienstes zu. Wenn er eine Sünde begeht, wehe ihm, denn er neigt sich selbst und die ganze Welt der Waagschale der Schuld zu. Wie es heißt, `doch ein Sünder zerstöret viel Gutes´“.

Wir sehen, dass Rabbi Elazar, der Sohn von Rabbi Shimon, das Thema von Arwut (der gegenseitigen Verantwortung/ Bürgschaft) sogar verschärft, indem er sagt, „die Welt wird nach der Mehrheit gerichtet“. Das ist so, weil er der Meinung ist, dass es nicht genügt, wenn ein Volk die Tora und die Mizwot empfängt. Entweder kam er zu dieser Meinung durch Betrachtung der Realität, denn wir sehen, dass das Ende noch nicht gekommen ist, oder empfing er sie von seinen Lehrern.

Der Text (der Schrift) unterstützt ihn auch, indem er uns verspricht, dass sich in der Zeit der Erlösung „die Erde mit dem Wissen des Herren füllen“ wird, und auch, „und alle Völker werden zu Ihm fließen“, und viele andere Verse. Das ist der Grund, warum er Arwut durch die Teilnahme der ganzen Welt bedingte. Es zeigt, dass ein Einzelner nicht durch das Einhalten der Tora und der Mizwot zum erwünschten Ziel gelangen kann, wenn es nicht durch die Hilfe aller Menschen in der Welt geschieht.

Also beeinflusst jede einzelne Mizwa, die der Mensch ausführt, die ganze Welt. Es gleicht einem Menschen, der in einer Waagschale ein gewisses Gewicht von Bohnen abwiegt. So wie jede einzelne Bohne, die man in die Waagschale legt, die erwünschte Endentscheidung ausschlaggebend beeinflusst, ist auch jede Mizwa, die ein Einzelner ausführt, damit sich die Welt mit dem Wissen des Schöpfers fülle, dazu beiträgt, dass die Welt sich entwickeln würde und dass man zu diesem Gesetz gelangen würde.

Es steht geschrieben, „Doch ein Sünder zerstöret viel Gutes“. Das meint, dass die Sünde eines Einzelnen das Gewicht auf der Waagschale reduziert, als würde jener Mensch die Bohnen zurücknehmen, die er auf die Schale legte. Dadurch wendet er die Welt nach hinten.

Warum wurde die Tora an Israel gegeben?

Nun können wir die Frage beantworten: „Warum wurde die Tora dem Volk Israel gegeben, ohne die Teilnahme aller Völker in der Welt?“ In Wahrheit ist es so, dass sich das Schöpfungsziel auf das gesamte Menschengeschlecht bezieht, niemanden ausgenommen. Doch wie dem auch sei war es wegen der Niederträchtigkeit der Natur der Schöpfung und deren Macht über die Geschöpfe nicht möglich für den Menschen, dazu fähig zu sein, zu verstehen, sie in die Knie zu zwingen, und sich damit einverstanden zu geben, sich über sie zu erheben. Sie zeigten kein Verlangen, aus den Schranken der Selbstliebe auszutreten, und zur Übereinstimmung der Form zu gelangen, welche die Verschmelzung mit den Eigenschaften des Schöpfers ist. Wie unsere Weisen sagten, „Wie Er barmherzig ist, so sollst auch du barmherzig sein“.

Und wegen des Verdienstes der Vorväter hatte das Volk Israel Gelingen darin, nachdem sie sich im Verlauf von vierhundert Jahren entwickelt und ausgebildet hatten, und sich der Seite des Verdienstes zugeneigt hatten. Und jeder einzelne von den Mitgliedern der Nation trat durch diese Annahme der Nächstenliebe in das Sein eines kleinen Volkes inmitten von siebzig großen Völkern ein, wobei jedem Einzelnen aus dem Volk Israel Hundert und mehr Götzendiener gegenüberstehen. Und als sie die Nächstenliebe auf sich nahmen, wurde die Tora gerade dem israelischen Volk zur Selbstvervollkommnung gegeben.

Doch das Volk Israel wurde dazu bestimmt, der „Vermittler“ (der „Übergang“) zu sein. Das meint, dass insoweit wie Israel sich durch das Einhalten der Tora reinigt, es seine Kraft an den Rest der Völker weiterleitet. Und sobald sich auch der Rest der Völker der Waagschale des Verdienstes zuneigt, wird sich der Messias offenbaren. Und zwar, weil die Rolle des Messias es ist, nicht nur Israel für das Endziel der Verschmelzung mit Ihm zu qualifizieren, sondern alle Völker die Wege Gottes zu lehren, wie der Vers sagt: „Und alle Völker werden in Ihn hineinfließen“.

 

[1] Einer der Weisen der Mishna, des Grundstücks des Talmuds
[2] RAMBAM: Rav Moses ben Maimonides, 13 Jh., Kabbalist und Interpret der Tora und anderer Bücher der Schrift und des Talmuds.

 

MU Serie – Der Frieden, Baal HaSulam

Unterrichtsserie von Rav Michael Laitman

Der Frieden, Artikel von Baal HaSulam

11 Unterrichte

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 7.11. 2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 8.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 9.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 13.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 14.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 15.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 16.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 19.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 20.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 21.11.2017

 

Baal HaSulam, „Der Frieden“, 22.11.2017