Die Tora – ein Rettungsseil

Tatsächlich stellt jedoch die ganze Tora (wie die offene so auch die verhüllte) die Gedanken des Schöpfers dar, ohne jeglichen Unterschied. Das gleicht einem Menschen, der im Fluss ertrinkt. Sein Freund wirft ihm ein Seil zu, um ihn zu retten. Wenn der Ertrinkende das Seil an dem ihm näheren Ende fängt, dann wird sein Freund ihn retten und aus dem Fluss ziehen können.

So gleicht auch die Tora, die ganz aus den Gedanken des Schöpfers besteht, einem Seil, welches der Schöpfer den Menschen zuwarf, um sie zu erretten und aus den Klipot herauszuziehen. Und das Ende des Seils ist jedem nahe, was die offene Tora meint, die keinerlei Absicht und Gedanken bedarf. Mehr als das: Sogar wenn im Streben zur Korrektur bei ihm ein verderblicher Gedanke entsteht, wird das auch vom Schöpfer angenommen, wie es geschrieben steht: „Immer soll der Mensch die Tora studieren und Gebote erfüllen, sogar für sich, weil man von der Absicht für sich zur Absicht für den Schöpfer gelangt.“

Daher ist die Methodik der Kabbala jenes Ende des Seils, und es gibt in der Welt keinen Menschen, der es nicht festhalten könnte. Und wenn er gut festhält, das heißt, dessen gewürdigt wird, Handlungen für den Schöpfer und nicht für sich auszuführen, erreicht er die Ähnlichkeit mit den Eigenschaften des Schöpfers, was der Sinn des zuvor Gesagten ist: „und mit Ihm zu verschmelzen“.

Und dann wird dem Menschen die Erkenntnis aller Gedanken des Schöpfers zuteil, die als Geheimnisse und „Geschmäcker“ der Tora bezeichnet werden und den übrig gebliebenen Teil des Seils darstellen. Dessen wird er allerdings nicht gewürdigt, bis er, wie oben gesagt, die volle Verschmelzung erreicht.

Und dass wir die Gedanken des Schöpfers, das heißt Geheimnisse und „Geschmäcker“ der Tora, mit einem Seil vergleichen, rührt daher, dass in der Angleichung an die Eigenschaften des Schöpfers eine Vielzahl an Stufen existiert. Daher gibt es eine Vielzahl an Stufen in dem Teil des Seils, welches in Ihm enthalten ist, das heißt in der Erkenntnis der Geheimnisse der Tora.

Aus dem Artikel zum Abschluss des Buches Sohar

 

Einführung in das Buch Panim Meirot uMasbirot (Neuübersetzung 2020)

Einführung in das Buch Panim Meirot uMasbirot (Neuübersetzung 2020)

1) Am Ende des Ukzin [letzte Abhandlung in der Mishna] steht geschrieben: „Der Schöpfer fand kein Gefäß außer dem Frieden, das einen Segen für Israel birgt, wie geschrieben steht: ‚Der Herr wird Seinem Volk Kraft geben; der Herr wird Sein Volk mit Frieden segnen.'“

Hier gibt es eine Menge zu lernen:

Erstens: Wie haben sie bewiesen, dass nichts besser für Israel ist als der Frieden?

Zweitens: Der Text sagt ausdrücklich, dass der Frieden selbst der Segen ist, denn es steht geschrieben: „Kraft geben und mit Frieden segnen“. Ihrer Meinung nach hätte es heißen müssen: „im Frieden geben“.

Drittens: Warum wurde dieser Satz an den Schluss der Mishna geschrieben? Außerdem müssen wir die Bedeutung der Worte „Frieden“ und „Kraft“ verstehen und was sie bedeuten. Weiterlesen

Die Freiheit (Übersetzung 2020)

Freiheit des Willens

Freude und Schmerz

Das Gesetz der Kausalität

Vier Faktoren

Der erste Faktor: Die Quelle, das Ausgangsmaterial

Der zweite Faktor: Ursache und Wirkung, die sich aus sich selbst ergeben

Der dritte Faktor: Interne Ursache und Wirkung

Der vierte Faktor: Ursache und Wirkung durch fremde Kräfte

Ererbter Besitz

Einfluss der Umwelt

Gewohnheit wird zur zweiten Natur

Externe Faktoren

Freie Wahl

Die Umwelt als Faktor

Die Notwendigkeit, eine gute Umgebung zu wählen

Die Kontrolle des Verstandes über den Körper

Die Freiheit des Einzelnen

Die allgemeine Form der Vorväter geht nie verloren

Die Notwendigkeit, die Freiheit des Einzelnen zu bewahren

Der Wille zu empfangen (Razon lekabel) – Existenz aus Nichtexistenz (Jesh mi Ajn)

Zwei Kräfte im Willen zu empfangen: Eine anziehende Kraft und eine abweisende Kraft

Ein Gesetz für alle Welten

Folge dem Kollektiv

Ein Weg der Tora und ein Weg des Leidens

Das Recht des Kollektivs, dem Einzelnen die Freiheit zu entziehen

Für das soziale Leben in der Gesellschaft gilt „Folge dem Kollektiv“

Für das spirituelle Leben gilt „Folge dem Individuum“

Kritik bringt Erfolg, mangelnde Kritik führt zu Dekadenz

Das Erbe der Vorfahren

Zwei Aspekte: A) Potentielle Kraft, B) Verwirklichende Kraft

Zwei Schöpfungen: A) Der Mensch, B) Eine lebende Seele

Freiheit vom Engel des Todes

 

Von Yehuda Ashlag

„In Steintafeln gemeißelt (charut al haLuchot)“

Lies nicht „charut“ („gemeißelt“),

sondern „cherut“ („Freiheit“).

Um zu zeigen, dass sie vom Engel des Todes befreit sind.

(Midrash Shemot Rabba, 41)

Diese Worte bedürfen der Klärung, denn wie hängt das Empfangen der Tora mit der Befreiung des Menschen vom Tod zusammen? Und nachdem sie einmal einen unsterblichen, ewigen Körper durch das Empfangen der Tora erhalten hatten – wie konnten sie ihn wieder verlieren? Kann denn das Ewige verloren gehen? Weiterlesen

Das Gebot der Arbeit

Am Anfang [des Studiums der Weisheit der Kabbala] muss der Mensch mehr als seine Vernunft es zulässt glauben, dass die Höhere Kraft, der Schöpfer, seinen Geschöpfen Gutes tun will. Deshalb wurde der Mensch erschaffen und in ihn das Verlangen, die Sehnsucht nach Genuss eingepflanzt. Der Grund ist, dass dies die einzige Möglichkeit ist, ein Kli (Gefäß) zu schaffen, um Genuss empfangen zu können. Der Mensch kann nämlich nur etwas genießen, wonach er sich sehnt. Er kann zwar etwas empfangen, wonach er sich nicht sehnt, dies genießt er aber nicht, denn das Kli für den Genuss ist das Begehren oder die Sehnsucht.

Dies muss jedoch über der Verstand geschehen, denn wenn er innerhalb der Verstandes beurteilt, empfindet der Mensch die Vorsehung der Höheren Kraft nicht als wohlwollend. Er empfindet eher das Gegenteil. Deshalb heißt es, dass man über dem Verstand glauben muss, dass dies so ist.

Doch wenn die Führung der Höheren Kraft nur gut und Gutes tuend ist, warum wird dies dann vom Menschen nicht innerhalb des Verstandes empfunden? Darüber lernt man in der Kabbala, dass die Korrektur nur durch das “Brot der Scham“ [die Empfindung des Retters] ausgelöst wird. Solange der von der Höheren Kraft geschaffene Mensch keine Kelim (Gefäße) des Gebens hat, kann er das Licht nicht sehen und bleibt im Dunkeln.

Glaubt der Mensch an die Freude und das Vergnügen, welche über dem Verstand existieren, beginnt er, das Böse mit seinem Verstand wahrzunehmen. Das heißt, gerade weil dieser Mensch über seinem Verstand glaubt, dass die Höhere Kraft ihm Freude und Vergnügen gibt und deshalb nur Gutes sieht, gelangt er zur Erkenntnis des Bösen. Denn dadurch spürt er in all seinen Organen [gemeint sind Verlangen] die Macht des Bösen – des Empfangens für sich selbst – welches ihn daran hindert, all das Gute zu empfangen.

Dementsprechend bringt der Glaube über dem Verstand ihn dazu, innerhalb des Verstandes seinen Widersacher zu spüren, sein Ego. Dieses hindert ihn daran, das Gute zu erlangen. Es ist das Prinzip, dass der Mensch in dem Maße, in dem er an Freude und Genuss über dem Verstand glaubt, er auch das Böse wahrnimmt und sich dessen bewusst wird.

Später gibt dem Menschen die Erkenntnis des Bösen das Gefühl der Freude und des Genusses, denn die Erkenntnis bringt ihn dazu, das Böse, welches er in seinen Organen spürt, zu korrigieren.

Dies geschieht in erster Linie durch das Gebet, wodurch er zur Dwekut (Anhaftung) mit der Höheren Kraft kommt. Er bittet die Höhere Kraft um die Kelim des Gebens, damit ihm durch sie das Ziel der Lenkung offenbart wird. Das würde bedeuten, dass es keine Verhüllung mehr geben müsste, da der Mensch bereits Kelim hat, die dafür vorbereitet sind, das ganze Gute empfangen zu können.

 

Die Prophezeiung von Baal HaSulam

Die Prophezeiung von Baal HaSulam

(Aus einem Manuskript)

„Und es geschah in den Tagen des Krieges, in den Tagen des schrecklichen Gemetzels.“ Und ich betete und weinte die ganze Nacht hindurch bitterlich. Und es war in der Morgendämmerung. Siehe es schien, als hätten sich alle Menschen der Welt in meiner Phantasie in einer Gruppe versammelt. Und ein Mann schwebte zwischen ihnen mit seinem Schwert über ihren Köpfen und peitschte auf ihre Köpfe ein. Die Köpfe flogen in die Höhe, und ihre Leichname fielen in ein großes Becken und wurden zu einem Meer von Knochen. Weiterlesen

Das Heilmittel des Erinnerns

Erinnern und Vergessen, Bewahren und Verlieren

Während der Zeit des Exils, dem Aspekt „Welt von Nukwa“, besteht die Arbeit im „Bewahren“. Jemand, der bei dieser Arbeit Fehler macht, kann verlieren, was ihm gegeben wurde. Und Dwekut (Anhaftung) in dieser Welt geschieht durch die Kraft des Bewahrens. Die Verschönerung der Kraft des Bewahrens geschieht durch die Erhebung der Gefühle, ebenso wie durch die Erhebung seiner Vollkommenheit und der Stärke seiner Dwekut. Weiterlesen

Gleichnis über die Erhebung des Dieners

Aus dem Brief Nr. 1

Es steht geschrieben: „Denn ein Hoher wacht hoch über dem Hohen und über ihnen – die Höchste Gewalt.“ Da eine heftige Antwort nun erforderlich ist, werde ich dir antworten, dass alle an die persönliche Vorsehung glauben, aber niemand haftet sich an sie an.

Der Grund dafür ist, dass kein fremder und fauler Gedanke dem Schöpfer, der der Inbegriff von „Gut und Gutes Tuend“ ist, zugeschrieben werden kann. Nur den wahren Dienern Gottes jedoch wird das Wissen der persönlichen Vorsehung gewährt, dass Er alles erschuf, was dem vorausging, beides, das Gute und das Böse gemeinsam. Dann sind sie angehaftet an die persönliche Vorsehung, denn alle, die mit dem Reinen verbunden sind, sind rein. Weiterlesen

Die Weisheit Israels im Vergleich zu den äußeren Weisheiten

Von Rav Yehuda Ashlag

Der Standard, nach dem eine Weisheit bewertet werden kann

Der Wert jeder Weisheit in der Welt richtet sich nach der verfolgten Absicht. Dies ist das Ziel, auf das alle Untersuchungen abzielen. Daher ist eine Weisheit ohne eine bestimmte Absicht undenkbar, außer für Kleinkinder, die zum Zeitvertreib spielen; die Absicht entspricht ihrer Größe. Aus diesem Grund wird eine Weisheit nicht nach Scharfsinn und Können beurteilt, sondern nach der Belohnung, die durch die Absicht erzielt wird. Weiterlesen

Es ist nicht die Zeit, das Vieh zu sammeln

Von Rav Yehuda Ashlag

„Es ist nicht die Zeit, das Vieh zu sammeln. Tränkt die Schafe, und geht hin, weidet sie!“ (Genesis 29:7). Es ist bekannt, dass alle Worte der Gerechten sich nach oben wenden, wie ihm gesagt wurde: „Und es wurde von den Hirten von Haran offenbart.“ Denn es war nicht möglich, den Stein von der Brunnenöffnung – der Enthüllung von Rachel – wegzurollen, bevor nicht alle Herden gesammelt wurden und der Stein von der Brunnenöffnung weggerollt wurde. Weiterlesen

Die Bedeutung von Empfängnis und Geburt

Artikel von Yehuda Ashlag (Baal HaSulam)


1 Die Regeln

Im Allgemeinen und Besonderen

Die Überprüfung des in der Schöpfung Kundigen wird im ersten Konzept als Nachahmung der Arbeit des Schöpfers definiert. Die Arbeit des Schöpfers wird als „Vorsehung“ oder „Natur der Schöpfung“ bezeichnet.

Die Geschöpfe kann man nicht als „Körper“ bezeichnen, sondern eher als Materie aus Fleisch und Blut in einfacher (unbelebter) Form, völlig amorph. Das hängt damit zusammen, dass alles, was unter den Begriff Form fällt, als eine spirituelle Kraft betrachtet wird und nicht als ein Körper. Weiterlesen

600 000 Seelen

(Vorbemerkung des Übersetzers: „Seele“ hat zwei Übersetzungen im Hebräischen:
Nefesh, Pl. Nefashot, die niedrigere Stufe der Seele
Neshama, Pl. Neshamot, die höhere Stufe der Seele
Wenn im folgenden Text hinter dem Wort „Seele“ nichts in Klammern steht, ist immer von der „Neshama“ die Rede.)


Es heißt, dass es 600 000 Seelen gibt, und jede Seele teilt sich in mehrere Funken. Wir müssen nun verstehen, wie es für das Spirituelle möglich ist, sich zu teilen, da anfänglich nur eine Seele, die Seele von Adam haRishon, erschaffen wurde.

Meiner Meinung nach gibt es tatsächlich nur eine Seele (Neshama) in der Welt, wie es in 1. Moses 2,7 steht: „Und blies den Odem (Neshama) des Lebens in seine Nasenlöcher.“ Die gleiche Seele existiert in allen Kindern Israels, in jedem einzelnen – vollständig – wie in Adam haRishon, da das Spirituelle unteilbar ist und nicht geteilt werden kann – dies ist eher ein Zeichen von physischen Dingen.

Die Aussage, dass es 600 000 Seelen und Seelenfunken gibt, erweckt den Anschein, als wäre sie durch die Kraft des Körpers eines jeden Menschen geteilt worden. Mit anderen Worten: Zuerst trennt der Körper und verhindert das Strahlen der Seele vollständig, und durch die Kraft von Tora und Mizwot wird der Körper gereinigt; und im Ausmaß seiner Reinigung leuchtet die gemeinsame Seele auf ihn.

Aus diesem Grund werden zwei Unterscheidungen im leiblichen Körper gemacht:

Bei der ersten Unterscheidung empfindet man seine Seele als ein einzelnes Organ und begreift nicht, dass es sich dabei um die Gesamtheit Israels handelt. Und dies ist wirklich ein Fehler, der das oben Erwähnte mit sich bringt.

In der zweiten Unterscheidung scheint das wahre Licht der Seele Israels nicht in seiner ganzen Strahlkraft auf ihn, sondern nur in dem Maße, wie er sich durch die Rückkehr zur Gemeinschaft gereinigt hat.

Das Zeichen für die vollständige Korrektur des Körpers ist, wenn man fühlt, dass die eigene Seele in der ganzen Gemeinschaft Israels existiert. Denn man fühlt sich dann nicht mehr als Individuum, da man von den anderen abhängig ist. Zu diesem Zeitpunkt ist er vollkommen, ohne Makel, und die Seele scheint auf ihn wahrhaftig in ihrer ganzen Kraft, so wie sie in Adam haRishon erschien, wie in „Er, der atmete, atmete von Ihm aus“.

Dies ist die Bedeutung der drei Zeitabschnitte eines Menschen:

  1. Der Zustand des Seelenfunkens, in der Bedeutung einer Handlung in Form von Funken, wie in „Erlaubt und Verboten“.
  2. Der Zustand der individuellen Seele, ein einzelner Teil der 600 000. Sie ist dauerhaft vollendet, aber ihr Fehler ist mit ihr. Das bedeutet, dass sein Körper nicht die Gesamtheit der Seele aufnehmen kann und sich selbst als individuell empfindet, was ihm viel Liebesschmerz bereitet.

Anschließend nähert er sich der Vollkommenheit, der gesamten Seele, da der Körper gereinigt und ganz dem Schöpfer geweiht ist und keine Maßnahmen oder Abschirmungen aufstellt und vollständig in die Gesamtheit Israels integriert ist.

Wir haben gelernt, dass, „wenn auch nur ein einzelner Mensch in völliger Umkehr vor seinen Meister treten würde, der König Messias sofort erscheinen würde“.

Und beachte die Erklärung dafür, denn [unsere Weisen] sagten: „Moses ist gleich 600 000.“ Wir müssen dies verstehen, dass es zweimal 600 000 Seelen gibt – die Seele von Moses und die Seelen von Israel.

Aber wie oben gesagt ist die Wahrheit, dass es nicht mehr als eine Seele gibt, die in dem Maße erkennbar ist, in dem jede einzelne Seele (Nefesh) sich von ihrer Verunreinigung reinigt und säubert.

Wenn also alle Seelen (Nefashot, Pl. von Nefesh) korrigiert sind, werden sie jeden Aspekt der Höheren Seele von Azilut zu jeder einzelnen Seele (Nefesh) anziehen, da das Spirituelle unteilbar ist. Zu dieser Zeit „wird der Ewige König sein über die ganze Erde“ (Sacharja 14,9). Wenn daher auch nur einer einzigen Seele (Nefesh) die vollständige Reinheit fehlen würde, wird die Ausdehnung der Kedusha (Heiligkeit) in jeder Seele (Nefesh) von Israel fehlen.

Sobald jedoch eine einzige Seele (Nefesh) aus Israel von all ihrer Verunreinigung gereinigt sein wird, wird sie die ganze Seele von Azilut auf sich ziehen, und durch sie werden alle Seelen (Nefashot) ihrer Generation korrigiert. Das ist die Bedeutung der Abhängigkeit des einen vom anderen, wie es geschrieben steht (Sanhedrin 11): „Er war würdig, dass die Shechina auf ihm war, aber seine Generation war ihrer nicht würdig.“

Der Inhalt dieser Worte ist verblüffend, dass dieselbe Seele, die mit der Reinigung belohnt wurde, sofort danach strebt, die Gnade der Generation zu erhöhen und um sie bittet, bis sie ihre ganze Generation auf ihr Niveau erhebt.

Dies ist die Bedeutung von „Moses ist gleich 600 000.“ Weil er ihr treuer Hirte war, hatte er jene Heiligkeit, die in der ganzen Generation sein sollte. Und verstehe dies.

In der Tat findet sich das Ganze in jedem Einzelteil, denn am Ende werden sich alle Seelen (Nefashot) zu einer einzigen Erkenntnis vereinen und zu ihrer spirituellen Wurzel zurückkehren. Daher sollten alle Zeichen und Wunder und alle Reisen, die die ganze Welt während der 6 000 Jahre erlebte, von jeder individuellen Seele (Nefesh) erlebt werden. Die gute Seele (Nefesh) schöpft sich aus allen Aspekten der Kedusha (Heiligkeit) vor ihr und nach ihr, und die schlechte Seele tut das Gegenteil.

Und die wechselnden Zeiten werden als Generationen betrachtet. Allerdings verhält sich jede Generation nach ihrem Richter, nach dem Geist, der sie beurteilt, da sie von der Kedusha dieser Zeit erhält.

Aus diesem Grund ist jede Seele (Nefesh) bereit, die Seele von Moses, Aaron, Samuel, David und Salomo in sich aufzunehmen, als Zeitabschnitte, die sie durchlebt: Beim Auszug aus Ägypten und dem Empfang der Tora erscheint die Seele von Moses in ihm; bei den sieben, die sie eroberten, die Seele von Josua; und beim Bau des Tempels die Seele von König Salomo usw.

Dies bezieht sich nicht auf die oben genannten individuellen Seelen, sondern nach der Regel, dass das Spirituelle unteilbar ist. Und sobald man mit einer Seele belohnt wird, wird man mit der Seele der Gesamtheit Israels belohnt, aber nach dem eigenen Verdienst und dem eigenen Platz. Wenn jemand daher zu dieser Zeit mit diesen Wundern belohnt wird, dann empfängt er in sich die Fülle der Seele in dieser Enthüllung, denn der Name des Besitzers dieser Offenbarung ist wahrhaftig auf ihm.

Sie sagten (Shabbat 67; Baba Mezia 113): „Ganz Israel sind Kinder von Königen.“ Und auch (Jerusalemer Talmud, Massechet Horajot 3, 5): „Ein König, der stirbt, ganz Israel ist des Königtums würdig.“ Das ist ein großes Geheimnis, denn in allen vorangegangenen Generationen, die nur eine Vorbereitung für den Zustand Malchut waren, wurden besondere Kelim (Gefäße) für die Salbung ihrer Richter benötigt, wie für die Seelen von Moses und Samuel. Aber das letzte Ziel hängt von der Gesamtheit Israels ab, denn wenn ein winziger Teil, ein winziger Funke, fehlt, kann sich das Ende nicht offenbaren. Daher ist die Gesamtheit Israels des Königtums würdig, da alle in dieser wahren Unterscheidung gleich sind. Aus diesem Grund gibt es kein spezielles Kli (Gefäß) dafür, diese Vollkommenheit anzuziehen, sondern jeder, der seine Seele (Nefesh) reinigt und säubert, um würdig zu sein, die Offenbarung von Malchut in der Welt auszudehnen, wird wahrhaftig König David genannt werden. Das ist die Bedeutung von „David, König von Israel, lebt wirklich“ (Rosh HaShana 25), denn er ist keineswegs gestorben. Sein Kli ist in jeder einzelnen Seele (Nefesh) von Israel. Dies ist nicht so bei der Seele von Moses, die nur in den weisen Schülern der Generation, sowie in den Propheten und Priestern usw. zu finden ist.

Das ist die Bedeutung von „Wenn der König gestorben ist, ist ganz Israel würdig zu regieren“ (Jerusalemer Talmud; Massechet Horajot 3, 5). Und verstehe dies. Das ist das Geheimnis, das die Vielen aus ihrer Pflicht nimmt. Und verstehe dies sehr gut.

Das ist die Bedeutung von „Vor dem Kommen des Messias wird die Unverschämtheit zunehmen“ (Sota 49), und „Sie werden unverschämt zueinander sein, das Kind wird sich unverschämt gegenüber den Älteren verhalten und der Niedrige gegenüber dem Ehrenwerten“ (Jesaja 3,5). Das bedeutet, dass selbst ein unwürdiges Kind es wagen wird, sein Königtum auf die Welt auszudehnen, als wäre es einer der Ältesten und Ehrenwerten in der Generation.

Aber wenn der Unwürdige, der in seiner Wurzel eine niedere und unedle Seele (Nefesh) hat, sein Herz ausrichten und seine Handlungen reinigen wird, wird auch er damit gewürdigt, die gesamte Seele des heiligen Volkes in seine Seele (Nefesh) auszudehnen, mit all den Wundern, die das heilige Volk bisher erfahren durfte. Denn sie waren nur eine Vorbereitung für diese Vollständigkeit. Daher muss auch diese individuelle Seele (Nefesh) alles versuchen „und er wird seine [kommende] Welt in einer Stunde kaufen“, aufgrund der Fähigkeit dieser Generation, die Krone Seines Königtums, die alles enthält, auszudehnen: „Und alle brauchen einen Meister des Weizens, und jeder Einzelne wird ihm zu Dank verpflichtet sein.“ (Brachot 64; Baba Batra 145). Und verstehe dies.

Dies ist die Bedeutung ihrer Worte: „Wenn auch nur ein einziger Mensch in völliger Umkehr vor seinen Meister tritt, würde der König Messias sofort erscheinen.“ Wer auch immer es also ist, und wenn nur ein Mensch in der Generation mit der Ausdehnung dieser Seele in sich selbst belohnt würde, könnte er seine ganze Generation belohnen. Denn jeder, der in einer Sache verpflichtet ist, entbindet die Vielen von ihrer Pflicht, und wird das Gebet vermehren und wird vor Ihm in die Bresche springen, bis er zugunsten seiner ganzen Generation belohnt wird.

Dies ist nicht so bei anderen Arten der Erlösung, die nur eine Form der Vorbereitung waren und nicht jedem gehörten. Zum Beispiel gehört die Übergabe der Tora nur der Generation der Wüste und Moses. Und jede andere Generation, auch wenn sie würdiger war, dehnte diese Unterscheidung nicht aus, noch tat es jemand anderes außer Moses, denn sie waren voneinander abhängig.

Der Messias ist jedoch für absolut jede Generation bereit. Und deswegen besteht für jeden die Möglichkeit, den Aspekt des Messias auszudehnen, wie in „Jeder, der in einer Sache verpflichtet ist“, was oben bereits erwähnt wurde.

Der Grund dafür ist, dass der Aspekt des Messias die Korrektur der Kelim und die Darstellung/Bild aller Kelim gleichermaßen betrifft, da sie sich nur in ihren CHaBaD, entsprechend deren Eigenschaften, unterscheiden. Daher sind vom Minister, der das Gesicht des Königs sieht, bis zu dem, der am Schleifstein sitzt, alle gleichwertige Diener bei der Wiederherstellung der ehemaligen Herrlichkeit, und darin gibt es keine Abstufungen zwischen dem Einzelnen und seinem Freund.

Überarbeitet, EY, 29.1.2024

 

Ein Gebot

Jener, der ein Gebot ausführt, ist glücklich, denn er hat sich und die ganze Welt auf die Waagseite des Verdienstes geneigt.

Dem Schöpfer zu dienen und die Mizwot [Gebote] einzuhalten, kann man nur liShma [um Gottes willen] tun – das bedeutet, seinen Schöpfer zufrieden zu stellen. Doch schon unsere Weisen haben uns angewiesen, Tora und Gebote auch lo liShma [nicht um Gottes Willen] zu befolgen, denn „von lo liShma wird man zu liShma kommen“…
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Aus meinem Fleisch werde ich Gott sehen

Die Kunst, die Seele zu nähren

Körper und Seele

Erlangung von Wissen im Körperlichen und im Spirituellen

Offenbarung der Werke des Schöpfers – im Verborgenen

Die Erlangung der spirituellen Form

Die Notwendigkeit, den Schöpfer zu erlangen

Erkenntnis des Schöpfers

Das Erkennen der Errungenschaft – nur durch den Weg der Tora

Das Wesen der intellektuellen Wahrnehmung

Die Kunst, die Seele zu nähren

Es ist unmöglich, seinen Körper in der Welt zu erhalten, ohne ein gewisses Maß an Wissen über die körperliche Natur zu besitzen, wie z.B. welche Drogen tödlich sind und welche Dinge brennen oder schaden, oder ohne die Einschätzung dessen, was im Herzen eines Freundes ist, ohne die es unmöglich ist, in der materiellen Welt zu existieren. Weiterlesen

Die Lösung

Man hat mich gebeten, eine auf meiner Sichtweise begründete Lösung des brennenden Problems zu geben, welches in der Vereinigung aller Parteien und Bewegungen auf einer einzigen Plattform liegt. Und ich muss sofort zugeben, dass ich auf diese Frage, in der Form, in welcher sie gestellt wurde, keine Antwort habe. Und es wird niemals eine Antwort auf sie geben. Denn die Weisen der Völker der Erde aller Zeiten und Generationen haben sich darin abgemüht, fanden aber noch keine natürliche Lösung, die für alle Strömungen in ihren Kreisen annehmbar wäre. Und viele haben gelitten und werden noch leiden, bevor sie die „Goldene Mitte“ finden, die ihren inneren Strömungen nicht widerspricht. Weiterlesen

Aufbau der zukünftigen Gesellschaft

1. Aufbau der zukünftigen Gesellschaft

2. Absolute Verpflichtung, die Arbeit des Schöpfers auf sich zu nehmen

3. Prinzipien des zukünftigen Gesellschaft

4. Schluss

1. AUFBAU DER ZUKÜNFTIGEN GESELLSCHAFT 

Hier die Worte, die ich fand: „Es gibt eine Allegorie über Freunde, die sich in der Wüste verirrten. Sie waren hungrig und durstig. Einer von ihnen fand eine Siedlung, übervoll mit allen Genüssen. Er erinnerte sich an seine armen Brüder, doch er hatte sich schon zu weit von ihnen entfernt und wusste nicht mehr, wo sie waren. Er rief sie und blies das Horn. Vielleicht würden seine armen, hungrigen Freunde seine Stimme vernehmen, näher kommen und ebenfalls diese übervolle Siedlung finden. Weiterlesen

Shamati 26. Die Zukunft des Menschen hängt von der Dankbarkeit für die Vergangenheit ab

Ich hörte im Jahr 1943

Es steht geschrieben: „Denn erhaben ist der Schöpfer, und der untere wird sehen“ – dass nur die unteren die Erhabenheit sehen können. Die Buchstaben des Wortes „kostbar“ (jakar) sind die Buchstaben des Wortes „wird erkennen“ (jakir).

Das bedeutet, dass man je nach dem Maß der Wichtigkeit einer Sache, deren Erhabenheit erkennt. Denn sein Eindruck hängt vom Maß der Wichtigkeit ab und bringt ihm Gefühle im Herzen. Und gemäß dem Grad der Erkenntnis der Wichtigkeit entsteht in ihm Freude. Weiterlesen

Einführung zu Talmud Esser HaSefirot

Von Yehuda Ashlag

1. Als erstes sollte ich sagen, dass ich es für äußerst notwendig erachte, die eiserne Mauer zu sprengen, die uns von der Wissenschaft der Kabbala seit den Zeiten der Zerstörung des Tempels und bis zur heutigen Generation trennt. Diese Mauer lastet schwer auf uns und erweckt die Befürchtung, dass die Kabbala im Volk Israel gänzlich vergessen wird.

Wenn ich mich aber an das Herz eines Menschen wende und vom Studium der Kabbala spreche, dann lautet seine erste Frage: „Wozu sollte ich wissen, wie viele Engel es im Himmel gibt und wie sie heißen? Kann ich etwa nicht ohne all diese Kenntnisse der ganzen Tora, in allen ihren Details und Feinheiten, folgen?“

Zweitens fragt er: „Haben die Weisen nicht etwa festgelegt, dass man sich zuerst den Talmud und die Gesetze in vollem Maße aneignen sollte? Und wer kann sich selbst betrügen, im Glauben, dass er bereits das Studium der ganzen offenen Tora abgeschlossen habe und es ihm nur an der verhüllten Tora fehle?“ Weiterlesen

Shamati 14. Was ist die Erhabenheit des Schöpfers?

Ich hörte Im Jahr 1948

Die Erhabenheit (Romemut) des Schöpfers bedeutet, dass man vom Schöpfer bitten muss, einem die Kraft zu geben, über den Verstand hinauszugehen. Die Erhabenheit des Schöpfers hat also zwei Bedeutungen: Weiterlesen