Das Gebot der Arbeit

Am Anfang [des Studiums der Weisheit der Kabbala] muss der Mensch mehr als seine Vernunft es zulässt glauben, dass die Höhere Kraft, der Schöpfer, seinen Geschöpfen Gutes tun will. Deshalb wurde der Mensch erschaffen und in ihn das Verlangen, die Sehnsucht nach Genuss eingepflanzt. Der Grund ist, dass dies die einzige Möglichkeit ist, ein Kli (Gefäß) zu schaffen, um Genuss empfangen zu können. Der Mensch kann nämlich nur etwas genießen, wonach er sich sehnt. Er kann zwar etwas empfangen, wonach er sich nicht sehnt, dies genießt er aber nicht, denn das Kli für den Genuss ist das Begehren oder die Sehnsucht.

Dies muss jedoch über der Verstand geschehen, denn wenn er innerhalb der Verstandes beurteilt, empfindet der Mensch die Vorsehung der Höheren Kraft nicht als wohlwollend. Er empfindet eher das Gegenteil. Deshalb heißt es, dass man über dem Verstand glauben muss, dass dies so ist.

Doch wenn die Führung der Höheren Kraft nur gut und Gutes tuend ist, warum wird dies dann vom Menschen nicht innerhalb des Verstandes empfunden? Darüber lernt man in der Kabbala, dass die Korrektur nur durch das “Brot der Scham“ [die Empfindung des Retters] ausgelöst wird. Solange der von der Höheren Kraft geschaffene Mensch keine Kelim (Gefäße) des Gebens hat, kann er das Licht nicht sehen und bleibt im Dunkeln.

Glaubt der Mensch an die Freude und das Vergnügen, welche über dem Verstand existieren, beginnt er, das Böse mit seinem Verstand wahrzunehmen. Das heißt, gerade weil dieser Mensch über seinem Verstand glaubt, dass die Höhere Kraft ihm Freude und Vergnügen gibt und deshalb nur Gutes sieht, gelangt er zur Erkenntnis des Bösen. Denn dadurch spürt er in all seinen Organen [gemeint sind Verlangen] die Macht des Bösen – des Empfangens für sich selbst – welches ihn daran hindert, all das Gute zu empfangen.

Dementsprechend bringt der Glaube über dem Verstand ihn dazu, innerhalb des Verstandes seinen Widersacher zu spüren, sein Ego. Dieses hindert ihn daran, das Gute zu erlangen. Es ist das Prinzip, dass der Mensch in dem Maße, in dem er an Freude und Genuss über dem Verstand glaubt, er auch das Böse wahrnimmt und sich dessen bewusst wird.

Später gibt dem Menschen die Erkenntnis des Bösen das Gefühl der Freude und des Genusses, denn die Erkenntnis bringt ihn dazu, das Böse, welches er in seinen Organen spürt, zu korrigieren.

Dies geschieht in erster Linie durch das Gebet, wodurch er zur Dwekut (Anhaftung) mit der Höheren Kraft kommt. Er bittet die Höhere Kraft um die Kelim des Gebens, damit ihm durch sie das Ziel der Lenkung offenbart wird. Das würde bedeuten, dass es keine Verhüllung mehr geben müsste, da der Mensch bereits Kelim hat, die dafür vorbereitet sind, das ganze Gute empfangen zu können.

 

Die Prophezeiung von Baal HaSulam

Die Prophezeiung von Baal HaSulam

(Aus einem Manuskript)

„Und es geschah in den Tagen des Krieges, in den Tagen des schrecklichen Gemetzels.“ Und ich betete und weinte die ganze Nacht hindurch bitterlich. Und es war in der Morgendämmerung. Siehe es schien, als hätten sich alle Menschen der Welt in meiner Phantasie in einer Gruppe versammelt. Und ein Mann schwebte zwischen ihnen mit seinem Schwert über ihren Köpfen und peitschte auf ihre Köpfe ein. Die Köpfe flogen in die Höhe, und ihre Leichname fielen in ein großes Becken und wurden zu einem Meer von Knochen. Weiterlesen

Das Heilmittel des Erinnerns

Erinnern und Vergessen, Bewahren und Verlieren

Während der Zeit des Exils, dem Aspekt „Welt von Nukwa“, besteht die Arbeit im „Bewahren“. Jemand, der bei dieser Arbeit Fehler macht, kann verlieren, was ihm gegeben wurde. Und Dwekut (Anhaftung) in dieser Welt geschieht durch die Kraft des Bewahrens. Die Verschönerung der Kraft des Bewahrens geschieht durch die Erhebung der Gefühle, ebenso wie durch die Erhebung seiner Vollkommenheit und der Stärke seiner Dwekut. Weiterlesen

Gleichnis über die Erhebung des Dieners

Aus dem Brief Nr. 1

Es steht geschrieben: „Denn ein Hoher wacht hoch über dem Hohen und über ihnen – die Höchste Gewalt.“ Da eine heftige Antwort nun erforderlich ist, werde ich dir antworten, dass alle an die persönliche Vorsehung glauben, aber niemand haftet sich an sie an.

Der Grund dafür ist, dass kein fremder und fauler Gedanke dem Schöpfer, der der Inbegriff von „Gut und Gutes Tuend“ ist, zugeschrieben werden kann. Nur den wahren Dienern Gottes jedoch wird das Wissen der persönlichen Vorsehung gewährt, dass Er alles erschuf, was dem vorausging, beides, das Gute und das Böse gemeinsam. Dann sind sie angehaftet an die persönliche Vorsehung, denn alle, die mit dem Reinen verbunden sind, sind rein. Weiterlesen

Die Weisheit Israels im Vergleich zu den äußeren Weisheiten

Von Rav Yehuda Ashlag

Der Standard, nach dem eine Weisheit bewertet werden kann

Der Wert jeder Weisheit in der Welt richtet sich nach der verfolgten Absicht. Dies ist das Ziel, auf das alle Untersuchungen abzielen. Daher ist eine Weisheit ohne eine bestimmte Absicht undenkbar, außer für Kleinkinder, die zum Zeitvertreib spielen; die Absicht entspricht ihrer Größe. Aus diesem Grund wird eine Weisheit nicht nach Scharfsinn und Können beurteilt, sondern nach der Belohnung, die durch die Absicht erzielt wird. Weiterlesen

Es ist nicht die Zeit, das Vieh zu sammeln

Von Rav Yehuda Ashlag

„Es ist nicht die Zeit, das Vieh zu sammeln. Tränkt die Schafe, und geht hin, weidet sie!“ (Genesis 29:7). Es ist bekannt, dass alle Worte der Gerechten sich nach oben wenden, wie ihm gesagt wurde: „Und es wurde von den Hirten von Haran offenbart.“ Denn es war nicht möglich, den Stein von der Brunnenöffnung – der Enthüllung von Rachel – wegzurollen, bevor nicht alle Herden gesammelt wurden und der Stein von der Brunnenöffnung weggerollt wurde. Weiterlesen

Die Bedeutung von Empfängnis und Geburt

Artikel von Yehuda Ashlag (Baal HaSulam)


1 Die Regeln

Im Allgemeinen und Besonderen

Die Überprüfung des in der Schöpfung Kundigen wird im ersten Konzept als Nachahmung der Arbeit des Schöpfers definiert. Die Arbeit des Schöpfers wird als „Vorsehung“ oder „Natur der Schöpfung“ bezeichnet.

Die Geschöpfe kann man nicht als „Körper“ bezeichnen, sondern eher als Materie aus Fleisch und Blut in einfacher (unbelebter) Form, völlig amorph. Das hängt damit zusammen, dass alles, was unter den Begriff Form fällt, als eine spirituelle Kraft betrachtet wird und nicht als ein Körper. Weiterlesen

600.000 Seelen

Es heißt, dass es 600.000 Seelen gibt, und jede Seele teilt sich in mehrere Funken. Wir müssen nun verstehen, wie es für das Spirituelle möglich ist, sich zu teilen, da anfänglich nur eine Seele, die Seele von Adam haRishon geschaffen wurde.

Meiner Meinung nach gibt es wirklich nur eine Seele in der Welt, wie es in Genesis 2:7 steht „Und blies den Odem des Lebens in seine Nasenlöcher“. Die gleiche Seele existiert in allen Kindern Israels wie in Adam haRishon, da das Spirituelle unteilbar ist und nicht geteilt werden kann – dies ist eher ein Zeichen von physischen Dingen.

Die Aussage, dass es 600.000 Seelen und Seelenfunken gibt, erweckt den Anschein, als wäre sie durch die Kraft des Körpers jeder Person geteilt worden. Mit anderen Worten spaltet sich der Körper zuerst und verweigert ihm völlig die Ausstrahlung der Seele, und durch die Kraft von Tora und Mizwot wird der Körper gereinigt; und im Ausmaß seiner Reinigung leuchtet die gemeinsame Seele auf ihn.
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Ein Gebot

Derjenige, der ein einziges Gebot erfüllt- seines ist das Glück, denn er neigt sich selbst und die ganze Welt der Waagschale der Verdienste zu.

Die Arbeit des Schöpfers und die Gebote erfüllt man nur um des Schöpfers willen, liShma, was bedeutet – um dem Schöpfer Genuss zu bereiten. Doch es wurde bereits von den Weisen eingeführt, sich mit der Tora auch für sich, lo liShma, zu befassen, denn „von lo liShma kommt man zu liShma“. Weiterlesen

In meinem Fleische ist die Stütze des Schöpfers

Nahrung zum Erhalt der Seele

Man kann den eigenen Körper nicht ohne gewisse Kenntnis der körperlichen Natur aufrechterhalten. Man muss genauso wissen, welche Substanzen tödlich sind und woran man sich verbrennen oder Schaden zufügen kann, wie man wissen muss, was sich im Herz des Freundes befindet – denn ohne dieses Wissen kann man nicht in der materiellen Welt überleben.

Genauso kann die Seele des Menschen nicht in der nächsten Welt existieren, solange sie nicht ein bestimmtes Maß an Wissen über die Systeme der spirituellen Welten, deren Veränderungen, Verbindungen und Generationen erlangt hat.

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Die Lösung

Man hat mich gebeten, eine auf meiner Sichtweise begründete Lösung des brennenden Problems zu geben, welches in der Vereinigung aller Parteien und Bewegungen auf einer einzigen Plattform liegt. Und ich muss sofort zugeben, dass ich auf diese Frage, in der Form, in welcher sie gestellt wurde, keine Antwort habe. Und es wird niemals eine Antwort auf sie geben. Denn die Weisen der Völker der Erde aller Zeiten und Generationen haben sich darin abgemüht, fanden aber noch keine natürliche Lösung, die für alle Strömungen in ihren Kreisen annehmbar wäre. Und viele haben gelitten und werden noch leiden, bevor sie die „Goldene Mitte“ finden, die ihren inneren Strömungen nicht widerspricht. Weiterlesen

Aufbau der zukünftigen Gesellschaft

1. Aufbau der zukünftigen Gesellschaft

2. Absolute Verpflichtung, die Arbeit des Schöpfers auf sich zu nehmen

3. Prinzipien des zukünftigen Gesellschaft

4. Schluss

1. AUFBAU DER ZUKÜNFTIGEN GESELLSCHAFT 

Hier die Worte, die ich fand: „Es gibt eine Allegorie über Freunde, die sich in der Wüste verirrten. Sie waren hungrig und durstig. Einer von ihnen fand eine Siedlung, übervoll mit allen Genüssen. Er erinnerte sich an seine armen Brüder, doch er hatte sich schon zu weit von ihnen entfernt und wusste nicht mehr, wo sie waren. Er rief sie und blies das Horn. Vielleicht würden seine armen, hungrigen Freunde seine Stimme vernehmen, näher kommen und ebenfalls diese übervolle Siedlung finden. Weiterlesen

Shamati 26. Die Zukunft des Menschen hängt von der Dankbarkeit für die Vergangenheit ab

Ich hörte im Jahr 1943

Es steht geschrieben: „Denn erhaben ist der Schöpfer, und der untere wird sehen“ – dass nur die unteren die Erhabenheit sehen können. Die Buchstaben des Wortes „kostbar“ (jakar) sind die Buchstaben des Wortes „wird erkennen“ (jakir).

Das bedeutet, dass man je nach dem Maß der Wichtigkeit einer Sache, deren Erhabenheit erkennt. Denn sein Eindruck hängt vom Maß der Wichtigkeit ab und bringt ihm Gefühle im Herzen. Und gemäß dem Grad der Erkenntnis der Wichtigkeit entsteht in ihm Freude. Weiterlesen

Einführung zu Talmud Esser HaSefirot

Von Yehuda Ashlag

1. Als erstes sollte ich sagen, dass ich es für äußerst notwendig erachte, die eiserne Mauer zu sprengen, die uns von der Wissenschaft der Kabbala seit den Zeiten der Zerstörung des Tempels und bis zur heutigen Generation trennt. Diese Mauer lastet schwer auf uns und erweckt die Befürchtung, dass die Kabbala im Volk Israel gänzlich vergessen wird.

Wenn ich mich aber an das Herz eines Menschen wende und vom Studium der Kabbala spreche, dann lautet seine erste Frage: „Wozu sollte ich wissen, wie viele Engel es im Himmel gibt und wie sie heißen? Kann ich etwa nicht ohne all diese Kenntnisse der ganzen Tora, in allen ihren Details und Feinheiten, folgen?“

Zweitens fragt er: „Haben die Weisen nicht etwa festgelegt, dass man sich zuerst den Talmud und die Gesetze in vollem Maße aneignen sollte? Und wer kann sich selbst betrügen, im Glauben, dass er bereits das Studium der ganzen offenen Tora abgeschlossen habe und es ihm nur an der verhüllten Tora fehle?“ Weiterlesen

Shamati 14. Was ist die Erhabenheit des Schöpfers?

Ich hörte Im Jahr 1948

Romemut (Erhabenheit) des Schöpfers bedeutet, dass man den Schöpfer um Kraft bitten soll, im Glauben über dem Verstand zu handeln. Und für die Erhabenheit des Schöpfers gibt es zwei Auslegungen: Weiterlesen

Shamati 11. Freude mit einem Erschauern

Ich hörte im Jahr 1948

Freude wird Liebe genannt. Sie ist Existenz. Und das gleicht einem Menschen, der sich ein Haus baut, ohne in den Mauern des Hauses Öffnungen[1] zu schaffen. Folglich hat er keine Möglichkeit, das Haus zu betreten, weil es keine Öffnungen in den Hausmauern gibt, durch welche das Betreten möglich wäre. Daher muss man eine Öffnung erschaffen, durch die man in das Haus gelangen kann. Weiterlesen

Der Frieden in der Welt

Zum Hörtext..

Der Frieden in der Welt – Rav Yehuda Ashlag

Untersuchungen und Erkundigungen über Dinge, die den Mangel an Frieden verursachen, Vorschläge der Weltverbesserer und Prüfung derselben in Bezug auf die Wirklichkeit, Beobachtung des „Guten“, das auf „Barmherzigkeit und Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden“ beruht, wie es im Buch der Psalmen heißt.

„Barmherzigkeit und Wahrheit treffen sich, Gerechtigkeit und Frieden vereinen sich. Wahrheit sprießt aus der Erde, Gerechtigkeit blickt vom Himmel herab. Auch der Herr wird Gutes geben und unser Land wird fruchtbar sein.“ (Psalm 85). Weiterlesen

Zu sitzen und nichts zu tun ist vorzuziehen

Ich kann mich nicht länger zurückhalten mit allem, das zwischen uns steht: Daher versuch ich eine wahre offene Warnung, denn ich muss den tatsächlichen Wert der Wahrheit in unserem Land kennen. Das war immer mein Weg: Minutiös in die Handlungen der Schöpfung einzutauchen, um ihren genauen Wert zu erkennen, genauer gesagt, ob sie gut oder schlecht sind.  Weiterlesen