Shamati 86. Und sie bauten armselige Städte

Ich hörte von meinem Vater am 31. Januar 1941

Es steht geschrieben[1]: „Und sie bauten armselige Städte für den Pharao[2]: Pitom und Ramses.“ Und es stellt sich die Frage: Pitom und Ramses bedeutet doch, dass es schöne Städte waren. Und „armselige Städte“ bedeutet doch, dass sie Städte von Armut und Elend waren, worauf auch das Wort „Gefahr“ hinweist (auf Hebräisch haben die Worte „armselig“ (misken) und „Gefahr“ (Sakana) die gleiche Wurzel). Hier muss man verstehen, was unser Vater Abraham erfragte. „Und er sagte: ‚Woran werde ich wissen, dass ich es erben werde?‘“[3]  Und was antwortete ihm der Schöpfer? Es steht geschrieben: „Und Er sagte zu Abraham: ‚Das sollst du wissen, dass ein Fremdling wird sein dein Samen in einem Lande, das nicht das ihre ist und ihnen dienen wird; und sie werden sie  knechten und plagen vierhundert Jahre lang.‘“

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23. Die ihr den Schöpfer liebet, hasset das Böse

Ich hörte am 2. Juni 1931

„Die ihr den Schöpfer liebet, hasset das Böse. Der Schöpfer bewahrt die Seelen Seiner Frommen, aus der Hand der Bösewichte errettet Er sie.“

Für den Menschen reicht es nicht, den Schöpfer zu lieben und die Verschmelzung mit Ihm zu wollen, sondern er muss auch das Böse hassen. Der Hass drückt sich darin aus, dass er den Willen zu empfangen hasst, der als das Böse bezeichnet wird. Der Mensch sieht, dass er kein Mittel besitzt, das Böse loszuwerden, und gleichzeitig will er sich mit dieser Situation nicht zufriedengeben. Er fühlt die Verluste, die das Böse ihm einbringt, und sieht auch die Wahrheit, dass der Mensch allein nicht in der Lage ist, das Böse zu annullieren, weil es eine natürliche Kraft vonseiten des Schöpfers ist, welcher den Willen zu empfangen im Menschen einprägte. Weiterlesen

22. Tora liShma – Für Ihren Namen

Ich hörte am 6. Februar 1941

[Die Beschäftigung mit der] Tora wird hauptsächlich dann liShma genannt, wenn der Mensch in vollkommener Klarheit im Verstand und ohne jeglichen Zweifel an der Wahrheit erkennt, dass es einen Richter und ein Gericht gibt.

Gericht bedeutet, dass der Mensch die Wirklichkeit so sieht, wie sie vor seinen Augen erscheint. Das heißt, während wir im Glauben und Geben arbeiten, wachsen wir und steigen täglich auf und sehen immer eine Verbesserung zum Guten. Weiterlesen

21. Wenn der Mensch fühlt, dass er sich in einem spirituellen Aufstieg befindet

Ich hörte am 9. November 1944

Wenn man sich in einem Zustand des Aufstiegs fühlt, in gehobener Stimmung ist und fühlt, dass man nach nichts anderem als nach Spiritualität strebt, dann ist es gut, sich in die Geheimnisse der Tora zu vertiefen, um ihre Innerlichkeit zu erfassen.

Und selbst wenn man sieht, dass man trotz der Bemühungen nichts davon versteht, lohnt es sich dennoch, sich in die Geheimnisse der Tora zu vertiefen, auch wenn man hundertmal zur gleichen Sache zurückkehrt.

Wenn man nichts verstanden hat, sollte man nicht verzweifeln und sagen, dass dies keinen Zweck hat. Weiterlesen

20. LiShma (Für Ihren Namen)

Ich hörte im Jahr 1945

Betreffend liShma. Damit ein Mensch „liShma“ (für den Namen der Tora) erlangt, braucht er die Erweckung von Oben, weil dies ein Leuchten von Oben ist. Und es ist für den menschlichen Verstand unmöglich, dies zu verstehen, sondern nur jener, der es kostet, kennt es. Und darüber wird gesagt: „Kostet und sehet, dass der Herr gut ist.“ Weiterlesen

Shamati 85. Was ist „die Frucht des prächtigen Baumes“ in der spirituellen Arbeit?

Ich hörte zu Sukkot am 27. September 1942

Es steht geschrieben: „Und ihr sollt euch am ersten Tage eine Frucht nehmen vom prächtigen Baum, Palmenzweige und einen Zweig vom Baume der Väter und Bachweiden.“[1]

Und hier muss man den Ausdruck „Frucht des prächtigen Baumes“ deuten: „Baum“ bedeutet „ein Gerechter“, genannt Baum des Feldes. „Früchte“ sind die Nachkommen des Baumes, also die Nachkommen der Gerechten, welche die guten Taten sind. Diese müssen „die Pracht seines Baumes“ sein. „Von Jahr zu Jahr“, also das ganze Jahr über, und das sind „sechs Monate mit Balsam und Myrrhe und sechs Monate mit guter Spezerei“[2], und für den Verstehenden reicht das Gesagte aus. Die Sünder dagegen sind wie Spreu, die der Wind verstreut“[3].

Und Palmenzweige (Kapot Tmarim), also zwei Zweige, meint im verborgenen Sinne die zwei Hej (hebräischer Buchstabe im Namen des Schöpfers), das erste Hej und das letzte Hej, durch welche man würdig wird einer „Schale von zehn Goldschekel voll Räucherwerks“.[4]

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Shamati 84. Was bedeutet „Er vertrieb den Menschen aus dem Garten Eden, damit er nicht vom Baum des Lebens nehmen würde“?

Ich hörte am 19. März 1944

 

Es steht geschrieben: „… und Er sprach zu ihm: ‚Wo bist du?‘ Und er sprach: ‚Ich hörte Deine Stimme …und fürchtete mich, denn ich bin nackt, und ich verbarg mich.‘ … Und er sprach: ‚…dass er nicht ausstrecke seine Hand und auch von dem Baum des Lebens nehme …‘ Und Er vertrieb den Menschen aus dem Garten Eden …“

Und man muss verstehen, was das für eine Furcht ist, die Adam, der seine Nacktheit erkannte, überfiel, und zwar so sehr, dass sie ihn dazu brachte, sich zu verstecken. Und die Sache liegt so, dass bevor Adam vom Baum der Erkenntnis aß, er sich von Bina ernährte, welche die Welt der Freiheit ist. Und dann, als er vom Baum der Erkenntnis aß, sah er, dass er nackt war, das heißt, er fürchtete sich, er könnte das Licht der Tora nehmen und es in der Form von „die Viehhirten von Lot“ verwenden.

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Shamati 83. Das rechte Waw und das linke Waw

Ich hörte am 24. Februar, 1943

Es gibt die Unterscheidung von Se („dies“ in männlicher Form) und die Unterscheidung von Sot („diese“ in weiblicher Form). Moses wird als Se betrachtet, welcher der Trauzeuge des Königs ist. Der Rest der Propheten wird als Sot oder Koh (die Buchstaben Chaf und Hej) betrachtet, welche die Bedeutung von Jadecha (Deine Hand) ist, ein linkes Waw. Es gibt auch die Unterscheidung des rechten Waw.

Und dies ist die Bedeutung von „die sich versammelnden Sajinim“, welche zwei Wawim versammeln. Dies ist die Bedeutung von „und einer, der sie beinhaltet“, dies ist die dreizehn, welche als eine vollständige Stufe erachtet wird.

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Shamati 82. Das Gebet, das man immer beten muss

Was ich unter vier Augen zum Wochenabschnitt Wajera im November 1952 hörte

Glaube wird Malchut genannt, welche sich im Verstand (Mocha) und im Herzen (Liba) ausbreitet, das heißt im Geben und im Glauben. Und die dem Glauben entgegengesetzte Unterscheidung wird Orla (Vorhaut) genannt, die das Wissen ist. Die Orla wird geschätzt, wohingegen der Glauben, der auch „die Heilige Shechina“ genannt wird, in der Asche liegt. Das heißt, diese Arbeit scheint erbärmlich zu sein und alle fliehen davor, um nicht auf diesem Weg zu gehen. Jedoch wird nur dieser Weg als Weg der Gerechten und der Kedusha (Heiligkeit) bezeichnet.
Der Schöpfer will aber, dass seine heiligen Namen eben nur auf diese Art und Weise enthüllt werden, damit man die Höheren Lichter mit Sicherheit nicht verderben wird, weil das Geben und die Anhaftung die ganze Grundlage sind. Und die Klipot (Schalen) sind nicht in der Lage hiervon zu saugen, da sie ausschließlich von Empfangen und Wissen saugen.
Dort jedoch, wo die Orla herrscht, kann die Heilige Shechina nicht die Höheren Lichter in sich empfangen, damit diese Lichter nicht in die Klipot herabfallen. Deswegen gibt es das  Leid der Shechina, das heißt die Höheren Lichter werden am Eindringen in sie gehindert, um an die Seelen weitergegeben zu werden.
Und das hängt nur von den Unteren ab, denn der Höhere kann nur das Höhere Licht geben. Jedoch die Kraft des Massach (Schirm), das heißt, damit der Untere nichts für seine Empfangsgefäße will, hängt nur von der Arbeit der Unteren ab, welche diese Klärung durchführen müssen.

Shamati 81. Die Erhebung von MaN

Ich hörte

Es ist bekannt, dass wegen des Zerbrechens [der Gefäße] die Funken (Nizozin) der Kedusha (Heiligkeit) in die Welten BYA (Brija, Yezira, Assija) fielen und dort in BYA nicht korrigiert werden können. Daher müssen sie zu Azilut erhoben werden. Und indem man Mizwot erfüllt und gute Taten vollbringt, in der Absicht, seinem Erschaffer Zufriedenheit zu bereiten, und nicht für sich, erheben sich diese Funken zu Azilut. Dann schließen sie sich in den Massach (Schirm) des Höheren ein, der sich im Rosh (Kopf) der Stufe befindet, wo der Massach in seiner Ewigkeit verbleibt. Dann findet ein Siwug auf dem Massach unter Hitkalelut (Einbeziehung) der Funken statt, und es wird das Höhere Licht in allen Welten herangezogen, gemäß dem Maß der Funken, welche sie erhoben.

Und das gleicht dem, was bei der Hisdakchut (Reinigung) der Parzufim von Akudim stattfindet. Wir haben gelernt, dass der Massach de Guf während seiner Hisdakchut, als das Licht sich deswegen aus dem Parzuf entfernt, zusammen mit den Reshimot zu Pe de Rosh  aufsteigt. Es ist so, weil zu der Zeit, wenn der Untere aufhört zu empfangen, es heißt, dass er sich von seiner Awiut (dem Willen zu empfangen) gereinigt hat. Daher kann der Massach de Guf zurück zu Pe de Rosh aufsteigen, denn jeder seiner Abstiege auf die Stufe von Guf geschah aus dem Grunde, weil das Licht sich von Oben nach unten ausbreitete, das heißt, in die Gefäße des Empfangens.

Der Rosh wird aber auch stets als der Aspekt „von unten nach oben“ definiert, also entgegengesetzt der Verbreitung [des Lichtes]. Sobald der Guf (Körper) aufhört, die Lichter von Oben nach unten zu empfangen, wegen des Fehlens des Massachs, der durch den Bitush (Zusammenstoß) gereinigt wurde und zwar infolge des Zusammenstoßes zwischen dem inneren und dem äußeren [Licht], gilt, dass der Massach de Guf von seiner Awiut gereinigt wurde und gemeinsam mit den Reshimot zum Rosh aufstieg.

Zusätzlich gilt, dass, wenn der Mensch sich mit Tora und Mizwot in der Absicht zu geben und nicht für das Empfangen beschäftigt, dadurch die Funken zum Massach im Rosh der Welt Azilut aufsteigen (und sie steigen von Stufe zu Stufe auf, bis sie  den Rosh von Azilut erreichen). Und wenn sie sich in diesen Massach integrieren und eine gewisse Menge an Licht gemäß der Größe des Massachs austritt, wird in allen Welten mehr Licht hinzugefügt. Und auch der Mensch, der eine Verbesserung Oben bewirkte, empfängt ebenfalls ein Leuchten, da er den Zustand Oben, in den Höheren Welten verbesserte.

Shamati 80. Rücken an Rücken (Achor be Achor)

Ich hörte

Panim (Gesicht) und Achor (Rücken).

Panim bedeutet Empfangen der Fülle oder Geben der Fülle.

Ablehnung wird Achoraim (Rückseite) genannt, wenn man also weder empfängt noch gibt.

Deshalb befindet sich der Mensch zu Beginn der spirituellen Arbeit im Zustand Achor be Achor (Rücken an Rücken), weil er noch die Gefäße des Willens zu Empfangen besitzt. Wenn er dabei Fülle in diese Kelim heranzieht, so kann er dem Licht schaden, da er als ein „entgegengesetzter Wert“ definiert wird, da die Lichter aus der Wurzel kommen und die Wurzel nur gibt.

Daher nutzen die Unteren die Kelim de Ima, welche als Achoraim bezeichnet werden, das heißt, sie wollen nicht empfangen, um keinen Schaden anzurichten. Und auch der Ausströmende (Maazil) gibt ihnen kein Licht, um keinen Schaden anzurichten, aus dem obigen Grund, dass die Lichter sich hüten, damit die Unteren ihnen nicht schaden können. Darum wird dieser Zustand als Achor be Achor bezeichnet.

Deswegen steht geschrieben, dass „an jedem Ort, wo es einen Mangel gibt, es auch ein Saugen der Klipa gibt.“ Man könnte sagen, dass der Grund darin liegt, dass dieser Ort in Bezug auf die Awiut noch nicht rein ist. Sonst würde das Licht in Vollkommenheit geleuchtet haben, da das Höhere Licht nie aufhört.

Wenn es einen korrigierten Raum mit einem Massach gibt, wird das Höhere Licht dort sofort ergriffen. Und da es einen Ort des Mangels gibt, gemeint ist die Abwesenheit des Höheren Lichtes, gibt es sicherlich den Aspekt von Awiut (Grobheit/Willen zu empfangen), dessen ganzes Festhalten im Willen zu empfangen besteht.

Shamati 79. Azilut und BYA

Ich hörte am 18. Juli 1943

Azilut ist das, was von Chase aufwärts ist, welches nur die Gefäße des Gebens sind.

BYA (Brija, Yezira, Assija) bedeutet Empfangen, um zu geben, der Aufstieg des unteren Hej zum Platz von Bina. Da der Mensch im Willen für sich selbst zu empfangen versunken ist, kann er nichts tun, ohne dass es dabei auch ein Empfangen für sich selbst gäbe.

Aus diesem Grund sagten unsere Weisen: „Von lo liShma gelangt man zu liShma.“ Dies bedeutet, dass man die Beschäftigung mit Tora und Mizwot[1] mit dem Ziel beginnt: „Gib uns den Wohlstand in dieser Welt.“ Und danach: „Gib uns den Wohlstand der kommenden Welt.“

Und wenn man so studiert, sollte man dazu kommen, liShma zu studieren, das heißt für den Namen der Tora. Dies bedeutet, dass die Tora ihn die Wege des Schöpfers lehren wird. Und er muss zuerst das Versüßen von Malchut in Bina machen, was bedeutet, dass er Malchut, welche Wille zu empfangen genannt wird, zu Bina, der Eigenschaft des Gebens, erhebt. Das heißt, dass seine ganze Arbeit nur in der Absicht des Gebens sein wird.

Und dann wird es dunkel für ihn. Er fühlt, dass die Welt für ihn dunkel geworden ist, da der Körper Kraft nur für den Aspekt des Empfangens bereitstellt und nicht für den des Gebens. In diesem Zustand gibt es nur den einen Rat: zum Schöpfer zu beten, er möge seine Augen öffnen, sodass er in der Lage sein möge, im Aspekt des Gebens zu arbeiten.

Und dies ist die Bedeutung von: „Wer steht hinter der Frage?“ Dies bezieht sich auf Bina, die Mi (wer) genannt wird. Und die Frage kommt vom Vers „Sie bitten um Regenfälle“[2], was Gebet bedeutet. Da sie in den Aspekt von „Wasser von Bina“ gelangen, gibt es Platz, um dafür zu beten.

 

[1] Das Empfangen des Lichtes mit Hilfe der Korrektur der Verlangen.

[2] Im engeren Sinne: Sie bitten um Regenfälle.

Shamati 78. Die Tora, der Schöpfer und Israel sind eins

Ich hörte im Juni 1943

„Die Tora, der Schöpfer und Israel sind eins“

Daher soll der Mensch, wenn er Tora lernt, sie liShma (für Ihren Namen) lernen. Das bedeutet, er lernt mit der Absicht, dass die Tora ihn lehren wird, wie es der Name „Tora“ sagt, was Lehre bedeutet. Und da „die Tora, der Schöpfer und Israel eins sind“, lehrt die Tora den Menschen die Wege des Schöpfers, wie Er in die Tora eingekleidet ist.

Shamati 77. Die Seele des Menschen wird ihn lehren

Ich hörte am 24. August 1947

„Die Seele des Menschen wird ihn lehren“

Bekanntlich wird die gesamte Tora hauptsächlich für die Bedürfnisse der Seele studiert, das heißt, für jene die bereits den Aspekt der Seele erreicht haben. Dennoch müssen sie sich sehnen und nach Worten der Tora von anderen, die [Erkenntnis] erlangten, suchen, um von ihnen neue Wege zu lernen, welche die Vorherigen in ihren Neuauslegungen der Tora erdacht haben.

Auf diese Weise wird es ihnen leicht fallen, in den Hohen Stufen voranzuschreiten, das heißt, sie werden durch sie von Stufe zu Stufe aufsteigen.

Jedoch gibt es einen Aspekt der Tora, den man nicht offenbaren darf, da jede Seele diese Klärung an sich (selbst) vornehmen muss und nicht die dazu von jemand anderem gemachte Klärung haben darf. Folglich ist es verboten, ihnen die Worte der Tora zu enthüllen, bevor sie die Klärung selbst gemacht haben.

Aus diesem Grund ist es bei den Großen [Kabbalisten] üblich, viele Dinge zu verbergen. Aber abgesehen von diesem Teil haben die Seelen einen großen Nutzen von dem, was sie durch die Neuauslegung der Tora anderer erhalten. Und „die Seele des Menschen wird ihn lehren“, wie und was er erhalten muss und wie er von Neuauslegungen der Tora anderer unterstützt wird und was er selbst erneuern sollte.

Shamati 76. Jede deiner Opfergaben sollst du mit Salz darbringen

Ich hörte am 30. Shwat während der Feier zur Vervollständigung von Band Sechs, in Tiberias

„Jede deiner Opfergaben sollst du mit Salz darbringen“[1], was den „Bund des Salzes“ meint. Der Bund entspricht dem Verstand.

Es ist allgemein anerkannt, dass, wenn zwei Menschen einander Gutes tun, sie mit Sicherheit zu der Zeit, wenn Liebe zwischen ihnen waltet, keinen Bund schließen müssen. Gleichzeitig können wir jedoch sehen, dass die übliche Zeit, einen Bund einzugehen, gerade dann ist, wenn die Liebe waltet. Dann sagte er [Baal HaSulam], dass sich der Abschluss des Bundes, den man eingeht, auf später beziehe.

Das bedeutet, dass die Abmachung jetzt getroffen wird, sodass sie später, wenn es zu einem Zustand kommt, in dem jeder von ihnen denkt, dass der Freund nicht reinen Herzens für den anderen ist, eine Vereinbarung haben werden. Diese Vereinbarung wird sie verpflichten, sich an den von ihnen eingegangenen Bund zu erinnern, um die alte Liebe auch in diesem Zustand fortzusetzen.

Und dies ist die Bedeutung von „Jede deiner Opfergaben sollst du mit Salz darbringen“, also dass jede Krewut[2] im Dienst des Schöpfers auf dem „Bund des Königs“[3] basieren muss.

 

[1] 3. Buch Mose 2, 13

[2] Krewut auf Hebr. bedeutet „Annäherung“ und auch „Kämpfe“

[3] Die Worte Melach (Salz) und Melech (König) werden ähnlich geschrieben und ausgesprochen

Shamati 75. Es gibt eine Unterscheidung von der „nächsten  Welt“ und eine Unterscheidung von „dieser Welt“

Ich hörte während eines Festmahls anlässlich einer Beschneidungsfeier in Jerusalem

Es gibt die Unterscheidung von der „nächsten Welt“, und es gibt die Unterscheidung von „dieser Welt“. Als nächste Welt wird der Aspekt des „Glaubens“ bezeichnet, und als diese Welt wird der Aspekt der „Erkenntnis“ bezeichnet.

Bezüglich der nächsten Welt steht geschrieben: „Sie werden satt werden und genießen“, also dass es keine Sättigungsgrenze gibt. Das ist, weil alles, was man kraft des Glaubens empfängt, grenzenlos ist. Was man aber durch die Erkenntnis empfängt, ist begrenzt, da alles, was in die Kelim des Unteren gelangt, von dem Unteren beschränkt wird. Daher ist die Unterscheidung von „dieser Welt“ begrenzt.

Shamati 201. Spiritualität und Materialität

Ich hörte am ersten Tag von Chanukka, am 18. Dezember 1938

Warum sehen wir, dass es viele Menschen gibt, die viel Energie in materielle Arbeit stecken, sogar dort, wo Lebensgefahr besteht – im Spirituellen jedoch jeder Einzelne über seine Seele wacht und sie schön prüft? Und noch etwas: Auf der körperlichen Ebene arbeitet der Mensch, auch wenn man ihm als Gegenleistung für seine Arbeit keinen großen Lohn bezahlt. Im Spirituellen aber willigt der Mensch nur ein zu arbeiten, wenn er mit Sicherheit weiß, dass er eine gute Belohnung dafür erhält.

Es ist bekannt, dass der Körper keinerlei Wert hat, denn jedermann sieht, dass er, ohne Spuren zu hinterlassen, kommt und geht, und so ist es eben einfach, ihn aufzugeben, da er sowieso wertlos ist.

Im Spirituellen dagegen gibt es den Aspekt der Klipot (Hüllen), die den Körper bewachen und seine Existenz beschützen, weswegen es schwer ist, ihn aufzugeben. Daher sehen wir, dass es den Säkularen leichter fällt, ihre Körper aufzugeben, und sie keinerlei Schwere in ihrem Körper sehen; im Spirituellen gilt aber das Gegenteil. Und das ist die Rückseite (Achoraim) der Heiligkeit, die als „seelische Hingabe“ bezeichnet wird. Gerade durch sie wird man des Lichtes des Schöpfers würdig. Und bevor der Mensch hinsichtlich seiner seelischen Hingabe nicht vollkommen ist, kann er keine (spirituelle) Stufe erreichen.  

Shamati 74. Welt, Jahr und Seele

Ich hörte 1943

Es ist bekannt, dass es keine Wirklichkeit gibt, ohne dass es jemanden gibt, der diese Wirklichkeit wahrnimmt. Wenn wir daher von „Nefesh[1] von Azilut“ sprechen, so bedeutet das, dass wir in einem gewissen Maß ein Erlangen der höheren Fülle empfinden, wobei wir dieses Maß als Nefesh bezeichnen.

Und Olam (Welt) bedeutet die Gesamtheit innerhalb dieses Erlangens, was heißt, dass alle Seelen die gleiche Form haben, wobei jeder, der diese gleiche Stufe erlangt, diesen Namen erkennt, genannt Nefesh. Das bedeutet, dass nicht unbedingt ein bestimmter Mensch diesen Namen erlangt und auch in gleicher Form, sondern dass mit Sicherheit jeder, der auf die gleiche Stufe gelangt, gemäß der Vorbereitung von Kedusha (Heiligkeit) und Reinheit, die auf ihn treffende Fülle in gleicher Form, genannt Nefesh, vorfindet.

Diese Sache kann man anhand eines physischen Beispiels nachvollziehen, wie es in unserer Welt üblich ist. Wenn zum Beispiel ein Mensch sagt, er gehe jetzt nach Jerusalem, so wissen und kennen alle diese Stadt, sobald er den Namen der Stadt sagt. Und keiner von ihnen zweifelt daran, von welchem Ort er spricht, denn wer in dieser Stadt war, weiß bereits, wovon die Rede ist.

[1] erster von fünf Teilen der Seele

Shamati 73. Nach dem Zimzum

Ich hörte 1943

Nach dem Zimzum (Einschränkung) wurden die Oberen Neun [Sefirot] zum Ort der Kedusha (Heiligkeit), und Malchut, an welcher der Zimzum vollzogen wurde, wurde zum Raum für die Welten. Dabei sind zwei Aspekte zu unterscheiden:

  1. ein freier Raum, der ein Raum für die Klipot ist, deren Wesen die Wünsche nur für sich selbst sind
  2. ein freier (leerer) Ort, das heißt, ein Raum, der frei wurde, um darin das Gewählte einzuführen: die Kedusha oder das Gegenteil.

Hätte kein Zimzum stattgefunden, wäre die ganze Wirklichkeit in der Form von Einfachem Licht. Und erst nachdem der Zimzum stattfand, entstand Raum, um gutes oder böses Tun zu wählen. Durch die Wahl des Guten wird dabei an diesen Ort die Fülle des Schöpfers herangezogen. Und das ist die Bedeutung dessen, was in den Schriften von ARI angeführt wird, dass das Or Ejn Sof den Unteren leuchtet.

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Shamati 72. Vertrauen ist die Kleidung für das Licht

Ich hörte am 31. März 1947

Das Vertrauen ist die Kleidung für das Licht, genannt „Leben“. Dies ist so, weil es ein Gesetz gibt, dass es kein Licht ohne Kli (Gefäß) gibt. Daher kann das Licht, welches als das Licht des Lebens bezeichnet wird, sich nicht einkleiden, sondern muss sich in irgendein Kli kleiden. Das Kli, worin das Licht des Lebens gekleidet ist, wird gewöhnlich als „Vertrauen“ bezeichnet. Es bedeutet, dass der Mensch sieht, dass er in der Lage ist, jede schwierige Sache zu meistern.

Es folgt, dass das Licht in diesem „Kli des Vertrauens“ erkannt und wahrgenommen wird. Deswegen wird das Maß des Lebens des Menschen durch das Maß des Vertrauens definiert, welches sich dort offenbart. Daher kann man das Maß der eigenen Lebenskraft am Vertrauen messen, das man in sich spürt.

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