Shamati 159: Und es geschah während jener vielen Tage

Ich hörte

„ Und es geschah während jener vielen Tage, dass der König von Ägypten starb, und die Kinder Israels ächzten und wehklagten unter der Arbeit, und es stieg empor zu Gott ihr Geschrei wegen der Arbeit; und Gott hörte ihr Ächzen“.  Das bedeutet, dass sie solche Qualen erlitten, dass sie diese nicht mehr zu ertragen vermochten. Und sie flehten in ihren Gebeten, bis „ihr Geschrei zu Gott empor stieg“. Wir sehen jedoch, dass sie sagten: „Wäre das, was wir hatten… als wir bei den Fleischtöpfen saßen und Brot in Hülle und Fülle zu essen hatten“. Und sie sagten auch: „Wir gedenken der Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen und der Kürbise, der Melonen, des Lauchs, der Zwiebeln und des Knoblauchs“.

Die Sache ist, dass ihnen die Arbeit für Ägypten tatsächlich gut gefiel. Und das ist der Sinn von „Und sie vermischten sich mit den Nationen und lernten von deren Taten“. Das heißt, wenn also das Volk Israel unter der Herrschaft irgendeines Volkes steht, herrscht dieses Volk über sie und sie sind nicht in der Lage, aus dessen Herrschaft zu entkommen. Dann hätten sie bereits genügend Geschmack an dieser Arbeit gekostet und hätten nicht mehr erlöst werden können.

Was also tat der Schöpfer? „Der König von Ägypten starb“, das heißt, sie verloren diese Knechtschaft. Natürlich konnten sie dann nicht länger arbeiten; sie verstanden, dass ohne die Vollkommenheit von Mochin auch der Dienst unvollkommen ist. Deswegen „ächzten die Kinder Israels unter der Arbeit“. Arbeit bedeutet, dass sie in der Arbeit keine Befriedigung fanden, das heißt, der Dienst gab ihnen keinerlei Lebenskraft.

Und das ist die Bedeutung von „Der König von Ägypten starb“, dass alle Herrschaft des Königs von Ägypten, welcher derjenige war, der sie ernährte und unterhielt, starb. Deswegen hatten sie Raum für das Gebet. Und sie wurden sofort erlöst. Und später, als sie durch die Wüste gingen und in den Zustand von Katnut (Kleinheit) gelangten, sehnten sie sich zurück nach dem Dienst, den sie vor dem Tod des Königs von Ägypten verrichteten.

Shamati 136: Der Unterschied zwischen den ersten Briefen und den letzten Briefen

Ich hörte zu Purim im Jahr 1947

Der Unterschied zwischen den ersten Briefen und den letzten Briefen besteht nur in der Abschrift des Geschriebenen, das heißt im Inhalt des Geschriebenen, das vom Palast des Königs ausging, wobei die Schreiber des Königs den Inhalt erweiterten, damit der Inhalt klarer wird.

Im Inhalt hieß es einfach, „dass sie gerüstet seien auf diesen Tag“. Und die Schreiber erklärten, dass es den Völkern obliegt, darauf vorbereitet zu sein, sich an den Juden zu rächen. Und diese Kraft war derart, dass Haman denken sollte: „Wem wird wohl der König gerne Ehre erweisen, außer mir?“ Daher schrieb er in den letzten Briefen ausdrücklich, direkt vom König, „dass die Juden sich rüsten sollten“. Umgekehrt schrieb er in den ersten Briefen nicht ausdrücklich „die Juden“. Darum hatten sie die Kraft, anzuklagen.

Diese Kraft wurde deshalb gegeben, weil man keinen Wunsch nach dem Empfangen der Lichter rechtfertigen darf, also die Höheren Lichter nach unten weiterzuführen, da alle Arbeit im Geben besteht, und daher hat er keine Möglichkeit mehr, etwas von unten her auszubreiten. Dadurch also, dass er Haman Kraft gibt, will dieser gerade die Größeren Lichter, wie sein Name zeugt: „Haman der Agagi“, also Gag (Dach, obere Grenze) einer Stufe, was GaR ist.

Shamati 32: Das Schicksal ist eine Erweckung von Oben

Ich hörte am 10. Februar 1943

Das Schicksal ist eine Erweckung von Oben, wobei der untere nichts dazu beiträgt. Dies ist die Bedeutung von „er warf ein Los (Pur) des Schicksals.“ Haman klagte und sagte: „…aber die Gesetze des Königs halten sie nicht ein.“

Dies bedeutet, dass die Versklavung für den Arbeitenden in einem Zustand von lo liShma (nicht für Ihren Namen) beginnt, das heißt im Empfangen für sich selbst. Warum wurde ihnen dann die Tora gegeben, sodass sie danach liShma würdig werden und man ihnen die Lichter und die höheren Erkenntnisse gibt?

Dann kommt der Kläger und fragt: „Warum wurden ihnen diese erhabenen Dinge gegeben, für die sie nicht arbeiteten und die sie nicht erhofften, sondern ihre ganzen Gedanken und Ziele betrafen nur ihre eigenen Bedürfnisse, genannt lo liShma?“ Dies ist die Bedeutung von „Der Frevler bereitet es vor, aber der Gerechte wird es tragen“.

Das bedeutet, dass er zunächst einmal im Zustand eines Frevlers gearbeitet hat, das heißt lo liShma, also für den Empfänger. Danach wird er liShma würdig, was bedeutet, dass nun all die Arbeit in den Bereich der Kedusha (Heiligkeit) eingeht, das heißt alles, um zu geben. Dies ist die Bedeutung von „der Gerechte wird es tragen“.

Das ist die Bedeutung von „Purim ist wie Jom Kippurim (Versöhnungstag).“ Purim ist eine Erweckung von Oben, und Jom Kippurim ist ein Erwachen von unten, das heißt durch Reue. Doch auch dort gibt es eine Erweckung von Oben, entsprechend den Losen, die es dort gab: „Ein Los für den Schöpfer und ein Los für Asasel“, und der Schöpfer ist der Klärende.

Shamati 229: Hamantaschen

Ich hörte in der Nacht von Purim, nach der Lesung der Megilla, am 3. März 1950

Über den Brauch, Haman-Tashim, also Hamans Taschen zu essen: Er [Baal HaSulam] sagte, da der Mensch verpflichet sei, an Purim so betrunken zu sein, dass er zwischen dem verfluchten Haman und dem gesegneten Mordechai nicht mehr zu unterscheiden vermag, esse man Hamantaschen. Dadurch sollen wir uns daran erinnern, dass Haman uns nichts als Taschen gebracht hat, also Kelim (Gefäße), nicht aber das Innere. Das bedeutet, dass man nur die Kelim von Haman empfangen kann, und nicht die Lichter, genannt „Inneres“. Dem ist so, weil sich die größten Kelim des Empfangens in Hamans Hand befinden, und diese müssen wir ihm wegnehmen.

Die Lichter können aber nicht mit den Kelim von Haman angezogen werden, und das geschieht eben nur durch die Kelim von Mordechai, welche Kelim des Gebens sind; auf die Kelim des Empfangens aber gab es einen Zimzum (Einschränkung). Und das wird in dem Vers erklärt: „Haman aber dachte in seinem Herzen: Wem wird wohl der König gerne Ehre erweisen außer mir?“ Und das wird wahres Verlangen zu empfangen genannt. Deswegen sagte er, man solle die Königskleider bringen, die der König getragen, und ein Pferd, das der König geritten habe. Doch in Wahrheit können die Kelim von Haman, genannt Kelim des Empfangens, aufgrund des Zimzum nichts empfangen. Er hat nur ein Verlangen und einen Mangel (Chissaron), das heißt, er weiß, was er zu fordern hat. Deswegen steht geschrieben: „Der König sprach zu Haman: ‚Eile und nimm das Kleid und das Pferd, wie du gesagt hast, und tu also mit Mordechai, dem Juden‘“.

Und das wird genannt „Lichter von Haman in den Kelim von Mordechai“, also in den Kelim des Gebens.

Shamati 37: Ein Artikel zu Purim

Ich hörte im Jahr 1948

Wir müssen in der Megilla einige Feinheiten verstehen:

  1. Es steht geschrieben: „Nach diesen Begebenheiten machte der König Achashwerosh Haman groß“. Wir müssen verstehen, was „Nach diesen Begebenheiten“ ist, was bedeutet, nachdem Mordechai den König gerettet hatte. Es erscheint vernünftig, dass der König Mordechai hätte befördern sollen. Aber wie heißt es? Dass Er Haman groß machte.
  2. Als Ester dem König sagte: „Denn wir sind verkauft worden, ich und mein Volk“, fragte der König: „Wer ist das, und wo ist er“? Das bedeutet, dass der König nichts davon wusste, obgleich es ausdrücklich heißt, dass der König zu Haman sprach: „Das Silber ist dir gegeben, und dazu das Volk, mit ihm zu verfahren, wie es gut ist in deinen Augen“. Somit sehen wir, dass der König vom Verkauf wusste.
  3. Über „… zu tun nach dem Willen eines jeglichen Mannes“ sagten unsere Weisen: „Rabba sagte: ‚…zu tun entsprechend dem Willen, sowohl von Mordechai als auch von Haman‘“. Es ist bekannt, dass, wenn nur vom „König“ die Rede ist, sich dies auf den König der Welt bezieht. Wie kann es daher sein, dass der Schöpfer entsprechend dem Willen eines Bösen handeln möchte?
  4. Es steht geschrieben: „Mordechai wusste alles, was geschah“. Das bedeutet, dass nur Mordechai wusste, denn zuvor heißt es: „und die Stadt Shushan war verstört“. Folglich wusste die ganze Stadt Shushan davon.
  5. Es steht geschrieben: „Denn eine Schrift, geschrieben im Namen des Königs, und mit dem Siegelring des Königs besiegelt, darf kein Mensch widerrufen“. Wie gab er also anschließend die zweiten Briefe heraus, welche die ersten Briefe letztendlich aufhoben?
  6. Was bedeutet es, dass unsere Weisen sagten: „An Purim soll man sich derart betrinken, bis man zwischen ‚verflucht sei Haman’ und ‚gesegnet sei Mordechai’ nicht mehr unterscheiden könne“?Was bedeutet es, dass unsere Weisen über den Vers „Und das Trinken geschah nach dem Gesetz“ sagten: Was bedeutet „nach dem Gesetz“? Rabbi Chanan sagte im Namen von Rabbi Meir: „Nach dem Gesetz der Tora“. Wie lautet das Gesetz der Tora? Mehr essen als trinken.

Um das oben Genannte zu verstehen, müssen wir zuerst die Angelegenheit von Haman und Mordechai verstehen. Unsere Weisen sagten über den Vers: „Entsprechend dem Willen eines jeden Mannes“, was Haman und Mordechai bedeutet. Wir sollten dies so darlegen, dass der Wunsch Mordechais „die Regel der Tora“ genannt wird, welche mehr essen als trinken ist. Und Hamans Wunsch ist das Gegenteil – mehr trinken als essen.

Wir fragten: „Wie kann es sein, dass Er ein Mahl gemäß dem Willen eines Frevlers bereitet“? Die Antwort dazu steht daneben geschrieben: „Es gibt keinen Zwang“. Das bedeutet, dass das Trinken nicht zwingend war, und dies ist die Bedeutung von „keiner übte Zwang aus“.

Es ist so, wie unsere Weisen über den Vers „und Moses verbarg sein Gesicht, denn er scheute sich, zu Gott aufzuschauen“ berichten. Sie sagten, dass als Dank für „und Moses verbarg sein Gesicht“, er mit „er wird das Bild des Ewigen schauen“ belohnt wurde. Das bedeutet, dass gerade, weil er das nicht brauchte (was bedeutet, er konnte einen Massach (Schirm) darüber errichten), ihm infolgedessen erlaubt wurde, zu empfangen. Es steht außerdem geschrieben: „Ich leiste Beistand dem Helden“. Das heißt, demjenigen, der heldenhaft ist und auf Seinen Wegen wandeln kann, hilft der Schöpfer.

Es steht geschrieben: „Und das Trinken geschah gemäß dem Gesetz“. Was bedeutet „gemäß dem Gesetz“? Es steht geschrieben: „Keiner übte Zwang aus“. Das bedeutet, dass er das Trinken nicht brauchte, doch sobald sie anfingen zu trinken, fielen sie in dessen Bann. Dies lässt darauf schließen, dass sie mit dem Trinken verbunden waren, was bedeutet, dass sie das Trinken brauchten. Andernfalls könnten sie nicht vorankommen.

Dies heißt „Zwang“, und bedeutet, dass sie die Methode Mordechais auslöschten. Dies ist auch die Bedeutung dessen, was unsere Weisen sagten, dass diese Generation dazu verurteilt war, zugrunde zu gehen, da sie die Mahlzeit eines Frevlers genossen.

Mit anderen Worten: Hätten sie das Trinken in Form von „keiner übte Zwang aus“ empfangen, hätten sie Mordechais Wunsch nicht ausgelöscht, und dies ist die Methode Israels. Jedoch danach, als sie das Getränk in Form von „Zwang“ nahmen, folgte daraus, dass sie selbst das Gesetz der Tora zum Tode verurteilten, was der Aspekt Israels ist.

Dies ist die Bedeutung von mehr essen als trinken. Trinken bezieht sich auf die Enthüllung von Or Chochma (Weisheit), genannt „Wissen“. Andererseits wird das Essen als Or Chassadim (Licht der Gnade) bezeichnet, was Glauben ist.

Dies ist die Bedeutung von Bigthan und Teresh, die an den König der Welt Hand anlegen wollten. „Und die Sache wurde kund dem Mordechai … die Sache wurde untersucht und für derart befunden“. Diese Sache des Bittens geschah nicht auf einmal; und Mordechai erlangte es nicht auf leichte Weise, sondern nach großen Mühen wurde ihm die Sache dieses Makels offenbart. Sobald ihm dies klar enthüllt wurde, „wurden beide gehängt“das heißt nach der Empfindung des darin enthaltenen Makels, wurden sie erhängt, was bedeutet, sie entfernten diese Handlungen und Verlangen aus der Welt.

„Nach diesen Dingen“, das heißt nach all der harten Arbeit und Anstrengung, die Mordechai aufgrund der Klärung geleistet hatte, wollte ihn der König für seine Anstrengung, nur liShma (für Ihren Namen) und nicht für sich selbst zu arbeiten, belohnen. Es gibt die Regel, dass der Untere ohne Bedarf nichts empfangen kann, da es ohne Gefäß kein Licht gibt und ein Gefäß als Verlangen bezeichnet wird. Und da er für sich selbst nichts benötigt, wie kann ihm irgendetwas gegeben werden?

Hätte der König Mordechai gefragt, was er ihm für seine Mühen geben solle, da Mordechai ein Gerechter ist, dessen Arbeit nur darin liegt zu geben, ohne jegliches Bedürfnis Stufen aufzusteigen,  der sich mit wenig zufrieden gab, dann hätte ihm der König das Licht der Weisheit gegeben, welches sich von der Linken Linie ausdehnt, doch Mordechais Arbeit war nur von der Rechten Linie.

Was tat der König? Er beförderte Haman, was bedeutet, er gab der Linken Linie Wichtigkeit. Dies ist die Bedeutung von „und setzte seinen Stuhl über alle Minister“. Zusätzlich gab er ihm die Macht, was bedeutet, alle Sklaven des Königs knieten nieder und verneigten sich vor Haman, „denn so hatte es der König geboten“, damit er die Herrschaft bekäme. Und jeder akzeptierte ihn.

Die Sache des Kniens ist die Anerkennung der Herrschaft, da sie die Art von Haman bei der Arbeit mehr mochten als die Art von Mordechai. Alle Juden in Shushan akzeptierten die Herrschaft Hamans, denn es war schwer für sie, Mordechais Sichtweise zu verstehen. Schließlich verstand jeder, dass die Arbeit des Gehens auf der Linken Linie, „Wissen“ genannt, für das Wandeln auf den Pfaden des Schöpfers leichter ist.

Es steht geschrieben, dass sie fragten: „Warum übertrittst du das Gebot des Königs“? Da sie erkannten, dass Mordechai auf seiner Meinung über das Wandeln auf dem Pfad des Glaubens beharrte, gelangten sie in einen Zustand der Verwirrung und wussten nicht, welche Seite die richtige war.

Sie gingen und fragten Haman, wer Recht hätte, wie geschrieben steht: „Sie sagten es Haman“, um zu sehen, ob die Worte Mordechais standhalten würden; denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude sei. Das bedeutet, dass der Weg des Juden ‘mehr essen als trinken‘ ist, was bedeutet, dass der Glaube die Grundlage bildet, und dies ist das ganze Fundament des Judentums.

Dies bewirkte bei Haman eine sehr große Störung. Warum sollte Mordechai mit ihm nicht einer Meinung sein? Demzufolge, als alle den Weg von Mordechai sahen, der behauptete, dass nur er den Weg des Judentums gehe, und jene, die einen anderen Weg nehmen, als Götzenanbeter betrachtet werden. Es steht geschrieben: „Doch all das gilt mir nichts, in jedem Augenblick, da ich Mordechai, den Juden, am Tore des Königs sitzen sehe“. Dies ist so, weil Mordechai behauptet, das Tor zum König erreicht man allein durch ihn, nicht durch Haman.

Nun können wir verstehen, warum geschrieben steht: „Mordechai wusste“, was bedeutet, dass es ausdrücklich Mordechai war, der  wusste. Aber es steht geschrieben: „und die Stadt Shushan war verwirrt“, was bedeutet, dass alle es wussten.Wir sollten dies so darlegen, dass die Stadt Shushan verwirrt war und nicht wusste, wer Recht hatte. Doch Mordechai wusste: Eine Herrschaft Hamans würde, Gott behüte, die Vernichtung des Volkes Israel bedeuten. Mit anderen Worten: Er würde ganz Israel aus der Welt auslöschen, das heißt, den Weg des Judentums des Volkes Israel,  dessen Arbeitsgrundlage der Glaube über dem Verstand ist, „verhüllte Chassadim (Barmherzigkeit)“ genannt, dem Schöpfer mit geschlossenen Augen zu folgen und immer über sich selbst zu sagen: „Augen haben sie, und sehen nicht“, denn Haman stützt sich vollständig auf die Linke Linie, Wissen genannt, was das Gegenteil von Glauben ist.

Dies ist die Bedeutung der Lose, die Haman warf, wie es an Jom Kippur (Tag der Versöhnung) war, wie geschrieben steht: „Ein Los für den Ewigen und ein Los für Asasel“. Das Los für den Ewigen bedeutet die Eigenschaft von „rechts“, Chassadim (Barmherzigkeit) „essen“ genannt, was Glaube ist. Ein Los für Asasel ist die Linke Linie, im Grunde „zu nichts gut“, und die ganze Sitra Achra (die andere Seite) geht hieraus hervor.

Demzufolge breitet sich eine Blockierung auf den Lichtern von der Linken Linie aus, da einzig die Linke Linie die Lichter einfriert. Dies ist die Bedeutung von „er ließ ein Pur fallen, das heißt ein Los“, was bedeutet, es erklärt, was er fallen ließ. Es heißt „Pur“, welches auf Pe Or deutet (ein Mund aus Licht, ausgesprochen Pe Or).

Durch das Los für Asasel wurden all diese Lichter blockiert und man sieht, dass er alle Lichter niederwirft. Haman dachte: „Der Gerechte wird es vorbereiten und der Bösewicht wird es tragen“.

Mit anderen Worten: Haman dachte, dass er die Belohnung für alle Anstrengungen und Mühen erhalten würde, die Mordechai gemeinsam mit allen, die ihn begleiteten, auf sich genommen hatte, und die sie verdienten.

Dies bedeutet, dass Haman dachte, dass er die Lichter, die durch die Korrekturen Mordechais erscheinen, in seinen eigenen Besitz nehmen würde. All dies geschah, weil er sah, dass ihm der König die Macht gab, das Licht von Chochma nach unten zu ziehen.  Als er daher zum König kam und äußerte „die Juden zu vernichten“, das heißt die Herrschaft Israels aufzuheben, was Glaube und Barmherzigkeit ist und das Wissen in der Welt offensichtlich zu machen, antwortete ihm der König: „Das Silber ist dir gegeben, ebenso das Volk, dass du mit ihnen tust, was dir richtig erscheint“. was bedeutet,  wie es in Hamans Augen gut erscheint, gemäß seiner Herrschaft, die links und Wissen ist.

Der Unterschied zwischen den ersten und den zweiten Briefen liegt im Wort „Juden“. In der Abschrift des Textes (die Abschrift ist der Inhalt, der vom König kam. Anschließend wird die Abschrift des Textes mit Interpretationen ausgelegt, sodass die Absicht der Abschrift erklärt wird.) Es steht geschrieben: „Es soll als Dekret herausgegeben werden in jedem einzelnen Land, offensichtlich für alle Völker, dass sie für diesen Tag bereit sein sollten“. Und es steht nicht geschrieben, wer gemeint ist, sondern nur Haman interpretierte die Abschrift des Textes, wie geschrieben steht: „Und es wurde geschrieben gemäß allem, was Haman befahl“.

Und in den zweiten Briefen steht das Wort „Juden“ geschrieben, es heißt: „Die Abschrift des Textes soll als Dekret herausgegeben werden in jedem einzelnen Land, offensichtlich für alle Völker und die Juden sollen für diesen Tag bereit sein, sich an ihren Feinden zu rächen“.

Als daher Haman vor den König trat, sagte ihm der König: „Das Silber, das vorbereitet wurde, wird dir gegeben, was bedeutet, dass du nichts weiter tun musst, da das Volk ebenso dir gegeben ist, damit du mit ihm tust, was dir richtig erscheint.‘“

Dies bedeutet, dass das Volk bereits tun will, was dir richtig erscheint, was bedeutet, das Volk will deine Herrschaft annehmen. Aber der König sagte ihm nicht, er solle die Herrschaft Mordechais und der Juden aufheben. Es war hingegen im Vorfeld vorbereitet worden, dass es nun zu diesem Zeitpunkt eine Enthüllung von Chochma (Weisheit) geben würde, was so ist wie Gefallen in deinen Augen zu finden.

Die Abschrift des Textes „soll als Dekret herausgegeben werden, in jedem einzelnen Land, offensichtlich für alle Völker“. Dies bedeutet, dass dieses Dekret eine Bekanntmachung war, dass die Enthüllung von Chochma für alle Nationen ist.

Aber es stand nicht geschrieben, dass die Aspekte Mordechai und die Juden aufgehoben werden sollten, welche der Aspekt des Glaubens sind. Die Absicht war hingegen, dass es eine Enthüllung von Chochma (Weisheit) geben würde aber sie dennoch Chassadim (Barmherzigkeit) wählen würden.

Haman sagte, da nun die Zeit der Enthüllung von Chochma sei, so sei die Enthüllung von Chochma gewiss gegeben, um Chochma zu nutzen, denn wer tut etwas, das nicht zu seinem Nutzen ist? Denn wenn es nicht genutzt wird, dann war die Handlung zwecklos. Es muss daher der Wille des Schöpfers sein. Und der Schöpfer hat diese Offenbarung gemacht, um Chochma zu benutzen.

Mordechais Behauptung war es, dass die Enthüllung nur zeigen soll, dass das, was sie für sich selbst nehmen, um in der rechten Linie zu gehen, was verborgene Chassadim sind, nicht geschieht, weil es keine Wahl gibt, und sie deshalb diesen Weg gehen.

Und dies sieht wie Zwang aus, was bedeutet, dass sie keinen anderen Rat haben, da es im Augenblick keine enthüllte Chochma gibt. Sondern jetzt, wo Chochma enthüllt ist, gibt es Raum für eine Wahl aus ihrem freien Willen heraus. Mit anderen Worten, sie ziehen den Weg von Chassadim der Linken vor, welche die Enthüllung von Chochma ist.

Dies bedeutet, dass es die Enthüllung nur gab, damit sie die Wichtigkeit von Chassadim aufdecken konnten, dass ihnen dies wichtiger ist als Chochma. Und dies ist so, wie unsere Weisen sagten: „Bis hierher unter Zwang, von hier an freiwillig“. Und dies ist die Bedeutung von: „Die Juden erfüllten und nahmen auf sich“. Daraus folgt, dass die Aufdeckung von Chochma jetzt nur deshalb kommt, damit sie den Weg der Juden freiwillig annehmen konnten.

Und hierin lag der Streit zwischen Mordechai und Haman. Die Behauptung Mordechais war, dass das, was wir nun sehen, dass der Schöpfer die Herrschaft von Chochma enthüllt, nicht dafür ist, um Chochma zu empfangen, sondern um Chassadim zu preisen.

Was bedeutet, dass sie nun Raum haben werden, zu zeigen, dass ihr Empfangen von Chassadim freiwillig geschieht, dass sie nun Raum haben Chochma zu empfangen, da nun die Zeit der Herrschaft der Linken ist, dass Chochma leuchtet und sie dennoch Chassadim wählen. Daher zeigen sie jetzt dadurch, dass sie Chassadim empfangen, dass die Rechte über die Linke herrscht.

Somit ist das Jüdische Dekret das Wichtigste. Und Haman behauptete das Gegenteil, das was der Schöpfer nun offenbart, die Linke Linie, welche Chochma ist, dient nur dazu, um Chochma zu benutzen.  Sonst würde das bedeuten, dass der Schöpfer unnötig etwas geschaffen hätte, das heißt, Er hätte etwas geschaffen und es ist niemand da, um es zu genießen. Wir sollten daher nicht beachten, was Mordechai sagt, sondern alle sollten auf seine Stimme hören und die Offenbarung von Chochma nutzen, die nun erschienen ist.

Dementsprechend haben die zweiten Briefe die ersten nicht aufgehoben. Vielmehr lieferten sie eine Erklärung und Auslegung für die erste Abschrift des ersten Textes, dass die Veröffentlichung an alle Völker, die Offenbarung von Chochma, die nun erscheint, für die Juden ist. Mit anderen Worten, dies ist so, damit die Juden freiwillig Chassadim wählen konnten und nicht, weil sie keinen anderen Weg wählen konnten.

Daher steht in den zweiten Briefen, „dass die Juden für diesen Tag bereit sein müssen, sich an ihren Feinden zu rächen“. Dies bedeutet, dass die Herrschaft, die Chochma nun hat, den Zweck hat, zu zeigen, dass sie Chassadim Chochma vorziehen, und dies wird „sich an ihren Feinden zu rächen“ genannt. Denn ihre Feinde wollen ausdrücklich Chochma, wohingegen die Juden Chochma zurückweisen.

Nun können wir verstehen, was wir über die Frage des Königs gefragt haben: „Wer ist er und wo ist er, dass er es wagt, in seinem Herzen anzunehmen so zu handeln“? Und warum hat Er gefragt? Hatte doch der König selbst zu Haman gesagt: „Das Silber ist dir gegeben, und dazu das Volk, mit ihm zu verfahren, wie dir richtig erscheint“.

(Wie wir bereits gesagt haben, ist die Bedeutung hiervon, dass die Angelegenheit der Enthüllung von Chochma mit der Absicht geschieht, dass das Volk verfahren wird, wie es in seinen (Hamans) Augen gut ist, was bedeutet, dass es eine Wahlmöglichkeit gibt. Und dies wird genannt: „Das Volk soll so handeln, wie es dir richtig erscheint“. Wenn es jedoch keine Enthüllung von Chochma gibt, gibt es keinen Raum für die Wahl, sondern sie nehmen die Chassadim, so scheint es, weil sie keine Wahl haben.

Dies bedeutet, dass sich all dies ereignete, weil der König den Befehl gab, dass nun die Zeit gekommen sei, Chochma zu enthüllen. Die Absicht war, dass die Linke der Rechten dienen würde. Dadurch würde für alle offensichtlich, dass die Rechte wichtiger ist als die Linke, und aus diesem Grund wählen sie Chassadim.

Dies ist die Bedeutung der Megillat EsterUnd hier scheint ein Widerspruch in den Begriffen zu liegen, da Megilla (Schriftrolle) für alle galui (offengelegt) bedeutet, und Ester bedeutet, dass eine Hastara (Verhüllung) vorliegt. Es muss jedoch dargelegt werden, dass die gesamte Enthüllung deshalb geschieht, um Raum zu geben, die Verhüllung zu wählen.

Nun können wir verstehen, was die Weisen sagten: „An Purim soll man sich derart betrinken, bis man zwischen ‚verflucht sei Haman’ und ‚gesegnet sei Mordechai’ nicht mehr unterscheiden könne“. Die Sache von Mordechai und Ester war vor dem Zweiten Tempel, und der Aufbau des Zweiten Tempels ist die Ausbreitung von Chochma, und Malchut wird „Der Tempel“ (Beit HaMikdash) genannt.

Dies ist die Bedeutung davon, dass Mordechai Ester zum König schickte, um für ihr Volk zu bitten und sie antwortete: „Alle Diener des Königs …, dass jeglicher, … ohne dass gerufen wurde, einem Gesetz verfällt, dem Gesetz des Todes; … und ich bin nicht gerufen worden, zum König zu kommen diese dreißig Tage“.

Dies bedeutet, dass es bekanntermaßen verboten ist, den Aspekt GaR de Chochma nach unten auszubreiten. Und wer dennoch GaR de Chochma heranzieht (was drei Sefirot sind, jede zehn in sich einschließend, was dreißig sind) wird zum Tode verurteilt, weil die Linke Linie Trennung vom Leben der Leben verursacht.

„Außer denjenigen, denen der König das goldene Zepter reicht, auf dass sie leben“. Gold (Sahaw) bedeutet Chochma und GaR. Dies bedeutet, dass man nur durch die Erweckung durch den Höheren am Leben bleiben kann, das heißt in Dwekut (Anhaftung), Leben genannt, nicht aber durch die Erweckung des Unteren.

Obwohl Ester Malchut ist, welche Chochma benötigt, so geschieht dies nur durch die Erweckung des Höheren. Wenn sie jedoch Chochma heranzieht, verliert sie ihren gesamten Aspekt. Diesbezüglich hatte Mordechai ihr geantwortet: „Erleichterung und Rettung werden den Juden von einem anderen Ort zuteilwerden“. Was bedeutet, dass dadurch, dass sie  die Linke vollständig aufgehoben haben, und die Juden nur die rechte Linie, Chassadim haben werden, dann „werden du und deines Vaters Haus vernichtet werden“.

Denn im Sinne von „der Vater erschuf die Tochter“ muss sie Chochma in sich haben. Es muss jedoch mehr Essen als Trinken geben. Wenn die Juden jedoch keinen anderen Rat haben werden, werden sie ihre linke Linie aufheben und so wird ihr ganzer Aspekt annulliert werden. Darüber hat sie gesagt: „Wenn ich umkomme, dann komme ich um“.

Anders gesagt, wenn ich gehe, bin ich verloren. Denn ich mag zur Trennung kommen, denn die Erweckung des Unteren verursacht Trennung vom Leben der Leben. Und wenn ich nicht gehe, dann „werden Erleichterung und Rettung den Juden von einem anderen Ort her zuteilwerden“, das heißt, auf andere Weise. Sie werden nämlich die linke Linie vollständig aufheben, so wie Mordechai es ihr gesagt hatte. Daher nahm sie den Weg Mordechais, indem sie Haman zum Festessen einlud, was bedeutet, dass sie die linke Linie heranzog, wie Mordechai ihr gesagt hatte.

Und anschließend schloss sie die Linke in die Rechte ein und so konnte die Enthüllung der Lichter unten geschehen und auch im Aspekt Dwekut bleiben. Dies ist die Bedeutung der Megilat Ester. Das bedeutet, dass sie  – obwohl das Licht von Chochma enthüllt ist – dennoch den Aspekt Ester (Verhüllung) annimmt, der sich dort befindet (denn Ester ist Hester– Verhüllung).

Zu „und er wusste nicht“ wird in der Lehre der Zehn Sefirot erklärt, dass es, obwohl Lichter von Chochma leuchteten, unmöglich ist ohne Licht von Chassadim zu empfangen, da dies zur Trennung führt. Doch durch das Fasten und ihr Schreien geschah ein Wunder, wobei sie das Licht von Chassadim heranzogen, und so konnten sie das Licht von Chochma empfangen.

Jedoch vor dem Ende der Korrektur (Gmar Tikun) gibt es so etwas nicht. Und da dieser Aspekt zum Aspekt von Gmar Tikun gehört, wenn er bereits korrigiert sein wird, so wie im Heiligen Sohar steht „SaM ist dazu bestimmt, ein heiliger Engel zu sein“, wird dann kein Unterschied zwischen Haman und Mordechai sein, und auch Haman wird korrigiert sein. Und dies ist die Bedeutung von an Purim soll man sich derart betrinken, bis man zwischen ‚verflucht sei Haman’ und ‚gesegnet sei Mordechai’ nicht mehr unterscheiden könne“.

Bezüglich der Worte „und sie wurden gehängt“ muss hinzugefügt werden, dass dies ein Hinweis auf die Hinrichtung am Baum ist, was bedeutet, dass sie verstanden, dass es die gleiche Sünde ist, wie die Sünde von Ez ha Daat (der Baum der Erkenntnis), da auch dort der Makel in GaR war.

Und hinsichtlich „er saß am Tore des Königs“ kann hinzugefügt werden, dass dies darauf hinweist, dass er saß und nicht stand, denn sitzen wird WaK genannt und stehen GaR.

Shamati 121: Sie ist wie ein Handelsschiff

Ich hörte

Im Vers: „Sie ist wie ein Handelsschiff, das sein Brot aus der Ferne bringt.“ In der Zeit, wenn der Mensch fordert und darauf besteht, dass „sie ganz meins“ ist, also dass alle Wünsche nur und ganz dem Schöpfer geheiligt sein sollen, erwacht Sitra Achra gegen ihn und behauptet ebenfalls: „Sie ist ganz meins“, und dann gibt es einen Handel. Handel bedeutet, dass der Mensch irgendeinen Gegenstand kaufen möchte, und der Käufer streitet mit dem Verkäufer über den Wert, das heißt, jeder behauptet, dass er Recht hat.

So schaut auch der Körper, auf wen es sich zu hören lohnt – auf den Empfänger oder auf die gebende Kraft, wobei beide ganz deutlich behaupten, dass „sie ganz meins ist“. Und da der Mensch seine Niedrigkeit sieht, dass es auch in ihm Funken gibt, die nicht einwilligen, Tora und Mizwot auch nur im Geringsten einzuhalten, sondern der ganze Körper behauptet, sie sei ganz sein, dann „bringt sie Ihr Brot aus der Ferne“. Das heißt aus den Entfernungen, also daraus, dass der Mensch sieht, wie weit er vom Schöpfer entfernt ist, und es bedauert und den Schöpfer darum bittet, Er möge ihn Sich nahe bringen, bringt sie ihr Brot.

Brot bedeutet Glauben. In diesem Zustand wird er mit permanentem Glauben belohnt, da „der Schöpfer so tat, damit man sich vor ihm fürchte“, was bedeutet, dass alle Entfernungen, die er fühlt – diese Zustände –, ihm vom Schöpfer gebracht wurden, damit er den Bedarf hat, die Furcht vor dem Himmel auf sich zu nehmen.

Und das ist die Bedeutung von: „Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von all dem, was vom Mund des Schöpfers ausgeht.“ Das bedeutet, dass die Lebenskraft der Heiligkeit, die es im Menschen gibt, nicht unbedingt davon kommt, dass man näher kommt, das heißt von den Eintritten, also den Eintritten in die Heiligkeit, sondern auch von den Austritten, also von den Entfernungen. Denn indem sich Sitra Achra in den Körper des Menschen kleidet und mit gerechter Klage behauptet: „Sie ist ganz mein“, erlangt der Mensch durch die Überwindung in diesen Zuständen einen permanenten Glauben.

Das heißt, dass der Mensch alles mit dem Schöpfer vereinen muss, das heißt, auch die Austritte kommen von ihm. Und sobald er würdig wird, sieht er, dass alles, sowohl Aus- als auch Eintritte, von Ihm ist.

Aus diesem Grunde ist er gezwungen, bescheiden zu sein, da er sieht, dass der Schöpfer alles tut, egal ob es sich um Austritte oder Eintritte handelt. Und das ist es, was über Moses geschrieben stand, dass er bescheiden und geduldig war – dass man die Niedrigkeit erdulden muss. Das heißt, auf jeder einzelnen Stufe muss er die Niedrigkeit festhalten, und in dem Moment, wenn er die Niedrigkeit verlässt, verliert er augenblicklich alle Stufen von „Moses“, die er bereits erreicht hatte, und dem Verstehenden genügt das.

Das ist die Bedeutung von Geduld. Bei jedem ist Niedrigkeit vorhanden, doch nicht jeder fühlt die Niedrigkeit als eine gute Sache, also will man nicht leiden. Moses dagegen erduldete die Bescheidenheit und wurde daher als bescheiden bezeichnet, also dass er an der Niedrigkeit Freude hatte.

Dies ist die Regel: „Die Shechina weilt nirgends, wo es keine Freude gibt.“ Daher kann es zur Zeit der Reinigung kein Verweilen der Shechina geben. Und auch wenn die Sache der Reinigung eine notwendige Sache ist (und das ist wie das Beispiel der Toilette, wo der Mensch auch gezwungen ist, dorthin zu gehen, obwohl er doch sicher ist, dass dies nicht der Palast des Königs ist).

Und das ist das Konzept von „Segen“ (Bracha) und „Erstgeburt“ (Bechora), deren Buchstaben gleich sind. Erstgeburt bedeutet GaR und Sitra Achra will GaR, nicht jedoch die Segnungen, da Segen die Kleidung in Mochin bedeutet. Esau wollte die Erstgeburt ohne die Kleidung, doch es ist verboten, Mochin ohne Kleidung zu empfangen. Dies ist die Bedeutung von Esaus Worten: „Hast Du mir denn keinen einzigen Segen vorbehalten?“ „Ein Segen“ bedeutet das Gegenteil von den Segnungen, also einen Fluch. Darüber steht geschrieben: „Und er liebet den Fluch und sie kam über ihn; und er hatte keine Freude am Segen.“

Shamati 221 Gesamtherrschaft

Ich hörte

Das Kli kann aus seiner eigenen Herrschaft nur austreten, wenn man es mit etwas Anderem füllt. Es kann aber nicht leer bleiben. Da es also unter der Herrschaft von Sitra Achra steht, muss man es dort natürlich herausbringen, und deshalb muss man versuchen, es mit anderen Dingen zu füllen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, es mit Liebe zu füllen. Es steht geschrieben: „Und dann strebt er nach ihr, aus der Selbstliebe heraus“.

Shamati 5: LiShma bedeutet Erwecken von Oben, und warum brauchen wir ein Erwachen von unten?

 

Ich hörte im Jahr 1945

Um liShma zu erreichen, liegt es nicht an uns, diesen Vorgang zu verstehen, weil der menschliche Verstand nicht in der Lage ist zu verstehen, wie es so etwas auf unserer Welt geben kann. Das ist deshalb so, weil man den Menschen nur verstehen lässt, dass er, wenn er sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, auch etwas erfasst. Hier muss es einen Eigennutzen geben, weil der Mensch sonst nicht in der Lage ist, irgendetwas zu tun.

Stattdessen ist dies eine Erleuchtung von Oben, und nur wer diesen Geschmack erlebt hat, kann wissen und verstehen. Darum steht geschrieben: „Kostet und seht, dass der Schöpfer gut ist“.
Darum müssen wir verstehen, warum der Mensch nach Rat und Mitteln suchen muss, wie er liShma erreichen kann. Letzten Endes werden ihm keine Ratschläge helfen. Und wenn ihm der Schöpfer nicht die zweite Natur gibt, die der Wille zu geben genannt wird, wird dem Menschen keine Mühe helfen, um liShma zu erreichen.

Die Antwort ist, wie unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 2,21): „Es liegt nicht an dir, die Arbeit zu vollenden, und du hast auch nicht die Freiheit, dich ihrer zu entledigen“. Das bedeutet, dass es dem Menschen auferlegt ist, von unten (auf seiner jetzigen Stufe) zu erwachen, zumal dies als Gebet bezeichnet wird.

Ein Gebet bedeutet Mangel, und ohne Mangel gibt es auch keine Füllung. Wenn jemand daher das Bedürfnis nach liShma hat, dann kommt die Füllung von Oben, und dann wird das Gebet von Oben erhört, das heißt, der Mensch erhält die Füllung seines Mangels. Um daher liShma vom Schöpfer zu erhalten, ist die Arbeit des Menschen nur in der Form des Mangels und eines Klis (Gefäßes) nötig. Die Füllung kann der Mensch jedoch niemals von alleine erlangen; vielmehr ist dies ein Geschenk des Schöpfers.

Doch das Gebet muss vollkommen sein; es muss aus der Tiefe des Herzens kommen. Das bedeutet, dass der Mensch hundertprozentig weiß, dass es niemanden auf der Welt gibt, der ihm helfen könnte, außer dem Schöpfer allein.

Doch woher weiß man, dass nur der Schöpfer allein helfen kann? Ein Mensch kann dieses Bewusstsein nur erlangen, wenn er alles Menschenmögliche getan hat, um zum Schöpfer zu gelangen und ihm nichts davon geholfen hat. Deshalb obliegt es einem Menschen alle Handlungen, die in der Welt möglich sind, zu unternehmen, um den Aspekt „für den Schöpfer“ zu erlangen. Dann kann er aus der Tiefe seines Herzens beten und dann erhört der Schöpfer sein Gebet.

Man muss wissen, dass, wenn man sich anstrengt, um zu liShma zu gelangen, man den Wunsch auf sich nehmen muss, die Arbeit ausschließlich dem Geben zuliebe zu verrichten, also nur zu geben und nichts zu empfangen. Erst dann beginnt man zu spüren, dass der gesamte Körper sich mit aller Kraft dagegen wehrt.

Dann gelangt man zu der klaren Erkenntnis, dass es nur einen Ratschlag geben kann, um zu liShma zu gelangen: seine Klagen an den Schöpfer zu richten, damit er einem helfen möge, den Körper dazu zu bringen, sich bedingungslos dem Schöpfer zu unterwerfen. Denn man sieht, dass man selbst nicht in der Lage ist, seinen Körper zu überzeugen, sich vollkommen zu annullieren. Es stellt sich heraus, dass genau dann, wenn man sieht, dass es keine Hoffnung für den Körper gibt, von allein für den Schöpfer zu arbeiten, das Gebet aus tiefstem Herzen kommen kann. Und ein solches Gebet wird erhört.

Wir müssen wissen, dass man durch die Erlangung von liShma seinen Bösen Trieb tötet, weil der Böse Trieb den Willen zu empfangen darstellt. Und durch das Erlangen des Willens zu geben wird der Wille zu empfangen aufgelöst und handlungsunfähig gemacht.

Das bedeutet, dass man ihn tötet. Indem der Böse Wille seiner Aufgabe entledigt wurde und er nichts mehr zu tun hat, da er nicht länger verwendet wird und damit außer Funktion gesetzt ist, wird dies als seine Tötung definiert.

Und wenn der Mensch sich innerlich fragt: „Welchen Lohn hat der Mensch von der Arbeit unter der Sonne?“, wird er sehen, dass es gar nicht so schwer ist, sich der Arbeit für den Schöpfer zu unterwerfen. Das hat zwei Gründe:

  1. Einerseits muss jeder, ob er will oder nicht, sich in dieser Welt anstrengen. Doch was bleibt von all diesen investierten Mühen?
  2. Andererseits empfängt jeder, der sich um liShma bemüht, bei seiner Arbeit auch Genuss. Wie im Gleichnis des Maggid von Dubna, das von folgendem Vers handelt: „Aber nicht Mich hast du angerufen, Jakob, dass du dich um mich bemüht hättest, Israel.“

Er sagt, dies gleiche einem reichen Mann, der aus dem Zug steigt und nur eine kleine Tasche hat. Er legt sie an die Stelle, an der auch alle anderen Reisenden ihr Gepäck abstellen. Die Kofferträger nehmen die Gepäckstücke von dort und bringen sie zu den Hotels der Gäste.

Da der Gepäckträger dachte, der reiche Mann würde seine kleine Tasche selber tragen und keinen Träger benötigen, nahm er sich eines großen und schweren Koffers an. Als der reiche Mann dem Träger ein kleines Trinkgeld geben wollte, so wie er es immer zu zahlen gewohnt war, wollte dieser es nicht annehmen und sagte: „Ich habe einen großen und schweren Koffer in das Lager des Hotels getragen, bin dadurch müde geworden, und es hat mich viel Mühe gekostet, ihren Koffer zu schleppen. Und jetzt wollen Sie mich mit einem solch kleinen Trinkgeld entlohnen?“

Das bedeutet, dass, wenn jemand kommt und sagt, er hätte viele Mühen und Anstrengungen in die Erfüllung von Tora und Mizwot investiert, der Schöpfer zu ihm sagt: „Aber nicht Mich hast du angerufen, Jakob.“ Das heißt, nicht meinen Koffer hast du getragen, sondern das Gepäck von jemand anderem. Da du gesagt hast, dass du große Anstrengungen in Tora und Mizwot investiert hast, war deine Arbeit sicherlich für einen anderen Herren. Geh deshalb zu ihm, damit er dich entlohnt.

Das ist die Bedeutung von: „dass du dich um mich bemüht hättest, Israel.“ Das heißt: Wer für den Schöpfer arbeitet, empfindet keine Mühe, sondern im Gegenteil Genuss und große Begeisterung.

Wer aber für andere Ziele arbeitet als für den Schöpfer, darf sich bei Ihm nicht beklagen, weshalb der Schöpfer ihm keine Lebensenergie für seine Arbeit gibt. Denn er arbeitet nicht für den Schöpfer, damit Dieser ihm den Lohn für seine Arbeit bezahlen möge. Stattdessen soll sich der Mensch bei denen beklagen, für die er gearbeitet hat, damit sie ihm Lebensenergie und Genuss geben.

Da es viele Ziele in lo liShma gibt, sollte der Mensch von dem Ziel, für das er gearbeitet hat, Belohnung verlangen, das heißt Genuss und Vitalität. Darüber wird gesagt: „Diejenigen, die sie (die Götzen) machen, sollen so sein wie ihre Taten – ein jeder, der auf sie vertraut hat.“

Aber das ist schwer zu verstehen, denn wir sehen doch, dass sogar einer, der das Joch des Himmlischen Königreichs ohne eine andere Absicht (als für den Schöpfer) auf sich nimmt, dennoch keinerlei Lebenskraft spürt, sodass man sagen könnte, dass ihn diese Lebenskraft verpflichten würde, das Joch des Himmlischen Königreichs auf sich zu nehmen. Doch er nimmt das Joch des Himmlischen Königreichs nur wegen des Glaubens über dem Verstand auf sich, das heißt, er tut es durch Überwindung mit Zwang, gegen seinen Willen.

Wenn dem so ist, stellt sich die Frage, warum sich jemand in einer Sache bemüht, bei der sein Körper jeden Augenblick danach trachtet, sich dieser Arbeit zu entledigen, zumal er keine Lebenskraft darin spürt?

Gemäß dem oben Gesagten folgt, dass, während man in Demut arbeitet und kein anderes Ziel als die Absicht zu geben verfolgt, die Frage lautet: „Warum gibt ihm der Schöpfer nicht Geschmack und Lebenskraft in der Arbeit?“

Die Antwort ist, dass man wissen muss, dass diese Angelegenheit eine große Korrektur ist. Wenn das Licht und die Vitalität sofort geleuchtet hätten, als man sich das Joch des Himmlischen Königreichs aufbürdete, dann hätte man Lebenskraft in der Arbeit. Mit anderen Worten: Der Wille zu empfangen hätte dieser Arbeit auch zugestimmt.

In diesem Zustand hätte er sicherlich zugestimmt, weil er seine Sehnsüchte befriedigen will, also er hätte für seinen eigenen Nutzen gearbeitet. Wäre das der Fall gewesen, wäre es nie möglich gewesen, liShma zu erreichen.

Dies ist so, weil man gezwungen wäre, für den eigenen Nutzen zu arbeiten, da man in der Arbeit für den Schöpfer mehr Genuss als in körperlichen Begierden fühlen würde. Also müsste man in lo liShma verbleiben, weil man Befriedigung in der Arbeit gefunden hat. Dort, wo es Befriedigung gibt, kann der Mensch nichts tun, denn ohne Gewinn kann man nicht arbeiten. Daraus folgt, dass, wenn man die Zufriedenheit in dieser Arbeit von lo liShma erhalten würde, man in diesem Zustand verbleiben müsste.

Dies wäre ähnlich dem, was die Leute sagen, dass die Menschen, wenn sie einem Dieb hinterherjagen, um ihn zu fangen, auch der Dieb rennt und „Schnappt den Dieb!“ schreit. Dann ist es unmöglich zu erkennen, wer der wahre Dieb ist, um ihn zu fangen und ihm das Gestohlene wegzunehmen.

Aber wenn der Dieb, das heißt, der Wille zu empfangen, keinen Geschmack und keine Lebenskraft in der Arbeit zur Aufnahme der Last des Himmlischen Königreichs spürt, und wenn man in diesem Zustand mit dem Glaube über dem Verstand arbeitet, sich zwingend, und der Körper sich an diese Arbeit gewöhnt, das heißt gegen den Wunsch des eigenen Willens zu empfangen, dann hat man die Mittel, um zur Arbeit zu gelangen, die das Ziel verfolgt, „seinem Erschaffer Zufriedenheit zu bereiten.“

Dies deshalb, weil die haupsächliche Forderung an einen Menschen darin liegt, durch die eigene Arbeit zu Dwekut (Anhaftung) mit dem Schöpfer zu kommen, die als Gleichheit der Form bezeichnet wird, sodass alle seine Taten in der Absicht zu geben erfolgen.
Es ist so, wie der Vers sagt: „Dann wirst du Lust auf den Schöpfer haben.“ Die Deutung von „dann“ ist, dass man am Anfang der eigenen Arbeit keine Lust hatte, sondern seine Arbeit unter Zwang erfolgte.

Aber nachher, wenn man sich an die Arbeit in der Absicht zu geben gewöhnt hat und nicht auf sich selbst achtet – ob man Freude an der spirituellen Arbeit empfindet – sondern daran glaubt, dass man durch seine Arbeit dem Schöpfer Zufriedenheit bereitet, dann muss der  Mensch glauben, dass der Schöpfer die Arbeit der Unteren annimmt, unabhängig von der Menge und Form ihrer Arbeit. Der Schöpfer prüft die Absicht jeder Handlung genau und wenn sie Ihn zufrieden stellt, wird gewürdigt, „Lust auf den Schöpfer zu haben.“

Sogar während der Arbeit für den Schöpfer empfindet der Mensch Freude und Vergnügen, weil er nun tatsächlich für den Schöpfer arbeitet. Die Anstrengungen, die der Mensch in der Phase der Arbeit unter Zwang unternahm, qualifizieren ihn zur aufrichtigen Arbeit für den Schöpfer. Jetzt verstehen wir, dass sich der vom Menschen empfangene Genuss auf den Schöpfer bezieht, speziell für den Schöpfer.

Wenn der Mensch die Tora studiert und erreichen möchte, dass all seine Handlungen in der Absicht zu geben sein mögen, dann muss er sich bemühen, dass die Tora ihm stets als Stütze dienen möge. Und die Hilfe der Tora ist jener Nährboden, welcher Liebe, Ehrfurcht, Hochgefühl und Lebensmut und Ähnliches ist. Und all das muss er in der Tora finden, das heißt, die Tora muss ihm solcherlei Ergebnisse geben.

Shamati 9 – Drei Dinge, die den Verstand des Menschen erweitern

Ich hörte im  im August 1942

Der heilige Sohar erklärt die Worte unserer Weisen: „Drei Dinge erweitern des Menschen Verstand: Eine ansehnliche Frau, eine ansehnliche Behausung und ansehnliche Kelim (Gefäße).“ Er besagt: „Eine ansehnliche Frau ist die heilige Shechina (göttliche Gegenwart). Eine ansehnliche Behausung ist das Herz. Und ansehnliche Kelim sind seine Organe.“

Wir müssen erklären, dass die heilige Shechina nicht in ihrer wahren Form, einem Zustand von Lieblichkeit und Schönheit, erscheinen kann, außer man hat ansehnliche Kelim, welche die Organe sind, die vom Herzen ausgehen. Das bedeutet, um eine ansehnliche Behausung zu sein, muss der Mensch zuerst sein Herz reinigen, indem er den Willen für sich selbst zu empfangen annulliert und sich daran gewöhnt, alle seine Handlungen um des Gebens Willen auszuführen, wodurch es dann zu ansehnlichen Kelim kommt. Das heißt, seine Verlangen, also seine Kelim, werden vom Empfangen für sich selbst geläutert und werden rein, was als Aspekt des Gebens erachtet wird.

Wenn jedoch die Behausung nicht ansehnlich ist, sagt der Schöpfer: „Ich und Er können nicht in der gleichen Behausung verweilen.“ Denn es muss zwischen dem Licht und dem Kli eine Angleichung der Form geben. Deshalb wird der Mensch erst, wenn er den Glauben in Reinheit auf sich nimmt – sowohl im Verstand als auch im Herzen – einer ansehnlichen Frau würdig, was bedeutet, dass sich die heilige Shechina ihm in Form von Lieblichkeit und Schönheit offenbart. Und dies erweitert seinen Verstand.

Das heißt, anhand des Genusses und der Freude, die er sodann verspürt, offenbart sich die heilige Shechina in den Organen und erfüllt die äußeren und inneren Kelim. Und das wird als das „Erweitern des Verstandes“ definiert.

Und dies kann man durch Neid, Lust und Ehre erlangen, die den Menschen aus der Welt herausheben. Neid wird als der Neid auf die heilige Shechina definiert, bekannt als Eifer in „Der Eifer des Herrn der Heerscharen“. Ehre bedeutet, dass man die Ehre des Himmels vermehren möchte. Und Lust bedeutet „Das Begehren der Elenden hörst du, Herr“. (Psalm 10,17)

Shamati 34: Der Vorteil des Landes

Ich hörte im Monat Tewet 1942

Es ist bekannt, dass nichts sich in seiner wahren Form offenbart, sondern nur aus seinem Gegenteil heraus, wie geschrieben steht: „wie der Vorzug des Lichtes – aus der Finsternis.“[1] Das bedeutet, dass alles auf etwas anderes verweist und man gerade mit Hilfe des Gegensatzes das wahre Wesen des ihm Entgegengesetzten erkennen kann.

Und daher kann man nichts mit absoluter Klarheit erkennen, wenn es nichts gibt, was dem entgegengesetzt wäre. So könnte man zum Beispiel das Gute nicht schätzen, wenn es keinen Gegensatz dazu gäbe, der auf das Schlechte verweist, wie bitter – süß, Hass – Liebe, Hunger – Sättigung, Durst – Erfüllung, Trennung – Anhaftung. Daraus wird klar, dass es unmöglich ist, die Anhaftung zu lieben, bevor man nicht zum Hass der Trennung gelangt.

Um der Stufe des Hasses auf die Trennung würdig zu werden, muss man erst erfahren, was Trennung bedeutet, mit anderen Worten: wovon man entfernt ist. Erst dann kann man sagen, dass man diese Entfernung korrigieren möchte. Das bedeutet, dass der Mensch sich bewusst sein muss, von wem und wovon er entfernt ist. Erst dann kann er versuchen, diesen Zustand zu korrigieren und sich mit demjenigen zu verbinden, von dem er getrennt wurde. Das heißt, wenn der Mensch versteht, was er von der Annäherung an Ihn gewinnen wird, wird er den Schaden davon einschätzen können, in Entfernung zu bleiben.

Gewinn oder Verlust werden je nach Genuss oder Leid eingeschätzt. Der Mensch hält sich von dem fern, was ihm Leiden verursacht, und hasst es. Das Maß der Entfernung hängt vom Maß des Leidens ab, denn es liegt in der Natur des Menschen, Leiden zu meiden. Daher hängt eines vom anderen ab, gemeint ist, der Mensch bemüht sich und tut alles Mögliche, um sich von dem fernzuhalten, was Leiden hervorruft. Das heißt, Leiden ruft Hass hervor auf das, was Leiden verursacht, und in diesem Maße entfernt sich der Mensch.

Aus dem Gesagten folgt, dass der Mensch wissen muss, was „Gleichheit der Form“ bedeutet, um zu wissen, was er tun soll, um eine Anhaftung zu erreichen, welche als die „Gleichheit der Form“ bezeichnet wird. Und daraus wird er erfahren, was „Unterschiedlichkeit der Form“ und „Trennung“ bedeuten.

Aus den Büchern und von ihren Autoren ist bekannt, dass der Schöpfer gut ist und nur Gutes tut, das heißt, Seine Lenkung offenbart sich den Unteren als gut und gütig. Und daran sind wir verpflichtet zu glauben.

Wenn daher der Mensch sieht, was in der ihn umgebenden Welt geschieht und er beginnt, auf sich oder auf andere zu schauen, wie sehr alle an der Höheren Lenkung leiden und nicht genießen, wie es vonseiten einer guten und gütigen Lenkung kommen sollte, fällt es ihm schwer, in diesem Zustand zu sagen, dass die Höhere Lenkung sich gut und gütig verhält und den Unteren alles Gute sendet.

Doch es ist notwendig zu wissen, dass in dem Fall, wenn er nicht sagen kann, dass der Schöpfer nur Gutes schickt, er als „Bösewicht“ bezeichnet wird, weil die Empfindung von Leiden in einem bewirkt, das er den Schöpfer anklagt. Und nur, wenn er sieht, dass der Schöpfer Genüsse schickt, rechtfertigt er den Schöpfer, wie die Weisen sagten: „Als Gerechter wird derjenige bezeichnet, der die Handlungen des Schöpfers rechtfertigt – also behauptet, dass der Schöpfer die Welt gerecht lenkt.“

Wenn folglich der Mensch Leid verspürt, stellt er sich als entfernt vom Schöpfer heraus, weil er sich auf natürliche Weise kraft seiner Natur in einen Hasser desjenigen verwandelt, der ihm Leiden schickt. Folglich hasst der Mensch den Schöpfer auf diese Weise, anstatt Ihn zu lieben.

Was soll aber der Mensch tun, um Liebe zum Schöpfer zu erreichen? Dazu wurde uns eine Segula (ein Heilmittel) gegeben – die Beschäftigung mit Tora und Mizwot, weil das Licht darin den Menschen zum Schöpfer zurückführt. Denn in der Tora gibt es ein Licht, welches dem Menschen die Möglichkeit gibt, die Substanz des Zustands der Trennung vom Schöpfer zu verspüren. Und langsam, wenn der Mensch die Absicht hat, das Licht der Tora zu erfassen, entsteht in ihm allmählich der Hass auf die Trennung vom Schöpfer. Er beginnt, den Grund wahrzunehmen, der in ihm und seiner Seele die Trennung und Entfernung vom Schöpfer hervorruft.

Der Mensch muss daran glauben, dass die Lenkung des Schöpfers „gut und Gutes tuend“ ist. Doch da der Mensch in Selbstliebe versunken ist, welche in ihm die Gegensätzlichkeit der Form hervorruft, wurde die Korrektur geschaffen, welche als „um zu geben“ bezeichnet und „Gleichheit der Form“ genannt wird. Und nur in so einer Weise kann man diese Güte und den Genuss empfangen. Und dass er den Genuss nicht empfangen kann, den der Schöpfer geben möchte, ruft im Menschen den Hass auf die Trennung vom Schöpfer hervor. Dann hat er die Möglichkeit, die Größe des Nutzens der Gleichheit der Form zu erkennen, und dann beginnt er, nach der Anhaftung mit dem Schöpfer zu streben.

Somit verweist jede Form auf die ihr entgegengesetzte. Daraus folgt, dass alle Abstiege, die der Mensch fühlt, wenn er zur Trennung vom Schöpfer gelangt, ihm die Gelegenheit geben, zwischen diesen gegensätzlichen Zuständen zu unterscheiden. Aus den Abstiegen soll also der Mensch das Verständnis des Nutzens der Aufstiege erhalten. Anders hätte der Mensch keine Möglichkeit, die Wichtigkeit dessen wertzuschätzen, dass man ihn von Oben näher bringt und ihm Aufstiege gewährt. Und er hätte keine Möglichkeit, sich der Wichtigkeit bewusst zu werden, die er offenbaren könnte. Dies ist wie im Beispiel eines Menschen, dem man Essen gibt, der aber niemals Hunger verspürt hat.

Somit verursachen in ihm die Abstiege, also die Zeiten der Trennung, die Wichtigkeit der Anhaftung in den Aufstiegen. Und die Aufstiege rufen im Menschen den Hass auf Abstiege hervor, die ihm die Trennung bringen.

Der Mensch kann das Ausmaß des Bösen in den Abstiegen nicht einschätzen, das heißt, er spricht schlecht über die Höhere Lenkung und spürt nicht einmal, über wen er so schlecht spricht, um zu begreifen, dass er für so eine große Sünde bereuen muss. Dies wird „üble Nachrede über den Schöpfer“ genannt.

Aus dem Gesagten folgt, dass gerade dann, wenn der Mensch diese beiden Formen hat, er in der Lage ist, die Entfernung zwischen ihnen zu erkennen, wie geschrieben steht: „Der Vorzug des Lichtes – aus der Finsternis.“ Das heißt, nur dann kann er die Anhaftung zum Schöpfer wertschätzen und hochhalten, mit Hilfe welcher man die Güte und den Genuss erreichen kann, die im Schöpfungsgedanken eingeschlossen sind, welcher Seinen Willen darstellt, den Geschöpfen Genuss zu schenken. Alles, was unseren Augen erscheint, sind nur Sachen, die der Schöpfer will, dass wir sie in einer Art erfassen, wie wir es tun, da sie Wege sind, um das vollständige Ziel zu erreichen.

Doch es ist nicht so einfach, der Anhaftung an den Schöpfer würdig zu werden. Es erfordert große Anstrengungen und Mühen, bis man würdig wird, die Güte und den Genuss zu erfassen und zu verspüren. Und bis dahin ist es dem Menschen auferlegt, die Höhere Lenkung zu rechtfertigen, über seinem Verstand zu glauben, dass der Schöpfer alle Geschöpfe nur „gut und Gutes tuend“ lenkt, und zu sagen: „Sie haben Augen und sehen nicht.“

Dies ist so, wie die Weisen sagten: „Habakuk kam und setzte ein Prinzip fest“, wie geschrieben steht, „der Gerechte lebt in seinem Glauben.“ Das bedeutet, dass der Mensch sich nicht mit Einzelheiten beschäftigen soll, sondern seine ganze Arbeit auf einen Punkt konzentrieren muss, das heißt auf das Gesetz, welches „Glauben an den Schöpfer“ ist. Das ist es, worum er beten sollte, was bedeutet, dass der Schöpfer ihm helfen möge, mit dem Glauben über den Verstand zu gehen. Und im Glauben ist ein Heilmittel enthalten, mit dessen Hilfe der Mensch zum Hass auf die Trennung gelangt, das heißt, der Glaube ruft im Menschen indirekt Hass auf die Trennung vom Schöpfer hervor.

Wir sehen, dass es einen großen Unterschied zwischen Glauben, Sehen und Wissen gibt. Was zu sehen und zu wissen gegeben ist – wenn der Verstand den Menschen verpflichtet, dass es sich lohnt, eine Anstrengung zu unternehmen, und dies einmal beschließt, so reicht ihm diese Entscheidung bereits aus. Mit anderen Worten: Wie und in welcher Form er entschieden hat, so wird er auch die Handlung ausführen, weil der Verstand ihn in jeder Handlung begleitet, damit er so tut, wie der Verstand ihm sagt. Und der Verstand gibt dem Menschen zu verstehen, dass es notwendig ist, genauso zu entscheiden, wie der Verstand beschließt.

Der Glaube hingegen ist eine Angelegenheit eines möglichen Einverständnisses. Mit anderen Worten: Er überwindet den Verstand und sagt, dass es sich lohnt, so zu handeln, wie ihn der Glaube über dem Verstand verpflichtet. Aus diesem Grunde ist der Glaube über dem Verstand nur während einer Handlung brauchbar, also dann wenn er glaubt. Erst dann ist er bereit, sich über dem Verstand anzustrengen.

Umgekehrt, wenn er den Glauben auch nur für einen Augenblick verlässt, das heißt der Glaube auch nur für einen Augenblick geschwächt wird, hört er sofort auf, sich mit der Tora und spiritueller Arbeit zu beschäftigen, und es wird ihm nicht helfen, dass er zuvor die Bürde des Glaubens über dem Verstand auf sich genommen hat.

Wenn er jedoch eine Sache begriffen hat und denkt, dass diese ihm schadet, es etwas Lebensgefährliches sei – so braucht er keine wiederholten Erklärungen und Überlegungen, warum das gefährlich ist.

Sondern, weil er es einmal mit seinem Verstand begriffen hat, dass er sich gerade mit diesen Dingen beschäftigen sollte, die ihm von seinem Verstand vorgegeben werden –welche gut und welche schlecht sind –, so folgt er bereits dieser Entscheidung.

Wir erkennen den Unterschied darin, wozu ihn der Verstand und wozu ihn der Glaube verpflichtet, und was der Grund dafür ist, dass, wenn etwas auf Glauben basiert, wir uns ständig der Form des Glaubens erinnern müssen, anderenfalls fällt man von seiner Stufe in einen Zustand der Sünde. Diese Zustände können selbst an einem einzigen Tag geschehen; der Mensch kann an einem Tag mehrmals von seiner Stufe fallen, da es unmöglich ist, dass der Glaube über dem Verstand tagsüber nicht einen Moment stoppt.

Wir müssen wissen, dass der Grund, den Glauben zu vergessen, von der Tatsache stammt, dass Glaube über dem Verstand und den Gedanken daran gegen alle Verlangen des Körpers ist. Da die Verlangen des Körpers naturgemäß in uns eingeprägt sind, was Wille zu empfangen heißt, ob im Verstand oder im Herzen, zieht es den Körper folglich immer zu unserer Natur hin. Nur, wenn man am Glauben festhält, hat dies die Kraft, einen aus den Verlangen des Körpers herauszubringen, über den Verstand zu gehen, das heißt gegen den Verstand des Körpers.

Bevor er die Gefäße des Gebens erlangt, Anhaftung genannt, kann folglich kein Glaube in ihm auf permanenter Grundlage gefunden werden. Wenn Glaube für ihn nicht leuchtet, sieht er, dass er im niedrigsten Zustand ist, und all das kommt aufgrund der Ungleichheit der Form zu ihm, was der Wille für sich selbst zu empfangen ist. Diese Trennung schafft alle seine Qualen, ruiniert alle seine Konstruktionen und alle Anstrengungen, die er in die Arbeit investiert hat.

Er sieht, dass er sich in dem Moment, in dem er den Glauben verloren hat, in einem schlechteren Zustand befindet als zu dem Zeitpunkt, da er auf dem Weg der Arbeit im Geben gestartet ist. So erlangt er Hass auf die Trennung, da er sofort beginnt, Qualen in sich selbst und in der ganzen Welt zu spüren. Es wird schwer für ihn, Seine Vorsehung für die Geschöpfe zu rechtfertigen, sie als „gut und Gutes tuend“ anzusehen, und dann fühlt er, dass die ganze Welt für ihn verdunkelt ist, und er hat nichts, wovon er Freude empfängt.

Wenn der Mensch daher jedes Mal beginnt, den Makel seiner üblen Nachrede über die Vorsehung zu korrigieren, so erhält er Hass auf die Trennung. Und durch den Hass, den er in der Trennung empfindet, gelangt er dazu, die Anhaftung zu lieben. Anders gesagt: In dem Ausmaß, in dem er Leiden während der Trennung empfindet, nähert er sich der Anhaftung an den Schöpfer. Gleichermaßen gelangt er in dem Ausmaß, in dem er die Dunkelheit, welche schlecht ist, empfindet, zur Empfindung der Anhaftung, einer guten Sache. Dann kann er es, wenn er etwas Anhaftung empfängt, zunächst bewerten und weiß es dann wertzuschätzen.

Nun können wir verstehen, dass alle Leiden, die in der Welt existieren, nur eine Vorbereitung für die wahren Qualen sind. Dies sind die Qualen, die der Mensch erreichen muss, ansonsten wird er nicht in der Lage sein, irgendetwas Spirituelles zu erlangen, da es ohne Gefäß (Kli) kein Licht gibt. Diese Qualen, die wahren Qualen, heißen „Verleumdung der Vorsehung durch üble Nachrede.“ Dies ist es, worum man betet, also nicht die Vorsehung zu verleumden, und es sind dies die Qualen, die der Schöpfer annimmt. Das ist die Bedeutung der Worte, dass der Schöpfer das Gebet jedes Mundes hört.

Der Grund, warum der Schöpfer auf diese Qualen antwortet, ist der, dass man dann nicht für seine eigenen Empfangsgefäße um Hilfe bittet. Denn wir können sagen, dass, wenn der Schöpfer ihm alles, was er wünscht, gibt, dies bewirken könnte, dass er aufgrund der Unterschiedlichkeit der Form, die er dadurch erlangen würde, sich weiter vom Schöpfer entfernt. Vielmehr verhält es sich gegenteilig: Man bittet um Glauben, darum, dass der Schöpfer einem die Überwindungskraft geben möge, um die Gleichheit der Form zu erlangen, denn er erkennt, dass, wenn er nicht ständig im Glauben ist, das heißt, wenn der Glauben für ihn nicht leuchtet, ihm zweifelnde Gedanken über die Vorsehung kommen und er in einen Zustand des „Bösewichts“ gelangt, wobei er seinen Erschaffer anklagt.

Es zeigt sich, dass alle von ihm empfundenen Leiden aufgrund seiner üblen Nachrede über die Höhere Vorsehung sind. Doch was verletzt ihn? Anstatt den Schöpfer zu preisen und zu sagen: „Gepriesen sei Er, unser Gott, der uns zu seinen Ehren erschaffen hat“, was bedeutet, dass die Geschöpfe den Schöpfer ehren, so sieht er, dass das Verhalten der Welt nicht zu Seinen Ehren ist, da jeder Beschwerden und Forderungen hat, dass die Lenkung von offensichtlicher Vorsehung sein sollte, dass der Schöpfer die Welt im Sinne von „gut und Gutes tuend“ führt. Da es nicht offensichtlich ist, sagen sie, dass diese Vorsehung Ihn nicht verherrlicht, und das schmerzt Ihn.

Somit ist der Mensch durch die von ihm empfundenen Qualen gezwungen, abfällig zu reden. Daraus folgt, dass die Bitte an den Schöpfer, Er möge ihm die Kraft des Glaubens geben und er des Guten und Gütigen gewürdigt werden, nicht geschieht, weil er Gutes empfangen möchte, um sich selbst zu erfreuen, sondern um nicht abfällig zu reden; eben dies schmerzt ihn. Für sich selbst möchte er über dem Wissen glauben, dass der Schöpfer die Welt „gut und Gutes tuend“ lenkt, und er wünscht sich, dass sein Glaube in vollkommener Empfindung stark genug ist, als ob er innerhalb des Verstandes wäre.

Daher möchte er, wenn er sich mit der Tora und den Mizwot beschäftigt, das Licht des Schöpfers nicht zu seinem eigenen Vorteil anziehen, sondern er kann es nicht ertragen, unfähig zu sein, Seine Vorsehung, welche in Güte ist, zu rechtfertigen. Dies verursacht bei ihm Leiden, weil er den Namen des Schöpfers, dessen Name „gut und Gutes tuend“ ist, entweiht und sein Körper anderes behauptet.

Dies sind alles seine Qualen, denn indem er sich in einem Zustand der Trennung befindet, kann er Seine Lenkung nicht rechtfertigen. Dies bedeutet, dass der Zustand der Trennung von ihm gehasst wird. Und wenn er diese Leiden empfindet, vernimmt der Schöpfer sein Gebet, nähert ihn Sich an und er wird der Anhaftung würdig. Dies deshalb, da ihn die Qualen, die er aufgrund der Trennung spürt, dazu führen, dass er der Anhaftung würdig wird; und dann sagt man: „wie das Licht einen Vorzug hat vor der Finsternis.“

Dies ist die Bedeutung von „der Vorteil des Landes überall.“ Land ist die Schöpfung; überall bedeutet, dass man durch den Nutzen, das heißt, wenn man den Unterschied zwischen dem Zustand der Trennung und dem Zustand der Anhaftung erkennt, würdig wird, mit Anhaftung an „alles“ belohnt zu werden, da der Schöpfer „die Wurzel von allem“ genannt wird.

 

[1] Kohelet 2,13

 

Shamati 225 Sich selbst erheben

Ich hörte

Es ist unmöglich, sich selbst über seinen eigenen Kreis zu erheben. Folglich ist der Mensch verpflichtet, von seiner eigenen Umgebung zu saugen. Und er hat keinen anderen Rat außer dem Weg der Tora und vielen Anstrengungen.

Wenn der Mensch für sich selbst eine gute Umgebung wählt, erspart er sich demzufolge Zeit und Anstrengung, da er entsprechend seiner Umgebung geformt wird, also ihr folgt.

Shamati 8 Was ist der Unterschied zwischen dem Schatten der Heiligkeit und dem von Sitra Achra?

 

Ich hörte im Juli 1944

Es steht geschrieben: „Bis der Tag kühl wird und die Schatten schwinden.“[1] Und man muss verstehen, was „die Schatten“ in der spirituellen Arbeit bedeuten und was zwei Schatten sind. Und zwar wird die Zeit, in der der Mensch noch nicht die Existenz der Höheren Lenkung spürt, welche die Welt durch die Eigenschaft „gut und Gutes tuend“ lenkt, als Schatten definiert, der die Sonne verbirgt.

Das bedeutet, so wie ein physischer Schatten, der die Sonne verbirgt, keinesfalls die Sonne selbst beeinflusst, die weiterhin aus voller Kraft leuchtet, so bewirkt ein Mensch, der die Existenz der Höheren Lenkung nicht verspürt, keinerlei Veränderungen Oben. Denn Oben ändert sich nichts, wie es geschrieben steht: „Ich bin der Herr (HaWaYaH), ich ändere mich nicht.“

Alle Veränderungen finden stattdessen in den Empfängern statt. Und in diesem Schatten, das heißt in dieser Verhüllung, müssen wir zwei Aspekte unterscheiden:

  1. Der Mensch ist noch in der Lage, alle Verdunkelungen und Verhüllungen, die er spürt, zu überwinden um den Schöpfer zu rechtfertigen und zu Ihm zu beten – damit Dieser seine Augen öffnen möge und er sehen würde, dass alle Verhüllungen, die er verspürt, vom Schöpfer kommen.
    Das heißt, der Schöpfer richtet das alles für ihn ein, damit er zu seinem Gebet findet und in ihm der Wunsch entfacht wird, sich an den Schöpfer anzuhaften. Und der Grund dafür liegt darin, dass er nur aufgrund der Leiden, die er vom Schöpfer bekommt, und dadurch, dass er seinem Elend entfliehen und die Leiden vermeiden möchte, alles tut, was in seiner Macht steht. Wenn er also Verhüllungen und Leiden bekommt, wird er mit Sicherheit zum bekannten Heilmittel greifen: Er wird mehr Gebete sprechen, um vom Schöpfer Hilfe zu bekommen, damit Er ihn aus dem Zustand herausziehen möge, in dem er sich befindet. In diesem Zustand glaubt er immer noch an die Lenkung des Schöpfers.
  2. Wenn er in den Zustand gelangt, in dem er sich nicht mehr überwinden und sagen kann, dass ihm alle Leiden und Schmerzen, die er verspürt, vom Schöpfer geschickt wurden, um ihm mit ihrer Hilfe einen Grund zum Aufstieg zu geben, dann verfällt er in den Zustand eines Ungläubigen. Denn er kann nicht [mehr] an die Höhere Lenkung des Schöpfers glauben und kann dann selbstverständlich nicht [mehr] beten.

Somit gibt es zwei Arten von Schatten, und so ist der Sinn der Worte: „…bis die Schatten weichen“[2] – das heißt, die Schatten werden aus der Welt schwinden.

Der Schatten der Klipa[3] heißt: „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und kann keine Früchte tragen“[4], während es über die Heiligkeit (Kedusha) heißt: „Ich sitze unter dem Schatten, den ich begehre, und seine Frucht ist meiner Kehle süß“[5], das heißt, er sagt, dass alle Verhüllungen und Leiden, die er verspürt, aus dem Grunde kommen, dass der Schöpfer ihm diese Zustände schickte, damit er Raum haben würde, Arbeit über dem Verstand zu verrichten.

Und wenn er die Kraft hat, dies zu sagen, also dass der Schöpfer all diese Gründe für ihn in die Wege leitete, ist es zum Wohl des Menschen, denn dadurch kann er zur Arbeit um des Gebens willen und nicht zum eigenen Nutzen gelangen. Dann begreift der Mensch, dass der Schöpfer aus eben dieser Arbeit Genuss schöpft, die vollkommen über dem Verstand aufgebaut ist.

Also bittet der Mensch dann in seinen Gebeten den Schöpfer nicht darum, dass die Schatten aus der Welt verschwinden mögen, sondern er sagt dann: „Ich sehe, dass der Schöpfer wünscht, dass ich Ihm in dieser Form diene, die vollständig über dem Verstand ist.“ Und wenn dem so ist, sagt er bei allem, was er tut: „Natürlich hat der Schöpfer Genuss an dieser Arbeit, und was interessiert es mich dann, dass ich im Zustand der Verhüllung seines Angesichts arbeite?“

Da er um des Gebens willen arbeiten möchte, um dem Schöpfer Genuss zu bereiten, empfindet er keinerlei Entwürdigung in dieser Arbeit, das bedeutet, er hat nicht das Gefühl, dass für ihn das Gesicht des Schöpfers verhüllt ist oder dass der Schöpfer sich nicht an seiner Arbeit erfreut. Stattdessen willigt er in die Lenkung des Schöpfers ein: Wie auch immer der Schöpfer es wünscht, dass ein Mensch die Existenz des Schöpfers während der Arbeit wahrnimmt – der Mensch stimmt dem vollen Herzens zu. Denn der Mensch achtet nicht darauf, woraus er Genuss schöpfen kann, sondern darauf, woran der Schöpfer Genuss haben kann. So bringt ihm dieser Schatten Leben.

Dies wird „Seinen Schatten begehrte ich“ genannt; das heißt, er begehrt einen solchen Zustand, in dem er eine Anstrengung über dem Verstand unternehmen kann. Wenn sich der Mensch also nicht im Zustand der Verhüllung anstrengt, in dem er noch Raum hat, zu beten, dass der Schöpfer ihn an sich annähere, und es vernachlässigt, so wird ihm eine zweite Verhüllung geschickt, in welcher er nicht einmal mehr beten kann. Grund dafür ist das Vergehen, dass er sich nicht angestrengt hat, aus allen Kräften zum Schöpfer zu beten; daher gelangt er in diesen Zustand der Armseligkeit.

Doch nachdem er zu diesem Zustand gelangt, erbarmt man sich Oben seiner und gibt ihm wieder eine Erweckung. Und wieder beginnt der gleiche Ablauf, bis der Mensch sich schließlich im Gebet festigt und der Schöpfer sein Gebet erhört und der Schöpfer ihn an sich annähert und zum Guten zurückbringt.

[1] Hohelied 2, 17

[2] Hohelied 2,17

[3] Wörtl. Schalen, Hüllen; böse Hüllen, die unreinen Kräfte

[4] Sohar, Sulam-Kommentar, Mishpatim 166

[5] Hohelied 2,3

 

Shamati 7 Was es in der spirituellen Arbeit bedeutet, wenn die Gewohnheit zur zweiten Natur wird

Ich hörte im Jahr 1943

Wenn der Mensch sich an etwas gewöhnt, so wird dies für ihn zur Gewohnheit und jede Gewohnheit wird für den Menschen zur zweiten Natur. Deswegen gibt es nichts, was der Mensch nicht verspüren könnte. Das heißt, auch wenn der Mensch für etwas noch keinerlei Empfindung verspürt, kann er durch die Gewöhnung an die Sache zu einer Empfindung dafür gelangen.

Und man sollte wissen, dass es einen Unterschied zwischen den Empfindungen des Schöpfers und jenen des Geschöpfes gibt. Bei den Geschöpfen unterscheidet man zwischen dem Fühlenden und dem Gefühlten, dem Erfassenden und dem Erfassten, das heißt, es gibt den Aspekt eines Fühlenden, der mit einer gewissen Wirklichkeit verbunden ist.

Hingegen ist eine Wirklichkeit ohne Fühlenden nur der Schöpfer selbst, der „im Allgemeinen von keinem Gedanken erfasst werden kann.“ Anders ist es beim Menschen, dessen ganze Wirklichkeit nur mit Hilfe des Fühlens dieser Wirklichkeit wahrgenommen wird. Und selbst die Wahrhaftigkeit der Wirklichkeit hat keine Gültigkeit, außer in Bezug auf den Fühlenden dieser Wirklichkeit.

Mit anderen Worten: der Fühlende empfindet das, was er fühlt, als die Wahrheit. Wenn er in seiner Wirklichkeit einen bitteren Geschmack verspürt, das heißt sich in dem Zustand, in dem er ist, schlecht fühlt und daran leidet, so wird ein solcher Mensch in der spirituellen Arbeit als Sünder bezeichnet, weil er den Schöpfer anklagt, der „Gut und Gütig“ genannt wird, da er die Welt nur mit Gutem beschenkt. Entsprechend seiner Empfindung hat jedoch der Mensch das Gefühl, er hätte vom Schöpfer das Gegenteil erhalten – Schlechtes, das heißt, er befindet sich in einem schlechten Zustand.

Aus dem Oben Gesagten sollten wir daher die Worte unserer Weisen verstehen[1]: „Die Welt wurde nur für vollkommene Sünder oder vollkommene Gerechte erschaffen.“ Diese Worte bedeuten, wie Oben erwähnt, dass der Mensch einen Geschmack wahrnimmt, entweder einen, den er in dieser Welt als gut empfindet – dann rechtfertigt er den Schöpfer und sagt, dass Er die Welt nur mit Gutem beschenkt. Oder er fühlt und nimmt einen bitteren Geschmack in der Welt wahr, dann ist er ein Sünder, weil er den Schöpfer beschuldigt.

Folglich wird alles entsprechend dem Empfinden des Menschen gemessen. Hingegen haben diese Empfindungen nichts mit dem Schöpfer zu tun, wie es im „Vers der Vereinigung“ heißt: „So wie du warst, wirst du immer und ewig sein; Mangel und Überschuss werden nicht in dir sein.“ Somit beziehen sich alle Welten und Veränderungen nur auf die Empfänger, so wie sie der Mensch erfasst.

[1] Talmud, Traktat Brachot 61

Shamati 4: Was ist der Grund für die Schwere, die der Mensch in der Annullierung vor dem Schöpfer hat?

Ich hörte am 6. Februar 1944

Wir müssen den Grund für die Schwere wissen, die man empfindet, wenn man sein „Selbst“ vor dem Schöpfer annullieren möchte und sich nicht mehr um seinen Eigennutz kümmern will. Man gelangt zu einem Zustand, als stünde die ganze Welt still, als sei man nun aber allein auf der Welt und ließe seine Familie und seine Freunde zugunsten der Annullierung vor dem Schöpfer zurück.

Doch es gibt einen einfachen Grund dafür, welcher „Mangel an Glauben[1]“ (Chissaron haEmuna) heißt. Das bedeutet, dass man nicht sieht, vor wem und um wessen willen man sich annullieren soll, und dass man die Existenz des Schöpfers nicht empfindet. Das verursacht bei einem die Schwere.

Sobald man aber beginnt, den Schöpfer zu spüren, sehnt sich die Seele nach Annullierung und danach, sich mit der Wurzel zu vereinen, sich in sie einzuschließen wie die Kerze in eine Fackel, ohne Denken und Ziel. Dies ergibt sich ganz natürlich, so wie sich eine Kerze vor einer Fackel annulliert.

Es folgt, dass die Hauptarbeit des Menschen darin liegt, zur Empfindung des Schöpfers zu gelangen, dass „die ganze Welt voll Seiner Glorie? ist.“ Darin liegt die ganze Arbeit, was bedeutet, dass man die gesamte Anstrengung nur dazu einsetzt und für nichts anderes.

Man sollte sich nicht irreführen lassen, irgendetwas zu erwerben. Vielmehr ist der Glaube an den Schöpfer das Einzige, das der Mensch braucht. Man sollte an nichts anderes denken – was bedeutet, dass die einzige Belohnung, die man für seine Arbeit möchte, darin liegt, dem Glauben an den Schöpfer würdig zu werden.

Und man muss wissen, dass es keinen Unterschied zwischen einer großen und einer kleinen Erleuchtung gibt, die der Mensch empfängt. Denn es gibt keine Veränderungen im Licht, sondern alle Veränderungen finden in den Gefäßen statt, welche die Fülle empfangen, wie es geschrieben steht: „Ich, der Herr, verändere mich nicht.“

Wenn man folglich in der Lage ist, seine Gefäße zu vergrößern, so vergrößert man in dem Maße sein Leuchten.

Doch womit kann man seine Gefäße vergrößern? Die Antwort ist: in dem Maße, in welchem man den Schöpfer lobpreist und Ihm dafür dankt, dass Er einen näher zu sich gebracht hat und dass man ein wenig mit der Verbindung zu Ihm belohnt wurde.

Je nachdem, wie man sich das Ausmaß der Wichtigkeit selbst vorstellt, wächst das Maß der Erleuchtung im Menschen. Man muss wissen, dass man nie das wahre Ausmaß der Wichtigkeit der Verbindung zwischen dem Menschen und dem Schöpfer kennen wird, weil man deren wahren Wert nicht schätzen kann. Stattdessen erreicht man deren Verdienst und Wichtigkeit, je mehr man diese wertschätzt. Darin liegt eine Kraft, und daher kann einem dieses Leuchten immerwährend gegeben werden.

[1] Glaube ist die Empfindung des Schöpfers

 

Shamati 3: Das Wesen der spirituellen Erkenntnis

Ich hörte

Wir unterscheiden eine Vielzahl von Stufen und Kategorien in den Welten. Man muss wissen, dass immer, wenn die Rede von Stufen und Unterscheidungen ist, es sich um die Standpunkte des Erfassens durch die Seelen in den Welten handelt und dies in Übereinstimmung mit der Regel: „Das, was wir nicht erfassen, können wir nicht beim Namen nennen.“ Somit verweist das Wort „Name“ auf das Erfassen, ähnlich dem, wie der Mensch einer Sache erst dann den Namen gibt, wenn er davon etwas gemäß seines Erfassens begriffen hat.

Infolgedessen teilt sich die gesamte Realität vom Standpunkt des spirituellen Erfassens aus in drei Unterscheidungen:

  1. Azmuto (Sein Wesen)
  2. Ejn Sof (Unendlichkeit )
  3. Die Seelen
  1. Über Azmuto sprechen wir überhaupt nicht, da die Wurzel und der Ort der Schöpfung mit dem Schöpfungsgedanken beginnen, in dem sie in der Bedeutung von „Das Ende der Handlung liegt im Ursprungsgedanken“ eingeschlossen sind.
  2. Ejn Sof stellt den Schöpfungsgedanken dar, in der Bedeutung „Seines Wunsches, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.“ Dies wird als Ejn Sof bezeichnet, und genau dies ist die Verbindung zwischen Azmutound den Seelen. Wir verstehen diese Verbindung für uns in dem Geheimnis des „Wunsches, den Geschöpfen Freude und Genuss zu schenken.“ Ejn Sof ist der Anfang des gesamten Prozesses und heißt „Licht ohne Kli.“ Aber darin liegt die Wurzel der Geschöpfe, also die Verbindung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen, genannt „Sein Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.“ Dieser Wunsch beginnt in der Welt Ejn Sof und setzt sich fort bis zur Welt Assija.
  3. Die Seelen sind die Empfänger des Guten, welches in Seinem Wunsch Gutes zu tun enthalten ist.

Ejn Sof wird so genannt, weil dies jene Verbindung darstellt, die zwischen Azmuto und den Seelen existiert, und von uns als „Sein Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ verstanden wird. Und alles, was über diesen Wunsch hinausgeht, besprechen wir nicht. Ejn Sof ist der Anfang des gesamten Prozesses, welcher „Licht ohne Kli“ genannt wird. Dort fängt die Wurzel der Geschöpfe an, das heißt die Verbindung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen, die wir „Sein Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ nennen. Dieser Wunsch beginnt in der Welt Ejn Sof und setzt sich fort bis zur Welt Assija.

Alle Welten an sich werden als „Licht ohne Kli“ definiert, worüber nicht gesprochen werden kann. Sie werden als Azmuto definiert, und man kann dort nichts erfassen.

Staune aber nicht, dass wir dort eine Vielzahl an Unterscheidungen treffen: Diese Unterscheidungen existieren dort potentiell. Und wenn dann die Seelen kommen, werden diese Unterscheidungen von ihnen enthüllt; sie bekommen die Höheren Lichter je nach dem, was sie korrigiert und geordnet haben. Somit haben die Seelen die Möglichkeit, diese zu empfangen – je nach ihrer eigenen Fähigkeit und Eignung. Und dann werden diese Unterscheidungen tatsächlich enthüllt. Aber in der Zeit, in welcher die Seelen das Höhere Licht [noch] nicht erfassen, werden sie noch als Azmuto angesehen.

Hinsichtlich der Seelen, die von den Welten empfangen, werden die Welten als „Ejn Sof“ bezeichnet. Denn die Verbindung, die zwischen den Welten und den Seelen besteht, also das, was die Welten den Seelen geben, stammt vom Schöpfungsgedanken, der die Wechselbeziehung zwischen Azmuto und den Seelen darstellt.

Wie bereits erwähnt wurde, nennen wir diese Verbindung „Ejn Sof.“ Wenn wir beten und den Schöpfer bitten, uns zu helfen und uns das Gewünschte zu geben, so beziehen wir uns auf Ejn Sof. Dort ist die Wurzel der Geschöpfe, die ihnen Freude und Genuss schenken will, genannt „Sein Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.“

Das Gebet richtet sich an den Schöpfer, der uns geschaffen hat. Sein Name ist „Sein Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.“ Er wird „Ejn Sof“ genannt, weil die Rede von dem Zustand vor der Einschränkung (Zimzum) ist. Sogar nach der Einschränkung fand in Ihm keinerlei Veränderung statt, so wie sich im Licht nichts verändert, und Er behält diesen Namen für immer.

Die ganze Vielfalt der Namen ergibt sich nur im Bezug auf die Empfänger. Deswegen ist der erste Name, der als die Wurzel der Geschöpfe enthüllt wird, Ejn Sof. Und dieser Name bleibt unverändert. Alle Einschränkungen und die gesamte Vielfalt der Veränderungen erfolgen nur in Bezug auf die Empfänger. Er dagegen leuchtet immer und endlos mit Seinem ersten Namen, welcher „Sein Wunsch, seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ ist. Deswegen beten wir zu dem Schöpfer, der Ejn Sof genannt wird, der ohne Einschränkung und ohne Ende leuchtet. Das Ende, welches anschließend gemacht wurde, ist die Korrektur für die Empfänger, damit sie Sein Licht empfangen können.

Das Höhere Licht besteht aus zwei Unterscheidungen: „Erfassender“ und „Erfasstes.“ Alles, was wir über das Licht zu sagen vermögen, geht vom Eindruck des Erfassenden von dem Erfassten aus. Doch keinen von beiden für sich allein – weder den Erfassenden noch das Erfasste – nennt man Ejn Sof. Vielmehr wird das Erfasste „Azmuto“ und der Erfassende als „Seelen“ bezeichnet. Es ist eine erneuerte Unterscheidung, welche ein Teil des Ganzen ist. Die Erneuerung besteht darin, dass in ihr der Wunsch zu empfangen abgedruckt ist. In diesem Sinne nennt man das Geschöpf „Jesh mi Ajn“ (Etwas aus Nichts).

Die Welten an sich werden als einfache Einheit definiert und es gibt keine Veränderung im Göttlichen. Dies ist die tiefe Bedeutung von „Ich, HaWaYaH, der Schöpfer, habe mich nicht verändert.“ In der Göttlichkeit gibt es keine Sefirot und Unterscheidungen.

Sogar die feinsten Bezeichnungen beziehen sich nicht auf das Licht selbst, weil es eine Unterscheidung von Azmuto ist, die nicht erfassbar ist. Sondern alle Sefirot und Unterscheidungen, über die gesprochen wird, beziehen sich auf das, was der Mensch in Ihm enthüllt hat. Denn der Schöpfer wollte, dass wir diese Fülle erfassen und als tiefe Bedeutung „Seines Wunsches, den Geschöpfen Gutes zu tun“ verstehen.

Um das erfassen zu können, was Er uns als „Seinen Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ zu erfassen und zu verstehen wünschte, hat Er diese Sinnesorgane geschaffen und uns gegeben, und diese Sinnesorgane erfassen ihre Eindrücke vom Höheren Licht.

Dementsprechend wurden uns viele Unterscheidungen gegeben, weil das allgemeine Sinnesorgan als Wille zu empfangen definiert wird. Er unterteilt sich in viele Einzelheiten, je nachdem, wie viel die Empfänger empfangen können. Daraus resultieren die vielen Unterteilungen und Einzelheiten, genannt Aufstiege und Abstiege, Ausbreitung und Verschwinden usw.

Da der Wunsch zu empfangen als „Geschöpf“ und „neuer Aspekt“ bezeichnet wird, beginnt das Sprechen genau an der Stelle, wo der Wunsch zu empfangen anfängt, Eindrücke zu empfangen. Das Sprechen stellt Unterscheidungen und Teile der Eindrücke dar. Denn hier gibt es bereits eine Wechselwirkung zwischen dem Licht und dem Willen zu empfangen.

Dies wird „Licht und Kli“ genannt. Doch über das Licht ohne Kli kann nicht gesprochen werden, da ein Licht, welches nicht vom Empfänger erfasst wird, als Azmuto gilt, worüber jegliche Äußerung verboten ist, da es unerreichbar ist. Und wie könnten wir etwas mit einem Namen versehen, das wir nicht erfassen?

Daraus lernen wir, dass wir zwei Dinge unterscheiden müssen, wenn unser Gebet an den Schöpfer die Bitte um Rettung, Heilung usw. enthält:

  1. den Schöpfer;
  2. das, was sich von Ihm ausbreitet.

Über den ersten Aspekt, Azmuto, ist, wie Oben erwähnt, das Sprechen verboten. Der zweite Aspekt ist das, was sich von Ihm ausbreitet. Es wird als das Licht erachtet, das sich in unsere Kelim erstreckt, das heißt in unseren Willen zu empfangen. Dies bezeichnen wir als Ejn Sof, was die Verbindung des Schöpfers mit der Schöpfung ist, genannt „Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.“ Der Wille zu empfangen wird als sich ausbreitendes Licht angesehen, welches letztendlich zum Willen zu empfangen gelangt.

Wenn der Wille zu empfangen das sich ausbreitende Licht empfängt, wird dieses Licht Ejn Sof genannt. Es gelangt zu den Empfängern durch vielerlei Hüllen, damit der Niedere in der Lage ist, es zu empfangen.

Es stellt sich heraus, dass all diese Unterscheidungen und Veränderungen speziell im Empfänger wirksam werden, je nachdem, wie er von diesen beeindruckt wird.
Wir müssen jedoch die besprochenen Dinge unterscheiden. Wenn wir von Aspekten in den Welten sprechen, dann sind dies potentielle Unterscheidungen. Und wenn der Empfänger diese Unterscheidungen erfasst, dann werden sie als „realisiert“ bezeichnet.

Spirituelles Erfassen ergibt sich, wenn Erfasstes und Erfassender zusammentreffen, da es ohne Erfassen keine Form für das Erfasste gibt, da es niemanden gibt, die Form des Erfassten anzunehmen. Daher wird dieser Aspekt Azmuto genannt, wo es keinen Platz für Äußerungen gibt. Wie können wir dann sagen, das Erfasste hätte seine eigene Form?

Wir können nur über die Eindrücke unserer Sinne sprechen, die wir von dem sich ausbreitenden Licht erhalten, welches „Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ ist und tatsächlich in die Hände der Empfänger gelangt – ähnlich wie wenn wir einen Tisch untersuchen. Unser Tastsinn gibt uns den Eindruck von etwas Hartem. Wir messen seine Länge und Breite entsprechend unseren Sinnesorganen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jemand, der andere Sinnesorgane hat, dies ebenso empfindet. Ein Engel zum Beispiel sieht diesen Tisch mit seinen Sinnen. Darum können wir in Bezug auf einen Engel keine Form festlegen, da wir seine Sinnesorgane nicht kennen.

Da wir folglich kein Erfassen im Schöpfer besitzen, können wir auch nicht die Formen der Welten aus Seiner Perspektive beschreiben. Wir erfassen die Welten nur entsprechend unseren Sinnen und Empfindungen, da es Sein Wille ist, dass wir Ihn auf diese Art erfassen.

Dies ist die Bedeutung von „Das Licht verändert sich nicht“, sondern alle Veränderungen geschehen in den Kelim, in unseren Sinnesorganen. Alles wird gemäß unserer Einbildung bewertet. Wenn also viele Menschen eine spirituelle Sache untersuchen, so wird jeder einzelne diese entsprechend seiner Einbildung und Empfindung erfassen. Somit sieht jeder eine andere Form.

Genauso ändert sich in einem Menschen die Form selbst, je nach seinen Aufstiegen und Abstiegen, so wie Oben erwähnt, dass das Licht Einfaches Licht ist und alle Veränderungen nur im Empfänger stattfinden.

Möge uns Sein Licht gewährt werden und mögen wir auf den Wegen des Schöpfers schreiten und Ihm nicht der Belohnung wegen dienen, sondern um dem Schöpfer Genuss zu bereiten und die Shechina aus dem Staub zu erheben. Möge uns die Anhaftung an den Schöpfer und die Enthüllung des Schöpfers Seinen Geschöpfen gegenüber gewährt werden.

Shamati 12: Die hauptsächliche Arbeit des Menschen

Aus dem Buch „Shamati“ von  Rav Yehuda Ashlag

Die hauptsächliche Arbeit des Menschen muss darin bestehen, den Geschmack daran, dem Schöpfer Genuss zu bereiten, zu erreichen und zu verspüren. Da alles, was der Mensch zu seinem eigenen Nutzen tut, ihn aufgrund der Unterschiedlichkeit der Form vom Schöpfer entfernt. Wenn er aber eine Handlung zum Nutzen des Schöpfers ausführt – und sei es auch nur die kleinste Tat – wird dies auf jeden Fall „Mizwa“ (Gebot) genannt.

Daher muss das hauptsächliche Bemühen des Menschen darin bestehen, die Kraft zu erlangen, die es ihm ermöglicht, einen Geschmack am Geben zu verspüren. Dies geschieht mittels der Verringerung der Kraft, welche es ermöglicht, Geschmack am egoistischen Empfangen zu empfinden. Und dann erreicht man allmählich den Geschmack am Geben.

Shamati 1: Es gibt nichts außer Ihm (Ein Od Milva Do)

Aus dem Buch „Shamati“ von Rav Yehuda Ashlag.

Es steht geschrieben: „Es gibt nichts außer Ihm“, was bedeutet, dass es keine andere Kraft in der Welt gibt, die über eine Möglichkeit verfügen würde, etwas gegen den Schöpfer zu tun. Und wenn der Mensch sieht, dass es in der Welt Dinge und Kräfte gibt, welche die Existenz der Höheren Kräfte verneinen, so ist der Grund dafür, dass so der Wille des Schöpfers ist.

Und dies ist eine Methode der Korrektur, die heißt: „Die linke Hand stößt weg, und die rechte Hand zieht heran.“ Das bedeutet, dass dieses Wegstoßen mit der linken Hand zur Korrektur gehört. Das heißt, dass es in der Welt Dinge gibt, die von vornherein dazu kommen, um den Menschen vom rechten Weg abzulenken, und durch welche er von der Heiligkeit abgestoßen wird. Weiterlesen