Shamati 217. Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?

Ich hörte am 27. Adar Alef

„Wenn ich nicht ich für mich bin, wer ist dann für mich, und wenn ich für mich selbst bin, was bin ich dann?“[1] Das ist paradox. Die Sache ist die, dass der Mensch all seine Arbeit unter dem Aspekt von „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich“ tun muss, also dass es niemanden gibt, der ihm helfen könnte, sondern „In deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust“[2], was „Belohnung und Strafe“ bedeutet. Doch für sich selbst sollte er in Bescheidenheit wissen: „Wenn ich für mich selbst bin, was bin ich dann?“ Das heißt, dass alles der persönlichen Vorsehung unterliegt und es niemanden gibt, der etwas tun kann. Weiterlesen

Shamati 218. Die Tora und der Schöpfer sind eins

Ich hörte

„Die Tora und der Schöpfer sind eins.“ Während der Arbeit sind dies natürlich zwei verschiedene Dinge; nicht nur das, sie widersprechen sich sogar. Denn „Schöpfer“ ist der Aspekt der Anhaftung (Dwekut), und Anhaftung ist Angleichung, also die Annullierung aus der Wirklichkeit. (Und der Mensch muss sich immer vorstellen, wie es war, als er ein wenig Anhaftung hatte und wie voller Lebenskraft und Genuss er damals war, und er sollte fortwährend im Zustand der Anhaftung sein wollen, denn Spirituelles lässt sich nicht halbieren. Mehr noch, wenn dies eine erfüllende Sache ist, dann muss er doch immer das Gute haben. Und es ist richtig, dass er sich diese Zeit vorstellen soll, die er hatte, weil der Körper nicht das Negative spürt, sondern nur Existierendes, also Zustände, die er schon erlebt hat, und diese Zustände kann er sich als Beispiel nehmen.) Weiterlesen

Shamati 219. Die Hingabe

Ich hörte

Der Dienst [für den Schöpfer] muss aus Ehrfurcht und in Liebe stattfinden. Es ist unbedeutend zu sagen, dass wir mit Hingabe lieben sollen, denn dies ist ganz natürlich, da die Liebe so heftig wie der Tod ist, wie es geschrieben steht: „Denn die Liebe ist so stark wie der Tod.“ Vielmehr sollte die Hingabe hauptsächlich der Ehrfurcht gewidmet sein. Das gilt, wenn er beim Dienen noch nicht den Geschmack der Liebe verspürt und er seinen Dienst durch Zwang ausübt. Weiterlesen

Shamati 220. Die Leiden

Ich hörte

Die schweren Leiden, die man spürt, gibt es nur, weil die Lebenskraft fehlt. Aber was kann der Mensch machen, wenn es doch nicht in seiner Hand liegt, sich Lebenskraft zu nehmen? Zu solch einer Zeit fällt er in die Hände der Langeweile. Und gerade in solch einer Zeit braucht man eine zusätzliche Stärkung – du aber nimmst sie nicht.

Shamati 221. Gesamtherrschaft

Ich hörte
Das Kli kann aus seiner eigenen Herrschaft nur austreten, wenn man es mit etwas Anderem füllt. Es kann aber nicht leer bleiben. Da es also unter der Herrschaft von Sitra Achra steht, muss man es dort natürlich herausbringen, und deshalb muss man versuchen, es mit anderen Dingen zu füllen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, es mit Liebe zu füllen. Es steht geschrieben: „Und dann strebt er nach ihr, aus der Selbstliebe heraus.“

Shamati 222. Der Teil, den man an die Sitra Achra abtritt, um sie von der Heiligkeit zu trennen

Ich hörte

Es steht geschrieben: „Zu Beginn schuf Er die Welt in der Eigenschaft von Din (Gericht). Doch Er sah, dass die Welt nicht fortbesteht.“ Interpretation: Die Eigenschaft von Din ist Malchut, wo auch der Ort des Zimzum (Einschränkung) war, und von da an und abwärts stehen die Äußeren.

In den Neun Oberen [Sefirot] hingegen kann man die Fülle bedenkenlos empfangen, doch die Welt würde nicht fortbestehen, das heißt Bchina Dalet. Die Welt kann keine Korrektur erfahren, weil dies ihr Platz ist, und es ist unmöglich, die Gefäße des Empfangens zu ändern oder zu annullieren. Denn so ist die Natur, und diese kann man nicht ändern. „Natur“ bedeutet die „Höhere Kraft“, also dass so Sein Wille war, dass es einen vollkommenen Willen zu empfangen geben soll und es unmöglich ist, ihn auszulöschen. Weiterlesen

Shamati 223. Kleidung, Sack, Lüge, Mandel

Ich hörte

„Denn man durfte nicht eingehen zum Tore des Königs in einem Sackkleide.“ Das bedeutet, zu einer Zeit, wenn der Mensch zu der Erkenntnis erwacht, wie weit entfernt er vom Schöpfer ist, wie er voller Übertretungen, Sünden und Verbrechen ist, kann er weder dem Schöpfer anhaften noch irgendwelche Errettung vom Schöpfer empfangen, weil er als Kleidung einen Sack anhat und nicht in des Königs Gemach kommen kann. Weiterlesen

Shamati 224. Jessod de Nukwa und Jessod de Dchura

Ich hörte

Das Prinzip des Aufstiegs von Malchut an den Ort von Ejnaim (Augen) heißt Jessod de Nukwa (weiblich). Dies ist so, weil Nukwa der Aspekt des Mangels (Chissaron) ist, wobei die Verringerung der Aspekt des Chissaron ist. Und weil es in Ejnaim ist, welches Chochma bedeutet, heißt es dennoch Bchina Alef der vier Bchinot. Wenn allerdings das untere Hej in Keter ist, wobei Keter das Verlangen zu geben ist, wo keinerlei Verringerung sein kann, da das Verlangen zu geben keinerlei Beschränkungen hat, so heißt es dann Jessod de Dchura (männlich).

Shamati 225. Sich selbst erheben

Ich hörte

Es ist unmöglich, sich selbst über seinen eigenen Kreis zu erheben. Folglich ist der Mensch verpflichtet, von seiner eigenen Umgebung zu saugen. Und er hat keinen anderen Rat außer dem Weg der Tora und vielen Anstrengungen.

Wenn der Mensch für sich selbst eine gute Umgebung wählt, erspart er sich demzufolge Zeit und Anstrengung, da er entsprechend seiner Umgebung geformt wird, also ihr folgt.

Shamati 226. Schriftliche und mündliche Tora

Ich hörte am 2. Februar 1943, in Tel-Aviv

Die schriftliche Tora ist der Aspekt des Erweckens von Oben, und die mündliche Tora ist der Aspekt des Erwachens von unten. Und beide zusammen heißen „Sechs Jahre soll er arbeiten und im siebten soll er in die Freiheit entlassen werden“.

Denn Arbeit gibt es gerade dort, wo es Widerstand gibt. Und das heißt Alma (Welt), kommend von He’elem (Verhüllung), denn während der Verhüllung gibt es einen Widerstand und somit Platz für die Arbeit. Und das ist der verborgene Sinn dessen, was die Weisen sagten „Sechstausend Jahre existiert die Welt und in einem wird sie zerstört“, was bedeutet, die Verhüllung wird zerstört werden, und dann gibt es keine Arbeit mehr. Deshalb macht ihm der Schöpfer Flügel, also Verhüllungen, damit er Arbeit hat.

Shamati 227. Die Belohnung für eine Mizwa ist eine Mizwa

Ich hörte

Der Mensch muss sich danach sehnen, der Belohnung einer Mizwa (Gebot, gute Tat) würdig zu werden. Das bedeutet, durch die Erfüllung der Mizwot (Plural für Mizwa) wird er der Anhaftung an den Mezaweh (Gebietenden) würdig.

Shamati 228. Fisch kommt vor Fleisch

Ich hörte am 21. Februar 1947, in Tiberias

Es ist üblich bei einer Mahlzeit Fisch vor Fleisch zu verzehren, weil man den Aspekt „Fisch“ kostenlos erhält, ohne Vorbereitung. Deswegen isst man ihn zu Beginn, da man keine Vorbereitung braucht. Wie es geschrieben steht: „Wir gedenken der Fische, die wir in Ägypten kostenlos aßen.“[1] Und im Sohar wird erklärt: „Kostenlos bedeutet ohne Gebote“, also ohne Vorbereitung. Weiterlesen

Shamati 229. Hamantaschen

Ich hörte in der Nacht von Purim, nach der Lesung der Megilla, am 3. März 1950

Über den Brauch, Haman-Tashim, also Hamans Taschen[1] zu essen: Er [Baal Sulam] sagte, da der Mensch verpflichtet sei, an Purim so betrunken zu sein, dass er zwischen dem verfluchten Haman und dem gesegneten Mordechai nicht mehr zu unterscheiden vermag, esse man Hamantaschen. Dadurch sollen wir uns daran erinnern, dass Haman uns nichts als Taschen gebracht hat, also Kelim (Gefäße), nicht aber das Innere. Das bedeutet, dass man nur die Kelim von Haman empfangen kann, und nicht die Lichter, genannt „Inneres“. Dem ist so, weil sich die größten Kelim des Empfangens in Hamans Hand befinden, und diese müssen wir ihm wegnehmen. Weiterlesen

Shamati  230. Erhaben ist der Schöpfer, und der Erniedrigte wird es sehen

Ich hörte am Shabbat Teruma, am 5. März 1949, in Tel Aviv

„Erhaben ist der Schöpfer und der Erniedrigte wird es sehen.“[1] Wie kann man dem Schöpfer gleichen, wenn der Mensch empfängt und der Schöpfer gibt? Darüber sagt dieser Vers: „Erhaben ist der Schöpfer und der Erniedrigte wird es sehen.“ Wenn der Mensch sich selbst annulliert, gibt es nichts, was ihn vom Schöpfer trennt. Dann „wird er sehen“, das heißt, er wird Mochin (Leuchten) von Chochma (Weisheit) würdig. Weiterlesen

Shamati 231. Die Reinheit der Kelim de Kabbala

Ich hörte im Januar 1928, in Giwat Shaul (Jerusalem)

Der Mensch sollte mit allem, in dem der Körper Genuss findet, vorsichtig sein. Man sollte dies bedauern, weil man durch das Empfangen vom Schöpfer entfernt wird. Dies deshalb, da der Schöpfer der Geber ist und wenn er nun ein Empfänger sein wird, kommt er dadurch in eine Gegensätzlichkeit der Form. Im Spirituellen ist der Unterschied der Form eine Entfernung und so hat er dann keine Anhaftung an den Schöpfer. Weiterlesen

Shamati 232. Die Vervollständigung der Anstrengung

Ich hörte

„Ich habe mich angestrengt und fand nicht – glaube es nicht.“
Man muss hier die Bedeutung des Begriffs „ich fand“ verstehen; was soll man finden? „Ich fand“ bezieht sich darauf, das Wohlwollen in den Augen des Schöpfers zu finden. Weiterlesen

Shamati 233. Vergebung, Verzeihung und Sühne

Ich hörte

Mechila (Vergebung), wie [es heißt] „Vom Verderben zum Lob“. Dies bedeutet, dass für ihn gerade durch „Reue aus Liebe“ Sünden zu Verdiensten wurden. Demnach verwandelt er die Sünden in Lob, also in Verdienste.

Slicha (Verzeihung) kommt von we shalach et Be’iro („und er entlässt sein Vieh“[1], wobei das Samech das Shin ersetzt). Dies bedeutet, er schickt die Sünden von sich und sagt, dass er von nun an nur noch Verdienste ausführen wird. Dies gilt als „Reue aus Furcht“, wenn [boshafte] Sünden für ihn zu [unabsichtlichen] Vergehen werden. Weiterlesen

Shamati 234. Derjenige, der von den Worten der Tora ablässt und sich in Gespräche verwickelt

Adar Alef im Jahr 1940, auf dem Weg nach Gaza

„Derjenige, der von den Worten der Tora ablässt und sich in Gespräche verwickelt, wird mit glimmender Kohle gefüttert.“ Dies bedeutet, wenn der Mensch sich mit der Tora beschäftigt und nicht damit aufhört, gilt die Tora für ihn als lodernde Flamme, die den Bösen Trieb verbrennt – und so kann er mit seiner Arbeit weitermachen. Wenn er aber inmitten seines Studiums aufhört, auch wenn er gleich zurückkommen und weitermachen wird, ist die Tora für ihn wie glimmende Kohle. Das heißt, sie hat keine Kraft mehr, um den Bösen Trieb zu verbrennen. Dann verdirbt bei ihm der Geschmack der Tora, und er wird automatisch gezwungen mit seiner Arbeit aufzuhören. Wenn er wieder zu seinem Studium zurückkehrt, muss er daher beachten, dass er auf sich nehmen soll, nie mehr mitten in seinem Studium aufzuhören. Und mit der Entscheidung für die Zukunft wird die lodernde Flamme der Tora wieder entfachen.

Shamati 235. Erneut in das Buch schauen

Nachdem der Mensch einige Worte der Tora in einem Buch gesehen und sie sich eingeprägt hat, ist es so, dass, was in den Verstand eingetreten ist, bereits mangelhaft ist. Wenn er daher erneut in das Buch schaut, kann er das Licht herausholen, sodass er Erleuchtung empfangen wird von dem, was er jetzt sieht. Und dies wird bereits als neu und makellos angesehen.

Shamati 236. Meine Feinde verhöhnen mich den ganzen Tag

Ich hörte am 6. Tishri, dem 17. September 1942

„Denn der Eifer um Dein Haus verzehrt mich“[1], „weil meine Feinde mich den ganzen Tag verhöhnen“[2]. Die Form der Schmähung und Beschimpfung erscheint in verschiedenen Formen:

  1. Während der Arbeit, wenn er eine Handlung der Mizwa macht, dann sagt der Körper zu ihm: „Was wirst du davon haben? Welcher Nutzen wird dir daraus erwachsen?“ Auch wenn er sich daher überwindet und die Sache unter Zwang tut, bleibt diese Mizwa dennoch eine Last und eine Bürde. Hier stellt sich die Frage: Wenn er wirklich das Gebot des Königs einhält und dem König dient, müsste er doch voller Freude sein, da es für jemanden, der dem König dient, natürlich ist, voller Freude zu sein. Hier ist jedoch das Gegenteil der Fall. Demzufolge fühlt er einen Zustand der Schmähung und Beschimpfung. Der Zwang beweist, dass er nicht glaubt, dass er dem König dient. Es gibt keine größere Verschmähung als diese.
  2. Oder er sieht, dass er den ganzen Tag nicht dem Schöpfer angehaftet ist, weil er nichts Echtes empfindet und es unmöglich ist, an etwas Leeres angehaftet zu sein. Daher wendet er seinen Verstand vom Schöpfer ab (wohingegen etwas Echtes, das Vergnügen birgt, schwer zu vergessen ist. Und wenn er seinen Geist abwenden möchte, so muss er sich anstrengen, um die Sache aus seinen Gedanken zu verbannen). Und dies ist, „weil meine Feinde mich den ganzen Tag verhöhnen“[3].

Dies trifft auf jeden Menschen zu. Der Unterschied besteht jedoch im Empfinden. Selbst wenn der Mensch es nicht fühlt, so ist das aus dem Grund, weil ihm die Aufmerksamkeit fehlt, um den Zustand so zu sehen, wie er ist. Und dies gleicht einem Menschen, der ein Loch in der Tasche hat, durch welches das Geld herausfällt und er so das ganze Geld verliert. Und es spielt keine Rolle, ob er weiß, dass er ein Loch hat oder nicht. Und der Unterschied besteht nur darin, dass, wenn er weiß, er hat ein Loch, es in seiner Hand liegt, dies zu reparieren: was aber den Verlust des Geldes angeht, so besteht kein Unterschied.

Wenn er daher fühlt, wie der Körper, „meine Feinde“ genannt, den Schöpfer schmäht, so sagt er „Denn der Eifer um Dein Haus verzehrt mich“ und wünscht dieses zu korrigieren.

[1] Psalm 69, 10

[2] Psalm 42, 11

[3] Psalm 42, 11