Kiev 2019, Lektion 3

Lektion 3: Gebet

  1. Rabash, Dargot /Artikel 36: Der das Gebet erhört

    „Der das Gebet erhört.“ Man stellt sich die schwere Frage, warum das Gebet hier in Einzahl ist – erhört der Heilige, nicht etwa die Gebete, wie es geschrieben steht: „Denn Du erhörst barmherzig das Gebet eines jeden aus Deinem Volk Israel.“?Und hier muss man erklären, dass wir nur ein einziges Gebet beten müssen, nämlich dass sich die Shechina aus dem Staub erheben möge, wodurch die gesamte Erlösung herbeigerufen wird.

  2. Rabash, Band 3, Artikel 217. Lauf davon, mein Geliebter

    Es ist eine wichtige Regel, dass nur der Mensch „das Geschöpf“ heisst, also nur der Mensch alleine. Alles außerhalb von ihm ist die heilige Shechina. Es erweist sich, dass, wenn der Mensch für seine Generation betet, er auch für die heilige Shechina betet, die sich im Exil befindet und gerettet werden muss. Es bedeutet den Zustand der Ewigkeit. Und nur so kann sich das Licht der Barmherzigkeit offenbaren.

  3. Rabash, Band 3, Artikel 217. Lauf davon, mein Geliebter

    Es ist unmöglich, etwas ohne Übereinstimmung zu erhalten. Es muss vielmehr immer Übereinstimmung geben. Wenn er also Barmherzigkeit auf sich selbst erweckt, folgt daraus, dass er mit dem Empfangen für sich selbst beschäftigt ist. Und je mehr er betet, bereitet er nicht nur nicht das Gefäß der Übereinstimmung vor, sondern im Gegenteil: es bilden sich Funken des Empfangens in ihm. Es stellt sich heraus, dass er in die entgegengesetzte Richtung geht: Während er Gefäße des Gebens vorbereiten sollte, bereitet er Gefäße des Empfangens vor. „An seinen Attributen haften“ bedeutet „Wenn Er barmherzig ist, sei du barmherzig.“ Wenn er also für die Öffentlichkeit betet, vertieft er sich durch dieses Gebet in das Geben. Und er bildet in dem Ausmaß, wie er betet, Gefäße des Gebens, durch die das Licht des Gebens offenbart werden kann.

  4. Rabash, Vol 1, Artikel 15, Ein Gebet von Vielen (1986) (B)

    Wenn es in der Allgemeinheit einige Menschen gibt, die das Ziel von Dwekut mit dem Schöpfer erreichen können, und dies dem Schöpfer mehr Zufriedenheit bereitet, als wenn er selbst damit belohnt würde, näher an den Schöpfer heranzukommen, verzichtet er selbst. Hingegen will er, dass der Schöpfer ihnen hilft, weil dies Oben mehr Freude als seine eigene Arbeit bringt. Aus diesem Grund betet er für die Allgemeinheit, dass der Schöpfer ihr hilft und ihr das Gefühl gibt, dass sie Befriedigung von der Fähigkeit, dem Schöpfer Genuss zu bereiten, erhält. Und da alles eines Erwachens von unten bedarf, gibt es das Erwachen von unten, und andere werden das Erwachen von Oben empfangen, je nachdem was der Schöpfer als nützlicher für Sich betrachtet.

  5. Baal HaSulam, Shamati 5, Lishma bedeutet Erweckung von Oben, und warum brauchen wir ein Erwachen von Oben?

    Deshalb obliegt es einem Menschen alle Handlungen, die in der Welt möglich sind, zu unternehmen, um den Aspekt „für den Schöpfer“ zu erlangen. Dann kann er aus der Tiefe seines Herzens beten und dann erhört der Schöpfer sein Gebet. Man muss wissen, dass, wenn man sich anstrengt, um zu liShma zu gelangen, man den Wunsch auf sich nehmen muss, die Arbeit ausschließlich dem Geben zuliebe zu verrichten, also nur zu geben und nichts zu empfangen. Erst dann beginnt man zu spüren, dass der gesamte Körper sich mit aller Kraft dagegen wehrt. Daraus gelangt man zu der klaren Erkenntnis, dass es nur einen Ratschlag geben kann, um zu liShma zu gelangen: seine Klagen an den Schöpfer zu richten, damit er einem helfen möge, den Körper dazu zu bringen, sich bedingungslos dem Schöpfer zu unterwerfen. Denn man sieht, dass man selbst nicht in der Lage ist, seinen Körper zu überzeugen, sich vollkommen zu annullieren. Es stellt sich heraus, dass genau dann, wenn man sieht, dass es keine Hoffnung für den Körper gibt, von allein für den Schöpfer zu arbeiten, das Gebet aus tiefstem Herzen kommen kann. Und ein solches Gebet wird erhört.

  6. Baal HaSulam, Shamati 19. Was heißt, der Schöpfer hasst die Körper in der Arbeit

    Der Mensch soll sich nicht darüber ärgern, wenn er mit dem Willen zu empfangen arbeitet, dass dieser ihn bei der Arbeit behindert. Und der Mensch wäre sicherlich stärker zufriedengestellt, wenn der Wille zu empfangen vom Körper fern geblieben wäre, was bedeutet, dass er seine Anliegen dem Menschen nicht vorgebracht hätte, um ihn damit bei der Arbeit der Einhaltung von Tora und Mizwot zu behindern. Der Mensch soll jedoch glauben, dass dieser bei der Arbeit behindernde Wille zu empfangen von Oben zu ihm kam. Denn man gibt ihm vom Himmel die Kraft für die Aufdeckung des Willens zu empfangen deswegen, weil es gerade dann Raum für Arbeit gibt, wenn der Wille zu empfangen erwacht. Dann hat der Mensch engen Kontakt zum Schöpfer, der ihm helfen soll, den Willen zu empfangen in die Absicht zu geben umzuwandeln. Und der Mensch soll daran glauben, dass Zufriedenheit sich für den Schöpfer dadurch ausbreitet, dass er zu Ihm betet, Er solle ihn an Sich zur Stufe der Anhaftung annähern, welche „Angleichung der Form“ heißt. Dies ist die Stufe, wo der Wille zu empfangen null und nichtig und in die Absicht zu geben umgewandelt wird. Und darüber sagt der Schöpfer: „Meine Söhne haben mich besiegt. Anders ausgedrückt: Ich habe euch den Willen zu empfangen gegeben und ihr bittet Mich, euch stattdessen mit einem Willen zu geben auszustatten.“

  7. Rabbash. Artikel 16 (1984) „Das Geben betreffend“. (B)

    Die Weisen sagten darüber (Kidushin, 30): „Des Menschen Trieb überkommt ihn jeden Tag und versucht ihn zu töten, wie gesagt wird ‚Der Böse beobachtet den Gerechten, und versucht, ihn zu töten,‘ und wenn ihm der Schöpfer nicht hilft, würde er nicht siegen, so wie geschrieben steht: ‚Der Herr wird ihn nicht in seinen Händen lassen.’” Man muss sich zuerst fragen, ob man die Kraft hat, mit der Absicht handeln zu können, dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben. Wenn man bereits erkannt hat, dass man nichts alleine erreichen kann, konzentriert man seine Tora und Mizwot auf einen einzigen Punkt, welcher “das Licht in der Tora führt ihn zum Guten zurück” ist. Dies wird die einzige Belohnung sein, die man von Tora und Mizwot haben wird. Die Belohnung für diese Anstrengung wird dann als “Kraft des Gebens“ bezeichnet, die man vom Schöpfer bekommt.

  8. Rabash, Artikel 5 (1991) “was bedeutet, dass die guten Taten der Gerechten die Generationen sind ” in der spirituellen Arbeit”

    Wir sagen: “Vater unser, unser König, Dein Wille geschehe”. Wir beten, damit der Schöpfer uns die Kräfte gibt, all unsere Handlungen für Ihn zu vollbringen, also für den Schöpfer. Wenn Du (der Schöpfer) uns nicht hilfst, werden all unsere Handlungen nur für unser Wohl sein. Und dies bedeutet “wenn nicht”, also wenn Du uns nicht hilfst, werden alle unsere Handlungen nur für uns, für unser Wohl sein. Weil wir keine Kraft haben, unser Verlangen zu empfangen zu überwinden. Deswegen hilf uns bitte, damit wir für Dich arbeiten können. Deswegen bist Du verpflichtet, uns zu helfen. Das nennt man “Dein Wille geschehe”, damit Du diese Handlung machst, damit Du uns die Kraft des Verlangens zu geben gibst. Ansonsten, also “wenn nicht”, sind wir verloren. Das bedeutet, dass wir im Verlangen zu empfangen für unseren eigenen Nutzen bleiben.

  9. Baal Sulam. Brief 52

    „…Sie sprechen noch, Ich werde es aber hören“, bedeutet, dass das Maß des Gehörs seitens des Schöpfers ganz von dem Maß des leidenschaftlichen Verlangens abhängt, das sich im Gebet offenbart. Und wenn ein Mensch eine große Sehnsucht verspürt, entdeckt er während der Handlung, dass der Schöpfer ihn in höchstem Maße hört. Und es versteht sich von selbst, dass er, wenn er das einmal weiß, sein Herz noch stärker ausströmen lässt, denn es gibt keine größere Ehre, als wenn der König der Welt ihm aufmerksam zuhört. Und das gleicht den Worten der Weisen: „Der Schöpfer dürstet nach den Gebeten der Rechtschaffenen, denn im Verlangen des Schöpfers nach der Annäherung der Menschen an Ihn werden die Kraft und die große Sehnsucht des Menschen, nach dem Schöpfer zu verlangen, geweckt, denn „Im Wasser spiegelt sich dein Gesicht, und durch die Menschen um dich herum erkennst du dich selbst!“. Und es stellt sich heraus, dass sich in der Tat die Aussprache des Gebets und das Erhören des Gebets ständig gegenseitig ergänzen, bis sie sich in vollem Umfang in ein volles Maß versammeln, und dann bekommt man alles.

  10. Rabash. Brief 18

    Wenn wir die Stimme des Schöpfers hören, der zum Herzen spricht, wie es auf verborgene Weise der Sohar interpretiert: „derjenige, der sich reinigen möchte, dem wird geholfen“, “indem man ihm eine heilige Seele verleiht”, was bedeutet, dass das Herz die Stimme des Schöpfers hört und dann die Stimme der Heiligkeit gezielt die Herrschaft über alle Wünsche erhält, also den Wunsch zu geben. Und natürlich werden sie nicht zur Torheit zurückkehren, was bedeutet, dass er nicht wieder sündigen wird, weil all seine Wünsche des egoistischen Empfangens sich dem Wunsch zu geben vollkommen unterwerfen. Und von diesem Zeitpunkt an offenbart sich vollkommene makellose Freundlichkeit im Herzen, denn dann ist bereits im Herzen Platz, wo die Shechina (Göttlichkeit) verweilen kann, und die Sanftheit, die Freundlichkeit, der Geschmack und die Freundschaft breiten sich aus und füllen alle Organe des Menschen. Dies gilt insbesondere dann, wenn man die Stimme des Schöpfers hört, denn dann unterwirft sich der ganze Körper gänzlich der Spiritualität.

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