Baal HaSulam, Brief 2

Tammuz 17, Tav-Reish-Peh-Bet, 13. Juli, 1922

An mein Fleisch und Blut … den Erhabenen und Herrlichen.

Nun bin ich dazu gekommen, um deinen Brief vom 33. des Omer Zählens [Lag BaOmer] zu beantworten, wie auch auf den Brief vom 15. von Sivan, den ich gestern erhalten habe. Wegen diesem letzten Brief habe ich auch auf eine Antwort auf deinen Brief von Lag BaOmer verzichtet, da ich dort gehofft hatte, du würdest mir die Reihenfolge der festen Namen zwischen uns mitteilen, durch die wir die Gedanken in unseren Herzen offenbaren könnten.

Ich erhielt jedoch das Argument: „Ich weiß es nicht“ … und sodass ich daher auch jetzt nicht weiter ausführen kann, da ich befürchte, dass du es missverstehen könntest. Daher werde ich auf einen dritten Brief warten; vielleicht kann ich einen klaren Weg erkennen, um dir mitzuteilen, was in meinem Herzen ist, und sodass ich dann das Ziel nicht verfehle.
Ich bedauere die lange Zeit, die ich enttäuscht und vergeblich in drei langen Briefen verbracht habe – der erste vom 22. Shevat, in dem ich ein gutes Gedicht für die Arbeit geschrieben habe, dass wie folgt beginnt:

In der Tat, lasse meine Zunge an dem Gaumen meines Mundes kleben; alle meine Knochen sind von Öl getrocknet. Und aus dem Werk des Herrn ist jeder Trank. Und das Leben aller, in Ihm soll es geglaubt werden.

Ein weiterer Brief von dem zehnten von Adar, in dem ich einen verwirrenden Midrash [Kommentar/Deutung] interpretiere: „Ein Hegemon fragte eines der Mitglieder des Hauses Selini.
Er sagte zu ihm: ‚Wer wird nach uns das Königtum übernehmen?
Er brachte ein sauberes Blatt Papier, nahm einen Stift und schrieb darauf: ‚Und danach kam sein Bruder heraus‘ usw. Sie sagten: ‚Seht, alte Worte aus dem Mund eines neuen Mannes, der alt ist.'““. Ich hatte die wunderhafte Wahrheit in diesen Worten erklärt.

Ein dritter Brief war vom dritten Tag des VaYikrah [ein Thora-Abschnitt], in dem ich den Streit zwischen dem Haus Shammai und dem Haus Hillel erklärte, wo es darum ging wie man vor der Braut tanzt. Dazu rezitierte ich ein wahrheitsgemäßes und sachdienliches Gedicht, dass so beginnt:

Bitte sehet, wem gehört die Signatur? Es ist eine Frage für alle Menschen auf der Welt.
Und für das brennende Feuer. Wie ein Unrecht tuender Mann, oder wie eine rebellische Frau.

Ich finde keinen Makel an ihnen, der ihnen ihren Verlust hätte verursachen sollen, außer dass du sie vielleicht aufgrund der mangelnden Klarheit zwischen uns missverstanden hast. Deshalb ist es ein großes Gebot, diese eiserne Mauer zu durchbrechen, die zwischen uns steht, wo der eine die Sprache des anderen nicht versteht, wie in der Generation von Babylon.

Und was du in deinem Brief ausführlich nachgewiesen hast, dass die Grundlagen unserer Liebe auf der „verhüllten Liebe“ beruhen, wie du es offensichtlich zeigen wolltest, und daraus die klare Schlussfolgerung gezogen hast – dass es nach deiner Meinung keinerlei Furcht bei all den Fragen, die ich die gestellt hatte, gäbe. Und das waren deine Worte, wortwörtlich:

„Ich fürchte mich jedoch überhaupt nicht wegen Ihrer Fragen, mich betreffend – im Bezug zu mir und Ihnen, oder umgekehrt im Bezug zu Ihnen und mir. Sie sind alle annulliert und ich erachte sie als nichtig, und auch Sie sollten sich nicht fürchten oder die Fassade betrachten; sondern vielmehr die innere Enthüllung des Herzens, wie ein Liebender, der die unzähligen Gedanken verbirgt, die durch sein Herz strömen, und der sie zu einem Einzigen (Teil) macht, gut und stark, um alle Essiggurken, pikanten Speisen, Knoblauch und Zwiebeln abzuwehren. Mit dieser Bitte meine ich nicht, die Liebe zu vermehren oder zu widerrufen, denn die Liebe steht an ihrem Platz, vollkommen und ganz, völlig unverändert, zu der es nichts hinzuzufügen oder wegzunehmen gibt.

„Damit es Ihnen jedoch nicht unnötig Leid täte – und warum und wozu, und durch Ihre Trauer werden Sie zu meiner hinzufügen, und Sie wollen sicher nicht, dass ich traurig bin, deshalb habe ich Ihnen diese beiden Hinweise angedeutet, denn sie sind wahr und einfach“, soweit deine Worte.

Was soll ich tun, wenn ich nicht lügen kann, selbst wenn die Wahrheit bitter ist?
Daher werde ich dir die Wahrheit sagen: Ich fühle mich immer noch sehr unwohl bei all deinen hochtrabenden Worten. Wenn dich das schmerzt, so ist die Wahrheit immer noch meine meist Geliebte.
Es steht geschrieben: „Liebe deinen Freund wie dich selbst“, „Was dir verhasst ist, das tue deinem Freund nicht an“, wie kann ich dich also mit einem „süßen Ding“ belassen, wenn es nicht echt ist?
Dies ist wirklich verabscheuenswürdig für mich, und ich werde davon erbrechen und es völlig abstoßen.

Vor allem in Bezug auf die allerwichtigste Sache, genannt „Liebe“, nämlich die spirituelle Verbindung zwischen Israel und ihrem Vater im Himmel, wie geschrieben steht: „Und Du sollst uns, unser König, in Wahrheit und Liebe zu Deinem großen Namen Selah bringen“, und wie geschrieben steht: „Der Sein Volk Israel mit Liebe auswählt“. Dies ist der Beginn der Erlösung und das Ende der Korrektur, wenn der Schöpfer Seinen Geschöpfen – die Er geschaffen hat – all die Liebe offenbart, die zuvor in Seinem Herzen verborgen war, wie du sehr wohl weißt.

Deshalb muss ich dir die Mängel offenbaren, die ich in deinen beiden Delikatessen geschmeckt habe. Der erste Grund aus der dreifachen Saite, die weitaus wertvoller ist als die weltliche Liebe zu Freunden. Du hast dich in diesem Gleichnis sehr getäuscht, indem du die rudimentäre, spirituelle Liebe mit der Liebe zu Freunden verglichen und gleichgesetzt hast, welche bedingt ist, und widerrufen wird, wenn die Materie widerrufen wird.
In dem anderen Grund hast du, der Verletzung eine Beleidigung hinzugefügt, um unsere Liebe durch die natürliche Liebe der Angleichung zu verbessern, die bei uns in hohem Maße vorhanden ist.

Ich frage mich wirklich: „Abrahams Meister, du hast die Lektion, ohne eine Quelle zu haben, unterstützt“, dass unsere rudimentäre und ewige Liebe, abhängig von der Liebe der natürlichen Angleichung sei, die zunichte gemacht werden kann, und „wenn der Unterstützende versagt, fällt der Unterstützte.“

Aber ich bin Eins, und wer kann mir antworten? Und ich sage dir, wenn du ein Geschichtenerzähler bist, vergleiche nicht die rudimentäre, spirituelle Liebe mit der Liebe zu Freunden, die von jeglichen Gründen abhängig ist, welche letztlich aufgehoben werden würden; sondern vielmehr mit der Liebe zwischen Vater und Sohn, die ebenfalls rudimentär und bedingungslos ist.

Komm und sieh einen wundersamen Brauch in dieser Liebe. Es scheint, dass, wenn das Kind ein Einzelkind für dessen Vater und Mutter ist, dass dann die Liebe des Kindes für den Vater und die Mutter umso größer sein muss, da sie ihm gegenüber mehr Liebe zeigen, als Eltern, die viele Kinder haben.

In Wirklichkeit ist es jedoch nicht so. Im Gegenteil, wenn die Eltern an ihre Kindern, durch ihre Liebe, extrem angebunden werden, dann wird die Liebe der Kinder stark verringert und vermindert. Manchmal zeigt sich sogar bei Kindern, die unter dieser Art der Liebe stehen, dass „das Gefühl der Liebe in ihren Herzen völlig erloschen ist“. Dies ist ein Brauch, der den Naturgesetzen entspricht und in der Welt Anwendung findet. Prüfe es und du wirst es sehen.

Der Grund dafür ist einfach: Die Liebe des Vaters zu seinem Sohn ist rudimentär und natürlich. So wie der Vater wünscht, dass sein Sohn ihn liebt, so wünscht auch der Sohn, dass sein Vater ihn liebt. Diese Sehnsucht in ihren Herzen verursacht in ihnen ständige, unaufhörliche Furcht.
Das heißt, der Vater fürchtet sich sehr davor, dass sein Sohn ihn in irgendeinem Ausmaß, und sei es auch nur im Geringsten, hassen wird, und auch der Sohn fürchtet, dass sein Vater ihn in irgendeinem Ausmaß, und sei es auch nur im Geringsten, hassen könnte.

Diese „ständige Furcht“ veranlasst sie dazu, einander gegenüber gute Taten zu zeigen. Der Vater bemüht sich immer, seinem Sohn seine Liebe in der Tat zu zeigen, und auch der Sohn bemüht sich ständig, seinem Vater seine Liebe in der Tat zu zeigen, so gut er kann. Auf diese Weise vervielfältigen sich die Liebesgefühle in ihren beiden Herzen, so lange, bis einer den anderen in guten Taten überwiegt, in großem und vollständigem Maße. Mit anderen Worten, die väterliche Liebe des Vaters erscheint dem Sohn in vollem Umfang, zu der es weder Addition noch Subtraktion geben kann.

Wenn der Sohn diesen Zustand erreicht hat, sieht er im Herzen seines Vaters die „absolute Liebe“. Ich möchte sagen, dass der Sohn keinerlei Angst davor hat, dass die Liebe des Vaters nachlässt, noch hat er die Hoffnung, dass seine Liebe wächst. Das nennt man „absolute Liebe“.

Dann wird der Sohn langsam müßig, gute Taten vor seinem Vater zu zeigen. In dem Maße, in dem die guten Taten und Liebesbezeugungen im Herzen des Sohnes gegenüber seinem Vater abnehmen, verlöschen von Natur aus die Funken der „rudimentären Liebe“, die in das Herz des Sohnes eingraviert waren. Eine zweite, dem Hass nahekommende Natur wird in ihm geschaffen, denn alle guten Taten, die sein Vater mit ihm vollbringt, sind in seinen Augen niedrig und klein im Vergleich zu der Verpflichtung zur „absoluten Liebe“, die in seinen Organen eingeprägt worden ist. Das ist die Bedeutung der Worte: „Ich bin all der Barmherzigkeit und all der Wahrheit nicht würdig“, und vertiefe dich tief darin, denn es ist tief und weit.

Und da es immer mein Weg ist, die Systeme der Natur zu preisen, die der Schöpfer alle Tage zu unseren Gunsten eingeprägt und errichtet hat, werde ich dir den Grund für die Einführung dieser Begrenzung nennen.
Es ist nicht, dass Er bösen Willen hat, Gott bewahre. Im Gegenteil, ist es alles für die Vermehrung in der Spiritualität, denn die Hauptsache, die von den Dienern des Schöpfers gewünscht wird, ist Dvekut [Anhaftung], und es gibt keine Dvekut, es sei denn aus der Liebe und dem Vergnügen heraus, wie es geschrieben steht: „Und bringe uns näher, unser König, Deinem großen Namen Selah, in Wahrheit und Liebe.“ Mit welcher Liebe sagten sie? Mit vollständiger Liebe, denn das Vollkommene kann nicht am Mangel anhaften, und vollständige Liebe ist „absolute Liebe“, wie oben gesagt wurde.

Wie kann es also eine Vermehrung in der erwünschten Dvekut geben, die durch alle Abenteuer erhoben und erhalten wird, die auf sie gekommen sind?
Das ist die Bedeutung des Schöpfers, der eine Seele in den Körper und in die dunkle Materie kleidete, die schließlich herausgefunden hat, dass sie tatsächliche Liebe offenbaren muss, und erkennt den Mangel der Liebesbezeugung in ihrem eigenen Herzen; denn es liegt in der Natur der Substanz, alle Gefühle der Liebe, die bereits erworben wurden, sofort auszulöschen.

Auf diese Weise „ist das Vollkommene über dem Vollkommenen“, und in der vollständigen und absoluten Liebe liegt absolutes Wissen, auf der Seite des Intellekts.
Und doch kann noch mehr Liebe hinzugefügt werden, und wenn er keine Liebe hinzufügt, wird er mit Sicherheit davon abziehen, und alle Besitztümer, die er bereits erworben hat, werden mit Sicherheit ausgelöscht. Dies ist die Bedeutung von „Und das Land soll nicht für immer verkauft werden“. Und all das sind ehrliche und wahre Worte, und du solltest sie für die Ende der Tage gut aufbewahren.

Jetzt wirst du meine Gedanken über dich verstehen, denn ich sehe, dass du keine Angst hast, dass meine Liebe zu dir abkühlen wird und dass meine Liebe zu dir absolute Liebe ist. Du hast ausdrücklich geschrieben, dass unsere Liebe immer stehen wird, „ohne hinzuzufügen und ohne wegzunehmen“.
Aber am Ende ist unsere Spiritualität in Materie gekleidet, und die Natur der Materie ist es, wegen der absoluten Liebe abzukühlen. Dies ist ein eisernes Gesetz.

Wenn du also unsere Liebe als vollkommen empfindest, musst du jetzt damit beginnen, tatsächliche Handlungen „für die Offenbarung der Liebe“ zu vollziehen, aus Angst vor Abkühlung, die aus dem Gefühl der absoluten Liebe erscheint und jede Angst negiert. Auf diese Weise nehmen das Verlangen und die Liebe um das Doppelte zu. Dies wird „Multiplikation“ genannt.

Meine Worte werden durch das Sehen gesagt, und „ein Richter hat nur das, was seine Augen sehen“, und keine Prüfung und kein Zweifel wird meine Worte widerlegen. Wenn du meine Worte nicht in deinem Herzen spürst, dann liegt das daran, dass du mit deinen eigenen Verlusten beunruhigt bist. Aber wenn du feststellst, dass die Verluste und die Sorge beseitigt ist, dann schaue in dein Herz, und du wirst feststellen, dass es frei von jeglichem Gefühl der Liebe ist, weil es an tatsächlichen Handlungen fehlt, um die Liebe vorzuzeigen, und das ist klar. Sogar jetzt werden die Fesseln unserer Liebe noch aufgrund des „Mangels an Angst“ leicht erschüttert, wegen der Gewissheit, dass es sich um absolute Liebe handelt.

Ich habe dir all dies geschrieben, um dir meine ehrliche Meinung mitzuteilen, denn wie kann ich dir ein Wort der Wahrheit verweigern? Es ist mir jedoch keineswegs verborgen, dass diese Worte dir gegenwärtig unangenehm sind, dass sie lang und ermüdend für dich sind und wie Geschwätz auf dich wirken.

Aber höre mich an, und du wirst immer glücklich sein, denn es gibt niemanden, der so weise ist wie der Erfahrene. Deshalb werde ich dir raten, in dir die Angst vor der Kühle der Liebe zwischen uns wachzurufen. Und obwohl der Intellekt diese Darstellung ablehnt, denke selbst nach – wenn es eine Taktik gibt, um die Liebe zu vermehren, und man sie nicht vermehrt, wird dies auch als Makel angesehen.

Es ist wie bei einem Menschen, der seinem Freund ein großes Geschenk macht. Die Liebe, die während der Handlung in seinem Herzen erscheint, ist anders als die Liebe, die nach der Tat im Herzen bleibt. Vielmehr nimmt sie mit jedem Tag allmählich ab, bis der Segen der Liebe ganz vergessen werden kann. Daher muss der Empfänger des Geschenks jeden Tag eine Taktik finden, um es in seinen Augen jeden Tag wie neu wirken zu lassen.

Das ist unsere ganze Arbeit – jeden Tag die Liebe zwischen uns zu zeigen, genau wie bei uns das Empfangen ist, d.h. den Intellekt zu vergrößern und zu vervielfachen – mit vielen Ergänzungen zu seinem Kern, bis diese zusätzlichen Segnungen hier unsere Sinne berühren werden, wie das essentielle Geschenk, dass uns ursprünglich gegeben wurde. Dies erfordert große Taktiken, die auf Zeiten der Not ausgerichtet sind.

Das ist die Bedeutung der Worte: „In jenen Tagen werden sie nicht mehr sagen: ‚Die Väter haben eine saure Traube gegessen, und die Zähne der Kinder wurden stumpf gemacht … Jeder Mann, der die sauren Trauben isst, dessen Zähne werden stumpf.“
Das heißt, solange sie nicht erfahren haben, dass eine Offenbarung der Liebe erforderlich ist, konnten sie die Sünde ihres Vaters nicht korrigieren, weshalb sie sagten: „Die Väter haben eine saure Weintraube gegessen, und die Zähne der Kinder wurden stumpf gemacht.

Aber wenn sie erst einmal zu diesem Bewusstsein gekommen sind, wurden sie prompt damit belohnt, die Sünde ihres Vaters zu korrigieren, und bei jedem Makel, den sie finden, werden sie wissen, dass sie mit den Offenbarungen von Liebe sündigen werden, wie oben gesagt wurde. Deshalb wird jeder Tag neu in ihren Augen sein, wie es beim ersten Mal war. In dem Maße, wie sie an diesem Tag ihre Liebe zeigen, werden sie das Licht auf sich ziehen, bis es empfunden wird. Und sollten sie nur ein wenig empfinden, so liegt es daran, dass sie die unreife Frucht von diesem Tages gegessen haben, weil sie an diesem Tag nicht genügend Liebe gezeigt und vorzeitig gegessen haben. Daher ließ die Empfindung in ihren Sinnen nach, da es nicht wie beim ersten Mal ist.

Die Worte sind in erster Linie ein Gesetz für den Messias, aber es gilt auch für diese Welt, denn durch die Stärkung des Herzens um Liebe zwischen ihm und seinem Schöpfer zu zeigen, flößt ihm der Schöpfer Seine Göttlichkeit in die Erinnerungen ein, wie in: „An jedem Ort, an dem Ich Meinen Namen erwähne, werde ich zu dir kommen und dich segnen.“

Wenn die Erinnerungen durch die tatsächliche Arbeit zunehmen, nehmen das Verlangen und die Sehnsucht zu, wie in „Und Geist zieht Geist an, und bringt Geist“ und so weiter. Schließlich nimmt die Erinnerung zu und wächst durch das Verlangen und die Sehnsucht, und durch die Steigerung in guten Taten, denn „Alle Groschen sammeln sich in einer großen Menge an“, und das ist die Bedeutung von „Siehe, dieser kommt, und Sein Lohn ist mit Ihm, und Sein Werk ist vor Ihm“.

Ich war sehr ausführlich damit, obwohl der Intellekt beim studieren kurz ist. Es dauert jedoch sehr lange, sich diesen Intellekt anzueignen, und bis er sich in die Organe eingeprägt hat.

Und doch ist das alles das Erwachen von unten – das heißt dass die Geschwindigkeit der Korrektur während der Korrekturen und das Maß der Multiplikation nach dem Ende der Korrektur, während der Arbeit auf der wünschenswerten Seite, eben davon abhängt, in welchem Maße dies im Besitz des Menschen ist.

Du solltest meine Worte nicht anzweifeln, denn sonst „ist der Proselyt in der Erde und der Bewohner ist der Himmel“, denn das Maß der Liebe ist eine freiwillig Sache, vom Herzen abhängig; und nicht intellektuell. Wie kann sie daher an der Spitze aller intellektuellen Grade offenkundig gemacht werden, wie ich es ausgeführt habe?

Aber all jene, die schmecken und sehen, dass der Herr gut ist, erfahren all diese Dinge, denn wir haben es hier mit Dvekut [Anhaftung] mit dem Schöpfer zu tun, und Seine Einzigartigkeit schließt alle Unterscheidungen in der Welt ein. Dennoch gibt es keinen Zweifel daran, dass Seine Einzigartigkeit nichts Körperliches an sich hat, und daher auch nicht einen Schritt außerhalb eines intellektuellen Objekts liegt.

Aus diesem Grund werden alle, die damit belohnt werden, sich an Ihn anzuhaften, weiser, da sie mit einfachem Intellekt an Ihm anhaften. Während der Dvekut wird der Anbeter durch die bloße Kraft, seinen Willen und seine Liebe zu offenbaren, an den Angebeteten angeheftet. Aber in Ihm sind der Wille, der Intellekt und das Wissen in einfacher Einheit, ohne jeden Unterschied der Form wie es sie in den Gesetzen der Körperlichkeit gibt, und das ist einfach. Daher ist die Erlangung der Offenbarung Seiner Liebe der tatsächliche Segen des Intellekts.

Komm und lerne von dem vollständigen Arbeiter (vollständig sogar im Erwachen von oben). Frage deine Ältesten, und sie werden dir sagen, dass der Vollkommene in allem vollständig ist und vollständiges Wissen in der „Segnung in seiner Zukunft“ hat. Und doch schwächt ihn das keineswegs – von der Arbeit in der Thora und im Suchen.

Im Gegenteil, keiner unternimmt Anstrengungen in der Thora und bei der Suche so wie er. Das hat einen einfachen Grund: Seine Arbeit besteht nicht so sehr darin, sich selbst eine gute Zukunft zu bringen. Vielmehr besteht all seine Arbeit darin, Liebe zwischen ihm und seinem Schöpfer zu offenbaren. Deshalb wachsen und vervielfältigen sich die Liebesgefühle jeden Tag, bis die Liebe in Form der „absoluten Liebe“ vollendet ist. Danach führt sie ihn dazu, seine Ganzheit in Form eines Erwachens von unten zu verdoppeln.

Übrigens werde ich dir die Bedeutung von der Wohltätigkeit für die Armen erläutern, die im Zohar, den Tikkunim und von unseren Weisen so gepriesen wird: Es gibt ein Organ im Menschen, mit dem es verboten ist, zu arbeiten. Selbst wenn der kleinste noch so kleine Wunsch im Menschen vorhanden ist, mit ihm zu arbeiten, bleibt dieses Organ geplagt und geschlagen vom Schöpfer. Es wird als „arm“ bezeichnet, weil sein gesamter Lebensunterhalt und seine Versorgung durch andere erfolgt, die für es arbeiten und es bemitleiden. Das ist die Bedeutung der Worte: „Wer eine einzige Seele aus Israel ernährt, dem ist es, als würde er eine ganze Welt ernähren. Da das Organ von anderen abhängig ist, hat es nicht mehr als seinen eigenen Lebensunterhalt.

Und doch sieht es der Schöpfer so, als würde er eine ganze Welt erhalten, und dies selbst ist der gesamte Segen der Welt und alles was in ihr ist; vermehrt und vervollständigt allein durch die Kraft dieser armen Seele, die durch die Arbeit anderer Organe erhalten wird.

Das ist die Bedeutung von „Und Er nahm ihn mit nach draußen und sagte: ‚Nun schau hinauf zum Himmel…‘ und er glaubte an den Herrn und hielt es für sich als Gerechtigkeit.“ Das heißt, indem er ihn nach draußen brachte, entstand ein gewisser Wunsch, mit diesem Organ zu arbeiten, daher verbot Er ihm die Arbeit.

Es wurde gesagt: „Schaue hinauf zum Himmel.“ Gleichzeitig wurde ihm das Versprechen des Segens des Samens gegeben. Dies ist gleichbedeutend mit zwei Gegensätzen in demselben Träger, da sein ganzer Same, der gesegnet werden soll, notwendigerweise von diesem Organ kommt. Wenn er also nicht arbeitet, wie wird es dann einen Samen geben?

Das ist die Bedeutung von „Und er glaubte an den Herrn“, was bedeutet, dass er diese beiden Erwerbungen so annahm, wie sie waren, sowohl das völlige Verbot der Arbeit als auch das Versprechen für den Segens des Samens.

Und wie hat er sie empfangen? Deshalb schließt er so ab: „Und [er] rechnete es ihm als Gerechtigkeit an“, d.h. als Form der Wohltat [Tzedakah bedeutet sowohl Wohltätigkeit, als sich „Gerechtigkeit“ im Hebräischen] da ein Armer, der durch die Arbeit anderer erhalten wird.

Das ist die Bedeutung der beiden Aussprüche unserer Weisen: Der eine [Mensch] dachte, dass der Schöpfer ihn mit Gerechtigkeit behandeln würde, d.h. dass er ihn ohne Arbeit erhalten und unterstützen würde, und ein andere dachte, dass Abraham gerecht gegenüber dem Schöpfer handeln würde. Beides sind die Worte des lebendigen Gottes, denn vor der Korrektur ist dieses Organ im Himmel, und die Wohltätigkeit wird dem unteren zugeschrieben. Am Ende seiner Korrektur ist es nicht im Himmel, und dann wird die Gabe der Wohltat dem oberen zugeschrieben. Wisse und heilige, denn es ist wahr.

Yehuda Leib

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