Shamati 145. Was heißt es, dass Er gerade „den Weisen Weisheit gibt“?

Ich hörte am 11. Februar 1943

„Er gibt den Weisen Weisheit.“

Er [Baal Sulam] stellte die Frage: „Sollte es nicht eher heißen, „Er gibt Weisheit den Dummen?“

Und er antwortete: Es ist bekannt, dass „es keinen Zwang in spirituellen Angelegenheiten gibt“, vielmehr gibt man jedem nach seinem Willen. Der Grund dafür ist, dass Spiritualität die Quelle des Lebens und der Freude ist. Wie kann man also Zwang auf etwas Gutes ausüben? Wenn wir also sehen, dass wir uns in der Tora und in den Geboten mit Zwang beschäftigen, dann müssen wir über den Körper herrschen, weil er nicht einverstanden ist, weil er keine Freude an dieser Arbeit findet. Der Grund dafür ist sicherlich, dass er, wie oben erwähnt, die Spiritualität in ihnen nicht spürt. Denn die Spiritualität ist die Quelle des Lebens und der Freude, wie es im Sohar heißt: „Wo es Mühe gibt, gibt es Sitra Achra„.

Und das ist der Grund dafür, warum nur Weise Weisheit erhalten können, denn die Dummen haben keinen Bedarf an Weisheit. Weisheit kann man nur Weisen geben, und der Grund liegt in ihrer Natur. Wer nämlich weise ist, der liebt die Weisheit. Und das ist sein ganzes Verlangen! Und gemäß dem Prinzip „Nichts kann den Willen hindern“ unternimmt er alle Anstrengungen, um Weisheit zu erlangen, und deswegen wird sie ihm letztendlich auch zuteil. Wer also Weisheit liebt, kann bereits ein Weiser genannt werden, gemäß seinem Endzustand.

Über Narren dagegen steht geschrieben: „Der Narr begehrt keine Einsicht.“ Der Vers „Er gibt den Weisen Weisheit“ will uns folglich sagen, dass derjenige, der Weisheit liebt, sich nicht davon beeindrucken lässt, dass er trotz seiner Anstrengungen noch keine Weisheit erlangt hat. Er wird vielmehr seine Arbeit fortsetzen und mit Sicherheit Weisheit erlangen, weil er Weisheit liebt. Deshalb sagt man: „Gehe diesen Weg und du wirst sicherlich Erfolg haben.“

Man muss jedoch verstehen, was ein Mensch tun kann, denn von Natur aus wird der Mensch als „wildes Tier geboren“. Und woher soll er das Verlangen nehmen, nach Weisheit zu streben?

Dazu wird uns geraten, in der Eigenschaft derer zu arbeiten, „die Sein Wort erfüllen“ [damit wir dann] „die Stimme Seiner Worte“ hören können. Das bedeutet, dass man Handlungen unternimmt, um das Erwünschte zu erreichen. Hier also, wenn er keinen Willen nach Weisheit hat, folgt daraus, dass ihm nur das Verlangen nach Weisheit fehlt. Deshalb beginnt er, sich anzustrengen und Handlungen auszuführen, um den Willen nach Weisheit zu erlangen, denn dieser allein fehlt ihm.

Und die Reihenfolge ist so, dass der Mensch in der Tora und der Arbeit Anstrengungen unternehmen muss, obwohl er keinen Wunsch danach hat, und das wird „Anstrengung“ genannt. Das heißt, er führt Handlungen aus, obwohl er keine Lust zu dem hat, was er tut. Und das entspricht dem, was die Weisen sagten: „Alles, was in deiner Macht steht zu tun, tu es“ Und mit Hilfe der Anstrengung formen sich in ihm der Wunsch und das Verlangen nach Weisheit.

Und dann verwirklicht sich bei ihm das Geschriebene: „Gibt Weisheit den Weisen“, und er wird würdig, „auf die Stimme Seiner Worte zu hören“. Was bei ihm also vorher nur eine Handlung ohne Willen war, das wird würdig, ein Wunsch zu werden.

Wenn wir also wissen wollen, wer Weisheit liebt, so müssen wir auf diejenigen schauen, die sich um die Weisheit bemühen, auch wenn sie diese noch nicht erlangt haben. Der Grund dafür ist, wie oben erwähnt, dass sie durch ihre Anstrengungen zu Liebhabern der Weisheit werden. Und danach, das heißt, nachdem sie den Wunsch nach Weisheit haben, werden sie Weisheit erlangen. Im Grunde genommen ist der Wunsch nach Weisheit das Gefäß, und die Weisheit ist das Licht. Und das heißt, dass es „keinen Zwang im Spirituellen gibt“.

Das Licht der Weisheit (Or Chochma) bedeutet das Licht des Lebens. Weisheit nehmen wir nicht als intellektuelles Konzept wahr, sondern als das Leben selbst, das tatsächliche Wesen des Lebens, und sogar soweit, dass man ohne sie als tot gilt. (Deshalb kann man sagen, dass aus diesem Grund Weisheit als „Leben“ bezeichnet wird.)

überarbeitet, EY, 27.12.2023

Shamati 144. Es gibt ein bestimmtes Volk

Ich hörte in der Nacht von Purim, nach der Lesung der Megilla, im Jahr 1950

„Es gibt ein Volk, das unter den Völkern zerstreut und abgesondert ist.“[1] Haman sagte, seiner Meinung nach „werden wir die Juden vernichten können, da sie in Trennung voneinander leben. Daher wird unsere Kraft gegen sie sicherlich erfolgreich sein, da dies eine Trennung zwischen dem Menschen und dem Schöpfer bewirkt. Und der Schöpfer wird ihnen ohnehin nicht helfen, da sie von Ihm getrennt sind. Daher ging Mordechai, diesen Makel zu korrigieren, so wie in dem Vers dargelegt wird: „Die Juden versammelten sich […], um sich zu versammeln und sich für ihr Leben einzusetzen.“

Das heißt, durch die Verbindung retteten sie ihre Seelen.

[1] Esther 3, 8

Shamati 143. Der Schöpfer ist gut zu Israel

Ich hörte von meinem Vater, Meister und Lehrer

„Der Schöpfer ist gut zu Israel, zu denen, die ein reines Herz haben.“ Es ist bekannt, dass überall in der Tora, wo „ach“ (allein) und „rak“ (nur) vorkommt, dies auf eine „Verkleinerung“ hindeutet.

Daher sollten wir dies in Bezug auf die Arbeit so deuten, als wenn der Mensch sich klein und nichtig macht. Niedrigkeit gilt dann, wenn der Mensch überheblich sein will, er also in Gadlut (Großsein) sein möchte. Das bedeutet, er möchte jede Sache verstehen und seine Seele lechzt danach, alles zu sehen und zu hören. Dennoch macht er sich nichtig und ist einverstanden, mit geschlossenen Augen zu handeln und Tora und Mizwot in vollkommener Einfachheit zu erfüllen. Dies gilt als „gut zu Israel“, wobei das Wort „Isra-El“ aus den Buchstaben „li-Rosh“ (wörtlich: mir gehört der Kopf) zusammengesetzt ist.

Er glaubt also, er hätte einen Rosh der Kedusha (Heiligkeit), obwohl er sich nur im Aspekt von „rak“ (nur) befindet, also in einem Zustand der Verringerung und Niedrigkeit. Und er sagt über dieses „nur“, dass es das absolut Gute sei. Dann gilt der Vers für ihn: „Der Schöpfer ist für jene reinen Herzens“, was bedeutet, dass er eines reinen Herzens würdig wird. Und das ist die Bedeutung von „und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein Herz aus Fleisch geben.“ Fleisch ist Mochin de Wak, genannt Mochin der Kleidung, welche vom Höheren kommt. Jedoch sollte Mochin de GaR vom Niederen kommen, durch die Untersuchungen des Niederen.

Das Konzept von Wak de Mochin und GaR de Mochin erfordert eine Klärung: Es gibt viele Unterscheidungen von Wak und GaR in jeder Stufe. Und vielleicht bezieht er sich auf das, was an einigen Stellen geschrieben steht, dass Katnut (Kleinsein) – auch bezeichnet als „GE des Niederen“ – durch das Kli, welches MaN erhebt, genannt ACHaP des Höheren, zu MaN aufsteigt. Folglich erhebt der Höhere den Niederen. Und um danach GaR der Lichter und ACHaP der Kelim zu empfangen, muss der Niedere sich selbst erheben.

Shamati 142. Der Hauptkrieg

Ich hörte

Der Hauptkrieg sollte um den Bereich des Erlaubten stattfinden. Was nicht der Fall bei der Mizwa [Gebot] und der Sünde ist – dort ist man nah am Verlust und weit weg vom Lohn. Daher sollte er dort alles ohne jegliche Abwägungen erfüllen.

Die Kriegsführung und das Einhalten der ausgewählten Mizwa sollten dort stattfinden, wo es erlaubt ist, da die Handlung nur eine Sache des Herrschaftsbereiches ist. Selbst wenn man scheitert, ist daher in jedem Fall die Sünde nicht so groß. Darum wird es als nah am Gewinn erachtet, denn wenn er den Krieg gewinnt, wird er eine neue Herrschaft unter die Kedusha bringen.

Was nicht der Fall ist im Bereich des Erlaubten [wo es eine Wahl gibt], dort gehört es, Krieg zu führen und das Gebot der Wahl zu erfüllen. Denn die Handlung besteht nur aus einer Wahl. Selbst wenn er scheitert, ist die Sünde also nicht so groß. Deshalb wird er als dem Lohn nahe betrachtet, denn wenn er im Krieg siegt, bringt er eine neue Erlaubnis unter die Heiligkeit.

 

korr, EY, 16.10.2023

Shamati 141. Das Pessachfest

Ich hörte

Das Pessachfest bezieht sich auf Mochin de Chaja, und die Zählung[1] [des Omer] bezieht sich auf Mochin de Yechida. Daher gibt es zur Zeit der Zählung [des Omer] die Entfernung von Mochin, da das Zählen als Erhebung von MaN gilt. Und es ist bekannt, dass es während der Erhebung von MaN zu einer Entfernung der Lichter kommt. Doch nach der Zählung kehren die Mochin an ihren Platz zurück. Denn Katnut (Zustand des Kleinseins) zur Zeit der Zählung ist Katnut der Stufe Yechida, doch damit einher gibt es Mochin der Werktage, also ISHSuT und Mochin des Shabbattages, die Mochin von Aba we Ima sind.

[1] Gemeint ist die Zählung der Tage zwischen dem Feiertag von Pessach und dem Wochenfest (Shavuot).

Shamati 140. Wie liebe ich Deine Lehre

Ich hörte am Ausgang des 7. Pessachtages, im Jahr 1943

„Oh, wie liebe ich Deine Lehre, den ganzen Tag ist sie mein Gespräch.“[1] Das sagt aus, dass, obwohl König David bereits die Vollkommenheit erlangt hatte, er sich dennoch weiterhin nach der Tora sehnte. Denn die Tora ist größer und wichtiger als jede Vollkommenheit in der Welt.

[1] Psalm 119,97

Shamati 139. Der Unterschied zwischen den sechs Werktagen und Shabbat

Ich hörte

Die sechs Werktage werden als Seir Anpin (SA) angesehen, und Shabbat heißt Malchut. Und er fragte: Ist nicht etwa Seir Anpin eine höhere Stufe als Malchut? Und warum ist Shabbat wichtiger als die Werktage? Und auch: „Warum heißen sie Jamej Chol[1] (Werktage)?“

Und die Sache ist die, dass die Welt nur von Malchut genährt wird und Malchut daher den Namen „Versammlung von Israel“ hat, und von dort kommen all die guten Einflüsse zu ganz Israel. Obwohl die sechs Werktage Seir Anpin andeuten, gibt es dennoch keine Vereinigung von Seir Anpin und Malchut, und deswegen heißt es Chol, Werktag, da sich keine Fülle von Seir Anpin zu Malchut ausbreitet.

Wird also keine Heiligkeit von Malchut [aus] herangezogen, nennt man das Jamej Chol (Werktag). Am Shabbat hingegen gibt es eine Vereinigung von Seir Anpin und Malchut, und dann breitet sich Kedusha (Heiligkeit) von Malchut aus. Darum heißt es „Shabbat.

[1] Jamej – Tage; Chol kommt von dem Wort Chulin – weltlich, nicht heilig.

Shamati 138. Über Furcht und Angst, die einen Menschen manchmal überkommen

Ich hörte 1942

Wenn Furcht über einen Menschen kommt, sollte er wissen, dass es „nichts außer Ihm“ gibt, sogar bei Magie. Und wenn er sieht, dass ihn die Furcht überkommt, sollte er sagen, dass es keine Zufälle gibt, sondern dass der Schöpfer ihm eine Möglichkeit von Oben gegeben hat und er muss darüber nachsinnen und studieren, zu welchem Zweck man ihm diese Furcht gesendet hat – vermutlich, damit er sich überwinden und sagen kann: „Es gibt nichts außer Ihm.“

Wenn jedoch nach alledem die Furcht und die Angst nicht von ihm gewichen sind, sollte er es als ein Beispiel nehmen und sagen, dass auch sein Dienst für den Schöpfer in dem gleichen Maße wie die Furcht sein muss, was bedeutet, dass die Furcht vor dem Himmel, die ein Verdienst ist, der Furcht gleichen muss, die er jetzt hat. Das heißt, so wie der Körper durch diese oberflächliche Furcht beeindruckt wird, genauso sollte auch die Furcht vor dem Schöpfer sein.

Shamati 137. Zelofchad sammelte Holz am Shabbat

Ich hörte im Jahr 1947

Zelofchad (Selophehad) sammelte Holz. Der Sohar erklärt, dass dieser Mann ausmaß, welcher Baum größer ist – der Baum des Lebens oder der Baum der Erkenntnis. Ein Gerechter wird „Baum des Lebens“ genannt, weil er ganz das Geben ist und es darin keinerlei Halt für die Äußeren [Kräfte] gibt. Die Vollkommenheit liegt jedoch im Baum der Erkenntnis, welches (im verborgenen Sinne) die Ausbreitung des Lichtes nach unten bedeutet. Dies bedeutet Seinen Geschöpfen Gutes tun. Und es ist verboten, dieses zu messen, „und sie sollen eins bleiben in Deiner Hand“ muss so sein.

Das bedeutet, dass einer ohne den anderen keine Vollkommenheit bildet. Und Mordechai stammte aus dem Aspekt des Baumes des Lebens, der nichts nach unten ausbreiten wollte, da er keinen Chissaron (Mangel) besaß. Daher musste er den Aspekt von Haman großziehen, damit dieser die Lichter nach unten ausbreitet. Und danach, wenn er den Chissaron zeigt, empfängt Mordechai sie in der Form des Empfangens um zu geben.

Damit verstehen wir, warum danach, als Mordechai gute Dinge über den König sprach, als er Ihn vor dem Tode errettete, der König Haman, seinen Feind, groß machte. Wie die Weisen sagten: „Nach dem Wunsch eines jeglichen“, nach dem Wunsch von Mordechai und Haman, die einander hassten.

Shamati 136. Der Unterschied zwischen den ersten Briefen und den letzten Briefen

Ich hörte zu Purim im Jahr 1947

Der Unterschied zwischen den ersten Briefen und den letzten Briefen besteht nur in der Abschrift des Geschriebenen, das heißt im Inhalt des Geschriebenen, das vom Palast des Königs ausging, wobei die Schreiber des Königs den Inhalt erweiterten, damit der Inhalt klarer wird.

Im Inhalt hieß es einfach, „dass sie gerüstet seien auf diesen Tag“. Und die Schreiber erklärten, dass es den Völkern obliegt, darauf vorbereitet zu sein, sich an den Juden zu rächen. Und diese Kraft war, damit Haman denken sollte: „Wem wird wohl der König verlangen Ehre zu zeigen, außer mir?“ Daher schrieb er bereits in den letzten Briefen vom König aus, „dass die Juden sich rüsten sollten“. Umgekehrt schrieb er in den ersten Briefen nicht ausdrücklich „die Juden“. Darum hatten sie die Kraft, anzuklagen.

Diese Kraft wurde deshalb gegeben, weil man keinen Wunsch nach dem Empfangen der Lichter rechtfertigen darf, also die Höheren Lichter nach unten weiterzuführen, da alle Arbeit im Geben besteht, und daher hat er keine Möglichkeit mehr, etwas von unten her auszubreiten. Dadurch also, dass er Haman Kraft gibt, will dieser gerade die Größeren Lichter, wie sein Name zeugt: „Haman der Agagi“, also Gag (Dach, obere Grenze) einer Stufe, was GaR ist.

Shamati 135. Den Reinen und den Gerechten sollst du nicht umbringen

Ich hörte am 23. März 1947, in Tel Aviv

„Den Reinen und den Gerechten sollst du nicht umbringen.“

„Gerechter“ bedeutet, dass er den Schöpfer rechtfertigt, indem er alles, was er fühlt, ob gut oder schlecht, über dem Verstand aufnimmt. Dies wird als „rechts“ erachtet.

Und „rein“ bedeutet die Reinheit der Sache, des Zustands wie er ihn sieht, denn „Der Richter hat nur das, was seine Augen sehen“. Und wenn er eine Sache nicht versteht, oder wenn er eine Sache nicht erfassen kann, darf er die Formen nicht verwischen, so wie sie ihm erscheinen. Und das gilt als „links“, und er muss sie beide versorgen.

Shamati 134. Berauschender Wein

Ich hörte im Jahr 1947

Es ist unmöglich der Tora in ihrer Ganzheit würdig zu sein. Und durch die Berauschung mit „dem Wein der Tora“, wenn der Mensch fühlt, die ganze Welt gehöre ihm, und auch wenn er noch nicht die Weisheit in ihrer Ganzheit hat, wird er denken und fühlen, dass er alles in Vollkommenheit hat.

Shamati 133. Lichter des Shabbats

Ich hörte im Jahr 1947

Die Lichter des Shabbats gelangen zum Aspekt von Guf (Körper). Daher sagen wir am Shabbat: „Ein Psalm von David. Gesegnet sei der Herr, O meine Seele und all mein Inneres“, womit der Aspekt von Guf gemeint ist. Im Gegensatz dazu ist Rosh Chodesh (Beginn des Monats), der als  Neshama (Seele) angesehen wird, der nur zum Aspekt Neshama kommt und nicht zum Guf. Deshalb sagen wir nur „Gesegnet sei der Herr, O meine Seele“ und nicht „und all mein Inneres“, da sie den Guf nicht erreichen (siehe Sohar 1, 97).

Shamati 132. Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen

Ich hörte am 6. März 1947, in Tel Aviv.

„Im Schweiße Deines Angesichts wirst du Brot essen“. Brot bedeutet die Tora, also „Gehet, esset von Meinem Brot.“ Das Studium der Tora sollte mit Furcht, Zittern und Schweiß geschehen, wodurch die Sünde vom Baum der Erkenntnis versüßt wird.

Shamati 131: Wer sich zu reinigen kommt

Ich hörte im Jahr 1947

„Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen“, das heißt der Mensch muss immer im „Kommen“ sein, und dann, wenn er sowieso fühlt, dass er bereits gereinigt ist, dann braucht er keine Hilfe mehr, denn Er reinigte sich und ging fort. Und wenn er fühlt, dass er sich im Kommen und Gehen befindet, dann wird ihm natürlich geholfen, denn der Wille kennt keine Hindernisse, da er die Wahrheit sucht.

„Denn deine Liebe ist lieblicher als Wein“, das heißt vom Wein kann man betrunken werden, und einem Betrunkenen gehört die ganze Welt, da es ihm an nichts mangelt, nicht einmal in den sechstausend Jahren.

Shamati 129. Shechina im Staub

Ich hörte,

„’Sind dir die Leiden lieb?‘ (1) Er antwortete ihm: ‚Weder sie noch der Lohn für sie.’ Dies bezieht sich ‚auf die Schönheit, die im Staub verrotten wird.“ (2)

Die Leiden sind hauptsächlich an einem Ort, der über den Verstand hinausgeht. Und die Menge der Leiden hängt davon ab, wie sehr sie im Widerspruch zum Verstand steht. Und das heißt „Glaube über dem Verstand“. Und diese Arbeit bereitet dem Schöpfer Zufriedenheit. Folglich besteht der Lohn darin, dass durch diese Arbeit Zufriedenheit für seinen Erschaffer erwächst.

Aber in der Zwischenzeit, das heißt, bevor sich jemand überwinden und die Führung des Schöpfers rechtfertigen kann, befindet sich die Shechina im Staub. Das bedeutet, dass die Arbeit im Glauben, bezeichnet als die heilige Shechina, im Exil ist, das heißt, in einem Zustand der Nichtigkeit im Staub. Und darüber sagte er: „Weder sie noch der Lohn für sie.“ Das heißt, er kann die Zwischenzeit des Leidens nicht ertragen. Und deshalb antwortete er: ‚Das ist gewiss des Weinens wert.'“ (2)

 

  1. Traktat Brachot, 5b. Rabbi Chija bar Abba wurde krank. Rabbi Yochanan kam zu ihm und sagte zu ihm: „Sind dir deine Leiden lieb?“ Er antwortete ihm: „Weder sie noch der Lohn für sie.“
  2. Traktat Brachot, 5b. Rabbi Yochanan sah, dass Rabbi Elieser weinte. Er fragte ihn: „Warum weinst du?“…? Er antwortete ihm: „Ich weine um die Schönheit, die im Staub verrotten wird.“ Er antwortete ihm: „Sie ist es gewiss wert, beweint zu werden.“ Und sie weinten beide.

 

korrigiert, EY, 27.11.2023

Shamati 130. Tiberias unserer Weisen, gut ist Deine Sicht

Ich hörte am 21. Februar 1947, bei einer Reise nach Tiberias

„Tiberias unserer Weisen, gut ist Deine Sicht“. „Sehen“ ist die tiefe Bedeutung von Chochma (Weisheit). „Gut“ bedeutet, dass er dort der Weisheit würdig werden kann.

Und Rabbi Shimon Bar Jochai reinigte die Märkte von Tiberias. Die Unreinheit der Toten, das heißt des Willens zu empfangen, was bedeutet „Bösewichte werden zu ihren Lebzeiten Tote genannt“. Und alle Unreinheiten gehören nur zu Chochma. Daher musste in Tiberias, wo es die Segula von Chochma gibt, der Markt gereinigt werden.

Shamati 128. Von diesem Galgalta tropft Tau zu Seir Anpin

Ich hörte am 27. Februar 1943

„Von diesem Galgalta tropft Tau zu Seir Anpin“. Das Haar und ihre Blässe betreffend: Unter jedem Haar (hebr. Seara) ist eine Vertiefung, und dies ist die Bedeutung von „Er, der mich brechen würde mit einem Sturm (hebr. Seara)“. Und dies ist die Bedeutung von „dann antwortete der Schöpfer Hiob aus dem Sturm“[1]. Und dies ist die Bedeutung von „Das sollen sie geben, jeder, der durch die Musterungen geht: einen halben Shekel nach dem Shekel des Heiligtums“. Und dies ist die Bedeutung von „eine Beka pro Kopf zur Sühneleistung für eure Seelen“.

Um die Sache der Haare zu verstehen: Es sind das Schwarze und die Tinte. Das heißt, wenn man Entfernung vom Schöpfer fühlt, weil man fremde Gedanken hat, so wird dies „Haare“  (Searot) genannt. Und „blass“ bedeutet „das Weiße“, was bedeutet, wenn das Licht des Schöpfers auf ihn wirkt, wodurch er sich dem Schöpfer nähert. Und beide zusammen werden „Licht und Kli (Gefäß)“ genannt.

Und die Reihenfolge in der Arbeit ist: Wenn man zur Arbeit für den Schöpfer erwacht, geschieht dies dadurch, dass man des Aspekts der „Blässe“ gewürdigt wird. Zu diesem Zeitpunkt fühlt man Lebenskraft und Licht bei der Arbeit für den Schöpfer. Dann kommt ein fremder Gedanke, durch den man von der eigenen Stufe abfällt und sich von der Arbeit entfernt. Der fremde Gedanke wird Seara (Sturm bzw. Haar) genannt. Und unter dem Haar ist eine Vertiefung, welche ein Loch und ein Mangel im Schädel ist.

Bevor die fremden Gedanken zu ihm kamen, hatte er einen vollkommenen Kopf,  und er war dem Schöpfer nah, und durch die fremden Gedanken entfernte er sich vom Schöpfer.

Und dies wird als ein Mangel (Chissaron) im Kopf definiert. Und durch das Leid, indem er es bedauert, breitet er von diesem Loch einen Fluss des Wassers aus. So wird das Haar zum Kanal für die Übertragung von Fülle, durch welches er der Blässe würdig wird.

Und danach kommen wieder fremde Gedanken zu ihm, und so entfernt er sich wieder vom Schöpfer. Dies erzeugt eine Vertiefung, ein Loch und einen Mangel im Schädel. Und durch das Leid und sein Bedauern breitet er wieder den Fluss des Wassers aus, und dann wird das Haar zum Kanal, der die Fülle überträgt.

Und dies setzt sich wiederholt durch Höhen und Tiefen fort, bis sich die Haare zu einer vollständigen Menge vermehrt haben. Dies bedeutet, dass er jedes Mal, wenn er korrigiert, Fülle ausbreitet. Diese Fülle wird „Tau“ genannt, und dies ist der tiefere Sinn von „mein Kopf ist mit Tau angefüllt“.

Denn die Fülle kommt in Abständen, und jedes Mal ist es so, als empfinge er einen Tropfen. Und wenn die eigene Arbeit vollendet ist und er das vollständige Maß erreicht hat, bis „er nicht mehr zur Torheit zurückkehrt“ heißt es, dass von diesem Tau die Toten wiederbelebt werden.

Und dies ist die Bedeutung der Senke (Beka), womit die fremden Gedanken gemeint sind, die Löcher in den Kopf machen.

Ebenso die Sache mit dem halben Shekel, was bedeutet, dass der Mensch zur Hälfte schuldig und zur Hälfte verdienstvoll ist. Wir müssen jedoch verstehen, dass die Hälften nicht gleichzeitig gelten. Sondern zu jeder Zeit muss es eine vollständige Sache geben. Und dies ist so, weil er nicht mehr zur Hälfte, sondern als vollständig böse gilt, wenn er eine Mizwa übertreten und sie nicht eingehalten hat.

Also geschieht es zu zwei Zeiten. Einmal ist er rechtschaffen, das heißt, er ist an den Schöpfer angehaftet und ist dann vollkommen würdig. In der Zeit, in der er sich im Abstieg befindet, ist er ein Bösewicht. Dies ist die Bedeutung von „die Welt wurde nur geschaffen entweder für die vollständig Rechtschaffenen oder für die vollständigen Bösewichte“.

Deshalb wird es halb genannt, weil es zwei Zeiten gibt.

Und dies ist „um eure Seelen zu sühnen“ –  durch die Senke, wenn er fühlt, dass der eigene Kopf unvollkommen ist.  Denn wenn ein fremder Gedanke kommt, ist sein Geist nicht vollständig mit dem Schöpfer. Und wenn er dies bedauert, bewirkt dies Sühne für seine Seele. Denn jedes Mal, wenn er bereut, zieht er die Fülle heran, bis der Überfluss gefüllt ist auf die Weise „mein Kopf ist mit Tau angefüllt“.

[1] hebräisch ebenfalls Seara

Shamati 127. Der Unterschied zwischen dem Wesentlichen, der Essenz und dem zusätzlichen Überfluss

[Ich hörte am] 4. Zwischentag von Sukkot, am 30. September 1942, in Jerusalem

Man weiß, dass das Verschwinden der Mochin und das Aufhören des Siwug nur bei den Ergänzungen der Mochin vorkommen, und das Wesentliche (Jakar) der Stufe in SoN sind Waw und Nekuda (Punkt). Dies bedeutet, dass Malchut in ihrer Essenz höchstens einen Punkt besitzt, einen schwarzen Punkt, der nichts Weißes in sich hat.

Und wenn man den Punkt als das Wesentliche und nicht als etwas Überflüssiges annimmt, das man loswerden möchte, sondern es darüber hinaus als Schmuck annimmt, dann wird es „ein ansehnlicher Wohnsitz in jemandes Herz“ genannt. Das ist so, weil er diese Knechtschaft nicht verurteilt, sondern sie unentbehrlich für sich macht. Das wird die Erhebung der Shechina (göttliche Anwesenheit) aus dem Staub genannt. Und wenn man die Grundlage als wesentlich aufrechterhält, kann man niemals von seiner Stufe herunterfallen, da es keine Trennung vom Wesentlichen gibt.

Und wenn es jemand auf sich nimmt, wie ein schwarzer Punkt zu arbeiten, selbst in der größten Dunkelheit in der Welt, sagt die heilige Shechina: „Es gibt keinen Ort, sich vor dir zu verstecken.“ Infolgedessen „bin ich Ihm mit einem Knoten verbunden“, „und ich werde nie abgetrennt sein“. Deshalb gibt es kein Aufhören der Dwekut (Anhaftung).

Und wenn ein Leuchten, genannt „Zusatz“, von Oben zu ihm kommt, nimmt er es als „unvermeidlich und unbeabsichtigt“ an, da es vom Schöpfer kommt, ohne das Erwachen der Unteren. Und das ist die Bedeutung von „Ich bin schwarz, aber ansehnlich“, denn wenn du die Schwärze annehmen kannst, wirst du sehen, das ich ansehnlich bin.

Und das ist die Bedeutung von „Wer einfältig ist, kehre hier ein“. Wenn er sich von all seinen Handlungen abwendet und nur zum Wohle des Schöpfers arbeiten möchte und als „Ich war wie ein Tier vor Dir“ arbeitet, dann wird er des Sehens der endgültigen Vollkommenheit gewürdigt. Das ist die Bedeutung von „ein Herzloser, sagte sie zu ihm“. Das heißt, da er herzlos war, musste er einfältig sein; sonst wäre er nicht fähig, sich anzunähern.

Aber manchmal begegnen wir einem Zustand von Shechina im Exil, wenn der Punkt zu den abgetrennten BYA hinabsteigt. Dann wird er „Lilie unter Dornen“ genannt, da er die Form von Dornen und Stacheln hat. In diesem Zustand kann er nicht angenommen werden, da es die Herrschaft der Klipot ist.

Und das geschieht durch die Handlungen des Menschen, da der Mensch durch seine  Handlungen unten die Wurzel seiner Seele Oben, in der heiligen Shechina, beeinflusst. Dies bedeutet, wenn eine Person unten vom Willen zu empfangen unterjocht ist, bewirkt sie auf diese Weise, dass die Klipa über die Kedusha Oben herrscht.

Das ist die Bedeutung von Tikun Chazot (Mitternachtskorrektur). Wir beten darum, die Shechina aus dem Staub zu erheben, was bedeutet, sie zu erhöhen, damit sie wichtig sein kann, weil Oben und unten Berechnungen von Wichtigkeit sind. Und dann wird sie als schwarzer Punkt betrachtet.

Er überwindet sich in dem Tikun Chazot und sagt, dass er den Vers von „Libni und Shimei“ befolgen möchte. Libni bedeutet Lawan (weiß) und nicht schwarz, und Shimei bedeutet Shmi’a (Hören), gemeint ist Vernunft, was bedeutet, die Last des Königreichs des Himmels auf sich zu nehmen, ist eine vernünftige und annehmbare Sache für ihn. Und der Tikun Chazot ist ein Tikun der Mechiza (Teilung), das heißt die Korrektur des Trennens der Kedusha von der Klipa, gemeint ist, das böse Gefühl im Willen zu empfangen zu korrigieren und sich mit dem Wunsch zu geben zu verbinden.

Gola (Exil) hat die Buchstaben von Ge’ula (Erlösung) mit dem Unterschied von Alef. Das bedeutet, dass wir den Buchstaben Aluf (Meister) der Welt in die Gola hinein ausdehnen müssen, und dann fühlen wir sofort die Ge’ula. Das ist die Bedeutung von „Derjenige, der die Schädlichen bewachen konnte, muss die Geschädigten auf die ihm bestmögliche Art entschädigen.“ Und das ist die Bedeutung von „wo es unten das Gericht gibt, da gibt es Oben kein Gericht.“

Shamati 126. Ein Weiser kommt in die Stadt

Ich hörte während der Shawuotmahlzeit im Mai 1947 in Tel Aviv

„Der Weise kommt in die Stadt.“ Der Schöpfer wird „Weiser“ genannt. „Kommt in eine Stadt“ bedeutet, dass Er sich an Shawuot der Welt offenbart.

„Der Faule sagte: ‚Da ist ein Löwe auf dem Weg.‘ Vielleicht ist der Weise nicht zuhause? Vielleicht ist die Tür verriegelt?“ Und es geht darum, was die Weisen sagten: „Du hast dich abgemüht und hast nicht gefunden – [das] glaube nicht.“ Wenn er daher sieht, dass er immer noch nicht die Nähe des Schöpfers gefunden hat, dann sagt man ihm, dass er sich bestimmt nicht so sehr bemüht hat, wie er sollte, und deswegen nennt ihn der Vers „Faulpelz“.

Und was bedeutet es, dass er sich nicht bemüht hat? Wenn er die Nähe des Schöpfers sucht – warum will er dann keine Anstrengung unternehmen? Denn es ist doch so, dass, selbst wenn man eine physische Sache erwerben möchte, man sie nicht ohne Anstrengung erwirbt. In Wirklichkeit will er sich tatsächlich bemühen, und er sagt ja nicht: „Da ist ein Löwe auf dem Weg“, also Sitra Achra, wie es geschrieben steht: „[Er hat auf mich gelauert] wie ein Löwe im Verborgenen.“[1] Das heißt, dass derjenige, der den Weg des Schöpfers beginnt, auf einen Löwen trifft, der auf dem Weg ist. Und derjenige, der darin fehlschlägt, wird sich nicht wieder fangen.

Und aus diesem Grunde fürchtet er sich zu beginnen, denn wer kann ihn besiegen? Dann wird ihm gesagt: „Es gibt keinen Löwen auf dem Weg“, also dass geschrieben steht: „Es gibt niemanden außer Ihm.“ Denn es gibt keine andere Macht außer Ihm, im Sinne von: „Das alles tut Gott, dass man sich vor Ihm fürchten soll.“[2]

Und dann findet er eine andere Ausrede, nämlich: Vielleicht ist der Weise nicht zuhause? „Sein Zuhause“ ist der Aspekt von Nukwa, die heilige Shechina. Dann weiß er nicht klar, ob er den Weg der Heiligkeit geht oder nicht.

Und dazu sagt er, dass vielleicht der Weise, also der Schöpfer, nicht bei Sich zuhause ist. Das heißt, dieses Haus ist nicht Seins, es gehört nicht der Heiligkeit. Und woher kann er wissen, dass er in Heiligkeit vorankommt? Dann sagt man ihm: „Der Weise ist zuhause“, also: „Die Seele des Menschen wird ihn lehren“, und dann weiß er, dass er endlich in der Heiligkeit vorankommt.

Dann sagt er: „Vielleicht ist die Tür verriegelt und man kann nicht ins Innere des Gemachs treten, wie es heißt: ‚Nicht jeder, der sich den Schöpfer nehmen will, wird kommen und Ihn sich nehmen‘.“ Dann antwortet man ihm: „Die Tür ist nicht verriegelt“, wir sehen doch, dass viele Menschen dessen würdig wurden, ins Innere des Gemachs einzutreten.

Dann antwortet er: „So oder so werde ich nicht gehen.“ Das bedeutet, dass, wenn er faul ist und sich nicht anstrengen möchte, er scharfzüngig (klug) wird und diskutiert, dass man denkt, man erschwere ihm nur die Arbeit.

Doch wer sich wirklich bemühen will, sieht das Gegenteil. Er sieht doch, dass viele erfolgreich waren. Und diejenigen, die sich nicht bemühen wollen, sehen, dass es Menschen gibt, die keinen Erfolg hatten. „Obwohl sie keinen Erfolg hatten“, hat auch das Sinn, damit sie nämlich entdecken, dass sie sich nicht bemühen wollen. Da er jedoch faul ist, und seine Taten rechtfertigen möchte, predigt er wie ein Weiser. In Wirklichkeit sollte man ohne jegliche Kritik und Diskussionen das Joch der Tora und der Mizwot annehmen, und dann wird man Erfolg haben.

[1] Klagelieder 3, 10

[2] Prediger 3, 14