1. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

Da von Oben keine halben Dinge gegeben werden, muss der Mensch den Schöpfer bitten, ihm vollständige Hilfe zu geben. Das bedeutet, dass der Mensch während seines Gebets, wenn er sein Herz ordnet, weil das Gebet die Arbeit im Herzen ist, selbst entscheiden muss, dass er möchte, dass der Schöpfer ihm den Wunsch gibt, sich in allem vor Ihm zu annullieren, das heißt, kein Verlangen in seiner Herrschaft zu behalten, sondern alle seine Wünsche nur um der Ehre des Schöpfers willen zu haben.

Und wenn sein Herz sich entschieden hat, sich vollständig zu annullieren, dann bittet er den Schöpfer, ihm zu helfen, dies praktisch mit aller Kraft zu verwirklichen. Das bedeutet, dass er auf der Ebene der Gedanken und Wünsche sieht, dass der Körper nicht damit einverstanden ist, seine Wünsche zugunsten des Schöpfers zu annullieren und keinen einzigen Wunsch für sich selbst zu behalten. Dann muss er zum Schöpfer beten, ihm zu helfen, dass er alle seine Wünsche vor Ihm annullieren will und keinen einzigen für sich behält. Dies wird als ein vollständiges Gebet bezeichnet.

 RABASH, Brief 65

 

30. September 2025, Gute-Nacht-Text

Bevor der Mensch um Vergebung bittet, muss er zunächst seine hauptsächliche Sünde erkennen. Danach kann er über die Sünden nachdenken, die durch die hauptsächliche Sünde verursacht wurden. Man sollte wissen, dass die hauptsächliche Sünde, mit der man sich verunreinigt und von der alle anderen Sünden ausgehen, darin besteht, dass man sich nicht bemüht, einen dauerhaften Glauben zu haben. Wenn der Mensch zum Teil einen Glauben hat, gibt er sich damit zufrieden.

Wenn er einen dauerhaften Glauben hätte, würde ihn dieser Glaube nicht sündigen lassen. Das heißt, er bittet den Schöpfer um Vergebung, weil er sieht, dass der wahre Grund für all die Sünden darin liegt, dass es ihm an dauerhaftem Glauben fehlt. Deshalb bittet er den Schöpfer, ihm diese Kraft zu geben, also die Fähigkeit, den Glauben immer fest in seinem Herzen zu haben. Und auf keinen Fall wird er Sünden begehen und der Ehre des Schöpfers schaden.

RABASH, 1986/36 Was ist die Vorbereitung auf die Selichot [Vergebung]?

 

29. September 2025, Gute-Nacht-Text

Der Mensch sagt seinem Körper: „Wisse, dass ich in die Arbeit des Schöpfers eintreten will. Meine Absicht ist nur auf das Geben und nicht auf das Empfangen ausgerichtet. Hoffe nicht, etwas für deine Mühe zu bekommen, denn alles ist [in der Absicht] um zu Geben.“

Und wenn der Körper fragt: „Welchen Nutzen wirst du von dieser Arbeit haben?“, gemeint ist „Wer bekommt die Früchte dieser Arbeit, für die ich so viel Kraft und Mühe geben muss?“, oder er fragt einfacher: „Für wen arbeite ich so hart?“

Dann sollte man ihm antworten, dass man an die Worte der Weisen glaube, die sagten, man solle im einfachen Glauben über dem Verstand glauben, dass der Schöpfer uns geboten hat, den Glauben auf uns zu nehmen, dass Er uns geboten hat, Tora und Mizwot einzuhalten. Darüber hinaus sollte der Mensch glauben, dass er dem Schöpfer Genuss bereitet, wenn er Tora und Mizwot mit dem Glauben über dem Verstand erfüllt. Der Mensch muss auch froh sein, dass er dem Schöpfer Freude und Genuss mit seiner Arbeit bereitet.

Baal HaSulam, Shamati 108. Wenn du mich für einen Tag verlässt, werde Ich dich für zwei verlassen

 

28. September 2025, Gute-Nacht-Text

Im Sohar, Abschnitt Noah, [steht geschrieben]: „Es gab eine Flut und der Zerstörer saß mittendrin.“ Und er [Baal HaSulam] fragte: „Mit Flut ist Sintflut gemeint. Dies an sich ist ein Zerstörer und tödlich. Und was bedeutet dann, dass mitten in der Sintflut der Zerstörer “sitzt”? Und zweitens, was ist der Unterschied zwischen der Flut und dem Zerstörer?“

Und er antwortete, die Flut seien physische Leiden, das heißt Leiden des Körpers. Und in ihnen, das heißt den Leiden des Körpers, sei noch ein weiterer Zerstörer, der die Spiritualität zerstöre. Dies bedeutet, dass die Leiden des Körpers ihm fremde Gedanken bringen, bis diese fremden Gedanken seine Spiritualität vernichten und töten.

Baal HaSulam, Shamati 104. Und der Zerstörer saß [innerhalb der Flut]

 

27. September 2025, Gute-Nacht-Text

Unsere Weisen sagten: „Von lo liShma gelangt man zu liShma.“ Dies bedeutet, dass man die Beschäftigung mit Tora und Mizwot mit dem Ziel beginnt: „Gib uns den Wohlstand in dieser Welt.“ Und danach: „Gib uns den Wohlstand der kommenden Welt.“

Und wenn man so studiert, sollte man dazu kommen, liShma zu studieren, das heißt für den Namen der Tora. Dies bedeutet, dass die Tora ihn die Wege des Schöpfers lehren wird. Und er muss zuerst das Versüßen von Malchut in Bina machen, was bedeutet, dass er Malchut, welche Wille zu empfangen genannt wird, zu Bina, der Eigenschaft des Gebens, erhebt. Das heißt, dass seine ganze Arbeit nur in der Absicht des Gebens sein wird.

Und dann wird es dunkel für ihn. Er fühlt, dass die Welt für ihn dunkel geworden ist, da der Körper Kraft nur für den Aspekt des Empfangens bereitstellt und nicht für den des Gebens. In diesem Zustand gibt es nur den einen Rat: zum Schöpfer zu beten, er möge seine Augen öffnen, sodass er in der Lage sein möge, im Aspekt des Gebens zu arbeiten.

Und dies ist die Bedeutung von: „Wer steht hinter der Frage?“ Dies bezieht sich auf Bina, die Mi (wer) genannt wird. Und die Frage kommt vom Vers „Sie bitten um Regenfälle“, was Gebet bedeutet. Da sie in den Aspekt von „Wasser von Bina“ gelangen, gibt es Platz, um dafür zu beten.

Baal HaSulam, Shamati 79. Azilut und BYA

 

26. September 2025, Gute-Nacht-Text

Ein Mensch […] erhebt seinen Kopf aus dem Strom des Lebens, in dem alle Geschöpfe sind, ohne Zeit zu haben, darüber nachzudenken, was sie sind. Sie fließen vielmehr mit dem Strom, in dem das Wasser fließt. Und es gibt niemanden, der das Ende sehen kann, das heißt, wohin der Strom des Lebens führt.

Einzig er – weil der Mangel an Genuss ihn dazu veranlasst, den Kopf zu heben, um über den Sinn des Lebens nachzudenken –, sieht und hört er zu diesem Zeitpunkt, als würde ihm eine klare Stimme von oben sagen, dass die Welt mit der Absicht erschaffen wurde, seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Aber um diesen Nutzen zu schmecken, gibt es – erfährt er aus Büchern und von Autoren – Bedingungen, um dieses Gute zu erreichen, die „der Schöpfungszweck“ genannt werden.

RABASH, Artikel 7 (1987) Das Wunder von Chanukka

 

25. September 2025, Gute-Nacht-Text

Solange der Mensch die Anhaftung an den Schöpfer noch nicht erreicht hat, stellt er fest, dass sie zu zweit sind. Und wenn er die Tora – die „rechts“ genannt wird – studiert, jedoch um des Empfangens für sich selbst willen, so wird dies zur „linken Seite“ des Schöpfers, das heißt, es führt zur Trennung. Dann wird die Tora für ihn zum Todestrank, weil er in der Trennung bleibt. Denn er möchte, dass die Tora seinen Körper einkleidet. Das heißt, er möchte, dass die Tora seine Körperlichkeit [seinen Besitz] verstärkt. Und dadurch wird seine Tora für ihn zu einem Todestrank.

Das ist nicht der Fall, wenn er am Schöpfer anhaftet. Und so entsteht die Kraft des Einen, das heißt, er verbindet sich mit der Einheit des Schöpfers. Dann wird seine rechte Seite zwangsläufig zur rechten Seite des Schöpfers. Und dann wird der Körper zum Gewand seiner Seele.

Baal HaSulam, Shamati 99. Er sagte nicht: „Ein Bösewicht oder ein Gerechter“

 

24. September 2025, Gute-Nacht-Text

Es ist bekannt, dass es verboten ist, sich mit den Bösewichten zu verbinden, sogar wenn man nicht so handelt wie sie, so wie geschrieben steht: „Und er saß nicht in einer Versammlung von Spöttern.“ Dies bedeutet, dass das hauptsächliche Vergehen das Sitzen unter den Spöttern ist und das, obwohl er da sitzt, die Tora studiert und die Gebote einhält. Andernfalls wäre das Verbot wegen der Auslöschung der Tora und der Gebote. Vielmehr ist es so, dass das Sitzen selbst verboten ist, da der Mensch die Gedanken und das Verlangen jener annimmt, die er mag.

Und umgekehrt: Wenn er keinen Willen und kein Verlangen nach Spiritualität hat – wenn er sich unter Menschen befindet, die das Verlangen und den Willen nach Spiritualität haben, wenn er diese Menschen mag, so nimmt auch er ihre Überwindungskraft und ihre Wünsche und Bestrebungen an, obwohl er selbst aus eigener Kraft jene Wünsche und Verlangen und die Überwindungskraft nicht hat. Vielmehr erhält er neue Kräfte in dem Maße, wie er jenen Menschen Lieblichkeit und Wichtigkeit zuschreibt.

Baal HaSulam, Shamati 99. Er sagte nicht: „Ein Bösewicht oder ein Gerechter“

 

23. September 2025, Gute-Nacht-Text

Rosh HaShana“ lässt sich als der Beginn der Schöpfung des Menschen deuten. Wie die Weisen sagten, wird zu Beginn eines Lebens über den Tropfen entschieden, ob er weise oder dumm sein wird. Der „Regen“ symbolisiert die physischen Kräfte des Menschen – ob er einen kleinen oder großen Verstand haben wird, ein kleines oder großes Herz, einen kleinen oder großen Willen, und Ähnliches.

Wenn der Mensch den guten Weg geht, kann man ihm nicht mehr hinzufügen, d. h. ihm nicht mehr Verstand und Willen geben, weil dies bei seiner Schöpfung bereits festgelegt wurde. Doch alle seine geistigen Fähigkeiten und all seine Anstrengungen nutzt er ausschließlich im Bereich der Heiligkeit und Notwendigkeit. Das reicht aus, um das Niveau zu erreichen, auf dem er das Licht des Schöpfers offenbaren und sich wahrhaftig mit Ihm verbinden kann, um seinen Anteil in der Kommenden Welt zu erhalten.

RABASH, Notiz 882: Rosh HaShana

 

22. September 2025, Gute-Nacht-Text

Es ist bekannt, dass „die ganze Erde erfüllt ist von Seiner Herrlichkeit“, und so muss jeder Mensch glauben, wie geschrieben steht: „Ich erfülle Himmel und Erde.“ Doch der Schöpfer hat es so gemacht, dass wir es nicht sehen können, damit Raum für Wahlmöglichkeiten besteht, und dann gibt es noch Raum für den Glauben – zu glauben, dass der Schöpfer „die ganze Welt erfüllt und die ganze Welt umgibt“. Und nachdem sich der Mensch der Beschäftigung mit der Tora und den Geboten widmet und das Gebot der Wahl erfüllt, offenbart sich der Schöpfer dem Menschen, und dann sieht dieser, dass der Schöpfer derjenige ist, der über die Welt herrscht.

Es stellt sich heraus, dass der Mensch dann einen König erschafft, der über ihn herrscht. Das bedeutet, dass der Mensch den Schöpfer spürt, der über die ganze Welt herrscht. Und das nennt man, dass der Mensch den Schöpfer zum König über sich selbst macht.

RABASH, Brief 76

 

21. September 2025, Gute-Nacht-Text

In der Arbeit des Schöpfers heißt das Schreiben „schwarz auf weiß“. Das heißt, dass sich ein Mensch mit Tora und Mizwot [Geboten] beschäftigt, bedeutet, dass er es „auf die Tafeln seines Herzens schreibt“, mit anderen Worten, dass die Handlungen, die man tut, niedergeschrieben werden.

Wir wollen, dass das Schreiben “zum Wohl” ist, also gute Taten. Und die Unterschrift ist die Absicht, die das Wesen der Niederschrift bestätigt, d.h. die Absicht bezeugt, wessen Mizwot der Mensch befolgt, d.h. ob seine Absicht bei der Befolgung der Mizwot um des Himmels willen ist oder [Gott bewahre] nicht.

RABASH, Notiz 879 “Gute Niederschrift und Unterschrift”

 

20. September 2025, Gute-Nacht-Text

„Jede deiner Opfergaben sollst du mit Salz darbringen“, was den „Bund des Salzes“ bedeutet. Ein Bund jedoch widerspricht der Vernunft.

Normalerweise brauchen zwei Menschen, die füreinander Gutes tun und die sich lieben, keinen Bund zu schließen. Gleichzeitig können wir jedoch sehen, dass die übliche Zeit, einen Bund einzugehen, gerade dann ist, wenn Liebe vorhanden ist. Und er [Baal HaSulam] sagte, dass das Schließen des Bundes für später sei.

Das bedeutet, dass die Vereinbarung jetzt getroffen wird, damit später, wenn einer von ihnen denkt, dass das Herz des anderen nicht vollständig mit seinem Freund verbunden ist, eine Einigung erzielt werden kann. Diese Vereinbarung wird sie verpflichten, sich an den von ihnen eingegangenen Bund zu erinnern, um die alte Liebe auch in diesem Zustand fortzusetzen.

Und dies ist die Bedeutung von „Jede deiner Opfergaben sollst du mit Salz darbringen“, also dass jede Krewut [Annäherung] im Dienst des Schöpfers auf dem „Bund des Salzes“ basieren muss.

Baal HaSulam, Shamati 76. Jede deiner Opfergaben sollst du mit Salz darbringen

 

19. September 2025, Gute-Nacht-Text

Als Spiritualität wird bezeichnet, was niemals verloren geht. Daher wird der Wille zu empfangen in der Form, in der er sich befindet, nämlich „um zu empfangen“, als Körperlichkeit bezeichnet, denn er wird sich von dieser Form lösen, und die Form „um zu geben“ annehmen.

Die Realität des Raumes wird in der Spiritualität als Ort (Raum, Platz) der Wirklichkeit bezeichnet, weil jeder der dorthin kommt – also an diesen Ort –, die gleiche Form sieht wie ein anderer. Eine imaginäre Sache dagegen wird nicht als real bezeichnet, da sie imaginär ist, und jeder stellt [sie] sich auf eigene Weise vor.

Wenn wir sagen, dass die Tora „siebzig Gesichter“ hat, so sind dies siebzig Stufen. Und auf jeder Stufe wird die Tora gemäß der Stufe, auf der sich der Mensch befindet, interpretiert. Aber die „Welt“ (Olam) ist Wirklichkeit. Das bedeutet, dass jeder, der eine gewisse Stufe von den siebzig Stufen derselben Welt erfasst, die gleiche Form erkennt wie alle, die dorthin kamen.

Baal HaSulam, Shamati 98. Als Spiritualität wird das bezeichnet, was niemals verloren geht

 

18. September 2025, Gute-Nacht-Text

Der Grund, warum wir gerade den Glauben benötigen, liegt in unserem Stolz. Genau deshalb fällt es uns schwer, den Glauben anzunehmen. Das heißt, obwohl der Glaube ein erhabener Aspekt und eine wunderbare Stufe ist, können die unteren seinen kostbaren Wert und den Zweck seiner Erhöhung nicht erreichen und erfassen, doch nur aufgrund des Stolzes, den es in uns gibt, also des Willens zu empfangen. Er erscheint uns als minderwertiger und tierischer Zustand. Und aus diesem Grund wurde uns der Zustand des ruchlosen Menschen gegeben.

Ein anderes Mal habe ich gehört: Wir sehen, dass dann, wenn wir den Glauben nicht annehmen wollen, wir von unserer Stufe fallen. Und immer wieder steigen wir auf und fallen herab, bis wir schließlich begreifen, dass es kein anderes Mittel gibt, als den Glauben fest zu verankern. Dies geschah, um den Glauben anzunehmen. Und dies bedeutet: „Und sie bauten armselige Städte (für Israel), für den Pharao.“

Baal HaSulam, Shamati 86. Und sie bauten armselige Städte

 

17. September 2025, Gute-Nacht-Text

Und für den Aspekt „Verstand“ [Mocha] sollte es eine Vorbereitung in der Arbeit geben, die sich auf die Eigenschaft des Glaubens bezieht. Das bedeutet, dass, wenn der Mensch in der Arbeit des Glaubens nachlässig ist, fällt er in den Zustand zurück, nur Wissen zu wollen, was eine Klipa (Hülle) ist, die sich der heiligen Shechina widersetzt. Also besteht die Arbeit des Menschen darin, sich jedes Mal zu stärken, um den Aspekt „Verstand“ (Mocha) zu erneuern.

Auf ähnliche Weise sollte der Mensch, wenn er Nachlässigkeit in der Arbeit des Herzens fühlt, die Arbeit verstärken, die sich auf den Aspekt „Herz“ (Liba) bezieht, und entgegengesetzte Handlungen vollziehen, also Entkräftung des Körpers, was dem Willen zu empfangen entgegengesetzt ist.

Der Unterschied zwischen der Nachlässigkeit in der Arbeit des Verstandes und der Arbeit des Herzens besteht darin, dass es gegenüber dem Verstand eine böse Klipa (Hülle) gibt, die einen Zustand veranlassen kann, in dem man „über den Anfang nachdenkt“.

Also muss der Mensch entgegengesetzte Handlungen vollziehen. Er soll also bei jeder Erneuerung des Aspekts „Verstand“ Reue für die Vergangenheit und Akzeptanz der Zukunft auf sich nehmen. Der Mensch kann die Ursache dafür dem Aspekt von domem (unbewegt) entnehmen. Und die Einkleidung des Glaubens ist eine immerwährende und ewige Sache. Also wird der Mensch sie immer als Maß haben, um zu sehen, ob seine Arbeit rein ist oder nicht. Denn die Einkleidung der Shechina entfernt sich nur aufgrund eines Makels, entweder im Verstand oder im Herzen.

Baal HaSulam, Shamati 49. Am Wichtigsten sind Verstand und Herz

 

16. September 2025, Gute-Nacht-Text

Das Vertrauen ist die Kleidung für das Licht, genannt „Leben“. Denn es gibt das Gesetz, dass es kein Licht ohne Kli (Gefäß) gibt. Daher kann das Licht, welches als das Licht des Lebens bezeichnet wird, sich nicht einkleiden, sondern muss sich in irgendein Kli kleiden. Das Kli, in welches das Licht des Lebens gekleidet ist, wird gewöhnlich als „Vertrauen“ bezeichnet. Es bedeutet, dass der Mensch sieht, dass er jede schwierige Sache meistern kann.

Es folgt, dass das Licht in diesem „Kli des Vertrauens“ erkannt und wahrgenommen wird. Deswegen wird das Maß des Lebens des Menschen durch das Maß des Vertrauens definiert, das sich dort offenbart. Daher kann man das Maß der eigenen Lebenskraft am Vertrauen messen, das man in sich spürt.

Baal HaSulam, Shamati 72. Vertrauen ist die Kleidung für das Licht

 

15. September 2025, Gute-Nacht-Text

Derjenige, der denkt, dass er seinen Freund betrügt, betrügt niemand anderen als den Schöpfer, da es außerhalb des Körpers des Menschen nur den Schöpfer gibt. Denn aus der Grundlage der Schöpfung resultiert, dass der Mensch nur in seiner eigenen Wahrnehmung als Geschöpf bezeichnet wird, weil der Schöpfer wünscht, dass der Mensch sich als von Ihm getrennt existierend wahrnimmt. Doch abgesehen davon „ist die gesamte Erde voll von Seiner Herrlichkeit“.

Wenn man daher seinen Freund belügt, belügt man den Schöpfer, und wenn man den Freund betrübt, dann betrübt man den Schöpfer. Sollte der Mensch jedoch die Gewohnheit haben, immer die Wahrheit zu sprechen, dann wird ihm das bezüglich des Schöpfers Nutzen bringen. Das heißt, wenn er dem Schöpfer etwas versprochen hat, dann wird er sein Versprechen halten wollen, weil er es nicht gewohnt ist, seine Worte zu ändern, und dadurch wird er mit „Der Schöpfer ist dein Schatten“ belohnt. Wenn der Mensch beständig bleibt und hält und tut, was er sagt, dann wird auch der Schöpfer ihm gegenüber das Gesagte erfüllen: „Gesegnet sei er, der sagt und tut.“

Baal HaSulam, Shamati 67. Weiche vom Bösen!

 

14. September 2025, Gute-Nacht-Text

Es gibt Jahr für Jahr eine Zeit für den Empfang der Tora, da diese Zeit für ein Erwachen von unten geeignet ist. Weil dann die Zeit erwacht, die den Unteren durch das Licht der Gabe der Tora offenbart wurde.

Daher gibt es Oben ein Erwecken, das den Unteren Kraft gibt, die sie brauchen, um die Handlungen der Vorbereitung auf den Empfang der Tora vollbringen zu können – so wie sie einst bereit waren, die Tora zu empfangen.

Deshalb, wenn der Mensch auf dem Weg geht, der ihn von lo liShma zu liShma führt, beschreitet er den Weg der Wahrheit. Und er muss hoffen, dass er letztendlich würdig wird, liShma zu erlangen. Und er wird es verdienen, die Tora zu empfangen.

Baal HaSulam, Shamati 66. Die Gabe der Tora

 

13. September 2025, Gute-Nacht-Text

Wenn man die Tora und Mizwot im Handeln befolgt, was „ausführen“ heißt, sollte man zum Schöpfer beten, dass Er den verborgenen Teil ausführt, was bedeutet, dass Er den Aspekt der Seele in unseren Anteil der Handlung einbringt.

Dieser praktische Teil der Handlung heißt „Kerze eines Gebotes“, denn es sind nur Kerzen, die durch die Tora ([das] Licht) angezündet werden müssen. Das Licht der Tora entzündet das Gebot und gibt die Seele und das Leben in den praktischen Teil, wie im Beispiel des neugeborenen Kindes, wo es drei Beteiligte gibt.

Und das ist die Bedeutung von „das Offenbarte gehört uns“, was bedeutet, wir sind verpflichtet, im Sinne von „alles, was in deiner Hand und deiner Macht zu tun ist, tue“ zu handeln. Und nur hier können wir handeln. Aber die Seele und das Leben zu erreichen, das liegt in der Hand des Schöpfers.

Und das ist die Bedeutung von „Das Verborgene gehört dem Schöpfer, unserem Gott.“ Der Schöpfer verspricht uns, dass, wenn wir den offenbarten Teil ausführen, das heißt im praktischen Teil nach den Bedingungen der Tora und den Geboten zu handeln, dann wird der Schöpfer eine Seele in unsere Handlungen eingeben. Bevor wir allerdings den verborgenen Teil, genannt „eine Seele“, erlangen, ist unser offenbarter Teil wie ein Körper ohne Seele. Daher müssen wir uns den verborgenen Teil verdienen, und dies liegt einzig in der Hand des Schöpfers.

Baal HaSulam, Shamati 65. Über das Offenbarte und das Verborgene

 

12. September 2025, Gute-Nacht-Text

Wenn der Mensch zum Beispiel Gäste hat und er sich schämt, nichtsnutzig herumzusitzen, so nimmt er ein Buch und studiert Tora. Für wen lernt er also Tora? Es ist nicht für die Mizwa (Gebot) des Schöpfers, also nicht, um in den Augen des Schöpfers Gefallen zu finden, sondern für die Gäste, die in sein Haus kamen, um in den Augen dieser Menschen Gefallen zu finden. Also, wie kann der Mensch dann eine Belohnung vom Schöpfer ersuchen für diese Tora, mit welcher er sich um der Gäste willen befasste? Daraus folgt, dass der Schöpfer ihm nichts schuldig ist, sondern er stattdessen seine Gäste verpflichten muss, ihn zu belohnen, etwa ihn zu ehren, weil er die Tora studiert. Aber er kann den Schöpfer auf keine Weise dazu verpflichten.

Wenn der Mensch sich einer Selbstprüfung unterzieht und sagt: „Endlich befasse ich mich mit der Tora“, und er verwirft die Ursache, also die Gäste, und sagt, dass er nun nur für den Schöpfer handelt, so sollte er sofort sagen, dass alles von Oben gelenkt wird. Das heißt, dass der Schöpfer ihn würdigen wollte, die Tora zu studieren, und ihm einen wahren Grund gab, er jedoch die Wahrheit nicht erkennen kann. Deshalb gibt ihm der Schöpfer einen falschen Grund, um ihn zum Tora-Studium zu bewegen.

Daraus folgt, dass der Schöpfer der Handelnde ist und nicht der Mensch. Dann sollte man den Schöpfer preisen, dass Er einen sogar in dem Zustand der Niedrigkeit, in dem man sich befindet, nicht verlässt und einem die Kraft gibt, also Motivation, sich mit den Worten der Tora zu beschäftigen.

Baal HaSulam, Shamati 64. Von lo liShma kommt man zu liShma