01. Dezember 2022, Gute-Nacht-Text

Es steht geschrieben: „Wahrlich, denn Du bist der Gott, der sich verbirgt.“ Das bedeutet, dass der Schöpfer verborgen ist und uns das Gebot des Glaubens gegeben wurde, an den Schöpfer zu glauben, dass Er die Welt lenkt, und dass Er gut ist und Gutes tut.

Wenn der Mensch beginnt, die Schöpfung zu betrachten, ist er voller Zweifel, denn der Gute und Gutes Tuende offenbart sich nicht in der Welt. Dann muss er über dem Verstand an Seine Lenkung in der Weise des Guten und  Gutes Tuenden glauben. Obwohl ihm dies nicht offenbart wird, sollte er sagen: „Sie haben Augen und sehen nicht.“

RABASH, 1990/23, Was bedeutet es, „dass Moses es schwierig fand, den Neumond zu bestimmen“ in der spirituellen Arbeit?

30. November 2022, Gute-Nacht-Text

Wir sehen den Unterschied zwischen dem, wozu uns der Verstand und wozu uns nur der Glaube allein verpflichtet. Und was ist der Grund dafür, dass, wenn etwas auf dem Glauben basiert, wir uns ständig an den Glauben erinnern müssen, damit man nicht von seiner Stufe in den Zustand eines Sünders herabfällt? Diese Zustände können innerhalb eines Tages abwechseln, so dass der Mensch mehrmals am Tag von seiner Stufe herabfällt, da es nicht möglich ist, im Verlauf eines Tages keinerlei Unterbrechung im Glauben über dem Verstand zu haben. 

Man muss wissen, dass der Grund, warum wir den Glauben vergessen, darin besteht, dass der Glaube über dem Verstand allen Wünschen des Körpers widerspricht. Denn die Verlangen des Körpers sind naturgemäß in uns eingeprägt, was das Verlangen zu empfangen, sowohl im Verstand, als auch im Herzen, ist. Der Körper zieht uns folglich immer wieder in seine Natur hinein. Nur, wenn der Mensch am Glauben festhält, hat der Glauben Kraft, ihn aus den Begierden des Körpers herauszuziehen, um im Glaube über dem Verstand, also über dem Verstand des Körpers, zu arbeiten.

Baal HaSulam, Shamati 34. Der Vorteil des Landes

29. November 2022, Gute-Nacht-Text

Alle Argumente, die ein Mensch haben kann, basieren auf seinem Verstand, während über dem Verstand alles möglich wäre. Dafür aber, muss man den Glauben daran, dass die Höhere Kraft einem helfen kann, über die eigene Natur hinauszugehen, stärken.

Es ist tatsächlich unmöglich, etwas, das über der eigenen Natur ist, zu erreichen, bevor man nicht anerkennt, dass dies nicht durch die eigene Natur möglich ist. Erst wenn man an der eigenen Natur verzweifelt, kann man, um über ihr zu erhalten, um Hilfe von Oben bitten.

RABASH, Ausgewählte Artikel 924, Und Gott sprach zu Moses

28. November 2022, Gute-Nacht-Text

Es gibt eine Angelegenheit, welche über dem Verstand steht. Diese wird als “mit geschlossenen Augen gehen wollen“ angesehen. Das bedeutet, dass, obwohl der Verstand und die menschlichen Sinne nicht verstehen können, was die Weisen sagen, man trotzdem den Glauben an sie auf sich nehmen muss. So wie geschrieben steht: Und sie glaubten an den Herrn und an seinen Knecht Moses.“

Ohne den Glauben kann in der Spiritualität nichts erreicht werden.

RABASH, 1989/4, Was ist eine “Flut“ in der spirituellen Arbeit?

27. November 2022, Gute-Nacht-Text

Tatsächlich müssen wir wissen, dass jene Dinge, die scheinbar der Lenkung von “gut und Gutes tuend“ widersprechen, nur dazu dienen, den Menschen zu zwingen, das Höhere Licht anzuziehen und so diese Widersprüche überwinden zu können. Ansonsten schafft er dies nicht. Das ist mit “der Erhabenheit des Schöpfers“ gemeint, die der Mensch vergrößert, wenn sich ihm Widersprüche, welche Dinim(Urteile) genannt werden, zeigen.

Das bedeutet, dass diese Widersprüche nur dann, wenn man sie überwinden möchte, indem man “die Erhabenheit des Schöpfers” ausdehnt, aufgelöst werden können.

BAAL HASULAM,  Shamati 33, Die Lose von Jom Kippur und bei Haman

26. November 2022, Gute-Nacht-Text

„Preist den Herrn, unseren Gott, und verneigt euch vor seinem heiligen Berg, denn der Herr, unser Gott, ist heilig.“

“Preisen“ bedeutet, dass der Mensch die Erhabenheit und Größe der Höheren Kraft erreichen will und diese erreicht er nur durch Dwekut (Anhaftung) und Gleichheit der Form. Was aber ist “Gleichheit der Form“ und wie erreicht man diese?

„Verneigt euch vor Seinem heiligen Berg.“ “Verneigen“ steht für völlige Hingabe. Dies ist dann, wenn man seinen Verstand annulliert und sagt, dass es keine Rolle spielt, ob man versteht oder nicht, und sich somit der Höheren Kraft unterwirft.

Vor welcher Eigenschaft unterwirft man sich? Vor “Seinem heiligen Berg“. Har (Berg) bedeutet Hirhurim (Überlegung), also Gedanken. “Heilig sein“ bedeutet von der Materie getrennt. Das bedeutet, dass man sich vom Verlangen des Empfangens entfernen muss. Man annulliert den “Körper”, der anderer Meinung ist, und macht sich nur Gedanken um die Kedusha (Heiligkeit). Das ist die Bedeutung von “Verneige dich vor Seinem heiligen Berg“.

Warum muss sich der Mensch dem Gedanken an die Kedusha unterwerfen, das heißt, sich vom Empfangen um zu empfangen, zurückzuziehen? “Der Herr, unser Gott, ist heilig“, denn die Höhere Kraft gibt ausschließlich. Um deren Erhabenheit zu erlangen, muss der Mensch in der Form mit ihr übereinstimmen. So kann er die “Erhabenheit des Herrn, unseres Gottes“ erlangen.

RABASH, Artikel 128, Preist den Herrn unseren Gott

25. November 2022, Gute-Nacht-Text

Der Mensch sollte vor allem auf der rechten Linie wandeln, d.h. gute Taten tun und den eigenen Zustand als vollständig empfinden, während er dem König dient und glaubt, dass er Ihm durch seine Handlungen Genuss bereitet.

Zusätzlich sollte er sich Zeit nehmen, auf der linken Linie zu gehen, d.h. sich selbst zu prüfen, aber die linke sollte der rechten Linie untergeordnet sein. Das heißt, dass der Mensch nicht darauf abzielt, auf der linken Linie zu sein, weil er die Eigenschaft der linken Linie will, sondern nur, um die rechte Linie zu vervollkommnen, und um zu zeigen, dass obwohl es das Bewusstsein und eine Überprüfung seines Zustandes gibt, er über dem Verstand geht, was „rechte Linie“ und „Glaube“ genannt wird.

Als die „mittlere Linie“ wird jene bezeichnet, die zwischen den beiden Linien entscheidet und die rechte Linie bevorzugt. Sie wird als Achoraim (Rückseite) der spirituellen Stufe definiert. Dank dieser Vereinigung wird man daraufhin würdig, die Eigenschaft Panim (Angesicht/vorne) der spirituellen Stufe zu erlangen.

Rabash, Ausgewählte Notizen, Artikel 27, Drei Linien

24. November 2022, Gute-Nacht-Text

„Den Reinen und den Gerechten sollst du nicht umbringen.“

„Gerechter“ bedeutet, dass er den Schöpfer rechtfertigt, indem er alles, was er fühlt, ob gut oder schlecht, über dem Verstand aufnimmt. Diese Eigenschaft wird als „rechts“ [rechte Linie] erachtet.

Und „rein“ bedeutet die Reinheit einer Sache, eines Zustands, wie er ihn sieht, denn „Der Richter hat nur das, was seine Augen sehen“. Und wenn er eine Sache nicht versteht, oder wenn er eine Sache nicht erfassen kann, darf er die Formen nicht verwischen, so wie sie ihm erscheinen. Und diese Eigenschaft gilt als „links“ [linke Linie] und er muss sie beide aufrechterhalten.

Baal HaSulam, Shamati 135. Den Reinen und den Gerechten sollst du nicht umbringen

23. November 2022, Gute-Nacht-Text

Die Reinigung (Hisdakchut) des Massach, die im Parzuf stattfindet, führt auch dazu, dass das Licht sich entfernt. Denn das Licht kann nach dem Zimzum (Einschränkung) nur im Kli des Massach wahrgenommen werden, welcher die zurückweisende Kraft darstellt. Und dies ist die Essenz des Kli.

Und wenn jenes Kli verschwindet, dann verschwindet auch das Licht, das heißt, das Kli wird als Glauben über dem Verstand erachtet. Und dann tritt das Licht zutage.

Wenn das Licht zutage tritt, dann liegt es in seiner Natur, das Kli zu reinigen, also das Kli des Glaubens zu annullieren. Da es so ist, das heißt, weil es in ihm zu einer Form des Wissens wird, entfernt sich das Licht augenblicklich von ihm. Deswegen muss man darauf achten, dass man das Kli des Glaubens vergrößert, also den Massach über dem Wissen, und dann wird die Fülle nicht vor ihm Halt machen.

Und das ist die Bedeutung davon, dass es jedem Kli an Licht mangelt, also dass es nicht vom Licht erfüllt ist, welches ihm fehlt. Daraus folgt, dass jeder Ort, an dem es ihm fehlt, zum Ort für den Glauben wird. Wäre es gefüllt, dann hätte kein Kli die Möglichkeit, ein Ort für den Glauben zu sein. 

Baal HaSulam, Shamati 200. Die Reinigung des Massach

22. November 2022, Gute-Nacht-Text

Selbst wenn der Mensch erkennt, dass die Höhere Kraft ihm helfen kann, und er versteht, dass die einzige Möglichkeit das Gebet ist, kommt der Körper und macht ihm klar: „Du siehst, wie viele Gebete du schon gebetet hast, aber keine Antwort von oben darauf erhalten hast. Warum also noch beten, dass die Höhere Kraft dir helfen soll? Du siehst doch, dass du keine Hilfe von oben bekommst.“
Zu diesem Zeitpunkt kann der Mensch nicht beten. Dann muss er sich noch einmal durch den Glauben überwinden und glauben, dass die Höhere Kraft das Gebet eines jeden Mundes erhört. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Mensch geschickt ist und gute Eigenschaften hat oder nicht. Vielmehr muss er sich überwinden und über den Verstand hinaus glauben, dass auch wenn seine Vernunft ihm sagt, dass er schon viele Male gebetet hat und immer noch keine Antwort von oben erhalten hat, er trotzdem noch einmal beten muss. Sich über den Verstand zu erheben und zu bitten, dass die Höhere Kraft einem hilft, sich gegen die eigene Ansicht zu stellen und zu beten, erfordert Überwindung.

Rabash, 1989/23, Was bedeutet es in der Arbeit, “wenn du das bittere Kraut schluckst, wirst du nicht aus dir hinauskommen”?

21. November 2022, Gute-Nacht-Text

Will ein Mensch alles um der Höheren Kraft, und nicht um seiner selbst willen tun, wehrt sich sein Körper mit aller Kraft dagegen. Er argumentiert: „Warum willst du mich töten? Du kommst zu mir mit der Forderung, nur noch um der Höheren Kraft, und nicht um meiner selbst Willen zu arbeiten. Das bedeutet, die vollständige Aufhebung des Willens zu empfangen. Dabei argumentierst du mit den Worten der Weisen, die sagen: ‚Die Tora existiert nur in demjenigen, der sich über ihr zu Tode arbeitet‘. Und dies soll bedeuten, dass man alles, was für den eigenen Nutzen ist, für tot erklären und sich nur noch um den Nutzen für die Höhere Kraft kümmern soll. Vorher kann ein Mensch nicht mit der Tora belohnt werden.“

Der Mensch erkennt aber, dass es unrealistisch ist, dass er die Kraft aufbringen kann, sich gegen seine Natur zu stellen. Darum hat er keine andere Wahl, als sich an die Höhere Kraft zu wenden und zu sagen: „Jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich sehe, dass ich verloren bin, wenn Du mir nicht hilfst. Ich werde niemals die Kraft haben, den Willen zu empfangen zu überwinden, denn das ist meine Natur. Nur Du kannst mir eine andere Natur geben.“

RABASH, 1991/37, Was ist die Tora und was ist die “Satzung der Tora“ in der spirituellen Arbeit?

20. November 2022, Gute-Nacht-Text

Man muss sich Tag und Nacht in der Tora engagieren, wobei Nacht und Tag gleichwertig sein sollen, so wie es im SoharBeShalach, geschrieben steht. Mit anderen Worten, der Zustand der Vollkommenheit, genannt ”Tag“, und der Zustand der Unvollkommenheit, genannt ”Nacht“, müssen gleich sein.

Das heißt, wenn das Ziel eines Menschen ist, um des Himmels Willen zu arbeiten, dann stimmt er zu, dass er der Höheren Kraft Freude bereiten möchte. Und wenn die Höhere Kraft möchte, dass er in einem Zustand der Unvollkommenheit bleibt, so ist er auch damit einverstanden. Die Zustimmung wird dadurch ausgedrückt, dass er seine Arbeit so verrichtet, als ob er dadurch mit Vollkommenheit belohnt würde. Dann, wenn für einen Menschen ”Tag” und ”Nacht” gleichwertig sind, wird dies als  ”Zustimmung“ betrachtet.

Gibt es darin aber einen Unterschied, liegt im Ausmaß des Unterschieds eine Trennung vor, und diese Trennung bedeutet, dass das Äußere den Menschen im Griff hat. Wenn ein Mensch also spürt, dass es für ihn einen Unterschied gibt, muss er die Höhere Kraft bitten zu helfen, damit es für ihn keinen Unterschied mehr gibt. Dann wird er mit Vollkommenheit belohnt.

RABASH, Artikel 300, Ein Land, in dem es für Brot keinen Mangel gibt 

 

19. November 2022, Gute-Nacht-Text

Durch den Schlag, mit dem die Höhere Kraft dem Menschen den Geschmack an der Arbeit nimmt, heilt Sie ihn. Dann nämlich, hat der Mensch keine andere Möglichkeit, als durch den Glauben über dem Verstand der Höheren Kraft zu dienen. Somit kann er nur durch diesen Schlag geheilt werden. Ohne ihn würde er getrennt von der Höheren Kraft verbleiben.

Nun wird ersichtlich, was die Weisen meinen, wenn sie sagen “dadurch, dass die Höhere Kraft ihn schlägt, heilt Sie ihn“(1). Die Heilung liegt darin, dass die Höhere Kraft dem Menschen die Möglichkeit gibt, aus eigenem Willen im Glauben über dem Verstand zu arbeiten.

Auch muss man die Aussage der Weisen “der Schöpfer erläßt ein Urteil, und der Gerechte widerruft es“(2), verstehen. Das bedeutet, die Höhere Kraft bestimmt, dass es dem Menschen an Freude in der Arbeit fehlen soll, und jemandem die Antriebskraft für die Arbeit zu nehmen, ist der härteste Erlass. Diesen widerruft nun aber ein Gerechter. Dadurch, dass er ohne jeden Lohn an Lebenskraft und Freude arbeiten will, wird der Erlass für nichtig erklärt. Dann steigt der Mensch auf eine höhere Stufe, denn jetzt befindet er sich im Zustand des reinen Glaubens und wird als jemand angesehen, der nichts mehr aus Eigeninteresse tut.

RABASH, Ausgewählte Artikel 289, Der Schöpfer ist nachsichtig mit den Gerechten

 

(1) Mechilta BeShalach

(2) Babylonischer Talmud, Traktat Moed Katan, 16

18. November 2022, Gute-Nacht-Text

Der Mensch soll sagen, dass, obwohl er sich – da er noch immer in seinem Egoismus versunken ist und nicht fähig ist, über dem Verstand etwas zu tun – in einem niedrigen Zustand befindet, die Höhere Kraft ihm dennoch Gedanken und Wünsche gegeben hat, sich mit Tora und Mizwot zu befassen. Sie hat ihm auch eine gewisse Kraft gegeben, um die Eigenschaft der Meraglim (Kundschafter, Spitzel) zu überwinden, welche ständig ihre Argumente darbringen. So bleibt er mit der Spiritualität in Verbindung. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Mensch achtsam sein und glauben, dass die Höhere Kraft sich um ihn kümmert und ihn auf dem Weg leitet, der ihn zum Königspalast führt. Er sollte sich also darüber freuen, dass sie über ihn wacht, selbst wenn sie ihm Abstiege gibt.

 

RABASH, 1990/6, Wann sollte man den Stolz in der spirituellen Arbeit verwenden?

17. November 2022, Gute-Nacht-Text

Wenn der Mensch sich entschließt, in einem Zustand zu arbeiten, der wie „Staub“ ist, das heißt, selbst wenn er den Geschmack von Staub in der Arbeit schmeckt, sagt er, dass es für ihn sehr wichtig ist, dies für den Schöpfer tun zu können. Für sich selbst dagegen, kümmert er sich nicht darum, welchen Geschmack er wahrnimmt. Und er sagt, dass diese Arbeit, bei der man den Geschmack von Staub schmeckt, bedeutet, dass der Körper diese Arbeit verspottet. Der Mensch sagt zum Körper, dass seiner Meinung nach diese Arbeit als „die Shechina [Göttlichkeit] aus dem Staub erheben“ bezeichnet wird.

Mit anderen Worten, obwohl der Körper bei dieser Arbeit Staub schmeckt, sagt der Mensch, dass es Kedusha [Heiligkeit] ist, und er den Geschmack bei der Arbeit nicht bemisst. Vielmehr glaubt er, dass der Schöpfer diese Arbeit genießt, da es hier gar keine Beimischung des Verlangens zu empfangen gibt, denn es gibt nichts zu empfangen, weil es in dieser Arbeit keinen Geschmack und keinen Sinn, sondern nur den Geschmack von Staub gibt. Und deshalb glaubt er, dass die spirituelle Arbeit so ist, und er freut sich. 

RABASH 1991/24, Was bedeutet es, dass man „einen Sohn und eine Tochter gebären sollte“ in der spirituellen Arbeit?

16. November 2022, Gute-Nacht-Text

Und der Zweck der Arbeit ist im Aspekt von Pshat (Verstehen, Einsicht) und der Natur, denn er hat in dieser Arbeit keine Möglichkeit  mehr, weiter nach unten zu fallen, da er bereits auf der Erde liegt. Und dies ist so, weil er keine Größe benötigt, da es für ihn immer wie etwas Neues ist.

Dies bedeutet, dass er immer so arbeitet, als hätte er gerade zu arbeiten begonnen.

Und er arbeitet im Aspekt der Annahme der Last des himmlischen Königreichs über dem Verstand. Das Fundament, auf welchem er die Reihenfolge der Arbeit aufgebaut hat, war in der niedrigsten Form. Und die gesamte Arbeit war über dem Verstand. Nur wer ein echter Narr ist, kann so niedrig sein, dass er ohne jegliches Fundament arbeitet, auf dem er den eigenen Glauben untermauern könnte, einfach ohne jegliche Unterstützung.

Und außerdem nimmt er diese Arbeit mit großer Freude an, so als hätte er echtes Wissen und Einsicht, auf die er die Gewissheit des Glaubens basieren kann, und genau im selben Maße über dem Verstand, genau im selben Maße, als hätte er Wissen. Wenn er daher auf diesem Wege beständig ist, kann er niemals fallen. Vielmehr kann er immer in Freude sein, dadurch, dass er glaubt, einem großen König zu dienen.

Baal HaSulam, Shamati 96. Der Abfall des Dreschbodens und des Weinkellers in der spirituellen Arbeit

15. November 2022, Gute- Nacht-Text 2022, Gute-Nacht-Text

Das Wichtigste ist das Gebet. Der Mensch muss die Höhere Kraft darum bitten, dass sie ihm hilft, über den Verstand gehen zu können. Er sollte mit Freude arbeiten, so als wäre er bereits mit dem Wissen der Kedusha (Heiligkeit) belohnt worden, und würde jene Freude bereits empfinden.

Auch sollte er die Höhere Kraft bitten, ihm die Kraft zu geben, über das Verlangen des Körpers hinausgehen zu können. Mit anderen Worten, obwohl der Körper nicht damit einverstanden ist, um des Gebens Willen zu arbeiten, bittet er die Höhere Kraft, in Freude arbeiten zu können, wie es sich für jemanden gehört, der einem großen König dient.

Er bittet die Höhere Kraft aber nicht ihm ihre Größe zu zeigen, damit die Arbeit für ihn einfacher würde. Vielmehr möchte er, dass er Freude an der Arbeit über dem Verstand erhält, sodass diese für ihn so wichtig wird, als hätte er bereits Kenntnis von der Kedusha.

RABASH, 1991/12, Diese Kerzen sind heilig

14. November 2022, Gute-Nacht-Text

Wenn ein Mensch in einen Zustand kommt, in dem er keinerlei Unterstützung hat, dann wird sein Zustand schwarz. Das ist die niedrigste Unterscheidung in der Höheren Welt, aus welchem  Keter (Krone, 1. Sefira) für den Niederen wird, da das Kli (Gefäß) von Keter ein Gefäß des Gebens ist. Denn die niedrigste Unterscheidung im Höheren ist Malchut (Königreich, 10. Sefira), welche nichts Eigenes hat. Das bedeutet, dass sie nichts hat und nur in dieser Form wird sie Malchut genannt. Wenn also ein Mensch das Königreich des Himmels auf sich nimmt – was in einem Zustand geschieht, in dem er nichts Eigenes hat – und das mit Freude, wird dadurch daraus Keter, was ein Gefäß des Gebens ist.

BAAL HASULAM, Shamati 42, Was bedeutet das Akronym Elul in der Arbeit?

13. November 2022, Gute-Nacht-Text

Leere gibt es nur dort, wo nichts existiert. Wie geschrieben steht: „Und hängte die Erde auf das Nichts.“ Somit entspricht das Maß der Erfüllung eines leeren Platzes dem, wie weit sich der Mensch durch den “Glauben über dem Verstand“ erhebt.

Das heißt, die Leere sollte mit Hilfe des “Glaubens über dem Verstand“, mit Erhabenheit gefüllt werden. Und deshalb sollte der Mensch den Schöpfer darum bitten, ihm die Kraft dafür zu geben. Das bedeutet, dass all diese Leere nicht erschaffen wurde, damit sich der Mensch leer fühlt, sondern damit er sich mit der Erhabenheit des Schöpfers füllen kann. Was bedeutet, dass er alles im “Glauben über dem Verstand“ annimmt.

RABASH, Shamati 13, Eine Granatapfel

12.November 2022, Gute-Nacht-Text

Kann ein Mensch mit geschlossenen Augen über den Verstand hinausgehen, glaubt er an die Weisen und geht den ganzen Weg, wird dies, da er noch keinen “Mund“ hat, Ibur (Einnistung) genannt. Ibur bedeutet, wie es geschrieben steht: „Die Stufe von Malchut (Königreich) welche Katnut, der kleinstmögliche und am eingeschränkteste Zustand ist, wird Ibur genannt. Von den Worten Evra (Zorn) und Dinin (aramäisch: Urteile). Es steht geschrieben: ‚Und der Herr wurde in mir um deinetwillen geschwängert.'“
Die Bedeutung von Evra und Dinin wird so interpretiert: Wenn ein Mensch mit geschlossenen Augen über den Verstand gehen muss, wehrt sich der Körper gegen diese Arbeit. Die Tatsache, dass sich ein Mensch immer überwinden muss, wird “Zorn, Grimm und Mühsal“ genannt. Denn es ist harte Arbeit, sich immer zu überwinden und vor dem Höheren zu annullieren, damit Er tue, was Er will. Das nennt man Ibur, das ist die am meisten eingeschränkte Katnut, die möglich ist.

RABASH, 1990/38, Was bedeutet “Ein Kelch des Segens muss voll sein“ in der spirituellen Arbeit?