Allgemeiner Charakter der Wissenschaft Kabbala

Von Michael Laitman

Jegliches Verständnis (Erfassung durch den Verstand) hat zwei Komponenten. Die erste ist das Begreifen der Materie, d.h. die Natur der Körper in der existierenden Wirklichkeit. Und die zweite ist das Begreifen der von den Körpern gelösten Form, d.h. der Form des Verstandes und des Verständnisses selbst. Die erste Komponente stellt die Erkenntnis der Materie dar, welche eine forschende ist und als Physik bezeichnet wird. Die zweite Komponente stellt die Erkenntnis der Form dar, welche eine forschende ist und als Theorie der Logik bezeichnet wird.

Die Erkenntnis der Materie unterteilt sich in vier Teile

In der Erkenntnis der Materie kann man sich manchmal auf die Forschung dessen beschränken, was sich über der Natur befindet und als Wissenschaft von dem, was sich hinter den Schranken der Natur befindet, bezeichnet wird. Gemäß dem, was der hohen Vernunft bekannt ist, hebt man darin vier Teile hervor:

  1. Eine Erkenntnis der Materie, die zu dem Teil gehört, der als Naturwissenschaft bezeichnet wird und einen empirischen Charakter hat.
  2. Eine Erkenntnis der Materie, die zu dem Teil gehört, der als Naturwissenschaft bezeichnet wird, und die Wissenschaft davon darstellt, was sich hinter den Schranken der Natur befindet.
  3. Eine Erkenntnis der Materie, die zu dem Teil gehört, der als primär bezeichnet wird, und einen empirischen und praktischen Charakter hat.
  4. Eine Erkenntnis der Materie, die zu dem Teil gehört, der als primär bezeichnet wird, und eine Wissenschaft von dem darstellt, was sich hinter den Schranken der Natur befindet.

Erkenntnis der Form

Die Erkenntnis der Form stellt die Erkenntnis des Schöpfers dar. Und die Erkenntnis der Materie stellt die Erkenntnis der Stufen dar, welche als Welten und Parzufim bezeichnet werden. Und das hat immer empirischen Charakter.

Höchstes Prinzip: Eins, Einzig, Einheitlich

Eins: es ist selbstverständlich, dass der Schöpfer Eins ist. Er schließt die ganze Wirklichkeit und alle Zeiten in sich ein: die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft- weil Einer nicht geben kann, was es in Ihm selbst nicht gibt. Und wenn die ganze Wirklichkeit und die Existenz der Wirklichkeit nicht in Ihn eingeschlossen wären, so könnten sie nicht aus Ihm resultieren und von Ihm ausgehen. Und das ist jedem Forscher offensichtlich, trotz aller Ungereimtheiten, die wir in der Existenz der Wirklichkeit finden. Und wisse, dass dies eine Erforschung ist, welche die Kabbalisten als Eins bezeichneten. Den Beginn für diese Erforschung machte Abraham. Er gelangte zur Schlussfolgerung (dies ist im Buch Sefer Jezira erläutert, und daher rechnet man das Abraham zu), dass keine zwei Mächte existieren, eine Macht des Guten und eine Macht des Bösen, sondern alles einzig durch das Gute gelenkt wird.

Einzig: verweist darauf, dass man in Einigung mit dem Schöpfer bleibt, sogar wenn man sich schlecht wird, und dieser Zustand verändert sich nicht- bei jeglichen Arten der Beziehungen des Schöpfers mit Seinen Geschöpfen. So kommt zum Beispiel ein Patient zum Arzt, damit dieser ihm den Holzsplitter herausziehen würde. Und sobald der Arzt ihn entfernt und dem Patienten Schmerz zufügt, bedeutet dies nicht, dass er sich verändert hat und nun zum Bösen handelt. Wie der Arzt und der Patient zuvor in guter Beziehung zueinander standen, so haben sie diese auch beibehalten, sogar während der schmerzvollen Behandlung. Dieser Zustand wird als Einzig bezeichnet.

Einheitlich: verweist darauf, dass das Wesen Seines Verhältnisses zu den Geschöpfen als Des Schöpfers nicht mehr als die Offenbarung eben dieser Seiner Einzigkeit ist, da sich in ihr die ganze Güte, die ganze Weisheit und die Verschmelzung widerspiegeln.

Die Erkenntnis der Materie ist empirisch

Die Erkenntnis der Materie ist die Erkenntnis der Wechselbeziehungen in der ganzen existierenden Realität, der Formen ihrer Existenz und der Ordnung (Reihenfolge) des Abstiegs vom Ursprünglichen Plan bis zu dieser Welt, wie von oben nach unten als auch von unten nach oben. Und das Hauptprinzip der Erkenntnis davon ist die Erkenntnis von Ursache und Folge des Geschehenden, weil dies ein volles Bild der ganzen Wissenschaft gibt, ähnlich wie dies in den Naturwissenschaften und der Biologie geschieht.

Erkenntnis der Nutzung

Die Natur dieser Stufen ist so, dass der Erkennende im Moment deren Erreichens eine ungewöhnliche Güte und mit nichts vergleichbaren Genuss verspürt. Das geschieht einfach infolge seines Eintritts in den Willen des Schöpfers. Und der Schöpfer lenkt die Welt nicht anders als mithilfe zweier gleicher Kräfte, indem er durch den Genuss im Augenblick der Handlung anzieht, welche auszuführen eben dieser Genuss zwingt. Und wenn Er nicht will, dass etwas gemacht werden würde, so entfernt er dies durch Leiden, welche das Geschöpf bei der Ausführung der Handlung verspürt, und daher stellt es diese ein. Und dieses Gesetz wird gänzlich in allem Lebendigen eingehalten, und im Menschengeschlecht, gemäß seiner Bestimmung. Und daher verkompliziert sich seine Lenkung, indem sie sich stündlich und sekündlich verändert. Manchmal tritt dieses Gesetz zurück und stattdessen wirkt ein Gesetz, nach welchem die Gewohnheit zur zweiten Natur wird.

Die Natur der Stufen

Die Natur der Stufen für den Erkennenden ist genauso wie die Natur alles Lebendigen. Mit anderen Worten wird das Gesetz des Erhalts von Belohnung und Strafe unentwegt eingehalten und kann nicht gebrochen werden. Und sogar die Gewohnheit wird es nicht verändern.

Zwei Teile in den Erforschungen der Materie

In den Erforschungen der Materie unterscheidet man zwei Teile: den ersten- die Wirklichkeit; den zweiten- deren Existenz, Quantität und Qualität, welche die Existenz der Stufen garantieren, und die Methode deren Erkennens: durch wen und mithilfe von was.

Dementsprechend empfindet man große Bitterkeit in den Zuständen zwischen den Stufen, sodass die Erkennenden sich schmerzhaft an ihnen stechen. Und das ist so eingerichtet, damit sie nicht an ihnen stehen bleiben würden, wie dies bei einfachen Tieren geschieht. Doch manchmal kommt es vor, dass die Erkennenden zurückkehren, indem sie sich an die Genüsse erinnern, die sich dort befinden.

Klipa – es gibt keine Rückkehr ins Spirituelle

Doch wenn man zurückkehrt, ist dies bereits eine andere Stufe, die im Bezug auf die erste Stufe als egoistisch bezeichnet wird (Klipa).

Zwei Teile in der Erkenntnis der Nutzung

In der Erkenntnis der Nutzung existieren zwei Teile. Der erste ist das Spirituelle, der zweite – die Klipa. Manchmal kehren Kabbalisten kraft irgendeiner Notwendigkeit dorthin zurück, wo sich größere Genüsse befinden, um eine bestimmte Handlung auszuführen. Doch sie treten unverzüglich daraus aus und kehren an ihren Platz zurück, und die Rückkehr ist eine spirituelle Handlung. Doch in der Mehrheit der Fälle kehren dorthin nur diejenigen zurück, die sich erschrocken haben und über einen schwachen Wunsch verfügen, die versuchen, die Überwindung des für sie bitteren Weges zwischen den Stufen zu vermeiden. Und sie bleiben dort stecken, da sie sich nicht auf die Höhe des ersehnten Gipfels erheben können.

Mittel der Einflussnahme durch Namen

Das Mittel der Einflussnahme durch Namen besteht in der Anziehung eines großen Genusses, wenn diese innere Kraft auch in seinen Freund weitergeleitet werden kann, der sich dadurch inspiriert, und {er} ihn auf diese Weise heilen oder seinem Willen unterwerfen kann.

2. Nutzung der Kabbala zu pragmatischen Zwecken

Schaden an jeglicher Übertreibung (Anhäufung)

Das, was vom Schöpfer erwünscht ist, regt das Geschöpf zu Handlungen an, durch das Licht des Genusses, welches im Erwünschten enthalten ist. Und dem Ausführen von etwas, was der Schöpfer nicht wünscht, wird durch das Licht der Leiden vorgebeugt, welches im Unerwünschten enthalten ist Und an jeder Übertreibung gibt es Schaden. „ Der seinen Besitz mehrt, vermehrt Sorgen“. Denn es gibt eine Grenze für jeden Wunsch des Schöpfers, der eine Ausführung von einer Menge an Handlungen bei dem Aufstieg auf den Stufen der Entwicklung wünscht. Und wenn es für jeden Genuss keine Grenze gäbe, so wäre das Geschöpf in der Ausführung einer einzigen Handlung im Laufe seines ganzen Lebens eingesunken, und würde nicht weiter aufsteigen. Und daher beschränkte dies die Höhere Lenkung durch Leiden, die das Resultat eines jeden übermäßigen Genusses sind.

Belohnung auf der tierischen und der menschlichen Stufen

Es gibt einen nahestehenden Genuss, in dem es keinen Begriff von Hoffnung gibt, da er in nächster Zeit erreicht werden wird, und es gibt einen zwar fernen, doch „erwarteten“ Genuss, den man später zu erreichen erhofft. Der erste wird als eine sinnliche Belohnung, und der zweite- als eine Belohnung im Verstand bezeichnet. Der erstere eignet sich für jedes Tier, dessen Erhalt ist garantiert und von Ausfällen (Störungen) sicher. Der zweite eignet sich nur für den Menschen, der sich mit Erforschungen beschäftigt, und ist Pannen ausgesetzt. Denn da die Belohnung später eintritt, wird sie für den Einfluss von Störungen zugänglich, die deren Erhalt verhindern können.

Kraft ist der Lohn durch die „Kraft der Motivation“

Die Belohnung im Verstand und die sinnliche Belohnung, welche die Belohnung auf der menschlichen Stufe und die Belohnung auf der tierischen Stufe darstellen, sind zwei Kräfte der Höheren Lenkung, mittels welcher alles Lebendige jene Funktion ausübt, die ihnen von der Höheren Lenkung auferlegt wurde.

Wahres Kriterium von Wissenschaftlern

Doch auch die Menschheit selbst unterteilt sich in eine Vielzahl an Stufen, da sie in der Empfindung der Entwicklung eines jeden Menschen gemessen wird, in dem Maße wie er sich von der tierischen Welt löst und sich der Stufe Mensch nähert. Ein unentwickelter Mensch kann nicht lange Zeit auf die Belohnung warten. Er wählt eine solche Arbeit, die sofort bezahlt wird, sogar wenn der Lohn kleiner sein wird. Ein entwickelter Mensch kann sich beherrschen und eine Arbeit wählen, deren Bezahlung höher ist, doch wesentlich später ausgezahlt wird. Ein wahres Kriterium von Wissenschaftlern hängt von der Stufe der Entwicklung des Pragmatismus in jedem ab, und derjenige, der den Moment des Erhalts der Belohnung hinauszuzögern vermag, kann einen höheren Lohn erreichen.

Was die Entwicklung ist

Dementsprechend kann man sehen, wie eine große Zahl an denjenigen, die ihre Bildung abgeschlossen haben, die Genuss und eine gebührende Belohnung für ihre Mühen hätten bekommen können, das Studium abbrechen, auf den Markt gehen und ihre Kenntnisse an Massen verlaufen, wobei sie Belohnung erhalten. Doch die wenigen, die sich zurückhalten können, fahren damit fort, sich im Studium zu perfektionieren, jeder gemäß der Entwicklung seiner Fähigkeiten, weil sie eine größere Belohnung erhalten wollen, zum Beispiel, zu den Großen oder zu den Mächtigen der Welt zu werden. Und natürlich beneiden bei Ablauf einer Zeit ihre Kameraden sie nicht wenig.

Kraft des Ziels

Ein Kriterium der Entwicklung der Generationen besteht in der Kraft der Zurückhaltung, die es erlaubt, den Moment des Erhalts der Belohnung hinauszuzögern und eine höhere Bezahlung zu wählen. In solchen Generationen mehrten Sich Schöpfer (Erfinder) sowie solche, die große Errungenschaften zu verzeichnen haben. In unserer Generation existiert aber die größte Anzahl an solchen, die über ähnliche Eigenschaften verfügen, weil ihre Empfindungen in höchstem Maße zur Seite der Zurückhaltung entwickelt sind, sowohl hinsichtlich der Ausdauer als auch hinsichtlich der Stärke der Bemühung.

Zurückführende Kraft oder die „Kraft der Motivation“

Nichts Lebendiges führt auch nur irgendeine Bewegung aus, die nicht auf den Erhalt der Belohnung ausgerichtet wäre. Diese Bewegkraft wird als die Kraft des Ziels bezeichnet, und die Stufen unterscheiden sich voneinander nur durch die Empfindung der Belohnung, d.h. durch die Stufe der Entwicklung. Derjenige, der entwickelter ist, ist empfindlicher, und daher ist ihm die Kraft des Ziels in höchstem Maße eigen, sodass er seine Bemühungen maximal vermehren kann.

Und das zweite ist, wie bereits oben gesagt wurde, die Kraft der Erwartung der Zeit des Empfanges einer Belohnung. Die Kraft der Motivation wird durch zwei Parameter bestimmt. Erstens- die Empfindung der Größe des Ziels. Diese Empfindung bestimmt die Größe des Lohns, wenn einer, der empfindlicher ist, eine höhere Belohnung und eine größere Motivationskraft erhält. Und auch die Kraft der Erwartung im Verlauf einer längeren Zeitperiode, wenn sogar zum Empfang einer höheren Bezahlung ein entwickelter Körper von Nöten ist, der über die Empfindung von Entferntheit verfügt. Und die ganze zyklische Entwicklung der Menschheit stellt nichts anderes als diese zwei erwähnten Empfindungen dar: die Empfindung der Größe des Ziels, und die Empfindung der Entferntheit- mit deren Hilfe sich das Niveau der Wissenschaft hebt, indem es entlang der Stufen zum höchsten Punkt emporsteigt.

Pragmatische Nutzung der Wissenschaft Kabbala

Die erwähnten Empfindungen beherrschen hauptsächlich diejenigen Erkennenden, für welche die Genüsse einer jeden Stufe unheimlich groß sind, und die Belohnung daher immer nahe ist.

Kraft des Genusses und Kraft des Verstandes

Außerdem unterscheidet man noch die innere Kraft, und das Wissen, was ein und das Selbe ist. Doch hinsichtlich des Empfängers, der aus Körper und Verstand besteht, werden sie als zwei Kräfte empfunden: im Körper- der Geist der Ruhe, und im Gehirn- ein großer Verstand. Und der Körper muss seinen Geist verlieren, wenn er sich zum Empfang des Wissens erhebt.

Wesen des Geheimen und seine Teile

Zu unserer Zeit hat sich eine Vielzahl an Belesenen angehäuft, die Bemühungen unternehmen, um ihren Beschäftigungen mit der Kabbala die Gestalt einer experimentellen wissenschaftlichen Forschung zu verleihen, und die diesem Thema viel nachdenken widmen. Dennoch fanden sie dafür noch keine ansehnliche wissenschaftliche Basis, auf die man sich stützen und der man Aufmerksamkeit schenken sollte. Und das, weil es ihnen an Kenntnissen über die Quelle dieser Mysterien fehlt, welche zu erreichen der menschliche Verstand nicht in der Lage ist.

Das Problem besteht in der Unkenntnis der Massen, die unfähig sind, auch nur ein wenig bei solchen Dingen Durchblick zu gewinnen. Sie vermischen zu Einem unterschiedliche Arten des Geheimen.

In der Wissenschaft der Kabbala gibt es drei Teile, welche die Erkenntnis der Materie, die Erkenntnis der Form und die Erkenntnis der Nutzung darstellen. Im dritten Teil, welcher als die Erkenntnis der Nutzung bezeichnet wird, führen diejenigen, die sich der Kabbala widmen, die zu ihr pragmatisch eingestellt sind, Handlungen aus, die nicht der Natur entsprechen, wenn sie zurückkehren, auf jene ersten Stufen, wo sich viele Genüsse befinden, wodurch sie die ihnen nötige Energie deutlich vergrößern. Ähnliches kann man bei primitiven Menschen beobachten, wenn einer, der über einen starken Wunsch verfügt, denjenigen unterdrückt, dessen Wunsch schwächer ist als bei ihm, und ihn dazu zwingt, entgegen seinem Wunsch zu handeln. Und der fügt sich dem, was der Besitzer eines stärkeren Wunsches will, ohne nachzudenken und ohne zu verstehen, entgegen seinem Eigennutz.

Auf die gleiche Wiese können auch die Erkennenden, wenn sie Anstrengungen zur Erreichung von Stufen unternehmen, die eine riesige Energie und innere Kraft fordern, zu einem gewissen Grad ihre Freunde beeinflussen. Denn die Natur des Spirituellen gleicht der Natur von Fischen im Meer, wenn der Größere den Kleineren verschlingt, wenn er auf ihn konzentriert ist. Und hier wirkt allein der Gedanke. Genauer gesagt, nicht der Gedanke, sondern der Wunsch und die innere Kraft, weil ein Gedanke sogar den Denkenden selbst nicht in Bewegung versetzen kann, und wie wird er dann seinen Freund zur Tat anregen können? Doch der Wunsch nimmt das Profil des Gedankens des Besitzers eines stärkeren Wunsches an und wirkt auf denjenigen ein, dessen Wunsch verglichen mit ihm kleiner ist. Die Psychologen bezeichnen dies als die „Kraft des Gedankens“, doch das ist ein Fehler, da es der Wunsch, und kein Gedanke ist.

Diese wirkende Kraft ist so stark, dass sie fähig ist, im Freund solch markante Bilder hervorzurufen, als würde er sie selbst in seinem Gehirn zeichnen. Und was die Kontrolle angeht, so ist sie unvergleichbar höher als über den Gestalten, die er selbst kreiert. Denn zu seiner Vorstellungskraft verhält er sich kritisch, und wenn er sie zurückweist, so wird sie geschwächt und kann überhaupt nicht funktionieren. Wenn er dagegen vom Freund einen Eindruck erhält, befindet er sich im Zustand von Anarchie und die Maschine, die als das Gehirn bezeichnet wird, ist vollkommen untätig. In diesem Fall hat er niemals eine kritische Einstellung, und dasjenige imaginäre Bild, welches er vom Freund empfing, wirkt in ihm frei von jeglicher Kritik, als wäre das lange da und vollkommen abgestimmt, wie eine Art altertümlichen Wissens.

Außerdem kann er die innere Kraft seines Freundes so sehr in sich aufsaugen, dass er in einem gewissen Maße empfinden wird, was der Andere fühlt, sogar die Bilder, die in seinem Gedächtnis abgedruckt sind; er wird mit ihnen in Kontakt treten, aus ihnen das Gewünschte ausgliedern und dem Freund vermitteln können. Und er verneint die Existenz Höherer Kräfte, da sie zwar nur Fäulnis bekommen, sie aber dennoch bei ihr bleiben und dies ständig nutzen, indem sie die ihnen notwendige Energie mehr vermehren, als mithilfe wahrer Kabbalisten.

Drei Komponenten der Verhüllung der Wissenschaft

Es gibt drei Komponenten der Verhüllung der Wissenschaft Kabbala: die erste ist- keine Notwenigkeit; die zweite- Unmöglichkeit; dritte- zu einer Verhüllung verpflichtet der Respekt vor dem Schöpfer. Und gehen wir auf jede Einzelne von ihnen genau ein.

Erste Komponente – keine Notwendigkeit

Natürlich meint dieser Teil keinerlei Mangelhaftigkeit. Die Rede ist nur von de Reinheit des Wissens, weil nachlässiger Umgang mehr zerstört als die Zerstörer selbst. Denn die in der Welt existierenden leeren Menschen sind Menschen mit einem nachlässigen Umgang. Mit anderen Worten lenken sie sich mit unnötigen Dingen ab, und verkünden das, was dessen nicht bedarf. Und daher wird keiner als Schüler angenommen, bevor er nicht schwört, dass er sich von Zerstörern solcher Art fern halten wird- bis er eine entsprechende Korrektur erreicht.

Zweite Komponente – unmöglich

In diesem Teil ist ein Schwur natürlich nicht von Nöten. Doch da man eine Enthüllung in der Sprache der Fehler vollziehen und dabei in den Augen der Massen gut aussehen kann, ist auch hier ein Schwur- die entsprechende Korrektur- notwendig.

Dritte Komponente – zu einer Verhüllung verpflichtet der Respekt vor dem Schöpfer

Dieser Teil ist am größten verhüllt, und viele fielen hier. Und wisse, das alle Zauberer, die irgendwann in der Welt existiert haben, und alle Wahrsagen nur aus Offenbarungen dieser Art abstammten. Und die Schüler, die diesen Anforderungen nicht entsprachen, gingen den fehlerhaften Weg und begannen, alle zu unterrichten, die ihnen den Weg kreuzten, ohne zu prüfen, ob sie dazu geeignet sind. So begann man, die Wissenschaft der Kabbala zur Erreichung von menschlichen Zielen zu nutzen- der Befriedigung der Leidenschaft und der Erreichung von Ehrungen. Und man schändete sie, indem man begann, sie auf dem Markt zu verkaufen, was als die pragmatische Kabbala bezeichnet wird.

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