Rabash, Brief 36

An meine Freunde im Heiligen Land, mögen sie ewig leben.

Diese Woche habe ich zwei Briefe von … erhalten, und auf seine Frage … werde ich gesondert eingehen.

Im Allgemeinen Folgendes: die Weisen sagten: „Wer beim Nachruf des Weisen faul ist, verdient es, zu Lebzeiten begraben zu werden“ (Shabbat 105). Und man muss fragen, warum der Mensch eine solch harte Bestrafung verdient.

Man muss wissen, dass Faulheit immer dem Ort entspringt, wo kein Mangel verspürt wird; nur dort treibt sich die Faulheit herum. An einem Ort dagegen, wo es einen Mangel gibt, erwacht stets Bewegung, um Ideen zu kreieren und den Mangel zu erfüllen. Wenn also einer keinen Mangel beim Hinscheiden eines Weisen verspürt, dann heißt es, dass er beim Nachruf des Weisen faul ist.

Und es stellt sich die Frage, warum er beim Hinscheiden des Weisen keinen Mangel verspürt. Man muss hier also notwendigerweise sagen, dass er auch zu Lebzeiten des Weisen nichts von ihm erhalten hatte. Daher verspürt er keinen Mangel, wenn der Weise dahinscheidet.

Und das ist es, was die Weisen [meinten, als sie] sagten: „Er verdient es, zu Lebzeiten begraben zu werden“. „Zu Lebzeiten“ bedeutet zu Lebzeiten des Weisen, d. h. er ist nicht gerade jetzt nicht in Ordnung, während er beim Nachruf faul ist, sondern er war schon damals nicht in Ordnung. Daher lautet die Erklärung von „…verdient es, zu seinen Lebzeiten begraben zu werden“: zu Lebzeiten des Gerechten.

Doch für alles gibt es eine Heilung, wohingegen [geschrieben steht:] „Wenn einer einen Weisen verschmäht, dann gibt es keine Heilung für seine Wunde.“ (Shabbat 119). Das heißt, es ist nicht genug, dass er beim Nachruf des Weisen faul ist, sondern er sagt auch noch, dass er mit dem Weisen zusammen auf einer Stufe steht – in einer Verbindung. Für den Gerechten gibt es keine größere Schande, und so sagten die Weisen, dass es für seine Wunde keine Heilung gibt. Sondern er steigt jedes Mal immer tiefer herab, bis er schließlich für alle sein wahres Bild offenbart, nämlich dass sein Studium der Tora für ihn zum tödlichen Gift wurde, Gott bewahre uns.

Und meine allgemeine Antwort ist, dass der Feiertag von Sukkot (Laubhüttenfest) alle Fragen löst, sogar die schwierigsten und die schrecklichsten, denn es ist bekannt, dass das Konzept der Sukka (Laubhütte) den Aspekt von Zila deEmanuta (Schatten des Glaubens) darstellt, und vonseiten der Gerechtigkeit (Din) bräuchte man Zilta meruba meChamta (der Schatten ist größer als die Sonne).

Und hier sollst du wissen, dass Chama (Sonne) den Aspekt von Wissen meint, und der Mond den Aspekt des Glaubens bedeutet. Und das in der Weise, wie die Weisen sagten: „Israel zählt nach dem Mond, und die Völker der Welt zählen nach der Sonne“[1]. Das heißt jedes Mal, wenn man sieht, dass der Anteil der Sonne größer ist als der Schatten, muss man [die Laubhütte] mehr bedecken, damit der Schatten größer wird.

(Der Rest des Briefes ist unübersetzt)

[1]Sukka 29a

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