9. November 2025, Gute-Nacht-Text

Der Mensch muss zum Schöpfer beten, dass er ihm helfen möge, mit geschlossenen Augen arbeiten zu können und nichts zu brauchen, sondern alles um des Schöpfers willen tun zu können, selbst wenn sein Körper sich dagegen sträubt. Mit anderen Worten: Er sollte dem Schöpfer keine Ratschläge geben, wie Er ihm helfen kann. Vielmehr muss er sich selbst unterwerfen und vor dem Schöpfer bedingungslos annullieren. Da er aber seinen Körper nicht überwinden kann, bittet er den Schöpfer um Hilfe im Kampf gegen seine böse Neigung.

RABASH, Artikel 4 (1989) “Was ist eine Wasserflut in der Arbeit?“

 

8. November 2025, Gute-Nacht-Text

Es sollte dem Menschen eine Freude sein, dass er etwas hat, das er dem Schöpfer geben kann. Und weil er dem Schöpfer etwas zu geben hat, freut sich der Schöpfer darüber. Aber der Mensch besitzt nicht immer die Stärke zu sagen, dass dies eine schöne Arbeit ist, die “Zierde” genannt wird, sondern er verachtet diese Arbeit. Und dieser Zustand ist schwierig für einen Menschen, für ihn ist es schwer zu sagen, dass er diese Arbeit einer Arbeit in der Eigenschaft der „Weiße“ vorzieht, was bedeutet, dass er während der Arbeit keinen Geschmack von Dunkelheit spürt. Sondern er empfindet Freude an der Arbeit, was bedeutet, dass er dann nicht mehr mit dem Verlangen zu empfangen arbeiten muss, sondern bereit ist, das Königreich des Himmels [die höhere Malchut] über dem Verstand auf sich zu nehmen. Und wenn er sich doch noch überwindet und sagen kann, dass diese Arbeit ihm angenehm ist, da er jetzt die Mizwa (das Gebot) im Glauben über dem Verstand einhält und diese Arbeit in Form von Schönheit und Pracht auf sich nimmt, dann nennt man das “Freude an einer Mizwa.“

Baal HaSulam, Shamati 19. Was bedeutet „Der Schöpfer hasst die Körper“ in der spirituellen Arbeit?

 

7. November 2025, Gute-Nacht-Text

Wenn der Mensch beschließt, dass er in einem Zustand von „Staub“ arbeiten will, also selbst dann, wenn er in der Arbeit den Geschmack von Staub schmeckt, sagt er, dass es für ihn sehr wichtig ist, etwas um des Schöpfers willen zu tun, und für sich selbst ist es ihm gleichgültig, welchen Geschmack er spürt. Und er sagt zum Körper, dass diese Arbeit, in der man den Geschmack von Staub schmeckt, d.h. wenn der Körper diese Arbeit verspottet, sagt er dem Körper, diese Arbeit bezeichnet man seiner Meinung nach als „Erweckung der Shechina [Göttliche Gegenwart] aus dem Staub“. Mit anderen Worten: Obwohl der Körper bei dieser Arbeit den Geschmack von Staub schmeckt, sagt der Mensch, dass es Kedusha [Heiligkeit] ist und misst nicht, wie viel Geschmack er in der Arbeit spürt. Er glaubt vielmehr, dass der Schöpfer diese Arbeit genießt, denn hier gibt es keine Beimischung des Willens zu empfangen, da er nichts zu empfangen hat, denn es gibt keinen Geschmack oder Geruch in dieser Arbeit, da es hier nur den Geschmack von Staub gibt. Daher glaubt er, dass dies heilige Arbeit sei, und ist in jedem Fall glücklich und freudig.

RABASH, Artikel 24 (1991) Was bedeutet es, dass man in der Arbeit einen Sohn und eine Tochter in die Welt bringen soll?

 

6. November 2025, Gute-Nacht-Text

Das Wichtigste ist das Gebet. Das heißt, der Mensch muss zum Schöpfer beten, dass Er ihm helfen möge, über den Verstand zu gehen. Das bedeutet, dass die Arbeit mit Freude geschehen soll, als hätte er bereits die Erkenntnis der Heiligkeit erlangt. Und welche Freude er dann empfinden würde! Auch sollte er den Schöpfer bitten, ihm Kraft zu geben, damit er über den Verstand des Körpers hinausgehen kann. Mit anderen Worten bittet der Mensch den Schöpfer darum, dass er mit Freude arbeiten kann, wie es sich für jemanden gehört, der einem großen König dient, auch wenn der Körper nicht mit dieser Arbeit des Gebens einverstanden ist. Er bittet den Schöpfer nicht darum, seine Größe zu zeigen, damit er in Freude arbeiten kann. Vielmehr möchte er, dass der Schöpfer ihm Freude in der Arbeit über dem Verstand gibt, sodass sie einem Menschen so wichtig wird, als hätte er bereits Erkenntnis erlangt.

RABASH, Artikel 12 (1991) Diese Kerzen sind heilig

 

5. November 2025, Gute-Nacht-Text

Der Mensch kann nicht der Enthüllung würdig werden, bevor er nicht den Zustand Achoraim (Rückseite) erhält, den Zustand der Verhüllung des Angesichtes, und sagt, dass ihm dies so wichtig sei, wie die Enthüllung des Angesichtes. Das heißt, er wird voller Freude sein, als hätte er schon die Enthüllung des Angesichtes erlangt. Und das könnte beibehalten werden, damit jedoch für ihn die Verhüllung genauso wert ist wie die Enthüllung, muss der Mensch im Zustand des Gebens arbeiten. Nur dann kann er sagen: „Es ist mir nicht wichtig, was ich während der Arbeit fühle, denn für mich ist das Wichtigste, dass ich dem Schöpfer geben möchte. Wenn der Schöpfer das versteht, dass Er zufriedener sein wird, wenn ich im Zustand von Achoraim arbeite, so bin ich einverstanden.“

Baal HaSulam, Shamati 42. Was bedeutet das Akronym Elul in der Arbeit?

 

4. November 2025, Gute-Nacht-Text

Leere bezeichnet einen leblosen Ort, wie es in der Schrift heißt: „und hängte die Erde an das Nichts“. Somit entspricht das Maß der Erfüllung eines leeren Ortes dem, wie weit sich der Mensch durch Glauben über dem Verstand erhebt. Das heißt, die Leere sollte mit Erhabenheit gefüllt werden, also mit Glauben über dem Verstand. Und dafür sollte der Mensch den Schöpfer um Kraft bitten.

Baal HaSulam, Shamati 13: Ein Granatapfel

3. November 2025, Gute-Nacht-Text

Der Mensch sollte den Völkern der Welt in sich sagen: „Wisset, dass alles, was ihr sagt, wahr ist. Aus der Sicht der Vernunft habt ihr recht, und ich habe euch nichts zu erwidern. Aber uns wurde die Arbeit über dem Verstand gegeben, weshalb wir über dem Verstand glauben müssen, dass ihr falsch liegt. Und da die Arbeit im Glauben über dem Verstand sein muss, danke ich euch sehr für eure richtigen Argumente! Denn man kann nicht sagen, dass ein Mensch sich über den Verstand erheben kann, wenn er nicht über Verstand und Intellekt verfügt.“ Nur dann kann man sagen, dass er sich über den Verstand erhebt. Denn wenn es keine Kenntnis gibt, dann kann man sich auch nicht über den Verstand erheben. „Über den Verstand“ bedeutet, dass dieser Weg wichtiger ist als der Weg innerhalb des Verstandes. Wenn es aber keine andere Möglichkeit gibt, als ihm zu sagen: „Geh diesen Weg!“, kann man nicht behaupten, dass er den Weg des Glaubens über dem Verstand wählt. Deshalb ist es gerade durch die Kraft des Glaubens über dem Verstand möglich, die Ansichten der Völker der Welt im Menschen zu besiegen.

RABASH, Artikel 36 (1989) Was ist „Denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker“ in der Arbeit? 

 

2. November 2025, Gute-Nacht-Text

Auf alle Schwierigkeiten, die in seinem Verstand herumschwirren, auf alles, was er sagt, geht er nun über sein Wissen hinaus, mit geschlossenen Augen und allein im Glauben. Es ist, wie Baal HaSulam über den Vers (Psalmen, 68:32) sagte: „Kusch wird eilends seine Hände nach Gott ausstrecken.” Er sagte, wenn jemand „Kusch“ sagen kann und damit meint, dass seine Kuschiot [Schwierigkeiten] Rechtfertigungen sind, bedeutet das, dass er keine Rechtfertigungen braucht, sondern die Schwierigkeit selbst ist die Rechtfertigung. Er sagt also, dass er nun, da er eine Schwierigkeit hat, über sein Wissen hinausgehen kann. Dann sind seine Hände zu Gott ausgestreckt, was bedeutet, dass seine Hände sein Instrument der Annahme aus dem Satz „wird seine Hände ausstrecken“ sind, und dann prüft sich der Mensch selbst, um vor Gott zu bestehen.

RABASH, 1986/31 Betreffend Yenika [Stillen] und Ibur [Schwangerschaft]

 

1. November 2025, Gute-Nacht-Text

Der Mensch sollte sich nicht darüber ärgern, dass sein Verlangen zu empfangen ihn bei der Arbeit behindert, wenn er mit ihm arbeitet. Und der Mensch wäre zweifellos zufriedener, wenn das Verlangen zu empfangen aus dem Körper verschwände und ihn nicht von der Arbeit der Einhaltung von Tora und Mizwot abhielte.

Vielmehr sollte der Mensch glauben, dass dieses bei der Arbeit behindernde Verlangen zu empfangen von Oben zu ihm kam. Denn vom Himmel wird ihm die Kraft für die Aufdeckung des Verlangens zu empfangen verliehen, da es genau in dem Moment, wenn das Verlangen zu empfangen erwacht, Raum für Arbeit gibt, damit der Mensch in engen Kontakt mit dem Schöpfer tritt, damit Er ihm helfen möge, das Verlangen zu empfangen in „um des Gebens willen“ zu verwandeln.

Baal HaSulam, Shamati 19. Was bedeutet „Der Schöpfer hasst die Körper“ in der spirituellen Arbeit?

 

31. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

Bevor ein Mensch zur Wahrheit gelangen kann, muss er glauben, dass die Wahrheit nicht so ist, wie er sie kennt oder empfindet, sondern so, wie es geschrieben steht: „Sie haben Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht.“ Dies ist allein wegen der Korrektur so, damit der Mensch seine Ganzheit erreichen kann, denn er fühlt nur sich selbst und keine andere Wirklichkeit. Wenn der Mensch also sein Herz wieder darauf ausrichtet, im Glauben über dem Verstand zu sein, bereitet er sich auf die Offenbarung des Angesichts vor und korrigiert sich selbst.

RABASH, Notiz 236: Die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit

 

30. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

Der Gedanke dient dem Verlangen, und das Verlangen ist das Wesen des Menschen. Es gibt vom Wesen her große und kleine. Und die kleinen werden von einem großen beherrscht. Für jenen, der vom Wesen her klein ist und keinerlei Macht hat, gibt es den Rat, beharrlich im Gedanken an sein Verlangen zu verweilen, wie es vom Wesen her größer werden kann. Denn der Gedanke vergrößert sich in dem Maße, je mehr man in ihm verweilt. Und daher „sinnt er über Seine Tora Tag und Nacht“, denn durch Beständigkeit darin wächst ihr Wesen zu einem großen heran, bis sie schließlich die Eigenschaft eines Beherrschenden erlangt.

Baal HaSulam, Shamati 153. Der Gedanke ist das Ergebnis des Wunsches

 

29. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

Es ist unmöglich, sich selbst über seinen eigenen Kreis zu erheben. Folglich ist der Mensch verpflichtet, von seiner eigenen Umgebung zu saugen. Und er hat keinen anderen Rat außer dem Weg der Tora und vielen Anstrengungen.

Wenn der Mensch für sich selbst eine gute Umgebung wählt, erspart er sich demzufolge Zeit und Anstrengung, da er entsprechend seiner Umgebung geformt wird, also ihr folgt.

Baal HaSulam, Shamati 225. Sich selbst erheben

 

28. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

Wenn jemand seinem Freund in wahrer Liebe verbunden ist, ersehnt er nur Gutes für seinen Freund und meidet alles, was für seinen Freund nicht von Vorteil sein könnte. Und all dies findet ohne jegliche Berechnungen statt. Und man braucht dafür keinen großen Intellekt, da es so natürlich ist, wie die Liebe der Mutter zu ihrem Kind, deren ganze Ausrichtung auf das Wohl des Kindes ist, und die Mutter braucht weder Vorbereitung noch Verstand, um ihr Kind zu lieben. Eine natürliche Sache bedarf nämlich keines Verstandes, um diese Sache notwendig zu machen, sondern dies geschieht seitens der Sinne selbst, da die Sinne selbst in wahrer Hingabe arbeiten. Denn so ist die Natur, dass man sich aufgrund der Liebe einer Sache hingibt, bis man das Ziel erreicht hat. Und solange man es nicht erreicht hat, ist das eigene Leben kein Leben.

Baal HaSulam, Shamati 213. Die Enthüllung des Mangels

 

27. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

„Denn Du erhörst das Gebet eines jeden Mundes. Wann erhört der Schöpfer jeden Mund? Dann, wenn das Volk Israel in Barmherzigkeit betet, also einfache Barmherzigkeit. Wenn der Mensch betet, um „die Shechina aus dem Staub zu erheben“, um Glauben zu erhalten. Und das gleicht einem Menschen, der drei Tage lang nichts gegessen hat. Wenn dieser einen Menschen bittet, ihm etwas zu essen zu geben, dann bittet er um nichts Überflüssiges oder Luxus, sondern er bittet einfach, man möge ihm etwas geben, um seine Seele zu beleben.

Ähnlich ist es in der Arbeit des Schöpfers, wenn der Mensch sich zwischen Himmel und Erde stehend findet, so ersucht er den Schöpfer um nichts Überflüssiges, sondern nur um das Licht des Glaubens. Also, dass der Schöpfer seine Augen öffnen möge, damit er den Aspekt des Glaubens auf sich nehmen könne. Dies wird „die Shechina aus dem Staub zu erheben“ genannt. Und dieses Gebet wird von „jedem Mund“ angenommen. In welchem Zustand der Mensch sich auch befindet – wenn er darum bittet, seine Seele hinsichtlich des Glaubens zu beleben, dann wird sein Gebet angenommen.

Baal HaSulam, Shamati 113. Das Gebet der Achtzehn (Segenssprüche)

 

26. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

Die schriftliche Tora ist die „Erweckung von oben“, und die mündliche Tora ist die „Erweckung von unten.“ Und sie beide heißen zusammen: „Sechs Jahre soll er dienen; und im siebenten Jahr soll er freigelassen werden.“

Denn die Hauptarbeit findet eben dort statt, wo es Widerstand gibt. Und [das] wird als „Welt“ (Alma) bezeichnet, vom Wort „Verhüllung“ (He‘elem). Dann, während der Verhüllung, gibt es Widerstand, und dann gibt es Platz für Arbeit. Und darin besteht der geheime Sinn der Aussage der Weisen: „Sechs Jahrtausende existiert die Welt, und eins zerstört.“ Mit anderen Worten: Wenn die Verhüllung zerstört sein wird, dann gibt es keine Arbeit mehr. Doch der Schöpfer verleiht ihm Flügel, d.h. die Eigenschaft der Verhüllung, damit er Arbeit hat.

Baal HaSulam, Shamati 100. Die schriftliche und die mündliche Tora

 

25. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

„Rufet Ihn an, während Er nahe ist.“ Er kommt und sagt: „Wisset, wenn ihr nach dem Schöpfer ruft, so rührt dies daher, dass Er nahe ist.“ Das heißt, jetzt habt ihr die Gelegenheit, und wenn ihr aufmerksam seid, werdet ihr spüren, dass euch der Schöpfer nahe ist; und dies ist ein Zeichen für die Nähe des Schöpfers.

Der Beweis dafür ist der folgende: Man muss wissen, dass der Mensch von Natur aus nicht für eine Anhaftung an den Schöpfer geeignet ist, da dies gegen seine Natur ist. Denn vonseiten der Schöpfung hat der Mensch nur das Verlangen zu empfangen, während anhaften nur zu geben bedeutet. Da jedoch der Schöpfer zum Menschen ruft, so bildet sich in ihm eine zweite Natur: Er will seine Natur nichtig machen und sich an den Schöpfer anhaften.

Baal HaSulam, Shamati 241. Rufet Ihn an, während Er nahe ist

 

24. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

Ein Mensch, der sich im Wald verirrt, sieht keinen Weg, wie er herauskommen und zu seinem Wohnort gelangen kann: Er ist verzweifelt und denkt nicht, dass er jemals wieder nach Hause kommen wird. Sobald er jedoch von Weitem irgendeinen Menschen sieht oder eine menschliche Stimme hört, werden in ihm augenblicklich der Wunsch und das Verlangen wach, dorthin zurückzukehren, wo er herkam, und er wird anfangen zu schreien und zu flehen, es möge jemand kommen und ihn erretten. So ist auch jemand, der vom guten Wege abgekommen und an einem schlechten Ort angelangt ist. Er hat sich bereits daran gewöhnt, unter wilden Tieren zu leben. Wegen des Willens zu empfangen wird es ihm nie in den Sinn kommen, dass er an einen Ort zurückkehren muss, an dem der Verstand der Heiligkeit (Daat de Kedusha) weilt. Wenn er aber die ihn rufende Stimme hört, dann wacht er zur Rückkehr [zum Schöpfer] auf. Und dies ist die Stimme des Schöpfers und nicht seine eigene Stimme. Wenn er aber seine Taten noch nicht auf dem Wege der Korrektur vervollständigt hat, dann kann er noch nicht fühlen und glauben, dass dies die Stimme des Schöpfers ist, und er denkt, dass dies „seine Stärke und die Macht seiner Hand“ ist. Und der Prophet warnt davor, der Mensch solle sein Wissen und seinen Gedanken überwinden und voll und ganz daran glauben, dass dies die Stimme des Schöpfers ist.

Baal HaSulam, Shamati 241. Rufet Ihn an, während Er nahe ist

 

23. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

Wenn der Mensch die Arbeit in der Eigenschaft eines schwarzen Punktes auf sich nimmt, selbst in der größten Dunkelheit in der Welt, sagt die heilige Shechina: „Es gibt keinen Ort, sich vor dir zu verstecken.“ Deshalb „binden wir uns in einem Band zusammen“, „und ich werde nie abgetrennt sein“. Und deshalb kann er nie von seiner Dwekut (Anhaftung) ablassen. Und wenn ein Leuchten, genannt „Zugabe“, von Oben zu ihm kommt, nimmt er es als „unvermeidlich und unbeabsichtigt“ an, da es vom Schöpfer kommt, ohne das Erwachen des Unteren. Und das ist die Bedeutung von „Ich bin schwarz, aber ansehnlich“, denn wenn du die Schwärze annehmen kannst, wirst du sehen, das ich ansehnlich bin.

Baal HaSulam, Shamati 127. Der Unterschied zwischen dem Wesentlichen, der Essenz und dem zusätzlichen Überfluss

22. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

„Ich habe mich angestrengt und fand nicht – glaube es nicht.“

Man muss hier die Bedeutung des Begriffs „ich fand“ verstehen; was soll man finden? „Ich fand“ bezieht sich darauf, das Wohlwollen in den Augen des Schöpfers zu finden.

„Ich habe mich nicht angestrengt und fand – glaube es nicht.“ Hier müssen wir fragen; es ist hier nicht die Rede von einem, der lügt oder einem, der sich als Individuum beschreibt. Vielmehr geht es um eine für alle [Menschen] gültige Regel. Wenn er sieht, dass er das Wohlwollen in den Augen des Schöpfers gewonnen hat – was soll daran „unglaubwürdig“ sein?

Die Sache ist so: Manchmal gibt es einen Menschen, der durch sein Beten das Wohlwollen der Höheren Kraft gewinnt. Es ist die außergewöhnliche Kraft des Gebetes, die wie eine Anstrengung funktionieren kann. (Wir erleben das in unserer materiellen Welt. Es gibt den einen, der sich seinen Lebensunterhalt durch Anstrengung erarbeitet; und es gibt den anderen, der seinen Lebensunterhalt durch sein Gebet erzielt. Er bittet [die Höhere Kraft] um seinen Lebensunterhalt und bekommt seine Versorgung durch sein Gebet.)

In der spirituellen Welt funktioniert das nicht. Obwohl er Wohlwollen gefunden hat, muss er dennoch später in jedem Fall den vollen Preis dafür entrichten, das heißt den Wert (das Ausmaß) der Anstrengung, den jeder andere gibt. Tut er das nicht, wird er sein Kli (Gefäß) verlieren. Darum sagte er: „Ich habe mich nicht angestrengt und fand [das Wohlwollen] – glaube es nicht“, da er sonst alles verlieren wird. Hinterher muss er mit seiner ganzen Anstrengung bezahlen.

Baal HaSulam, Shamati 232. Die Vervollständigung der Anstrengung

 

21. Oktober 2025, Gute-Nacht-Text

Alle Hindernisse und Verzögerungen, die vor unseren Augen erscheinen, sind nur eine Form der Annäherung, denn der Schöpfer möchte uns näherbringen. Und erst alle diese Hindernisse lassen uns näherkommen, da wir ohne sie keine Möglichkeit hätten, uns Ihm anzunähern. Denn von Natur aus gibt es keine größere Entfernung, da wir aus reiner Materie gemacht sind und der Schöpfer ist Höher als Hoch. Und nur wenn man beginnt, sich Ihm anzunähern, spüren wir diese Entfernung zwischen uns. Und jegliche Hindernisse, die der Mensch überwindet, bringen ihm den Weg näher.

(Das kommt daher, weil sich der Mensch daran gewöhnt hat, sich auf dem Pfad der Entfernung zu bewegen. Wann immer er sich deshalb als entfernt empfindet, ruft dies folglich keine Veränderung im Prozess hervor, da er vorab wusste, dass er sich auf dem Pfad der Entfernung bewegt. Es ist so, denn dies ist die Wahrheit: Es gibt nicht genügend Worte, um die Entfernung zwischen uns und dem Schöpfer zu beschreiben. Jedes Mal, wenn er diese Entfernung in einem größeren Ausmaß verspürt als er dachte, erweckt das in ihm somit keinen Ärger.)

Baal HaSulam, Shamati 172. Hindernisse und Verzögerungen