Die Buchstaben Dalet und Gimel

36) Die Buchstaben Dalet und Gimel erschienen vor dem Schöpfer. Der Schöpfer sagte ihnen jedoch sogleich: „Es ist genug, dass ihr beiden zusammen seid, damit es jemanden gibt, der die Armen mit Barmherzigkeit behandelt (LiGmol Chessed), solange sie auf der Erde weilen.

Der Buchstabe Dalet kommt von Dalut (Armut), während Gimel ihm Gnade erweist (Gomelet Chassadim). Daher könnt ihr euch nicht trennen, und es ist für euch genug, dass ihr euch auf diese Weise unterstützt.

Es wurde bereits festgestellt (Punkt 24), dass, obwohl Dalet das Licht von Gimel empfängt und sein scharfer rechter Winkel aus dem Licht von Chassadim herausragt, die unreinen Kräfte dennoch stark genug sind, um sich daran festzuhalten, sie zu trennen und den scharfen Winkel weich zu machen und ihn somit in den Buchstaben Resh umzuwandeln.

Deshalb braucht der Buchstabe Dalet einen besonderen Schutz, um nicht von Gimel verdorben zu werden, und um die Bedürftigen (Dalut) in der Welt vor dem Verschwinden zu bewahren. Es genügt also, dass diese beiden Kräfte sich gegenseitig unterstützen und ergänzen und einander in gegenseitiger Vereinigung erfüllen, um die unreinen Kräfte an der Herrschaft zu hindern. Und diese Rolle ist ausreichend für sie. Deshalb wollte der Schöpfer die Welt nicht mit ihnen erschaffen.

Aus: Sohar, Die Buchstaben des Rabbi Hamnuna Saba

Der Buchstabe Alef

Der Buchstabe Alef stand draußen und trat nicht ein, um vor dem Schöpfer zu erscheinen. Der Schöpfer sagte zu ihm: „Warum kommst du nicht zu mir wie alle anderen Buchstaben?“ Alef antwortete: „Weil ich alle Buchstaben gesehen habe, die Deine Gegenwart ohne die gewünschte Antwort verlassen haben. Und außerdem sah ich, wie Du dem Buchstaben Bet dieses große Geschenk überreicht hast. Und in der Tat kann der König des Universums Sein Geschenk nicht zurücknehmen und es einem anderen geben!“ Der Schöpfer antwortete: „Obwohl ich die Welt mit dem Buchstaben Bet erschaffen werde, stehst du an der Spitze aller Buchstaben und es wird keine Einheit in Mir geben, sondern nur durch dich allein; alle Berechnungen und Taten dieser Welt werden immer mit dir beginnen, und die ganze Einheit wird nur in dir sein.“

Aus: Sohar, Die Buchstaben des Rabbi Hamnuna Saba

Toldot – Diese sind die Generationen von Isaak

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Vorwort zum Sulam Kommentar

Vorwort zum Sulam Kommentar[1]

Rav Yehuda Ashlag

Zehn Sefirot

1) Zuerst müssen wir die Namen der Zehn Sefirot kennen: KaCHaB, CHaGaT, NeHJM, deren Akronyme für Keter, Chochma, Bina, Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod, Jessod, Malchut stehen. Sie sind ebenfalls die Zehn Kleidungen Seines Lichts und dazu eingerichtet, dass die Niederen Sein Licht empfangen können.

So ähnlich wie das Sonnenlicht, welches man nur durch eine dunkle Brille sehen kann, die das Licht verringert und es dann für die Augen passend macht. Wenn Sein Licht nicht von diesen „Kleidungen“, genannt „Zehn Sefirot“ bedeckt wäre, in welchen jede untere Sein Licht verdeckt, gelänge es den niederen nicht, es zu erhalten.

2) Diese Zehn Sefirot sind die Zehn Heiligen Namen in der Tora: der Name EHYeH (Ekje ausgesprochen), ist die Sefira Keter, der Name YaH (Koh ausgesprochen) ist die Sefira Chochma, und der Name HaWaYaH mit der Interpunktion von Elokim ist Bina. Der Name EL (ausgesprochen Kel) ist Chessed, der Name ELoH-IM (ausgesprochen Elokim) ist Gwura, und der Name HaWaYaH mit der Interpunktion von Shwa, Cholam, Kamaz ist Tiferet. Der Name Zwaot ist Nezach und Hod, der Name Shadai (Shadi ausgesprochen) ist Jessod, und der Name Adonaj (ausgesprochen ADNY) ist Malchut (Der Sohar, WaJikra, Punkte 157163, 166177). Weiterlesen

Vorwort zum Buch Sohar

Vorwort zum Buch Sohar[1]

Rav Yehuda Ashlag

  1. Die Tiefe der Weisheit der Lehre, die im Buch Sohar eingeschlossen ist, ist mit tausend Schlössern verschlossen. Und die menschliche Sprache ist arm und dürftig und kann uns nicht als eine würdige und ausreichende Ausdrucksweise erscheinen, um den vollen Sinn auch nur eines Satzes aus dem Buch Sohar in seiner Ganzheit zu vermitteln. Und die Erklärungen, die ich mache, sind nichts anderes als eine Leiter, um dem Studierenden zu helfen, zu den Höhen des Gesagten aufzusteigen und das im Buch selbst Dargelegte zu sehen und zu studieren. Somit hielt ich es für notwendig, den Interessierten vorzubereiten, ihm den Weg zu weisen sowie zuverlässige Definitionen zu geben, hinsichtlich dessen, wie man dieses Buch verstehen und studieren soll.
  2. Für den Anfang muss man wissen, dass alles, wovon im Buch Sohar die Rede ist, und sogar Erzählungen und Sagen, die darin angeführt werdendass all das in dem Begriff der Zehn Sefirot eingeschlossen ist, die KaCHaB, CHaGaT, NeHJM heißen, und in ihren Verbindungen untereinander. Wie die 22 Buchstaben der gesprochenen Sprache[2] und ihre unterscheidbaren Verbindungen uns durchaus ausreichen, um uns das Wesen eines jeglichen Gegenstands oder Wissens zu enthüllen, so reichen auch die Begriffe und Verbindungen der Zehn Sefirot aus, um die ganze Weisheit zu offenbaren, die im „Buch der Himmel“ enthalten ist. Doch in Wirklichkeit existieren drei Begrenzungen, und wir müssen äußerst aufmerksam sein, um nicht während des Studiums des Sohar hinter ihre Grenzen zu treten.
  3. Erste Begrenzung: Es existieren vier Kategorien in der Erkenntnis, die heißen:

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Artikel zum Abschluss des Buches Sohar

Rav Yehuda Ashlag

Es ist bekannt, dass das erwünschte Ziel die Verschmelzung mit dem Schöpfer ist, wie es heißt: „und mit Ihm zu verschmelzen“. Und man muss verstehen, worin der Sinn dieser Verschmelzung mit dem Schöpfer besteht. Kann aber etwa der Gedanke den Schöpfer erkennen? Die Weisen kamen mir in dieser schwierigen Frage bereits zuvor, indem sie das Gesagte „und mit Ihm zu verschmelzen“ hinterfragten: Wie kann man aber mit Ihm verschmelzen? Ist Er nicht etwa das „verzehrende Feuer“?

Und sie gaben eine Antwort: „Verschmelze mit Seinen Eigenschaften. Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig; wie Er gnädig ist, so sei auch du gnädig“ usw. Und auf den ersten Blick ist es schwer zu verstehen, woraus die Weisen solch einen Schluss zogen. Ist es nicht etwa klar gesagt: „und mit Ihm zu verschmelzen“? Denn wenn gemeint wäre: „Verschmelze mit Seinen Eigenschaften“, dann müsste man sagen: „Hafte dich an Seine Wege“. Warum steht also: „und mit Ihm zu verschmelzen“?

Die Sache ist so, dass bei der Betrachtung materieller Objekte, die Platz im Raum einnehmen, die Verschmelzung von uns als Nähe im Raum wahrgenommen wird, und Trennung von uns als Entfernung im Raum wahrgenommen wird. Was jedoch spirituelle Objekte angeht, die überhaupt keinen Raum einnehmen, so wird unter der Verschmelzung und der Trennung in Bezug auf sie nicht die Nähe oder die Entfernung im Raum verstanden – denn sie nehmen gar keinen Platz ein. Verschmelzung wird von uns als Gleichheit der Eigenschaften zweier spiritueller Objekte verstanden, und deren Unterschied wird von uns als Entfernung verstanden.

Und wie ein Beil einen materiellen Gegenstand zertrennt, ihn entzwei teilt, so kreiert die Verschiedenheit der Eigenschaften eine Unterscheidung in einem spirituellen Objekt und teilt es entzwei. Wenn dabei der Unterschied ihrer Eigenschaften klein ist, dann sagt man, dass sie unbedeutend voneinander entfernt sind. Wenn der Unterschied ihrer Eigenschaften groß ist, dann sagt man, dass sie sehr weit voneinander entfernt sind. Und wenn sie einander qualitativ entgegengesetzt sind, dann sagt man, dass sie voneinander polar entfernt sind.

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Der Eseltreiber

Das Buch Sohar. Der Eseltreiber (74-119)

74) Rabbi Elazar, der Sohn von Rabbi Shimon, war auf seinem Weg zu seinem Schwiegervater, Rabbi Yosi, dem Sohn von Lakunya, in Begleitung von Rabbi Aba. Hinter ihnen folgte ein Mann, der ihre Esel antrieb. Rabbi Aba sagte: “Lasst uns die Türen der Tora öffnen, denn es ist Zeit, unseren Weg zu korrigieren.“

Im Aramäischen, der Sprache, in der der Sohar geschrieben wurde, ist ein „Treiber“ jemand, der „anstachelt“. Denn die Funktion des Eseltreibers ist es, die Esel durch Anstacheln mit der Stockspitze zum Laufen zu zwingen.

75) Rabbi Elazar hob an und sprach: „Es steht geschrieben: Meine Shabbatot sollt ihr einhalten.“ Lasst uns sehen: Der Schöpfer schuf die Welt in sechs Tagen. Und jeder Tag enthüllte Sein Werk und gab diesem Tag Stärke. Wann enthüllte Er seine Taten und gab ihnen Stärke? Am vierten Tag der Schöpfung, denn die ersten drei Tage waren vollkommen verhüllt und wurden nicht enthüllt. Der vierte Tag kam und Er enthüllte die Taten und Kräfte aller Tage.

Der Ausdruck „Er gab dem Tag Stärke“ bedeutet, dass Er alles auf den Shabbat bezieht. Denn die sechs Tage sind die Sefirot ChaGaT NeHJ, die am Shabbat (Malchut) die Werke und Kräfte enthüllen, die während dieser Tage vollbracht wurden.

Doch wenn die Werke aller Tage verhüllt sind und erst an ihrem Ende enthüllt werden, am Shabbat, warum steht dann geschrieben, dass sie am vierten Tag der Schöpfung enthüllt werden? Das hängt damit zusammen, dass Malchut sowohl vierter als auch siebter Tag genannt wird: Sie ist die vierte in Bezug auf die ersten drei Sefirot ChaGaT, die „Patriarchen“ genannt werden (Chessed ist Abraham, Gwura ist Isaak und Tiferet ist Jakob), und die siebte in Bezug auf die sechs Sefirot, nach den drei zusätzlichen Sefirot, die „Söhne“ genannt werden: Nezach ist Moses, Hod ist Aaron und Jessod ist Joseph.

Malchut selbst ist König David – der Tag des Shabbat. Malchut wächst und sammelt stufenweise ihre Korrekturen in zwei grundsätzlichen Stufen an, die Ibur (Empfängnis) genannt werden. Die ersten drei Tage korrespondieren mit dem Ibur Aleph (die erste Empfängnis), und die zweiten drei Tage korrespondieren mit dem Ibur Bet (die zweite Empfängnis, Gadlut, das Empfangen des Or Chochma).

Mit anderen Worten, Malchut wird stufenweise in drei Tagen von den Sefirot ChaGaT de Seir Anpin erschaffen und am vierten Tag durch die Sefira Nezach de Seir Anpin geformt. Daher wird Malchut auf dieser Stufe ihres Wachstums als vierter der Patriarchen bezeichnet. Und dann kommt Shabbat in unser Land (Malchut wird sowohl Land/Erde als auch Shabbat genannt). Der Zustand, den Malchut als Resultat ihres Wachstums von den Sefirot NeHJ de SA erreicht, wird Shabbat auf der Erde genannt. Und diesen Zustand erlangt sie wie die siebte Sefira von allen Sefirot de SA.

Die ersten drei Tage sind nicht in Malchut enthüllt, denn solange es einem Parzuf an Malchut mangelt, wird er als verhüllt oder geheim bezeichnet. Die Wochentage werden so genannt. Und wenn Malchut die Stufe, auf der sie steht, vollkommen erlangt, erlangt sie dadurch sich selbst. Dieser Zustand wird als Shabbat bezeichnet.

Wenn allerdings Malchut von den sechs Sefirot de SA empfängt, sollten sie (die sechs Wochentage) nicht wichtiger sein als MalchutShabbat (untere Sefira in Bezug auf jene, von denen sie empfängt)?

Die Wahrheit ist, dass alle Wochentage individuelle Stufen der Korrektur (Arbeit der Wochentage) darstellen, die ohne Malchut sind. Daher werden sie „Wochentage“ genannt, denn ein Parzuf ohne Malchut wird als verhüllte Stufe bezeichnet – unfähig, Licht zu empfangen und folglich ist er von der Heiligkeit getrennt. Schließlich gibt es bei der Abwesenheit von Malchut kein GaR des Lichtes Or Chochma. Und erst wenn Malchut im Parzuf enthüllt ist (was das Ankommen des Shabbat bedeutet), ist die Heiligkeit der GANZEN Stufe enthüllt: „GANZ“, weil alle sechs Tage das empfangen, was sie verdient haben und das Licht an allen Wochentagen dank ihnen allein scheint.

Als die ersten drei Tage der Schöpfung ChaGaT vor der Entstehung von Malchut entstanden, waren diese drei Sefirot ohne Licht, d.h. sie waren verhüllt. Und als Malchut erschien, kam der vierte Tag und die Wichtigkeit und Heiligkeit aller vier Tage manifestierten sich, denn Malchut vervollständigte die ganze Stufe, und dank ihr enthüllte sich die Perfektion der Schöpfung. In der Sprache der Kabbala wird das in der folgenden Art und Weise beschrieben: Die sechs Tage der Schöpfung sind Or Chochma und Shabbat ist Or Chassadim. Or Chochma ist an den Wochentagen präsent, aber kann aus Mangel an Or Chassadim nicht leuchten, und wenn Or Chassadim am Shabbat erscheint, leuchtet das vollständige Or Chochma dank des Or Chassadim vom Shabbat.

76) Es gibt Feuer, Wasser und Luft – ChaGaT – die drei Tage der Schöpfung. Obwohl sie die anfänglichen Himmlischen Grundlagen von allem Folgendem darstellen, sind ihre Werke solange nicht enthüllt, bis die Erde, mit der Malchut gemeint ist, sie enthüllt. Erst dann enthüllt sich das Werk jeder einzelnen Himmlischen Grundlage selbst. Daher wird die Kraft der drei ersten Tage erst am vierten Tag enthüllt.

77) Der dritte Tag könnte besser beschrieben werden als einer, der die Schöpfung der ersten drei Tage enthüllt, wie geschrieben steht: ES LASSE DIE ERDE AUFGEHEN GRAS. Denn bereits am dritten Tag fand die Enthüllung der Taten der Erde (Malchut) statt. Doch obwohl das am dritten Tag, Tiferet, geschrieben steht, war es tatsächlich der vierte Tag, Malchut. Malchut verband sich mit dem dritten Tag, weil Tiferet und Malchut untrennbar sind. Und dann enthüllte der vierte Tag seine Taten, um die Arbeit von jedem aus CHaGaT zu erhellen, weil der vierte Tag das „vierte Bein“ des Himmlischen Thrones ist (der Sefira Bina), dessen vier Beine CHaGaTuM (Chessed, Gwura, Tiferet und Malchut) sind.

Malchut enthüllt die Heiligkeit und spirituelle Kraft der drei Tage. Deshalb steigt Malchut auf und verbindet sich mit dem dritten Tag, so dass sich durch die Einheit dieser drei Tage (drei Linien) ihr erhabenes spirituelles Wesen enthüllt.

Daher steht geschrieben, dass die Handlung am vierten Tag enthüllt wird, weil nur Malchut ihre Enthüllung am Ende der drei Tage vervollständigt. Und danach traten noch weitere drei Tage aus, die NeHJ sind. Nach der Enthüllung der Heiligkeit der ersten drei Tage, CHaGaT, genannt „Patriarchen“, die das Wesen von SA sind, tritt SA in sie ein (sein Hauptteil ist offenbart), und die Zeit für die Söhne kommt (NeHJ, die letzten drei der sechs Schöpfungstage), um geboren zu werden.

Aus diesem Grund steht geschrieben, dass SA zum vierten Bein des Thrones von Bina bestimmt ist, und der Thron bleibt unvollkommen und unvollständig, bis sich sein viertes Bein (Wesen) manifestiert. Tatsächlich ist SA unvollständig, bis sich Malchut in ihm offenbart, also bis der vierte Tag erscheint. Und erst nach dem Auftauchen von Malchut kann SA die Söhne ins Leben rufen – die drei letzten Tage der Schöpfung.

78) Alle Handlungen aller Sefirot an den ersten drei Tagen der Schöpfung, CHaGaT, und an den letzten drei, NeHJ, hängen vom Tag des Shabbat ab, Malchut, GaR der vollständigen Stufe von SA und seiner Vollendung. Daher steht geschrieben: „UND DER SCHÖPFER RUHTE AM SIEBTEN TAG, SHABBAT“. Dies weist auf das vierte Bein des Thrones hin, da sowohl der siebte und der vierte Tag Malchut sind. Nur der vierte Tag ist Malchut, der die Sefira Tiferet von SA einschließt, von seinem Chase aufwärts. Auch der siebte Tag ist Malchut des vollkommenen SA, und sie verschmelzen miteinander von Angesicht zu Angesicht in einem Siwug.

Obwohl die ersten drei Tage, ChaGaT, mit dem vierten Tag enden (dem Ergebnis ihrer Handlungen), verbleiben sie dennoch nicht gänzlich vollkommen; ihre Vollkommenheit offenbart sich erst am Shabbat, zusammen mit den letzten drei Tagen, NeHJ.

Deshalb steht geschrieben, dass der Shabbat das vierte Bein des Thrones ist, auch wenn es der siebte Tag ist, denn obgleich er nach den Söhnen auftaucht, vervollständigt er auch die Handlungen der Patriarchen, weil die ersten drei Tage ihre Korrekturen nicht am vierten Tag vervollständigen, und ein siebter Tag, Shabbat, gebraucht wird, um sie zu vervollständigen.

Der Grund dafür ist, dass am vierten Tag Malchut im Zustand von Katnut ist, kleine Mondphase genannt. Als Ergebnis kehrt der Mond (Malchut) zum Zustand Shabbat zurück, wenn sich alles Licht aller Tage der Schöpfung offenbart und in ihr scheint. Deshalb wird das Licht der ersten drei Tage der Schöpfung nur am Shabbat enthüllt.

79) Doch wenn Shabbat Malchut ist, warum sagt dann die Tora, „Meine Shabbatot musst du einhalten“, was zwei impliziert? Es steht zu den zwei Teilen von Shabbat geschrieben: Die Nacht (Malchut) und der Tag (SA), der in Malchut scheint. Folglich gibt es keine Trennung zwischen ihnen, weil sie von Angesicht zu Angesicht in einem Siwug verschmelzen, und deshalb werden sie zwei Shabbatot genannt.

Er fragt: Zwei Malchujot (Mehrzahl von Malchut) vom vierten und siebten Tag sind vollkommen voneinander getrennt, wie geschrieben steht, „Du sollst meine Shabbatot einhalten“, was zwei impliziert? Doch wenn wir klären, dass sich der vierte Tag nur am siebten Tag in Vollkommenheit offenbart, dann wird deutlich, dass es nur einen Shabbat gibt. Doch was hier gemeint ist, ist SA und Malchut, die in der Heiligkeit des Shabbat scheinen, denn dieser Tag ist der männliche, schenkende Teil (Sachar), der sich im weiblichen Teil (Malchut oder Nukwa) offenbart. Daher werden sie Shabbatot genannt. Wenn sie jedoch in Vollkommenheit verschmelzen, werden sie zu einem einzigen Ganzen. Als Ergebnis nimmt auch SA den Namen Shabbat an.

80) Der Eseltreiber, der ihnen mit den Eseln folgte, fragte: „Warum wird gesagt ‚Du sollst die Heiligkeit fürchten?’“ Sie antworteten: „Dies bezieht sich auf die Heiligkeit des Shabbat.“ Der Eseltreiber fragte: „Was ist die Heiligkeit des Shabbat?“ Sie antworteten: „Es ist die Heiligkeit, die von Oben, von Aba we Ima herabsteigt.“ Er sagte zu ihnen: „Wenn dem so ist, dann sind die Shabbatot ohne Heiligkeit, denn die Heiligkeit steigt auf sie von Oben, von AwI herab.“ Rabbi Aba antwortete ihm: „Es ist tatsächlich so.“ Und es wird gesagt: „Und nenne den Shabbat ein Entzücken, einen heiligen Tag, der dem Schöpfer gewidmet ist.“ Shabbat und ein heiliger Tag werden getrennt erwähnt. Der Eseltreiber fragte: „Wenn dem so ist, was bedeutet ein heiliger Tag für den Schöpfer?“ Er antwortete: „Es ist dann, wenn die Heiligkeit von Oben herabsteigt, von Seir Anpin und den ShabbatMalchut – erfüllt.“ Der Eseltreiber warf ein: „Doch wenn die Heiligkeit von Oben herabsteigt, dann ist der Shabbat selbst kein heiliger Tag. Und doch steht geschrieben ‚Du sollst den Shabbat heiligen’ – also den Shabbat selbst.“ Rabbi Elazar sagte zu Rabbi Aba: „Lass diesen Mann in Ruhe, denn es ist viel Weisheit in ihm, von der wir nichts wissen.“ So sagte er zum Eseltreiber: „Sprich, und wir werden zuhören.“

Die Frage des Eseltreibers ist wie folgt: Wenn Shabbat Seir Anpin ist, warum wird er dann als heilig bezeichnet? Denn die Heiligkeit ist im Besitz von AwI, und nur AwI werden als heilig bezeichnet. Daher wandte er ein, dass der Shabbat von der Heiligkeit getrennt werden müsste. Shabbat (SA) ist an sich nicht heilig, sondern nur, wenn er Heiligkeit von Oben bekommt, von AwI. Und was Seir Anpin von AwI erhält, wird die Heiligkeit des Schöpfers genannt.

81) Der Eseltreiber sagte: „Es steht geschrieben ‚Shabbatot‘ – sind normalerweise zwei. Und dies verweist auf die Grenze des Shabbat, welche 2.000 Amah (Ellen) in jede Richtung von der Stadt umfasst. Daher wurde das Wort ‚Et‘ vor das Wort Shabbat gestellt, welches auf die Plural-Form hinweist – der obere Shabbat und der untere Shabbat verbinden sich zu einem.“

Obwohl gesagt wird: „Der Mensch soll am Shabbat sein Heim nicht verlassen“ (Shemot 16), wobei die Einzahlform verwendet wird, wird an vielen Stellen in der Tora das Wort ‚Et‘ benutzt; zum Beispiel im Satz: „Et 2.000 Amah in jede Richtung von seinem Ort aus”. Das Wort ‚Et’ besteht aus dem ersten und letzten Buchstaben des Alphabets. Aleph und Tav, und weist darauf hin, dass Malchut in die Verbindung mit Seir Anpin eintritt, was den Zustand des Shabbat anzeigt; dann wird das Licht von AwI enthüllt und leuchtet (als zusätzliches Leuchten) auf SoN (Seir Anpin und Nukwa). Denn AwI werden „zweitausend“ genannt und daher ist das Wort ‚Et’ hier gegenwärtig, um ein zusätzliches Licht für Shabbat zu kennzeichnen.

Es gibt einen Shabbat Oben und einen Shabbat unten: Der Obere Shabbat ist Parzuf Twuna und der untere Teil des Parzuf Bina, wohingegen der untere Shabbat der Parzuf Malchut ist – Nukwa de Seir Anpin der Welt Azilut. In der Welt Azilut wird der Parzuf Bina in zwei Parzufim unterteilt: Der Obere Teil von Bina wird Parzuf AwI und der untere Teil von Bina (der Teil, in dem sie Licht vom Höheren Teil empfängt, um es an SA weiterzugeben) wird Parzuf ISHSuT (Israel Saba we Twuna) oder einfach Twuna genannt. Die Beziehung zwischen Bina, AwI und Twuna gleicht der von Seir Anpin und Malchut. Bina wird die „Höhere Welt“ genannt und Malchut die „niedrige Welt“. Am Shabbat steigt SoN zu Bina auf, SA zu AwI und Malchut zu Twuna.

Am Shabbat verbindet sich Malchut mit Twuna. Doch das bedeutet nicht, dass keine Unterschiede zwischen ihnen übrigbleiben, denn Malchut empfängt das Licht von Twuna nur, weil sie auf Twunas Stufe aufsteigt. Denn an ihrem Platz auf der letzten, untersten Stufe der Welt Azilut ist Malchut unfähig, Licht von Twuna zu empfangen. Und in dem Maß, wie Malchut in ihrem herkömmlichen Zustand das Licht von Twuna noch nicht empfangen kann, wird sie als „geschlossen“ bezeichnet.

Auch Twuna leidet daran, dass Malchut an ihrem Ort kein Licht von Twuna empfangen kann. Denn die Enthüllung von Twuna ist nur durch Malchut möglich. Und da ihr Licht nur leuchtet, wenn Malchut zu ihr aufsteigt, fühlt Twuna den geschlossenen Zustand von Malchut und leidet somit auch.

82) Ein Shabbat blieb übrig, Oben nicht erwähnt und fühlte Scham. Sie sagte zu Ihm: „Schöpfer des Universums, von dem Tag an, als ich erschaffen wurde, werde ich Shabbat genannt, doch es gibt keinen Tag ohne Nacht.“ Der Schöpfer antwortet ihr: „Meine Tochter, du bist Shabbat und ich gab dir diesen Namen. Doch nun umgebe und schmücke ich dich mit dem erhabensten Schmuck.“ Dann erhob Er Seine Stimme und verkündetet: „Jene, die heiligen, sollen fürchten. Und es ist die Nacht des Shabbat, welche Furcht verströmt.“ Doch wer ist sie? Es ist das Zusammenfließen von Ich (Malchut, die Nächte des Shabbat) mit dem Schöpfer selbst (SA) zu einem einzigen Ganzen. Und ich hörte von meinem Vater, dass das Wort ‚Et’ sich auf die Grenzen des Shabbat bezieht. Shabbatot (zwei Shabbat) beschreiben einen Kreis und ein Quadrat darin, welche zwei sind. Dementsprechend gibt es zwei Heiligkeiten, die wir während des Shabbat Segens erwähnen müssen: „Vayechulu“ besteht aus 35 Worten und auch „Kiddush“ besteht aus 35 Worten. Zusammen ergeben sie die 70 Namen von Seir Anpin, mit welchen SA (der Schöpfer) und Malchut (die Versammlung Israels) sich schmücken.

83) Und da der Kreis und das Quadrat Shabbatot sind, sind beide in der Anleitung enthalten: „Haltet meine Shabbatot ein.“ Doch der Obere Shabbat ist in der Anleitung „einhalten“ nicht enthalten, sondern im „erinnern“, denn der Obere König, Bina, ist vollkommen wie Erinnerung. Daher wird Bina König genannt, dessen Vollkommenheit in Frieden und Erinnerung liegt. Daher gibt es Oben keinen Widerspruch.

Malchut de Malchut wird als zentraler Punkt der Schöpfung bezeichnet und empfängt selbst am Shabbat kein Licht, das sie als Manula (Schloss) für das Licht verschlossen ist. Und das gesamte Licht betritt sie ausschließlich in Form von Miftacha (Schlüssel) in Jessod von Malchut, in Malchut, die auf Bina und deren Besitztümer trifft, während Malchut selbst als „verschlossen“ gilt.

Der zentrale Punkt der Schöpfung ist das Einzige, das der Schöpfer erschaffen hat und er beinhaltet alle Geschöpfe, eingeschlossen die menschlichen Seelen. Und sie streitet mit dem Schöpfer, dass am Schöpfungsbeginn in der Welt Adam Kadmon das gesamte Licht enthüllt war, und dank ihr auf die Geschöpfe schien, denn es gab in AK keine andere Malchut, außer dem zentralen Punkt. Und nur wegen des Zimzum Bet (Zweite Einschränkung) nun in der Welt Azilut wurde sie eingeschränkt und am Empfang des Lichtes gehindert.

Und dies ist ein großes, wundervolles Geheimnis, denn als Malchut Einspruch erhob, auch am ersten Tag, wird gesagt: “Und es ward Abend und es ward Morgen – ein Tag.“ (Genesis, 1:6) Anders ausgedrückt enthüllt sich die Einheit nur in beiden, in der Nacht und dem Tag gemeinsam. Und warum wird die Nacht des ersten Shabbat in der Tora nicht erwähnt, sondern nur die Worte „am siebten Tag“ werden gewählt? Der Schöpfer antwortet Malchut, dass ein zukünftiger ShabbatShabbat des siebten Jahrtausends – beinhaltet sein wird, sobald der Tag des Shabbat kommt und für immer bleibt.

In der Zwischenzeit, im Lauf der 6000 Jahre, erhebt der Schöpfer Malchut zu Bina und als Ergebnis erhält sie himmlische Verzierungen, die größer sind als jene, die sie in der Welt AK hatte. Denn dort handelte sie als die Letzte aller Sefirot, doch nun stieg sie auf um auf dem Platz von GaR zu handeln, in AwI, welche Heilige der Heiligen genannt wird.

Wenn Malchut in Jessod ist, wird der Mangel an Chochma gespürt. Doch wenn Malchut zu AwI aufsteigt (wo Chassadim gegenwärtig ist und es keinerlei Bedürfnis nach Chochma gibt), wird dieser Zustand als vollkommen erachtet.

Malchut wird Furcht genannt, da sie durch ihr Verlangen zu empfangen eingeschränkt war, sich vom Empfang des Lichtes des Schöpfers fernzuhalten. Daher erhält sie in ihrem Verlangen zu empfangen kein Licht von Oben. Stattdessen erhält sie das Licht nur als Or Choser (Wiederkehrendes Licht), wenn sie auf den Gebrauch ihres Egoismus verzichtet.

Dies passiert auf folgende Weise: 1) Or Yashar kommt vom Schöpfer zu Malchut und möchte in sie eindringen (Malchut fühlt sowohl das Entzücken und ihr eigenes Verlangen, dieses zu genießen). 2) Weil sie wie der Schöpfer sein möchte, stößt Malchut das Licht zurück (verbietet sich selbst, das Entzücken zu genießen).

Der Verzicht auf egoistisches Vergnügen wird Or Choser genannt (Reflektiertes Licht), da Malchut das Licht von sich zurückhält. 3) Nachdem Malchut Or Choser erschuf, beginnt sie damit, Or Yashar darin zu empfangen (weil sie nur deswegen empfangen wird, weil der Schöpfer dies von ihr verlangt). Dieses Empfangen ist möglich, weil Malchut eine dem Egoismus entgegengesetzte Kraft besitzt, eine Willenskraft, die Schirm genannt wird.

Die spirituelle Welt ist ein Feld von Empfindungen, Verlangen und Kräften, die sich nicht in Schichten von Gewändern kleiden wie die Körper in unserer Welt. Ähnlich verweisen die Charaktere in der Kabbala nicht auf Bilder, sondern viel mehr auf Interaktionen zwischen Kräften und Eigenschaften.

Daher impliziert ein Kreis, dass das Licht uneingeschränkt auf jeden Platz in der gleichen Intensität scheint und sein Leuchten sich nicht ändert. Ein Quadrat oder Rechteck verweist auf Beschränkungen, welche Unterschiede zwischen den verschiedenen Seiten zur Folge haben: rechts, links, oben, unten. Daher hat der Kopf eine kreisrunde Form in Bezug auf die eckige Form des Körpers, denn der Rosh (Kopf) ist frei von Beschränkungen, doch VAK (der Körper) nicht.

Shabbat ist ein spiritueller Zustand, wenn SoN zu AwI aufsteigen und sie kleiden. In der Folge verschmelzen der untere Shabbat (SoN) und der Obere Shabbat (AwI) zu einem Ganzen. Der Obere Shabbat (AwI) wird mittels eines Kreises gekennzeichnet und der untere Shabbat (SoN) durch ein Quadrat. Am Shabbat verschmelzen SoN und AwI, was als Aufstieg des Quadrates und dessen Einfügung in den Kreis beschrieben wird.

Or Chochma ist durch den Buchstaben Ayin gekennzeichnet. Da Or Chochma sich nur während des Aufstieges des unteren Shabbat zum Oberen enthüllt, wird Or Chochma in zwei Teile untergliedert: Eine Hälfte für den Oberen Shabbat und eine für den unteren. Daher besteht die Passage von Vayechulu aus 35 Worten, welche sich zur Hälfte auf das Licht des Oberen Shabbat beziehen, wohingegen der Segen selbst aus 35 Worten besteht, die sich auf das halbe Licht des unteren Shabbat beziehen. Und die gemeinsame Seele, die „Versammlung Israels“ oder auch Malchut (Shabbat) genannt, wird mit diesem Licht geschmückt.

Da Kreis und Quadrat verschmelzen und den Namen Shabbatot annehmen, wird das Licht von beiden als Schutz (WÄCHTER) bezeichnet. Und da das Wort WÄCHTER auf Grenzen und Beschränkungen verweist, die man einhalten muss und deren Verletzung man fürchten muss, traten auch im Oberen Shabbat (als Kreis beschrieben) – wo es eigentlich keine Beschränkungen gibt – durch die Verschmelzung der beiden Shabbatot zu einem Ganzen Grenzen und Beschränkungen auf.

Der Obere Shabbat wird „ERINNERE“ genannt und nicht „BEACHTE“, da er völlig frei von Beschränkungen ist. Doch da er sich mit dem unteren Shabbat vereinigte, der „BEACHTE“ genannt wird, braucht auch er „WÄCHTER“, was sich üblicherweise auf Malchut alleine bezieht. Nur wegen Malchuts Aufstieg zu Bina erschien der Bedarf nach Bewachung, welcher in Malchut gegenwärtig ist, in Bina. Doch Bina selbst bleibt in der Eigenschaft von ERINNERN, da nur egoistische Verlangen nach Genuss BEWACHUNG brauchen

Der Obere Shabbat (Bina) wird mit den Buchstaben MI (= Mem-Jud) beschrieben. Der untere Shabbat (Malchut) wird mit den Buchstaben MA (= Mem-Hej) beschrieben und hat die Form eines Quadrates, was auf eine Kontroverse seiner Eigenschaften hinweist – die rechte und die linke Linie, welche dem Quadrat seine Form geben.

84) Es gibt unten zwei Arten von Frieden: Einer ist Jakob, Tiferet, und der andere ist Josef, Jessod. Deshalb steht Friede beim Gruß zweimal geschrieben: „Friede, Friede mit dem, der fern ist, und dem, der nah ist“. „Dem, der fern ist“ bezieht sich auf Jakob, und „dem, der nah ist“ auf Josef. Oder wie geschrieben steht, „Ich sehe den Schöpfer von ferne“, „Weit weg in der Ferne kam ich zum stehen“.

„Unten“ bedeutet SoN, und besitzt eine der Eigenschaften Jakob oder die Sefira Tiferet de SA. SoN besitzt auch die Eigenschaft mit Namen Josef oder Jessod. Diese beiden Sefirot deuten auf den Platz eines möglichen Siwug zwischen SA und Malchut hin, weil Frieden Siwug bedeutet. Der Obere Siwug (Jakob) ist für die Aufnahme von Or Chochma von Oben bestimmt, und der niedere Siwug (Josef) füllt Malchut nur mit Or Chassadim.

Es wurde bereits erwähnt, dass es unmöglich ist, Or Chochma zu empfangen, ohne dass es in Or Chassadim gekleidet ist. Das Or Chochma oder der Siwug, der darauf errichtet wird, wird deshalb als entfernt definiert, weil es zuerst in Or Chassadim gekleidet sein muss, bevor es Or Chochma empfangen kann. Daher steht geschrieben, „Ich sah den Schöpfer von ferne“.

Der niedrigere Siwug wird „der Nahe“ genannt, weil der Parzuf Or Chassadim ohne irgendwelche vorausgehenden Handlungen empfängt. Darüber hinaus empfängt der Parzuf mit Hilfe dieses Or Chassadim dann das Or Chochma. Deshalb wird das Wort „Frieden“ zweimal gebraucht: „Frieden, Frieden für den Entfernten und für den Nahen“ – ein Gruß an Jakob und Josef, beziehungsweise an beide, die am großen Siwug (dem Empfang von Or Chochma) in SA beteiligt sind.

Diese beiden Grüße werden in SoN als Quadrat definiert, weil es einen Konflikt zwischen der rechten und der linken Seite gibt, und sie enden im Buchstaben HejNukwa oder Malchut, wohingegen die Obere Nukwa (Bina) mit dem Buchstaben Jud endet, der nicht auf den weiblichen, sondern auf den männlichen Teil hinweist. Daher gibt es keinen Konflikt in ihr. Selbst die Begriffe „nah“ und „fern“ existieren in Bina selbst nicht, weil sie sich auf GaR beziehen, die Vollkommenheit, und GaR kann das Or Chochma in der Nähe empfangen, das heißt, sie müssen sich nicht zuvor in Or Chassadim kleiden, sondern sie können das Or Chochma ohne Or Chassadim empfangen. Daher heißt es, dass die Obere Malchut der König ist, der Frieden hat. So sind im Gegensatz zu SoN die zwei Begriffe von Frieden in ihm abwesend.

85) “Von ferne“ ist der Himmlische Ort, der in Seinem Palast steht und von dem gesagt wird „Du bist zu schützen“. “Du sollst Meine Heiligkeit fürchten“ bezieht sich auf den Punkt, der in der Mitte steht, der am meisten gefürchtet werden muss, denn seine Bestrafung ist der Tod, wie geschrieben steht, „Alle, die ihn übertreten, sollen umkommen“. Wer sind diese Sünder? Es sind diejenigen, die den Raum des Kreises und des Quadrates betreten haben und eine Sünde begingen. Daher steht geschrieben, „Du sollst fürchten!“ Dieser Punkt wird „Ich“ genannt, und seine Enthüllung ist mit einem Verbot belegt, HaWaYaH genannt. „Ich“ und HaWaYaH sind ein einziges Ganzes.

Rabbi Elazar und Rabbi Aba stiegen von ihren Eseln herab und küssten ihn. Sie sagten, „So groß ist deine Weisheit, und dennoch treibst du die Esel hinter uns an! Wer bist du denn?“ Er antwortete ihnen: „Fragt mich nicht, wer ich bin, sondern lasst uns weitermachen und die Tora studieren. Jeder von uns wird seine Weisheit aussprechen, um unseren Weg zu erleuchten“.

Der entfernte Punkt bezieht sich auf den Punkt, der den Weg zum Parzuf für zweiunddreißig Ströme von Or Chochma öffnet. Und das ist der Buchstabe im ersten Wort der Tora Bereshit, der „Punkt in der Halle“ genannt, von welchem aus Or Chochma absteigt zu SoN, wenn SoN zu AwI aufsteigt. Weil sich dann die beiden Shabbatot (der Obere – AwI und der niedrige – SoN) verschmelzen. Über sie steht geschrieben: „Aus der Ferne sah ich den Schöpfer“, weil SoN Or Chochma nicht empfangen kann, ohne in Or Chassadim eingekleidet zu sein.

Chochma und Bina, „Punkt in der Halle“ genannt, werden als „entfernt von SoN“ bezeichnet, weil sie die Kleidung von Or Chassadim von der niedrigeren Welt brauchen, Nukwa, MA genannt. Malchut der Welt von AK ist der zentrale Punkt, das „Schloss“ genannt, wohingegen Malchut der Welt von Azilut (der Punkt in der Halle) der „Schlüssel“ ist, weil das Licht von SAT de Bina (ISHSuT) in ihr empfangen werden kann.

Der Kreis wird AwI genannt, das Quadrat SoN. SoN steigt auf zu AwI und so betritt das Quadrat den Kreis. Folglich erscheinen in Malchut von AwI zwei Eigenschaften: das „Schloss“ (Malchut de Malchut, der zentrale Punkt oder Malchut de AwI), und der „Schlüssel“ (der Punkt in der Halle, Jessod de Malchut oder Malchut de ISHSuT). Malchut de AwI wird Raum genannt, weil sie unerreichbar ist, und derjenige, der sie mit Licht füllen möchte, wird mit dem Tod bestraft. Darüber steht geschrieben: „Du sollst Meine Heiligkeit fürchten“.

Der Punkt selbst wird „Ich“ genannt, und AwI ist HaWaYaH, das damit verschmilzt. Und sie werden als ein einziges Ganzes definiert; daher wird der Punkt selbst als AwI bezeichnet, d.h. dass er als heilig charakterisiert wird, als die Eigenschaft von AwI.

Wie bereits früher erwähnt wurde, sprechen der Sohar und die ganze Tora ausschließlich von spirituellen Stufen, der Struktur von spirituellen Welten, und der Enthüllung der Herrschaft des Schöpfers über uns. Es gibt kein Wort in der Tora, das sich auf unsere Welt bezieht. Die ganze Tora beinhaltet, wie gesagt wird, „Die heiligen Namen des Schöpfers“. Und jene, die sie mit ihren Kommentaren von ihren spirituellen Höhen auf die körperliche Ebene reduzieren, zerschlagen sie vollkommen. Wie Rashi sagt, „die Tora spricht bloß mit menschlicher Zunge, aber sie erzählt uns von den spirituellen Wegen des Menschen zu seinem Schöpfer. Wenn wir deshalb lesen, dass ein Rabbi einen anderen besuchen geht, dann ist die wahre Bedeutung, dass eine spirituelle Stufe, z.B. Rabbi Elazar genannt, zu einer anderen spirituellen Stufe, z.B. Rabbi Josi genannt, übergeht.

SA hat seine eigene AwI, die die Obere AwI genannt werden. Die Frau von SA (Nukwa oder Malchut) beinhaltet auch AwI, ISHSuT genannt. Zuerst erreicht SA AwI seiner Frau (ISHSuT oder Or Chassadim). Dann steigt er zu einer Höheren Stufe auf und erreicht AwI selbst – Or Chochma (auch Or Chaja genannt).

Die Gerechten, die auf die spirituellen Stufen aufsteigen, bilden die Bestandteile des Parzuf von SA. Da die Stufe von Rabbi Elazar und Rabbi Aba Or Chassadim ist (das Licht von Neshama), bedeutet dieser Aufstieg, dass er ging, um (spirituell) eine andere spirituelle Stufe zu sehen (in Or Chochma).

In den spirituellen Welten bildet der Eseltreiber eine besondere spirituelle Kraft, die den Seelen der Gerechten hilft, sich von einer spirituellen Stufe zu einer anderen zu bewegen. Ohne diese Hilfe, die von Oben durch den Schöpfer geschickt wird, ist es unmöglich, eine Stufe zu verlassen und zur Nächsten aufzusteigen. Daher schickt der Schöpfer eine Höhere Seele von Oben zu allen Gerechten (jenen, die aufsteigen möchten). Jeder empfängt seine eigene, entsprechend seiner Stufe, seiner Eigenschaften und seiner Absicht.

Und so misslingt es dem Gerechten zuerst, diese erhabene Seele zu erkennen; er betrachtet sie als zu gering, als dass sie ihn auf seinen spirituellen Weg anhaften könnte. Ein solcher Zustand wird Ibur genannt – Empfängnis der Seele des Gerechten. Da die Höhere Seele noch nicht ihre Hilfe und Absicht vervollständigt hat, wird sie vom Gerechten noch nicht als das wahrgenommen, was sie wirklich ist.

Nachdem sie jedoch ihre Aufgabe in ihrer Gesamtheit vervollständigt hat, bringt sie die Seele des Gerechten zu der Höheren Stufe, für die sie bestimmt ist. Dann enthüllt der Gerechte die erhabenen Eigenschaften der Seele, die ihm half. Dies wird als die Enthüllung der Seele des Gerechten bezeichnet.

In unserem Fall war die Seele, die geschickt wurde, um den Seelen von Rabbi Elazar und Rabbi Aba zu helfen, die Seele von Hamnuna Saba – eine sehr erhabene und perfekte Seele, das Licht von Yechida. Aber am Anfang enthüllte sie sich den Gerechten in ihrem kleinsten Ausmaß, Ibur genannt, Empfängnis (in den Empfindungen). Daher nahmen sie sie als die Stufe eines spirituellen Eseltreibers wahr – eine einfache Seele.

Das hebräische Wort für Esel ist „Chamor“, was auch Materie bedeutet, „Chomer“. Folglich steigt jemand, der seinen Esel, seinen Körper und seine Wünsche kontrollieren kann, als spirituelles Wesen über die Materie. Und weil er wünscht, sich in seinen Verlangen über die Materie zu erheben, wird er als Gerechter betrachtet. Hier spricht der Sohar allerdings von Höheren Stufen.

Es ist die Aufgabe des Eseltreibers, die Reiter auf ihren Eseln von Ort zu Ort zu bringen; aber er geht vor seinen Eseln her und dadurch führt er sie durch die spirituellen Stufen. Da jedes Wort in der Tora wegen der Vielfalt der Oberen Wurzeln (von wo die Begriffe der Worte absteigen) mehrere Bedeutungen hat, wird der Begriff eines „Eseltreibers“ eher als „Eselführer“ bezeichnet, und das beinhaltet Eigenschaften, die grob, sündhaft und sehr niedrig sind.

Deshalb sagte Rabbi Aba: „Lasst uns die Tore der Tora öffnen, denn die Zeit ist für uns gekommen, den Weg zu korrigieren“, also ihre Seelen mit Hilfe der Geheimnisse der Tora zu öffnen, damit ihr Weg richtig sein und sie zum Schöpfer führen möge. Dann begann Rabbi Elazar eine Stelle aus der Tora zu erörtern, die besagt, „Ihr sollt meine Shabbatot einhalten“, da er mit seinen Eigenschaften auf dieser Stufe stand (das Licht von ISHSuT). Deshalb schloss er daraus, dass der Shabbat selbst die Eigenschaft von SoN ist, die noch nicht die Eigenschaft der Heiligkeit erreicht hat, sondern nur das Licht von ISHSuT am Shabbat empfängt. Über dieses Licht steht geschrieben, „Du sollst meine Heiligkeit fürchten“, denn wenn Or Chochma von ISHSuT zu SA übergeht, erweckt das Furcht bei ihnen.

Und hier erhalten sie die Hilfe des Eseltreibers, der ihnen das Geheimnis von Or Chaja enthüllt. Er erklärt, dass der Ausdruck „Ihr sollt meine Shabbatot einhalten“ die Oberen und die niedrigen Shabbatot bezeichnet, die wegen des Aufstiegs von SoN zu AwI zusammenkommen. Als Ergebnis werden SoN selbst heilig (das Quadrat im Kreis) und erwerben die Eigenschaften von Bina: Gnade, Altruismus, Or Chassadim. Im Hinblick darauf steht daher geschrieben: Fürchte nicht und halte ein. Denn das Or Chaja weist fremde, unreine Kräfte und Wünsche zurück, und alle Einschränkungen werden am Shabbat aufgehoben; somit gibt es keine Furcht.

Und nach der Erklärung des Eseltreibers bezieht sich der Ausdruck „Du sollst Meine Heiligkeit fürchten“ nur auf den zentralen Punkt, der in GaR de AwI wirkt, in GaR des Or Chaja, welches unerreichbar ist und wo die Furcht existiert.

Somit hat die Seele des Eseltreibers ihre Rolle erfüllt, weil sie sie zur Erlangung von Or Chaja brachte. Erst dann hatten sie die Erlangung der Höhe der Seele verdient, die ihnen geholfen hatte, da sie ihre Enthüllung verwirklichten, und somit waren sie in der Lage, sie wertzuschätzen.

Deshalb stiegen Rabbi Elazar und Rabbi Aba von ihren Eseln ab und küssten ihn, weil die Erlangung des Höheren als „Kuss“ bezeichnet wird. Jedoch hat diese erhabene Seele ihre Aufgabe noch nicht vollendet: Sie muss ihnen noch helfen, Or Yechida zu erreichen. Doch da die Erlangung von Or Chaja bereits für Vollkommenheit sorgt, haben sie dadurch bereits die Stufe des Sohnes von Rabbi Hamnuna Saba erreicht.

Die Ebene von Hamnuna Saba selbst ist die Stufe der Erreichung von Or Yechida. Nachdem sie nur Or Chaja erlangten, dachten sie daher zunächst irrtümlich, dass die Seele, die sie führte, zum Sohn von Rabbi Hamnuna Saba gehörte. Nachdem jedoch der Eseltreiber ihnen das Geheimnis der Erlangung des Or Yechida enthüllt hatte, begriffen sie, dass ihr Begleiter kein anderer als Rabbi Hamnuna Saba selbst war.

Und der Grund dafür, weshalb sie ihn vorher nicht erkennen konnten, ist der, dass die Kräfte der helfenden Seele solange nicht gesehen werden können, bis ihre Rolle erfüllt ist. Daher baten sie ihn, seinen Namen zu enthüllen, aber er sagte ihnen, dass sie sich nicht nach seinem Namen erkundigen sollten, denn ohne alle Korrekturen vervollständigt zu haben, verdienen sie nicht die Enthüllung der Geheimnisse der Tora. Und er muss ihnen bei ihrem Studium der Tora helfen und ihren Weg erleuchten, denn sie haben noch nicht das gewünschte Ziel erreicht.

86) Er sagte ihm: “Wer hat dich hier als Eseltreiber eingesetzt?” Er antwortete: “Der Buchstabe Jud führte Krieg mit zwei Buchstaben, Kaf und Samech, damit ich kommen und mich einmischen würde. Der Buchstabe Kaf wollte seinen Platz nicht verlassen, da er jene unterstützen muss, die fallen, denn ohne Schirm kann man nicht überleben.

87) Der Buchstabe Jud kam alleine zu mir, küsste mich und weinte mit mir. Er sagte zu mir: “Mein Sohn, was kann ich für dich tun? Ich verschwinde aus vielen guten Taten und aus den geheimen, überirdischen grundlegenden Buchstaben. Doch ich werde zu dir zurückkehren und dir eine Hilfe sein. Und ich werde dir zwei Buchstaben geben, welche erhabener sind als jene, die verschwanden – die Buchstaben Jud und Shin. Sie werden ein Schatz für dich sein, der sich nie verringert. Daher gehe und treibe die Esel, mein Sohn.” Und das ist der Grund, warum ich hier diese Rolle spiele.

Wie wir bereits wissen, ist der Eselreiber eine helfende Kraft für jemand, der eine höhere Stufe auf seinem spirituellen Weg zum Schöpfer erklimmen möchte, so wie die Esel Menschen auf ihrem Rücken tragen und ihnen dabei helfen, von einem Ort zum anderen zu gelangen. Wenn dies geschieht, fällt der Gerechte von seiner vorherigen Stufe ab und betritt den Embryonalzustand der neuen Stufe, genauso wie die Seele, die gekommen ist, um ihm zu helfen. Doch die Eigenschaft von Ibur – Embryo (Ibur stammt auch vom Wort „Haavarah, übertreten“ ab) bedeutet, dass das gesamte Licht der vorherigen Stufe bei der Empfängnis (Ibur) einer neuen Höheren Stufe erlischt.

Und das wollten sie vom Eseltreiber wissen: „Wie brachte der Schöpfer dich hierher in den Zustand Ibur, in unseren Zustand von Ibur, infolgedessen das Licht in uns erlosch? Wer lässt dich von den Höheren Stufen absteigen?“ Daher antwortet der Eseltreiber, dass der Buchstabe Jud gegen die Buchstaben Kaf und Samech Krieg führte, um auf sie zu treffen. Die Stufe von Chassadim wird Samech (Or Neshama) genannt.

„Sobald die Zeit für dich gekommen ist, Or Chaja zu empfangen (Jud von HaWaYah, die Stufe, von welcher Ich herabstieg, um dir zu helfen, Or Chaja zu erlangen), will Chochma wirklich Or Neshama (was ursprünglich in dir war) mit mir verbinden. Und hier kämpft Jud gegen Kaf und Samech. Malchut des Höheren Parzuf kleidet sich in den unteren Parzuf, welcher durch den Buchstaben Kaf beschrieben wird. Es war gewöhnlich Or Neshama dort, doch nun ist Or Chaja dort, wohingegen Jud, welche ebenfalls Or Neshama anstrebt, sich damit verbindet und Kaf abstößt.“

Weil die Verbindung zwischen den Stufen – von der höchsten Stufe in der Welt Azilut bis zum Ende der Welt Assija – nur durch Malchut des Höheren verwirklicht wird, welche zur unteren absteigt und sich in sie kleidet. Malchut des Höheren kann keinen Moment lang von selbst aus von ihrem Zustand ISHSuT (die Stufe von Neshama) absteigen, da die Kette der verbundenen Stufen dadurch sofort unterbrochen würde.

Die Eigenschaft von Samech ist die Eigenschaft des Lichtes selbst, welches die Seele von den Sefirot CHaBaD CHaGaT von AwI (über Chase) empfängt und welches AwI an SoN weitergibt, solange die Buchstaben in Katnut sind, und sie unterstützt (das hebräische Wort für Unterstützung ist Somech und stammt vom Buchstaben Samech ab), damit SoN nicht von Azilut abfallen.

Der Buchstabe Kaf, Chassadim, will seinen Platz nicht verlassen und Chochma treffen, da er den Höheren Parzuf mit dem unteren verbinden muss. Daher muss er immer an seinem Platz bleiben, denn alle Stufen sind konstant. Nur die Seele verändert sich, während sie in den Welten von einer Stufe zur anderen wechselt. Daher wird die Seele in Bezug auf die Welt (äußerer Teil) als „innerer Teil“ beschrieben – die Seele existiert und bewegt sich innerhalb der Welt, indem sie ihre Eigenschaften verändert.

Daher wünschte das Licht der Seelen nicht, auf den Buchstaben Jud zu treffen (Stufe von Chochma, die Seele von Rabbi Hamnuna-Saba), als er herabstieg, um Rabbi Elazar und Rabbi Aba zu helfen. Denn sie benötigten ein neues Licht, das in ihnen eine neue Stufe erbauen würde, die Stufe des Or Chaja, da jede neue Stufe aus nichts erbaut wird, aus der Stufe Ibur (Empfängnis). Sobald dies geschieht, erlischt die gesamte vorherige Stufe samt all ihrem Licht. Und das Gleiche gilt in ihrem Fall: Die neue Stufe entsteht mit Ibur und erreicht die Stufe Chaja. Dies gleicht einem Samen, der zunächst seine vorherige Form ablegen und in der Erde verrotten muss, um danach zu einem Baum heranzuwachsen.

Daher steht geschrieben, er kam zur mir ohne Licht von CHaBaD ChaGaT de AwI, genannt Samech, das Licht von Chassadim. Samech ist die Eigenschaft der Barmherzigkeit, des selbstlosen Verlangens zu geben, purer spiritueller Altruismus. Daher ist sie unwillig, Jud, Or Chochma, zu treffen. Und doch kann Chochma den Parzuf nicht betreten und füllen, ohne zuerst in Or Chassadim gekleidet zu sein. Denn diese Kleidung des Or Chochma in Or Chassadim bedeutet, dass der Parzuf Or Chochma nicht für sich selbst empfängt, sondern um des Schöpfers willen. Doch Or Chassadim, Samech, will nichts in sich selbst empfangen; sie will mit Or Chochma nichts zu tun haben. Daher weinte der Buchstabe Jud, da er den Parzuf nicht mit seinem Licht erfüllen konnte, denn Chassadim lehnte es ab, Chochma zu akzeptieren.

Es bezieht sich darauf: „Daher muss ich verschwinden und du, der Eseltreiber, begib dich in den Zustand von Ibur, damit mit dir die Stufen der schrittweisen Entwicklung eines neuen Zustandes des Parzuf erbauen werden kann: Ibur (Embryo), Leidah (Geburt), Yenika (Pflege) und Mochin (Erwachsen sein).

Und wisse, dass so die Reihenfolge (der Zeugung) jeder neuen Stufe ist: Immer wenn eine neue Stufe erreicht wird, muss er (in seinen Eigenschaften) ein völliges Verschwinden der vorherigen Stufe (Stufe der Erreichung, Licht) durchlaufen und von Neuem beginnen. Er muss neue Erkenntnisse erlangen, von der niedrigsten Stufe, Or Nefesh (Ibur) bis Or Ruach (Yenika) und so weiter, als hätte er zuvor noch nie eine spirituelle Stufe erreicht.

Es ist unmöglich, etwas von der vorangegangenen Stufe mitzunehmen. Daher muss man von Neuem bei der niedrigsten Stufe von Ibur beginnen, die auch ESELTREIBER genannt wird. Or Chaja von AwI wird JESH (Jud – Shin) genannt, wobei Jud Chochma gleicht und Shin gleicht Bina. Und natürlich sind sie wichtiger als Or Neshama, welches sich im Parzuf vor ihnen befand.

88) Rabbi Elazar und Rabbi Aba freuten sich, weinten und sagten: „Du sitzt auf dem Esel, und wir werden ihn treiben.“ Er antwortete: „Hatte ich euch nicht gesagt, dass es der Befehl des Königs ist, dass ich so handle, bis ein anderer Eseltreiber erscheint?“ (dies verweist auf den Messias, der als Bettler auf einem Esel reitend beschrieben wird). Sie sagten zu ihm: „Du hast uns nicht einmal deinen Namen gesagt! Wo wohnst du?“ Er sagte ihnen: “Mein Wohnsitz ist wunderschön und mir sehr wertvoll. Es ist ein Turm, der in der Luft schwebt, groß und einzigartig. Nur zwei leben in diesem Turm: Der Schöpfer und ich. Das ist der Ort, wo ich wohne. Und ich wurde von dort verbannt, um die Esel zu treiben.“ Rabbi Elazar und Rabbi Aba blickten ihn an und seine Worte waren für sie unverständlich, da sie süßer schmeckten als Manna und Honig. Sie sagten zu ihm: „Vielleicht sagst du uns den Namen deines Vaters, damit wir die Erde unter seinen Füßen küssen können?“ Er antwortete: „Wozu? Für gewöhnlich brüste ich mich nicht mit der Tora.“

Nachdem sie die Größe der Stufe des Eseltreibers erlangten, konnten sie seinen kleinen Zustand von Ibur nicht länger ertragen, welchen er um ihretwillen annahm. Daher sagten sie ihm, dass sie bereits Or Chochma erreicht haben, er genug getan habe und nun seinen Zustand Ibur verlassen könne. Und sollte ein Bedarf entstehen, dass ihnen irgendetwas hinzugefügt werden müsse, könnten sie Ibur von sich aus betreten und er müsse nicht länger um ihretwillen leiden.

Doch der Eseltreiber warnte sie bereits im Voraus, nicht nach seinem Namen zu fragen, da sie noch einige Enthüllungen der Geheimnisse der Tora benötigen würden. Noch einmal wies er darauf hin, dass ihnen Or Yechida fehlte, was sich hier zeigt. Diese Stufe verweist auf den Empfang des Lichts des Gesichts des Messias, den er erwähnte, als er auf den armen Eseltreiber verwies, wie ihn ein Prophet beschrieben hatte (Zacharias, 9:9). Und der Schöpfer gebot ihm, ihnen dabei zu helfen, Or Yechida zu erlangen.

Das ist der Grund, warum sie ihn nach der Art seiner Seele fragten: „Weil du deinen Namen nicht nennen wolltest, haben wir von dir noch nicht erlangt, was wir erreichen müssen. Wenn dem so ist, sag uns zumindest, wo du lebst, was deine Stufe ist. Dann werden wir wissen, woran es uns mangelt und was wir noch empfangen und von dir erlangen müssen.“

Er antwortete, dass sein Ort viel höher sei als sein gegenwärtiger, denn nun kann er selbst seine individuelle Stufe erreichen. Dies ist das Ergebnis des Höheren Parzuf, der sich an den Platz des niedrigeren begibt und damit ident wird; und dann (in diesem Zustand) kann der Höhere Parzuf seine eigene Stufe nicht länger halten. Der Turm, der in der Luft schwebt, ist Bina, Chassadim. Der Turm des Messias (der große Turm) verweist auf die Zeit (Zustand) des Aufstiegs zu GaR de AA, wenn Or Chochma erreichbar ist.

89) Aber der Ort der Wohnung meines Vaters war in dem Großen Meer. Und er war ein großer Fisch, der beständig das Große Meer umkreiste, von einem Ende zum anderen. Und er war mächtig und er wurde alt, bis er sich alle anderen Fische des Sees einverleibte. Und dann befreite er sie und sie gediehen und wurden mit dem Allerbesten der Welt erfüllt. Und es war in seiner Macht, das ganze Meer in einem Augenblick zu durchschwimmen. Und Er zog ihn heraus und fing ihn mit einem Pfeil ein, wie ein Krieger, und brachte ihn zu dem Platz, von dem ich euch erzählt habe, zu dem Turm, der sich bis in die Luft erhebt, doch er kehrte an diesen Platz zurück und verschwand in diesem Meer.

Der enthüllte Siwug wird Shaar HaNun (das fünfzigste Tor) genannt. Das Große Meer ist Malchut. Alle Siwugim vom Parzuf Atik de Azilut und darunter schließen das Große Meer in ihrer Ganzheit nicht ein, alle Sefirot de Malchut, sondern nur die ersten neun Sefirot de Malchut. Außerdem schließt keiner der Siwugim Malchut de Malchut ein.

Diese Sefira Malchut de Malchut ist die einzige Schöpfung, weil alle anderen Sefirot Eigenschaften von spirituellen Kräften und Verlangen oberhalb von Malchut bilden, die im Schöpfer existieren und sie zu Ihm zurückführen, was der einzige Zweck der Korrektur von Malchut de Malchut ist. Der einzige Siwug auf dieser Malchut existiert in Atik, und er wird allen erst am Ende der Korrektur enthüllt werden.

Rabbi Hamnuna-Saba ging aus diesem enthüllten Siwug in Atik hervor; daher nannte ihn der Eseltreiber „mein Vater“. Und er sagte, dass sein Vater in dem Großen Meer lebte, so wie dieser Siwug auf der ganzen Malchut war, auf Malchut de Malchut, „Großes Meer“ genannt.

Doch wenn man darlegt, dass alle Parzufim einen Siwug auf dem Licht mit einem Schirm machen, der vor Malchut steht, dann wurde dieser Siwug auf dem fünfzigsten Tor gemacht, mit allen Teilen des Verlangens, in der vollen Tiefe des Großen Meeres (Malchut), hinunter zu ihren allerletzten Verlangen und Wünschen, von Keter de Malchut zu Malchut de Malchut, von einem Ende zum anderen Ende des Großen Meeres. Trotzdem geschieht dies nur im Parzuf Atik de Azilut, aber nicht darunter. Und es ist nicht der Eseltreiber selbst, sondern sein Vater. Es geschieht, weil der große Siwug alle anderen einzelnen Siwugim (“verschlingt alle anderen Fische im Große Meer“) und alle Seelen in allen Welten aufnimmt, denn sie sind alle viel schwächer als er. Daher ist es, als existierten sie nicht in seiner Größe und Macht. Und da er absolut alles einschließt, werden sie Nunin genannt, vom Buchstaben Nun (50).

Das zeigt, dass nach all den großen Korrekturen, die diesem großen Siwug folgen, all diese Lichter und Seelen, die während ihres Siwug aufgenommen wurden, umkehren und für ein ewiges Leben neu geboren werden, denn sie sind als Ergebnis dieses großen Siwug vollkommen mit Licht erfüllt, nachdem das Licht sie vollkommen aufgenommen hat.

Alle Siwugim unterhalb des Parzuf Atik stammen von der Vereinigung der Sefirot miteinander. Diese Vereinigungen werden als Unterbrechungen in einem Siwug bezeichnet, während der Siwug in Atik direkt ist und ohne Vereinigung. Daher wird er „Augenblick“ genannt, da er ununterbrochen weitergeht. Es steht deshalb geschrieben, dass „er das ganze Meer in einem Augenblick durchkreuzte“, ohne Vereinigung der Kleidung. Und es gipfelt in eine Attacke, denn es gibt dort in diesem Siwug eine große Kraft des Empfangens von Or Chochma; daher sagte er: “Zeugt, wie ein Pfeil in den Händen eines Kriegers.“

Über diesen Siwug im Parzuf Atik steht geschrieben: „Niemand außer dir sah den Schöpfer“. Allerdings ist ohne die Kräfte des Widerstands keine Geburt möglich, wie geschrieben steht: „Der Samen, der nicht wie ein Pfeil abgeschossen wird, zeugt nicht.“ (Talmud, Hagigah, 16). Daher kehrte er, nachdem er mich gezeugt und im Großen Turm versteckt hatte, zu seinem verhüllten Siwug zurück.

90) Rabbi Elazar sann über seine Worte nach und antwortete: „Du bist der Sohn der Heiligen Quelle, du bist der Sohn von Rabbi Hamnuna-Saba, du bist der Sohn der Quelle der Tora, und du treibst Esel hinter uns!“ Sie weinten und küssten ihn und setzten ihre Reise fort. Dann sagte er: „Wenn es unserem Meister gefällt, lass ihn uns seinen Namen enthüllen.“

Es steht geschrieben „blickte“, weil Blick Chochma bedeutet und keine anderen Worte, wie „sagte“, „hörte“ (Bina) oder „dachte“ an seiner statt benutzt werden könnten. Nachdem sie noch nicht das volle Ausmaß der Perfektion erreichten, was der Eseltreiber ihnen gesagt hatte, und ihre Erlangung nur so hoch reichte wie Or Chaja, waren sie erfreut über das, was durch Rabbi Hamnuna-Saba gezeugt worden war, denn Rabbi Hamnuna-Saba ist Or Yechida.

Er bat ihn, seinen Namen zu enthüllen; das bedeutet, seine Stufe zu erreichen, denn die Erlangung eines Namens kennzeichnet das Erreichen der spirituellen Stufe. Daher bedeutet „die ganze Tora enthält nur die Namen des Schöpfers“, dass die ganze Tora die Stufen darstellt, die man erreichen muss, bis hin zur Allerhöchsten, die „Liebe“ genannt wird (Einführung in das Studium der Zehn Sefirot, Punkt 70-71).

Jede Stufe im Erreichen der Höheren Welten hat ihren eigenen Namen. Die Namen des Schöpfers sind: Moses, Pharao, Abraham, der Tempel, Sinai – jedes einzelne Wort in der Tora sind Stufen zur Wahrnehmung des Schöpfers – Stufen, Ihn zu erreichen, denn es existiert nichts außer dem Menschen und dem Schöpfer. Alles andere, das in der Welt existiert, sind scheinbar verschiedene Stufen unserer Wahrnehmung des Schöpfers selbst. Er mag uns als diese Welt erscheinen, und als Welt Assija oder Yezira, Brija, Azilut oder Er mag vollkommen enthüllt werden, ohne teilweise Verhüllung der spirituellen Welt oder totale Verhüllung unserer Welt. Daher ist das Wort Olam (Welt) von Haalamah (Verhüllung) abgeleitet.

91) Er hob an und begann. Es ist geschrieben, „Benayahu (Benaiah) Ben (der Sohn von) Yehoyada (Jehoiada)“. Diese Erzählung ist wundervoll, aber sie dient dazu, uns die erhabenen Geheimnisse der Tora zu zeigen. Und der Name Benayahu Ben-Yehoyada verweist auf das Geheimnis des Lichtes der Weisheit, Or Chochma. Ben Ish Chai ist der Gerechte, der die Welten wiederbelebte. Rav Paalim meint, dass Er der Meister von allem ist, das hervorkommt und dass alle Kräfte und Himmlischen Scharen von Ihm stammen. Er wird der Schöpfer der Kraft, der Meister von Allem genannt, und Er ist alles.

Bei den Propheten steht geschrieben: „Benayahu, der Sohn von Yehoyada“ (Samuel II, 23:30). Hier enthüllt uns der Sohar erhabene Geheimnisse der Tora, da der heilige Name Yehoyada aus zwei besteht: Jud-Hej-Waw, die ersten drei Buchstaben von HaWaYah und Yeda (Wissen).

Keter der Welt Azilut wird als RADLA (unerreichbarer Kopf) bezeichnet, wohingegen Atik selbst alle anderen Parzufim der Welt Azilut umgibt – AA, AwI und SoN. Atik wird Makif (umgebend) genannt, da die anderen unteren Parzufim ihn oder seinen Siwug nicht erreichen können. Sie können überhaupt nichts erreichen, das von ihm kommt. Mit anderen Worten steigt nichts von Atik zu den unteren Parzufim ab. Selbst AA ist vor ihnen verborgen; daher wird er „verhüllte Chochma“ genannt. Aber sie wird nicht als unerreichbar angesehen, wie Atik, da sie einen Siwug auf Or Chochma beinhaltet. Dennoch steigt dieses Licht nicht zu den unteren hinab, sondern nur ein kleines Leuchten davon, welches He’arat Chochma genannt wird, erreicht sie.

Und das ganze Licht, das die Welten im Laufe der 6.000 Jahre erfüllt, kommt von AwI und ISHSuT, die als Chochma der 32 Wege oder 32 Kräfte (Elokim) der Schöpfung, sozusagen als 32 Arten von He’arat Chochma, bezeichnet werden. Dieses Licht von Chochma ist das Ergebnis des Aufstieges von Bina zu AA, wo sie Or Chochma erhält und nach unten leuchtet. Daher ist das ganze Licht Chochma, welches im Laufe von 6.000 Jahren enthüllt wird, vor dem Ende der Korrektur nicht mehr als das Licht von Bina, welches Or Chochma beim Aufstieg zu AA erhielt.

AA wird Yeda (Wissen) genannt, da er Or Chochma an Bina gibt und alle Wege des Or Chochma zu Bina und durch sie an die unteren kennt. Während des Siwug gibt AA selbst sein Licht nicht nach unten weiter, doch wenn AwI zu AA aufsteigen, erhalten sie Or Chochma, welches „32 Ströme“ oder „Wege der Weisheit“ genannt wird, die von den unteren erreicht werden können.

Alles im Sohar bezieht sich auf die Seelen im Allgemeinen. Doch es gibt Ausnahmen, die üblicherweise nicht studiert werden. Es gibt besondere, erhabene Seelen, die würdig sind, ein Kli zu werden, MAN für den großen Siwug von RADLA nach ihrem Exil, und die von diesem Siwug in der Höheren Welt die Stufe Yechida erhalten. Dies sind die Seelen von Benayahu Ben-Yehoyada, Rabbi Hamnuna-Saba und einigen wenigen Auserwählten. Diese erhabenen Seelen enthüllen sich selbst den Gerechten in dieser Welt und als Ergebnis werden die Gerechten des Entzückens in Or Yechida würdig, welches nur in solch erhabenen Seelen leuchtet, während sie sich noch in dieser Welt aufhalten.

Daher weist der Name Benayahu Ben-Yehoyada darauf hin, dass er von der inneren Weisheit abstammt, dem unerreichbaren Licht Chochma von Atik. Der Begriff verursacht auch die Verhüllung des Or Chochma, weil der Begriff Yehoyada (Jud-Hej-Waw+Yeda) bedeutet, dass nur derjenige, der die ersten drei Buchstaben Jud-Hej-Waw des Namens des Schöpfers erlangt, Ihn erlangen wird und kein anderer.

Daher bleibt der Begriff an seinem Platz verhüllt. Zuerst erklärt der Eseltreiber die Eigenschaft des Siwug in Atik – seine Höhe, die Kraft des Lichtes, welches auf ihm im Rosh de Atik erscheint, worauf der Name dieses SiwugBen Ish Chai Rav Paalim ve Mekabtziel“ hinweist. Dann erklärt er, was verhüllt ist und was zu den Seelen herabsteigt.

Wir sagten bereits, dass dieser Siwug am Ende der Korrektur der gesamten Malchut erscheint. Hier beinhaltet er alle individuellen Siwugim und Stufen, die auf ihnen während der 6.000 Jahre erscheinen. Alle Lichter akkumulieren zu einem. Alle Arten von MAN verschmelzen zu einem und steigen auf, um um diesen Siwug zu bitten, welcher alle Leiden und Bestrafungen beinhaltet, die sich stufenweise im Lauf der 6.000 Jahre angesammelt haben.

Daher sind die Höhe und die Größe dieses Siwug und die Stufe des Lichts, welche aus ihm hervorkommen, unbestimmt und er zerstört alle unreinen Kräfte ein für alle Mal. Jessod von SA, von wo das Licht dieses Siwug (Kombination aller Lichter im Lauf der gesamten 6.000 Jahre) austritt, wird Ish Chai Rav Paalim genannt – ein anschaulicher Mensch mit vielen Handlungen. Doch Malchut, die in sich alle MAN, Leiden und Arbeit beinhaltet, welche in den 6.000 Jahren vollbracht wurde, wird Mekabtziel (der, der versammelt) genannt.

Der Sohar nennt ihn auch Zadik Chai Olamim – den Rechtschaffenen, der die Welten empfängt, denn dadurch verweist er auf die Sefira Jessod, welche Licht an Malchut gibt. Die Sefira Jessod hat keinen Ort, das Licht für sich selbst zu empfangen. Daher lebt sie (Chai) nur, um Licht an Malchut zu geben. Daher wird er auch Zadik (Gerechter) genannt, der die Welten empfängt (Chai Olamim).

Sein anderer Name, Rav Paalim (viele Handlungen vollbringend) weist darauf hin, dass er alle MAD von allen guten Taten und allen Stufen beinhaltet, die während der 6.000 Jahre enthüllt wurden. Denn all diese Stufen werden nun auf einmal in einem kumulierten, integralen Licht enthüllt, wenn sie Jessod verlassen und Malchut betreten. Und da Jessod nun das ganze während der 6.000 Jahre ausgeströmte Licht in sich sammelt und an Malchut weitergibt, legt diese Handlung den Namen fest: Rav Paalim.

92) Rav Paalim ist auch Mekabziel – der Erhabene Baum, der sammelt und viele Handlungen vollführt, die Höchsten von allen. Woher kam er? Aus welcher Stufe stammt er? Neuerlich verweist die Quelle auf – von Mekabziel, da er ein erhabener und verhüllter Grad ist, den niemand jemals gesehen hat. Er beinhaltet alles, da er das ganze Höhere Licht in sich sammelt und alles geht von ihm aus.

MalchutNukwa wird auch Mekabziel genannt, da sie das gesamte Licht von Jessod in sich empfängt und sammelt. Daher heißt Jessod Rav Paalim. Die Stufe, die auf diesem Siwug erscheint, wird „Höchster und Erhabenster Baum“ genannt, die aus Jessod stammte und Malchut betrat. Der Sohar erklärt weiter, dass der Name Mekabziel (sammeln) genutzt wird, um uns die Eigenschaft und den Ursprung dieser erhabenen Stufe zu zeigen: Jessod häuft das Höhere Licht an und gibt es an Nukwa. Und sowohl Jessod wie auch Malchut werden Mekabziel genannt.

Und die Stufe, die auf diesem Siwug von Jessod und Malchut erscheint, wird „Niemand außer dir hat den Schöpfer gesehen“ genannt. Diese Stufe erscheint, nachdem die vollständige Korrektur erreicht wurde, welche alle vervollständigt. Daher wird diese Stufe als alles einschließend definiert, da sie das ganze Licht der 6.000 Jahre sammelt und dadurch zeigt sie sich umgehend in ihrer wahren Perfektion.

93) All diese Stufen versammeln sich in dieser Höheren, Heiligen und Verhüllten Halle, wo alles verhüllt ist. Alle Welten befinden sich in dieser Halle. All die Heiligen Kräfte werden durch sie aufrechterhalten und wiederbelebt, und alle hängen von ihr ab.

Der Sohar spricht von Rosh de Atik, in dem sich alle Stufen und die Lichter aller Welten konzentrieren und verhüllen. Er erklärt weiter, wie dieser Siwug bis zur endgültigen Korrektur auftreten kann, um alle Stufen, die nacheinander während der 6.000 Jahre erscheinen, zu verbinden. Und er kommt umgehend während der 6.000 Jahre der Existenz der Welt, wenn sich die Stufen in konstanten Auf- und Abstiegen befinden; denn solange sich eine neue Stufe, eine neue Erlangung des Schöpfers bzw. des Lichts offenbart, verschwindet die gegenwärtige Stufe. Und zwar wegen der Sünde der unteren, welche diese Stufe nicht permanent halten können (Welt – Olam – vom Wort Haalamah – verhüllen). Diese vollständige Enthüllung des Schöpfers an Seine Geschöpfe wird am Ende der 6.000 Jahre stattfinden; und so wird die Verhüllung der Welten enden.

Immer wenn also eine Stufe verschwindet, tut sie das nur aus der Empfindung desjenigen heraus, der eine neue Stufe erreicht. In Wirklichkeit steigt diese Stufe zu Rosh von Atik auf und verbirgt sich dort, um nach dem Zusammentreffen mit anderen Stufen am Ende der Korrektur offenbart zu werden.

Auf die gleiche Weise versammelt Atik alle während der 6.000 Jahre auf der Welt enthüllten Stufen und verhüllt sie in sich selbst, bis das Ende der Korrektur kommt; WENN SIE DEN LETZTEN TEIL VON DEM KORRIGIERT, WAS KORRIGIERT WERDEN MUSS UND DAHER NICHT LÄNGER SÜNDIGEN KANN. UND SIE MUSS NICHT LÄNGER SÜNDIGEN, UM DEN NÄCHSTEN TEIL DES EGOISMUS ZU KORRIGIEREN; DAHER BLEIBT DIE LETZTE STUFE DAUERHAFT BESTEHEN UND VERSCHWINDET NICHT. Dann versammelt Atik alle Stufen und sie manifestieren sich alle gleichzeitig.

Jeder hat seinen eigenen Parzuf Atik. Wie kann jemand seine Entwicklung entlang der Stufen der Korrektur in dieser Welt und in der spirituellen Welt beschleunigen? Im Talmud steht geschrieben, dass ein alter Mann gebückt geht, als würde er nach etwas suchen, das er verloren hat.

Der alte Mann symbolisiert einen Menschen mit Weisheit, Chochma, denn er sucht schon, bevor er etwas verloren hat, nach Dingen, die er korrigieren kann und findet sie auf diese Weise auch. Daher ist es nicht nötig, dass seine vorherige Stufe der Erkenntnis verschwindet. Doch wenn man keine neuen egoistischen Eigenschaften zum Korrigieren in sich findet, verschwindet die vorherige Stufe und eine neue beginnt. Dieser Vorgang dauert jedoch erheblich länger, als wenn jemand wie dieser alte Mann agiert, der nach Mängeln sucht.

Im Lauf der 6.000 Jahre wird Atik als unerreichbar angesehen. Daher wird sein Kopf als RADLA Bezeichnet (eine Abkürzung für die Aramäischen Worte Reisha de Lo Etiada, der „unerreichbare Kopf“), wohingegen der Begriff Atik vom Wort Ne’tak (isoliert) der unteren herrührt, da er nicht auf sie leuchtet. Und obwohl er in sich alle Lichter sammelt, welche aus ihm stammen und in den unteren Welten enthüllt werden, bleibt das Licht der Endkorrektur weiterhin verhüllt. Es folgt, dass er, nachdem jede Stufe aufgrund der Sünden der unteren verschwindet, zu Rosh de Atik aufsteigt und sich dort selbst verhüllt.

Doch Guf de Atik befindet sich von seinem Pe (Mund) abwärts innerhalb aller anderen Parzufim der Welt Azilut, das heißt, er ist durch sie erreichbar. Indem er sich daher in die Parzufim der Welt Azilut kleidet, leuchtet Atik durch sie und gibt das Licht an sie und all die unteren Welten von BJA weiter. Und jedes Licht, das im Lauf der 6.000 Jahre auf sie scheint, kommt ausschließlich aus Guf de Atik und von keinem anderen spirituellen Objekt.

Für gewöhnlich sagen wir, dass, was immer sich im Rosh eines Parzuf befindet, sich in seinem Guf manifestiert. Das stimmt auch in Bezug auf alle Parzufim der Welt von AK und alle Parzufim der anderen Welten, außer Parzuf Atik! Denn Atik verbleibt im Zimzum Aleph und steigt ab in unsere Welt. Doch in Bezug auf die anderen Parzufim unter ihm, handelt Atik, als wäre er in Zimzum Bet, indem er einen besonderen Siwug auf sich selbst vollführt und das Licht daraus steigt zu den unteren ab.

Das Licht, welches die Welten wiederbelebt, wird „Unterhalt“ genannt oder Or Chassadim und das Licht, welches das Wachstum der Parzufim stimuliert und einen kleinen Parzuf (Katnut) in einen großen (Gadlut) verwandelt, heißt Or Chochma. Beide kommen aus Guf de Atik. Or Chochma, das einen Parzuf vergrößert, wird „Licht, das den Parzuf erhebt“ genannt, da die liegende Position Ibur (Embryo) genannt wird, die sitzende Katnut (klein) und die stehende Gadlut (groß).

94) Er tötete beide – Ariel und Moav (Moab). Zwei Heilige Tempel existierten dank Atik und empfingen von ihm: Der Erste Tempel und der Zweite Tempel. Nachdem Atik verschwand, stoppte der Prozess, welcher von Oben herkam. Es ist, als hätte er sie zerschlagen und zerstört.

Nur Malchut de Malchut muss korrigiert werden, sonst nichts. Alle anderen Eigenschaften benötigen keinerlei Korrektur. Diese Malchut de Malchut ist Malchut von Olam Ein Sof (Welt der Unendlichkeit), Bechina Dalet, Nukwa de SA oder Parzuf BON – die einzige Schöpfung des Schöpfers, das Verlangen (Genuss für sich selbst) zu empfangen. Genau dieses Verlangen verursachte das Zerbrechen der Gefäße (Kelim) – die Sünde Adams.

Und all die Arbeit der Gerechten im Laufe der 6.000 Jahre bezieht sich auf die Korrektur von Malchut, damit sie so wird, wie sie vor dem Zerbrechen der Kelim und der Sünde Adams war. Als Ergebnis davon wird sich der große Siwug auf Zimzum Aleph in Rosh de Atik enthüllen. Die Lichter dieses Siwug erlauben dem Menschen, seine unreinen Verlangen von den reinen zu trennen und zu sortieren, und so kann er sich für immer seiner unreinen egoistischen Kräfte entledigen. Und genau darüber schreibt Prophet Yeshayahu: „Er wird den Tod für immer auslöschen“ (Yeshayahu, 25:8).

Sobald Malchut, Parzuf BON der Welt Azilut völlig korrigiert ist und keinerlei weitere Korrekturen benötigt, steigt ihr Parzuf BON auf die Stufe SAG der Welt AK auf. Auf diese Weise erlangt Malchut vollständig die Eigenschaften von Bina.

Nach dem großen Siwug in Atik, jedoch vor dem Aufstieg des Parzuf BON zu SAG, hört das Licht von Atik auf zu leuchten. Aus diesem Grund wurden die beiden Tempel zerstört. Die zwei Tempel sind die zwei Lichter von Chochma: Das Licht von AwI, Or Chochma von Chaja, welches auf den Ersten Tempel leuchtet und das Licht von ISHSuT, Or Neshama, welches auf den Zweiten Tempel leuchtet. Und das gesamte Licht, das Israel von Atik empfing, verschwindet.

Doch all die Zerstörungen und das Schwinden des Lichts sind Korrekturen und Meilensteine auf dem Weg zur Erlösung und vollständigen Korrektur. Sie bedeuten nicht Verwüstung, sondern die Erschaffung von Vollkommenheit, da sie genau diese letzten Korrekturen sind, welche BON zu SAG bringen.

Da alle Wurzeln und Quellen, welche in diese Welt durchsickern, im Spirituellen existieren und sich auch in unserer Welt manifestieren müssen, muss jede spirituelle Wurzel ihren Zweig in unserer Welt „berühren“, und es ist egal, wann dies passiert. In der spirituellen Welt entfaltet sich alles entsprechend einem strengen Ursache-Wirkungs-Prinzip, wohingegen in unserer Welt sich dieselben Konsequenzen zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten offenbaren können.

Ein Beispiel dafür ist die Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels. Obwohl dieses Ereignis bereits in unserer Welt erschien, ereignet es sich im Spirituellen erst, wenn die letzte Stufe der Korrektur erreicht wird. Wegen der Komplexität der die Zeit überschreitenden Vorstellung werden wir dieses Thema in einem anderen Buch untersuchen. Doch egal wie, unsere inneren spirituellen Eigenschaften können zum Tempel werden, in welchem wir den Schöpfer fühlen und in welchem Er für immer wohnen wird.

Am Ende der Korrektur werden Or Chaja und Or Neshama der Erste und Zweite Tempel genannt. Bis zum Ende der Korrektur wird Or Chaja, welches auf dem Siwug von Malchut empfangen und in Jessod eingeschlossen wurde, auch Shabbat genannt, während Or Neshama Hol (Wochentag) genannt wird. Wir sehen also, es gibt absolut keine Verbindung zwischen diesen Lichtern und den Wochentagen in unserer Welt.

Nach der Zerstörung des spirituellen Tempels (dem Verschwinden des Lichtes) werden sie von Oben durch den Schirm von Bina, genannt „Himmel“, wiedererschaffen. Denn der Schirm des Parzuf SAG ist eine Eigenschaft absoluter Barmherzigkeit und in seinen Handlungen unbegrenzt, da er nur geben möchte und es ablehnt, Or Chochma zu erhalten. Daher befindet er sich jenseits des Einflusses durch Beschränkungen und Grenzen.

Als Ergebnis dieses Siwug werden die beiden Tempel für immer wiederhergestellt und „das Licht des Mondes (Malchut) soll sein wie das Licht der Sonne (Bina)“ (Yeshayahu, 30:26). Das Licht von Bina, welches nun das Licht von SA (genannt „Sonne“) ist, wird sieben Mal stärker sein als SaT de Atik. Malchut wird wie SA und empfängt sein Licht, das Licht der Sonne.

Am Ende der Korrektur entsteht ein Siwug auf Malchut selbst (der ursprüngliche, jedoch korrigierte Egoismus) und alle besonderen Siwugim, die im Laufe der 6.000 Jahre auf den Lichtern durchgeführt wurden (die nicht auf Malchut gemacht wurden, sondern auf ihrem Einschluss in Jessod), werden dadurch verschwinden.

Der Tempel wird vom Himmel wiederhergestellt, weil Bina selbst kein Or Chochma empfangen will. Und das geschieht nicht, weil sie nicht kann, sondern weil sie nicht will. Diese Stufe wird als „in den Händen des Himmels“ bezeichnet. Es steht beispielsweise im Segen des Neumondes geschrieben: „Leben, welches Furcht vor dem Himmel hat und Furcht vor der Sünde“. Dieses Leben liegt jenseits unseres Verstandes und unserer Wünsche, da gesagt wird, Glaube muss „über dem Verstand“ sein; andernfalls wird die Sünde nachfolgen.

Daher wünscht man sich nichts mehr, als im Glauben über dem Verstand und den Verlangen zu gehen, da man befürchtet, zu sündigen. Doch es gibt eine noch Höhere Stufe: Wenn man sich nicht länger davor fürchtet, zu sündigen, da man nun einen Schirm besitzt; dennoch zieht man es vor, im Glauben über dem Verstand und den Verlangen fortzusetzen, da man sich danach sehnt, im Höheren aufzugehen.

Der Grund für das Verschwinden des Lichts aus dem Guf de Atik vor den Korrekturen liegt darin, dass die beiden Malchujot (Bina und Malchut, genannt SAG und BON) nicht länger existieren. Nach dem großen Siwug von Atik wurden BON gemeinsam mit dem Schirm von SAG annulliert, da der Guf de Atik die Verbindung zwischen Bina und Malchut beinhaltet, welche zum Zweck ihrer Wechselwirkung während der 6.000 Jahre entworfen wurden.

Als Ergebnis dieser Wechselwirkung zwischen Bina und Malchut, ergibt sich die Chance, Malchut stufenweise zur korrigieren. In diesem gegenseitigen Siwug mit Malchut, welche mit Bina verschmilzt (den Eigenschaften von Bina), erschafft Atik zuerst AA und dann die anderen Parzufim der Welten Azilut und BJA.

Und da der Schirm von Malchut (Massach de BON) nun verschwindet, schwindet ebenso der Schirm von Bina (Massach de SAG), da sie miteinander verschmelzen. In Abwesenheit von Malchut und des Schirms endet dieser Siwug, und das gesamte Licht von Guf de Atik, das aus diesem Siwug auf dem gemeinsamen Schirm von Malchut und Bina hervorging, verschwindet. Daher verschwand das gesamte Licht, das von seinem Guf (genannt Tempel) abstieg.

Im Rosh de Atik gibt es einen Siwug auf Malchut von Zimzum Aleph. Mit Bina verbunden und seit 6.000 Jahren bestehend verschwindet der Schirm von Malchut. In der Folge verschwindet das Licht auch. Doch Malchut muss zu SAG aufsteigen, um ihre Vervollkommnung zu erreichen, da es noch kein neues Licht gibt. Die völlige Abwesenheit des Lichts nennt man „Zerstörung“. Doch Malchut empfängt dann das Licht von AwI und die Welten BJA verschmelzen mit der Welt von Azilut.

95) Und der Heilige Thron (Malchut) ist umgestürzt. Daher schrieb Prophet Ezekiel, „Ich bin im Exil“, was darauf hinweist, dass sich die Stufe „ich“, welche Malchut ist, im Exil befindet. Warum? „Durch den Fluss Kevar“. Kevar (schon) ist der Fluss, der bereits existierte, doch nun verschwand. Wie geschrieben steht: „Der Fluss wurde zerstört und trocknete aus.“ Er wurde im Ersten Tempel „zerstört” und „trocknete aus“ im Zweiten Tempel. Daher steht geschrieben: “Er zerschlug und zerstörte beide, Ariel und Moav.“ Moav (oder Mi Av) bedeutet „vom Himmlischen Vater“. Sie wurde alle für Ihn zerstört, und das gesamte Licht, dass auf Israel leuchtet, verschwand.

Das Wort Kursa kommt von Kisse (Thron) oder Kissuy (Bedeckung) und weist auf die Kombination der Eigenschaften von Malchut und Bina hin, welche zu dem Licht führt, welches während der 6.000 Jahre zu BJA abstieg. Der Heilige Thron ist umgestürzt, da der Schirm von Bina (Kisse) annulliert wurde, wie gesagt wird, „Ich bin im Exil“, wobei „ich“ auf Malchut hinweist.

Der gesamte spirituelle Komplex ist wie eine Leiter strukturiert, wobei Malchut des Höheren Parzuf zu Keter des unteren wird (zu ihm absteigt). Dies zeigt sich auch in den Begriffen: Malchut wird als „ich“ (Ani=Aleph-Nun-Jud) bezeichnet und Keter als „kein“ (Ejn=Aleph-Jud-Nun), da es vollkommen unerreichbar ist. Nur das, was in Malchut wahrgenommen wird, kann erreicht werden; daher wird dies „ich“ genannt.

Nur Malchut des Höheren Parzuf fungiert als Bindeglied zwischen den Parzufim: Der Höhere macht einen Siwug auf seiner Malchut und erschafft Or Choser und empfängt (kleidet) das Höhere Licht in sich. Dann steigt Malchut des Höheren in Form des Or Choser zum unteren Parzuf ab. Den Zustand, in dem sich der Höhere in den niedrigeren kleidet, nennt man „Exil des Höheren“, da der Siwug mit dem Höheren Licht vor ihm verschwindet und das Höhere Licht verschwindet aus allen Parzufim. Und der Fluss trocknet aus – der korrekte Schirm wird „Fluss“ genannt, da er den Abstieg des Höheren Lichtes zu den unteren hervorruft.

Da nun der Schirm (Fluss) verschwindet, verschwindet auch der Abstieg des Höheren Lichtes. Die Zerstörung des Flusses im Ersten Tempel verursacht das Verschwinden des Or Chaja; der Fluss im Zweiten Tempel trocknet aus und Or Neshama verschwindet mit ihm. Der Fluß im Ersten Tempel wird zerstört, weil der Siwug in AwI endet: das Licht in ISHSuT ist erschöpft und der Fluß im Zweiten Tempel trocknet aus.

Die Quelle von Or Chaja und Neshama ist Aba, genannt „Himmlischer Vater“, da er in SA leuchtet, genannt „Himmel“, mit dem Licht, welches SoN zu ISHSuT (dem Zweiten Tempel) und zu AwI (dem Ersten Tempel) erhebt. Da das Licht aufhört, aus Guf de Atik zu leuchten, verschwindet das gesamte Licht, welches zu Israel absteigt. Dies trifft nicht nur auf das Licht der beiden Tempel zu, sondern auf das gesamte Licht, das auf Israel leuchtet, eingeschlossen Or WAK und das Licht der Welten BJA.

96) Weiters stieg Er ab und erschlug den Löwen. Am Beginn, als der Fluß sein Wasser nach unten beförderte, befand sich Israel in einem Zustand der Vollkommenheit, da sie Geschenke und Opfer anboten, um von ihren Sünden erlöst zu werden und ihre Seelen zu retten. Dann verschwindet das Bild eines Löwen von Oben und sie sehen ihn auf dem Altar, wenn er die Körper der Opfer zertrampelt und verschlingt, und all die Hunde (all jene, die Israel verleumden) werden verstummen.

Das Feuer, dass die auf dem Altar dargebrachten Opfer verzehrt, glich einem Löwen, und machte sich über die Opfer her wie ein Löwe (Talmud, Yoma, 31:2). Und das Feuer verbrannte die von den Söhnen Israels dargebrachten Opfer. Doch dies ist ein weltliches Bild, so wie es ein Mensch in dieser Welt wahrnimmt.

Doch wir werden einer genaueren Analyse folgen und uns von diesem weltlichen Bild trennen; wir werden die Handlung in der spirituellen Welt erklären, auf welche uns diese Sprache hinweist. Alle Sprachen der Tora, auch jene, die ein sehr weltliches Bild des Opfers zeichnen, sprechen nur von spirituellen Handlungen. Und die genaueste Sprache, um diese Handlungen zu beschreiben, ist die Sprache der Kabbala. Doch sie ist nur für jene klar, die in die spirituellen Welten aufgestiegen sind und auch die Wurzeln sahen – also die Ereignisse, welche in den spirituellen Welten erscheinen und auch deren weltliche Konsequenzen.

Bevor das Licht von Atik verschwand und als das Höhere Licht noch auf Israel leuchtete, wie ein Fluss sein Wasser führt, befanden sich Israel in Vollkommenheit: Durch die Opfer erhoben sie ihr MAN (Bitte) und verursachten einen Siwug auf ihrem Schirm, und MAD (Licht, Fülle) stieg herab. Als Ergebnis dieser Handlungen kamen sie dem Himmlischen Vater näher und alle unreinen Kräfte trennten sich von ihnen (Israel), da „es die Seelen reinigte, und Reinigung weist auf eine Abtrennung von unreinen Kräften (Verlangen) hin, so wie verschmutze Kleidung vom Schmutz gereinigt wird“.

Daher ist das hebräische Wort für Opfer Korban, was vom Wort Karov (nahe) herstammt. Ein Opfer bedeutet daher, dass ein Mensch einen Teil seines inneren tierischen Egoismus aus sich herausreißt, um sich dem Schöpfer anzunähern. Und dies bringt Israel näher zu ihrem Himmlischen Vater.

Und da sich Israel in Vollkommenheit befanden und MAN alleine zur Freude des Schöpfers erhoben, steigt ihre Malchut zu Bina auf. Das Licht von Bina heißt Or Chassadim uns seine Form gleicht dem Bildnis eines Löwen wie die Eigenschaft des Gebens, Chessed. Das bedeutet, dass der Löwe – Bina – Israels gute Verlangen und Taten empfängt. Und es wurde gesehen, wie Bina Israels MAN aufzehrt – Or Chassadim steigt von Bina zu diesem MAN ab, wie ein Löwe, der seine Beute (MAN) zertrampelt und verschlingt.

Ein Löwe, der seine Beute verschlingt, ist der grundsätzliche Aspekt des Opfers, da er auf die Erhebung von MAN hinweist, um einen Schirm zu stärken und Or Choser zu erzeugen. Da die Menge an empfangenem Or Yashar durch die Höhe des Or Choser bestimmt wird, welches den Schirm erzeugt, hängen Existenz und Wachstum des Or Yashar von Or Choser ab. Je größer das Or Choser, umso größer wird das Or Yashar.

Anders gesagt, in dem Maß, in dem jeder von uns zu geben wünscht, rufen wir eine passende Antwort von Oben hervor, von der Wurzel unserer Seele. Und genauso, wie in unserer Welt das Fortkommen und die Kraft eines Lebewesens von Nahrung abhängen (und ohne Nahrung stirbt es einfach), hängt das Höhere Licht vom Licht ab, das vom Schirm reflektiert wird. Wenn es endet, verschwindet das Höhere Licht aus dem Parzuf, was bedeutet, dass es der Mensch nicht mehr fühlt.

Das Höhere Licht steigt von Bina als Or Yashar (genannt „Löwe“) ab, also in der Form des „Gebens“, entsprechend dem Wesen von Bina. Und der Mensch sieht (fühlt!), wie sich Or Yashar in Or Choser kleidet, welches von seinem Opfer (der Abkehr vom Egoismus) aufsteigt, der Nahrung des Löwen.

Er verschlingt seine Beute und wächst dadurch: Das Ausmaß der Vervollkommnung Israels und ihre Fähigkeit, Opfer zu bringen, zu „geben“, legt die Größe ihres MAN fest und die Kraft, mit welcher Or Yashar auf den Schirm auftrifft, welcher das Direkte Licht (Freude) von unten nach oben mit seiner ganzen Kraft reflektiert. Er tut dies sogar in großer Furcht: Was, wenn er das Licht nicht reflektieren kann und stattdessen wünscht, das Licht dieses Gebotes für sich selbst zu genießen?

Dies ist genau der Punkt, in dem die Arbeit für den Menschen liegt. Er wird „Glaube über dem Verstand“ genannt, denn man muss sich über seinen Verstand (Egoismus) und sein Wissen erheben. Anders verhält es sich bei jenen, die innerlich darauf vertrauen, dass es reicht, sich innerhalb der eigenen Natur zu entwickeln. Sie werden als „Heiliges Tierchen“ bezeichnet, ein reines unbelebtes (sich nicht entwickelndes) Wesen, da diese Gründe es von spiritueller Entwicklung abhalten.

Wenn daher die Höhe von Or Choser groß ist, wird es als Löwe definiert, welcher seine Beute zerreisst und verschlingt, wie ein Sieger, da er wächst und er dank der Anstrengung des unteren (Mensch) auf eine höhere spirituelle Stufe aufsteigt.

Die unreine Kraft, der selbstsüchtige Wunsch zu empfangen, wird „Hund“ genannt, wie geschrieben steht: „Der Blutegel hat zwei Töchter (die verlangen): Bring her, bring her!“ (Sprüche, 30:15) Sie bellen wie ein Hund und verlangen (zu empfangen) beides, diese Welt und die nächste. Und der Höhere steigt auf, je größer diese unreine Kraft wird, genannt Klipa. Und ihr stärkster Teil entspricht dem Or Yechida, welches dem die Beute verschlingenden Löwen entgegengesetzt ist.

Der Löwe repräsentiert Gnade und Geben, er will nicht für sich empfangen. Wie in den Sprüchen der Väter, 95 geschrieben steht: „Ein Chassid, der barmherzige Gerechte, sagt, ‚Was dein ist ist dein, und was mein ist, ist dein’, so strebt die unreine Kraft vollkommen das Empfangen an und hat keinerlei Interesse am Geben. Wie im Talmud gesagt wird (Bava Batra, 10:2): „Der Gerechte unter den Völkern der Welt: All ihr Erbarmen ist für sie alleine“; daher sind sie mit der unreinen Kraft eines Hundes verbunden.

Unter keinen Umständen darf dies buchstäblich interpretiert werden, da, wie bereits öfters erwähnt, die ganze Kabbala nur über den Prototyp des Menschen spricht. Israel bedeutet das innere Streben zum Schöpfer, und Goi (Nichtjude) deutet auf den Egoismus hin (unabhängig davon, welcher Abstammung der Mensch entspringt). Bringe das mit dem oben erwähnten weltlichen und spirituellen Tempel in Verbindung, bei welchen es auch keine Verbindung zwischen Mauersteinen und spirituellen Objekten gibt. Für den Uneingeweihten ist ebenfalls unklar, wie Altruismus die Eigenschaft eines Löwen sein kann, wohingegen ein Hund, ein treues Tier, die Wurzel des Egoismus und der Unreinheit ist.

Daher wird gesagt, dass Israel die Eigenschaft eines Löwen erlangen, sobald Israel vollkommen sind; und alle Hunde ließen sie zurück, da sie Malchut die Kraft gaben, Or Choser zu großen Höhen zu erheben (verschlingt seine Beute wie ein Sieger); und die unreine Kraft, der Hund, fürchtet sich, ihm nahezukommen und versteckt sich aus Furcht vor dem Löwen.

97) Und als sich die Sünden mehrten, stieg er zu den unteren Stufen ab und erschlug den Löwen. Weil der Löwe sich weigerte, seine Beute wie zuvor aufzugeben, und dies ist, als hätte er sie getötet. Daher schlug er den Löwen und warf ihn in eine Grube, auf die Böse Seite (entsprechend seines Verstehens). Die Böse Seite sah dies und schickte einen Hund, der die Opfer vom Altar anstelle des Löwen fressen sollte. Wie ist der Name dieses Löwen? Und wie ist der Spitzname des Hundes? Baladan ist sein Name; Baladan bildet sich aus BalAdam, in welchem der Buchstabe Mem durch Nun ersetzt wird, da er keinesfalls ein menschliches Wesen ist, sondern ein Hund, und sein Gesicht gleicht der Schnauze eines Hundes.

(„Er“ bezieht sich auf Benayahu Ben Yehoyada Ben Ish Chai, Rav Paalim uMekabtziel, in welchem die Stufe Atik, das ganze Licht, auf einmal scheint). Weil die Schirme von Malchut (BON) und Bina (SAG) verschwinden, können Israel unten nicht länger MAN erheben (das Verlangen zu geben, den Schirm, die Nahrung des Löwen). Der Siwug endet und das Höhere Licht (Löwe) verschwindet in seine Wurzel Oben.

„Warf ihn in eine Grube“ – die Wurzel des Verlangens, für sich selbst zu empfangen, liegt in den Augen, wie Rashi sagte: „Das Auge sieht und das Herz brennt vor Verlangen“ (Wochenabschnitt Shlach). Dieses Verlangen, für sich selbst zu empfangen, wird „leere, ausgetrocknete Zisterne“ (Genesis, 37:24) genannt. Das Höhere Licht erfüllt es nicht. Obwohl es leer ist, ist es unwürdig, ein Kli für das Licht zu sein, wie geschrieben steht: „Er und ich können nicht in der selben Wohnung wohnen“ (Talmud, Suta 5).

Daher wurde der Löwe in eine Grube geworfen, da er vor den Augen der unreinen, egoistischen Kraft geschlagen wurde, genannt „leere, ausgetrocknete Zisterne“. Und diese Gruben erheben sich nun aus ihren Verstecken und enthüllen ihre Macht, und an der Stelle eines Löwen erscheint ein bellender Hund.

Seir Anpin – MA = 45, wird Adam genannt = Aleph + Dalet + Mem = 1 + 4 + 40 = 45, wenn er Licht von Bina empfängt. Die Eigenschaft von Bina ist Geben. Daher steht geschrieben: „Dein Name sei Mensch“ (Talmud, Yevamot, 61), was sich nur auf jene bezieht, die die Eigenschaft des Gebens erlangen, doch nicht auf die anderen, von welchen gesagt wird: „Selbst ihre Barmherzigkeit dient nur ihrem eigenen Profit“ (Talmud, Bava Batra, 10:2), und welche fortan Baladan genannt werden (Bal-Adan).

98) An einem Tag des Schnees, an diesem Tag steigt Unglück von dem Höheren Gericht Oben herab; wie geschrieben steht, ‚Ihr Haushalt soll keinen Schnee fürchten’, was darauf hinweist, dass das Höhere Gericht „Schnee“ genannt wird. Denn sein Haushalt ist zweifach gekleidet und kann dadurch starkem Feuer standhalten. So sagen es die Bücher.

Strenge, Gericht (Din) oder Einschränkung, die im männlichen Teil auf den Gebrauch des Egoismus angewendet werden, werden „Schnee“ genannt, welcher vom Höheren Gericht stammt. Diese Einschränkungen sind sehr mächtig, doch werden sie unter der Chase, wo Malchut sie empfängt, abgemildert. Nukwa beschreibt diese Einschränkungen folgendermaßen: „Umgib mich mit Rosen.“ (Shir HaShirim, 2), was auf zwei Feuer hinweist: Das Höhere – Bina, und das untere, ihr eigenes – Malchut.

Nachdem Malchut diese beiden Feuer erlangt, mildert sie die Strenge des kalten Schnees mit ihrem Feuer. Daher steht im Lied der Lieder, dass ihr Haushalt keinen Schnee fürchten soll (das Höhere Gericht), was auf die Einschränkungen auf den männlichen Teil deutet, da ihr Haushalt zweifach gekleidet ist. Und erst, wenn der Schirm und der Siwug vorbei sind und es die beiden Feuer nicht mehr gibt, kehren die Einschränkungen des Schnees zurück.

99) Was steht als nächstes geschrieben? „Und er schlug einen Ägypter.“ Dies bezieht sich auf ein Geheimnis: Immer wenn Israel sündigen, verhüllt sich der Schöpfer und hält sie vom Empfangen all der Güte und des Lichts ab, die Er auf sie ausströmt. „Und er schlug einen Ägypter“ – „Er“ bezieht sich auf Moses, das Licht, das auf Israel leuchtet. Denn er wurde in Ägypten geboren, wuchs auf und erlangte das Höhere Licht.

Die Tora spricht nicht vom Menschen, sondern vom Licht, das verschwand und sich selbst verhüllte. Daher wird es als „erlegt“ betrachtet. Verschwunden ist das Große Licht, mit welchem Moses auf Israel schien. Und dieses Licht wird „Ägypter“ genannt, da Moses in Ägypten geboren wurde und aufwuchs und das Höhere Licht erlangte, das Licht, das Israel aus Ägypten herausführte.

100) Ein Mensch des Spiegels. Es steht geschrieben, Spiegel und Mensch, wie geschrieben steht, ein Göttlicher Mensch, der Ehemann dieses Spiegels, des Schöpfers Pracht, Malchut. Denn mit dieser Stufe wurde er würdig, in all seinen Verlangen über das ganze Land zu herrschen – eine Heldentat, die von keiner anderen übertroffen wird.

Der Unterschied zwischen Moses und den anderen Propheten besteht darin, dass Moses die Grundlage von SA ist, da er erbaut und das Licht von Seir Anpin an Malchut weitergibt, wohingegen die anderen Propheten die Grundlage von Malchut sind, genannt die „Größe des Schöpfers“. Und warum wird Moses als Ehemann von Malchut bezeichnet? Weil er die Stufe von Seir Anpin erlangte und Licht an Malchut gab. Daher steht geschrieben, dass seine Erlangungen jene aller anderen übersteigen, da die anderen Propheten von Malchut empfangen und daher von ihr beherrscht werden.

Er, der Malchut erlangt, empfängt von ihr. Die Stufe, die Moses genannt wird, ist jene, die das Licht erlangt und es an Malchut weitergibt, anstelle von ihr zu empfangen. Und doch, wie kann das sein? Wie kann jemand über Malchut aufsteigen, wenn all unsere Seelen aus ihr entspringen und in den Welten BJA existieren? Dies deutet auf den Zustand des Aufstiegs über Malchut hin, wie Moses zu Bina aufsteigt.

101) Dies sind die Mitarbeiter des Schöpfers, welche ihm gegeben wurden, wie geschrieben steht, ‚Mit den Mitarbeitern des Schöpfers in meiner Hand’. Dies ist die Belegschaft, welche am Abend des Sechsten Tages der Schöpfung, vor dem Shabbat, erschaffen wurde. Und Sein Heiliger Name ist darin enthalten. Und mit dieser Belegschaft sündigte Moses, indem er zwei Mal auf den Stein schlug. Der Schöpfer sagte zu ihm: „Moses, nicht für diesen Zweck gab Ich dir Meine Belegschaft; daher wird sie nicht länger in deinem Besitz sein.“

Die Worte „Abend“ und „Zwielicht“ weisen auf die Abmilderung der Strenge von Malchut durch die Eigenschaften von Bina hin, in dem Ausmaß, dass es unmöglich wird, Malchut von Bina zu unterscheiden. Denn am Shabbat steigt Malchut zu AwI auf und wird Bina. Doch im Zwielicht des Shabbat ist Malchut noch nicht Bina, aber auch nicht länger Malchut (alles in den Büchern spricht nur von den Eigenschaften spiritueller Objekte, denn in der spirituellen Welt existiert nichts anderes als Verlangen. Nur in unserer Welt kleiden sich Verlangen in physische Körper).

Daher wird gesagt, dass zehn Dinge im Zwielicht erschaffen wurden, in welchem man nicht zwischen dem Ding selbst und seinem Ursprung unterscheiden kann, Bina oder Malchut, denn Malchut selbst zeigt keine Unterscheidung. Und dies ist die Eigenschaft der Belegschaft, welche im Zwielicht erschaffen wurde, vor dem ersten Shabbat der Welt. Daher besitzt sie die Heilige (spezielle) Eigenschaft des Namens des Schöpfers, eine Anspielung auf die Eigenschaften von Bina, aus welcher Heiligkeit herabsteigt. Und Malchut ist bereit, diese Heiligkeit zu empfangen.

Diese beiden Eigenschaften von Bina und Malchut sind in der Belegschaft des Schöpfers enthalten und kaum voneinander unterscheidbar, da sie im Zwielicht erschaffen wurden. Mit Hilfe dieser Belegschaft, also durch die Verbindung von Malchut mit Bina, können all das Glück und die Wunder und all das Licht zu Israel gebracht werden, denn das ist der Zweck des Abstieges des Lichts von Bina zu Malchut. Mit Hilfe dieser Eigenschaften (Belegschaft) wurde Moses würdig, zu Bina aufzusteigen, hin zur Stufe des „Göttlichen Menschen“. Daher wird die Belegschaft Belegschaft des Schöpfers genannt, entsprechend dem Namen Bina.

Malchut wird Zur (Stein) genannt und wenn sie zu Bina aufsteigt, nennt man sie Sela (ein anderer Begriff für Stein). Der innere Siwug zwischen SoN im Zustand ihres Aufstiegs zu AwI, wenn Nukwa die Kelim von Ima nutzt, wird „Rede“ genannt. Der äußere Siwug zwischen SoN, sobald sie auf ihrem eigenen Platz sind, wird Siwug de Hakaa (ein Siwug durch Schlag) genannt.

Daher wird zu Moses im Wochenabschnitt Bashalach geschrieben: „Dann schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen“ (Shemot, 17:6), denn der Siwug de Hakaa findet auf Malchut selbst statt. Doch im Wochenabschnitt Chukat steht geschrieben: „Sprich zum Stein vor allen Augen, dass er dir Wasser geben möge (Bamidbar, 20:8), denn der Stein bedeutet Bina und der Siwug in ihr wird „Rede“ genannt.

Und hier liegt die Sünde Moses’. Er schlug zwei Mal: Zusätzlich zum ersten Schlag auf den Zur, schlug er auf Sela, welcher den Schlag entbehrt und nur über einen Siwug in Form einer Rede verfügt. Da es in der Belegschaft des Schöpfers keinen Unterschied gibt und es unklar ist, ob Malchut auf Bina hinweist, wendete er es auf SelaBina an. Und der Schöpfer sagte ihm, dass die Belegschaft ihm gegeben wurde, um sie auf Zur anzuwenden, nicht aber auf Sela.

102) Sogleich stieg Er mit Strenge zu ihm hinab und riss den Stab aus der Hand der Ägypter, denn von dem Moment an, wo er ihnen weggenommen wurde, wurde das für gut befunden. Und er wurde dabei getötet: Wegen der Sünde des Schlagens des Felsens mit dem Stab starb er und betrat nicht das Heilige Land. Und das Licht wurde vor Israel verhüllt.

Es wurde bereits in Punkt 94 erwähnt, dass als Ergebnis eines großen Siwug in Atik nur BON verschwinden sollten, aber nicht SAG, weil BON aufsteigen und für immer wie SAG werden konnten. Als jedoch SAG und BON vermischt wurden, verschwanden SAG zusammen mit BON.

Das Licht von Moses entfernte sich von Israel aus demselben Grund – weil er eine sogar noch größere Sünde beging und die Vereinigung von BON und SAG verletzte, indem er Sela schlug. Deshalb stieg ein strenges Urteil auf ihn hinab, das auf das Verschwinden von SAG hinweist. Tatsächlich ist SAG nicht länger mit BON auf irgendeine Weise verbunden, und die Annullierung von BON hat darauf keinen Einfluss.

Das ist die Bedeutung davon, was in den Psalmen geschrieben steht: „Er ähnelt jenen, die in dem Gehölz von Bäumen Achsen anlegten, aber nun ist sein ganzes Schnitzwerk von Beilen und Äxten niedergeschlagen“ (Tehilim 74:5). Wegen dem Aufstieg von Malchut zu Bina und ihrer Korrektur dort, ist Malchut wie ein „Gehölz von Bäumen“, denn auch SAG wird bei der Verschmelzung mit BON, Malchuts Aufstieg, annulliert, wie mit „Beilen und Äxten“ niedergeschlagen.

Daher steht geschrieben, dass der Stab von dem Ägypter weggenommen wurde, und er wird nie wieder zu ihm zurückkehren, weil der Stab auf Malchut hindeutet. So dient das Verschwinden des Lichtes dem Guten, weil sich BON danach selbst erneuert und für immer zu SAG wird. Somit ist es nicht länger notwendig, den Stab zum Schlagen zu benutzen.

Dazu steht geschrieben, dass er von demselben Stab geschlagen wurde, denn er war vorsichtig gewesen und benutzte ihn nur einmal – beim Schlagen des Zur, aber nicht des Sela SAG wäre nicht zusammen mit BON annulliert worden, und er wäre nicht gestorben. Stattdessen wäre er sofort zu SAG aufgestiegen.

Deshalb steht geschrieben, dass Moses das Heilige Land Israel nicht betreten wird, da Israel BON im Zustand des Aufstieges zu SAG ist, und das wird Heiliges Land genannt, denn das Licht von Bina (das Heilige Licht genannt) scheint in ihnen. Bevor jedoch das Ende der Korrektur kommt, gibt es weitere Aufstiege und Abstiege, die Zerstörungen (Verschwinden des Lichtes) und Enthüllungen (Erscheinen des Lichtes) verursachen. Aber am Ende der Korrektur bleibt BON dauerhaft in SAG als Erez Israel und es wird nie wieder ein Exil geben.

103) „Der Ehrenwerteste unter den dreißig“ verweist auf den Oberen, der von Oben empfängt und nach unten weitergibt, einer, der empfängt und annähert. Er geht jedoch nicht zu den ersten drei, sondern sie kommen zu ihm und geben ihm von ganzem Herzen, aber er kommt nicht zu ihnen.

GaR (ChaBaD) werden „dreißig“ genannt, weil jede der drei Sefirot ChaBaD aus zehn besteht und auf dreißig ansteigt. Und ihr Licht scheint während der ganzen 6.000 Jahre. Die Seele von Benajahu tritt aus dem großen Siwug von Atik aus, der alle Siwugim während der 6.000 Jahre ansammelt. Daher wird er Rav Paalim genannt (der viele Handlungen ausführt) und Mekabzeel (der alles auf einer Stufe versammelt – Parzuf, genannt Benayahu Ben Yehoyada).

Deshalb empfängt er das Licht von allen Himmlischen Dreißig, die zu seiner Seele hinabsteigen. Tatsächlich besteht er aus besonderen Siwugim, die sich durch die 6.000 Jahre hindurch gezeigt haben, und die er zu Einem versammelt. Und obwohl sie ihm das Beste von ihren Eigenschaften großherzig geben, kann er sich ihnen nicht annähern und von ihnen empfangen, weil das Verschwinden des Schirms in SoN auch den Schirm in SAG verschwinden lässt. Daher kann er nicht zu ihnen gelangen, MAN erheben und weiter von ihnen empfangen.

104) Obwohl David noch nicht als einer von ihnen betrachtet wird, verstand er den Sinn, nie vom Herzen getrennt zu sein, weil sie niemals voneinander getrennt sein können. David hörte aufmerksam mit ganzem Herzen zu, aber er legte keine Aufmerksamkeit auf David. Denn durch die Lobpreisungen, die Lieder und Gnade, die der Mond der Sonne darbringt, zieht der Mond die Sonne näher heran, so als wäre er mit ihr vereint.

David ist Malchut; Malchut kommt von dem Wort Melech (König). Deshalb ist David König, weil seine Eigenschaften die Eigenschaften von Malchut (Königreich) sind. Und dies ist das vierte Bein (Stütze) von GaR. Daher steht geschrieben, dass er, obwohl er nicht mit den Dreißig (GaR) zusammen sein kann, trotzdem an diesen Eigenschaften festhält und sich niemals von ihnen abtrennt.

Deshalb wird Malchuts ganze Vollkommenheit in ihm enthüllt, da sie von dem großen Siwug von Atik stammt, der alle unreinen Kräfte von BON zerstört, wie geschrieben steht: „Er zerstört das Böse ewiglich“.

Deshalb beschloss David, sich nicht wieder davon zu trennen, weil es seine Vollkommenheit ist. Aber Benayahu Ben Yehoyada schenkte David keine Aufmerksamkeit, weil David die vierte Stütze von GaR ist. Daher ist es so als könne er von GaR nicht empfangen. Und da er von David nicht empfangen kann, schenkt er ihm keine Aufmerksamkeit.

Mit Hilfe des MAN von Malchut (Se´ara – stürmischer Wind genannt), welches zu SA („Himmel“ genannt) erhoben wird, empfängt Malchut als Folge der Hymnen, Lobpreisungen und der Gnade das Licht von Benayahu Ben Yehoyadas Seele, die absolut vollkommen ist, und verschmilzt mit ihr für alle Ewigkeit.

105) Rabbi Elasar und Rabbi Aba fielen vor ihm auf ihr Angesicht nieder und konnten ihn nicht mehr sehen, dann erhoben sie sich und liefen in alle Richtungen, aber sie konnten ihn nicht sehen. Sie setzten sich hin und weinten, und sie konnten noch nicht einmal miteinander reden. Dann sagte Rabbi Aba: „Es ist wahr, was wir gelernt haben, dass die Tora die Gerechten auf all ihren Wegen begleitet. Die Gerechten der anderen Welt kommen zu ihnen, um ihnen die Geheimnisse der Tora zu enthüllen. Und es muss Rabbi Hamnuna Saba gewesen sein, der aus der anderen Welt zu uns kam, um uns diese Geheimnisse zu enthüllen. Aber bevor wir ihn erkennen konnten, verschwand er.“ Sie standen auf und wollten ihre Esel weiterführen, aber sie konnten nicht. Sie versuchten wiederholt, die Esel anzutreiben, aber sie konnten sich immer noch nicht bewegen. Sie wurden furchtsam und ließen ihre Esel zurück. Und von diesem Tag an heißt der Ort „Ort der Esel“.

Weil sie so ein kraftvolles Licht nicht ertragen konnten, welches ihnen durch die Enthüllung dieser Geheimnisse offenbart wurde, fielen sie (Kadnut) und dann stiegen sie auf (Gadlut), weil es so unerträglich war. Nachdem sie sich den Empfang einer so hohen Stufe von ihm verdient hatten, verschwand das Licht sofort und kam nicht wieder, und sie konnten es nicht mehr erreichen. Daher weinten sie (eine Art von Kadnut) wegen des großen Kummers, dass sie so ein erhabenes Ziel verloren hatten, und sie konnten nicht sprechen (Abwesenheit von Kelim).

Die Bitterkeit ihres Verlustes ließ sie erkennen, dass es die Stufe von Hamnuna Saba selbst war, und keine niedrigere, wie sie irrtümlich vorher dachten. Die Kräfte, die sie von der Seele von Hamnuna Saba empfingen, heißen „Esel“, womit sie MAN erheben können, die Bitte, Höhere Stufen, Chaja und Yechida, zu erlangen.

Mit anderen Worten, die Seele ist die spirituelle Kraft des Lichts; wie die ziehende Kraft eines Esels, die hilft, die egoistischen Wünsche zu überwinden und sich von Ort zu Ort in der spirituellen Welt zu einer Höheren Stufe fortzubewegen. MAN zu erheben bedeutet, dass man fühlt, was fehlt und was erlangt werden muss – darum geht es in der Arbeit des Menschen.

So ist die Arbeit einer gerechten Seele – sie hilft dem Menschen, indem sie ihn auf seinen Esel hochhebt (Egoismus) und die Führung (Ziehkraft) übernimmt, um den Weg der Gerechten für ihn zu erleuchten (Kraft geben). Und jetzt, da ihre Aufgabe abgeschlossen wurde, verschwindet diese Seele, obwohl sie sehr gerne weiter auf ihre Esel aufgestiegen wären und sie geritten hätten, das heißt, sie wollten von neuem MAN erheben, um zurückzukehren und sie noch einmal zu erlangen.

Sie konnten jedoch nicht länger die Kraft erlangen, MAN zu erheben. Somit wurden sie mit Furcht geschlagen und ließen ihre Esel an diesem Ort zurück, der von da an „Ort der Esel“ genannt wurde, weil sie sie nicht mehr länger gebrauchen konnten.

106) Rabbi Elasar fing an und sagte: „Oh wie groß ist Deine Güte, die Du vor jenen verborgen hast, die Dich fürchten! (Tehilim 31:20) Wie unendlich ist die Güte, die der Schöpfer der Menschheit in Zukunft schenken wird, denen, die die Sünde fürchten, erhabene Gerechte, die die Tora studieren bei der Ankunft in dieser Höheren Welt“.

Die Worte „große Güte“ verweisen auf Gadlut, die Erlangung des Lichtes von GaR. Weil die Basis eines Parzuf sein WaK ist – die Menge an Licht, das für die Existenz notwendig ist, empfangen von dem Siwug von AwI, die diesen Siwug machen und Or Chassadim ausströmen, das notwendig ist, um die Welten aufrecht zu halten. Und all das zusätzliche Licht, das für die Existenz notwendig ist, wird GaR oder Or Chochma genannt – das zusätzliche, köstliche und große Licht.

Dieses Or Chochma, das Licht von GaR, stammt von Bina, die „die zukünftige Welt“ genannt wird. Es ist in Or Chassadim gekleidet, das aus dem Siwug von der Sefira Jessod (Chai Olamim – Leben der Welten) hervortritt, und von da steigt es zu den Gerechten hinab, die die Sünde fürchten.

Der Siwug von AwI, wenn sie auf der Stufe von Bina sind, gibt Or Chassadim an SA, um die Welten zu nähren. Wenn jedoch AwI zu AA aufsteigen und durch ihren Siwug neue Seelen erzeugen, ist der Siwug unbeständig, da er Or Chochma ausströmt, „neue Seelen“ genannt.

107) Der Name „große Güte“ kann auch als Bewahrung aller Geheimnisse der Himmlischen Weisheit beschrieben werden, die von SA zu Malchut absteigt. Es gibt hier einen großen Baum, der SA oder Rav (groß, stark) genannt wird, und es gibt hier einen kleinen Baum, Malchut, der daraus erwächst. Und er wird zum höchsten Firmament erhoben.

Zusätzlich zur Erlangung des Lichtes von GaR gibt es auch den inneren Teil der Himmlischen Weisheit mit ihren Geheimnissen, die im Siwug von Atik bei der Vollendung der 6.000 Jahre, dem Ende der Korrektur, enthüllt wird. MA bezeichnet die niederere Welt Malchut. Der große und starke Baum ist SA im Zustand des Aufstiegs zum Parzuf AB, da er in diesem Zustand Or Chochma empfängt, und Chochma bedeutet Stärke (nicht „Verstandesstärke“, sondern die Stärke des Or Chochma liegt in der Tatsache begründet, dass sie einem erlaubt, gegen den Verstand zu arbeiten, ungeachtet des Menschenverstandes, im Glauben über dem Verstand).

Wenn jedoch SA an seinem Platz ist, heißt er einfach nur „ein Baum“, weil ihm Or Chochma fehlt und er nur WaK, Or Chassadim, hat. Malchut wird auch Baum genannt und wächst zusammen mit SA; SA steigt auf zu Aba, zur höchsten Höhe, zum Himmlischen Firmament – Atik.

108) Die „große Güte“ ist das Licht, das am ersten Tag der Schöpfung geschaffen und verhüllt wurde, sodass es den Gerechten in der anderen Welt in Zukunft enthüllt wird. Deine Taten sind der Himmlische Garten von Eden, den der Schöpfer durch Seine Tat erschaffen hat.

Das Licht, das am ersten Tag der Schöpfung erschaffen wurde, ist das Licht, in welchem Adam von einem Ende der Welt bis zum anderen schaute. Daher wurde das Wort „Licht“ fünfmal in der Beschreibung vom ersten Schöpfungstag in der Tora benutzt. Dieses Licht ist für die Gerechten der zukünftigen Welt bestimmt, weil es in Jessod de Aba und in Jessod de Ima verhüllt ist, welche zusammen „Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit“ genannt werden.

(Im Hebräischen haben die Worte Zedek – Gerechtigkeit und Zadik – gerecht dieselbe Wurzel. Dieser Name wird jemandem gegeben, der die Herrschaft des Schöpfers erreicht und der sieht, dass Seine Herrschaft gerecht ist; deshalb rechtfertigt er alle Taten des Schöpfers und wird somit Gerechter genannt. Die andere Bedeutung des Wortes ‚Gerechter’ bezieht sich auf den Glauben des Menschen, dass der Schöpfer gerecht ist, denn in der Spiritualität nimmt man den Namen der Stufe an, die man erreicht hat. Wenn er sieht, dass der Schöpfer gerecht ist und er dieses Wissen von der Stufe erhält, auf die er aufsteigt, dann wird er bereits mit dem Namen dieser Stufe benannt).

Or Chochma kann nur in „kostbaren Gewändern“ empfangen werden, die Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit genannt werden, das heißt, nur mit diesen Absichten. Der Textauszug oben spricht von einer offenen Handlung, was auf die uneingeschränkte Ausbreitung des Lichts hindeutet, so wie es nach dem Ende aller Korrekturen sein wird. In der Tora wird so ein Zustand „der Himmlische Garten Eden“ genannt.

In der Zwischenzeit sammeln nur die vollständig und vollkommen Gerechten, die Seelen von Benayahu Ben Yehoyada und anderen, die für den Empfang des Lichts von dem großen Siwug von Atik würdig wurden, alles Licht der 6.000 Jahre. Der Ruheort dieser Seelen wird als Garten Eden bezeichnet.

Es gibt den unteren Garten Eden der Erde, der WaK ist, und den Himmlischen, GaR. Alle Seelen verweilen im unteren Garten Eden, und nur bei Neumond und am Shabbat steigen sie zum Himmlischen Garten Eden auf und kehren dann wieder an ihren Platz zurück. Sie sind jedoch Individuen, besondere Menschen (Seelen), deren Platz im Himmlischen Garten Eden ist. Dies sind die Seelen, von denen Rabbi Shimon sagt: „Ich sah sie aufsteigen, aber es waren Wenige“.

109) Alle Gerechten bleiben im unteren Garten Eden, in kostbare Gewänder gekleidet, in ihren Eigenschaften und ihrer Form ähnlich denen, die sie in dieser Welt trugen, das bedeutet, in derselben Gestalt wie die Menschen in dieser Welt und gemäß den menschlichen Handlungen in dieser Welt. Sie bleiben hier und fliegen weg durch die Luft, steigen auf zur Versammlung im Himmlischen Garten Eden, fliegen umher und baden im Tau des reinen Flusses von Apharsemon (persimmon), dann kommen sie herunter und fliegen unten im unteren Garten Eden.

Der Hauptunterschied zwischen GaR und SaT hinsichtlich beider Parzufim und Seelen ist der, dass GaR (KaCHaB) nicht die Einkleidung von Chassadim benötigen. Sie können das Or Chochma so empfangen, wie es ist. Jedoch können die Parzufim von WaK und die Seelen, die von SoN ausströmen, und deren Fundament WaK (Or Chochma eingekleidet in Or Chassadim) ist, nur dann das Or Chochma empfangen, wenn es in Or Chassadim gekleidet ist.

Ruach de Zadikim (Geist der Gerechten) im unteren Garten von Eden ist in Or Chassadim gekleidet, genauso wie die menschlichen Seelen in dieser Welt. Und mit Hilfe dieser kostbaren Gewänder können sie zum Himmlischen Garten Eden aufsteigen und dort Or Chochma empfangen. Danach kehren sie zurück an ihren Platz im unteren Garten Eden, weil dort ihr ständiger Platz ist.

Sie steigen auf mit der Kraft von Or Chassadim, „Luft“ genannt, und fliegen zum Himmlischen Garten Eden, um Or Chochma zu empfangen, genannt Fluss von Apharsemon. Sie können allerdings nicht dort bleiben, deshalb steigen sie sogleich vom Himmlischen Garten Eden zum unteren hinunter. Der Sohar vergleicht sie mit menschlichen Seelen, weil beide, die Oberen und die unteren menschlichen Seelen die Einkleidung von Or Chassadim brauchen, um sich selbst zu korrigieren und aufzusteigen.

110) Und manchmal erscheinen diese Gerechten wie Menschen, die Wunder vollbringen, wie himmlische Engel, so wie wir das Leuchten des Höheren Lichts gesehen haben, aber wir waren nicht würdig, die großen Geheimnisse der Weisheit zu sehen und zu entdecken.

Waren nicht würdig, die großen Geheimnisse der Weisheit zu entdecken – weil sie der Eseltreiber verlassen hatte und verschwand. Es gibt besondere Seelen, die im Himmlischen Garten Eden bleiben. Sie sind so hoch aufgestiegen, dass ihre Seelen aus dem unteren Garten Eden nur bei Neumond und am Shabbat zu ihnen aufsteigen, und weil sie unfähig sind, dort zu verweilen, steigen sie gleich wieder an ihren ständigen Platz hinunter. Jedoch sind sie trotzdem den menschlichen Seelen ähnlich, die hinabsteigen aus dem Himmlischen Garten Eden auf diese Welt und Menschen treffen, so wie die Engel, die selten auf diese Welt hinabsteigen.

Sie haben nun das Licht des Himmlischen Leuchtens gesehen, das Licht von Rabbi Hamnuna Saba, das auf sie hinabstieg vom höchsten Punkt, dem Himmlischen Garten Eden, und vor ihnen in dieser Welt enthüllt wurde (während sie noch in dieser Welt lebten).

‚Wie Menschen‘ bezieht sich auf die Seelen, die im unteren Garten Eden verweilen, die die Gestalt von Menschen haben, und das Licht des Himmlischen Gartens Eden beeinflusst sie. Sie können dieses Licht bei ihrem Aufstieg bei Neumond und am Shabbat empfangen, wonach sie würdig sind, die Seelen des Himmlischen Gartens Eden zu treffen, und dann steigen sie zu ihrem ständigen Platz hinunter.

Man kann allerdings auch sagen, dass die Worte ‚Wie Menschen‘ auf Menschen in unserer körperlichen Welt verweisen, während die Seelen aus dem Himmlischen Garten Eden manchmal auf diese Welt hinabsteigen und wie erhabene Engel vor den Augen der Gerechten erscheinen.

111) Rabbi Aba hob an und sagte: „Und er, der verdammt ist, sagte zu seiner Frau: „Wir werden sterben, denn ich habe den Schöpfer gesehen.“ Obwohl er sich seiner Handlungen nicht bewusst war, wie geschrieben steht, „Er wusste nicht, dass es ein Engel war“; da geschrieben steht: „Der Mensch soll Mich nicht sehen und leben“, wussten wir, dass er gestorben war. Und wir haben dieses große Licht verdient, damit es uns begleitet und die Welt existiert, weil der Schöpfer selbst es uns schickte, um uns die Geheimnisse seiner himmlischen Weisheit zu offenbaren. Wie freudvoll ist unser Anteil!“

Als der Engel ihn sah, der verdammt war, hatte er noch nicht die richtige Stufe der Erkenntnis; daher war der Engel nicht willens, seinen Namen zu enthüllen. Doch obwohl er ihn nicht kannte und nicht erreichte, fürchtete er dennoch die Worte „Der Mensch soll Mich nicht sehen und leben“ (Shemot, 33:20).

Aber wir haben die vollkommene Erkenntnis verdient, denn wir kamen, um seinen Namen zu erkennen, Rabbi Hamnuna-Saba. Und wir leben und existieren in dieser Welt. Deshalb ist klar, dass die Stufe von Rabbi Hamnuna-Saba „Zeig mir Deine Herrlichkeit“ (Shemot, 33:18) genannt wird, Moses’ Bitte des Schöpfers.

Aber der Schöpfer antwortete: “Du kannst Mein Gesicht nicht sehen, denn der Mensch soll Mich nicht sehen und leben.“ Daraus erkennen wir, dass sie mehr Erkenntnis als Moses hatten. Dieser Zustand wird von den Weisen als „Es gab keinen erhabeneren Propheten als Moses, aber es gab einen Weisen“ (Yalkut Shimoni, das Ende) beschrieben. Es steht ebenfalls geschrieben: „Ein Weiser wird als Prophet angesehen“ (Talmud, Bava Batra, 12:1). Daher stiegen sie spirituell auf, die Erscheinung solch einer erhabenen Seele zu verdienen, während sie noch in dieser Welt waren.

112) Sie gingen und kamen an einen Berg. Die Sonne war untergegangen. Die Äste des Baumes auf diesem Berg fingen an zu rasseln und zu singen. Während sie noch gingen, hörten sie eine gewaltige Stimme verkünden: “Söhne des Heiligen Schöpfers, zerstreut euch unter den Lebenden in dieser Welt, die durch die Söhne der Versammlung erleuchtet sind, sammelt euch an euren Plätzen und erfreut euch mit eurem Schöpfer an der Tora. Sie fürchteten sich und hielten an, dann setzten sie sich.

„Sie kamen an einen Berg“ bezieht sich auf die Worte von König David, der sagte (Tehilim, 24:3): “Wer wird den Berg des Herrn ersteigen und wer wird an Seinem heiligen Ort stehen?“, was bedeutet, wer dessen würdig ist. Nachdem sie den Berg erklommen hatten, war die Sonne untergegangen (das Licht verließ den Parzuf). Aber sie hörten etwas von den Bäumen, wie geschrieben steht: „Dann werden alle Bäume des Waldes vor Freude singen“ (Tehilim, 96:12).

Sie hörten eine Stimme, die ihnen gebot, an ihren Platz zurückzukehren, sich am Schöpfer und Seiner Tora zu erfreuen und vom Berg hinabzusteigen. Und sie rief sie mit dem Namen dieser Hohen Stufe, die sie erreicht haben. Aber sie deutet darauf hin, dass Menschen es nicht wert sind, gleichzeitig auf dieser Stufe und in dieser Welt zu sein. Doch obwohl sie sich fürchteten, blieben sie auf dem Berg, setzten sich und bewegten sich nicht. „Fürchten“, „anhalten“ und „hinsetzen“ sind spirituelle Zustände dieses Parzuf.

Wir verstehen, wie der Sohar den Pfad der Gerechten erklärt, jenen, die den Machsom überqueren (die Barriere, die unsere Welt von der spirituellen Welt trennt) und anfangen, die Stufen der spirituellen Leiter aufzusteigen. Dieser Pfad ist vielfältig und jedes einzelne Buch der Tora beschreibt es in seiner eigenen Art und Weise: die Sprache der Kabbala, Legenden, richterliche Gesetze, historische Darstellungen des Pentateuchs, etc. Der Sohar malt ein anschauliches Bild für uns – wie ein Wegweiser für jene, die sich selbst an diesem Platz dieser erhabenen Reisenden in der spirituellen Welt finden. Einmal dort, wirst du für dich selbst erkennen, was mit Begriffen wie „Berg“, „Baum“, und „Stimme“ besagt wird. Dann wird der Sohar dein wahrer Reiseführer werden!

Es ist unmöglich, eine genauere Beschreibung der Parzufim zu liefern, z.B., eine innere Empfindung von jemandem, der spirituell aufsteigt, denn der Leser muss zuerst selbst bestimmte analoge Gefühle entwickeln. Könnte man erkennen, was der beschriebene Inhalt (oder etwas Ähnliches) wirklich bedeutet, würde man eine vollkommene Vorstellung dessen haben, wovon gesprochen wurde.

In unserer Welt ist es das gleiche: selbst, wenn wir nie in einem bestimmten Land gewesen sind, können wir uns vorstellen, was uns andere darüber beschreiben – in Analogie zu dem, was wir bereits wissen. Aber in diesem Fall gibt es keine Analogie. Wenn jemand die spirituelle Welt zum ersten Mal sieht, erkennt er, wie falsch alle vorherigen Vorstellungen davon gewesen sind! Daher können wir über viele Zustände, die im Sohar beschrieben sind, nichts sagen.

113) In der Zwischenzeit rief die Stimme wiederum: “Oh, mächtige Felsen, große Donnerschläge, Bina steht auf einem Pfeiler, so tretet ein und versammelt euch.“ In diesem Moment hörten sie die mächtige Stimme von tausenden Bäumen, die sagten: “Die Stimme des Schöpfers bricht die Zedern.“ Beide, Rabbi Elazar und Rabbi Aba, fielen auf ihre Gesichter. Große Furcht überkam sie. Sie erhoben sich hastig und liefen weg, ohne etwas anderes zu hören, und stiegen vom Berg herab und gingen weiter.

Vorher wurde erwähnt, dass sie ihre Esel nicht führen konnten, was bedeutet, dass sie unfähig waren, MAN zu erheben, weil Rabbi Hamnuna-Saba seine helfende Aufgabe bereits vollendet hatte. Darum verloren sie die Macht über ihre Esel und konnten sie nicht weiter benutzen, um MAN zu erheben und Höherer Stufen würdig zu werden.

Daher sprach Rabbi Elazar früher, dass sie es nicht verdient hatten, die Geheimnisse der himmlischen Weisen zu erkennen und zu erhalten. Tatsache ist, dass sie, nachdem sie die Stufe Yechida erklommen hatten – z.B. mit der Hilfe von Rabbi Hamnuna-Saba die Seele von Benayahu Ben Yehoyda enthüllt haben – verursachte das Verschwinden des Schirmes (Massach) von BON den Verlust des Massach de SAG. Daher konnten sie nicht länger MAN erheben.

Das Licht hörte auf, von Guf de Atik auf sie zu scheinen, gezielt, um ihnen die Gelegenheit zu geben oder vielmehr die Stärke, einen Massach de SAG zu erbauen. Folglich wird BON wie SAG, sie werden es fortsetzen, MAN zu erheben und werden wieder in der Lage sein, von Stufe zu Stufe aufzusteigen.

Sobald also Rabbi Elazar und Rabbi Aba ihre Esel verließen, verloren sie die Kraft, MAN zu erheben, um BON auf die Stufe SAG zurückzubringen. Die Stimme jedoch verkündete, dass sie so stark wie Felsen und Donner sind, denn bislang hatten sie alle Prüfungen ertragen. Und sie werden Kräfte sammeln, um die mächtigen Felsen zu erdulden und alle Hindernisse wie vorher zu überwinden, bis sie diese Hindernisse auslöschen, wie große Donnerschläge, die von oben herunter krachen.

Bina, obwohl selbst farblos, wird „die Quelle der Farben“ genannt, weil sie voller Gnade ist, wohingegen alle anderen Eigenschaften durch die Erduldung aller Prüfungen stammen, wie Felsen. Von ihnen erhält Bina neue Formen, daher empfing sie die Kräfte eines neuen Schirms, auf dem alle neuen Stufen und Parzufim hervortreten.

Gemeinsam, die Stimme informierte sie über Binas neue Kräfte, hörten sie eine andere Stimme. „Die Stimme des Schöpfers bricht die Zedern“ (Tehilim, 29:5), die sie wissen ließ, dass alle Zedern (Hindernisse) auf ihrem Weg zur höheren Erlangung beseitigt wurden. Dies gab ihnen die Stärke, vom Berg herabzusteigen und ihren Pfad auf höheren Stufen fortzusetzen.

114) Als sie das Haus von Rabbi Yosi, dem Sohn von Rabbi Shimon Ben Yosi Ben Lakunya, erreichten, sahen sie Rabbi Shimon Bar-Yochai. Sie waren erfreut. Rabbi Shimon war ebenfalls erfreut. Er sagte zu ihnen: “Ihr habt den Pfad der himmlischen Zeichen und Wunder auf richtige Weise bereist, denn während ich schlief, sah ich euch und Benayahu Ben Yehoyada, der euch zwei Kronen mit einem alten Mann sandte, um euch zu schmücken. Ich bin sicher, dass der Schöpfer ebenfalls auf diesem Weg war, weil ich sah, wie sich eure Gesichter verändert haben.“ Rabbi Yosi sagte: “Wahrlich wird gesagt, dass ein Weiser so angesehen wird wie ein Prophet.“ Rabbi Elazar kam und legte seinen Kopf auf die Knie seines Vaters, Rabbi Shimon, und erzählte ihm, was geschehen war.

Hier gibt der Sohar eine allegorische Erklärung der zwei Zustände: erstens, verdienten sie die Erlangung des Lichts von SAG (Rabbi Yosi genannt) noch einmal, und zweitens verbinden sich jetzt SAG und AB in einem permanenten Siwug. Wir erkennen das an ihrem Treffen mit Rabbi Shimon, der Or Chochma bedeutet. Mit anderen Worten, sie verdienten, dass ihr BON zurückkehrte und wie SAG wurde in seinem permanenten und ewigen Siwug mit AB.

Benayahu Ben Yehoyada sandte ihnen zwei Kronen durch Rabbi Hamnuna-Saba: Or Yechida, Benayahu Ben Yehoyada selbst genannt, und ein neues Licht ABSAG, das sie eben erlangten. Dieses Licht kam auch durch die Kräfte von Benayahu Ben Yehoyda zu ihnen, als Belohnung für die Überwindung aller Prüfungen, als Dank an jene, die diese Stufe verdient hatten, das von dem großen Licht seiner Seele ausstrahlt.

Daraus folgt, dass er ihnen zwei Kronen sandte. Doch alle Abstiege auf ihrem spirituellen Pfad waren kein Scheitern; vielmehr leitete sie der Schöpfer selbst zu dieser hohen Stufe, die sie jetzt erlangt hatten. Deshalb steht geschrieben: “ICH BIN SICHER, DASS DER SCHÖPFER (MIT EUCH) AUF DEM WEG WAR.“ Jedoch, „WIE EURE GESICHTER SICH VERÄNDERT HABEN,“ denn ihr habt noch etwas Anderes erlangt, was durch die Phrase beschrieben wird: “EIN WEISER WIRD ALS PROPHET ANGESEHEN.“

115) Rabbi Shimon fürchtete sich und weinte. Er sagte: “Ich habe den Schöpfer gehört und ich bin ehrfürchtig.“ Dieser Vers wurde von dem Propheten Havakuk (Habakuk) gesprochen, als er seinen Tod und seine Wiederauferstehung durch Elisha sah. Warum wurde er Habakuk genannt? Weil geschrieben steht, dass um diese Zeit herum ein HOVVEKET sein würde – ein Sohn wird umarmt werden. Für Habakuk war es der Sohn von Shunamit. Und es gab zwei Umarmungen: eine von der Mutter und eine von Elisha, wie geschrieben steht: “Er legte seinen Mund zu seinem.“

Zunächst ist es unklar, wie der Prophet Elisha eine Saat in seine Gebete für Shunamit geben konnte, denn diese Saat kann nicht existieren (zeugen). Gewiss war Elisha der größte Prophet nach Moses und seine Seele kam aus dem himmlischen Garten Eden. Daher war sein BON (in Hebräisch werden die Worte Ben – Sohn – und BON auf gleiche Weise buchstabiert: Bet-Nun) bereits absolut rein und perfekt.

Daher zog er ihn, als er ihr seinen Sohn gab, auf die männliche Seite, wohingegen er Habakuk nur auf die weibliche Seite zog. Und seit die weibliche Seite, Nukwa, näher an der unreinen Kraft ist, haftet er selbst an ihm und er starb. Somit liegt der Grund für seinen Tod in der erhabenen Stufe des Propheten, denn sein BON ist rein und frei von der Anheftung an unreine Kräfte.

Daher betete der Prophet: “Der Schöpfer hat es vor mir versteckt und hat es mir nicht erzählt!“ (Melachim II, 4:27). Mit anderen Worten, er hatte nicht die leiseste Ahnung, dass er sterben könnte, wenn er sich nur mit BON verbindet. Darum war es notwendig zurückzukehren, aufzuerstehen und sich mit ihm zu der höheren Welt zu verbinden, zur Wiederauferstehung von den Toten.

Die Essenz des Embryos ist das Weiße (Or Chochma) in ihm, wie geschrieben steht (Talmud, Nidah 31:1), dass Aba (Vater) Chochma ist, denn Chochma wird „weiß“ genannt, wie gesagt ist: “ Er macht alles mit Chochma (Weisheit)“ (Tehilim, 104). Allerdings besteht auch die Notwendigkeit für die Einkleidung in Or Chassadim, die Absicht „für den Segen des Schöpfers“, sowie es unmöglich ist, Or Chochma zu erreichen, das Licht der Weisheit, Erlangung und Freude, ohne die Einkleidung von Or Chassadim, ohne eine altruistische Absicht.

So muss die Mutter das Rote, den Schirm, bereitstellen, der Or Chassadim liefert, der für die Einkleidung von Or Chochma in ihm benötigt wird. Als Folge davon, dass Or Chassadim Or Chochma in sich selbst aufnimmt (einkleidet, umhüllt), kann ein Embryo existieren. Und die ganze Aufnahme des Embryos kommt hier nur von der Mutter, der Shunamit, das heißt, nur von der weiblichen Seite (BON).

Als Elisha ihn wiederbelebte, gab er ihm noch einmal das Weiße (Chochma) und das Rote (Chassadim). Daraus folgt, dass es Elisha selbst war, der ihn das zweite Mal umfasste. Es wurde gesagt, dass es zwei Habakuks gab (vom Word Hibuk – umfassen, annehmen): einen von der Mutter und die andere von Elisha.

116) Ich habe in dem Buch von König Salomon entdeckt, dass der Name Habakuk aus zweiundsiebzig Namen besteht. Elisha erschuf ihn mit Worten. Jedes Wort besteht aus drei Buchstaben, denn die Buchstaben des Alphabets, das der Vater ihm anfangs erklärte, flogen davon, als er starb. Aber Elisha umfasste ihn und bestätigte in ihm alle Buchstaben in seinen zweiundsiebzig Namen. In allem waren 215 Buchstaben in seinen zweiundsiebzig Namen, drei Buchstaben in jedem.

Der Embryo ist aus 216 Buchstaben erbaut = RYU (Reish =200 + Jud = 10 + Waw = 6), die Or Chochma bezeichnen, das zu ISHSuT herabsteigt. Das bedeutet, dass der Embryo RYU Buchstaben hat, die nach der Gematria RE´IYAH = Reish-Aleph-Jud-Hej ausmachen, z.B. die Lichtquelle. Re’iyah bedeutet in Hebräisch Sehen und das Sehen ist nur in Or Chochma möglich, denn „sehen“ bedeutet „erlangen“, und das Augenlicht ist das Licht von Chochma.

Wenn ein wachsender Parzuf Gadlut erreicht, empfängt die Kleidung von Or Chassadim die Höhere Welt von AwI, und RYU kleidet sich Or Chassadim, dieser Parzuf wird AB (72) Namen genannt, so wie jeder der drei Buchstaben sich zu Einem verbindet und RYU = 216 Buchstaben werden zu AB = zweiundsiebzig Gruppen mit drei Buchstaben in jeder Gruppe, oder AB = zweiundsiebzig Namen.

Wenn Or Chassadim, die Kleidung des Parzuf, nur von der unteren Welt kommt, wird es als RYU definiert = 216 Buchstaben. Und wenn es AB, Chassadim der Höheren Welt, erlangt, formt jeder der drei Buchstaben eine Gruppe und die resultiert in AB = zweiundsiebzig Namen, wie geschrieben steht, ER BESTÄTIGTE ALLE BUCHSTABEN IN IHM. Als Elisha Habakuk wieder auferstehen ließ, den Sohn von Shunamit, schuf er den Namen Habakuk, AB = zweiundsiebzig Buchstaben von RYU = 216, denn er gab ihm Or Chassadim der höheren Welt von AB.

Aus diesem Grund machen alle 216 Buchstaben Dreiergruppen und formen drei Linien von Oben abwärts: die rechte, linke und mittlere. Eine Zeile aus drei Buchstaben – der rechten, linken und mittleren Linie, die waagerecht nebeneinanderstehen (sie bezieht sich auf denselben Schirm und Typ des Kli) – wird als eine betrachtet. Daher werden die Buchstaben AB (zweiundsiebzig) anstatt der AB (zweiundsiebzig) Namen benutzt, weil jeder Buchstabe so betrachtet wird, dass in ihm drei eingeschlossen sind und miteinander verbunden sind als einer. Wenn Or Chochma diese zweiundsiebzig Zellen betritt, wird dieser Parzuf AB genannt und es wird gesagt, dass er das komplette Licht von Chochma hat.

Or Chassadim ist das Licht, das zu einem bestimmten Zeitpunkt Frieden in den Zustand des Parzuf bringt, denn seine Eigenschaft ist, nichts für sich selbst zu wünschen, sondern zu geben. Allerdings ist Or Chassadim, das von der unteren Welt empfangen wird, nur Trost „um etwas Besseres zu wollen“, wohingegen Or Chassadim, das von der Höheren Welt empfangen wird, ein so starkes Verlangen „zu geben“ erschafft, dass der Parzuf, der Or Chassadim empfängt, damit zeigt, dass er, obwohl er Or Chochma hat, Or Chassadim bevorzugt.

Das ähnelt einem Menschen in unserer Welt, der sagt, dass er nichts benötigt. Allerdings gibt es einen Unterschied: sagt er das in einem Zustand, wenn er nichts hat und alles, was er sich wünscht, haben könnte, aber eigentlich danach strebt, sich selbst zu beschränken, um Notwendiges zu enthüllen und den Rest wegzugeben?

Daher kann der wachsende Parzuf (der Sohn – BON), wenn er nur Or Chassadim von der unteren Welt hatte, Or Chochma nicht in ihm empfangen, und das wird RYU Buchstaben genannt. Doch weil die unreinen Kräfte noch an ihnen haften und versuchen, mit dem Parzuf das Or Chochma für sich selbst zu empfangen, kann Or Chochma nicht in sie gekleidet werden.

Diese Buchstaben RYU, die Habakuk seit dem Tage seiner Geburt hatte, FLOHEN, ALS ER STARB. Somit war es notwendig, ihm die Buchstaben RYU und die Namen AB noch einmal zu geben. Und Elisha tat es nur mit SEINEM GEIST, denn er war gezwungen, in ihm die Buchstaben RYU wieder zu erwecken, um sie zu AB zu kombinieren mit Hilfe der höheren Chassadim (kombiniert alles zu drei Linien), wenn sich alles zu AB Namen vereint.

117) Elisha bestätigte alle Buchstaben in Habakuks Seele, um ihn durch die Buchstaben der zweiundsiebzig Namen wiederzubeleben. Und er nannte ihn Habakuk, denn das ist sein vollständiger Name, der all seine Eigenschaften beschreibt, so wie er auf zwei Habakuks und auf die 216 Buchstaben des Heiligen Namens anspielt. Durch den Namen AB erweckte er ihn, brachte seinen Geist zurück und durch die Buchstaben RYU erweckte er seinen Körper und ließ ihn leben. Deshalb wird er Habakuk genannt.

Habakuk = Chet+Beth+Kuf+Waw+Kuf = 8+2+100+6+100 = 216. Das Wort Habakuk ergibt zwei Umfassungen (Hibukim, Plural von Hibuk). Wie alle hebräischen Namen, bezieht es sich auf die Eigenschaft seines Trägers. So ist zum Beispiel Jakob von „Akev“ („überwinden“ Esau) abgeleitet und Abraham bezeichnet Av – Vater, Am – der Nation.

Die erste Umfassung kam von Ima, aber sie erlaubte Or Chochma noch nicht, in den Parzuf, in die Buchstaben RYU einzutreten, da an dem Roten von Ima die unreinen Kräfte hingen. Aber dann umarmte Elisha ihn mit Chassadim der Höheren Welt, welche von AwI kamen. Das vereinigte die Buchstaben zu Gruppen (Namen), und Or Chochma betrat und füllte diese Namen permanent, da die unreine Kraft nicht an Chassadim der Höheren Welt anhaften kann.

Wie im obigen Beispiel erhält der Parzuf, wenn er Schutz in Form des Verlangens von Chassadim der Höheren Welt erhält, ein so großes Verlangen zu geben, dass er niemals Chochma haben möchte, selbst wenn das vollständige Or Chochma angeboten würde. Genau deshalb kann Chochma ihn für alle Ewigkeit erfüllen.

Daher bedeutet der Name Habakuk zwei Chibukim (Umfassungen): eine von der Mutter und eine von Elisha, wodurch ihm von allen Seiten Vollkommenheit verliehen wurde: sowohl von Or Chochma als auch von Or Chassadim. „Umfassungen“ bedeuten Or Chassadim, das von AwI stammt, und Or Chochma, das in Or Chassadim empfangen wurde, wird „das Geheimnis von RYU“ genannt.

Es steht daher geschrieben, dass ER SEINEN GEIST DURCH DIE  AB NAMEN ERWECKTE UND SEINEN KÖRPER DURCH DIE BUCHSTABEN RYU. Und er wurde durch Elishas Umfassung erweckt, denn die Buchstaben RYU haben die Namen geformt, das sind die drei Linien, in denen Or Chochma empfangen werden kann, dank des Empfangens von Or Chassadim von AwI (der Höheren Welt).

Die unreinen Kräfte (die egoistischen Verlangen der Menschen) können in diesem Licht nicht angreifen. Daher existiert der Tod nicht (das Ergebnis des Empfangens von Or Chochma für sich selbst). Anschließend empfängt er Or Chochma, was die vollkommene Korrektur seines Guf ergibt.

Der Parzuf (Sohn von Shunamit) hatte die Buchstaben RYU von Geburt an, und sie verließen ihn, als er starb. Warum wird er dann Habakuk (zwei Umarmungen) genannt? Schließlich verließ ihn die erste Umarmung von Ima (Mutter) im Moment seines Todes, und Elisha erweckte ihn vom Tod durch eine einzige Umarmung. Erhält er somit nicht nur die Umarmung von Elisha?

Die Sache ist die, dass Elisha ihm zum Zeitpunkt der Wiederauferstehung nichts Neues gab – außer der Umarmung, dem Licht der Himmlischen Ima SAG, deren Licht die Wiederauferstehung der Toten beschwört. Und die Buchstaben RYU wurden einfach durch seine untere Mutter – BON – erweckt. Das sind die dieselben RYU von BON, mit denen er geboren wurde. Sonst wäre es eine ganz neue Seele gewesen, von der man nicht hätte sagen können, dass sie tot war und dann wiederauferstand.

Daher hat er jetzt wahrlich zwei Umarmungen, denn die erste wurde nun auch erweckt, als BON zu SAG herabstieg. Und seit BON an dem Platz von SAG ist, werden seine Chassadim als die der Himmlischen Mutter betrachtet. Sie neutralisieren die unreinen Kräfte und den Tod vollkommen, denn ihr Verlangen ist nur das Geben, was die unreine Kraft nicht ertragen kann. So kann sie die Menschheit nicht länger in Versuchung führen. Deshalb wird er Habakuk genannt, nach der Handlung der beiden Umarmungen.

118) Er sagte: „Ich habe den Schöpfer gehört und ich bin ehrfürchtig vor Seinem Namen.“ Ich habe gehört, was ich hatte und hatte einen Geschmack der anderen Welt im Moment des Todes, bevor Elisha ihn wiederbelebte, und ich bin ehrfürchtig. Er begann um Gnade für seine Seele zu bitten. Er sagte: „Oh, Schöpfer, die Handlungen, die Du während der Jahre ausführtest, waren mein Leben.“ Und wer sich mit den vergangenen Jahren (den Namen der Sefirot von Atik) verbindet, verbindet sich mit dem Leben. Im Laufe der Jahre schenkst Du Leben auf der Stufe, die kein Leben aus sich selbst hat, auf Malchut de Malchut.

Seine Furcht kommt von den vergangenen, vorigen Stufen, denn jetzt wurde er in jeder Hinsicht vollkommen und da hat Furcht keinen Platz. Die Furcht stammte aus der Vergangenheit, als er die Welt verließ. Das beschreibt den Zustand zwischen dem Tod und der Wiederauferstehung. Er behält also die Furcht aus dem vergangenen Zustand, der ihm dabei helfen wird, einen Schirm aufzubauen, um MAN zu erheben. Es ist exakt diese Furcht der vergangenen Zeiten (Zustände), die ihn fördert, MAN (Bitte um Gnade) zu erheben.

Das ist das Geheimnis des zukünftigen Schirms, nachdem BON zu SAG wurde. Denn dann „wird Er den Tod für immer auslöschen“ (Jesaja, 25:8), und es wird keine Kraft geben, welche Angst vor Tod und Leiden wiedererweckt oder der eigenen Reinheit und Heiligkeit Schaden zufügen könnte. Darum ist es nicht nötig, ihr aus dem Weg zu gehen, jemanden davor zu bewahren oder sie zu vermeiden.

Wenn also jemand diesen erhabenen spirituellen Zustand erreicht hat, wo könnte er möglicherweise Furcht empfinden? Letzten Endes wird er nicht in Lage sein, ohne sie aufzusteigen! Nur, wenn er die Furcht der vergangenen Stufen hat! Denn der Parzuf speichert die Erinnerungen, die Eintragungen, das Gedächtnis der vergangenen Zustände, sogar nachdem er zu SAG hinabgestiegen war und BON wie SAG wurde.

Wäre da nicht die Erinnerung an die Furcht in den vergangenen Zuständen, könnte der Parzuf keinen Schirm in einem Zustand erschaffen, in dem es keine Furcht mehr gibt. Während er das erklärte, erzählte Rabbi Shimon ihnen von Habakuk, um sie zu lehren, wie sie sich diese Furcht aneignen, so wie Habakuk es tat, indem er die Furcht aus der Vergangenheit hatte.

DIE HANDLUNGEN, DIE DU BEREITET HAST…WÄHREND DER JAHRE…WAREN MEIN LEBEN – weil er zwei Perioden durchlebte: die Jahre vor seinem Tode und die Jahre nach seiner Wiederauferstehung. Zwischen diesen zwei Perioden gab es einen Zustand, diese Welt zu verlassen, den Tod (währenddessen er in einer anderen Welt existierte). Das heißt, weil ich mich an die Zeit meines Todes erinnere, verbinde ich mich dadurch mit dem Leben der Höheren Welt, die Elisha schenkte, indem er mich wiedererweckte.

SaT de Atik wird „die vergangenen (manchmal auch alten) Jahre“ genannt, da sie ihr Licht von Malchut der Welt von AK, Malchut von Zimzum Aleph empfangen. SaT de Atik scheinen nicht auf die unteren Parzufim und Welten mit ihrem Licht von Zimzum Aleph. SaT de Atik scheinen während der 6000 Jahre mit gedämpften Licht nach unten und beschränkt es gemäß den Gesetzen von Zimzum Bet. Erst am Ende der Korrektur werden sie ihr volles Licht weitergeben. In der Tora steht geschrieben, dass das Licht, das Atik während der 6.000 Jahre durchlaufen hat, mit dem kleinen Buchstaben Hej im Wort Abraham bezeichnet wird.

Weil Habakuks Tod ihn jedoch vollkommen gereinigt hatte, da er am Ende der Korrekturen mit den „vergangenen Jahren“ verschmelzen musste, erhielt er die nötige Kraft durch Elishas Umfassungen und dessen Auferstehung. Nachdem er sich selbst gereinigt hatte und im Moment seines Todes Furcht empfand, steht geschrieben, dass die Stärke dieser Furcht es ihm ermöglichte, Kontakt mit SaT de Atik aufzubauen und das Licht zu empfangen, das „ewiges Leben“ genannt wird.

Da er sich selbst durch den Tod gereinigt hatte, empfing BON die vollkommene Korrektur, indem es aufstieg und zum Zeitpunkt des Todes zu SAG wurde. Danach erreicht es die Stufe Malchut de Malchut, einen Siwug, der erst am Ende der Korrektur gemacht werden kann und erreicht diese Stufe, das Licht seines Lebens.

119) Rabbi Shimon weinte und sagte: “Und ich habe vom Schöpfer gesehen, was ich gehört habe.“ Er erhob seine Hände über seinen Kopf und sagte: “Aber du hast es verdient, Rabbi Hamnuna-Saba zu sehen, das Licht der Tora, von Angesicht zu Angesicht, während ich es nicht verdient habe.“ Er fiel auf sein Gesicht und sah ihn, der Berge entwurzelt und Kerzen im Tempel des Königs (Messias) anzündet. Er sagte zu ihm: “Rabbi, mit anderen Worten sollten wir Nachbarn sein mit den Anführern der Versammlung vor dem Schöpfer. Ab hier nannte er seinen Sohn Rabbi Elazar und Rabbi Aba mit dem Namen Pnei’el (das Gesicht Gottes), wie geschrieben steht: “Denn ich habe den Schöpfer von Angesicht zu Angesicht gesehen.“

Er betete selbst, damit er die gleiche Furcht der Vergangenheit nutzen konnte, genau wie Prophet Habakuk.

Alle Korrekturen sind bereits fertig und warten in der Halle des Königs (Messias), hinunter bis ins letzte Detail. Sie müssen alle am Ende aller Korrekturen enthüllt werden, mit dem Erscheinen des Königs. Und die Seelen in dieser Halle sind jene, die die Vollendung ihrer individuellen Korrektur verdient haben, denn es gibt eine individuelle und eine allgemeine Korrektur.

Malchut de Malchut ist die einzige Schöpfung und sie ist in Seelen unterteilt. Diese Teile verschmelzen mit Menschen in unserer Welt, und jeder von ihnen muss seine eigene Korrektur erreichen, während er im Menschen existiert, das heißt, seine eigenen Verlangen (Wünsche) Stufe um Stufe mit denen des Schöpfer ersetzen. Das wird als individuelle oder persönliche Korrektur der Seele bezeichnet. So erreichen und leben die Seelen, die ihre individuelle Korrektur erreicht haben, in einem Zustand, der „im Saal der Königs-Messias wohnen“ genannt wird.

Das Licht in dem Saal (das Licht der Tora), auch Hamnuna-Saba genannt, befreit den Menschen vollständig von den unreinen Kräften, das heißt, es reinigt ihn von allen ursprünglichen, egoistischen Verlangen und korrigiert Malchut de Malchut, die „den Gerechten wie ein hoher Berg erscheint“ (Talmud, Sota, 52). Diese Korrektur wird so durchgeführt, indem ein SAG-ähnlicher Schirm mit der Absicht erschaffen wird, MAN (die Bitte um die finale Korrektur) zu erheben. MAN wird „Me’orei Esh“ (Funken des Feuers) genannt, wie geschrieben steht: “Die Seele der Menschheit ist die Kerze des Schöpfers“ (Mishlei, 20:27).

Das Sonnenlicht steht für das herabsteigende Licht, MAD, so wie das Sonnenlicht von oben auf uns herab scheint, während die Flamme des Feuers für Or Choser steht, das von unten aufwärts steigt wie Kerzenlicht. Der Sohar sagt deshalb, dass diese zwei Korrekturen, die darauf abzielen, die unreinen Kräfte zu zerstören und die Kerzen im Saal des Königs – Messias – anzuzünden, in den Händen von Rabbi Hamnuna-Saba liegen.

Und der vollkommen Gerechte, der diese beiden letzten Korrekturen braucht, verdient es, sie nur durch die Enthüllung der Seele von Rabbi Hamnuna-Saba zu empfangen. Und er erklärt, dass sie (die Schüler von Rabbi Elazar und Rabbi Aba) die Ehre haben werden, nach ihrem Tod im Saale des Königs – Messias – zu dienen, und sie werden seine Nachbarn und die Häupter der Versammlung des Schöpfers sein.

Kabbala Chronik

Ha Uma – Das Volk

Im Israel des Jahres 1940 (damals Palästina genannt) war eine kabbalistische Publikation ein ungewöhnliches Unterfangen. Die Weisheit der Kabbala war für beinahe zwei Jahrtausende verborgen und nur einigen wenigen zugänglich. Doch am 5. Juni 1940 entschied Rabbi Yehuda Ashlag (1884-1954), einer der bekanntesten Kabbalisten des zwanzigsten Jahrhunderts, dass es Zeit für eine Veränderung war. Rav Ashlag, der wegen seines maßgebenden Sulam Kommentars (Leiter) im Buch Sohar auch Baal HaSulam (Herr der Leiter) genannt wurde, veröffentlichte damals die erste kabbalistische Zeitung der Geschichte unter dem Titel Das Volk (HaUma).

Das Volk war zwar für jedermann gedacht, doch trotz Baal HaSulams Anstrengung waren Sprache und Ausdruck für die meisten Leser zu komplex. Dennoch war Baal HaSulams Handeln höchst unorthodox, wenn nicht sogar revolutionär. Doch Baal HaSulam war nicht der einzige, der sich um eine Enthüllung der Kabbala für die Öffentlichkeit bemühte. Der erste Oberrabbiner Israels, Rav Avraham Kook (1865-1935), unterstrich ebenfalls, dass die Generation reif und bereit für die Weisheit der Kabbala sei.

Baal HaSulam stellte sich eine globale Gesellschaft vor, die in Übereinstimmung mit der Höheren Kraft auf Teilen und gegenseitigem Geben beruhte. In der Kabbala gilt die Höhere Kraft als Synonym für das „allumfassende Naturgesetz des Gebens“. Ashlag vertrat die Auffassung, dass je länger wir die Gründung einer solchen Gesellschaft aufschöben, umso mehr Schwierigkeiten über die Menschheit hereinbrächen. Wendeten wir bewusst die Spielregeln der Natur auf die menschliche Gesellschaft an, könnten wir unvorstellbare Höhen erreichen; wir würden Ewigkeit und Vollkommenheit erlangen und im Einklang mit der Höheren Kraft sein.

Das war die wesentliche Botschaft von Das Volk. Leider war Baal HaSulams Generation doch noch nicht ganz bereit dafür. Und nach der ersten Auflage untersagte die britische Behörde jede weitere Veröffentlichung, da sie darin fälschlicherweise eine Unterstützung des Kommunismus vermutete.

Seither sind viele Jahre vergangen, doch die Realität beweist die Richtigkeit von Ashlags Prophezeiungen. Seine Vorhersagen betreffend den Zerfall der USSR, die wachsende Entfremdung unter den Völkern und den Menschen, die Globalisierung oder die atomare Bedrohung bewahrheiteten sich voll und ganz. Die gute Nachricht ist: Die Veröffentlichung der Kabbala wurde ebenso zu einer unumstößlichen Tatsache.

Rambam (Maimonides) schrieb darüber, dass, als sich zu Zeiten Babylons die ganze Menschheit dem Götzendienst verschrieben hatte, nur ein einziger Mann nicht dieser Strömung folgte. Sein Name war Abraham. Er überlegte und suchte, bis er die Wahrheit gefunden hatte: Dass nur Einer die Welt lenkte. Dadurch wurde ihm bewusst, dass er die ewige Wahrheit des Lebens erkannt hatte und diese Erkenntnis nun mit der Welt teilen müsse. Seit damals verfügt die Welt über eine Methode, die diese Wahrheit enthüllt. Diese Methode trägt heute den Namen Kabbala. Wenn wir unsere Herzen öffnen, wird sie uns lehren, warum Dinge so geschehen, wie sie es tun und wie man sie verbessern kann.

Vergangenheit

Im ersten Kapitel von Die Mächtige Hand beschreibt Rambam die Zeiten, als es für die Menschen nur eine lenkende Kraft in der Welt gab. Als die Menschen dies vergaßen, kannte niemand mehr die Wahrheit und man begann zu glauben, dass viele verschiedene Kräfte in der Welt wirkten, jede für ein bestimmte Aufgabe – Nahrung, Fortpflanzung, Reichtum, Gesundheit etc. Doch man verstand nicht mehr, wie sich all diese Kräfte in einen einzigen Kreislauf einfügten und denselben Regeln des Erscheinens und Verschwindens, Leben und Tod, gehorchten. Durch das Beobachten der Natur entdeckte Abraham, dass es wahrlich nur eine einzige Kraft gab und alle anderen Dinge Teile ihrer Manifestation waren.

Er begann seine Erkenntnisse zu verbreiten. Abraham stellte sich der Herausforderung, eine Lehrmethode zu entwickeln, die im krassen Gegensatz zu den damaligen Auffassungen stand. Es war der Prototyp der Lehre der Kabbala (aus dem Hebräischen lekabel – empfangen). Heute lehrt uns die Kabbala, wie wir diese einzige lenkende Kraft enthüllen und dadurch endlose Freude und Vergnügen empfangen können.

Abrahams Entdeckung war kein Zufall; es war der perfekte Zeitpunkt, um dem ausbrechenden Egoismus entgegenzutreten, der den Zustand der Liebe und Einheit, der bis dahin unter den Menschen geherrscht hatte, zu zerstören drohte. Das meint die Bibel mit den Worten „Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte“ (Genesis 11:1).

Einheit oder Altruismus ist eine mächtige Kraft – sie kann unbesiegbar machen. Bis zum Zeitpunkt des Turmbaus zu Babel war dies allen klar. Jeder wusste um diese Kraft und lebte mit ihr im Einklang. Die Menschen nahmen sie als Teil ihres Lebens wahr; sie mussten nicht an ihrer Verbindung arbeiten, da sie der Eigennutz noch nicht voneinander getrennt hatte. Das meint die Bibel mit „gleicher Sprache“ und „gleichen Worte“.

Sobald die Menschen aber ihren Egoismus zu entwickeln begannen, wollten sie ihr mächtigstes Instrument – Einigkeit – zu ihrem eigenen Vorteil nützen. Der Herr sprach daraufhin: „Seht nur, ein Volk sind sie und eine Sprache haben sie alle… Jetzt wird für sie nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen“ (Genesis 11:6).

Um die Menschheit vor ihrem eigenen Egoismus zu retten, gibt es zwei Wege: Die Menschen auseinander zutreiben und so einen katastrophalen Konflikt der Eigeninteressen zu verhindern, oder die Menschen zu lehren, ihren Egoismus zu überwinden.

Die letztere Möglichkeit hatte einen entscheidenden Vorteil: Wenn sie lernten, sich trotz ihres wachsenden Egoismus zu verbinden, würden die Menschen ein tieferes Bewusstsein von sich und ihrem Schöpfer erlangen. Doch dazu würden sie den Schöpfer studieren müssen, da ihr ursprünglicher Zustand der Einheit unter ihrem neu entstandenen Egoismus zusammengebrochen war.

Aus diesem Grund enthüllte sich der Schöpfer gegenüber Abraham. Und daher wurde Abraham zu solch einem begeisterten Verbreiter dieser Methode. Er wusste: Entweder würde er die Menschen lehren, oder sie würden sich weiter voneinander entfernen und in alle Winde zerstreut werden.

Wie wir sowohl aus der Bibel als auch aus dem althebräischen Text, Midrash Raba, Parasha 38, wissen, verschmähten die Babylonier Abrahams Angebot. Er flüchtete aus Babylon und begann zu lehren, während er „von Stadt zu Stadt, und von Königreich zu Königreich wanderte, bis er das Land Israel erreichte“ (Maimonides, Die Mächtige Hand, Kapitel 1).

Trotz vieler Mühsal und Erschwernis bekamen Abrahams Lehren Unterstützung; und jene, die ihn unterstützten, halfen ihm, das Wissen mit anderen zu teilen und neue Schüler anzuwerben. Mit der Zeit wurde aus einem einsamen Kämpfer ein Volk – das Volk Israel. Israel, so erklärt der große Kabbalist Ramchal im Kommentar zu den Schriften ist eine Kombination von zwei Worten; Yashar (direkt) und El (Schöpfer). Unter dem Volk Israel versteht man jene, die einen Wunsch im Herzen tragen; so zu sein wie der Schöpfer, vereinigt durch Altruismus und gegensätzlich zu ihren babylonischen Zeitgenossen.

Der Zusammenbruch des Turmes zu Babel war eigentlich nicht das Ende der Geschichte sondern vielmehr der Anfang. Der Egoismus der Menschen wuchs weiter, obwohl ihn die Menschen überwinden hätten können und so eine tiefere Erkenntnis erlangen würden. Für jene, die Egoisten bleiben wollten, bedeutete dies eine weitere Entfremdung. Neue Völker entstanden und neue Technologien entwickelten neue Waffen. Diese dienten den Völkern zum Schutz voreinander oder um sich gegenseitig zu unterjochen.

Doch für jene, die ihr Ego überwinden wollten, war eine Weiterentwicklung ihrer Lehrmethode notwendig. Hier kam Moses zum Einsatz. Wie im Fall Babel musste man dem zunehmenden Egoismus durch Flucht entkommen. Doch der Pharao war nicht einfach ein böser König. Er brachte Israel eigentlich näher zum Schöpfer (zumindest jene, die das wollten). In der Kabbala bedeutet der Pharao den Inbegriff des Egoismus. Der einzige Weg, ihm zu entkommen, ist die Vereinigung – sie macht den Menschen unbesiegbar und bringt ihn näher zum Schöpfer. Um den Pharao zu besiegen, kam Moses nach seiner Flucht nach Ägypten zurück und einte die Menschen mit derselben Idee, wie es Abraham vor ihm tat – und verhalf den Menschen noch einmal zur Flucht.

Doch diesmal besiegte Israel einen noch größeren und mächtigeren Egoismus. Der Pharao war nicht wie König Nimrod von Babel; er konnte nicht durch einen einzigen entschlossenen Mann vernichtet werden. Es würde ein ganzes geeintes Volk brauchen, ihn zu überwinden. Als systematische Lehrunterlage für das ganze Volk dienten die Fünf Bücher Moses‘ (Pentateuch), welche eine Umarbeitung der Lehren Abrahams darstellten.

Obwohl Moses’ Tora einen wichtigen Schritt vorwärts bedeutete, da sie ein ganzes Volk in Kontakt zum Schöpfer brachte, war der Weg noch nicht zu Ende. Das Ende würde erst erreicht, wenn die ganze Welt in Berührung mit dem Schöpfer käme; wenn die Welt die gleiche Verbindung erführe, wie sie schon die alten Babylonier vor dem Ausbruch des Egoismus empfanden. Das Ende des Weges würde erreicht, wenn die gesamte Menschheit zurückgewänne, was sie einst besaß und schließlich verlor. Dies ist sehr wichtig, da man nur zurückgewinnen kann, was man schon hatte/kannte. Tatsächlich ist dies das Ziel der Schöpfung: Uns zu lehren, was oder wer der Schöpfer ist, und uns auf ihn zurückzubesinnen.

Gegenwart

Die „Gegenwart“ begann vor ca 2000 Jahren, als das Buch Sohar geschrieben und schließlich wieder verborgen wurde, und Israel ins letzte Exil ging. Genau wie in der Vergangenheit Abraham und Moses wirkten, wirken in der Gegenwart ebenfalls zwei große Männer: Rabbi Shimon Bar-Yochai (Rashbi) and der Heilige Ari (Rabbi Isaac Luria). Rashbis Buch Sohar ist ein Kommentar zur Tora. Wie Moses die Worte Abrahams dem ganzen Volk erklärte, genauso erläutert das Buch Sohar die Worte von Moses. Daher steht an vielen Stellen, dass das Buch Sohar dazu bestimmt sei, in der Zeit des „Messias“ am „Ende der Tage“ in Erscheinung zu treten. Dazu schreibt Rabbi Yehuda Ashlag, dass das Wiederauftauchen des Buches Sohar ein Beweis für die angebrochene Zeit des Messias sei.

Diese Phase der Annäherung an den Schöpfer unterschied sich wesentlich von der ersten. Es war eine Zeit des zarten Wachstums, als die Kabbala in schwach beleuchteten Räumen von kleinen unscheinbaren Gruppen verfeinert und verbessert wurde. Daher wurden die zwei signifikantesten Werke dieser Periode, Rashbis Sohar und Aris Baum des Lebens rasch wieder verhüllt. Sie tauchten Jahre später wieder auf, der Sohar sogar erst Jahrhunderte später.

Wie immer ist das einzige Gegengift zum wachsenden Egoismus die Einheit. Heute muss sich die gesamte Menschheit verbinden und vereinen. Die Selbstsucht hat ein solches Ausmaß erreicht, dass die Menschheit unwiderruflich verloren ist, wenn sie sich nicht auf die Einheit besinnt.

Zukunft

Die „Zukunft“ begann um 1990. 1945 prognostizierte Yehuda Ashlag, dass die letzte Phase in der spirituellen Entwicklung der Menschheit 1995 beginnen sollte. Ähnlich schrieb der Vilna Gaon (GRA) in seinem Buch Die Stimme der Turteltaube, dass diese Phase 1990 begänne. Viele anderen Kabbalisten machten gleichartige Voraussagen, was den Schluss zulässt, dass die Zukunft bereits begonnen hat und es an der Zeit ist, den Egoismus zu bezwingen und sich zu vereinigen.

Die gesamte Menschheitsgeschichte besteht aus Kämpfen gegen den Egoismus und Bemühungen, sich trotzdem zu vereinigen. Heute sind sich die meisten Wissenschafter einig, dass die menschliche Ichbezogenheit und das Missverstehen der Naturgesetze die Gründe für die Verkehrtheit dieser Welt darstellen. Baal HaSulam beschrieb dies bereits in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, doch seine Worte verhallten im Wind. In den letzten Jahren wurde es aber immer offensichtlicher, dass die Welt sich erst zum Besseren wenden würde, wenn wir uns  selbst ändern. Tatsächlich ruinieren wir unseren Planeten und unsere Gesellschaft auf so viele Arten, dass eine Lösung unerreichbar erscheint. Wir werden sie nur finden, wenn wir den menschlichen Egoismus in Altruismus umwandeln.

Im Artikel „Frieden in der Welt“ schreibt Baal HaSulam, dass im Falle einer Einigung jeder einzelne Mensch den Schöpfer persönlich im wahrsten Sinne des Wortes erfahren wird. Es steht geschrieben: „Sie sollen mich alle erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten“ (Jeremiah 31:34).

Die Weisheit der Kabbala wurde als eine Methode vorbereitet, mit der man die richtigen Beziehungen unter den Menschen und damit auch zum Schöpfer aufbauen kann. Baal HaSulam schreibt in der Einführung zum Buch Sohar, dass wir das Schöpfungsziel erreichen, sobald wir fähig werden, die Kabbala in unser Alltagsleben zu integrieren.

Hine Ma Tov

„Wie gut und wie freudvoll ist es für Brüder, in Einheit zu verweilen“ („Hinei ma tov u’ma naim, Shevet achim gam yachad“)

Über die wahre Freundschaft – verglichen mit einem Platz der Verächter.

„Im Buch Sohar steht ‚Wie gut und wie freudvoll ist es für Brüder, in Einheit zu verweilen!’ Freunde sind jene, welche zusammensitzen und nicht voneinander getrennt sind. Zunächst sehen sie aus wie ein Haufen Streitsüchtiger, die sich gegenseitig umbringen möchten, aber später kehren sie zur Liebe und Brüderlichkeit zurück. Was sagt der Schöpfer über sie? ‚Wie gut und wie freudvoll ist es für Brüder in Einheit zu verweilen!’ Das Wort Gam (hebräisch: auch) zeigt auf, dass jene auch Göttlichkeit in sich einschließen. Der Schöpfer hört ihren Worten zu, fühlt Zufriedenheit und Er erfüllt sie mit Freude.“ -Sohar, Acharei Mot, Punkt 64-5

„Wie gut und wie freudvoll ist es für Brüder, in Einheit zu verweilen!” ist einer der am meisten berührenden Verse in den Psalmen. Rabbi Shimon Bar-Yochai (Rashbi) lehrt uns, dass sich dieser Vers (welcher mittlerweile ein bekanntes Lied wurde) mit der wahren Liebe unter den nach Spiritualität strebenden Menschen beschäftigt.

Tatsächlich beschreiben alle kabbalistischen Bücher und speziell das Buch Sohar die Beziehung zwischen Liebe und Schenken. Um den Sohar zu verstehen ist es wichtig zu wissen, dass diese Bücher sich n i c h t mit abstrakten Kräften beschäftigen, die „irgendwo da draußen“ wirken, sondern in uns. Rashbi erklärt uns das System der Beziehungen, die zwischen uns existieren sollten. Wir sollten wie Freunde sein, die einander lieben und dadurch eine Einheit bilden.

Bande der Liebe

Die Brüder, von denen der Sohar spricht, werden auch als „Freunde“ bezeichnet. Gemeint sind einfache Menschen wie du und ich, die sich dafür entschieden haben, sich miteinander unter dem gemeinsamen Ziel zu verbinden, die spirituelle Welt zu erreichen. Sie verstehen, dass sie ihre egoistischen Überlegungen transzendieren und einander lieben müssen, wenn sie die spirituelle Empfindung „sich in Einheit zu verbinden“ erreichen wollen. Der Sohar sagt, dass solche Freunde „nicht voneinander getrennt sind“, weil sie einen gemeinsamen Wunsch haben: Sie sehnen sich danach, Spiritualität zu erreichen, damit sie die allumfassende Realität erkennen können, in der nur Liebe und Einheit existieren.

Entlang des spirituellen Aufstiegs, welchen die Freunde gemeinsam erfahren, betrachtet jeder von ihnen den anderen als die wichtigste Person im Leben. So ein Mensch weiß, dass er nur mit der Hilfe anderer fähig wird, sein Ego zu überwinden und zur Stufe der Liebe aufzusteigen. Am Ende der Straße, wenn jemand die allumfassende spirituelle Stufe erreicht hat und sich mit den Freunden verbindet, entdeckt er auch die Verbindung zum Schöpfer.

„Wie gut und wie freudvoll“

Rabbi Shimon Bar-Yochai erzählt uns, dass am Anfang eines spirituellen Weges die Freunde wie streitsüchtige Personen erscheinen, die sich am liebsten gegenseitig umbringen möchten. In der Weisheit der Kabbala nennt man die Spiritualität auch „Leben“. Jemand, der sich weigert, seine egoistischen Überlegungen aufzugeben, ist wie ein Mensch, der seine Freunde töten will, da er sie davon abhält die Spiritualität – das Leben – zu erreichen.

Der Sohar lehrt uns, dass diese Zustände auch deshalb „wie gut und wie freudvoll“ genannt werden, weil sie ein wichtiger Teil des spirituellen Weges sind. In diesem anfänglichen Zustand haben die Freunde ihr Ego noch nicht überwunden. Sie spüren, dass sie noch nicht den perfekten Zustand erreicht haben, aber sie empfinden große Freude, wenn sie beieinander sitzen. Letztendlich haben sie sich durch ein gemeinsames Ziel miteinander verbunden und hoffen, dass sie ihre egoistischen Gedanken überwinden werden und gemeinsam die Liebe erreichen.

Der Vers „wie gut und wie freudvoll“ bezieht sich auf das Ziel des Lebens, nämlich Liebe und spirituelle Verbindung zu erlangen.

„Nicht auf dem Platz der Verächter sitzen“

Im Vers „für Brüder in Einheit zu verweilen!” repräsentiert das Wort Gam (hebräisch: auch) die Göttlichkeit. Der Sohar erklärt, dass die Göttlichkeit folgendes meint: Die Gesamtheit der Seelen arbeitet miteinander an der Liebe und sehnt sich danach, gemeinsam zur Bewusstwerdung der höheren Welt aufzusteigen. Wenn wir uns verbinden und den “Verweiler” – den Schöpfer – in der Verbindung unter uns entdecken wollen, nennt man diese Verbindung „Göttlichkeit“.

Zusätzlich sagt uns das Wort Gam auch: Wenn wir uns danach sehnen, gegenseitige Liebe und wahre Verbindung zu erreichen, wird das Ego, welches uns zurzeit voneinander trennt, sich ebenfalls in Liebe mit uns verbinden. Mit anderen Worten: Persönliche Überlegungen werden uns nicht länger daran hindern, Spiritualität zu erreichen.

Doch zunächst müssen wir einen Zustand erreichen, in dem die Verbindung unter uns nur deswegen entsteht, weil wir eine spirituelle Absicht haben. Daher betonen die größten Kabbalisten, dass sich die Verbindung unter uns aus dem Wunsch, eine Verbindung mit dem Schöpfer einzugehen, ableitet. Das bedeutet, dass man dieselben Eigenschaften der Liebe und des Schenkens erreichen kann. Nur dann sind wir in Einheit mit uns und mit dem Schöpfer verbunden.

Die Kabbalisten fügten hinzu, dass das Studium der Kabbala auch von dieser Absicht begleitet sein soll. Doch wenn Menschen die Kabbala ohne die Absicht ein spirituelles Ziel zu erreichen studieren, nennt man das “den Platz der Verächter.”

Dieser Unterschied ist so entscheidend, dass König David seine Psalme mit dem Vers “Glücklich ist der Mensch, der weder den Ratschlag der Boshaften befolgt, noch sich mit Sündern einlässt, noch auf dem Platz der Verächter sitzt.” Damit wir uns als Brüder vereinigen können, müssen wir uns des Weges bedienen, den uns die Kabbalisten vorgegeben haben. Mit der Weisheit der Kabbala können wir lernen, wie man sich über die wirkliche Liebe miteinander verbindet und “wie ein Mensch mit einem Herzen” das Streben nach der Verbindung mit dem Schöpfer erreicht.

Übrigens: Das Lied „Hine ma Tov“ wird zum Abschluss von kabbalistischen Aktivitäten wie Unterrichten oder Freundestreffen gemeinsam gesungen.

Sohar, Die Rose

Die Rose (1-6)

Die Rose

1) Rabbi Hizkija eröffnete: „Es steht geschrieben: ‚Wie eine Rose unter Dornen.’“ Was ist eine Rose? Es ist die Versammlung von Israel, das heißt Malchut. Es gibt eine Rose und es gibt eine Rose. Genau wie eine Rose unter Dornen mit Rot und Weiß eingefärbt ist, so enthält die Versammlung von Israel Din [Urteil] und Rachamim [Gnade]. Genau wie eine Rose dreizehn Blütenblätter hat, so besteht die Versammlung von Israel aus dreizehn Eigenschaften von Rachamim, die sie von allen Seiten umgeben.
Weiterlesen

Einführung in das Buch Sohar

Rav Yehuda Ashlag

1) Mein Wunsch in dieser Einführung ist es, einige auf den ersten Blick einfachen Dinge zu klären, die zu klären praktisch alle versucht haben, wobei viel Tinte dafür vergossen wurde. Dennoch haben wir in ihnen bisher kein klares und hinreichendes Wissen erreichen können. Und die Fragen sind die Folgenden:

  1. Was ist unser Wesen?
  2. Was ist unsere Rolle in der langen Kette der Wirklichkeit, deren kleine Kettenglieder wir sind?
  3. Wenn wir uns selbst betrachten, dann fühlen wir uns so verdorben und niederträchtig, als gäbe es niemanden, der verachtungswürdiger wäre. Doch wenn wir Denjenigen betrachten, Der uns erschaffen hat, dann müssten wir an der Spitze von allem sein, höher als alles andere, weil vom vollkommenen Schöpfer nur vollkommene Handlungen ausgehen müssen.
  4. Der Verstand verpflichtet uns zuzugeben, dass der Schöpfer absolut gütig ist und nur Gutes tut, sodass es nichts über Ihm gibt. Doch wie konnte Er von Anfang an so viele Geschöpfe erschaffen, deren Bestimmung es ist, alle Tage ihrer Existenz in Leiden und Unglück zu verbringen, also wenn schon nicht gut, dann doch nicht so böse?
  5. Wie kann es sein, dass aus dem Ewigen, der weder Anfang noch Ende hat, nichtige, sterbliche und mangelhafte Geschöpfe entstehen? Weiterlesen